Ein „hoffnungsloser“ Fall?

Das Leben schreibt die spannendsten Geschichten … dieser Spruch hat sich für mich in den vergangenen Tagen einmal mehr bewahrheitet.

Zu Beginn der Woche dachte ich darüber nach, einen Beitrag über „Hoffnung“ zu schreiben und hatte auch schon klare Vorstellungen dazu, bis ich in einer Borderline-Selbsthilfegruppe auf folgenden Satz traf:

 „Und manchmal haut die Realität der Hoffnung voll in die Fresse…“

Meine erste Reaktion war Ablehnung. Die Botschaft in der Aussage war für mich negativ und in dem Kontext unpassend bis destruktiv. Während ich mich also darüber ärgerte, warum man so einen Satz postet, begannen meine eigenen Gedanken zu kreisen. Ein Teil von mir will immer das „Warum“ verstehen. Ein anderer versucht herauszufinden, ob und was ich daraus für mich lernen kann.

Ehrlich gesagt, ich kann aus allem etwas lernen. Selbst aus diesem Satz, dem ich in keiner Weise zustimme.

Hoffnung hat per se immer etwas damit zu tun, dass etwas gleich gut bleiben oder besser werden soll.

Für mich bedeutet Realität die Welt rund um mich, andere Menschen, Ereignisse, alles da draußen. Natürlich hoffe ich wie vermutliche viele andere auch, dass alles besser wird, dass ich mit meinen Borderline-Thematiken weiterhin gut klar komme, wir das mit dem Klimawandel hinbekommen, dass uns kein Asteroid auf den Kopf fällt usw.  

Aber ich bin auch pragmatisch genug um zu akzeptieren, dass eine Verbesserung meines Lebens (oder meiner Lebensqualität, meiner psychischen Gesundheit und emotionalen Stabilität) nicht von diesen Faktoren im außen abhängig sein darf, denn ich habe so gut wie keinen Einfluss darauf, was außerhalb meiner Reichweite (und die ist sehr begrenzt) geschieht. Insofern macht es keinen Sinn, meine Hoffnung auf Verbesserung darauf aufzubauen. Ergo können auch die Ereignisse der Realität nicht meiner Hoffnung in die Fresse hauen (um bei diesem Wording zu bleiben).

Bin ich also ein „hoffnungsloser“ Fall? … im doppelten Wortsinn?

Bei weitem nicht. Meine Hoffnung (oder mein Glaube an das Mögliche) ist nur anderer Natur. Ich bin überzeugt davon, dass Verbesserung nur aus Veränderung resultieren kann. Ist auch logisch. Wenn sich nichts ändert, bleibt alles wie gehabt, und wenn das bisher nicht gepasst hat, wieso sollte es dann plötzlich anders sein? … nur weil ich hoffe? Das wäre illusorisch, um nicht zu sagen: naiv.

Im Außen sind unsere Möglichkeiten für Veränderung begrenzt, nicht so in unserem Inneren – unserem Denken. Das können (oder könnten) wir jederzeit verändern, in jedem Augenblick unseres Lebens, und damit einen anderen Blick auf die Realität richten, die nun mal so ist, wie sie ist. Klassisches Beispiel: ein Glas kann halb voll oder halb leer sein – oder zu 50% Wasser enthalten. Alles wahr, alles real – aber es löst unterschiedliche Reaktionen in unserem Unterbewusstsein aus. Denken und fühlen wir im Problem- oder im Lösungsrahmen? Oder haben wir beides im Blick, also eine „ganzheitliche“ Sicht? Vereinfacht gesagt: je nachdem, ob wir die Welt – oder + oder -/+ wahrnehmen, wirkt sich das auf unseren Körper, unsere Emotionen, unser Leben insgesamt aus. Dazu gibt es Dutzende Bücher (zumindest in meinem Bücherregal). Wir haben es also selbst in der Hand – oder besser: im Kopf – den Schlüssel für Veränderung und damit Verbesserung.

Unsere Sichtweise der Realität ist jederzeit veränderbar.

