Find me …

Diese Aufforderung stelle ich an jede Leserin und jeden Leser, der meine Bücher zur Hand nimmt oder meinen Blog liest.

BETWEEN THE LINES …

Zwischen den unzähligen Worten verstecke ich eine Botschaft: Meine Antwort auf die Frage aller Fragen, nach dem Leben, der Liebe, Beziehungen, wie all das funktionieren kann, mit sich selbst und seinem Umfeld, als Borderliner im Besonderen oder einfach nur als Mensch.

BEHIND THE MIRROR …

Dort fand ich zahlreiche Antworten in den nunmehr über 30 Jahren, in denen ich mich mit Psychologie, Philosophie, NLP, diversen jahrtausendealten Weisheitslehren, alternativen Heilmethoden, unzähligen Selbsterfahrungsstunden, Reflexionen und dem Beobachten der Welt um mich intensiv befasst habe.

Auch die Antwort auf die Frage aller Fragen offenbarte sich mir in dieser Zeit. Ich teile diese Erkenntnis liebend gerne mit jedem Menschen auf dieser Welt, doch das Ganze ist nicht so einfach. Denn es geht nicht nur darum, diese Antwort rational zu verstehen. Wäre es so einfach, würde ich einen Ratgeber nach dem anderen schreiben, diese in die schier endlose Liste von Ratgebern einreihen und mein Werk wäre getan. Doch wie gesagt, es ist nicht so einfach. Der kognitive Verstand kann erkennen, doch was nutzt diese Erkenntnis, wenn das Herz sie nicht fühlen, voller Vertrauen und Überzeugung zustimmen kann?

BEYOND THE SURFACE …

Tief in jedem von uns verborgen ruht jener Teil, den ich mit meinen Geschichten anspreche. Inmitten einer unbewussten Welt aus Bildern und Emotionen vermischen sich Fantasie und Realität. In diesem für viele eher schwer zugänglich Reich liegt der Ursprung all dessen, was wir sind und was uns im Leben widerfährt. Bildlich gesprochen erschaffen wir sowohl unseren Himmel als auch unsere Hölle Tag für Tag selbst. Veränderung ist jederzeit möglich, doch der rationale Verstand ein eher unpassendes Werkzeug dafür.

Vor tausenden von Jahren saßen Menschen rund ums Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten, die stets mehr waren als auf den ersten Blick erkennbar war. Sie vermittelten tiefgründiges, aus Erfahrungen gewonnenes Wissen um ihre Welt an die nächste und übernächste Generation, waren Hilfestellung und Orientierung zugleich in einer Welt, die ein einzelner Mensch nicht vollständig erfassen konnte. An dieser Komplexität der Welt hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil. Fast scheint es, als würden die Menschen in der Gegenwart wieder verstärkt Fragen stellen, die unsere moderne, auf Oberflächlichkeiten fokussierte Welt nicht beantworten kann.

Erzählen, ohne zu erklären und zu belehren.

Subtile Botschaften verbergen sich bis heute in Märchen, Mythen und Legenden. An diese Tradition schließe ich als Geschichtenerzählerin an und schreibe über meine Antwort, auf die Frage aller Fragen, transportiere meine Botschaft in Form von Bildern und Gefühlen.

Ich schreibe für alle Suchenden und erschaffe dabei ein Universum, in dem jeder für sich Antworten finden kann zwischen den Zeilen … hinter dem Spiegel … jenseits der Oberfläche …

FIND ME … 😉

Lesley B. Strong

Eine [nicht] ganz alltägliche Autorin, Bloggerin & Borderlinerin

A fiery spark of joie de vivre

Das (kleine) Universum von Lesley B. Strong …

*** autobiographisch *** authentisch *** achtsam ***

… stets mit einem wachsamen, humorvollen Blick auf die Kleinigkeiten im Leben, in denen verborgen das Wesentliche schlummert: Der Schlüssel zu Leichtigkeit und Lebensfreude

DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Autobiographie #Borderline … keine Anklage, aber eine Anleitung zu einem tiefgehenden Verständnis. Kein Verharren im Schmerz, sondern ein Plädoyer für Selbstliebe und Lebensfreude.

Buchtrailer DIS/CONNECTED

JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte … die autobiographische Trilogie einer Reise zu sich selbst und der Aussöhnung mit einem Dämon namens #Borderline in Form einer Liebesgeschichte, die alle Höhen und Tiefen der emotionalen Achterbahn widerspiegelt. (Band 2 erscheint im Juni 2020)

Buchtrailer JAN/A Band 1

EMBRACE – Fühle die Umarmung des Lebens … Geschichten und Gedichte, die in wohlige Gefühle einhüllen wie eine Schmusedecke an einem eisigen Wintertag, heiße Schokolade inbegriffen; wie die Umarmung eines geliebten Menschen; ein Sonnenaufgang nach einer langen, kalten Nacht.  (Neuerscheinung März 2020).

