Alles begann mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings …

… bildlich gesprochen. Alles begann am 13. Oktober 2017, also genau vor 2 Jahren. An diesem Tag traf ich die Entscheidung, den Berg Bügelwäsche in meinem Wohnzimmer ruhen zu lassen, also nicht mehr zu bügeln, sondern es auf den nächsten Tag zu verschieben. Als ich mich am nächsten Tag ans Werk machte und – hier kurz angemerkt: ich hasse bügeln – wie üblich zur leichteren Erträglichkeit mich mit Musik bzw. einem Blick auf die TV-Surf-Aktionen meines Partners vom eigentlich Tun ablenkte, geschah das Unvorhersehbare. Ein an sich trivialer Input aus einer TV-Serie huschte an meinem kritischen Verstand vorbei und setzte in meinem Unterbewusstsein eine Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes in Gang. Woher auch immer der Gedanke kam, in meinem Geist manifestierte sich eine Entschlossenheit wie selten zuvor: Ich schreibe eine Geschichte über eine Frau, die sich einen Dämon verliebt.

Ungefähr vier Monate später war die Erstfassung von JAN/A getippt. Knapp über 600 Seiten und 117.000 Wörter und ich begann allmählich zu begreifen, was ich getan hatte. Mit dieser Geschichte einer vordergründig unmöglichen Liebe, in der die Protagonisten allen Schwierigkeiten, Vorurteilen und was sonst noch im Wege stehen kann zum Trotz zueinander finden, hatte ich auch mein eigenes Selbstbild neu geschrieben und den Weg zu mir und zurück in die Selbstliebe gefunden.

Aber damit war es noch nicht vorbei. Zu Beginn hielt ich mich über die wahren Hintergründe von JAN/A noch bedeckt. Doch im Zuge der Lesungen im November 2018 veränderte sich auch diese Einstellung. Ab Dezember 2018 sprach und schrieb ich Klartext. Und wie. #Borderline. Innerhalb von ungefähr sechs Wochen entstand „DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Lebensgeschichte #Borderline“ und wurde im Juni 2019 veröffentlicht.

Was mit einem trivialen Mini-Input begann, wurde zu einer stetig wachsenden Welle. Im Juli 2019 ging dieser Blog online. Ab August fing ich an Videos zu machen. Ach ja, ein paar Facebook-Gruppen entstanden. JAN/A Band 2 kommt in die finale Phase, die nächsten Buchprojekte brodeln in der Pipeline und ich plane Neues für 2020. Was mich wieder zum Ausgangspunkt, also zum besagten Flügelschlag des Schmetterlings bringt.

Zu Beginn dachte ich noch, ich ziehe nur mich selbst aus der Sch…

Später wurde mir klar, dass vielleicht andere von meinen Erfahrungen profitieren könnten. Aus diesem Grund richtet sich dieser Blog (ursprünglich) an Borderliner und deren Umfeld, um andere Sichtweisen und Wege aufzuzeigen und als Quelle der Inspiration zu fungieren.

Doch … je mehr ich schreibe und blogge, desto mehr erweitere ich meinen Themenkreis und fokussiere ich mich gleichzeitig auf das, was ich persönlich als die Essenz für ein „gelingendes Lebens“ verstehe, ganz gleich, ob jemand Borderliner ist oder nicht, oder einfach nur auf der Suche nach sich selbst, gefühlte 10.000 Fragen zum Leben im Kopf hat, oder versucht zu verstehen, wie alles zusammenhängt, wie verstrickt und vernetzt unser aller Handeln und Denken im Grunde ist.

Für mich sind es drei Säulen, auf denen mein eigenes Gleichgewicht sowie das Gleichgewicht mit meinem Umfeld ruht: Liebe, Geborgenheit (Sicherheit) und Anerkennung. Erklärende Modelle dazu gibt es einige und unzählige Übungen. Obwohl ich viele davon kenne, werde ich mich wohl nie auf ein Modell, eine Erklärung oder eine Art von Übungen festlegen. Für mich sind die Möglichkeiten in diesem Bereich wie das Leben selbst: vielfältig und schier grenzenlos. Außerdem finde ich es enorm spannend, den eigenen Weg zu finden und zu beschreiten. Was sonst wohl wäre der Sinn eines gelingenden Lebens als sich in der Umarmung des Lebens wiederzufinden? #feeltheembraceoflife  

Und ich habe die romantische Hoffnung, dass der eine oder andere meiner Texte vielleicht für jemand da draußen zum Flügelschlag eines Schmetterlings wird. Wer weiß?

