ÜBER WEGE UND REISENDE

Vor wenigen Tagen entstand das heutige Titelbild während eines abendlichen Waldspaziergangs. Gestern gesellte sich ein paar lebensphilosophische Gedanken dazu, die ich heute hier teilen und auch näher auf die Hintergründe eingehen möchte:

Wer einen neuen Weg in unbekanntes Terrain einschlägt, muss damit rechnen, auch mal vom Weg abzukommen, bevor das Ziel erreicht ist.

Wer aus Angst davor, sich zu verirren, am Start verharrt, wird nie ankommen.

Wer glaubt, unbekanntes Terrain nur im Außen zu finden und keinesfalls in sich selbst (weil man sich selbst ja kennt), wird einige Überraschungen erleben.

Wer sich mit einer gesunden Portion Neugier und Vertrauen auf die Reise macht, wird Wunderbares entdecken.

Ach ja, zwischendurch nach dem Weg zu fragen ist voll OK und ein Zeichen von gesundem Menschenverstand 😉

All jene, die mich inzwischen ein wenig kennen, vermuten nun zu Recht, dass einige Begegnungen mit „Menschen auf dem Weg“ (sprich: Reisenden) zu diesen Gedanken geführt haben. Worte, die auch einen mahnenden Aspekt in sich tragen, wachsam und achtsam zu bleiben, um nicht der Selbsttäuschung zu erliegen.

Wenn ich dies im Umfeld erkennen kann, hat es immer auch etwas mit mir zu tun.

Nun, auch ich begebe mich derzeit auf einen neuen Weg in unbekanntes Terrain. Ein paar überholte innere Bilder gilt es für mich zu verändern. Aufräumen in der untersten Schublade, in der sich unangebrachte Schuldgefühle verstecken, die wiederum ihrerseits schmerzhafte zwischenmenschliche Dynamiken befeuern.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie tief all dies verwurzelt ist. Selbst wenn mein Umfeld nun ein anderes ist und auch von den Menschen rund um mich agiert wird, wartet ein Teil von mir die ganze Zeit über, dass wieder das geschieht, was ich über Jahrzehnte erlebt hatte, insbesondere Fremdbestimmung.

Doch sie bleibt aus.

Ganz im Gegenteil.

Wertschätzende Kooperation und Kommunikation nehmen nun jenen Platz ein. Das ist für mich (noch) ungewohnt. Ich bin also eine Reisende auf neuem Terrain, auf einem Weg ins (noch) Unbekannte. Doch es fühlt sich richtig gut an!

Ich entdecke eine wunderbare Seite des Lebens: Beziehungen (gleich welcher Art) können frei von Unterdrückung, Schmerz oder Machtkämpfen gelebt werden. Selbst Herausforderungen (wie z.B. eine unerwartete Baustelle im XXL-Format) lassen sich gemeinsam mit Leichtigkeit und harmonisch meistern.

Eine vollkommen neue Erfahrung in meinem Leben.

Eine sehr begrüßenswerte Erfahrung.

Eine Erfahrung, die meine Zukunft bestimmen wird.

Das neue Terrain mag noch ungewohnt sein, doch es ist nicht mehr gänzlich fremd und unbekannt. Es wird von Tag zu Tag vertrauter, der Weg klarer, die daraus entstehenden positiven Effekte vielfältiger. Es ist einfach … amazing 😊

Allerdings gibt es auch einen kleinen Haken an dem Ganzen. Eine Art von „Bedingung“, um diese positiven Effekte zu generieren: ich durfte im Vorfeld ALLE Konflikte in mir verabschieden. Keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen, weder an andere noch an mich selbst. Dem Leben und dem was ist, voll und ganz zustimmen. Das bedeutet nicht, alles gutzuheißen, aber auch nicht, es zu verurteilen.

WERTFREI … ein magisches Wort, das im Kern aussagt: FREI von WERTUNGEN. Es ist, was es ist. Dem Leben und allem, was sich darin findet, ohne Urteil zu begegnen.

Im Grunde kenne ich all diese „Formeln“ seit vielen Jahren, aber offenbar ist es mir erst jetzt gelungen, sie wirklich bis in die tiefen Ebenen meines Unterbewusstseins zu integrieren. Deutlicher als je zuvor nehme ich wahr, wenn mir etwas oder jemand schadet – direkt oder indirekt. Früher habe ich vieles ignoriert und toleriert um des lieben Friedenswillen.

