GEGENWIND

Auch wenn es schön wäre, nicht immer läuft alles rund im Leben. Trotz positiver Lebenseinstellungen und unbändiger Lebensfreude passieren mitunter auch unerfreuliche Dinge und Begegnungen.

Und sei es nur der brandneue Geschirrspüler, der angeliefert wird, doch seine Funktion nicht erfüllt, weil … eben schon von Beginn an Defekt. Darauf kann schon mal eine Kette von Ereignissen folgen, die einer Odyssee zwischen Hersteller und Händler gleichkommen, ähnlich wie Odysseus irrt man quasi durch die „Inselwelt jener, die nicht zuständig sind“. Mich erinnert das immer an den Film „Asterix erobert Rom“, und den Versuch, den Passierschein A38 im Haus, das Verrückte macht, zu bekommen. Ähnlich wie Asterix durchlebe ich dabei unterschiedliche emotionale Zustände – und das ist VÖLLIG NORMAL. Hin und her verwiesen zu werden, OHNE dass dabei etwas rauskommt, ist nervig. Zwar kein Grund zum Ausrasten, aber einer, um viele Fragen zu stellen: Geht’s noch? Das nennt sich Kundenservice? Fühlt sich hier niemand zuständig? Hallo, ich habe für eine Leistung bezahlt und was bekomme ich dafür?

Wie gesagt, ich halte derartige, emotional angehauchte Fragen für normal. Natürlich wäre es lässig, entbehrliche Vorfälle wie den oben erwähnten gänzlich cool zu behandeln, unbeeinflusst auf die Lösung fokussiert vorzugehen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Wenn’s mal wieder schwerfällt, mache ich mir bewusst, wie meine emotionale Reaktion dem anderen, der sie ausgelöst hat, letztendlich die Macht (Steuerung, Kontrolle…) über mich gibt. Das holt mich meistens schnell wieder auf den pragmatischen Boden der Realität. Ich mag es nicht, von anderen gesteuert zu werden. Dem war ich zu oft und zu lange ausgesetzt. Heute habe ich eine gesunde (weil selbstsorgsame) Allergie dagegen.

Ich denke, Gegenwind vom Leben ist wichtig und hilfreich, um sich selbst und seine Grenzen wahrzunehmen – sowohl jene, die noch zu erweitern sind als auch jene, die es zu schützen gilt. Auf jeden Fall ist es ratsam, näher hinzusehen, woher der Gegenwind kommt und was er vermitteln möchte.

Gegenwind kann einem heftigen Sturm gleichkommen, der ein Weitergehen auf dem eingeschlagenen Weg schier unmöglich macht. Will uns das Leben genau das sagen? „Verläuft“ sich unser Ego blind in einer fixen Idee, kämpft gegen Windmühlen an, weil es Riesen sehen will, wo nur Korn gemahlen wird?

Gegenwind kann sich wie eine steife Brise von Nordwest anfühlen, die einfach nicht abflauen will. Oder sind wir es, die nicht aufhören? Rollen wir – Sisyphos gleich – einen Stein wieder und wieder den Hügel hoch, ohne zu erkennen, dass wenige Meter seitlich davon der Weg frei und unbeschwert gemeistert werden könnte?

Gegenwind kann auch eine leichte Brise sein, die ermahnt: „Hey, schau auf dich. Mach auch mal eine Pause und vor allem – verabschiede dich von der unsinnigen Idee, perfekt sein zu wollen und alles perfekt machen zu wollen. Irrtümer und Fehler gehören zum Leben. Aus ihnen lernen wir am meisten, wenn wir uns bewusst damit beschäftigen.“

Meine [nicht] ganz alltägliche Sichtweise des Lebens vermag im Gegenwind auch jene Strömung zu erkennen, auf der ein Drachen – fachkundig und mit Bedacht geleitet – sich hoch in den Himmel emporschwingt, um weiter über den Horizont hinauszublicken als es jene können, die auf dem Boden zurückbleiben. Über den Horizont hinaus … oder hinter den Spiegel? Unter die Oberfläche? Zwischen die Zeilen? Das Leben offenbart uns seine Botschaften auf vielfältige Weise. Wer lernt, seine Sinne dafür zu öffnen, wird erkennen, dass alles – auch Gegenwind – zueinander und miteinander in Verbindung steht … und all das für uns da ist.

Gegenwind ist vielleicht nicht unser Freund, aber auch nicht unser Feind. Eher ein neutraler Mahner, der uns dabei unterstützen kann, auf dem uns bestimmten Kurs zu bleiben. Mit diesem Gedanken im Kopf fällt es wesentlich leichter, über Aktionen wie eine „Geschirrspüler-Odyssee“ zu schmunzeln.

Und da wären wir wieder. Ein scheinbares Problem oder Ärgernis verwandelt sich bei eingehender Betrachtung in „Dünger“, der die Entwicklung meines Pflänzchens „Seelenheil“ nachhaltig fördert.

Wie sagt meine Mitbewohnerin gerne: „Jede erfolgreiche Therapie beginnt mit Philosophie über das Leben.“

Ich stimme dem voll und ganz zu.

Philosophie ermöglicht es mir, meine Gedanken und Sichtweisen auf das, was ist, zu verändern, ohne die Realität zu negieren. Was ist, ist – aber was ich verändere sind die Auswirkungen, die diese Realität auf mich hat. Wer in Problemen für sich Potenziale zu erkennen vermag, wird sich diesen mit einer anderen Einstellung und Energie stellen als jeder, der sich als Opfer widriger Umstände sieht und die Situation ablehnt.

Dieser Ansatz ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Seit Jahrtausenden findet er sich in den Weisheitslehren wieder. Doch – so scheint es zumindest für mich – haben wir heute verlernt, über den Horizont hinaus zu blicken. Vielleicht, weil wir im Gegenwind nur den Feind vermuten? Was, wenn sich hinter all dem, was wir auf den ersten Blick zu erkennen glauben, stets viel mehr verbirgt? Gänzlich anderes? Positives, weil für unsere Entwicklung förderlich?

Wer Sport macht, weiß, dass Training anstrengend ist, aber notwendig, um weiterzukommen.  

Blockierende Emotionen und Gedankenmuster gleichen „hartnäckigen Fettpölsterchen“. Sie verschwinden nicht von selbst. Noch weniger lassen sie sich „weghungern“. Es braucht konsequentes Training und damit Anstrengung, die durchaus Spaß machen kann, wenn man den Gegenwind bewusst als Sparring Partner nutzt 😉

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Bild: pixabay.com

ZUVERSICHT – HOFFNUNG – HEILUNG?

Derzeit lese ich gerade eine neue Ausgabe von „GEO kompakt“ zu dem Thema „Die Kraft der Zuversicht“. Untertitel „Wie positives Denken unseren Körper und unsere Seele stärkt“. Was soll ich sagen? Das Magazin bietet die gewohnt fundierte Aufbereitung des Themas, einige neue Forschungserkenntnisse, aber genau genommen nichts weltbewegend Neues – für mich. In mehr als 30 Jahren habe in gefühlt hunderte Bücher zu diesem Themenkreis gelesen, Seminare besucht, Selbsterfahrung durchlebt …

Bis vor wenigen Wochen umfasste meine Bibliothek zwar weitaus mehr Bücher als heute, nichtsdestotrotz besteht sie immer noch zu 4/5 aus „Nicht-Unterhaltungsliteratur“: Philosophie, Psychologie, NLP, alternative und ganzheitliche Heilmethoden, jahrtausendealte Weisheitslehren, Denker aller Zeiten rund um die Welt, … vieles hat sich angesammelt im Bücherregal und in meinem Kopf.

