AUS DEM HERZEN LEBEN

Die Gedanken zu diesem Blog habe ich seit Tagen im Kopf, aber ich kam nicht früher dazu sie zu tippen. Das ich dies nun genau jetzt tue, verstärkt die Botschaft nochmal, denn … heute Morgen wich ich während meines Waldlaufs einem Hundehäufchen mitten auf dem Weg aus, übersah einen kleinen, aber aufragenden Stein, blieb mit dem linken Schuh daran hängen und … voila, kurze Zeit später saß ich blutüberströmt in der Ambulanz und hoffte, das Röntgen würde keinen Knochenbruch im linken Unterarm feststellen. Zum Glück waren die Knochen heil geblieben, ob dies auch auf die Bänder und Knorpel zutrifft, wird sich in ein paar Tagen zeigen.

Kommen wir zurück zum Thema: Aus dem Herzen leben

Ein wunderbarer Zustand, der mich seit einer Woche intensiver denn je begleitet. Was dazu geführt hat? Berggeflüster … oder genauer gesagt: Die Charity-Buchpräsentation im Gasteiner Tal. Die tiefe Emotionalität der Gedichte in die gegenwärtige Wirklichkeit zu holen, zu leben, was ich fühle, vor Publikum, einfach nur zu sein, wer ich bin – das hat einiges ausgelöst. Erkennbar ausgelöst, wie eine Freundin anmerkte: „Deine Augen leuchten im Tal.“

Das tun sie in der Tat.

Es mag Menschen geben, auf die die mächtigen Berge, die das Tal umschließen, einengend wirken. Auf mich wirken sie befreiend, ermutigen mich, ich zu sein, zu zeigen, was mich berührt, auch im Alltag. Keine Fassade aufrechterhalten, kein Verstecken hinter Masken, einfach nur Menschsein, aus dem Herzen leben. All das wirkt heilsam auf meine Seele.

Und damit wären wir beim nächsten Stichwort: Seele.

Unsere Seele, deren Existenz manche anzweifeln, ist kein ganz einfaches Thema … aber ich will hierkeinen philosophischen Diskurs vom Zaun brechen und behaupte jetzt einfach mal: Jeder von uns hat eine Seele, die verletzt werden kann und das auch wird.

Oberhalb habe ich von einer aufgeschürften Hand, einem blutenden Knie und angeknackstem Handgelenk erzählt. Allessamt nichts, wofür ein Mensch sich schämen müsste. Vielleicht ein paar halblustige Kommentare wegstecken, ob es nicht klüger gewesen wäre, in die Hundescheiße zu treten, anstatt ins Krankenhaus zu fahren. Tja, im Nachhinein sind wir alle klüger, nicht wahr?

Körperliche Verletzungen sind gesellschaftstauglich.

Sind seelische das auch?

Im Rahmen der Berggeflüster Charity-Buchpräsentationen plauderten wir auch über die Hintergründe – und meinen Hintergrund. Borderline. Darüber, was es mit Menschen tut, wenn sie die Rückmeldung (oder Diagnose) erhalten, nicht „innerhalb der definierten Parameter zu funktionieren“. Meistens kommt diese Feststellung nach einem mehr oder weniger langen Weg voller Ablehnung, Ausgrenzung, Übergriffe, … Betroffene erkennen irgendwann sich selbst als den Fehler, das Problem. Viele versuchen dies zu korrigieren, der Norm zu entsprechen, zu werden, wie die anderen sind. Das funktioniert meistens nicht. Der Frust geht weiter. Die Verletzungen werden tiefer, sinnbildlich blutende Wunden in der Seele – und keine Heilung in Sicht.

Doch Heilung ist möglich!

Mein persönliches Heilmittel heißt Lesley.

Lesley steht für: Leben, Licht, Liebe, Lebendigkeit, Leichtigkeit, Lebensfreude… und seit wenigen Tagen für „aus dem Herzen leben“. Ein fantastisches Gefühl.

Skeptiker mögen jetzt einwerfen: „Glückshormone nach einem gelungenen Event. Das vergeht wieder.“

Mag sein, ABER die Tage danach im Job mit einem bisherigen Höhepunkt an Irrsinn, ließen den Effekt nicht verschwinden. Auch mein heutiger Sturzflug nicht. Immerhin sitze ich einbandagiert, tippe einhändig diese Zeilen und es geht mir trotzdem gut, ich bin voller Lebensfreude und Leichtigkeit – ohne Schmerzmittel oder sonstige Substanzen eingenommen zu haben.

Ich bin einfach ich selbst, lebe aus meinem Herzen heraus, mache, was mir und anderen Freude bereitet – genau das wollte ich auch mit Berggeflüster erreichen. Ein bildhübsches Buch, das sieht man auf den ersten Blick. Nicht zu unterschätzende lebensphilosophische Gedichte, aber die offenbaren sich erst beim Lesen. Darüber hinaus sammelt dieses Buch auch noch Spenden für die Bergrettung im Gasteiner Tal. Geht noch mehr Wohlfühlen?

Ja!

Rund um den Event habe ich einige der Bildautor*innen kennengelernt, die ihre Fotos kostenlos für das Charity-Projekt zur Verfügung gestellt haben. Tolle Menschen, bereichernde Gespräche, die eine oder andere Freundschaft, die mich hoffentlich noch lange begleiten wird.

Aus dem Herzen leben … vor einigen Jahren hätte ich mir darunter nicht das vorstellen können, was es heute ist. Vielleicht muss man es emotional erleben, um es rational zu begreifen. Ansatzweise tat ich es auch hin und wieder. Die Tür stand bereits offen, nur ein Fliegengitter trennte mich noch von der Freiheit im Sein. Am 29.Mai entließ ich dies Fliegengitter in die Vergänglichkeit und stellte mich der Präsenz des Augenblicks.

Zugegeben, im Gasteiner Tal fällt dieses „aus dem Herzen leben“ um einiges leichter als in der Großstadt, wo es zumindest temporär wieder dem „Normalzustand“ weichen muss, um „innerhalb der erforderlichen Parameter“ zu funktionieren, doch ich denke, es braucht gar nicht die 100% unserer Zeit. Manchmal erfordert das Umfeld ein Abschotten – leider. Ein tägliches Zeitfenster „aus dem Herzen leben“ genügt, um Aufzutanken und zu sich selbst zu finden.

Unsere Gesellschaft braucht viel mehr Herz. Nicht inflationär angeklickte Kommentar-Herzchen, sondern Menschen, die aus dem Herzen heraus leben und handeln.

Wenn ich dir einen Rat für deine Reise durchs Leben mitgeben darf, dann diesen: Finde deinen Ort, an dem du sein kannst, wer du bist, ohne Masken, Rollen, Fassaden, … 100% DU 😊… und staune über das, was möglich wird, wenn du beginnst, aus dem Herzen zu leben.

Mein Ort ist das Gasteiner Tal. Wer weiß, vielleicht treffen wir uns dort einmal, und ich sehe in deinen Augen ein Leuchten, das nur jene haben, die aus dem Herzen leben.