Heute reise ich auf einem neuen Weg, achte darauf, WERTFREI zu bleiben, und entdecke die FREIHEIT, die sich dahinter verbirgt. All das WUNDERBARE, das ich nicht sehen konnte, solange ich auf Wertungen starrte – und finde Menschen, die ebenso wie ich all dies zu schätzen wissen.

Es hat sich gelohnt, ab und an nach dem Weg zu fragen.

WÜRDEVOLLE GEDANKEN

Was bedeutet es, anderen Menschen mit Würde zu begegnen? Seit einigen Wochen befasse ich mich mit diesem Thema. Die letzten Tage lehrten mich, wie schmerzhaft das Gegenteil sein kann.

„Würde“ ist ein Begriff, der etwas angestaubt klingt. Würdenträger … darunter stelle ich mir gerne honorige Personen vor, die aufgrund ihrer Verdienste eine Medaille umgehängt bekommen.

Es heißt, die „Würde“ des Menschen sei unantastbar. Jeder Mensch habe eine „Würde“ und sei darum wertvoll. Ich habe den Begriff „Würde“ gegoogelt und eine Unmenge an Informationen erhalten. Philosophie, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie, Religion, … viele befassen sich mit diesem Begriff und seiner Bedeutung.

Mir geht es heute um die „würdevolle“ Behandlung seiner Mitmenschen. Ein Blick in die sozialen Medien genügt, um festzustellen, wie häufig in Beiträgen und Kommentaren die Würde anderer missachtet und verletzt wird. Manche Printmedien sind da nicht viel besser. Offenen Ohres durch die Welt zu schreiten, liefert die Bestätigung in Echtzeit. Vom würdelosen Gehabe im Straßenverkehr will ich gar nicht sprechen.

Einem anderen die Würde zu nehmen führt zwangsläufig dazu, selbst würdelos zu sein. Wobei nicht wenige ihre eigene Würde mit Füßen treten und zulassen, würdelos behandelt zu werden.

Hinter den Oberbegriff „würdevolles Handeln“ stelle ich Aspekte wie Wertschätzung, Achtung, Respekt, Toleranz, Selbstbestimmung und Verantwortung. Meine Recherche ergab noch einiges mehr, je nachdem, aus welcher Perspektive das Thema betrachtet wird. Mein Zugang ist – wie üblich – intuitiv und reflektierend.

Praktisch formuliert, bedeutet „würdevolles Handeln“ für mich, jedem Menschen mit Wertschätzung respektvoll zu begegnen, anerkennend, dass jeder Erwachsene für seine Entscheidung, die Konsequenzen daraus und in Folge für sein Schicksal selbst verantwortlich ist, jedem seine eigene Meinung zu belassen.

Es bedeutet aber auch, mich aus jenen Bereichen zurückzuziehen, in denen meine Würde verletzt wird, anstatt mich auf würdelose (Wort)Gefechte einzulassen. Im öffentlichen und beruflichen Bereich ganz gut umsetzbar, wird es im privaten, familiären Umfeld eine enorme Herausforderung.

In der Vergangenheit habe ich immer wieder (besser gesagt: viel zu oft) zugelassen, von einem geliebten Menschen würdelos behandelt zu werden, weil ich diesen Menschen nicht verletzen wollte durch meinen Rückzug. Stattdessen ließ ich zu, in meiner Würde verletzt und damit als Mensch entwertet zu werden.

Es ist gar nicht so leicht, auf seine eigene Würde zu achten. Denn es bedeutet mitunter, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen und sich von geliebten Menschen zurückzuziehen. Aber zu bleiben bedeutet, sich dem anderen als „Opfer“ zur Verfügung zu stellen. Letztendlich trägt dies auch dazu bei, den anderen in seinem würdelosen Verhaltensmuster zu bestätigen und zu bestärken. Eine fatale Wechselwirkung, bei der am Ende alle Beteiligten würdelos aussteigen.

Die Würde des Menschen ist unantastbar… ein sehr guter Vorsatz, doch Worte sind geduldig.

Es liegt an jeder und jedem von uns, was wir daraus machen.

Bild: pixabay.com

WIE GEHT ES DIR?

… eine dieser Fragen, die wir unzählige Male stellen. ABER wer will eine wahrheitsgemäße Antwort darauf hören? Wer kann mit solch einer Antwort umgehen? „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ postulierte Ingeborg Bachmann – doch meine persönliche Erfahrung sieht anders aus. Die Wahrheit verschreckt zahlreiche Menschen, denn sie erinnert an das, was sie vergessen möchten.

