Am Anfang war die Frage

Rechtzeitig zum Start in dieses neue Jahr voller Möglichkeiten erfülle ich mir einen Traum, der seit mehr als 10 Jahren in mir reift:

Meinen persönlichen philosophischen Blog PHILOSOFREE

Hier teile ich meine Gedanken zum Leben, gewachsenen aus dem, was weise Menschen mich lehrten, genährt durch die Lektüre ungezählter Bücher, geformt durch das, was ich im täglichen Leben beobachte.

Manche dieser Gedanken tragen in sich das Potenzial, ein Leben zu verändern, wenn sie zur richtigen Zeit auf den richtigen Menschen treffen. Alle diese Gedanken haben mein Leben verändert.

Alltagstaugliche Lebensphilosophie war die Basis, aus der entstand, was und wer ich heute bin.

Philosophie lehrte mich, Fragen zu stellen, die mein festgefahrenes Weltbild aufbrachen – und eröffnete mir den Weg, mich selbst zu finden.

Philosophie führte mich aus Dunkelheit, Schmerz und Leid zurück ins Licht, Liebe und Lebensfreude.

Meine Philosophie entstammt nur selten verstaubten Büchern. Sie entsteht in dem Augenblick, in dem ich die Welt rund um mich wahrnehme, mit allen Sinnen fühlend begreife.

Ich lade Dich ein: Folge meinen Gedanken und entdecke diese Welt, wie Du sie vielleicht noch nie gesehen hast.

Find me …

Diese Aufforderung stelle ich an jede Leserin und jeden Leser, der meine Bücher zur Hand nimmt oder meinen Blog liest.

BETWEEN THE LINES …

Zwischen den unzähligen Worten verstecke ich eine Botschaft: Meine Antwort auf die Frage aller Fragen, nach dem Leben, der Liebe, Beziehungen, wie all das funktionieren kann, mit sich selbst und seinem Umfeld, als Borderliner im Besonderen oder einfach nur als Mensch.

BEHIND THE MIRROR …

Dort fand ich zahlreiche Antworten in den nunmehr über 30 Jahren, in denen ich mich mit Psychologie, Philosophie, NLP, diversen jahrtausendealten Weisheitslehren, alternativen Heilmethoden, unzähligen Selbsterfahrungsstunden, Reflexionen und dem Beobachten der Welt um mich intensiv befasst habe.

Auch die Antwort auf die Frage aller Fragen offenbarte sich mir in dieser Zeit. Ich teile diese Erkenntnis liebend gerne mit jedem Menschen auf dieser Welt, doch das Ganze ist nicht so einfach. Denn es geht nicht nur darum, diese Antwort rational zu verstehen. Wäre es so einfach, würde ich einen Ratgeber nach dem anderen schreiben, diese in die schier endlose Liste von Ratgebern einreihen und mein Werk wäre getan. Doch wie gesagt, es ist nicht so einfach. Der kognitive Verstand kann erkennen, doch was nutzt diese Erkenntnis, wenn das Herz sie nicht fühlen, voller Vertrauen und Überzeugung zustimmen kann?

BEYOND THE SURFACE …

Tief in jedem von uns verborgen ruht jener Teil, den ich mit meinen Geschichten anspreche. Inmitten einer unbewussten Welt aus Bildern und Emotionen vermischen sich Fantasie und Realität. In diesem für viele eher schwer zugänglich Reich liegt der Ursprung all dessen, was wir sind und was uns im Leben widerfährt. Bildlich gesprochen erschaffen wir sowohl unseren Himmel als auch unsere Hölle Tag für Tag selbst. Veränderung ist jederzeit möglich, doch der rationale Verstand ein eher unpassendes Werkzeug dafür.

Vor tausenden von Jahren saßen Menschen rund ums Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten, die stets mehr waren als auf den ersten Blick erkennbar war. Sie vermittelten tiefgründiges, aus Erfahrungen gewonnenes Wissen um ihre Welt an die nächste und übernächste Generation, waren Hilfestellung und Orientierung zugleich in einer Welt, die ein einzelner Mensch nicht vollständig erfassen konnte. An dieser Komplexität der Welt hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil. Fast scheint es, als würden die Menschen in der Gegenwart wieder verstärkt Fragen stellen, die unsere moderne, auf Oberflächlichkeiten fokussierte Welt nicht beantworten kann.

Erzählen, ohne zu erklären und zu belehren.

Subtile Botschaften verbergen sich bis heute in Märchen, Mythen und Legenden. An diese Tradition schließe ich als Geschichtenerzählerin an und schreibe über meine Antwort, auf die Frage aller Fragen, transportiere meine Botschaft in Form von Bildern und Gefühlen.

Ich schreibe für alle Suchenden und erschaffe dabei ein Universum, in dem jeder für sich Antworten finden kann zwischen den Zeilen … hinter dem Spiegel … jenseits der Oberfläche …

FIND ME … 😉

Lesley B. Strong

Eine [nicht] ganz alltägliche Autorin, Bloggerin & Borderlinerin

A fiery spark of joie de vivre

Das (kleine) Universum von Lesley B. Strong …

*** autobiographisch *** authentisch *** achtsam ***

… stets mit einem wachsamen, humorvollen Blick auf die Kleinigkeiten im Leben, in denen verborgen das Wesentliche schlummert: Der Schlüssel zu Leichtigkeit und Lebensfreude

DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Autobiographie #Borderline … keine Anklage, aber eine Anleitung zu einem tiefgehenden Verständnis. Kein Verharren im Schmerz, sondern ein Plädoyer für Selbstliebe und Lebensfreude.