Hier noch ein aktueller Überblick über „mein kleines Universum“, das mit dem „Urknall“ am 13. Oktober 2017 zu expandieren begann und in dem ich nach beste, Wissen und Gewissen abzubilden versuche, was ich in rund 30 Jahren Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung gelernt habe:
Autorenseite
Gruppe für Autobiographien
Gruppe #feeltheembraceoflife
Gruppe Treffpunkt für Suchende und Angekommene

Mein Weg zurück ins Fühlen zeigt sich auch sehr deutlich in den Videos. Im Laufe von nur vier Monaten wurden sie von einem zum anderen emotionaler:
Book Trailer JANA … ein kurzer Einblick in Band 1
Book Trailer DISCONNECTED … das Video zu meiner Autobiographie
Lesleys Journey … zeigt die Meilensteine auf meinem Weg seit Oktober 2017
The Embrace of Life … mein Erstversuch, ein Gedicht als Video aufzubereiten

Wer gerne einmal einen Blick in meine Werke werfen möchte, findet eine gratis Leseprobe im Buch-Shop meines Verlages:
JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte
DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Lebensgeschichte #Borderline

Und all dies entstand durch den Flügelschlag eines Schmetterlings …

Ich habe einen Traum …

… oder besser gesagt: ich habe eine Vision. Diese Vision hat viel damit zu tun, wie mein bisheriges Leben verlaufen ist. Ich habe unzählige Tiefs durchlebt und kann mich längst nicht mehr an alle erinnern, aber ich erinnere mich, dass sehr oft jemand zum richtigen Zeitpunkt da war, um mit ein paar Worten meine emotionale Achterbahn auf einen anderen Kurs zu bringen und damit aus dem Tief hinaus. Ich hatte also eine Menge „Weichensteller“ in meinem Leben. Sie sind auch der Grund, warum ich beschlossen habe, meine schöpferische Kraft als Autorin nicht für reine Unterhaltungslektüre einzusetzen (was vermutlich finanziell wesentlich lukrativer wäre), sondern in meine Geschichten und Wortschöpfungen stets mehrere Ebenen einzubauen, man könnte es auch philosophisch-psychologischen Tiefgang nennen. Der reduziert zwar den Kreis potenzieller Leser und Leserinnen, aber jene, die sich davon nicht abschrecken lassen, können für sich Antworten und Erkenntnisse finden, die sich nachhaltig auf ihr Leben auswirken. Damit wäre nun ich meinerseits die Weichenstellerin.

Weniger romantisch formuliert bedeutet das: ich möchte meine Erfahrungen, die ich in vielen Krisen erlebt und durchlebt habe, mit anderen teilen, um ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen. Jeder muss zwar seine eigenen Erfahrungen im Leben machen, dennoch kann es hilfreich sein zu wissen, wie andere ihre Herausforderungen gemeistert haben.

Zurück zu meiner Vision. Meine „Weichensteller“ vermittelten mir etwas Besonderes: das Gefühl, dass alles genau richtig war, egal in welcher Scheiße ich gerade steckte, es war genau richtig zu diesem Zeitpunkt um zu begreifen, zu lernen, weiterzukommen … für kurze Zeit verschwanden die Ängste und Zweifel, fühlte ich mich vom Leben umarmt, ausgerüstet mit allem um die Herausforderungen zu bestehen, angekommen im Urvertrauen. Dieses Urvertrauen sollte idealerweise unseren Alltag begleiten. Wie selten dies vorkommt und wie oft es anders ist, darüber gibt es sehr viele Bücher und vielleicht füge ich eines Tages ein weiteres in die Reihe hinzu.

Wie auch immer: Die Umarmung des Lebens fühlen. Das ist meine Vision. Dieses Gefühl anderen zu vermitteln an einem dafür eigentlich nicht vorgesehenen Ort: Facebook. Vorerst. Vielleicht kommen später noch weitere Plattformen dazu.