Bild: © Joe Müller

SPÜR IN DICH HINEIN

Vor wenigen Tagen postete ich diese Gedanken:

Wenn du unheilbar krank wärst und deine einzige Chance auf Heilung bestünde darin, dein Herz zu öffnen und zu zeigen, was du fühlst, was dir gut tut und was dich verletzt… würdest zu zögern?

Was denkst du, heilt die Wunden in deiner Seele.

Zeit?

Vertrauen?

Die Rückkehr in die Umarmung des Lebens?

Spür in dich hinein. Tief in dir kennst du die Antwort seit langem…

Es ist für mich an der Zeit, in die Tiefe zu blicken.

In diesen Gedanken spiegelt sich zweierlei wider: Zum einen arbeite ich mich gerade als Vorbereitung auf die Fertigstellung von JAN/A Band 3 durch die beiden vorangegangenen – und beobachte meine Reaktionen dabei. Was hat sich verändert? Erkenne ich mich selbst in der Geschichte? Oh ja, das tue ich. Mehr noch, ich entdecke so einiges, dass ich schlichtweg als „genial“ bezeichne, wie ich während des Schreibprozesses unbewusst schwierigste Themen für mich aufgelöst habe – und was sich noch so alles zwischen den Zeilen versteckt. Erneut wird mir Vielschichtigkeit meiner Persönlichkeit bewusst, komplex und vermutlich für manche schlichtweg überfordernd, wie ich mich zwischen Emotionen bewegen kann, sie auslebe und im nächsten Augenblick ablege, wie einen Mantel, um in ein anderes Gefühl zu schlüpfen, das ich empfinden will. Wie ich aus der Dunkelheit emporsteige, gleich dem Phönix, der sich neugeboren aus den Flammen erhebt, Schmerz in Lebensfreude verwandelt. Ich liebe meine JAN/A-Bubble.

Zum anderen ist da die bevorstehende Charity-Veranstaltung am kommenden Wochenende. Lesungen sind mir nicht neu, vor Publikum zu agieren ebenso wenig, doch was ich vortrage, wird keinen Raum für Abgrenzung – für Sicherheit – lassen. Es sind Worte, die unmittelbar aus meinem Fühlen kommen, die offenbaren, wer ich in meinem Innersten bin. Berührbarkeit pur. Verwundbarkeit ebenso. Mit Kritik und negativem Feedback kann ich umgehen. Was mir ein wenig Sorge bereitet, ist etwas anderes: Anerkennung für meine Arbeit als Autorin zu bekommen, ist wunderbar, berührend, bereichernd, Licht für die Seele – doch nicht ohne Schatten. Wie alles im Leben gibt es auch hier eine zweite Seite.

Zeige ich, wer ich bin, bekomme dafür Anerkennung, fühlt sich das unbeschreiblich gut an – ein Gefühl zu schweben, zu fliegen, nicht mehr an den Boden gebunden zu sein. Ein ambivalentes Gefühl. Ohne je mit Drogen experimentiert zu haben, vermute ich, dass genau das der Reiz an Rauschzuständen ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Organismus dabei einiges an körpereigenen Opiaten freisetzt. Ein „Runners High plus“ mal anders – mit Suchtfaktor. Fatal, denn der Bezug zur Realität geht dabei flöten. Überdreht, wäre ein passender Begriff. Unbesiegbarkeit das Gefühl dahinter. Eine gefährliche Hybris, denn irgendwann endet der Rausch. Was danach folgt, ist ein tiefes schwarzes Loch.

Spür in dich hinein. Tief in dir kennst du die Antwort seit langem…

… doch diese Antwort ist nicht so leicht zu nehmen, denn sie bedeutet, der Dunkelheit zuzustimmen. Sie ist und wird immer ein Teil von mir sein, der auch gelebt werden will. Unterdrücke ich diesen Teil, entsteht Druck in mir, der sich früher oder später entlädt – auf die eine oder andere Weise. Deshalb stimme ich heute jedem Teil von mir zu – auch der Dunkelheit – gebe jedem Raum in meinem Leben, vermeide dadurch Druck. Zu Beginn lagen diese „Räume“ nur in meiner Fantasiewelt. Das machte durchaus Sinn, denn mittlerweile haben Forscher herausgefunden, dass sich auch in Fantasiewelten Heilungspotenzial verbirgt. Warum auch nicht? Unser Unterbewusstsein kann nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheiden. Was wir uns vorstellen können, wirkt auch auf uns.

Doch mit Fantasiewelten allein ist es nicht getan. Was ich bin, alle Persönlichkeitsanteile von mir, wollen auch in der realen Welt gelebt werden. Genau das werde ich in einer Woche tun, den empfindsamsten Teil von mir zu leben, inmitten unter mir fremden Menschen. Zeigen, wer ich bin. Ohne Masken, ohne Fassade – und den Boden unter den Füßen behalten.

Eine Herausforderung? Ja.

Ein Risiko? Jein. Ich erkenne mittlerweile rasch, wenn ich „abhebe“ und habe meine Techniken, mich wieder zu erden.

Natürlich könnte ich den „einfachen“ Weg einschlagen, und darauf verzichten, jene Teile von mir auszuleben, die mich Richtung „emotionalem Überflug“ bringen, doch dann wäre ich nur eine zensierte Version von mir selbst und wieder beim Thema Unterdrückung. Für mich ist es eine Form von Selbstverstümmelung, Teile meiner Persönlichkeit auf diese Weise „auszuschalten“. Alles in und an mir will LEBEN. Teile von mir vom Leben abzuschneiden, riss einst Wunden in meiner Seele auf. Heute heile ich diese Wunden in meiner Seele, indem ich mehr und mehr zeige, wer ich bin.

Vielleicht bekomme ich dabei hin und wieder unerfreuliche Rückmeldungen, treffe auf Ablehnung, doch nichts von alldem kann noch nachhaltig auf mich wirken, die ich tief in meinem Innersten beschlossen habe, dieser Welt mein wahres Gesicht zu zeigen.

Ich war einst unheilbar krank, da ich mir verwehrte, ich selbst zu sein. Heilung fand ich in mir selbst. Die Antwort war die ganze Zeit über da, all die Jahre, die ich nicht wagte, in mich hineinzublicken und zu spüren: Ich bin, wer ich immer war und immer sein werde – ein feuriger Funken Lebensfreude 😊

Was findest du, wenn du in dich hineinspürst?

HAPPY BIRTHDAY

In wenigen Tagen ist mein 53. Geburtstag. Damit bin ich nun unbestreitbar in der zweiten Lebenshälfte angekommen. Vielleicht liegt es daran, dass ich vieles anders betrachte als früher – oder an der beginnenden Altersweitsichtigkeit 😉

Wenn ich den Begriff „Altersweitsichtigkeit“ von seinem sachlichen Inhalt befreie, ergibt sich daraus ein interessantes Wortspiel: Weit-sichtigkeit … in die Weite bzw. Ferne blickend … vorausschauend?