Auch das durfte ich in diese Woche wieder einmal erleben. In den letzten Monaten hatte ich aus der Distanz mit einer Kollegin zu tun, über die ich mir ziemlich schnell eine eindeutige Meinung gebildet hatte mit dem Fazit: wir passen nicht zusammen. Vor ein paar Tagen verbrachten wir mehrere Stunden gemeinsam in einem Meeting. Aus einer Intuition heraus blendete ich meine vorgefasste Meinung aus und konzentrierte mich auf das, was da war in diesem Augenblick – und ich begann, ganz andere Aspekte wahrzunehmen. Wo ich zuvor Unterschiede sah, erkannte ich Ähnlichkeiten. Zu dem, was uns trennte, kam jenes hinzu, dass uns verband. Wir unterhielten uns sogar noch einige Zeit privat.

Was das alles mit Hoffnung zu tun hat?

Nun, man kann lange Zeit auf ein Problem blicken und stets ein Problem erblicken. Doch wechselt man den Standpunkt ein wenig, entdeckt man vielleicht etwas ganz anderes – vielleicht ein Potenzial? Oder sogar eine Lösung?

Als ich meinen Standpunkt in Bezug auf mein Borderline verändert, durchbrach ich eine mentale Schallmauer (bildlich gesprochen). Ich hatte schon Jahre zuvor  die Tatsache akzeptiert, dass wir unser Erleben der Welt (und damit auch viele handfeste Aspekte unseres Lebens) durch unsere Gedanken beeinflussen können.  Doch nun erlebte ich es intensiv und mit systemischen Auswirkungen, sprich in alle meine Lebensbereiche.

Meine Hoffnung auf Verbesserung wurde erfüllt durch Veränderungen in mir. Nichts und niemand im außen musste sich dazu verändern, nur ich selbst – oder besser: meine Gedanken, mein Blickwinkel, meine Einstellung. Die Realität rundum hat damit nichts zu tun. Sie kann meiner Hoffnung deshalb auch niemals in die Fresse hauen, weil meine Hoffnung darauf beruht, dass …

… all das, was in meinem Kopf entstanden ist, auch in meinem Kopf verändert werden kann.

Im Grunde genommen ist es mehr als „nur“ Hoffnung. Es ist meine Überzeugung, von Erfahrung gefestigter Glaube und – wenn man so will – meine Realität.

Veränderung und Verbesserung sind möglich, aber sie geschehen nicht von allein oder von außen. Jeder von uns ist gefordert, selbst aktiv zu werden, zu tun, Tag für Tag. Große Entscheidungen stellen die Weichen, doch kleine Schritte bringen uns ans Ziel.

Vor einigen Monaten schrieb ich diesen Satz:

Veränderung geschieht zuerst im Geist, der plant … danach im Herzen, das entscheidet … und schließlich in der Welt, die folgt.

Hoffnung kann der Treibstoff sein, der dem Motor der Veränderung seine Kraft verleiht, doch solange die Bremsen angezogen bleiben, verweilen wir im Leerlauf. Es heißt nicht umsonst: Erfolg hat 3 Buchstaben –> TUN

Für Veränderung hin zum Positiven im Leben gibt es ein paar sehr einfache Übungen. Die absolut einfachste (aus meiner Sicht) ist jene: bring das Schöne und Positive bewusst in dein Unterbewusstsein. Nimm Dir täglich Zeit für etwas, dass dein Herz und deine Seele erfreut, dich zum Lächeln bringt. Bilder, Musik, Gedichte, Spaziergänge, Tiere, Freunde … was auch immer es ist: nimm dir täglich bewusst Zeit für das Schöne und Positive, genieße es, anerkenne es als einen Teil deines Lebens und deiner Person. Erwarte nichts bestimmtes. Es könnte sein, dass du mehr bekommst, als du dir je erträumen konntest.

Auch der größte Baum ist zu Beginn nur ein kleiner Trieb mit wenigen Blättern. Sorgsam gehegt und gepflegt, kann daraus ein Riese werden. Hege und pflege das Positive in dir und um dich in der Hoffnung – und der Gewissheit – es wird wachsen, Tag für Tag …

Loslassen …

… fällt manchmal nicht leicht, insbesondere wenn ich etwas mit Begeisterung und Freude gestartet habe. Dennoch – es gehört zum Leben dazu und nicht alles, was ich starte, entwickelt sich so, wie es gedacht war. Das ist Leben.