Und ja, es funktioniert, was diese Bücher berichten. Die Macht unserer Gedanken ist ungebrochen. Sie bestimmen unser Fühlen, Handeln, unser gesamtes Leben – wie eh und je.

Trotzdem – oder gerade deshalb – weil es immer noch so ist und wohl auch so bleiben wird, ist auch das x-te Aufkochen des Themenkreises wichtig.

Weil die um die Jahrtausendwende Geborenen vielleicht nicht auf den Klassiker Dr. Joseph Murphy und „Die Macht des Unterbewusstseins“ zugreifen, sondern möglicherweise lieber einen modernen Autor in der Art von Dr. Joe Dispenza  und „Schöpfer der Wirklichkeit“ lesen.

Weil es immer noch viel zu tun gibt in dieser Welt, nach wie vor viele Menschen auf der Suche sind nach Antworten, wie sie mit dem Leben und sich selbst gut zurecht kommen können.

Weil unser moderner Lebensstil uns weit von unserer „Mutter Natur“ entfernt hat, das intuitive Gespür, was uns gut tut und was uns schadet, überdeckt wird von künstlich generierten Bedürfnissen nach Dingen, die wir genau genommen nicht zum Leben brauchen. Ganz im Gegenteil, die einen enormen Ballast darstellen können, den wir Tag für Tag mit uns rumschleppen auf der Suche nach dem „echten Leben“ – das sich direkt vor uns entfaltet, doch wir können es nicht wahrnehmen, denn wir haben verlernt, mit dem Herzen zu sehen.

Wir brauchen Quellen, in denen unsere Seele Nahrung findet – und Zuversicht, dass da noch mehr ist als der hyperschnelle Datenhighway und unser bedarfsentfremdetes Konsumverhalten. Wir brauchen Informationen, die uns Hoffnung vermitteln und in uns jene Kräfte mobilisieren, die uns Heilung bringen.

Vor beinahe 3 Jahren, am 13. Oktober 2017, öffnete ich ein Tor zu meiner Seele und meinem Herzen. Daraus entstand eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte. Im März 2018 offenbarte mir mein Unterbewusstsein, was ich noch alles aufzuarbeiten hätte, um frei zu werden. Innerhalb von weniger als einer Stunde schrieb ich die Storyline der Bände 2 und 3 von JAN/A. Darin verpackt jeder meiner inneren Konflikte, jede Blockade, jede Wunde, viel Schmerz. Intuitiv wusste ich damals, dass dies mein Weg sein und ich dafür 3 Jahre benötigen würde, um wieder ganz ich selbst zu werden.

Diese 3 Jahre sind fast vorbei.

Mein Arzt sagt: Physisch und psychisch gesund.

Meine Physiotherapeutin sagt: Fit wie ein Turnschuh.

Meine Osteopathin sagt: Tiefenentspannt und in Balance.

Mein Psychotherapeut fragt: Was wollen Sie noch bei mir?

Obwohl sich mein Leben nun völlig unerwartet innerhalb weniger Wochen extrem verändert hat (Beziehung, Wohnung, Mobilität … alles ist anders), habe ich diese „Krise“ ohne ernsthafte Schwierigkeiten gemeistert. Keinerlei Anzeichen von Borderline-Symptomen. Das liegt definitiv hinter mir.

Ich bin nicht geheilt, denn ich war nie krank (bezogen auf Borderline).

Ich hatte eine „Störung“, doch die habe ich behoben – auf meine individuelle und [nicht] ganz alltägliche Art und Weise.

Ich stehe mit beiden Beinen fest im Leben, bin unabhängig, erfolgreich, stark, flexibel, anpassungsfähig, achte gut auf mich selbst, voller Lebensfreude, getragen von unbändigem Optimismus und mit einer großen Portion Humor gesegnet.

Ich kann über mich selbst lachen, nehme meine Schwächen nicht allzu ernst ebenso wie ich meine Stärken nicht allzu wichtig nehmen.

Ich bin einfach, wie ich bin.

Ich liebe mich so, wie ich bin.

Und ich achte darauf, welche Gedanken und Botschaften ich in meine „Seelenwelt“ vordringen lasse. Das empfehle ich jedem, der achtsam mit sich selbst umgehen möchte.

Meine Zeit auf Erden ist begrenzt, wie die von jedem Menschen. Rein rechnerisch liegen weniger Jahre vor mir als hinter mir. Ein Grund mehr, mich mit dem zu befassen, was Zuversicht, Hoffnung und – davon bin ich überzeugt – auch Heilung unterstützt.

Darum schreibe ich keine Unterhaltungsliteratur. Nicht, weil ich es nicht könnte. Nein, ich möchte meine Fähigkeit für tiefgreifendes einsetzen, male mit Worten Bilder, aus denen ein Gefühl seinen Weg ins bewusste Erleben findet – gleich einer taugeküssten Knospe, die sich im sanften Licht der Morgensonne entfaltet um ihre zarte Schönheit mit all jenen zu teilen, die sich die Zeit nehmen, einen Moment innezuhalten – und sei es nur für einen Atemzug – und im Staunen zu verharren, ob der Wunder, die sich rundum offenbaren. In einem einzigen, winzigen Samenkorn stecken all die Informationen, um eine duftende Rose oder einen mächtigen Mammutbaum hervorzubringen. Niemand lehrt einem Schmetterling das Fliegen. Keiner schult eine Katze in Entspannungstechniken.

Das Leben sorgt für alle seine Kinder – auch für die Menschen. Viele von uns haben jedoch verlernt, nach innen zu blicken und dort die Fragen auf ihre Antworten zu finden und damit jene Kräfte zu aktivieren, die uns „heil werden lassen“. Es liegt an jedem von uns, dies wiederzuentdecken – auf einer Reise nach innen, auf die eigene, individuelle Weise.

Tausenden von Buchseiten waren es, die mir dabei den Weg wiesen. Unzählige Gespräche mit besonderen Menschen, deren Weisheit und Geschichten über das Leben mich prägten. Heute ist es für mich an der Zeit, aus all dem, was mir mitgegeben wurde, etwas entstehen zu lassen, das Zuversicht, Hoffnung und – wer weiß? – vielleicht auch einen Weg zum Heilwerden vermittelt. 

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DES LEBENS SELTSAME WEGE

Im Jahr 1996 schrieb ich ein Gedicht mit diesem Titel. Damals war ich im letzten Drittel der Schwangerschaft, alleinstehend, und mein Leben ordnete sich völlig neu.

Im Juli 2020 startete ich eine Leserunde auf LovelyBooks.com. Einer der Leser*innen nannte die letzte Zeile dieses Gedichtes als ihr Lieblingszitat:

Das Leben trägt die, die darauf vertrauen,
an ein sicheres Ufer,
nicht heute, nicht morgen – aber irgendwann,
und auf seltsamen Wegen.