Buchtrailer DIS/CONNECTED

JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte … die autobiographische Trilogie einer Reise zu sich selbst und der Aussöhnung mit einem Dämon namens #Borderline in Form einer Liebesgeschichte, die alle Höhen und Tiefen der emotionalen Achterbahn widerspiegelt.

Buchtrailer JAN/A Band 1

EMBRACE – Fühle die Umarmung des Lebens … Geschichten und Gedichte, die in wohlige Gefühle einhüllen wie eine Schmusedecke an einem eisigen Wintertag, heiße Schokolade inbegriffen; wie die Umarmung eines geliebten Menschen; ein Sonnenaufgang nach einer langen, kalten Nacht.  (Neuerscheinung März 2020).

Buchtrailer EMBRACE

JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte geht weiter … die Fortsetzung meines ungewöhnlichen Selbstfindungstrips und die nächste Runde einer feurigen Liebesgeschichte, die ihresgleichen sucht. Wie einfach wäre doch das Leben, gäbe es den Zweifel nicht.

Buchtrailern JAN/A Band 2

Hier geht’s zur aktuellen Bibliografie:

EINE UNTERWEISUNG DES LEBENS

Wenn ZWEI sich entscheiden, EINEN Platz im Leben zu teilen

… dies war mein erster Gedanke, als ich heute dieses ungewöhnliche Paar erblickte: eine Buche und eine Kiefer, beide stark und mächtig, beide in den Himmel strebend und doch so eng verbunden, das an manchen Stellen ihre Borke zusammengewachsen ist. Untrennbar. Fast scheinen sie sich zu umarmen.

Was für ein kraftvolles Symbol für das, was eine Beziehung zwischen zwei Menschen sein könnte, sollte, müsste …

SPÜRNASE IN EIGENER SACHE

Manchmal bringt mich das Leben zum Staunen. Nicht, dass ich für mich in Anspruch nehme, alle Rätsel gelöst zu haben und auf jede Frage eine Antwort zu kennen – ganz im Gegenteil. Ich weiß viel weniger, als ich nicht weiß. Und je mehr ich entdeckte, desto größer wird auch die noch zu entdeckende Welt. … diese schlaue Erkenntnis entspringt nicht meiner Denke. Da gab’s Schlauere vor mir (z.B. Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“), aber ich ERLEBE sie im Alltag – was in meiner Wahrnehmung ein Riesenunterschied ist zu „habe ich gelesen und verstanden“. Eine Erkenntnis nicht nur im Kopf zu haben, sondern sie auch im Herzen zu fühlen, da liegen Welten dazwischen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Zurück zu meinem Staunen. Wodurch wurde es ausgelöst?

Durch die beiläufige Feststellung, dass sich mein Leben plötzlich wieder leicht anfühlt. Wochenlang habe ich mich mit einer erdrückenden Schwere rumgeschlagen, war alles irgendwie zäh und ich meinerseits öfter als mir lieb war ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Ein falsches Wort genügte und …

Plötzlich ist über Nacht alles anders, ohne das sich etwas verändert hat. Mein Leben läuft immer noch in denselben Bahnen. Der Stress im Job ist keineswegs weniger geworden. Manche Herausforderungen liegen hinter mir, aber eine Menge auch noch vor mir. Ich habe auch nicht im Lotto gewonnen, was schwierig wäre, weil ich nicht mitgespielt habe.

Also, nichts ist wirklich anders und doch fühlt es sich anders an. Das soll mal wer verstehen.

Warum ich es überhaupt verstehen will und nicht einfach nur genieße?

Weil ich es gerne bei Bedarf reproduzieren können würde. Dazu müsste ich herausfinden, was sich – unbemerkt von meiner bewussten Wahrnehmung – verändert hat. Etwas MUSS sich verändert haben, sonst wäre es nicht anders.

„Wenn du immer das machst, was du bisher gemacht hast, wirst du mehr von dem bekommen, was du bisher schon hast. Willst du etwas anderes, mach was anderes!“

Dieses Postulat aus dem NLP unterschreibe ich sofort. Es ist absolut logisch. Deshalb … etwas muss sich verändert haben, aber was?

An diesem Punkt setzt bei mir stets die detektivische Spurensuche ein. Ich kann stundenlang einen Formel- oder Programmierfehler suchen. Wenn’s um mein persönliches Wohlbefinden geht, werde ich sogar noch ausdauernder. Also begann ich zu suchen, zu beobachten und wurde schließlich fündig. Etwas WAR anders. Besser gesagt: etwas war nicht mehr da, weshalb es auch so schwer als Auslöser der Veränderung zu identifizieren war. Es war nämlich fort – aus meiner Wahrnehmung.

Okay, genug der kryptischen Umschreibungen.

Klartext: Nach meiner Trennung im vergangenen Jahr verblieb ein besonderes Erinnerungsstück an meinen Ex-Partner (an ihn als Person) bei mir. In den ersten Wochen danach stand es noch in meinem Schlafzimmer, wechselte später ins Wohnzimmer. Einige Tage vor meinem „Staunen“ packte ich dieses Erinnerungsstück sorgfältig in eine Schachtel und verbannte es damit aus meiner (unbewussten) Wahrnehmung. Dabei folgte ich einer Intuition. Es fühlte sich richtig an, diesem Teil meiner Vergangenheit einen neuen Platz zu geben. Nicht zu entsorgen, aber ruhen zu lassen.

Kleine Ursache, große Wirkung.