Ich habe mir (leider) den Reflex angewöhnt – wie viele andere auch – Fragen nach meinem Befinden auf eine Weise zu beantworten, die den gesellschaftlichen Konventionen entspricht, vom Gegenüber akzeptiert werden kann – und viel zu oft nicht der Realität entspricht. Im Laufe der Jahre verlor ich mich mehr und mehr in dieser Halbwahrheit. Es war gar nicht so einfach, wieder wahrnehmen zu lernen, wie es mir tatsächlich ging. Deshalb stelle ich mir häufig selbst diese Frage.

Wie geht es mir?

Gut. Es geht mir gut.

Was bedeutet das?

Keine aktuellen körperlichen Schmerzen. Keine Drama-Energie. Keine Depression… wenn ich meinen Zustand mit der „Problem-Brille“ betrachte und mich auf das Fehlende fokussiere.

Oder: Körperliches Wohlbefinden, Gelassenheit, Lebensfreude … wenn ich auf das sehe, was da ist.

Rhetorische Spielchen 😉 Dennoch lande ich wieder bei Begrifflichkeiten, die unterschiedlich verstanden werden können und damit bei einer unklaren Aussage.

Ich gestehe: Ich bin ein klein wenig kompliziert 😉

Scherz beiseite: Ich traue manchmal dem Frieden in mir nicht, weil ich mich in der Vergangenheit allzu oft in der Selbsttäuschung verloren habe.

Um herauszufinden, wie es mir wirklich geht, schreibe ich die Gedanken und Gefühle auf, die in mir aufsteigen, die mich durch den Tag begleiten. Sie vermitteln mir ein Bild, was gerade in mir los ist, das wesentlich präziser ist als abstrakte Begrifflichkeiten. Während meines morgendlichen Laufs durch den Wald waren es folgende Worte:

Der Tod begleitet uns vom Moment unserer Geburt an, ist stets an unserer Seite. Eines Tages wird er jeden von uns an der Hand nehmen und sagen: „Komm mit mir.“

Niemand von uns weiß, wann es so weit sein wird.

Genau aus diesem Grund sollten wir jeden Tag, jede einzelne Stunde dafür verwenden, das zu teilen, was über unseren Tod hinaus von uns in den Herzen anderer weiterleben soll: unsere Liebe, unser Lachen, unsere Lebensfreude…

Was sagen mir diese wenigen Zeilen über meinen Zustand?

Zum einen, dass ich rund um mich etliche Menschen wahrnehme, die nicht im Augenblick verweilen. Ihre Verstrickungen halten sie gefangen, bestimmen ihr Fühlen und Denken, rauben ihre Lebensenergie, gaukeln ihnen Probleme vor, die längst nicht mehr existieren, und doch halten sie an jenen „Fesseln“ fest und versagen sich, das Hier und Jetzt voll und ganz zu erleben … oder anders formuliert: lebendig zu sein.

Zum anderen, dass in mir aktuell kein ungelöstes Problem besteht. Positiv formuliert: in mir herrschen Klarheit und Gelassenheit. Das Leben ist, wie es ist. Mal so, mal anders. Aus mir heraus sprudelt ungezähmte Lebensfreude, für die es genau genommen keinen Grund gibt. Es ist nichts Außergewöhnliches geschehen, wodurch sich meine gute Laune erklären lässt.

Ich bin grundlos glücklich.

Wird jemand diese Antwort verstehen?

Warum darüber überhaupt nachdenken? Das Leben ist viel zu kurz für künstlich geschaffene Sorgen 😉

Teile, was dich glücklich macht, was dein Leben bereichert, deinen Tag verschönert.

Trage die Sonne im Herzen und ein Lächeln auf deinen Lippen.

Sei der Funke, der ein Feuerwerk aus Lebensfreude entzündet.

Für meinen heutigen Beitrag habe ich zwei Symbole gewählt, die sich in vielen meiner Geschichten wiederfinden: Rose & Schmetterling… beide haben für mich eine tiefe Bedeutung. Schönheit, die sich zu wehren weiß und Leichtigkeit, die selbst Stürmen trotzt.