In der Tat denke ich mir immer öfter über die langfristigen Auswirkungen meiner Handlungen nach, wesentlich häufiger als früher. Obwohl ich im Augenblick lebe und mit leichtem Gepäck durchs Leben reise, hinterfrage ich vieles. Vielleicht führt genau dieses Hinterfragen mit Fokus auf die ferne Zukunft dazu, dass mir manche kurzlebigen Trends und Oberflächlichkeit am A**** vorbeigeht.

Diese „Altersweitsichtigkeit“ hat sicherlich ihren Teil zu einem Gedicht beigetragen, dass vor einigen Monaten entstand. Damals bezog es sich auf den Jahreswechsel, aber ist ein Geburtstag nicht auch ein Wechsel in ein neues Lebensjahr? Ich finde, es passt hier perfekt:

Spuarn im Schnee

Gaunz weiß sans, d’Berg,
von‘d Spitzn bis obi ins Toil.
Dauat nimma long.
S’Joahr is boild umma.
Waunnst so zruckschaust,
wos host draus gmocht?
Bist nur fleißig im Hamstaradl grennt,
damit de große Maschin se weida draht?
Oda host a Zeit fia aundas vawendt?
Wia oft host aundan a Freid gmocht?
Oda dir sölba was Guads taun?
Host nur Gräbn aufgrissn –
oda a Bruckn gschlogn?
Wölche Spuarn bleibn von dir?
Net im Schnee, weu der geht im Aprül.
A net auf’n Papier, weu des is geduldig.
I moan de Spuarn, de bleibn,
waunnst du long schau nimma bist,
Spuarn in‘d Herzen da Menschn.
De Zeit ziagt so schnöll durchs Lebn.
Boild is wieda a Joahr dahin.
Wüvühl bleibn dir nau?
Koana woaß, oba olle hoffn,
hintalossn enara Spuarn im Schnee,
schiabn vühles auf Muargn,
was im Heit wichtig waard,
und Spuarn zeichna tät, de bleibn.
Waunnst so zruckschaust,
wölche Spuarn bleibn aum End von dem Joahr?
Und wölche von dein Leben?

Welche Spuren bleiben am Ende?

Wie gesagt, geistert diese Frage bereits seit längerem durch meinen Geist, bestimmt mehr und mehr mein Tun. Vor ziemlich genau einem halben Jahr entschied ich mich, ein Charity-Projekt ins Leben zu rufen. Einfach so. Typisch JAN/A. Ohne mir zu überlegen, was wie wann wo … ich wollte es, ich tat es. Punkt.

Seit 04. Mai 2022 ist „Berggeflüster – s’Lebn gspiarn“ veröffentlich. Am 29. Mai findet die Buchpräsentation im Rahmen eines Charity-Events statt. Vor einem Jahr war das alles noch nicht einmal ein verrückter Gedanke, nicht ansatzweise. Heute hoffe ich, mit diesem Charity-Projekt eine vierstellige Spendensumme für die Bergrettung im Gasteiner Tal sammeln zu können. So schnell kann’s gehen, dass aus Nichts Etwas wird. Mehr noch. Ein Buch des Herzens, das bereits einigen Menschen Freude bereitet hat und hoffentlich noch ganz vielen anderen Freude bereiten wird.

Reich werde ich damit sicher nicht. Berühmt? Schmarrn. Dafür ist österreichische Mundart die falsche Sprache, zu wenig Zielgruppe. 

Ich will Freude bereiten, Menschen zum Lächeln bringen, sie in die Umarmung des Lebens holen, vielleicht ein klein wenig zum Nachdenken anregen … und als Sahnehäubchen damit auch noch etwas Gutes tun.

Eine Weltretterin? Nein, ganz sicher nicht. Aber eine, die konsequent gegen den Strom des „alles geht den Bach runter“ schwimmt. Eine, die weniger jammert und mehr tut. Punkt.

Berggeflüster ist ein Schwimmzug gegen den Strom. Sicher nicht Mainstream und keinesfalls perfekt. Wer einen Fehler drin findet, darf gerne 1 Euro zusätzlich an die Bergrettung spenden. Ein paar Tippfehler sind sicherlich noch drin. Mundart ist alles andere als einfach zu lektorieren.

Berggeflüster will nicht perfekt sein. Mein „Kind der Berge“ will Freude bereiten.

Die einen freuen sich, weil sie ein bildhübsches Buch in Händen halten und gleichzeitig etwas gespendet haben. Andere freuen sich, weil ihre Bilder Teil des Buches sind und sie aktiv etwas beitragen konnten. Wiederum andere freuen sich, weil sie dadurch auf Umwegen Anerkennung für das erhalten, was sie aus freien Stücken für in Notgeratene leisten.

Ich freue mich, weil all diese Menschen sich freuen, weil eine meiner „verrückten“ Ideen etwas Freudebringendes in dieser Welt erschaffen hat, weil die Menschheit nur dann zu einem hoffnungslosen Fall wird, wenn wir aufhören, unsere Freude mit anderen zu teilen.

Mein „Kind der Berge“ ist ein Kind der Lebensfreude: Neben 40 wunderschöne Bilder stellte ich jene Worte, die mir von den grauen Riesen im Gasteiner Tal zugeflüstert wurden, wob ein feines Geflecht aus Fragen, Antworten, Stimmungen und einem Gefühl, das tief im Herzen seinen Ursprung hat, für das es kein Wort gibt, nur ein Lächeln, wenn es sich ausbreitet und seine Arme gleich einem schützenden Mantel um uns legt.

Wenn du mir zu meinem Geburtstag eine Freude machen möchtest, dann wirf einen Blick in dieses [nicht] ganz alltägliche Buch und wenn es dir gefällt, wer weiß, vielleicht nimmst du ein „Kind der Berge“ bei dir auf? Holst es ab und an aus dem Bücherregal, wenn du vielleicht gerade nicht weiterweißt, und findet etwas darin, dass dich zum Lächeln bringt und vielleicht sogar einen neuen Weg eröffnet? Alles ist möglich.

Berggeflüster ist ein Geschenk, dass mir die grauen Riesen gemacht haben in einer Zeit, in der ich Antworten suchte. Heute gebe ich dieses Geschenk weiter – nicht umsonst, aber mit viel Freude, (Alters)Weitsicht und hoffentlich einigen Spuren, die bleiben.

Hör niemals auf zu träumen, denn Träume werden wahr, wenn du ihnen den Raum dafür gibst.

Hör niemals auf an das Gute im Menschen zu glauben, denn Menschen sind es, die mit dir gemeinsam Träume wahr werden lassen.

Hör niemals auf du selbst zu sein.