Deshalb teile ich heute diesen Beitrag auf meinem Blog um zu zeigen, wie ich in Echtzeit damit umgehe.

Ein Status Update

Was tut sich gerade bei Lesley? Wie immer: viel!

Aktuell arbeite ich an 4 Buchprojekten. Kein Scherz. Also, „JAN/A – eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte geht weiter“ … mit Band 2, der gerade in der Korrekturphase angekommen ist und Anfang 2020 erscheinen wird. Weil ich meinen eigenen Cliffhanger nicht so einfach im Raum stehen lassen kann, schreibe ich bereits an Band 3 „JAN/A – Das Ende einer [nicht] ganz alltäglichen Liebesgeschichte?“ Wie gehabt, beides autobiographisch und hoch emotional, romantisch, sinnlich, humorvoll …

Projekt 3 ist mir irgendwie „passiert“ und bringt mich täglich zum Strahlen. Kurzgeschichten und Gedichte aus über 3 Jahrzehnten, alle mit dem Ziel, meine Leser und Leserinnen zurück in die gefühlte Umarmung des Lebens zu führen. Das wird ein Buch wie eine Kuscheldecke inklusive heißer Schokolade vor einem prasselnden Kaminfeuer. Einfach nur zum Wohlfühlen.

Und dann gibt es noch Projekt 4, dass den Titel „RE/CONNECTED – LEBEN und LIEBEN – Eine Lebensphilosophie #feeltheembraceoflife“ tragen wird. Die Fortsetzung meiner Autobiographie DIS/CONNECTED, eine neuerliche Reise in meine Gedanken- und Gefühlswelt seit meinem Outing 2018 mit vielen praktischen Tipps und Strategien für ein Leben mit #Borderline jenseits aller Klischees und Zuschreibungen.

Nebenbei blogge ich natürlich weiterhin.

Ach ja, meinen Vollzeitjob sollte ich nicht vergessen. Beziehung und Familie gibt es auch noch.

Wie ich  das alles schaffe? Ganz ehrlich? Keine Ahnung! Ich möchte auch gar nicht darüber nachdenken. Ich könnte nämlich draufkommen, dass es gar nicht funktionieren kann – und das wiederum will ich nicht wissen. Die Hummel weiß auch nicht, dass es für sie aerodynamisch unmöglich ist, zu fliegen – sie tut es einfach 😉

Allerdings habe ich schon einige andere Projekte auf Eis gelegt. Meine Facebook-Gruppen zum Beispiel. Aber – wiederum ehrlich gesagt – ich fühle mich mehr dazu berufen, andere Menschen mit meinen Erfahrungen im Umgang mit Borderline über meine Blogs oder in Selbsthilfe-Foren zu unterstützen als mich in der Admin-Tätigkeit einer Gruppe zu verwirklichen. Sorry. Aber das habe ich auch in den vergangenen Monaten für mich erkannt. Meine Zeit und Ressourcen sind begrenzt, und ich möchte sie bestmöglich für das einsetzen, was aus meiner Sicht am meisten Sinn macht.

Deshalb schränke ich auch die zeitfressenden Marketing-Aktivitäten in Facebook ein. Meine Bücher verkaufe ich über Lesungen, Vorträge oder einfach so, zwischendurch im Fitnessstudio oder beim Augenoptiker, wann immer ich auf Menschen treffe, mich mit ihnen unterhalte und sie erkennen, dass meine Worte nicht nur auf dem Papier stehen, sondern ich tatsächlich lebe und bin, was ich schreibe. Das kann man mit keinem noch so gefinkelt verfassten Beitrag transportieren. Vielleicht schwimme ich damit gegen den Strom? Es wäre nicht das erste Mal 😉 

Ich bin ECHT. Ich bin ICH. Ich gehe MEINEN Weg.

Ich verändere die Bedeutung (#Borderline) meiner Jahre in Schmerz und Dunkelheit (#frompaintopassion) in dem ich sie nutze, um anderen die Hand zu reichen und zu sagen: „Ich hab es geschafft – und du kannst es auch schaffen“. Zurück in die Umarmung des Lebens (#feeltheembraceoflife).