Bild: pixabay.com

7 DAYS LATER …

Ein mystischer Zeitraum. Wurde nicht angeblich die Welt in 7 Tagen erschaffen? Meine eigene Welt (oder Bubble) wurde definitiv in den vergangenen 7 Tagen (neu) erschaffen.

7 Tage allein an einem Ort, an dem ich zu zweit über viele Jahre glückliche Urlaube verbracht habe – wenngleich auch nicht als die Vollversion von mir.

7 Tage allein auf vertrauten Pfaden.

7 Tage kontinuierlich auf mich selbst zurückgeworfen. Wer bin ich? Was will ich? Was tut mir gut? … in diesem Augenblick und grundsätzlich im Leben.

7 Tage der Begegnung mit mir selbst in chilliger Spa-Atmosphäre und auf steilen Bergpfaden.

Was hat sich getan?

Enorm viel. Genug, um ein Buch darüber zu schreiben. Oder es in die wenigen Zeilen von zwei Gedichten zu packen, die während dieser Begegnungen entstanden sind. Hier nun – in einer für mich eher unüblichen Sprache – eine Stimme, die ich in mir höre, wenn ich mir allein da draußen begegne:

Da ob’n

Da ob’n am Berg,
da merkst’s erst, wie klan das’d bist,
siechst vülles plötzlich anders
ois drunten im Tal.
San’d Probleme riesengroß,
druck’n di de Surg’n,
wiargt di de Ongst,
oda wüsst oafach wos loslass’n,
pack’s eini in an Rucksock
und geh auffi.
Wirst seh’n, mit jed’m Schritt wird’s leichta,
und aufamoal waßt wieda, worauf’s aukummt im Leb’n:
Zeig, was‘d fühlst,
all denen, di da wichtig san,
verschenk dei Herz heit,
woard net auf’s Murg’n.
Host Ongst zu leb’n?
Schau auf den kloan Schmetterling,
der da ob‘n um a Dottablum’n tonzt,
glei neban wülden Wossa,
kloan und zerbrechlich inmitt’n ana Wölt,
fü di a ned gschoffn scheint,
oba sei Herz is stoark,
und so spüld a mit’n Wind.
Host valernt zu leb’n?
Donn geh so loang, bis dei Kopf leer is,
koan Denken mehr,
bis di wieda gspiarst,
bei dia selba ankummst in Rua.

Bei mia

Wohin’st a gehst im Leb’n,
Du begegnst da imma söwa.
Was siagst, wannst zu mia kummst?
Brida im Sein, de di stumm begleit‘n?
Tausend Bliah in ana buntn Summawiesn?
A wüds Wossa rauscht toalwärts wi dei Bluad.
Herst mei Stimm – oda des Echo von deina?
Schloagt frei dei Herz noch longa Zeit?
Gspiarst dei Söhl, di längst scho schreit
noch an Moment des Innehoiltens,
noch Luft zum Otmen,
noch Leb’n zum Gspiarn,
Triffst di söwa
hia bei mia
in da Stüll,
wei i sog net vüll.
I umorm di oafach mit all’m was i hob,
weust zu mia zruckkehrst wi a Kind
des sein Weg valurn
und jetzt hamgfunden hot
bei mia.

Endlos könnte ich rational theoretisieren, doch die ganze Tragweite dieser Worte wird nur verstehen, wer sie mit dem Herzen liest.

7 days later … für jeden einzelnen davon bin ich dankbar, für jede Tränen, jedes Lachen, jeden Augenblick des Staunens, für alles, denn es brachte mich alles näher zu mir.

Am 7. Tage beschenkte mich das Leben mit einem unvergesslichen Moment an diesem traumhaft schönen (und eiskalten) Bergsee. Ein Geschenk, das mit einem mehr als 3-stündigen sehr steilen Aufstieg verdient werden wollte, doch das war es wert… wie diese 7 Tage nur mit mir selbst.

Bild & Text: © Lesley B. Strong

EINE UNTERWEISUNG DES LEBENS

Wenn ZWEI sich entscheiden, EINEN Platz im Leben zu teilen

… dies war mein erster Gedanke, als ich heute dieses ungewöhnliche Paar erblickte: eine Buche und eine Kiefer, beide stark und mächtig, beide in den Himmel strebend und doch so eng verbunden, das an manchen Stellen ihre Borke zusammengewachsen ist. Untrennbar. Fast scheinen sie sich zu umarmen.