Happy Birthday

Bild: pixabay.com

LEICHTIGKEIT IM LEBEN

Leichtigkeit im Leben ist ein Thema, das mir derzeit auf vielfältige Weise begegnet. Offenbar beschäftigt es viele Menschen. Wenn ein Thema gehäuft auftritt, beginne ich darüber zu reflektieren. Das kommt dabei raus:

Vor wenigen Tagen saß ich in einem Führungskräfte-Coaching. Was meinen Job betrifft, befinde ich mich seit Wochen in einer Phase, die sich in den Fragen „Was noch?“ und „Geht’s noch?“ gut darstellen lässt. Am Ende des Coachings wurde ich gefragt, wie ich es mache, dass ich bei all dem ziemlich locker wirke und vieles mit Humor nehmen kann.

Gute Frage.

Meine Antwort darauf lautete: Ich habe Lesley.

Diese Antwort musste ich näher erklären.

Im bürgerlichen Job lebe ich eine weitgehend angepasste Persönlichkeit. Sicherlich keine einfache Mitläuferin, aber dennoch schalte ich Teile von mir auf Mute. Wie viele andere auch, stoße ich im Job immer wieder an Grenzen, die Sinnloses schützen und Sinnvolles verhindern, so dass ich die Sinnhaftigkeit mehr als einmal hinterfrage. Ich schlage mit Ignoranz ebenso rum wie mit ausgeschaltetem Hausverstand. Kurz gesagt: Es gäbe genug, um dauerhaft frustriert zu sein. Bin ich aber nicht.

Warum?

Ich habe Lesley.

Als Lesley bin ich voll und ganz ich. 100%. Ich lebe mich aus mit allem, was in mir steckt und entdecke dabei laufend Weiteres in mir. Mit Lesley habe ich für mich eine Facette der Realität erschaffen, die niemand anders bestimmt außer ich selbst. Keine Fantasiewelt, sondern eine parallele Realität, die geprägt ist von meiner emotionalen Seite (die sich im Job zurückhalten darf/soll/muss …) und meiner Kreativität im künstlerischen Sinne (im Job bin ich auch kreativ, aber dabei geht es um Prozesse, Innovationen …)

Seit Oktober 2017 bin ich Lesley B. Strong.

Manche nehmen einen Künstlernamen an, um jemand anders zu sein. Durch Lesley wurde ich ICH. Niemand anders, sondern die, die ich bin, immer war, aber zuvor nicht sein durfte/konnte, weil … die Gründe dafür sind zahlreich und allesamt heute nicht mehr relevant.

Ich bin Lesley – ein feuriger Funken Lebensfreude. Leichtigkeit liegt mir im Blut.

Leichtigkeit im Leben hat für mich viel mit Anerkennung dessen zu tun, was ich alles bekommen habe in diesem Leben. An erster Stelle steht hiermit das Leben selbst. Danach folgen meine Gaben, Talente, Fähigkeiten, aus denen wunderbares entsteht. Ich bin dankbar für alles in meinem Leben, auch für stressige Jobphasen wie die derzeitige.

Alles im Leben hat stets zwei Seiten.

Ein „Was noch?“ kann auch „Was noch fällt mir dazu ein?“ meine Kreativität in astronomische Dimensionen schrauben.

Ein „Geht’s noch?“ lässt mich Achtsamkeit üben, häufiger als sonst mich selbst zu hinterfragen, in mich hinein zu spüren und darauf zu achten, nicht allzu lange an der Grenze oder gar über der Grenze zu bleiben, sondern auf mich selbst gut zu achten.

Leichtigkeit im Leben ist für mich mehr als mittels positiver Affirmationen einen Zustand zu beschwören. Leichtigkeit ist ein Lebensgefühl. Ein riesengroßes JA zum Leben und mir selbst. Leichtigkeit geht Hand in Hand mit Hoffnung. All die Krisen in der Welt, von Umweltzerstörung über Krieg, Pandemie … es gibt so vieles rund um uns, das bedrückt und Schwere hervorrufen kann. Tagtäglich sehe ich Menschen, die von der Last ihres Lebens gebeugt werden, die sich schwerfällig bewegen. Blicke ich in ihre Augen, nehme ich Leere wahr, keine Hoffnung oder gar Leichtigkeit. Keine Lebendigkeit. Sie sind hier, aber irgendwie auch nicht. Klammern sich an Probleme, Ängste, Sorgen, um etwas zu haben, dass ihnen einen Grund zum Leben liefert. Dann denke ich an Victor Frankl und seine Buch „Trotzdem JA zum Leben sagen“, seine Erfahrungen, dass Menschen, die nichts mehr in diesem Leben haben oder nicht mehr hoffen, einfach sterben.

Leichtigkeit im Leben fand ich, nachdem ich begann, alles Belastende loszulassen – sofern dies möglich war. Energievampire und Karmastaubsauger ebenso wie materielles Zuviel. Vor ein paar Jahren hatte ich mir nie vorstellen können, mit dem wenigen zu leben, das ich heute besitze, aber es geht mir gut damit. Ich brauche nicht mehr. Ich habe Lesley.

Was ich nicht loslassen konnte/kann, weil z.B. mit dem Job verbunden, betrachte ich aus einem anderen Blickwinkel. Die andere Seite der Medaille. Eine Mentorin gab mir einst einen wunderbaren Satz mit auf meinem Weg: What is in it for me? Was kann ich mir daraus mitnehmen? In jedem Sch***haufen findet sich auch immer etwas Gutes. Nicht umsonst wird mit Mist gedüngt 😉 Menschen werden insbesondere dann kreativ und innovativ, wenn die Notlage sie dazu zwingt. Wer alles im Überfluss hat, wird eher träge – und irgendwann schwer.

Ich glaube, ich könnte Stunden über Leichtigkeit im Leben reden, ohne mich zu wiederholen. Es ist wie ein Licht im Herzen, das ich spüre und das mich diese Welt mit anderen Augen sehen lässt. Keine rosa Brille, aber ein unerschütterliches Vertrauen in das Leben und die Überzeugung, dass in uns Menschen das Potenzial schlummert, uns selbst zu hinterfragen und verändern zu können. Vielleicht werden das nicht alle tun, doch jene, die es tun, werden mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Leben in Leichtigkeit führen.

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WAS KANN ICH TUN UM DICH GLÜCKLICH ZU MACHEN?

… diese Frage wurde einer Freundin von einem Bekannten gestellt, so hat sie mir zumindest vor ein paar Tagen berichtet. Leider bekam sie in Folge nicht, was sie genannt hatte. Es ging um einen Geldbetrag knapp unter einer Million Euro.

Seit dem Besuch bei meiner Freundin denke ich über diese Frage nach. Oder besser: ich spüre in mich hinein.

Was könnte jemand tun, um mich glücklich zu machen?

Während ich also über diese Frage sinniere, beginne ich unweigerlich, meine aktuelle Lebenssituation zu reflektieren.

[no nau na net] … ergänzt meine innere Stimme in perfektem Österreichisch 😉 Ins Schriftdeutsche übersetzt bedeutet es so viel wie: Was sonst?

Wie sieht mein Leben derzeit aus? Stressig, aber ich habe mir sowohl den stressigen Job ausgesucht als auch Ja zum neuen Projekt gesagt, und somit zur außerordentlichen Arbeitsbelastung. Es war meine Entscheidung! Ich hätte auch Nein sagen können. Oder längst in einen anderen Job wechseln können.