Seit Juli 2020 ordnete sich mein Leben völlig neu – wieder einmal. Manche Verse dieses Gedichtes erlangten (neuerliche) Aktualität. Wenn ich so darüber nachdenke, erscheint mir der nun eingeschlagene Weg stimmig, als wäre er von jeher Teil meines Lebensplans. Dennoch – hätte man mir vor einem halben Jahr davon erzählt, ich hätte es nicht glauben wollen/können.

Auf das Leben zu vertrauen, darauf, dass alles, was geschieht, FÜR UNS geschieht. Um etwas zu erkennen, zu verstehen, zu lernen, zu verändern, …

Es gibt Ereignisse auf unserem Lebensweg, da fällt das leicht. Bei anderen fordert es einiges, insbesondere das eigene, rechthaberische Ego zurückzunehmen und die Dinge in größeren Zusammenhängen zu betrachten. Manchmal scheint es unmöglich, dem zuzustimmen, was gerade geschehen ist oder noch dabei ist zu geschehen … weil es schmerzt, weil es unfair erscheint, ungerecht, unpassend.

Doch das Leben irrt nie – im Gegensatz zum Menschen, der oftmals nur eingeschränkte Informationen von einem einzigen Standpunkt aus wahrnimmt. Ein einzelnes Ereignis wird mitunter isoliert vom Gesamtkontext gesehen und bewertet. Nichts und niemand ist je getrennt vom Großen Ganzen. Wir sind keine Inseln, die inmitten eines riesigen Ozeans einsam vor sich hin in den Wellen treiben. Etwas verbindet uns alle, wirkt systemisch in jedes individuelle Leben, jeden einzelnen Augenblick hinein. Etwas, oder eine Ebene, die heute gerne übersehen wird, denn sie liegt weit unter der Oberfläche dessen, was uns im Alltag beschäftigt. Schwer zu erkennen im ersten Blick, scheint diese Ebene unbedeutend, doch weitgefehlt – aus ihr heraus werden wir bestimmt, unser Denken, unser Fühlen, unser Handeln. Auf ihr werden auch all die Wiederholungen und Muster unseres Lebensweges sichtbar, aus denen wir lernen könnten und sollte, denn tun wir es nicht, wird das Leben niemals müde, uns auf die nächste Runde zu schicken, und die übernächste, und überübernächste … bis wird verstanden und integriert haben, was es zu lernen gibt.

Vielleicht erscheinen – oberflächlich betrachtet – die Wege des Lebens seltsam, doch unter der Oberfläche offenbaren sich die ineinander verflochtenen Zusammenhänge, über Generationen hinweg, die es zu verstehen gilt, will man im Hier und Jetzt die Freiheit erlangen, sein eigenes Leben zu leben, unbelastet von dem, was wir als Familie, Gesellschaft, Menschheit seit langem mit uns rumschleppen und unaufhörlich weitergeben … Eltern an ihre Kinder … immer und immer wieder. Bis einzelne sich aufmachen, den Wiederholungen transgenerativer Traumata zu durchbrechen und neues, freies Leben entstehen darf.

Auf dieser Ebene, unterhalb der Oberflächlichkeit, genügt es nur 100 Jahre in der Geschichte zurückzublicken und zu verstehen, warum psychische Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen oder schlichtweg die Überforderung durch das tägliche Leben heutzutage derart weit verbreitet sind. Vieles wirkt nach wie vor, was vor Generationen geschehen ist und niemals aufgelöst wurde.

Die Wege des Lebens sind nur oberflächlich betrachtet seltsam. Tatsächlich verbirgt sich dahinter eine Logik. Man kann diese Logik als unbarmherzig bezeichnen, denn sie lässt zu, das neugeborene Kinder das nicht aufgelöste Erbe ihrer Eltern als Rucksack auf ihre Schultern gelegt bekommen. Oder als Chance, dass jede neue Generation den Kreislauf beenden kann.

Nichts geschieht zufällig – auch wenn wir gerne an den glücklichen Zufall oder schicksalhaftes Pech glauben möchten. Was uns auf unserem Lebensweg begegnet, entstand aus den Konsequenzen unserer eigenen Handlungen und der vor uns und um uns.

Vor beinahe einem Vierteljahrhundert schrieb ich ein Gedicht, das von einer Leserin aufgegriffen wurde, sie inspirierte und auch mich, denn auf meine Frage, welchen der vor mir liegenden Wege ich nun im Zuge meiner eigenen Entwicklung einschlagen soll, fand ich für mich eine Antwort. Genau genommen eine Art von Wiederholung, denn bereits vor 30 Jahren befasste ich mich intensiv mit dem „senkrechten Weltbild“, Analogien und Synchronizität. Mein Weg wird es sein, diese seit langem von mir praktizierte Sichtweise nun auch aktiv an andere weiterzugeben.

Anfang 2020 waren meine Pläne völlig andere, doch des Lebens seltsame Wege, führten mich hierher. Es fühlt sich richtig an, wie ein sicheres Ufer, und ich vertraue darauf, dass das Leben mich weiterhin gut leiten wird.

Hier nun das Gedicht in voller Länge:

Des Lebens seltsame Wege

Das Leben geht oft seltsame Wege.

Es lässt uns an Dinge glauben,
auf Menschen vertrauen,
wiegt uns in scheinbarem Glück und Sicherheit,
und kennt doch die Angst, all dies zu verlieren.

Es gibt Leid und Schmerzen,
lässt Welten zusammenstürzen wie Kartenhäuser,
beraubt uns jeglicher Zuversicht auf ein Morgen,
lässt uns verzweifeln.

Und es schenkt uns Hoffnung und Träume,
vertrauen auf ein Morgen, auf die Zeit danach,
träumen von dem, was kommen mag,
die Augen verschließen vor dem, was ist.

Das Leben geht oft wundersame Wege.

Es schenkt uns andere Menschen,
Freunde, die um uns sind.
Wesen, die uns verstehen,
an uns glauben, uns vertrauen,
Gefühle geben und Gefühle annehmen.

Es gibt uns Menschen, die uns nahestehen,
die wir sehr gut und sehr lange kennen,
und von denen wir glauben zu wissen,
wer und was sie für uns sind.

Und eines Tages lässt das Leben
uns die Augen schließen,
und wenn wir sie wieder öffnen,
erblicken wir in denselben Menschen
etwas völlig Neues,
das wir niemals zuvor erkannten.

Wahrlich, das Leben geht seine eigenen Wege.

Es gibt uns – und es verlangt von uns.
Was auch immer wir tun,
das Leben kennt die Antwort bevor wir fragen.

Was auch immer geschieht,
das Leben geht weiter bis ans Ende aller Tage.

Jedes Bemühen unsererseits,
es zu verstehen oder gar zu steuern,
hieße gegen den Strom zu schwimmen,
und fortgerissen zu werden.

Das Leben trägt die, die darauf vertrauen,
an ein sicheres Ufer,
nicht heute, nicht morgen – aber irgendwann,
und auf seltsamen Wegen.