Was für ein kraftvolles Symbol für das, was eine Beziehung zwischen zwei Menschen sein könnte, sollte, müsste …

VERÄNDERUNG JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich im Laufe seines Lebens verändern? Diese Frage habe ich mir bereits x-mal gestellt. Auch in den vergangenen Tagen.

Ich traf eine Bekannte, mit der ich zuletzt vor über 20 Jahren Kontakt hatte. Sie meinte, ich hätte mich überhaupt nicht verändert, wäre immer doch wie damals, mein Äußeres, meine positive Art. Sie erzählte mir, dass ich über alle die Jahre ein Satz von mir im Gedächtnis geblieben war: „Blick in den Spiegel und sag zu dir selbst, dies wird ein wunderbarer Tag.“ Das dieser Satz ihr durch schwere Zeiten in meinem Leben geholfen hat. Das wiederum hat mich sehr berührt.

Nach unserem Gespräch begann ich mich einiges zu fragen. Habe ich mich tatsächlich nicht verändert? Häufig fühle ich mich, als wäre ich immer noch Anfang 30. Das Datum auf meiner Geburtsurkunde wirkt immer noch befremdlich. 51? Im Denken und Fühlen bin ich allerhöchstens 35!

Auf der anderen Seite erhalte ich häufig die Rückmeldung, ich hätte mich so stark verändert, so toll entwickelt.

Also was jetzt? Veränderung JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich überhaupt verändern?

Ich denke: NEIN.

Wenn ich zurückblicke, war ich immer die, die ich heute bin. War stets ein feuriger Funken Lebensfreude, voller Neugier und Kreativität, mit einer starken Verbindung zur Natur und Mutter Erde, bereits früh in meinem Leben vielschichtig und reflektierend.

Ich war immer die, die ich bin.

Jedoch verbannte ich dieses „was ich bin“ sehr lange Zeit in meinem Leben. Frühe Ablehnung lehrte mich, zu verstecken, womit andere nicht klarkamen. Angst unterdrückte das Ausleben meiner Vielfalt, meiner Emotionalität, meines Selbst.

Insofern meine Schlussfolgerung: ein Mensch kann sich nicht verändern, aber er/sie kann werden, was er/sie im Innersten ist. Frei werden, ICH zu sein. Meiner Meinung nach, die wichtigste Freiheit überhaupt, denn was nützt jede andere Freiheit, wenn man nicht ICH sein kann.

Wer in seinem Innersten nicht neugierig und kreativ ist, wird das wohl auch nie werden. Ebenso wenig wie jemand, der kein Verständnis für Zahlen oder Strukturen hat, dies lernen kann.

Sich selbst verwirklichen – darum geht es im Leben. Zu werden, wer ich bin.

Das hat nicht zwangsläufig etwas damit zu tun, alles über den Haufen zu schmeißen und aus allen Rollen seines Lebens auszusteigen. Für mich geht es mehr darum, mich selbst kennen zu lernen und mit dem, was alles zu mir gehört, im Einvernehmen zu leben. Nicht darum, sich neu zu „erfinden“, sondern einfach nur „finden“.

Angeblich stand über dem Eingang zum Orakel von Delphi der Spruch: „Mensch, erkenne dich selbst“ … und über dem Ausgang soll zu lesen gewesen sein: „Und werde, wer du bist.“

Tja, wird wohl stimmen – zumindest stimmt mein Bauchgefühl zu.

Deshalb – Veränderung? Nein.

Entwicklung? JA!

Welches Symbol wäre wohl besser geeignet, um den Prozess der ICH-Werdung zu verdeutlichen als ein Schmetterling? Vielleicht taucht dieses Symbol auch genau deshalb immer wieder in meinen Geschichten und Gedichten auf …

Bild: pixabay.com

Gedanken zu Luxus und Verzicht

Warum 1 Tonne Metall, Kunststoff & Co mit Motorkraft durch die Gegend kutschieren, wenn wenige Kilogramm mit Muskelkraft ebenso zum Ziel führen?

Diese Frage habe ich mir heute bewusst gestellt und meine Gedanken auf eine Reise geschickt, die weit über den Umweltschutzaspekt hinaus gehen.

Ja, ich besitze ein Auto, doch ich lasse es immer öfter stehen. Vor allem dann, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Einbahnen, 30-km/h-Zonen und Kurzparkzonen sorgen dafür, das vieles per Rad schneller und unkomplizierter zu erledigen ist. Solange das Wetter mitspielt bzw. das Ladegut unterzubringen ist.