Generell: Mein Leben ist seit letztem Jahr genau das, was ich für mich bestimmt habe – mit all seinen Sonnen- UND Schattenseiten. Nicht alles läuft perfekt, aber das wäre auch unrealistisch. Ich bin zufrieden mit dem, wie es ist.

Was könnte also jemand tun, um mich glücklich zu machen?

Ich griff die Antwort meiner Freundin auf und rundete gleich mal auf: Eine Million Euro.

Wäre ich mit einer Million Euro glücklich?

Gegenfrage: Was wäre anders?

Ich besitze alles, was ich zum Leben brauche. Teilweise sogar mehr, aber zum Glück (!) nicht so viel, dass ich mir darüber Gedanken machen muss. Besitz bedeutet stets auch eine Form der Belastung.

Was würde ich mit einer Million Euro kaufen?

Das neueste Smartphone? Wozu? Für meine Zwecke genügt das aktuelle völlig. Besitzprotzerei liegt mir nicht.

Ein Luxusauto? Wozu? Damit es in der Garage steht? Ich würde von den Öffis nicht wieder aufs Auto umsteigen. Dazu sind mir meine Nerven zu wertvoll, die ohnehin viel zu lange im täglichen Stauirrsinn strapaziert wurden. Außerdem entstehen beim Bahnfahren wunderbare Dinge, wie selbstgestrickte Socken.

Reisen? Wäre nett. Ich habe ja früher in der Tourismusbranche gearbeitet. Aber Reisen möchte ich mit anderen, um gemeinsam das Abenteuer des Entdeckens zu erleben.

Nicht mehr arbeiten? Ganz ehrlich, ich wurde nicht geboren, um auf der faulen Haut zu liegen. Vielleicht würde ich nicht mehr meinen Stressjob ausüben, aber mit Sicherheit würde ich mir andere Herausforderungen suchen.

Was würde ich mit einer Million Euro machen?

Vielleicht hätte ich plötzlich eine Menge neuer Freunde, auf die ich gerne verzichte, wenn sie nur des Geldes wegen meine Freundschaft suchen.

Meine Gedanken landen in einer Sackgasse – und ich auf einer sonnigen Lichtung, nachdem ich zuvor durch einen Graupelschauer bergauf gewandert bin. Und dann ist er plötzlich da, der kleine Marienkäfer, der sich ob der kühlen Temperaturen nur sehr langsam auf seinem Ast bewegt, doch er bringt mich zum Lächeln, und in mir breitet sich ein Gefühl aus, das ich „glücklich“ nenne.

Was soll ich mit einer Million Euro? Das Leben hat mir eine Gabe geschenkt, die mit keinem Geld der Welt zu kaufen ist: Das Besondere im Alltäglich zu sehen und mich daran freuen zu können.

Es sind meine eigenen Beine, die mich auf diese sonnige Lichtung getragen haben, wo ich nun die wärmenden Strahlen der Frühlingssonne spüre. Meine Augen, die den kleinen Marienkäfer erblicken, während meine Ohren dem Gezwitscher rundum lauschen, dem Flüstern des Windes. Mit all meinen Sinnen spüre ich das Leben, fühle im Herzen eine tiefe Dankbarkeit dafür, all dies erleben zu dürfen und zu können.  

Du fragst, was du tun kannst, um mich glücklich zu machen?

Nichts.

Oder vielleicht doch? Lass dich von meiner romantischen Lebensfreude anstecken. Ich glaube, es würde dieser Welt gut tun, gäbe es mehr Menschen, die nichts brauchen, um glücklich zu sein. 😉

LEBENSFREUDE KANN MAN NICHT KAUFEN

Worüber schreiben nach einer „8 to 8 Work“-Woche wie dieser? Ganz ehrlich, Herausforderungen gehören längst zu meinem Alltag, ebenso wie das Schaukeln von unvorhersehbaren Zwischenfällen mit unterschiedlicher Tragweite. Alles längst Routine. Dennoch zieht sich ein interessanter roter Faden durch meine Woche: Lebensfreude – trotz allem!

Ein passender Zeitpunkt, um ein paar Blicke auf das Thema Lebensfreude zu werfen.

Meiner Ansicht nach ist Lebensfreude nichts, was man „kaufen“ kann. Weder mit Geld noch mit etwas Materiellem. Ich empfinde Lebensfreude nicht, weil ich dies oder das habe. Oder ich da oder dort war. Oder jemand dies oder das gemacht hat.

Lebensfreude ist für mich unabhängig von allem Äußeren. Es ist eine Grundhaltung. Quasi eine Art von „Betriebsmodus“. Ich empfinde Lebensfreude, auch wenn rundum nicht alles perfekt läuft. Oder die Herausforderungen alles andere als leicht zu meistern sind, Scheitern eine durchaus realistische Option darstellt. Oder Menschen sich anders verhalten als ich es gerne hätte.

Lebensfreude ist für mich ein aus der Tiefe meines Selbst entspringendes Gefühl. Ein riesengroßes JA zum Leben und mir selbst.

ICH LEBE! … das ist doch allemal Grund genug, um Freudensprünge zu machen. Auch wenn etwas schiefläuft oder anstrengend ist oder nervig. ICH LEBE!

Lebensfreude ist für mich etwas, das nicht zeitgleich mit Drama koexistieren kann. Drama, also die klassische und dabei so vielfältige Täter-Opfer-Retter-Dynamik, die sich wie ein unsichtbares Pilzgeflecht (nichts gegen Pilze, aber das Bild passt wie der Deckel auf den Topf) unter der Oberfläche in und zwischen den Menschen ausbreitet, sie lässt keinen Platz für Lebensfreude, denn in ihr gedeiht die Unlösbarkeit, die Unmöglichkeit, die Unerreichbarkeit vom Paradies – das ohnehin nur eine Halbwahrheit in einem dualen Universum darstellt. Aber dieser Illusion werde ich mich ein anderes Mal widmen.

Heute geht’s um immanente Lebensfreude. Also das, was nur bei wenigen Menschen, die mir begegnen, aus den Augen herausstrahlt, ihnen eine Aura der Lebendigkeit verleiht – im Gegensatz zu den allgegenwärtigen „Zombies“, deren Nicht-Lebendigkeit mich immer wieder aufs Neue überrascht. Wie kann man nur so apathisch und energielos durchs Leben wandeln? Welch Zeitverschwendung kostbarer Lebenszeit! Ja, die Lebensumstände können schon mal unter dem Nullpunkt landen, aber trotzdem … Lebensfreude ist ein riesengroßes JA zu sich selbst, unabhängig von Lebensumständen, ein Lächeln im Herzen, ein Licht in der Seele.

Selbst wenn nichts anderes bleibt, das Freude bereitet, so kann ich mich stets darüber freuen, am Leben zu sein. Ist nicht das die Basis für alles? Solange ich lebe, ist (fast) alles andere veränderbar. Zumindest meine Einstellung dazu kann ich verändern, solange ich lebe.