Buchtrailer EMBRACE

Hier geht’s zur aktuellen Bibliografie:

Auflösung eines Flashback (Depression)

In diesem Beitrag werde ich beschreiben, wie ich mich selbst aus einer Depression herausbewegt habe – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich verwende nicht gerne den Begriff „Trigger-Alarm“, denn meine Schilderungen werden letztendlich zu einem positiven Abschluss führen. Dennoch, die Beschreibungen zu Beginn könnten etwas auslösen.

Entscheide selbst, ob du weiterliest.

Gestern wachte ich sehr früh auf, kurz nach Sonnenaufgang. Mein ganzer Körper schmerzte. Diese Schmerzen ließen sich jedoch nicht einer Ursache zuordnen. Vielmehr war es ein undefinierbares Empfinden von „alles tut weh“. Meine Gedanken begannen fast automatisch sich auf diesen Schmerz zu fokussieren, ihn in all seinen Facetten wahrzunehmen und damit auch zu verstärken. Meine Gefühle lösten sich auf in der Leere, die sich in mir breit machte. Alles in und an mir verkrampfte sich unter der Anspannung. Gleichzeitig war ich extrem unruhig, konnte wieder Füße noch Hände stillhalten.

Ein für mich vertrautes Szenario. Jahrelang verlief jeder Morgen wie dieser. Heute kann ich damit besser umgehen als früher. Heute weiß ich: Das, was ich fühle, ist nicht real, den es passt nicht zu meinem Leben. Aber langsam, Schritt für Schritt.

Nachdem an Schlaf nicht mehr zu denken war, bin ich raus aus dem Bett, kurz nach 5 Uhr früh. Ein Mini-Ritual im Badezimmer, dann ab in die Laufschuhe. Handy und Headset. Vor dem Spiegel im Vorzimmer stehend startete ich meine Running-Playlist mit der Zufallswiedergabe. Der erste Song: Highway to Hell von AC/DC. Unwillkürlich drängte ein amüsiertes Grinsen an die Oberfläche, dass so gar nicht zu meiner Stimmung und meinem Körpergefühl passte, aber ein Teil von mir wusste eben ganz genau, dass ich gerade in einem Flashback steckte. Dieser Teil hat seinen Spaß an Highway to Hell.

Wie auch immer. Raus aus dem Haus, über die Straße und ab auf den Waldweg. Die ersten Schritte waren noch ungelenk, doch die angenehm frische Morgenluft war herrlich. Freiheit, die mir um die Nase wehte. Schritt für Schritt ließ ich mich mehr und mehr in dieses Gefühl fallen.

Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich nicht vor der Depression davonlaufen (dieser Eindruck könnte entstehen), sondern auf mein positives Lebensgefühl zulaufe. Um das zu verstehen, muss man wissen, dass ich im Alter von 3 Jahren zum ersten Mal auf Schi stand, mit 9 begann Basketball zu spielen und mit 27 Langstreckenläuferin wurde. Alle drei Sportarten übe ich auch heute mit 51 noch aus. Mein Leben lang mache ich Sport, bewege mich gerne. Daher ist Bewegung für mich mit vielen positiven Erinnerungen, Gefühlen und Gedanken verbunden.

Im Wald war ich allein unterwegs. Kein Wunder. Vor 6 Uhr früh trifft man nicht viele Menschen im Wald, eher schon Rehe, Füchse, Hasen … oder einen Reiher im kleinen Flüsschen, der sich gerade sein Frühstück angelt. Oder einen Feuersalamander im Slow Motion Modus. Der Gedanke erheiterte mich. Ein Salamander wäre in der kühlen Morgenluft sicher deutlich ungelenker als ich. Ich könnte aber auch eine Wildsau samt ihrem Nachwuchs treffen. Nein, das wäre nicht so toll. Eine Begegnung dieser Art hatte ich bereits einmal. Unwillkürlich blickte ich mich um, auf welchen Baum ich wohl rasch Zuflucht suchen konnte, aber ich blieb allein auf dem Waldweg. Allein mit mir selbst und meinen Gedanken, die sich mittlerweile auf ganz anderes fokussierten als undefinierbaren körperlichen Schmerz. Apropos körperlicher Schmerz: den hatte ich irgendwo auf der Strecke verloren. Naja, kein wirklicher Verlust.

Während ich meine vertraute Strecke entlanglief – ich hätte das mit geschlossenen Augen tun können – beobachtete ich die morgendlichen Sonnenstrahlen, die sich zwischen den Bäumen hindurchzwängten. Ein mystischer Anblick, der meine Aufmerksamkeit vollends fesselt. Was wollte ich nochmal? Ach ja, richtig, ein paar Erläuterungen zu dem, was sich gerade in meinem Gehirn abspielte.