Apropos Ladegut: Wie die Bilder erkennen lassen, passt auf meinen Second-Hand-Drahtesel einiges drauf. Alles nur eine Frage der Logistik 😉 Wobei manchmal der Begriff „Dampfross“ treffender wäre, denn der „Motor“ schnauft mitunter ganz schön, mit derartiger Beladung eine Steigung zu nehmen – Fitnesstraining pur.

Apropos Wetter: Mit entsprechender Ausrüstung geht da mehr, als ich selbst für möglich gehalten hätte. Erst 10 cm Neuschnee stoppten mich.

Warum mache ich es mir nicht einfach und nutze mein Auto?

Weil ich mich bewusst dafür entscheide, auf etwas zu verzichten.

Verzichten will gelernt sein.

Verzichten ist etwas, das unsere Wohlstandsgesellschaft in den letzten Jahrzehnten verlernt hat. Überfluss jederzeit und überall für die meisten von uns haben ihre Spuren in unserem Denken und unseren Lebenseinstellungen hinterlassen. Wie schwer verzichten fällt, erleben viele gerade am eigenen Leib – auch oder weil dieser Verzicht nicht freiwillig geschieht, sondern von einem kleinen, unkontrollierbaren Virus erzwungen wird.

Verzicht macht mein Leben nicht ärmer. Ganz im Gegenteil. Durch den bewussten Verzicht (z.B. aufs Autofahren) erkenne ich erst, wie reich mein Leben ist, wie viele Möglichkeiten ich habe, dass ich in sehr vielen Bereichen wählen kann – nicht in allen, aber wir wollen es auch nicht übertreiben, oder?

Freiwilliger Verzicht ist für mich die höchste Form von Luxus.

AUFERSTEHUNG … WIEDERGEBURT … ICH

Ostern liefert den passenden Hintergrund für meine heutigen Gedanken – geht es doch um Auferstehung und Wiedergeburt. Ganz so dramatisch mache ich es dann doch nicht, aber vielleicht mit ein wenig mehr direktem Nutzen für das diesseitige Leben.

Wie oft habe ich mich in diesem Leben in meinen diversen Rollen verloren, die wir alle einnehmen, Tag für Tag. Partnerin, Mutter, Tochter, im Job … alles Rollen, in denen wir die einen Persönlichkeitsanteile von uns ausleben und die anderen unterdrücken. Wäre anders gar nicht möglich.

Dennoch … was für mich in diesem ganz normalen Rollenspiel des Lebens häufig (oder über Jahrzehnte durchgängig) auf der Strecke blieb, war die „Rolle der Rollen“ oder meine Nicht-Rolle, wenn nicht mehr das eine oder das andere im Vordergrund stand zu Lasten dessen, was unterdrückt wurde.

Die Rolle, in der ich ganz ICH sein konnte.

Intuitiv spürte ich stets, das da mehr war, als ich lebte, mehr, als ich zeigte, mehr, als ich selbst begreifen konnte. Doch es gab keinen Raum dafür in meinem Leben. Genauer gesagt: ich gab mir selbst keinen Raum in meinem Leben. Das tagtägliche Rollenspiel beanspruchte meine gesamte Aufmerksamkeit, so dass nichts blieb … für MICH.

Vor einigen Jahren entdeckte ich MICH durch JAN/A, erschuf einen Raum, an dem ich ganz und gar ICH sein konnte: meine Bubble 😉

Seit einigen Monaten gibt es diesen Raum auch im realen Leben: in meiner WG.

Ich darf sein, wer ICH bin, ohne kritisiert, verurteilt, mit schiefen Blicken, Ablehnung oder sonstigem entbehrlichen Formen der Rückmeldung bedacht zu werden.

Für mich fühlt es sich wie eine Auferstehung im realen Leben an, wie eine Wiedergeburt dessen, was ich immer war, nur vergessen, verdrängt, unterdrückt, verloren hatte.

Seltsamerweise wurde mir dieser Verlust erst bewusst, nachdem ich mich wiedergefunden hatte. Mittendrin spürte ich nur, dass ich „unrund“ war, ohne erklären zu können, was genau fehlte. Vieles probierte ich aus. Nichts brachte das Gefühl zurück, ICH zu sein… bis JAN/A mich fand. Theatralisch formuliert sage ich gerne, JAN/A hat mein Leben gerettet. Irgendwie stimmt das auch, denn ich fand MICH darin und in Folge auch das Vertrauen, ICH im realen Leben zu sein – zumindest für jene Zeit, in der keine Rolle einzunehmen ist.