ICH LEBE – die Quelle unerschöpflicher Lebensfreude. So sehe ich das, aber ich kann natürlich – wie immer – völlig falsch liegen. Frei von Drama-Energie (außerhalb des Pilzgeflechts), kann ich natürlich Ansichten vertreten, die niemand sonst teilen muss. Das ist auch in Ordnung. Ich sprühe trotzdem vor Lebensfreude – möglicherweise unheilbar.

Hoffentlich unheilbar 😉 a fiery spark of joie de vivre

Bild: pixabay.com

WER BIN ICH?

Die Frage aller Fragen … und wer den Film „Die Wutprobe“ mit Jack Nicholson und Adam Sandler kennt, weiß auch, dass es DIE Frage ist, die einen Menschen an und über seine Grenzen katapultieren kann, weil die Antwort darauf alles andere als einfach ist …

Es ist auch DIE Frage, die ich ganz gerne meinem Gegenüber stelle. So auch vor wenigen Tagen bei einem Spaziergang.

„Wer bist du?“

Die Antwort kam nicht wie aus der Pistole geschossen. Vielmehr begann eine längere Diskussion, in deren Verlauf ich auch meine eigene Antwort lieferte. Bevor ich diese hier verrate, hier noch eine kleine Geschichte, die ich während dieses Spaziergangs zum Besten gab – und die ich gefühlt bereits 1.000-mal erzählt habe:

In dem Moment, in dem unser Leben entspringt, gleichen wir einem Kristall, funkelnd in allen Farben des Regenbogens, unendlich klar, unendlich viel Potenzial, wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Bereits im nächsten Augenblick beginnen die anderen Menschen um uns damit, uns zu formen, in dem sie uns zeigen und sagen, wer wir sind, welche Rolle wir einnehmen und was wir zu tun haben. Alle diese Botschaften schreiben sie auf Post-It und kleben sie auf den Kristall. Man nennt das auch Konditionierung, Erziehung …

Im Laufe der Jahre werden es immer mehr von diesen klebrigen Zettelchen. So viele, bis wir eines Tages auf uns selbst blicken und nur mehr die Post-It und ihre Botschaften erkennen können. Der Kristall verschwindet völlig aus unserer Wahrnehmung. Vielleicht bleibt eine dumpfe Ahnung, dass da etwas ist, was wir nicht wirklich fassen können. Vielleicht fühlen wir eine undefinierbare Leere in uns, suchen im Außen nach etwas, ohne es genau benennen zu können?

Werden wir eines Tages gefragt: „Wer bist du?“ wird die Antwort etwas von dem sein, was auf den unzähligen klebrigen Zettelchen von anderen hinterlassen wurde. Wie könnte es auch anders sein? All die Bilder, die andere von uns gezeichnet haben, sie prägen das Bild, das wir von uns selbst haben. Viele spüren intuitiv, dass sie die Frage nicht wirklich beantworten können. Manche werden aggressiv (wie im o.g. Film), andere frustriert. Oder sie resignieren.

Einige brechen auf zu einer Reise nach innen, um all die Post-It-Botschaften zu hinterfragen, passende zu behalten, andere zu verwerfen. Sie arbeiten sich vor bis zu jenem Kern, der sich unter den Klebezetteln verbirgt, bis zu ihrem wahren ICH.

An jenem Punkt fand ich inneren Frieden, schier unerschöpfliche Kraft und bedingungslose Lebensfreude … und meine Antwort auf die Frage: „Wer bist du?“

Ich bin ein feuriger Funken Lebensfreude – und darüber hinaus alles, was ich sein will und aus mir mache.

Diese Antwort – oder besser: das Gefühl, das damit verbunden ist – holt mich in kürzester Zeit zurück in den Zustand von Ruhe und Gelassenheit. Ganz gleich, wer oder was mich gerade getriggert hat. Dieses Gefühl ist mein Fels in der Brandung. Mein Anker, der mich mit mir selbst verbunden hält. Mein Ausstieg aus Borderline.

Damit endete meine Geschichte während des Spaziergangs. Es bleibt abzuwarten, was die andere Person daraus machen wird. Eine Antwort auf die Frage „Wer bist du?“ erhielt ich an diesem Tag nicht mehr. Auch nicht am nächsten. Oder übernächsten. Vielleicht hat die Reise nach innen für diesen Mensch auch gerade erst begonnen. Meine dauert bereits länger an.

Hinter dem Spiegel (der klebrigen Zettelchen), unter der Oberfläche des (konditionierten) Offensichtlichen fand ich mich (zwischen den Zeilen) selbst … daraus wurde mein Motto:

Find me … between the lines … behind the mirror … beyond the surface

Ein wenig theatralisch, philosophisch und kunstvoll vage.

Wer bin ich? Nicht nur für Borderliner kann es eine Herausforderung sein, diese Frage zu beantworten. Die Antwort darauf kann so viel mehr sein als „nur“ eine Aussage. Für mich hat sie mein Leben um 180 Grad gewandelt. Seit ich den feurigen Funken Lebensfreude in mir fühlen kann, hat die Dunkelheit keine Macht mehr über mich. Sie zeigt sich ab und zu, doch sie bleibt nicht. Kann sie gar nicht, denn … wie viel Licht braucht es, um die Dunkelheit zu durchbrechen? Die Flamme einer kleinen Kerze genügt, und die Finsternis weicht. Ein Funke …

Wer ich bin?

A fiery spark of joie de vivre … ein feuriger Funken Lebensfreude

Wer bist du?

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PANISCH … MANISCH … oder doch nur MENSCHLICH?

Dienstag, 23. November 2021. Lockdown Tag 2 in Wien. Eine ziemlich volle U-Bahn. Jede Menge Menschen mit FFP2-Masken verhalten sich, als wären sie unsichtbar – oder unerreichbar. Mit leerem Blick sitzen oder stehen sie rum, manche swishen am Handy. Nur mit niemand anderem in (Blick)Kontakt treten. Null Lebendigkeit. Zombie-Modus.

Und ich mittendrin.

Ich mit Ohrstöpsel und dem Sound von ABBA’s Waterloo mittendrin, der meine Füße unruhig werden lässt.

Verdammt, ich kann und will nicht stillstehen. Mir ist nach … tanzen!

Was soll’s … der Rhythmus hat mich und ich hab‘ den Rhythmus. Mitten in Wiens düsteren Eingeweiden, sprich in der U-Bahn. Ruckelnd kommt die Garnitur zum Stillstand. Ich steige aus und tänzle rüber zum Bahnsteig.

Erste panische Blicke rundum. Ist die denn noch normal? Tanzen am Bahnsteig? Geht gar nicht. Schon gar nicht in Zeiten wie diesen …

Was hat die sich denn reingezogen? Höre ich unausgesprochene Gedanken. Vielleicht ein bisschen irre? Um nicht zu sagen: psychisch fragwürdig.