Meine Vision ist es, eine Gruppe aufzubauen, die sich aus dem Meer an oberflächlichen Beiträgen der Selbstdarstellungen, endlos geteilten „Es geht noch schlimmer“-News (egal ob echt oder Fake) und was es sonst noch so an Aktionen gibt, die mich fragen lassen, inwiefern sie das Leben bereichern oder die Welt verbessern. Ich weiß, manchmal kann ich echt zynisch sein, aber ich entstamme noch jener Generation, die ohne Handy mit einem Vierteltelefonanschluss aufwuchs und manchmal zwei Wochen warten musste, bis ein Foto im Studio entwickelt worden war. Der Virus, alles und jeden für ewig in Bits und Bytes festzuhalten, hat mich bis heute nicht erwischt. Und ganz ehrlich, aktuell gibt es in dieser Welt so einiges, von dem wir viel zu viel haben, aber etwas, von dem wir definitiv zu wenig haben und eigentlich auch nie genug haben könnten: zwischenmenschliche Wärme. Wie Funken der Hoffnung leuchtet sie ab und an, hier und da auf, doch es könnte viel mehr sein. Es könnte ein wärmendes Feuer sein, an dem alle Platz finden, würden wir alle damit aufhören zu kritisieren und zu verurteilen, und stattdessen auf Verständnis, Kommunikation und Kooperation setzen. Aber dazu bedarf es aus meiner Sicht einem gewissen Grad an Tiefgang und Interesse am anderen.

Parallel zur weiterverbreiteten Oberflächlichkeit möchte ich daher diese Gruppe, die es übrigens schon gibt, die sich aber noch in den Kinderschuhen befindet, dahingehend aufbauen, dass echte Menschen dort das teilen, was sie die Umarmung des Lebens fühlen lässt. Es soll ein virtueller Zufluchtsort für jene entstehen, die gerade in irgendeinem Tief stecken und nicht das Gefühl haben, dass ihr Leben und alles rundherum genauso ist, wie es sein soll. Eine Zuflucht für jene, die sich aus der Umarmung des Lebens gefallen zu sein glauben; die das Urvertrauen verloren haben; die eine Neuausrichtung brauchen könnten, also einen Weichensteller. Wenn alles andere versagt hat, vielleicht finden sie jene Worte, die sie wieder auf Kurs bringen, in den Beiträgen dieser Gruppe.

Die Gruppe heißt RECONNECTED – Feel the embrace of life … und jeder und jede, die Teil dieser Vision sein möchte, andere mit der eigenen Lebenserfahrung zu unterstützen, ist herzlich willkommen.

Es gibt allerdings einen Haken: keine Kalendersprüche! Ganz ehrlich, in meinen diversen Tiefs wollte ich eines am wenigsten hören: Sinnsprüche, die irgendjemand irgendwann verfasst hatte und die seither unzählige male kopiert und geteilt wurden. Für mich fühlten sich diese Weisheiten – obwohl sie viel Botschaft und Sinn enthalten – unendlich fern und unerreichbar an. In diesen Momenten halfen mir die vielleicht unüberlegt formulierten, aber dafür umso authentischeren Worte eines für mich greifbaren Menschen weitaus mehr. Diese Worte waren Teil meiner Welt, im Hier und Jetzt, ihre Energie war viel intensiver spürbar als Botschaften aus vergangenen Zeiten. Damit setze ich mich auseinander, wenn es mir gut geht und ich Zeit in ausufernde Reflexionsprozesse investiere. Aber im Moment der Krise, am Abgrund stehen, im Angesicht der Dunkelheit, waren es die Worte meiner Weichensteller, die mich erreichen und meinen Kurs verändern konnten.

Und genau das ist meine Vision: Worte von Menschen für Menschen. Von Herz zu Herz. Von Seele zu Seele.

Ich fühle die Umarmung des Lebens in mir. Ich erzähle dir davon. Und vielleicht führen dich meine Worte auf einen Weg, der auch dich zurück führt in das Gefühl, vom Leben umarmt zu werden.

Das ist meine Vision.

Wer will mich begleiten?

#feeltheembraceoflife

https://www.facebook.com/groups/feeltheembraceoflife/

Leben!

Die Sonne hat sich längst über den Horizont erhoben, aber die Dunkelheit will nicht weichen – nicht aus meinem Fühlen. Nicht aus meiner Seele? Die Welt rund um mich ist in Ordnung. Ich lege im Bett, werde von dem Mann im Arm gehalten, denn ich liebe und der mich liebt. Ich weiß, dass ich in Sicherheit bin, geborgen und dennoch – die Dunkelheit haftet wie ein Schatten auf mir, ein Schatten, den kein Sonnenlicht zu bannen vermag. Ist das die Wahrheit? Für mich? Oder gibt es eine andere Wahrheit? Was ist Wahrheit überhaupt? Die Tränen, die in meinen Augen brennen? Der Schmerz, der mein Herz zu verschlingen droht? Die Angst, die jedes Wort unterdrückt, das davon erzählen möchte. Die Gewissheit, dass niemand verstehen kann, was die Dunkelheit für mich bedeutet?