(Quelle: „EMBRACE – Fühle die Umarmung des Lebens“ © Lesley B. Strong / Bild: Pixabay.com)

PSYCHOHYGIENE

Ab und an lasse auch ich mal gehörig Dampf ab. Bevorzugt dann, wenn eine Kette von Ereignissen dazu geführt habe, dass ich mir etwas in der Art von „geht’s noch?“ denke.

Psychohygiene heißt für mich nicht, sich hemmungslos über ein Thema oder eine Person auszulassen, bis alle (schätzungsweise) negativen Emotionen verraucht sind. Ein derartiger rhetorischer Rundumschlag mag für manche Menschen Erleichterung bringen, aber zu jenen gehöre ich nicht.

Psychohygiene bedeutet für mich, ein Thema oder eine Person bzw. deren Handlungen aus möglichst vielen Blickwinkel und unterschiedlichen Standpunkten zu betrachten, während ich gleichzeitig meine eigenen Gefühle dazu im Auge behalte. Was löst Unruhe aus? Was lehne ich ab und warum? (Daraus kann ich lernen.) Wo stimme ich zu?

Spoiler Alarm: Kein Standpunkt ist völlig richtig und keiner völlig falsch. Manche wirken auf den ersten Blick überspitzt. Bevor ein Shitstorm über mich hereinbricht: Ich nehme mir die Freiheit, meine eigene Meinung zu haben zu dem, was ich wahrnehme – ohne diese Meinung als allgemeingültige Wahrheit zu postulieren.

Wollen wir also beginnen.

Mein Thema, das mich aktuell beschäftigt: In den Borderline-Selbsthilfegruppen beobachte ich eine weitverbreitete Tendenz, sehr persönliche Probleme zu schildern. Okay, dafür diese Gruppen da, aber …

… ganz ehrlich, die Art und Weise, wie das getan wird, ist teilweise erschreckend. Von knallharten Vorwürfen bis hin zu einem hemmungslosen Ausleben der Opferrolle ist da alles dabei. Fallweise werden persönliche Chats mit anderen Personen geteilt und – ganz klassisch Opferrolle – Bestätigungen dafür eingefordert, wie unfair man doch behandelt wird. Ganz gleich, was diese Personen, die selbstredend in der SH-Gruppe nicht aktiv sind, getan oder nicht getan haben, sie werden de facto in den Schmutz gezogen. Die „Opfer“ agieren – vermutlich unbewusst – in der dreifaltigen Rolle Ankläger-Richter-Vollstrecker. Dabei wird völlig ignoriert, dass die „Opfer“ durch ihre Vorgehensweise in die Rolle der Täter gegenüber jenen, die sie selbst als Täter titulieren, schlüpfen. Lehrbuchbeispiele für die eskalierende Drama-Dynamik und eine ausufernde Schlammschlacht zerstörerischer Gedanken. Kollektives Runterziehen.

… auf der anderen Seite hat sich bei manchen Personen derart vieles aufgestaut, das auch ausgesprochen bzw. ausgeschrieben werden muss, um den Druck abzubauen und die Chance zu haben, weniger emotional und mehr rational an die Sache heranzugehen. Auf Dauer runterschlucken, unterdrücken oder ignorieren macht krank – das ist erwiesen. Deshalb braucht es die Möglichkeit, diesen Müll auch irgendwo abzuladen.

… dieses Müllabladen geschieht jedoch an einem Ort, an dem kaum jemand ausgebildet ist, damit umzugehen. Therapeut*innen steht die Möglichkeit von Supervision zur Verfügung, um die Gedanken, Emotionen und Energien, die sie in der therapeutischen Arbeit von ihren Klienten auf- und übernehmen, zu reflektieren und aufzulösen, denn sonst würden auch sie irgendwann daran Schaden nehmen. Freiwillige Mitglieder einer SH-Gruppe haben diese Möglichkeit zumeist nicht, und ich zweifle daran, ob vielen von ihnen überhaupt bewusst ist, was sie alles auf- und übernehmen, wenn sie dem „Psychoschrott“, der dort gepostet wird, unreflektiert mitlesen und diskutieren.

… bei manchen Ratschlägen, die erteilt werden, krampft es mich regelrecht zusammen. Ich setze dabei stets ein „gut gemeint“ voraus, doch welchen Nutzen hat jemand davon, in der Opferrolle bestätigt zu werden? Oder sich auf „Nebenschauplätzen“ halbherzige Versuche zu unternehmen, anstatt sich dem Kern des Ganzen zuzuwenden?

… manchmal habe ich den Eindruck, es geht nur darum, gemeinsam im Rudel zu jammern und wer am lautesten (oder am verstörendsten) sein Desaster schildert, bekommt am meisten Zuwendung aus der Gruppe.

… ich sehe aber auch jede Menge Menschen, die mit dem, was sie quasi „fernsteuert“ nicht klarkommen, kaum verwertbare Informationen dazu haben und wenn, dann nicht jene, die sie weiterbringen. Ich sehe Suchende, die so sehr auf das Problem starren und auf die Suche fixiert sind, dass sie Lösungsmöglichkeiten nicht erkennen können, die sich ihnen bieten. Ich sehe Menschen, die nicht daran glauben, dass auch ihr Leben besser werden könnte und es für sie einen Weg gibt, zurück zu Selbstliebe und Lebensfreude, zurück in die Umarmung des Lebens. Ich sehe mich selbst, wie ich einst war, wie ich gehandelt habe vor vielen Jahren, und ich erinnere mich, dass es damals Menschen gab, die an mich glaubten, obwohl ich es selbst nicht tat.

Und obgleich ich mir schon mehrfach vorgenommen habe, aus diesen Gruppen auszusteigen, schreibe ich dann doch wieder einen Kommentar – in der Hoffnung, einen Samen zu säen, aus dem heraus ein Pflänzchen namens „Hoffnung“ keimen wird, das vielleicht ein Blatt „Zuversicht“ tragen wird und eines schönes Tages eine Blüte „Selbstliebe“.

Nachdem ich alle (auch hier aus Platzgründen nicht genannten) Blickwinkel eingenommen habe, nachdem sich alle Teile zu einem Gesamtbild zusammengefügt habe, finde ich meinen Standpunkt. Dieser beinhaltet stets unterschiedliche Sichtweisen und Gedanken, doch letztendlich – unter dem Strich – kommt eines heraus:

Es ist, wie es ist – und es passt, wie es ist.

Ich bin frei, zu entscheiden, was ich denke oder tue, denn ich trage die Verantwortung für mein Leben. Fühle ich mich genervt – so ist das meine eigene Entscheidung, mich von dem, was ich wahrnehme, genervt zu fühlen. Weder sind dafür andere noch deren Handlungen verantwortlich und ich werde ihnen diese Verantwortung (und damit die Schuld) nicht aufbürden. Wenn mir nicht gefällt, was ich lese, kann ich jederzeit aussteigen. Wenn ich mich entscheide zu bleiben, akzeptiere ich die Risiken, die damit einhergehen und übernehme wiederum die Verantwortung, mich selbst um mein Wohlergehen zu kümmern.