Und ein eindrucksvoller Beweis (für mich), wie stark wir durch unsere unbewusste Wahrnehmung gesteuert werden. Wir müssen etwas nicht anstarren, um es unbewusst wahrzunehmen. Es genügt, wenn das Objekt sich im selben Raum befindet, um die Erinnerung oder ein Gefühl wachzurufen. Einer der Gründe, warum ich mich gerne mit schönen Dingen umgebe. Unbewusste Wahrnehmung lässt sich nur schwer abstellen. Deshalb nutzen manche Unternehmen diese Tatsache, um ihre Kundschaft mit verkaufsförderlichen Düften zu bespielen und spendierfreudigen Melodien zu beschallen. Farben und Bilder tragen das ihre bei, den Umsatz zu steigern. Ganz fies, weil man sich kaum dagegen wehren kann … nebenbei erwähnt.

Die Entfernung meines „mentalen Kryptonit“ aus meinem (auch peripheren) Sichtfeld brachte also die Rückkehr von gefühlter Leichtigkeit in mein Leben. Fall abgeschlossen… dieses Mal. Neuerlich etwas gelernt – oder erinnert: mehr Achtsamkeit darauf zu verwenden, womit ich mich umgebe. Was dazu führte, dass ich gleich darauf eine Runde Entrümpelung gestartet habe. Vielleicht will ja noch etwas anderes „gut verstaut“ werden 😉

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VERÄNDERUNG JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich im Laufe seines Lebens verändern? Diese Frage habe ich mir bereits x-mal gestellt. Auch in den vergangenen Tagen.

Ich traf eine Bekannte, mit der ich zuletzt vor über 20 Jahren Kontakt hatte. Sie meinte, ich hätte mich überhaupt nicht verändert, wäre immer doch wie damals, mein Äußeres, meine positive Art. Sie erzählte mir, dass ich über alle die Jahre ein Satz von mir im Gedächtnis geblieben war: „Blick in den Spiegel und sag zu dir selbst, dies wird ein wunderbarer Tag.“ Das dieser Satz ihr durch schwere Zeiten in meinem Leben geholfen hat. Das wiederum hat mich sehr berührt.

Nach unserem Gespräch begann ich mich einiges zu fragen. Habe ich mich tatsächlich nicht verändert? Häufig fühle ich mich, als wäre ich immer noch Anfang 30. Das Datum auf meiner Geburtsurkunde wirkt immer noch befremdlich. 51? Im Denken und Fühlen bin ich allerhöchstens 35!

Auf der anderen Seite erhalte ich häufig die Rückmeldung, ich hätte mich so stark verändert, so toll entwickelt.

Also was jetzt? Veränderung JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich überhaupt verändern?

Ich denke: NEIN.

Wenn ich zurückblicke, war ich immer die, die ich heute bin. War stets ein feuriger Funken Lebensfreude, voller Neugier und Kreativität, mit einer starken Verbindung zur Natur und Mutter Erde, bereits früh in meinem Leben vielschichtig und reflektierend.

Ich war immer die, die ich bin.

Jedoch verbannte ich dieses „was ich bin“ sehr lange Zeit in meinem Leben. Frühe Ablehnung lehrte mich, zu verstecken, womit andere nicht klarkamen. Angst unterdrückte das Ausleben meiner Vielfalt, meiner Emotionalität, meines Selbst.

Insofern meine Schlussfolgerung: ein Mensch kann sich nicht verändern, aber er/sie kann werden, was er/sie im Innersten ist. Frei werden, ICH zu sein. Meiner Meinung nach, die wichtigste Freiheit überhaupt, denn was nützt jede andere Freiheit, wenn man nicht ICH sein kann.

Wer in seinem Innersten nicht neugierig und kreativ ist, wird das wohl auch nie werden. Ebenso wenig wie jemand, der kein Verständnis für Zahlen oder Strukturen hat, dies lernen kann.

Sich selbst verwirklichen – darum geht es im Leben. Zu werden, wer ich bin.

Das hat nicht zwangsläufig etwas damit zu tun, alles über den Haufen zu schmeißen und aus allen Rollen seines Lebens auszusteigen. Für mich geht es mehr darum, mich selbst kennen zu lernen und mit dem, was alles zu mir gehört, im Einvernehmen zu leben. Nicht darum, sich neu zu „erfinden“, sondern einfach nur „finden“.

Angeblich stand über dem Eingang zum Orakel von Delphi der Spruch: „Mensch, erkenne dich selbst“ … und über dem Ausgang soll zu lesen gewesen sein: „Und werde, wer du bist.“

Tja, wird wohl stimmen – zumindest stimmt mein Bauchgefühl zu.

Deshalb – Veränderung? Nein.

Entwicklung? JA!

Welches Symbol wäre wohl besser geeignet, um den Prozess der ICH-Werdung zu verdeutlichen als ein Schmetterling? Vielleicht taucht dieses Symbol auch genau deshalb immer wieder in meinen Geschichten und Gedichten auf …

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INSIDE BORDERLINE

*** TRIGGER-WARNUNG***

Auf meinem Blog möchte ich einen Einblick in meine Gedankenwelt als Borderlinerin ermöglichen. Diese Gedanken können – mittlerweile nur noch in Ausnahmefällen – erschreckend bis verstörend sein. Doch so gehören ebenso zu mir wie der vielfältige Rest.

Wer ab hier weiterliest, wird vielleicht schockiert sein – und tut dies auf eigene Verantwortung. Spoiler: Es gibt ein Happy End, denn selbst das längste und dunkelste Tal endet irgendwann.

INSIDE BORDERLINE

Was für ein abscheuliches Monstrum muss ich doch sein. Ich schaffe es tatsächlich alles, was sich in meinem Leben zum Guten entwickelt, zu sabotieren. Wenn ich auf meine Lebensjahre zurückblicke, wird ein roter Faden sichtbar: ich ziehe Menschen und Ereignisse in mein Leben, die mich verletzen. Ich muss nicht selbst zur Klinge greifen. Das erledigen anderen für mich und tiefer als ein Schnitt in die Haut. Sie zerschneiden meine Seele.