4 Buchprojekte und ich liebe jedes einzelne davon, werde jedes davon Realität werden lassen. Wie viele davon verkauft werden? Ich überlasse es dem Leben, jene Menschen mit meinem Büchern in Berührung zu bringen, die von meinen Worten berührt werden.

Natürlich frage ich mich, ob ich – wie oben erwähnt – die Gruppen wirklich offline bzw. auflösen soll? Was entgeht mir eventuell durch diesen Schritt? Wäre es nicht besser, sie mit minimalen Ressourcen weiter zu betreiben? Also wieder das zu tun, was ich kenne und lange Zeit meines Lebens praktiziert habe?  Nur nichts aufgeben, weil es könnte ja noch irgendwann einmal …

Eine Entscheidung für das eine ist immer auch eine Entscheidung gegen vieles andere.

Vielleicht versäume oder verliere ich damit etwas, das ist ungewiss. Sicher ist nur, dass ich auf meinem Weg mehr erreiche, wenn ich meine Gedanken, Zeit und Ressourcen auf das fokussiere, was mir wichtig ist… und dafür mitunter so einiges loslasse.

Wieder einmal … Beziehungsstress

Weil es gerade aktuell ist und wer kennt das nicht: Stress mit dem Partner oder der Partnerin. Es begann ganz klassisch. Das falsche Wort zur falschen Zeit, einer triggert den anderen und schwuppdiwupp – so schnell konnte ich gar nicht schauen – herrschte Funkstille. Fass mich nicht an und wenn du es doch versuchst, dreh ich mich weg. Ablehnung und Zurückweisung. Das ist für niemanden leicht verdaulich. Für mich als Borderlinerin schon gar nicht. Diese Form von Stress öffnet bei mir Tür und Tor für alte Gedanken und Verhaltensmuster. Und es hilft wenig bis gar nichts, mir vor Augen zu halten, dass mein Partner gerade selbst in einem alten Verhaltensmuster feststeckt und nicht anders kann. Wie ich in meinem Beitrag am 15.10.2019 dargestellt habe, kann ich diese Gedanken bewusst denken, und mein Verstand schleudert mir ein handfestes Gegenargument nach dem anderen vor die Füße.

Nein, es braucht für mich andere Wege. Oder besser gesagt: einen anderen Weg, nämlich raus aus der Wohnung und ab in den Wald. Allein. Frische Luft. Bewegung. Einfach auf mich wirken lassen, was rundum ist. Natur. Farben. Raschelndes Laub. Plätscherndes Wasser und mitunter der unerkennbare Geruch von Pilzen, Moos und feuchter Erde … Wald eben.

Ich öffnete also meinen Geist für die Eindrücke rundum, bewegte mich vom Problem fort und hin auf einen erwünschten Zustand: Ruhe und Gelassenheit. Plötzlich war da ein völlig anderer Gedanke, eine Idee für eine Geschichte. Ich weiß noch, ich begann zu lachen und sagte (ziemlich laut): das ist echt gut! Naja, Selbstgespräche im Wald hören meistens nur die Bäume, aber wer weiß, vielleicht waren auch Wanderer in der Nähe.

Jedenfalls weitete sich die Idee aus und am selben Tag noch schrieb ich eine Geschichte, ein modernes Märchen, das ich demnächst hier posten werde, aber heute würde es den Rahmen sprengen. Heute geht es mir darum, etwas anderes bewusst zu machen.

Fast jedes Problem löst in irgendeiner Weise Stress aus. Sonst wäre es ja kein Problem. Viele von uns versuchen Probleme zu lösen, indem sie immer tiefer mit ihren Gedanken in das Problem eindringen. Das ist fatal, denn – vereinfacht und ohne umfangreiche theoretische Hintergrunddarstellung (bitte vertrau mir, dass ich weiß, wovon ich schreibe) – worauf wir unsere Gedanken richten, dass verstärken wir, davon ziehen wir mehr in unser Leben, das halten wir fest, daran klammern wir uns, das bestimmt uns. Dies gilt natürlich und insbesondere für Probleme. Solange unser Geist damit befasst ist, zu ergründen, was warum nicht funktioniert, blockieren wir uns selbst.

