Solange ich zurückdenken kann, habe ich mich nach einem Zustand innerer Ausgeglichenheit und Gelassenheit, voller Kraft und Selbstvertrauen, frei von Zweifeln und Zerrissenheit gesehnt. Nach Jahrzehnten der Arbeit an mir selbst und Aufarbeitung von dem, was ich mir nicht unbedingt ausgesucht habe, bin ich in diesem Zustand angekommen.
Und wie geht’s jetzt weiter?
Wer glaubt, dass ich mich nun in einem Leben voll eitler Wonne und permanentem Sonnenschein befinde, irrt sich. Rosa Bubble heile Welt Fehlanzeige. Im Grunde läuft alles wie bisher, mit einigen wenigen Ausnahmen. Eine davon ist, dass mir eindeutig mir „g‘standene“ positive, authentische Menschen begegnen als früher. Zeitgleich sinkt die Zahl der Energievampire und Karmastaubsauger. Beide betrachte ich als Trainingsgelegenheiten, um meine Resilienz gegen energetische und sonstige Ausbeutung zu stärken, bzw. zu reflektieren, in wie weit mich die Themen noch betreffen, wie ich nun damit umgehe und dankbar zu sein, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben. Die überwiegende Zeit fühle ich mich im Flow angekommen. Jede Menge Wunderbares geschieht einfach so. Das lässt sich in einem Satz zusammenfassen:
Vom Leben umarmt
Für mich ist dieser Zustand spürbar – und auch für andere. Menschen, die mich eben erst kennengelernt haben, melden mir rück, dass sie mich als sehr kraftvoll wahrnehmen, vor Lebensfreude strahlend und sind beeindruckt von mir. Wow. Das Ziel meiner Reise zu mir selbst war und ist, in ein gutes Leben(sgefühl) zu kommen, however, diese Nebenwirkung freut mich natürlich.
Wenn es mir gelingt, durch das Vorlesen weniger Zeilen mit meiner Stimme und meinen Worten die Herzen von Menschen zu öffnen, sie etwas tiefer atmen zu lassen, ja sogar ihre Augen feucht werden zu lassen, weil sie inmitten eines kopflastigen Alltags zurück in die Welt des Fühlens finden, dann sage ich DANKE für das Potenzial, das mir mitgegeben wurden, das im Zustand der Zerrissenheit das Etikett „Borderline“ trägt, doch im Zustand der Verbundenheit entfaltet es schöpferische Kreativität, versöhnliche Energie, baut Brücken in die Herzen der Menschen, bringt Licht in ihre Seele.
Es bringt mich zum Schmunzeln, an jene Augenblicke zurückzudenken, in denen ich als „kaputt“ eingestuft wurde. Ich sei zu „reparieren“, solle endlich normal werden, damit man mich aushält. Was ich damals als „normal“ verstand, erkenne ich heute als „bedürftig“. Auch ein Grund für Dankbarkeit, mich nicht in die Richtung jenes Durchschnitts entwickelt zu haben, der mich als kaputt beurteilte. Manche von ihnen blicken heute (neidvoll) auf mich, versuchen zu verstehen, und scheitern an den Grenzen ihres eigenen Denkens, ihrer (Vor)Urteile, die sie anderen entgegenschmettern und von denen sie gleichzeitig gefangen gehalten werden.
Ich kann weder die Welt noch einen einzelnen anderen Menschen retten, doch ich habe mich selbst gerettet. Ich bin angekommen – und jetzt geht die Reise weiter. Was auch immer Morgen kommen wird, es enthält ein Geschenk für mich, um zu erkennen, zu verstehen, zu wachsen. Ereignisse und Menschen sind jene Spiegel, die es braucht, um unter die Oberfläche zu blicken. Nichts geschieht zufällig. Bestimmung? Vielleicht. Vielleicht aber auch nur jene Anziehungskraft, die ins Leben holt, was man in sich ist.
Es ist wunderbar befreiend, nicht wissen zu müssen, wie es funktioniert, sondern einfach darauf zu vertrauen, dass es funktioniert. Jenseits vom Ego, in der Umarmung des Lebens.
Derzeit residiere ich (wieder einmal) in den Bergen, darf meine Kleinheit im Angesicht imposanter Berggipfel spüren, die mir Antworten auf meine Fragen zuflüstern. Wie viel Zeit auch immer mir in diesem Leben noch bleibt, was könnte ich Wertvolleres teilen als meine Lebensfreude, ein Lächeln und manchmal ein paar Worte, die das Herz berühren?