Alles, was ich suche, ist Liebe.

Alles, was ich geben will ist Liebe.

Alles, was ich bekomme, ist Schmerz in jeder nur erdenklichen Form. Ablehnung, Ausgrenzung, Verurteilung, Verletzung, Demütigung, Entwertung, Ignoranz, Gewalt …

Alles nur ein Spiegel dessen, was in mir ist. Was in mir zerbrochen wurde. Habe ich mir das tatsächlich ausgesucht? Hat meine Seele sich dieses Schicksal FREIWILLIG ausgesucht? Begann da nicht bereits die Selbstverletzung? Wer sucht sich in einen Lebensweg ohne Liebe aus?

Wer kann jemand wie mich lieben?

Was tun Menschen, wenn jemand neben ihnen verletzt ist und leidet? Sie nehmen diesen Menschen in den Arm und trösten ihn.

Was tue ich? Ich beginne zu analysieren, zu erklären, zu diskutieren. Ich funktioniere wie eine Maschine, nicht wie ein Mensch. Ich komme erst gar nicht auf die Idee, den anderen zu umarmen. Dieses Programm existiert nicht in mir. Ich habe es selbst nie kennengelernt, kann es weder abrufen noch dauerhaft in mir entwickeln. Wenn andere mich brauchen würde, werde ich zur emotionsbefreiten Marionette meiner Defizite.

Warum ich derart destruktive Gedanken niederschreibe?

Weil sie mich gerade davon abhalten, dem Schmerz in mir eine physische Manifestation an mir zu geben. Wer tippt, kann nicht gleichzeitig mit einer Schere hantieren. Ich und schneiden? Wenn kein Mensch rund um mich ist, der als Erfüllungsgehilfe meiner Selbstverletzung fungieren, verspüre ich diesen unheilvollen Drang …

Ich weiß genug über die Zusammenhänge und das es wichtig wäre, meine Gedanken unter Kontrolle und in eine andere Richtung zu lenken. Die Emotionen folgen dann zeitversetzt automatisch.

Nur … meine Gedanken wollen nicht dauerhaft umgelenkt werden. Sie wehren sich. Etwas in mir WILL diese Gedanken durchspielen, bis zum bitteren Ende.

Deshalb tippe ich. Damit das Aufgestaute abfließen kann ohne wirklichen Schaden anzurichten. Vielleicht werde ich diese Zeilen nie veröffentlichen. Vielleicht schon, um anderen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass es einen Ausweg gibt.

Gibt es einen Ausweg?

Ja, den gibt es!

Für mich heißt er: Hinschauen. Nicht wegsehen, verdrängen, ignorieren, ablenken oder dergleichen. Hinschauen und anerkennen, was es gerade ist. Anerkennen, das alte Muster aktiv sind, Gedanken und Gefühle aus der Vergangenheit wachrufen.

All das hat nichts, absolut NICHTS mit meiner Gegenwart zu tun.

Auch wenn’s draußen stürmt, sitze ich hier drinnen im Trockenen. Es ist warm und sicher. Ich habe alles, was ich brauche, damit es mir gut geht.

Was in den Köpfen und Herzen anderer Menschen vorgeht, kann ich NICHT wissen. Vielleicht ahnen, aber vielmehr als Spekulationen werden es nicht. Ich kann also NICHT wissen, ob es da draußen nicht doch einen Menschen gibt, der etwas für mich empfindet, mich vielleicht sogar liebt.

Akzeptiere die Unwissenheit – sie befreit vom Druck der Gewissheit.

Anders gesagt: Alles ist möglich, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist.

Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber ich bin auch nicht das ultimative Böse. Ich habe Defizite, mache Fehler … wie jeder andere Mensch, der jemals über diesen Planeten gewandelt ist und es noch wird.

Allmählich lässt der Druck in mir nach, verschwindet das würgende Gefühl im Hals, die brennenden Tränen in den Augen. Inzwischen kann ich auf die Schere blicken, ohne den Wunsch zu verspüren, damit etwas anderes zu machen als Fäden meines aktuellen Strickprojektes abzuschneiden.

Überstanden?

Sieht so aus… für heute.

War’s das letzte Mal?

Wer weiß?

Vergessen ist nicht möglich. Wenn die Geister der Vergangenheit wach werden, hilft nur das, was damals gefehlt hat. Verdrängt habe ich lange genug in meinen Leben. Umarmt viel zu wenig – andere und mich selbst. Vielleicht sollte ich bei mir selbst beginnen.

Während ich noch tippe, geschieht das Unerwartete: Eine kurze Nachricht trifft ein. Ich atme auf, lächle und die Geister ziehen sich zurück in die Tiefen meines Unterbewusstseins.

Zufall?

Ich glaube nicht an Zufälle, dennoch bin ich dankbar, wenn sie geschehen.

Angst vor dem nächsten Mal?

Nein … auch wenn ich auf ein nächstes Mal liebend gerne verzichten kann, ich fürchte es nicht.

Werde ich damit klarkommen?

Definitiv!

In mir herrscht zuweilen eine bedrückende Dunkelheit – doch umgeben von viel mehr Licht.

In mir findet sich tiefer Schmerz – und noch viel mehr Lebensfreude und Liebe.

Vertrauend auf meinen unbändigen Lebenswillen, habe ich bereits vor langem erkannt, das ich mich dem Dämon stellen muss, Angesicht zu Angesicht, ihm in der Dunkelheit begegnen muss, um ihn in den Arm zu nehmen und zurück ins Licht zu führen. Diese Metapher zieht sich wie ein roter Faden durch JAN/A und sie spiegelt sich in meinem persönlichen Mantra:

Mit jedem Atemzug tiefer ins Gefühl, mit jedem Herzschlag näher und näher, mit allen Sinnen ins Feuer der Ekstase – fallen, schweben, tanzen, leben, lieben, hier und jetzt – ein Sturz in die Dunkelheit und durch sie hindurch ins Licht, in die Liebe, in die Leidenschaft, ins Leben.