Ich bin überzeugt, jeder von uns sollte diesen Raum in seinem Leben haben oder schaffen, in dem wir einfach nur sein können, wer wir sind. In dem wir so angenommen und geliebt werden, wie wir sind.

Einen Raum des Heilseins.

Einen Raum zum Durchatmen und Kraftschöpfen.

Einen Raum der kleinen täglichen Wiedergeburt im Hier und Jetzt.

Einen Raum der Auferstehung aus der verschlingenden Hektik des Alltags als ICH.

Einen Raum für das ICH.

Diesen Raum zu finden, wünsche ich dir von ganzem Herzen und ein lebensfrohes Osterfest 😊

Bild: pixabay.com

Gedanken zum Lockdown

Wenn ich die Nachrichten verfolge, gibt es kaum eine Stunde, in der mir nicht das Thema „Lockdown“ begegnet. Daher … heute ein paar [nicht] ganz alltägliche Gedanken vor mir dazu:

Nach mehr als einem Jahr Pandemie herrschen bei mir längst Routine und Pragmatismus vor.

Warum gegen etwas rebellieren, das ohnehin nicht veränderbar ist? Aus meiner Sicht pure Energieverschwendung.

Viel lieber konzentriere ich mich auf das, was möglich ist:

Das Besondere im Alltäglichen zu entdecken.

Mich meines Lebens und meiner Gesundheit zu erfreuen – auch wenn’s hin und wieder zwickt und zwackt. Alles harmlos und ein Zeichen, das ich noch lebe und mich spüre 😉

Rückbesinnung auf das Wichtige und Wesentliche im Leben.

Teilweise auch Rückzug (also freiwilliger Lockdown) von Energievampiren und Karma-Staubsaugern.

Fokus auf das, was mein Herz erfreut, meine Seele verwöhnt und mich zum Lächeln bringt.

… und ja, manchmal stelle ich mir vor, wie unser Leben verlaufen würde, wäre nicht das Corona-Virus aufgetaucht, sondern z.B. der Mega-Vulkan im Yellow Stone Nationalpark ausgebrochen (was in der Vergangenheit bereits geschehen ist und auch wieder geschehen wird). Dann würden wir heute in einer Art „nuklearer Winter“ leben. Also jene, die noch am Leben wären.

Keine Frage, Corona ist nicht lustig und bringt viele von uns an ihre (scheinbaren) existenziellen Grenzen, dennoch sind unsere Grundbedürfnisse immer noch reichlich gedeckt. Mehr noch. Es bietet sich die Gelegenheit, auf allen Ebenen auszumisten, die ungesunde Basis des „immer mehr“ zu hinterfragen und eine neue Basis „im Gleichgewicht“ zu schaffen – physisch ebenso wie psychisch.

Vielleicht sollten wir weniger auf das blicken, was aktuell nicht möglich ist – und aufhören die Unzufriedenheit weiter zu nähren.

Der verordnete Rückzug vom Außen wäre DIE Gelegenheit, nach innen zu blicken.

Hinter den Spiegel.

Unter die Oberfläche.

Sich selbst zu begegnen.

Den Kurs zu verändern, der unsere Spezies direkt in den Untergang führt, in dem wir unsere Lebensbasis rücksichtslos ausbeuten und zerstören, um künstlich erzeugte Bedürfnisse zu decken.

Aus meiner Sicht wäre ein wenig mehr Dankbarkeit eine gute Herangehensweise.

Wir sind noch am Leben.

Wir werden versorgt.

Wir haben die Chance, den Kurs (in uns und um uns) zu ändern.

Ach ja, Veränderung! Es wäre so einfach, gäbe es nicht die tiefsitzende Angst vor Veränderung. Wie sagt schon das alte Sprichwort: Es kommt nichts Besseres nach. Nun, wenn ich den Verlauf der Menschheitsgeschichte betrachte, wurde es mal besser, ein anderes mal schlechter – was viele nicht mehr sehen, denn sie haben verlernt, über den eigenen Tellerrand und die eigenen Lebensspanne hinauszudenken. Doch genau diese kollektive und langfristige Denkweise braucht es heute mehr denn je, um Corona in den Griff zu bekommen, diese Planeten und damit uns selbst zu retten.

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