Manisch?

Sorry, Fehlanzeige. Ich bin nicht manisch, durchgeknallt oder sonst irgendwie „daneben“.

Die Realität mit allem, was derzeit geht und was nicht, welche Risiken und Gefahren bestehen, ist mir nur allzu bewusst. Im Job bin täglich mit menschlichen Schicksalen konfrontiert. Viele davon alles andere als leicht – und ich nehme kein einziges davon auf die leichte Schulter, sondern mit dem gebührenden Respekt. Und einer großen Portion Pragmatismus.

Wird irgendetwas besser, wenn ich mit hängendem Kopf bewegungslos am Bahnsteig stehe und in die Leere starre? Hilft das auch nur einem einzigen Menschen?

Garantiert nicht. Ganz im Gegenteil.

Etwas Wesentliches – um nicht zu sagen: Existenzielles – geht dabei verloren: menschliche Wärme!

Ein Lächeln. Lächeln wirkt ansteckend. Das ist erwiesen. Selbst FFP2-Masken können echtes Lächeln nicht verbergen, denn es zeigt sich in leuchtenden Augen. Und vielleicht auch in tänzelnden Schritten.

Freude über Kleinigkeiten wie den Lieblingssong kann überspringen. Wie ein Virus. Ein „Lebensfreude-Virus“.

Wieder einmal eine wunderbare Gelegenheit, auf Viktor Frankl und sein Buch „Trotzdem JA zum Leben sagen“ zu verweisen. Eines DER prägenden Bücher meines Lebens. Sich von den Umständen nicht kaputt machen zu lassen, sondern Lebensmut, Zuversicht und Lebensfreude zu bewahren, egal, wie schlimm es auch gerade ist – das habe ich mir aus diesem äußerlich unscheinbaren Büchlein mitgenommen. Seine Botschaft benötigt weder Glitzer noch Eye Catcher:

Trotzdem JA zum Leben sagen

Für mich bedeutet das, auch in Zeiten einer Pandemie meine Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen und mit anderen zu teilen. Lebensfreude ist ein essentieller Teil meines Menschseins. Ich will und werde sie nicht aufgeben, trotz Covid-19, Lockdown und all dem, was damit einhergeht. Trotzdem sage ich JA zum Leben.

Deshalb habe ich ein kleines soziales Experiment gestartet: Wann immer ich auf einem Bahnsteig warte, tanze ich.

Ich bin schon neugierig, was zuerst passieren wird: Das jemand sich von mir anstecken lässt und mittanzt, oder das ich „eingeliefert“ werde. Panische Blicke konnte ich bereits einige wahrnehmen.

Wie kann man nur? (unausgesprochene Frage)

(Schulterzucken meinerseits) Ich kann. Ich bin ein Mensch, von Natur aus lebendig, lebensfroh und kommunikativ.

Gegenfrage: Wie kann man nicht?

Wird irgendetwas besser, mitten unter Menschen zu sein und so zu tun, als wäre man gar nicht da oder die anderen unsichtbar? FFP2-Masken und Abstand halten sind eine Sache. Mitmenschen zu ignorieren eine gänzlich andere.

In kalten Zeiten wie diesen ist menschliche Wärme gefragt.

Ein Lächeln (der Augen). Geteilte Freude. Einfach Mensch(lich) sein.

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AUF EIN NEUES …

Wieder ein Jahr älter. Auch ein Jahr weiser? Besser nicht darüber nachdenken 😉 Auf jeden Fall ein Jahr an Erfahrungen (und was für welche) reicher 😊

Aber so ganz glaube ich meiner Geburtsurkunde noch immer nicht. 52? Echt jetzt? Wo sind die Jahre geblieben? Gefühlte 35 … immer noch … wenn überhaupt. Und im Denken erst … manchmal 16 forever.

Vor einige Tagen postete ich diesen Gedanken:

„Wer im Herzen jung bleibt, wird auch im Kopf nie alt.“

Dieser Gedanke entstand – wieder einmal – wie aus dem Nichts in mir. Über die Bedeutung sinnierte ich Tage später.

Wie bleibt man im Herzen jung?

Meine Antwort darauf: lebendig bleiben. Fühlen, was das Zeug hält. Leben im hier und jetzt. Dabei den Kopf ausschalten und ignorieren, was andere sich denken.

Praktisches Beispiel: ich spaziere durch den Wald und höre dabei Musik – solange ich mich auf Wegen bewege, auf denen auch andere unterwegs sind. Manche Gespräche will ich partout nicht mithören, also schalte ich mich weg. Bei manchen Songs singe ich schon mal mit, und es ist mir piepschnurzegal, was andere sich dabei denken. Ich empfinde Lebensfreude und bringe sie zum Ausdruck. Basta!

Hin und wieder bleibe ich stehe und drehe einen Käfer um, der auf dem Rücken liegend mit seinen Beinchen strampelt. Ich bestaune, was du Natur Unglaubliches hervorbringt – wie ein kleines Kind, das all dies zum ersten Mal erblickt. Neugierde – oder besser: Wissbegierde – ist mein zweiter Vorname. 😉

Vor meinem Wohnzimmerfenster offenbaren sich (nicht täglich, aber häufig) farbenprächtige Sonnenuntergänge, die mich stets aufs Neue begeistern. Gewohnheit? Weit gefällt. An das Wunderbare gewöhne ich mich nie. Ich genieße es, wann immer es mir begegnet.

All das ist für mich Lebendigkeit.

All das lasse ich zu, auch wenn meine Geburtsurkunde indizieren würde, für manches doch bereits zu „reif“ zu sein. Ich bin doch kein Apfel, der irgendwann überreif ist und zu faulen beginnt. Wobei, irgendwann … nein, meinen schwarzen Humor packe ich gleich wieder in die Schublade.

Wenn ich es recht bedenke, passt der Gedanke an den Tod vielleicht doch, denn lebendig können wir nur sein, solange wir noch nicht tot sind. Das Leben umarmen, damit es uns umarmt und seine Wunder offenbart, die da draußen sind, in jedem Augenblick; die eine Quelle von Lebensfreude sein können. Letztere wiederum ist nach meiner eigenen Erfahrung das ultimative Anti-Aging-Mittel. Vielleicht verhindert Lebensfreude keine Falten oder graue Haare, aber sie schenkt ein Gefühl, das sich nicht mit Worten beschreiben lässt, das man gefühlt haben muss, um es sich vorstellen zu können.

Lebensfreude geht für mich Hand in Hand mit Liebe.

Es gibt so viel Liebenswertes rund um mich und in mir. Es gibt auch anderes, aber so ist das nun einmal in der Dualität unserer Realität. Die Nebeltage lehren uns, den Sonnenschein zu schätzen. Wenn die Sonne scheint, erfreue ich mich an der Blütenpracht des Wonnemonats Mai. Heute regnet es, und dieser Regen bringt das junge Grün zum Leuchten. Auch wunderschön.

Es ist, was es ist.