Inside Borderline

Akzeptiere deine Unwissenheit.

Befreie dich vom Druck der Gewissheit.

Erlaube dem Leben, dich zu überraschen.

Staune über das, was es noch sein kann.

Bild: pixabay.com

WAS WIR IM HERZEN SIND …

Es ist eine anstrengende Zeit, aber auch die gut vorüber. Was wir im Herzen sind, bleibt.

Diese wenigen Worte entsprangen einer Eingebung während eines Chats mit einer lieben Freundin auf der anderen Seite der großen Badewanne. Über Ozeane und Zeitzonen hinweg verbindet uns eine besondere Freundschaft als Schicksalsgefährtinnen, die eine Herausforderung (Borderline) und eine Begeisterung (Schreiben) teilen.

Für mich sind diese Worte ein willkommener Anlass, über die zurückliegende Woche zu reflektieren.

Anstrengend war sie … oh ja. An manchen Tagen staunte ich nur noch darüber, wie viel Arbeit in einen Tag hineinpasst, was alles noch schiefgehen kann (Murphy’s Law) und warum ich immer noch auf zwei Beinen unterwegs war.

Erkenntnisreich war sie darüber hinaus … und wie. Nachdem mir vor einiger Zeit bewusst wurde, das da noch ein altes Muster in mir aktiv ist, welches unerwünschte Ereignisse im Alltag hervorruft, beschäftigte ich mich auch damit. Vor allem, wenn mein kognitiver Verstand bereits dermaßen müde war, das rationale Überlegungen nicht mehr zustande kamen, konnte ich mich sehr leicht ins „Gspiar“ fallen lassen, ins Fühlen, meine innere Stimme wahrnehmen. Ähnlich wie bei der Meditationsform, bei der zuerst beschleunigt wird um anschließend abrupt zu entschleunigen. Oder bei der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen … zuerst anspannen, um danach tiefgehend zu entspannen. Wenn Denken nicht mehr funktioniert, falle ich ins Fühlen. Auch ein Weg zum Ziel 😉

Jedenfalls erspürte ich dieses alte Muster, fühlte die Zusammenhänge, was das „Gute“ für mich daran ist und auch, dass ich dieses „Gute“ längst auf andere Weise erreichen kann. Dieses Muster hatte sich also zwischenzeitlich überholt. Dummerweise schaltete es sich nicht selbständig ab … welches Muster oder Programm tut das schon, wenn die entsprechende Programmzeile fehlt? Wer schreibt schon in seine Verhaltensmuster Programmzeilen in der Art von „Wenn das neue eintritt und mein Bedürfnis erfüllt, schalte dich ab“ … ehrlich, wer macht das? Niemand! Ich auch nicht. Wir schreiben unsere Verhaltensmuster (oder Programme) ja nicht nach Plan. Sie passieren uns vielmehr im Alltag, geboren aus den Ereignissen. Tja, dadurch bilden diese Muster aber auch gerne Endlosschleifen, die wir immer und immer wieder von Anfang bis Ende durchlaufen, ohne wirklich aussteigen zu können. Manchmal hilft ein (von außen verursachter) Crash, der einem Shut down gleichkommt. Aber nur solange, bis der Computer (oder eben unsere Muster) wieder hochfahren und alles von vorne beginnt.

Ich ziehe hier bewusst Vergleiche zwischen menschlichen Verhaltensmustern und Computerprogrammen. So unterschiedlich sind beide nicht, außer dass die menschlichen Muster unglaublich komplex sind und in ihrer Vielfalt noch lange nicht künstlich nachgeahmt werden können. Vereinfacht gesagt: Wo Computer stets logisch nach ihrer Programmierung arbeiten, wirken beim Menschen derart viele Variablen, das wir unlogisch wirken können. Doch in meinem Verständnis ist auch der Mensch logisch, nur eben so komplex logisch und kontinuierlich adaptiv, dass es großen Abstand braucht, um dies erkennen zu können.

Genau Theorie. Zurück zu dem, was bleibt. Was wir (oder ich) im Herzen sind (bin).

Festzustellen, dass ich in mir (immer noch) eine Affinität für Schmerz trage, hat mich ein paar Mal tief durchatmen lassen. Wer sehnt sich nach Schmerz? Ich? Die Antwort darauf ist ein wenig kompliziert. Schmerz per se ist definitiv was Entbehrliches in meinem Leben, aber mit Schmerz kann auch das bittersüße Gefühl der Sehnsucht verbunden sein, ebenso wie die Ausschüttung von Hormonen im Gehirn, wenn man durch diesen Schmerz hindurch geht, und die als körpereigenes „Schmerzmittel“ gegensteuern. Quasi „high“ danach. Mit den passenden inneren Bildern hinterlegt ergibt sich daraus eine Endlosschleife des Leidens … die ich hinter mir gelassen zu haben glaubte. Was auch in weiten Bereich stimmt, nur dieses eine Muster hatte sich meiner Erkenntnis bislang entzogen.

Ich staunte nicht schlecht, welche Argumente ich in mir fand, dieses Muster NICHT abzuschalten. Welch abstruse Begründungen in mir auftauchten, von einer Deaktivierung Abstand zu nehmen.

Ehrlich… das Gute am Schmerz … was auch immer das ist, es kann auch auf andere Weise erreicht werden, davon bin 100% überzeugt!

… und davon überzeugte ich auch mich in den vergangenen Tagen einige Male.