Auch wenn ich es gerne wäre, ich bin nicht immun, gegen negative Energien, aber ich habe gelernt, auf mich selbst zu achten. Bewusst innezuhalten, wenn’s zu viel wird („geht’s noch?“ richtet sich nur scheinbar nach außen, es ist eine Frage, die ich mir auch selbst stelle, im Sinne von „kann ich noch gut damit umgehen?“).

Meine Psychohygiene ist – wie vieles in meinem Leben – [nicht] ganz alltäglich oder anders formuliert: sehr individuell. Meine Runde durch die unterschiedlichen Standpunkte drehe ich häufig während eines Waldlaufs, ohne einem anderen davon zu erzählen. Heute mache ich hier eine Ausnahme, um eine weitere Facette meines Lebens mit Borderline aufzuzeigen: Das Potenzial von Widersprüchlichkeit konstruktiv zu nutzen, um ein möglichst umfassendes Bild einer Situation zu entwickeln.

Denn von einem bin ich felsenfest überzeugt: alles auf unserem Lebensweg ist dazu da, um uns weiterzubringen – auch Psychohygiene.

#Borderline #BorderlineSolved #Lebensgeschichte #LebenmitBorderline #Lebensphilosophie #Lebenskonzept #Psychohygiene

Bild: pixabay.com

NOCH MEHR UND NOCH BESSER …

Etwas finde ich total spannend: Ich bekomme regelmäßig Empfehlungen und Ratschläge von Menschen, was ich noch alles tun könne, damit es mir noch besser geht.

Hm, ich denke, diese Menschen haben nicht verstanden, worum es mir geht. Deshalb heute ein kleiner Exkurs zum Thema „noch mehr und noch besser“.

Also, mein Leben ist so wie es ist für mich in Ordnung. Ich stimme allem, was ist, voll und ganz zu – auch mir selbst, bin mit mir selbst im Reinen, verspüre weder einen Mangel noch Konflikt in mir. Ganz im Gegenteil, ich bin voller Dankbarkeit für den Überfluss, in dem ich leben darf, denn genau genommen bräuchte ich viel weniger, aber das Leben verwöhnt mich mit einigen besonderen Goodies, unter anderem auch jenen, die man nicht für Geld kaufen kann: Liebe, Freundschaft, Gesundheit … die wirklichen wichtigen Dinge also.

Nun frage ich mich, was geht da noch mehr? Kann mein Leben „noch mehr in Ordnung“ sein als „nur in Ordnung“?

Mehr Geld klingt interessant, aber was würde ich damit tun? Dinge kaufen, die ich nicht brauche, um damit Menschen zu beeindrucken, die ich nicht mag?  Den Spruch habe ich vor langer Zeit gehört und im Gedächtnis behalten. In ihm liegt so viel Wahrheit.

Vermutlich könnte ich mich selbst noch ein wenig mehr lieben, aber ehrlich – wer taxiert schon Liebe?

Und vor allem: für dieses „noch mehr“ wäre ja auch etwas zu tun. Es kommt nicht von allein. Also wieder zurück auf die Straße der Suchenden? Um was dort zu finden? Das, was ich schon habe, was aber offenbar nicht ausreicht, weil ich ja nach mehr davon strebe?

Für mich klingt das dann doch nach „zurück ins Hamsterrad“ in dem (Mangel)Bewusstsein, dass noch etwas fehlt.

Das tut es aber nicht.

Mir fehlt nichts.

Positiv formuliert: Ich habe alles, was für mich wichtig ist.

Puh, ich bin schon ein zäher Brocken für rastlos Missionierende der Liga „Es geht immer noch mehr“.

Natürlich könnte man argumentieren, ich sei lernunwillig oder überheblich in der Annahme, ich wisse bereits alles. Weit gefehlt. Ich weiß, das unzählige Weisheiten sich mir noch nicht erschlossen haben und es vermutlich niemals tun werden. Aber ist es denn zwingend notwendig, alles zu wissen, nur um mit sich selbst und seinem Leben zufrieden zu sein. Mehr noch – glücklich zu sein?

Meine offenen Fragen sind beantwortet. Meine Rätsel gelöst. Mein Leben ein Geschenk und ich für jeden einzelnen Augenblick davon dankbar, für jene, die hinter mir legen ebenso wie für jene, die noch kommen werden.

Wozu also weitersuchen? Um es noch besser zu machen? Ein Kreis ist rund. Er kann nicht runder werden als er schon ist.

Viele Jahre suchte ich nach mehr und noch mehr, nach Antworten, Weisheiten, Lösungen … ich suche nicht mehr. Ich bin angekommen. Das habe ich erst bemerkt, als mir bewusst wurde, dass ich aufgehört hatte, zu suchen. Es gab nicht „die eine Erkenntnis“, die mein Leben in die Balance brachte, nicht das ultimative Ereignis. Vielmehr geschah es einfach so. Tricky. Aber offenbar verrät die andauernde Suche und das Streben nach mehr und immer mehr, dass noch etwas fehlt. Aber wie erkläre ich das jenen, die um der Suche Willen suchen? Warum sollte ich es überhaupt erklären? Vielleicht liege ich ja völlig falsch und endloses Suchen ist der Sinn des Lebens?

Milliarden von Menschen und Milliarden von Lebenskonzepten, jedes davon wie eine schillernde bunte Murmel, einzigartig inmitten der Unzähligen. Mein Konzept ist eines davon. Welches letztendlich das richtige ist, werden wir möglicherweise irgendwann in ferner Zukunft herausfinden. Aber bis es soweit ist, begnüge ich mich damit, mein Leben zu genießen; und voller Wissbegierde zu ergründen, wie andere das ihre gestalten … nicht weil ich etwas suche, sondern aus Freude am Entdecken der Vielfalt.

#FeelTheEmbraceOfLife #Borderline #BorderlineSolved #LesleyBStrong #Lebenskonzept #Lebensphilosophie #LebenmitBorderline

Bild: pixabay.com … herzlichen Dank 😊

Mein aktueller Status

In den letzten Wochen hat sich enorm viel getan. Zeit, für eine Bestandsaufnahme. Zeit, einer Wahrheit ins Auge zu blicken, die vor wenigen Jahren noch undenkbar war und für mich selbst meinen aktuellen Status zu definieren.

Ich bin mit mir selbst und der Welt im Reinen.

Keinerlei Vorwürfe anderen Menschen gegenüber.

Keine Ablehnung der Realität.

Keine Stimmungsschwankungen oder gar Depressionen. Kein Schwarz-weiß-Denken. Keine Selbstentwertung oder Selbstverletzung … ich könnte die Reihe der Borderline-Symptome hier fortsetzen, doch das Ergebnis bliebe dasselbe.

Meine Lebenssituation hat sich weitgehend verändert. Nach 24 Jahren die Trennung von dem Mann an meiner Seite. Der Umzug. Man könnte annehmen, in dieser Situation wären Trauer, Wut, Schmerz oder ähnliches angebracht. Fehlanzeige. Ich stehe zu meiner Entscheidung. Die Liebe ist noch da, doch für eine funktionierende Beziehung braucht es immer zwei, die sich einig sind über die Art und Weise ihrer Partnerschaft. Das war nicht mehr gegeben.