Bei meinem Spaziergang durch den Wald ging es mir nicht darum, vor dem Problem davonzulaufen, aber meinen Kopf freizubekommen und meine Gedanken in einen anderen Bereich zu lenken, um sie letztendlich gezielt auf das zu richten, was ich haben will: eine Lösung!

Man sagt mir nach, ich sei eine sehr gute Problemlöserin. Eine Kompetenz, die ich im Laufe vieler Jahre und vieler Katastrophen erworben habe. Probleme, auch Beziehungsprobleme (und damit verbunden Beziehungsstress), lassen sich nur schwer lösen, indem der Fokus auf das Problem gelenkt wird, sondern viel leichter durch eine 180-Grad-Wendung: durch die Fokussierung auf das, was sein soll! Daraus leite ich dann konstruktive Fragestellungen ab: was brauche ich dafür? Was kann ich dafür tun? Dies wiederum verändert meine innere Haltung, meine Ausstrahlung, meine Energie, meine Anziehungskraft, meine Wirklichkeit … welches Erklärungsmodell auch immer für dich akzeptabel erscheint.

Eine weise alte Nachbarin sagte einmal zu mir: Alles, was du beachtest, wird mehr!

Umkehrschluss: alles, das ich nicht beachte, wird weniger.

Das trifft jetzt vielleicht nicht unbedingt auf die Schale mit Kartoffelchips zu, die bei Beachtung definitiv an Fülle verliert, aber es trifft mit Sicherheit auf Gefühle und Gedanken zu; auf das, was uns durch dieses Leben führt.

Halte ich mir schmerzerfüllt vor Augen, wie grausam mein Partner sich gerade benommen hat, wo er doch besser als alle anderen wissen müsste, wie tief es mich verletzt … betrete ich mein persönliches Jammertal und bin in Gefahr, auf seinen verworrenen Wegen noch so einiges wieder zu entdecken, dass diesen Eindruck verstärkt. Ich würde mich in meinem eigenen destruktiven Gedanken-Labyrinth verlieren.

Halte ich mir vor Augen, dass es mir in diesem Augenblick gut geht, ich durch einen farbenprächtigen Herbstwald wandere und noch ein paar wärmende Sonnenstrahlen vor dem nahenden Winter genießen darf, dann wird es mir deutlich leichter fallen zu verstehen, dass wir alle nur Menschen sind und hin und wieder einfach das falsche Wort zur falschen Zeit sagen, ohne böse Absicht. Einfach nur ungeschickt. Menschlich. Und diese Verstimmung wird vorüber ziehen, so wie der Nebel, der eben noch oberhalb der Baumwipfel lag und sich über den Hang hinauf verzogen hat.

Wenn ich nach Hause zurückkehre, wird meine Ausstrahlung nicht von Sorgen und Schmerz, sondern von Lebensfreude und Gelassenheit künden. Und manchmal kann das hoch viral sein 😉

Das Buch, das mein Leben verändert hat …

… ist überraschenderweise keines von den unzähligen, die ich im Laufen von drei Jahrzehnten gelesen habe und die meine stattliche Bücherwand füllen. Es ist das Buch, das ich selbst geschrieben habe. Mein erstes „Buch-Baby“.

Es wurde gestern als Neuauflage zum zweiten Mal veröffentlicht. Bei Filmen gibt es den Director’s Cut. Keine Ahnung, wie man das bei einem Buch nennen soll. Writer’s Type? Wie auch immer. Ich zelebriere diese Neuauflage noch intensiver als die Erstauflage, denn rund ein Jahr danach ist mir mehr denn je bewusst, was JAN/A für mich verändert hat.

Kurzer Zeitsprung in die Zeit vor JAN/A und noch weiter zurück, in die späten 1980er Jahre. Damals konnte ich in den Armen eines Mannes liegen und … bleiben wir jugendfrei 😉 … ohne das Geringste dabei zu fühlen, weder körperlich noch emotional. Für mich war dieser Zustand Normalität, etwas anderes unvorstellbar. Über die Jahre lernte ich eine geistige Vorstellung von Emotionen zu kreieren, aber von echtem Fühlen war ich noch weit entfernt.