… und mein überholtes Verhaltensmuster, das nun eine Zeile „end sub“ enthält.

Vielleicht hätte ich mich dem Thema nicht auf diese Weise angenähert, hätte ich nicht zeitgleich eine Datenbank programmiert und meinen Verstand damit ausgelastet, fehlerhafte Zeilen in Makrocodes zu suchen und Arbeitsprozesse zu definieren. Musterdenken lässt grüßen.

Alles geht vorüber.

In der Welt stimmt das 100%.

In unserem Kopf (und in Folge damit in unserem Verhalten) stimmt das zwar auch, aber eine „end sub“ Zeile kann dafür sorgen, dass die Schleife vor unserem letzten Atemzug endet und uns somit noch Zeit bleibt, unser Leben zu genießen… ohne das eine oder andere überholte Endlosschleifenprogramm 😉 … und wir damit bleiben, was wir im Herzen sind.

Für all jene, die jetzt gerade von der Erkenntnis überrollt werden, über lange Zeit sich selbst im Weg gestanden zu sein, sage ich nur: Smile … mir ging’s nicht anders, aber es ist nie zu spät „end sub“ in die Routine zu schreiben und neu zu starten … aus dem Herzen heraus.

Bild: pixabay.com

ZWISCHENBILANZ

Seit ein paar Wochen bewege ich mich kaum noch in den sozialen Medien. Das liegt zum einen daran, dass ich beruflich derart viel zu tun habe und sehr viel davon am Bildschirm, so dass ich in der verbleibenden Zeit keine eckigen Bilder mehr anschauen mag.

Zum anderen bemerke ich eine zweite Welle der Verarbeitung meiner Trennung im vergangenen Jahr. Nachdem ich mich in meinem neuen Leben eingerichtet habe, schickt mein Unterbewusstsein nun verschiedene Erinnerungen zur Neubewertung ins Bewusstsein. Hin und wieder hinterfrage ich, ob es denn wirklich die beste Entscheidung war, die ich getroffen habe – nur um gleich darauf zu erkennen, dass sie es war! Mein mittlerweile distanzierter Blick auf meinen Ex-Partner lässt mich einiges erkennen, was ich zuvor (in unmittelbarer Nähe) übersehen habe. Gleichwohl verschwinden einige übernommene Vorstellungen, wie Leben an sich und Beziehungen im Besonderen gestrickt sein sollten. An ihre Stelle treten neue, aus mir heraus entstehende Ansichten. Ich nähere mich also dem Ziel: 100% ICH zu sein.

Und noch ein Aspekt spielt damit verbunden eine wichtige Rolle: Ich sehne mich nach ECHTEM!!! Eine gewisse Tiefgründigkeit war stets Teil meines Lebens, doch als Teil meiner Anpassung an die Allgemeinheit lebte ich auch Oberflächlichkeit in Ausdruck und Kommunikation. Genau genommen dominierte diese über weite Strecken zeitlich und inhaltlich. Mittlerweile spüre ich, wie wenig mir Oberflächlichkeit guttut. Ganz im Gegenteil. Sie belastet mich. Deshalb halte ich sie mittlerweile tunlichst aus allen Bereichen meines Lebens fern, in denen ich sie nicht als unumgänglich (z.B. im Job) akzeptieren muss.

Um nicht missverstanden zu werden, sollte ich das etwas präzisieren: ein belangloser Plausch ab und an ist nach wie vor etwas Unterhaltsames, aber 24/7 rund um die Uhr dem belanglosen Treiben in den sozialen Medien zu folgen ist es nicht (mehr). Schlimmer noch: es bindet Aufmerksamkeit und damit Energie, die von mir für anderes gebraucht wird.

Manchmal denke ich mir: ich sollte mehr Beiträge lesen, selbst mehr posten, Marketing machen um als Autorin wahrgenommen zu werden … aber alles in mir wehrt sich dagegen. Mehr und auffälliger posten als andere, um (von irgendwelchen Algorithmen) gefunden zu werden? Lauter schreien als andere am Markt? Mir geht’s nicht um Verkaufszahlen. Schreiben ist für mich Hobby, Therapie, Selbstverwirklichung. Wenn über Buchverkäufe die Kosten dafür reinkommen, wunderbar. Wenn nicht, auch gut. Stelle ich die tatsächlichen Kosten mit den eingesetzten Stunden (die ich als hoch effiziente und heilsame Therapie bewerte) in Relation, ist das Ganze für mich die Okkasion meines Lebens.

Mein Ziel oder Wunsch ist es, mit meinen Gedanken und Erfahrungen anderen Ideen zu liefern für die Herausforderungen ihres eigenen Lebens.  Ich will meine „Weisheit“ nicht aufdrängen im Sinne von: „Hey, ich kenne die Antworten für die Lösung deiner Probleme.“ Das ist absolut unzulässiger Schwachsinn. Ich kenne gerade mal ein paar Antworten für meine eigenen Probleme. Aber ich kenne ein paar gute Tricks und Wege, seine eigenen Antworten in sich zu finden.

Vor einer Woche schrieb ich hier über „bedingungsloses Urvertrauen“.

 Mein Gefühl sagt mir, das ich mich in der Prüfungsphase befinde. Gegenstand: Vertrauen in das Gesetz der Anziehung.

Wer zum Gesetz der Anziehung (Law of Attraction) nachlesen möchte, es gibt eine Menge Bücher dazu. Daher verweise ich hier auf Wikipedia und nicht auf ein spezielles Buch: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_der_Anziehung

Ich vertraue einfach darauf, dass jene Menschen, die von meinen echten Gedanken und authentischen Erfahrungen profitieren können, „magisch“ von meinen Publikationen angezogen werden und mich finden… zu ihrem eigenen Nutzen. Denn eines ist klar: es braucht eine gewisse Bereitschaft, sich dem echten im Leben zu öffnen. Danach fällt es schwer, sich länger als machtloses Opfer äußerer Umstände zu sehen. Oberflächlichkeit ist deutlich weniger „gefährlich“.