Ich entdecke die Welt neu für mich. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich nur für mich selbst verantwortlich. Kein Partner oder Kind zu versorgen. Ich kann mich uneingeschränkt in mich selbst einfühlen, ohne die Erwartungshaltungen anderer zu erfüllen (was ich unbewusst ständig gemacht hatte) oder mich von deren Stimmungen anstecken zu lassen (auch das war eines meiner Abgrenzungsdefizite). Frei von „Störfunk“ nehme ich mich voll und ganz wahr, festige dieses Bewusstsein und werde damit auch für die Zukunft resilienter.

Und so kommt es, dass ich an einem Samstagmorgen um kurz nach 8 Uhr auf dem Fahrrad sitzend durch die noch angenehm frische Morgenluft radle, einer verträumten Melodie in meinem Kopf lausche, die aus mir selbst heraus entsteht. Ich „schwinge“ in der Frequenz meiner bevorzugten Songs, blicke mit einem Lächeln auf diese Welt und mir geht’s einfach nur gut.

Welche Worte können das angemessen beschreiben? Schwierig, weil es eine sehr subjektive Erfahrung ist. Meine liebste Formulierung: Geborgen in der Umarmung des Lebens. Tief in mir verwurzelt fühle ich Ruhe, Gelassenheit, Geborgenheit, Liebe, Lebensfreude, Glück und DANKBARKEIT – einfach nur im Hier und Jetzt sein zu dürfen. Dankbarkeit für mein Leben und jede einzelne Erfahrung, die ich machen durfte – ganz gleich, welche es war. Nicht alle waren erfreulich oder freiwillig gewählt, aber in Summe haben mich alle an diesen Punkt in meinem Leben gebracht.

Hochemotional und hypersensitiv bin ich nach wie vor. Intensive Gefühle sind an der Tagesordnung. Sie lassen meine Welt in den schönsten Farben erstrahlen. Ich liebe es, zu fühlen. Meine Gefühle entstehen aus mir selbst heraus und wie ich auf diese Welt, die Ereignisse und die Menschen blicke. Ganz selten nur noch löst ein anderer direkt und für kurze Zeit unerwünschte Emotionen in mir aus. Ich habe voll und ganz die Verantwortung für mich selbst und mein Erleben dieser Welt übernommen. Anders gesagt: Ich gestehe niemanden mehr die Macht und das Recht zu, über mein Erleben dieser Welt zu bestimmen. Ich bin berührbar, verwundbar, aber ich entscheide, ob und wann ich mich durch jemand oder etwas verletzt fühlen will. Ich bin stark. Und ich bin frei.

Drama-Dynamik erkenne ich im Alltag auf Schritt und Tritt, doch ich persönlich habe mich weitgehend aus den Verstrickungen herausgenommen. Die Opferrolle liegt hinter mir. Heute gestalte ich mein Leben nach meinen Vorstellungen.

Achtsamkeit und Selbstsorge sind integrierter Bestandteil meines Alltags.

Es fällt mir tatsächlich schwer, noch Borderline-Verhaltensmuster in mir zu finden. Erinnerungen gibt es zuhauf. Heute betrachte ich sie wie einen leicht verblichenen Film. Ja, das war ich einmal, es ist vertraut und zugleich fremd, weil ich das heute nicht mehr bin.

Es heißt, Menschen können sich nicht ändern. Ich denke auch nicht, dass ich mich geändert habe, sondern das ich zurückgefunden habe zu dem, was ich war, bevor die Ereignisse des Lebens mich jemand werden ließen, der ich nie sein wollte oder sollte.

Ich bin ich. Ein feuriger Funken Lebensfreude mit dem Potenzial, alles sein zu können, was ich sein will. Weitgehend frei im Denken. Grenzenlos im Fühlen. Bedingungslos im Lieben.

Ich fühle die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut, schließe meine Augen, lausche der Melodie in mir, lasse mir den Wind um die Nase wehen – und wenn ich in die Welt hinausblinzle, sage ich: JA 😊

Ende der Bestandsaufnahme.

Wie bezeichne ich nun meinen erreichten Status? Post-Borderline? Borderline solved? Oder einfach … LEBENDIG

#FeelTheEmbraceOfLife #BorderlineSolved #AliveAgain

Alles im Leben ist ein Spiegel

Vor einigen Tagen fragte ich mich, was es bringt, noch länger in Selbsthilfegruppen aktiv zu sein. Ich bezeichne mich mittlerweile als „post-borderline“, da ich keinerlei Symptome, Beschwerde oder sonstiges habe. Anders gesagt: ich bin mit mir selbst und der Welt im Reinen. Mir geht’s gut.

Zudem stelle ich immer häufiger fest, dass meine Schilderungen bei Betroffenen (die noch tief in der Drama-Dynamik feststecken) auf Unverständnis stoßen. Nun, ich kann, will und werde die Welt oder das Leben eines anderen Menschen nicht verändern. Es genügt mir völlig, mein eigenes gut zu schaukeln.

Also, was soll ich noch dort?

Eine Antwort auf diese Frage fand ich heute Morgen, als ich unter einen Beitrag, der Traumatisierungen, daraus resultierende innere Bilder bzw. Erwartungshaltungen thematisierte, folgenden Kommentar setzte:

Einer meiner Schlüsselsätze war dieser: „Die Umwelt spiegelt dir immer, was du in dir hast. Gefällt es dir nicht, dann beginne in dir aufzuräumen“. Das war seinerzeit eine harte Lektion, weil ich mit vielen Vorwürfen und Schuldzuweisungen durchs Leben ging. Genau das bekam ich damals auch ständig gespiegelt. Irgendwann begann ich, die Verantwortung für das, was ich fühlte, zu übernehmen, hörte auf, unter den Ereignissen meiner Kindheit zu leiden und lernte, Menschen zu vertrauen und gleichzeitig auf mich selbst gut zu achten. Interessanterweise verschwanden mit meiner inneren Wandlung auch im außen jene, die es nicht gut mit mir meinten. Heute liebe ich Menschen, aber nicht jeder muss Teil meines Lebens sein. Die Richtigen finden mich schon, weil ich nach wie vor die anziehe, die mein Inneres spiegeln. Heute fühle ich tief in mir Dankbarkeit, Ruhe, Vertrauen, Kraft, Liebe, Geborgenheit, Wertschätzung… all das begegnet mir Tag für Tag und ich bin dankbar für diese harte Lektion.

Ergänzend füge ich nun hinzu: Ich bin dankbar für jeden Menschen und jedes Ereignis auf meinem Lebensweg. Manche lassen mich erkennen, was ich noch in mir zu lösen haben. Andere spiegeln mir, was bereits hinter mir liegt. Die Art und Weise, wie ich in mit diesen Menschen und Ereignissen in Resonanz gehe, zeigt, ob etwas vor oder bereits hinter mir legt.

Ablehnung bedeutet für mich immer: Da gibt es etwas zu tun.