All die Bücher, die ich gelesen habe, waren zu 99% dem Thema Selbstfindung gewidmet in allen Facetten, die es gibt – und das sind viele! Seminare, Ausbildungen, Selbsterfahrung, Familienaufstellung, Therapie, Körperarbeit, Energetik… Ich habe so einiges gemacht im Bereich Kommunikation und Mentaltraining, als Lernende und Lehrende. Glaubenssätze umzuschreiben wurde irgendwann ein lustiges Hobby, aber ins Fühlen kam ich dennoch nicht. Zu stark und übermächtig werkte mein kontrollierender Verstand – bis ich 2017 kurz vor dem 3. Burnout stand. Ich brauchte ein Ventil und begann zu schreiben.

Ich lies mich zu Beginn zögerlich, schon bald hemmungslos in jene Welt fallen, die ich jahrzehntelang in mir unterdrückt und vor allen anderen verborgen hatte: die Welt meiner Fantasie – und meiner Emotionen.

JAN/A ist eine hochemotionale Geschichte. Sie beginnt in jenem Schmerz, den ich im Oktober 2017 empfunden habe, doch schon bald gesellen sich andere Gefühle dazu – wie Sonnenstrahlen, die nach dem großen Regen die Wolken vertreiben. Was die Emotionen und Gedanken betrifft, ist JAN/A 100% authentisch. Ich bin JAN/A.

Vielleicht liest sich das hier für jemanden, der nie entkoppelt von seinen Gefühlen gelebt hat, völlig irre und schlichtweg nicht nachvollziehbar. Deshalb ein Versuch, es zu verbildlichen: Stell dir vor, du lebst dein Leben lang im Halbschlaf in einem Nebel, der alles dämpft. Und plötzlich legt sich ein Schalter um, du stehst mitten im Licht und die Welt hat tausende von Farben. So ungefähr nehme ich es wahr.

Natürlich haben die Jahrzehnte des Lesens, der Selbsterfahrung etc. ihren Teil dazu beigetragen, jenes Fundament aufzubauen, auf dem JAN/A letztendlich loslegen konnte. Dennoch – mein dominanter Verstand, der zwar Glaubenssätze beliebig umprogrammieren konnte, aber nicht fühlen – stand mir all die Zeit im Weg, bis ich begann, meine Geschichte zu erzählen. Etwas in mir (mein Dämon?) trickste mich aus, denn aufgrund meiner Mental-Ausbildungen wusste ich, dass unser Unterbewusstsein nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheidet und beides für bare Münze nimmt. Genauso funktionieren Autosuggestionen & Co. Genauso kann man lernen barfuß über glühende Kohlen zu laufen – was ich übrigens auch schon des Öfteren gemacht habe.

JAN/A ist für mich eine komplexe Autosuggestion, die mein inneres Bild auf der Ebene der inneren Werte (siehe Beitrag „Immer und immer wieder“) umgeschrieben hat. Nicht über den Verstand und Denken, sondern ausschließlich über Fühlen!

Aber nicht nur das. Durch den Austausch mit Therapeuten weiß ich mittlerweile auch, dass ich sehr effizient die Methode des inneren Dialogs bzw. eine Teilearbeit angewandt habe. Was ich hier so lapidar in wenigen Absätzen beschreibe wäre ausreichend inhaltlicher Stoff für ein dicht gepacktes Wochenendseminar. Wer weiß, vielleicht mache ich das auch irgendwann einmal. Oder ich schreibe ein Buch darüber. Für heute zelebriere ich einfach die Freude am Ereignis.

JAN/A, das Buch, das mein Leben verändert, ist ab sofort in der erweiterten Fassung, die meine Welt des Fühlens (fast) vollständig erlebbar macht, zu haben und jeder kann sich in diese Welt fallen lassen. Das „Fast“ bezieht sich übrigens darauf, dass in Band 2 noch ein paar neue Aspekte dazukommen, aber mehr wird noch nicht verraten. JAN/A war immer als Trilogie gedacht.

Der Buchtrailer verrät ein wenig vom Inhalt, aber viel mehr von der Stimmung, Dynamik, Emotionalität …

https://biteable.com/watch/book-trailer-jana-1-2347919

… jenes Buches, das mein Leben verändert hat – für immer.