Vielleicht klingt das jetzt etwas arrogant, aber ich möchte gar nicht meine Zeit mit Menschen verbringen, die nur an Oberflächlichkeit interessiert sind. Dafür ist mein Leben (mittlerweile) zu kurz. Zu dieser Erkenntnis führt mich meine Zwischenbilanz.

Echtes Leben, echte Menschen, echte Gedanken und Erfahrungen. Darin liegt unglaublich viel Kraft und Potenzial. Das will ich geben, teilen, finden.

Alles andere ist – für mich – mittlerweile bedeutungslos.

Ganz ehrlich: mit meinen letzten Atemzügen (die hoffentlich in weiter Ferne liegen, aber sie werden kommen!) möchte ich an ein ECHTES Leben zurückdenken, voller Dankbarkeit dafür, meine Zeit auf diesem Planeten bestmöglich genutzt zu haben, um mein Leben und das anderer mit Freude, Liebe und ein wenig bodenständiger Lebensweisheit bereichert zu haben.

Ein Leben so echt wie ein Sonnenaufgang am Morgen.

Bild: pixabay.com

PRÜFUNG … BESTANDEN?

Das frage ich mich selbst seit ein paar Tagen. So vieles hat sich im vergangenen Jahr verändert. Fast mein gesamtes Leben hat sich auf den Kopf gestellt. Unzählige Erkenntnisse, Umstellungen, neue Gedanken- und Verhaltensmuster, bekannte und zuvor unerkannte Probleme gelöst, ABER … war’s das? Habe ich diese Prüfung des Lebens – und nichts anderes sehe ich darin: eine Prüfung, die mich weiterbringen sollte – bestanden?

Gute Frage.

Das Leben prüft – auch, ob die Aufgabe wirklich dauerhaft gemeistert wurde. Eine Erkenntnis inmitten der Krise und entsprechende Handlungen daraus bedeuten noch nicht, dauerhaft auch diese neuen Gedanken- und Verhaltensmuster anzuwenden. Der Rückfall in über Jahrzehnte tradierte Gewohnheiten passiert nur allzu oft, wie ich wieder einmal an mir selbst feststellen darf.

Vor ein paar Monaten war mir noch glasklar, was ich will und was ich nicht will. Vor allem, was aus der Vergangenheit ich nicht mehr will. Doch nun stelle ich fest, dass ich teilweise doch einiges gerne wieder hätte.

Weil es vertraut und bequem ist.

Weil das, was ich gerne anders hätte, sich nicht einfinden will und sich Ungeduld einstellt.

Weil sich immer öfter Zweifel an meinen Entscheidungen und Plänen regen.

Weil mich so manches, das geschieht, triggert und die Befürchtung wachruft, wieder dort zu landen, wo ich schon einmal war und wo ich nie wieder hinwollte.

Weil uralte Verstrickungen in meinem Innersten offenbar immer noch aktiv sind – zumindest, wenn ich nicht aufpasse und mir bewusst mache, was mich da gerade steuert.

Es fällt nicht leicht, nach allem, was ich erlebt habe, zu vertrauen. Genauer gesagt: anderen Menschen zu vertrauen, wenn ich sie ganz nah an mich heranlasse.

Angst vor neuerlicher Verletzung.

Angst vor Manipulation.

Angst vor Enttäuschung.

Jede Ent-Täuschung ist stets das Ende einer Täuschung und damit die Nicht-Erfüllung von Erwartungen, Bedingungen, Forderungen und dergleichen. Wie lange schon kenne ich die Theorie dahinter. Wie schwer fällt mitunter der bewusste Umgang damit im Alltag.

Nichts zu erwarten. Keine Bedingungen zu stellen. Nichts zu fordern.

Ist dies noch menschlich? Oder bereits übermenschlich?

Unendliches, grenzenloses Vertrauen in einen anderen Menschen zu setzen, zeitgleich seine eigene Verwundbarkeit zu offenbaren und den Dingen ihren Lauf zu lassen?

Das geht weit über den kognitiven, rationalen Verstand hinaus. Auch über das fühlende Herz. Dies ist für mich eine Glaubensfrage. Pure Spiritualität.

Und eine Prüfung des Lebens.

Das zu prüfende Fach: Urvertrauen.

Genau das, was bereits früh auf meinem Lebensweg erschüttert wurde. Zwar fand ich es vor einigen Jahren wieder, doch so stabil, wie ich hoffte, ist es noch nicht. Einst wurde das Fundament meines Urvertrauens zerbrochen. Ich kittete die Sprünge und Risse, aber so manche Ereignisse im Alltag wirken wie kleine Erdbeben, reißen die einstige Bruchstellen neuerlich auf.

Ein Stresstest des Lebens – gewissermaßen. 

Prüfungen eben.

Mahner, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen und davon auszugehen, nun sei alles für alle Zeit geregelt und eitle Wonne. Das Fundament will laufend gepflegt werden, damit es stark, stabil und gleichzeitig auch flexibel bleibt, um die wohl unvermeidbaren Erschütterungen des Lebens auszugleichen.

Also … Prüfung bestanden?

Ich würde sagen: Nachdem ich über all dies nachdenke, liege ich ganz gut auf Kurs.

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Gedanken zu Luxus und Verzicht

Warum 1 Tonne Metall, Kunststoff & Co mit Motorkraft durch die Gegend kutschieren, wenn wenige Kilogramm mit Muskelkraft ebenso zum Ziel führen?