Zustimmung bzw. dem anderen die Freiheit zu lassen, eine andere Meinung, Sichtweise, Einstellung … zu haben, signalisiert, dass ich ganz bei mir bin, gefestigt in mir selbst und daher keinen Kampf ausfechten muss. Anders formuliert (hier mit den Worten, die ich vor ein paar Tagen gepostet habe):

Morgengedanken: persönliche Freiheit beginnt dann, wenn den anderen ihre Meinung zugestanden wird. KEIN Ablehnen, Übernehmen oder Überzeugen. Einfach gesagt: behandle jeden anderen so, wie du selbst behandelt werden willst.
Vielleicht nicht immer ganz einfach, aber es lohnt sich. Frei vom Ballast fremder Meinungen und dem kräftezehrenden Kampf, seine eigene zu verbreiten, bleibt viel Energie, sich selbst und das eigene Leben zu entdecken.

Hin und wieder höre ich die Aussage: „Du philosophierst alles zu Tode.“

Das ist eine Sichtweise.

Im Austausch auf Augenhöhe mit einer sehr erfahrenen Psychotherapeutin begegnete mir folgende Aussage: „Philosophie ist die Basis einer erfolgreichen Therapie, denn sie hilft, das Leben und sich selbst neu zu sehen, zu verstehen und annehmen zulernen. Alles, was wir zur Heilung brauchen, ist von Beginn an in uns. Es geht nur darum, wertfrei auf das Leben zu blicken, dem zuzustimmen, was ist. Alles, was uns auf unserem Weg begegnet, ist da, damit wir daraus lernen und daran wachsen.“

Auch eine Sichtweise. Eine, die mir gefällt und die ich täglich praktiziere, wenn ich über mein Leben und die Ereignisse auf meinem Weg philosophiere, sie als Spiegel dessen, was in mir ist, betrachte und darin erkenne, wo ich noch etwas zu lernen habe und wo ich mich entspannt zurücklehnen und mein Leben genießen darf.

Es wäre so einfach …

… und es ist einfach – für mich – nach vielen Jahren des Kampfes – blicke ich heute in den Spiegel und sage: JA 😊 zum Leben und zu mir selbst

TOXIC PEOPLE

In den letzten Wochen und Tagen hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und Nachspüren. Letzteres kam in meinem Leben immer wieder zu kurz bzw. blockierte ich mich selbst, überließ es meiner Beobachtungsgabe und meinem Verstand, die Geschehnisse zu analysieren, zu bewerten und Entscheidungen zu treffen. Vielleicht auch deshalb, weil ich als „Hochsensible“ es schlichtweg nicht aushielt, was ich auf Gefühlsebene wahrnehmen konnte. Als Kind davon überfordert, behielt ich meine „kopflastige“ Lebensweise lange bei. Heute bin ich stark und reflektiert genug, auch meine Wahrnehmung auf Gefühlsebene wieder zuzulassen. Was ich dabei beobachte, werde ich in diesem und den folgenden Beiträgen schildern.

Beginnen möchte ich mit einem Begriff, der immer wieder mal fällt: Toxic People. Googelt man den Begriff, findet man abweichende Definitionen (wie bei vielen anderen Begriffen auch, denen wir im Alltag begegnen). Daher starte ich gleich mal mit einer Begriffsklärung, was „Toxic People“ für mich bedeutet.

Für mich sind Toxic People Menschen, die durch ihre Art und Weise, wie sie handeln, welche Worte sie verwenden und welche Emotionen sie dabei ausstrahlen, wie Gift auf meine physische, psychische und emotionale Balance und damit meine Gesundheit per se wirken. Ich sage nicht, dass diese Personen an sich „giftig“ sind. Das wäre eine Zuschreibung, die mir nicht zusteht. Für mich zählt, welche Auswirkungen ihre Handlungen auf mich haben und hierbei geht es nochmal darum zu erkennen, dass ich diese Auswirkungen zulasse – ich könnte mich ja auch abgrenzen und entfernen, was mittlerweile meine Vorgehensweise ist. Zu behaupten, ich wäre der Wirkung ausgeliefert, käme einer Flucht in die Opferrolle und der Aufgabe der Eigenverantwortung gleich. Ich würde diesen Menschen gestatten, über mein Empfinden zu bestimmen, mich ihnen ausliefern – ihnen de facto Macht über mich geben.

Viel abstrakte Theorie. Zeit, für alltagstaugliche Praxis.

In meinem Freundeskreis gibt es Person X, oder es gab Person X, denn seit einigen Monaten vermeide ich jeglichen Kontakt. Ich wähle hier bewusst die Bezeichnung „Person X“, um jegliche Ableitung in Mann oder Frau zu unterbinden. Einerseits könnte das tief verwurzelte stereotype Rollenbilder wachrufen, andererseits gab es tatsächliche mehrere Personen X in meinem Leben und es fällt mir schwer, mich bei meinen Schilderungen auf eine davon zu beschränken, denn im Verhalten waren alle X austauschbar.

Die Kommunikation mit Person X verlief stets in ähnlichen Schemata: auf anfängliche Trivialitäten und Höflichkeitsfloskeln folgte rasch ein kaum zu bremsender Wortschwall an Negativitäten. Jammern und Klagen über Freunde, Familie, Job, die Welt, das Leben, alles und jeden. Zu diesem „Müll“ gesellte sich stets die Aufforderung und Rückversicherung, ob ich das alles genauso sähe und verstehen könne. Unzählige Male wurde ich um Rat und Hilfe gefragt, doch meine Vorschläge wurden entweder sofort oder einige Zeit später als „nicht umsetzbar“ zurückgewiesen. Irgendwann erkannte ich, dass es nicht darum ging, tatsächlich ein Problem zu lösen, sondern nur Frust und andere negativen Emotionen abzuladen. Manchmal sogar um regelrechte Intrigen gegen Dritte. Manipulation pur. Destruktiv und anmaßend. Regelmäßig nach solchen Kommunikationen stürzte ich selbst aus meinem zuvor guten Zustand in ein bodenloses Loch. Es mangelte mir eindeutig an der Fähigkeit, mich gegen diesen „Müll“ abzugrenzen.

Meine schlaue Lucy gab mir dazu vor vielen Jahren ein leicht nachvollziehbares Bild. Sie sagte: „Stell dir ein Glas mit kristallklarem Wasser darin vor. Das bist Du, wenn es dir gut geht. Dann kommt jemand und lässt einen Tropfen schwarze Tinte in das Wasser fallen und es beginnt sofort sich einzutrüben. Jedes Wort von uns ist ein Tropfen. Positive Worte sind klar, negative schwarz wie Tinte. Es braucht nicht viele Worte, um ein Glas kristallklares Wasser in eine trübe Brühe zu verwandeln.“

Auch wenn ich ihr Gleichnis verstand, ich fand lange Zeit nicht die Kraft und den Mut, mich abzugrenzen. Bildlich gesprochen: Meine schützende Hand über das Glas mit kristallklarem Wasser zu halten und die schwarze Tinte abzublocken. Wovor ich Angst hatte? Vor Zurückweisung, Ablehnung, Ausgrenzung … ich nahm all das „Gift“ bereitwillig an, weil ich mich nach Zugehörigkeit, Anerkennung, Geborgenheit und Liebe sehnte. Ich gab jenen Toxic People die Macht über mich, akzeptiere die Giftigkeit ihres Verhaltens, zahlte den aus meiner Sicht notwendigen Preis, verharrte in der Opferrolle.