Die Dunkelheit. Sie ist eine Heimat, in die ich gestoßen wurde. Hätte ich sie für mich erwählt? Niemals! Und doch kann ich sie nicht loslassen, nicht vollständig ziehen lassen. Halte ich sie? Oder sie mich? Oder sind wir einfach untrennbar verbunden?

Sag mir, Dunkelheit, wer bist du? Was bist du? Was hält dich in meinem Leben? Warum ziehst du nicht weiter? Längst hast du den Schrecken für mich verloren, einzig der Schmerz blieb. Warum lässt du mich nicht zur Ruhe kommen? Was ist in dir? Wie lange habe ich gegen dich gekämpft – erfolglos. Fast magisch bindet es mich an dich, das Unbekannte – oder Vertraute? Vergessene? Was werde ich finden, wenn ich mich in dich fallen lasse?

In die tiefste Dunkelheit will eintauchen, auf den Grund jenes bodenlosen Sees hinabsinken, der meiner Seele gleicht.

Schwerelos im Nichts verweilen.

Fühlen ohne Grenzen, denn wir sind eins, der See und ich.

Verharren in der Ewigkeit des Augenblicks, einem Atemzug, einen Herzschlag.

Meine Gedanken aufgelöst in vollkommener Stille.

Die Augen schließen.

Sehen – was jedem Blick verborgen bleibt

Berühren – was keine Hand je berühren kann

Hören – jene Stimme, die in mir klingt und doch keine Worte kennt

Annehmen – was nicht zu verstehen ist

Fühlen – was du bist, immer warst und immer sein wirst

Meine Zuflucht, in der ich Schutz fand. Jene Heimat, in der das feurige Herz des Dämons leben durfte und bis heute lebt.

Kann ich dich ziehen lassen? Dich verlassen? Will ich es? Was würde ich verlieren? Dich? Mich selbst? Den Schmerz? Ist der Schmerz Teil von dir? Oder von mir? Oder nur eine Illusion, an die mein Geist sich klammert – aus Furcht vor dem, was du bist? Oder ich? Oder dem, was sein könnte?

Ich will nicht mehr kämpfen. Nicht gegen dich. Nicht gegen mich. Ich will leben!

Eine Schwingung durchzieht den See und mich. Musik. Verspielte Töne aus einer anderen Welt, voller Leichtigkeit. Farben gesellen sich zu dem Reigen. Bunt. Vielfältig. Mehr als ein Regenbogen zeigen kann, schillernd wie die Flügel eines Schmetterlings im Sonnenlicht, das mich von innen heraus durchstrahlt. Ein Gefühl, das mich erfasst, geboren in einem feurigen Herzen, das sich entfaltet in der grenzenlosen Freiheit und bedingungslose Umarmung der Dunkelheit.

Der Schmerz wird zu Nebel, der von jenem See emporsteigt, dessen Oberfläche nun wie blaugrüne Seide schimmert. Aus Nebel werden Wolken. Aus Gedanken wird Wind, der die Wolken vertreibt, bis da nur noch das Licht der Sonne am strahlendblauen Himmel ist, das dem See seine Farbe und Tiefe verleiht.

Was wäre das Licht ohne die Dunkelheit? Was die Oberfläche unter die Unendlichkeit darunter?

Kämpfen? Oder umarmen?

Leiden? Oder lieben?

Leben!

Diese „Eigen-Intervention“ habe ich heute Morgen in Echtzeit geschrieben. Ich wusste zu Beginn nur, dass am Ende alles gut sein würde, welchen Weg auch immer meine Worte (und damit mein Ich) wählen würde.

Vielleicht sollte ich aufgrund dessen, was ich weiß und kann, heute so weit sein, dass ich derartige Interventionen nicht brauche. Vielleicht sollte ich längst stabil im Zustand der Symptomfreiheit leben. Tu‘ ich aber nicht. Ich funktioniere weder auf Knopfdruck noch innerhalb der Standardnormen unserer Gesellschaft.

Eine Entscheidung für das eine ist immer auch eine Entscheidung gegen vieles andere. Ich habe mich entscheiden. Für mich – und damit gegen alles, was andere meinen, was und wie ich sein sollte, wie ich zu funktionieren habe oder was richtig und falsch für mich ist.

Ich bin ich!

Einladung

Heute lade ich dich ein, Teil der Facebook-Gruppe #feeltheembraceoflife zu werden.

Diese Gruppe dient einzig und allein einem Zweck: Sie soll Menschen untereinander und mit einem Gefühl verbinden – mit der Umarmung des Lebens.