Diese Frage habe ich mir heute bewusst gestellt und meine Gedanken auf eine Reise geschickt, die weit über den Umweltschutzaspekt hinaus gehen.

Ja, ich besitze ein Auto, doch ich lasse es immer öfter stehen. Vor allem dann, wenn es nicht unbedingt nötig ist. Einbahnen, 30-km/h-Zonen und Kurzparkzonen sorgen dafür, das vieles per Rad schneller und unkomplizierter zu erledigen ist. Solange das Wetter mitspielt bzw. das Ladegut unterzubringen ist.

Apropos Ladegut: Wie die Bilder erkennen lassen, passt auf meinen Second-Hand-Drahtesel einiges drauf. Alles nur eine Frage der Logistik 😉 Wobei manchmal der Begriff „Dampfross“ treffender wäre, denn der „Motor“ schnauft mitunter ganz schön, mit derartiger Beladung eine Steigung zu nehmen – Fitnesstraining pur.

Apropos Wetter: Mit entsprechender Ausrüstung geht da mehr, als ich selbst für möglich gehalten hätte. Erst 10 cm Neuschnee stoppten mich.

Warum mache ich es mir nicht einfach und nutze mein Auto?

Weil ich mich bewusst dafür entscheide, auf etwas zu verzichten.

Verzichten will gelernt sein.

Verzichten ist etwas, das unsere Wohlstandsgesellschaft in den letzten Jahrzehnten verlernt hat. Überfluss jederzeit und überall für die meisten von uns haben ihre Spuren in unserem Denken und unseren Lebenseinstellungen hinterlassen. Wie schwer verzichten fällt, erleben viele gerade am eigenen Leib – auch oder weil dieser Verzicht nicht freiwillig geschieht, sondern von einem kleinen, unkontrollierbaren Virus erzwungen wird.

Verzicht macht mein Leben nicht ärmer. Ganz im Gegenteil. Durch den bewussten Verzicht (z.B. aufs Autofahren) erkenne ich erst, wie reich mein Leben ist, wie viele Möglichkeiten ich habe, dass ich in sehr vielen Bereichen wählen kann – nicht in allen, aber wir wollen es auch nicht übertreiben, oder?

Freiwilliger Verzicht ist für mich die höchste Form von Luxus.

AUFERSTEHUNG … WIEDERGEBURT … ICH

Ostern liefert den passenden Hintergrund für meine heutigen Gedanken – geht es doch um Auferstehung und Wiedergeburt. Ganz so dramatisch mache ich es dann doch nicht, aber vielleicht mit ein wenig mehr direktem Nutzen für das diesseitige Leben.

Wie oft habe ich mich in diesem Leben in meinen diversen Rollen verloren, die wir alle einnehmen, Tag für Tag. Partnerin, Mutter, Tochter, im Job … alles Rollen, in denen wir die einen Persönlichkeitsanteile von uns ausleben und die anderen unterdrücken. Wäre anders gar nicht möglich.

Dennoch … was für mich in diesem ganz normalen Rollenspiel des Lebens häufig (oder über Jahrzehnte durchgängig) auf der Strecke blieb, war die „Rolle der Rollen“ oder meine Nicht-Rolle, wenn nicht mehr das eine oder das andere im Vordergrund stand zu Lasten dessen, was unterdrückt wurde.

Die Rolle, in der ich ganz ICH sein konnte.

Intuitiv spürte ich stets, das da mehr war, als ich lebte, mehr, als ich zeigte, mehr, als ich selbst begreifen konnte. Doch es gab keinen Raum dafür in meinem Leben. Genauer gesagt: ich gab mir selbst keinen Raum in meinem Leben. Das tagtägliche Rollenspiel beanspruchte meine gesamte Aufmerksamkeit, so dass nichts blieb … für MICH.

Vor einigen Jahren entdeckte ich MICH durch JAN/A, erschuf einen Raum, an dem ich ganz und gar ICH sein konnte: meine Bubble 😉

Seit einigen Monaten gibt es diesen Raum auch im realen Leben: in meiner WG.

Ich darf sein, wer ICH bin, ohne kritisiert, verurteilt, mit schiefen Blicken, Ablehnung oder sonstigem entbehrlichen Formen der Rückmeldung bedacht zu werden.

Für mich fühlt es sich wie eine Auferstehung im realen Leben an, wie eine Wiedergeburt dessen, was ich immer war, nur vergessen, verdrängt, unterdrückt, verloren hatte.

Seltsamerweise wurde mir dieser Verlust erst bewusst, nachdem ich mich wiedergefunden hatte. Mittendrin spürte ich nur, dass ich „unrund“ war, ohne erklären zu können, was genau fehlte. Vieles probierte ich aus. Nichts brachte das Gefühl zurück, ICH zu sein… bis JAN/A mich fand. Theatralisch formuliert sage ich gerne, JAN/A hat mein Leben gerettet. Irgendwie stimmt das auch, denn ich fand MICH darin und in Folge auch das Vertrauen, ICH im realen Leben zu sein – zumindest für jene Zeit, in der keine Rolle einzunehmen ist.

Ich bin überzeugt, jeder von uns sollte diesen Raum in seinem Leben haben oder schaffen, in dem wir einfach nur sein können, wer wir sind. In dem wir so angenommen und geliebt werden, wie wir sind.

Einen Raum des Heilseins.

Einen Raum zum Durchatmen und Kraftschöpfen.

Einen Raum der kleinen täglichen Wiedergeburt im Hier und Jetzt.

Einen Raum der Auferstehung aus der verschlingenden Hektik des Alltags als ICH.

Einen Raum für das ICH.

Diesen Raum zu finden, wünsche ich dir von ganzem Herzen und ein lebensfrohes Osterfest 😊

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