Vielleicht bleibe ich im Herzen jung, weil in mir drin noch ein kleines Kind ist, voller Träume und Fantasie. Wo die Große in mir rational die Welt erklärt, bestaunt die Kleine das magische Wirken höherer Mächte. Wer von beiden Recht hat? Ich denke: Beide!

2018 schrieb ich in JAN/A Band 1 folgendes „Mantra der Lebendigkeit“ für mich selbst:

Leben um des Lebens Willen. Lieben um der Liebe Willen. Mit jedem Atemzug tiefer ins Gefühl, mit jedem Herzschlag näher und näher, mit allen Sinnen ins Feuer der Ekstase – fallen, schweben, tanzen, leben, lieben, hier und jetzt. Ein Sturz in die Dunkelheit und durch sie hindurch ins Licht, in die Liebe, in die Leidenschaft, ins Leben.

In diesem Sinne: auf in ein neues magisches Lebensjahr!

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Mein Neujahrsvorsatz: Leben nach 7L

In den letzten Tagen des vergangenen Jahres etablierte sich eine Strategie in meinem Kopf. Die Idee dazu entsprang einigen Chats, Gesprächen, Situationen des Alltags … wie üblich also praxisnah und empirisch.

Diese Strategie im täglichen Leben praktiziert, stellt für mich die Basis für die bewusste Wahrnehmung der Umarmung des Lebens dar.

Vereinfacht gesagt: mein persönlicher Weg für ein glückliches Leben (mit oder ohne Borderline – diese Strategie eignet sich für alle Menschen).

Und es ist wirklich ganz einfach:

  1. Liebe … ist etwas Wunderbares. Ich mache mir jeden Morgen bewusst, wie viel Liebe in mir ist, für andere und mich selbst, für dieses Leben und alles, was es mir täglich gibt – und wie viele Liebe ich von anderen erhalte. Diese Bewusstmachung lässt mich auch tiefe Dankbarkeit empfinden, was wiederum die Basis dafür ist, glücklich und zufrieden zu sein.
  1. Lachen … heilt. Normalerweise bin ich mit Aussagen zum Thema Heilung zurückhaltend, doch Lachen heilt die Seele. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wer über sich selbst, über das Leben und die Verrücktheiten der Menschen herzhaft lachen kann, ist auf dem besten Weg, seelischen Schmerz und Leid hinter sich zu lassen.
    Mittlerweile gibt es auch interessante Forschungen dazu, wie intensiv Menschen Schmerzen empfinden und das dieses durch positive Gedanken oder auch Humor gemildert werden können. Wer lachen kann, nimmt vieles leichter. Nur mal so nebenbei erwähnt.
  1. Leichtigkeit … ist das, was sich durch Liebe und Lachen bei mir einstellt. Die Welt ist, wie sie ist. Alltägliche Probleme sind da, aber die verschwinden nicht, wenn ich mies drauf bin. Ganz im Gegenteil. Der Spruch „Take it easy, you will live longer“ kommt nicht von ungefähr. Mit Leichtigkeit meine ich nicht Leichtsinn oder Unterschätzung der Herausforderungen, sondern die innere Einstellung, das das Leben in Ordnung ist, so wie es ist. Es gibt Sonnentage und Regentage. Beides währt nur eine Zeit lang und geht auch wieder vorüber.
  1. Lebendigkeit… folgt auf dem Fuß. Wer im Augenblick liebt und lacht, das Leben mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt, kann nicht gleichzeitig über die Vergangenheit klagen oder sich vor der Zukunft fürchten. Das Verweilen im Hier und Jetzt lässt uns lebendig sein. Lebendigkeit vollzieht sich ausschließlich in der Gegenwart – und genau dort sollte sich unsere Kraft fokussieren: auf das Leben im Hier und Jetzt.
    Aus der Vergangenheit in Dankbarkeit lernen, ein wenig planend und neugierig in die Zukunft blinzeln (in dem Bewusstsein, das Pläne niemals in Stein gemeißelt sind … wie ein Virus uns 2020 lehrte), aber gelebt wird im Augenblick, in dem einen Atemzug, dem einen Herzschlag, den ich bewusst erfassen kann.
  1. Lernen… absolut alles, was in meinem Leben geschieht, trägt eine Botschaft in sich. Diese hin und wieder ernst zu nehmen und daraus zu lernen, erspart so einige unerwünschte Wiederholungen auf dem Lebensweg. Mindestens einmal pro Tag stelle ich mir deshalb auf liebevolle Weise und zumeist auch lächelnd die Fragen: „Was soll mir das Ganze sagen? Was kann ich daraus lernen? Was kann ich künftig anders machen?“ … und die Antworten enthalten das, was ICH tun kann, nicht was jemand anders tun sollte 😉
  1. Lebenslust… ein magisches Wort für mich. Am einfachsten lässt es sich mit einem Bild beschreiben: Lebenslust ist es, die mich an einem eisigen 2. Jänner die Laufschuhe anziehen und einen Berg hochlaufen lässt, teilweise über vereiste Pfützen und später im Tal über schlammige Wege. Die Lust, das Leben zu spüren, das durch meinen Körper pulsiert, wenn die Steigung meine aktuelle Kondition austestet, wenn die klare Winterluft mich jene Natur spüren lässt, die uns alle hervorgebracht hat. Lebenslust ist für mich das Verlangen, sich selbst spüren zu wollen, auf all die vielfältigen Weisen, die dies ermöglichen.
  1. Lebensfreude … ist für mich eine Schwester von Lebenslust. Weniger feurig-sinnlich-leidenschaftlich, dafür mehr wie die warme Wand eines Kachelofens, an die man sich stundenlang anlehnen kann und in ein Wohlgefühl eingehüllt wird. Lebensfreude wurde für mich zur bestimmenden Grundhaltung. Sie ist einfach da, auch an bewölkten Tagen, wenn ich die Sonne zwar nicht erblicken kann, aber dennoch weiß, dass sie da draußen ist und auf diese Welt scheint. Ähnlich verhält es sich für mich mit Lebensfreude. Ab und an gerät sie hinter den stürmischen Wolken des Alltags aus meinem Sichtfeld, doch wenn ich kurz innehalte, spüre ich sie jenseits der Wolken – tief in mir.

Leben nach 7L … eigentlich ganz einfach, oder? 😉

Passend zu den Neujahrsvorsätzen ein Blick auf „den Baum meines neuen Lebens“, der auf meiner Fensterbank prächtig gedeiht und drei neue Triebspitzen für Blätter angesetzt hat. Faszinierend zu beobachten, wie dieses zarte Pflänzchen sich entwickelt – analog zu meinem neuen Leben.

Ich mag eine unheilbare Romantikerin sein und mein Weltbild optimistisch gefärbt, aber hinter „glücklichen Zufällen“ eine Art von „universellen Zusammenhängen“ zu sehen, damit bin ich nicht allein. Ob es so ist, oder ganz anders, spielt genau genommen keine Rolle. Viel wichtiger ist es, sich dadurch vom Leben umarmt zu fühlen 😊