Teile besondere Momente, Texte, Bilder, Videos … mit der Gruppe. Momente, die in dir das Gefühl von „es ist absolut alles OK und ich fühle mich rundum wohl, geborgen, geliebt, anerkannt…“ wach rufen.

Wenn’s mal gerade anders läuft: schau vorbei und tanke so viel „Umarmung des Lebens“-Energie wie du magst.

Sei ein Teil von etwas das größer ist, als ein Mensch allein je sein kann.

Sei ein Teil dieser Umarmung. 

ALS DAS LEBEN MICH UMARMTE …

… sandte es Menschen aus, deren Gesichter für mich wie Spiegel waren. In jedem dieser Spiegel erblickte ich ein Lächeln und eine stille Botschaft: „Du bist OK, genauso wie du bist. So hat das Leben dich erschaffen und so sollst du leben.“ Keine Worte brauchte es, nur ein Flüstern im Wind. Ein Lachen. Eine Erinnerung, an ein kleines Mädchen, das freudig über seine blühende Sommerwiese läuft, mit wehendem Haar, das feurig schimmert im Sonnenlicht, voller Lebensfreude und Leichtigkeit, umarmt vom Leben.

#feeltheembraceoflife

Das Foto in diesem Beitrag wurde mir von einem dieser Menschen geschenkt, um es hier mit dir und der ganzen Welt zu teilen. Ich habe es voller Dankbarkeit angenommen.

DIE UMARMUNG DES LEBENS

Der heutige Beitrag begann mit einem Song, der nebenbei beim Autofahren lief: „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel aus dem Jahr 1966, also uralt, sogar älter als ich 😉 https://music.amazon.de/albums/B00PIRPOII?trackAsin=B00PIRPPLE&ref=dm_sh_e004-51fb-dmcp-4c98-e8c85&musicTerritory=DE&marketplaceId=A1PA6795UKMFR9

Meine Gedanken begannen zu kreisen.

Einer der Vorteile am Älterwerden ist jener, dass man irgendwann den Punkt erreicht, an dem man „alles irgendwie schon einmal erlebt hat“. Nehmen wir den Song. Wer sich mit dem Text von „The Sound of Silence“ befasst hat, wird feststellen, dass die Aussagen heute aktueller denn je sind. Vereinsamung und Depressionen, die sich ausbreiten wie ein Krebsgeschwür, leise und scheinbar unbemerkt… Menschen, die einfach nur reden ohne wirklich etwas zu sagen, die zuhören ohne zu verstehen … Zu den Neon-Göttern können wir getrost unsere synthetischen Idole und unerreichbaren Ideale hinzurechnen. Und es gibt – damals wie heute – jene, die sich nicht als Teil von dieser Gesellschaft angenommen fühlen und deren Hilferufe heute vielleicht weniger in U-Bahnstationen und Hauskorridoren, dafür mehr auf den Plattformen der sozialen Medien zu finden sind.

Seit der Entstehung des Songs ist also mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen, aber wie viel sind wir weitergekommen? Grüblerische Gedanken, düstere Stimmung … wer meine Texte aufmerksam liest, wird mittlerweile erkannt haben, dass ich mich zwar immer wieder in die „Dunkelheit“ fallen lasse, nach meinem Besuch jedoch wieder ins „Licht“ zurückkehre. Ich spiele mit dem Prinzip der Dualität: alles im Leben hat zwei Seiten (mindestens). Diese Überzeugung hilft mir, meinen Kurs zu korrigieren, wenn ich drohe, mich in der Dunkelheit meine Gedanken und Gefühle zu verlaufen.

Meine Gedanken kreisten also weiter: Die schöne neue virtuelle Welt. Sie macht es so viel einfacher andere auszugrenzen – oder sich ausgegrenzt zu fühlen. Jede Minute am Bildschirm verringert die Zeit zwischenmenschlicher Begegnung quantitativ und qualitativ. Anonymität macht unberührbar. Alternative Fakten zaubern eine maßgeschneiderte Realität, die manchmal kaum mehr etwas mit der echten Realität zu tun hat. Eine Welt, die ein Fluch sein kann.

Die schöne neue virtuelle Welt. Sie ermöglicht Begegnungen von Menschen, die in der physischen Realität nur mit erheblichem Aufwand möglich wären, über riesige Entfernungen und zeitliche Distanzen hinweg. Jenseits vom kulturellen Korsett bietet sie die Freiheit zu leben, was sonst verborgen bleiben muss. Aus der Vielfalt heraus kann entstehen, was ein einzelner kaum zu denken vermag. Eine Welt, die ein Segen sein kann.