Heute ist damit Schluss.

Menschen können tun und lassen was sie wollen. Ich verurteile niemanden, aber ich entscheide, wen ich in mein Umfeld lasse. Empfinde ich ein Verhalten als belastend, grenze ich mich ab, halte meine schützende Hand über mich selbst.

Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung und seine persönliche Wahrnehmung dieser Welt. Ich muss keine einzige davon teilen oder gar übernehmen, denn auch ich habe meine eigene. Ich entscheide selbst, ob und wie lange ich eine Kommunikation aufrechterhalten, und ob ich als Mülleimer für die Psychohygiene anderer fungieren will. Ob ich in diesem Augenblick die Kraft und notwendige Distanz habe, um für jemand, der wirklich Hilfe braucht, da zu sein. Oder ob Person X einfach nur die Welt vergiften will, um die eigene Erwartungshaltung zu verwirklichen.

Toxic People können toxisch sein so viel sie wollen. Ich spiele bei ihrem Spiel nicht mehr mit. Das ist meine persönliche Entscheidung, getroffen aus der Eigenverantwortung und Selbstsorge mir gegenüber.

Toxic People per se zu verurteilen und zu verdammen würde bedeuten, sich auf deren Niveau zu begeben. Genau genommen geschieht das bereits durch die Verwendung des Begriffes.

Deshalb lautet meine Entscheidung, mich mit Menschen zu umgeben, die meine Werte teilen und mein Leben bereichern, mit denen ein wertschätzender Austausch möglich ist und die ihre eigenen sowie meine Grenzen respektieren.

Vor einigen Tagen meinte jemand, ich „säße auf einem hohen Ross und solle mal runterkommen“. Diese Person (X) darf gerne diese Meinung über mich haben – ebenso wie ich meine eigene: Ich habe die Verantwortung für mich selbst, mein Leben und meinen eigenen Zustand übernommen. Wer damit ein Problem hat, darf dies gerne behalten. Ich habe keines. Oder anders (positiv) formuliert: Für mich ist es genauso in bester Ordnung 😉

#FeelTheEmbraceOfLife

Apropos Wasser: Schon vor vielen Jahren begegnete mir die Theorie des „Besprechens von Wasser“. Meine eigenen Erfahrungen dazu sind positiv. Für mich hat es funktioniert – unabhängig davon, ob wissenschaftlich nachgewiesen oder nicht. Vielleicht war das der berühmte Placebo-Effekt? Wie auch immer, wenn ich bedenke, dass unsere Körper zu einem sehr hohen Anteil aus Wasser bestehen und dieses Wasser die Information (oder Energie) unserer Worte speichern kann … gewinnt der Satz „Achte auf deine Worte …“ noch mehr an Bedeutung 😉

Bild: pixabay.com

Made in Hollywood?

Wenn ich auf die letzten 30 Tage zurückblicke, drängt sich diese Frage auf. Heute ist der 13.08., also genau 1 Monat nach dem Tag X (13.07.2020), an dem sich mein Leben, wie ich es die 25 Jahre davor kannte, innerhalb weniger Stunden drastisch verändert hatte. Beziehung zu Ende, Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, … alles wurde anders – und das auf eine Art und Weise, die fast drehbuchreif erscheint.

Wobei, würde ich ein solches Drehbuch schreiben, käme vermutlich die Rückmeldung: zu unrealistisch. Vielleicht ist das wahre Leben wesentlich unrealistischer als manche Fantasie?

Was also ist geschehen, das als „zu unrealistisch“ eingestuft werden würde?

Am Montag, 13.07. wurde mir klar, dass es räumliche und zeitliche Distanz brauchen würde, um die verfahrene Situation zu beruhigen. Am Donnerstag, 16.07. war ich mit Sack und Pack ausgezogen, aber nicht einfach irgendwohin, sondern in die Wohnung einer Bekannten, mit der ich in den darauffolgenden Tagen eine WG gründete. Eine Mädels-WG. Mit einer Psychotherapeutin und Philosophin. Wer mich kennt, weiß, dass es wohl nichts Passenderes gäbe als diese Konstellation, der tiefgründige Gespräche über das Leben quasi in die Wiege gelegt wurden. Und es geht noch mehr: Wir harmonieren punkto Lebenseinstellung, Ernährung, Hobbies … faszinierend, würde Mr. Spock sagen.

Beruflich macht sich gerade das Sommerloch breit, so dass ich meinen rekonvaleszenten linken Fuß im Home Office aufpäppeln kann.

Auto könnte ich schon wieder eines haben, weil mein Sohn sein altes noch nicht verkaufen konnte, aber da ich es derzeit Zeit ohnehin nicht fahren kann – was auch nicht notwendig ist.

Beginnend bei der unmittelbaren Unterstützung durch Freunde und Familie ab dem Tag X, der Übersiedelung im Rekordtempo, dem Entrümpeln verabschiedungswerter Altlasten jeder Art bis hin zur Einrichtung des neuen Lebensraums … all das fügte sich wie Puzzleteile ineinander, als würde aus dem Hintergrund eine Art Masterplan durchschimmern und den Vordergrund lenken.

Faszinierend, so lautet auch meine heutige Conclusio.

Während ich diese Zeilen tippe, sitze ich in meinem neuen Heim, fühle mich angekommen und es geht mir gut. Wirklich gut. Kein Zwangsoptimismus und keine Durchhalteparole. Es geht mir richtig gut. Ich fühle mich hier wohl, genieße die Gespräche und gemeinsamen Aktivitäten, komme mehr und mehr zur Ruhe, spüre eine sich ausbreitende Gelassenheit in mir, verweile in der Umarmung des Lebens.

Ich wohne jetzt eine Stiege weiter. Wenige Meter nur von meinem Leben „davor“, doch bereits weit genug entfernt, um einen anderen Blickwinkel einnehmen zu können auf das, was nun fast unvermeidbar erschien und wofür ich dankbar bin, weil es die Karten neu gemischt und wieder alles möglich gemacht hat.

Alles möglich?

Das bedeutet auch, nicht zu wissen, was kommen wird oder in welche Richtung sich mein Leben entwickeln wird. Früher hätte mich diese Ungewissheit nervös gemacht. Heute betrachte ich sie mit stetig wachsender Gelassenheit. In den vergangenen Leben das Leben einmal mehr bewiesen, dass es der menschlichen Planung um Welten überlegen ist. Ich darf mich lebhafter Fantasie rühmen, doch eine Geschichte wie jene, die mir tatsächlich passiert ist, hätte ich mir ausdenken können. Zu glatt fügen sich die einzelnen Bausteine zusammen, ganz so, als hätte der Fluss des Lebens über Jahre daran gearbeitet, sie in die Recht form zu bringen.

Das Leben macht keine Fehler. Wir Menschen schon. Oftmals bleiben uns übergeordnete Zusammenhänge oder der Sinn hinter den Geschehnissen verborgen – doch das Leben behält den Überblick. Es trennt, was nicht mehr passt und fügt zusammen, was aneinander und voneinander lernen darf.

Das Leben schreibt die besten Geschichten – nach wie vor. Auch wenn sie manchmal wie „Made in Hollywood“ erscheinen 😉

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