Das verstehe ich unter Dualität: Etwas betrachten, und beide (oder sogar mehrere) Facetten wahrnehmen, beide Seiten einer Münze. Nichts in diesem Universum hat nur eine Seite, davon bin ich überzeugt. Leider erlebe auch ich, dass sich die unangenehmen Seiten tiefer in mein Gedächtnis einbrennen und auch schneller als Erinnerung wieder zurückkehren. Das liegt an den intensiven Emotionen, die damit verbunden sind und mitunter unter dem Hashtag „existenzbedrohend“ abgelegt wurden.

Unsere Gegenwart mag mit synthetischen Idolen und realitätsfernen Idealen, mit mehr Schein als Sein, Oberflächlichkeit, Ignoranz, Rücksichtlosigkeit und hemmungsloser Selbstüberschätzung der Spezies Mensch zu bewerten sein – auf der einen Seite.

Auf der anderen Seite ist da so viel mehr. So viel Gutes und Schönes, das in der Flut der Belanglosigkeiten zu versinken scheint, wenn wir übersehen, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten. Ein Mensch kann heute aus einem kleinen Kämmerlein heraus mit ein paar Mausklicks eine lebensfrohe Botschaft an Millionen von anderen Menschen richten. Nie zuvor war dies möglich. Welch eine Zeit!

Und dann war sie plötzlich da: meine Idee! Oder besser: Meine Frage „Kann ich das auch?“ Reizvoll, sehr reizvoll, es zu versuchen… [Wer JAN/A gelesen hat, weiß, wer diese Zeile schreibt 😉] … unwiderstehlich. Hier nun meine Idee im Detail:

Ich will eine Botschaft in diese Welt hinaussenden, jene Antwort – oder besser – jenes Gefühl, dass ich solange vermisst hatte, weil ich verlernt hatte, es wahrzunehmen: Die Umarmung des Lebens. Jeder von uns kennt es. Egal, wie mies dein Leben verlaufen ist oder vielleicht noch läuft, irgendwann gab es auch in deinem Leben Momente, vielleicht nur Minuten oder Sekunden, in denen du völlig im Hier und Jetzt warst, in denen alles absolut in Ordnung war und du dich mit allem verbunden gefühlt hast – für Augenblicke nur. Vielleicht hast du einen Fluss beobachtet und Blätter, die tänzelnd auf dem Wasser treiben? Vielleicht einen Baukran als dunklen Scherenschnitt vor einem in leuchtenden Farben glühenden Abendhimmel? Vielleicht hast du ein Kind im Arm gehalten? Vielleicht die Liebe deines Lebens? Was auch immer es war – es gab diese Momente, gleich ob viele oder nur wenige, es gab sie. Auch in meinem Leben. So wie jetzt, während ich diese Zeilen tippe und das Gefühl habe, dass alles genau richtig ist: mein Leben, ich selbst, alles, hier und jetzt. Keine Sorgen, keine Ängste, einfach nur leben im Augenblick, in einem Atemzug, einem Herzschlag, eins mit allem sein und die Umarmung des Lebens fühlen. Egal, was morgen sein wird, Probleme, Ärger, Stress … die andere Seite des Lebens, die mich manchmal wie der Schlund eines Ungeheuers zu verschlingen droht, bis ich mich wieder daran erinnern, dass da noch etwas anderes ist, und sie fühle: die Umarmung des Lebens.

Diese Botschaft will ich in die Welt hinaussenden unter dem #feeltheembraceoflife (Feel the embrace of life – fühle die Umarmung des Lebens) und damit zum Ausdruck bringen: ja, ich kann sie fühlen, die Umarmung des Lebens, denn sie ist es, die uns alle miteinander verbindet.

Ich will so viele Menschen wie möglich dazu auffordern, es mir gleich zu tun. So wie dich, hier und jetzt. Deshalb lade ich dich ein: richte deinen Blick nach innen, zurück zu diesem einen besonderen Moment, du weißt, welche ich meine. Vertrau mir, du kannst es fühlen, tief in dir – die Umarmung des Lebens. Folge einfach deinem Gefühl. Es wird dich leiten, vielleicht auf Umwegen, vielleicht direkt, doch dann beginnst du dich zu erinnern, wo du warst, was rund um dich war, was du getan hast. Vielleicht war es still um dich, vielleicht hast du auch etwas gehört. Was war es? Vielleicht warst du allein, vielleicht waren Menschen um dich? Wer waren sie? Vielleicht hast du in Ruhe verharrt, vielleicht warst du mit etwas beschäftigt? Womit? Was hast du gefühlt? Welche Bilder erinnerst du, welche Farben? Vielleicht duftet deine Umarmung des Lebens nach Erdbeeren? Oder Kaffee? Vielleicht schmeckt sie nach Schokolade? Oder nach einem Kuss? Vielleicht war da Musik? Oder nur ein Herzschlag? Deiner? Lass dich in deine Erinnerung fallen, zurück in die Umarmung des Lebens. Vielleicht beginnst du zu lächeln? Verweile und genieße die Umarmung des Lebens mit allen Sinnen, solange du willst – und sei dir bewusst, du kannst jederzeit in dieses Gefühl zurückkehren und in die Umarmung des Lebens.

Vielleicht willst du sie sogar mit mir und anderen teilen? Vielleicht willst du diesem besonderen Augenblick ein Manifest geben? Worte, Bilder, Töne … was auch immer es für dich ist. Poste dein Manifest der Umarmung des Lebens in den sozialen Medien unter #feeltheembraceoflife

Lass uns gemeinsam ein Feuer entfachen, das überall auf dieser Welt in den Herzen der Menschen die Erinnerung an den besonderen Moment der Umarmung des Lebens aufleuchten lässt. Und vielleicht wird es für manche das Licht sein, dass sie aus der Dunkelheit zurück zu sich selbst finden lässt.

Wenn alles andere versagt: Humor & Fantasie

Eines gleich zu Beginn: Borderline ist ein ernstzunehmendes Thema, das ich keinesfalls beschwichtigen oder herunterspielen will und werde. ABER nur weil etwas ernst ist, muss ich meinen Humor nicht in den Keller sperren. Ganz im Gegenteil. Humor kann helfen, scheinbar Unerträgliches zu überstehen. Für mich wurde diesbezüglich Victor Frankl zum Vorbild, der trotz seiner Erlebnisse in diversen KZs während des 2. Weltkrieges seine Menschlichkeit behielt – und seinen Humor.

Früher versank ich in Selbstvorwürfen, wenn ich fremdsteuert auf der emotionalen Achterbahn des Borderline unterwegs gewesen war, ohne es aufhalten zu können. Heute handhabe ich das mit einer gesunden Portion augenzwinkerndem Humor und viel Fantasie.

Stell dir bitte für einen Augenblick vor, du würdest in den Spiegel blicken und für dich selbst folgendes sehen: eine Person, die an einer als unheilbar klassifizierten Persönlichkeitsstörung leidet, die für andere Menschen kaum verständlich oder nicht nachvollziehbar ist, weshalb diese Person vermutlich gemieden werden wird, einfach weil sie ist, wie sie ist. Und genau genommen kannst du dich selbst nicht leiden, obwohl du keine Ahnung hast, wer du bist, aber eines weißt du mit Sicherheit: du bist nicht liebenswert. Wertgeschätzt fühlst du dich von niemanden und nirgendwo wirklich sicher oder geborgen – oder gar angekommen. Nicht gerade aufbauend, oder?

Deshalb habe ich mich 2017 entschieden, mich anders zu sehen. In mir schlummert ein feuriger Drache (Jan), der vieles sein kann, von romantisch, sinnlich bis zu grummelig und starrsinnig, manchmal auch voller Selbstzweifel, der aber letztendlich immer seinen Phönix (Jana) beschützen wird, die Eine, die leichtfüßig durchs Leben schwebt und alles zu verändern vermag, jedoch diesem Drang nach Veränderung mitunter ausgeliefert ist und deshalb Ruhe und Stabilität in den Armen des Drachen sucht, obwohl der manchmal auch ein ziemlich arroganter Arsch sein kann. Dann gibt es auch noch Aquila, den Adler, der geboren wurde, um zu kämpfen, doch sanft ist in seinem Wesen. Er ist der strahlende Held der Geschichte. Ihm gegenüber steht Amaranthia, die Immerwährende, die Heilerin, die jegliches Leben über alles liebt, sich selbst als schwach ansieht, dabei jedoch die einzige ist, die Aquila aus den Flammen der Zerstörung zurückholen kann. Und es gibt Sethos, den stierköpfigen Dämon, mit dem alles begann, der verraten und betrogen worden war und darüber vergaß, wer er einst war, der sich selbst in der Dunkelheit verlor und allem und jedem mit Ablehnung begegnet. Ihn zu retten brach Yanara, das strahlende Licht, einst auf, denn ihretwegen nahm er all den Schmerz und das Leid auf sich. Ihr Licht vermag selbst jene Dunkelheit zu durchdringen, in die er gefallen ist.

Psychoanalytiker und Psychotherapeuten werden nun möglicherweise euphorisch in ihren Analyse-Modus verfallen, aber ja, so sehe ich mich: eine sechsköpfige Quadriga! Bevor nun die wissenschaftlichen Belehrungen folgen: es ist mir bewusst, dass der Begriff Quadriga ein Gespann mit vier Pferden meint, ABER wenn es einen sechsbeinigen Hund gibt, darf es (für mich) auch eine sechsköpfige Quadriga geben.

Hier beginnen nun Humor und Fantasie ineinander zu greifen. Mal ehrlich, würde ich mich als das sehen, was die Psychoanalyse für mich vorgesehen hätte, mit all den abstrakten Begriffen und Termini – das wäre ziemlich spaßbefreit. Ich will mich nicht als Ergebnis einer tiefenpsychologischen Problemanalyse sehen. Was bringt das Positives in mein Leben? Wie fühlt sich das an? Ich will mich doch gut fühlen mit mir selbst. Daher sehe ich mich viel lieber als die Lenkerin einer sechsköpfigen Quadriga, die manchmal sehr eigenwillig unterwegs sein kann. In der Vergangenheit ist immer wieder eines meiner „Pferdchen“ durchgegangen und allein vorgeprescht, was zu allen Formen von Dis-Balance (oder Borderline-Episoden) geführt hat. Seit mir klar ist, welche Pferdchen in mir galoppieren, wie sie zueinander in Beziehung stehen und wer wen zum Ausgleich braucht, gelingt es mir die meiste Zeit, sie schön brav im Gleichschritt zu halten. Seither bin ich in Balance.

Und wenn nicht, dann blicke ich in den Spiegel. Vielleicht grummelt gerade wieder mal mein Drache, weil ihm irgendwas nicht passt, oder einfach eine alte Erinnerung an die Oberfläche aufgestiegen ist und die fast schon vergessenen Gefühle von Schmerz und Leid zurückkehren. Dann hilft eine (imaginäre) Umarmung des Phönix, ihre innige Verbundenheit und vielleicht auch eine sinnliche Fantasie, um die aufsteigende Dunkelheit im Feuer des Phönix in das sanfte Licht eines Sonnenaufgangs zu verwandeln – und ich bin wieder auf Kurs.

Ich bin wer ich bin. Mein Borderline-Dämon ist hoch emotional, leidenschaftlich, sinnlich, fantasievoll, kreativ und unkonventionell. Schaffe ich in meinem Leben Raum für seine Energie, wird er zu meinem Verbündeten. Bekämpfe ich ihn, zerstört dieser Kampf letztendlich ihn und mich.

Natürlich bin ich nicht den ganzen Tag in meiner Fantasie-Welt unterwegs. Ich tauche jedoch bei Bedarf in sie ein, verweile dort manchmal nur Minuten, manchmal auch Stunden, eben genauso lange wie es braucht, bis alles in mir wieder ruhig ist. Dann kehre ich in den Alltag zurück und lebe mein „normales“ Leben mit Familie, Beziehung, Job … was so alles dazugehört.

So einfach? Ja, so einfach funktioniert es für mich… nachdem ich mein rechthaberisches Ego, dass es kompliziert machen will, kurzzeitig in den Keller gesperrt habe (schließlich brauche in freie Bahn für etwas Verrücktes); nachdem ich den Realitätscheck, das rundum wirklich alles in Ordnung ist, rational durchgezogen und mich versichert habe, dass mein emotionales Gefühlschaos nichts mit dem Hier und Jetzt zu tun haben kann (wie in 99,9% der Fälle). Konsequente Übung plus die Bereitschaft, einen Schritt neben konventionellen Mustern zu Denken und das (kindlich) naive Vertrauen darauf, dass kein Problem getrennt von der Lösung existieren kann, dass in mir all das vorhanden ist, was in Momenten der Dis-Balance scheinbar fehlt. Es war immer vorhanden, ich hatte es nur einige Zeit vergessen und musste erst wieder lernen, mich zu erinnern.

Grande Finale (angelehnt an Peter Pan): Heute mache ich es mir auf dem einachsigen Streitwagen gemütlich, lasse mich in den passenden Sound (dazu nächstes Mal mehr) fallen, während ich mit meiner sechsköpfigen Quadriga beseelt Richtung Sonnenuntergang fliege, vorbei am zweiten Stern rechts und dann immer geradeaus bis zur Morgendämmerung …