Also, mein Flashback löste ein (unerwünschtes) Synapsen-Feuerwerk in meinem Gehirn aus. Was auch immer der Auslöser während der nächtlichen Schlafphase war (ein Traum?), dadurch wurde ein Programm in meinem Gehirn gestartet, das mich altbekannten Schmerz (Phantomschmerz?) wahrnehmen ließ, alte Gedankenmuster aktivierte und so weiter …

Viele Jahre lang hielt ich diesen Zustand für „real“, also im Zusammenhang mit meiner Lebensrealität stehend. Doch das war er nicht und ist es auch heute nicht. Mein Leben ist in Ordnung. Kein aktuelles Problem in meiner Lebensrealität. Okay, ich arbeite etwas zu viel. Corona nervt mich (wie viele andere auch). Manche Autofahrer bezeichne ich als – wie sage ich das nett? – Ärgernis? Wenn ich lange genug nachdenke, gibt es einiges, was ich gerne verändern würde, bis hin zur Umweltpolitik usw. … ABER es gibt kein wirkliches Problem im Sinne von „etwas, das mich direkt bedroht in diesem Augenblick“. Allein im Wald kurz nach Sonnenaufgang, an der frischen Luft bei angenehmen Temperaturen und keine Wildsau zu sehen. Mein Leben war und ist völlig in Ordnung. Nur die Synapsen-Aktivität in meinem Gehirn will mir etwas anderes suggerieren. Also fahre ich mein Gegenprogramm.

Wie bereits erwähnt, ist Sport für mich sehr positiv belegt. Ein morgendlicher Waldlauf bei Schönwetter ist sowieso das Non-Plus-Ultra für mich. Damit startete ich gezielt ein anderes Programm, aktivierte andere Synapsen und Botenstoffe in meinem Gehirn. Alles, was Wohlbefinden auslöst. Ich lief weiter, und während ich lief, konnte ich – aus der Meta-Position heraus (mit ein wenig Übung kann man lernen, sich selbst von außen zu betrachten) – beobachten, wie sich der körperliche Schmerz vollständig auflöste, meine Stimmung aus der „düsteren Leere“ zurück in verspielte Leichtigkeit wechselte und ich gegen Ende meiner Runde wieder ein sprühender Funken Lebensfreude war.

Den perfekten Abschluss lieferte Tom Jones mit Delilah (hoch emotional, ich steh‘ auf den Song, auch wenn die Story eigentlich wenig erfreulich ist) und Sex Bomb. Oh Mann, als der Song rauskam, war ich Anfang 30 und verbrachte einen unvergesslichen Urlaub am Meer (mehr verrate ich jetzt nicht). Aber ehrlich, als ich wieder vor meiner Haustür stand, fühlte ich mich keinen Tag älter als 35 – und das um 06:30 h morgens nach ungefähr 8 km Waldlauf. Zurück in der Umarmung des Lebens.

Anfänglich nahm ich mir vor, dieses Erlebnis sofort aufzuschreiben, weil es gerade „frisch“ im Bewusstsein war. Doch dann kam mir mein Job dazwischen, und so schreibe ich 36 Stunden später diese Zeilen. Ich bin noch immer in der Umarmung des Lebens. Damit steht fest: es war keine kurzzeitige Ablenkung. Die Umpolung in meinem Gehirn hat funktioniert. Vielleicht nicht dauerhaft, denn Flashbacks können immer wieder auftreten. Doch ich weiß sowohl theoretisch als auch aus praktischer Erfahrung, dass ich mich innerhalb kurzer Zeit wieder auf Kurs bringen kann. Und das mit wenig Nebenwirkungen. Gut, ich habe vielleicht ein paar Kalorien zusätzlich verbrannt. Das werde ich sicher nicht bereuen 😉

Manchmal frage ich mich, ob Psychopharmaka Flashbacks verhindern können. Vielleicht dämpfen sie das Bewusstsein dermaßen, dass einfach keine Flashbacks mehr durchkommen. Aber will ich das, als gedämpfte Version meiner Selbst durchs Leben tapsen? Sicher nicht. Da bleibe ich lieber bei meiner pro-aktiven Variante und verbrenne Kalorien. Ein morgendlicher Lauf durch den Wald tut meinem Körper, meiner Psyche und meiner Seele gut. Intensive Emotionen, die ich nicht missen möchte. Manchmal driften die Emotionen in unerwünschte Regionen, dann hole ich sie einfach wieder zurück, indem ich mein Synapsen-Feuerwerk im Gehirn gezielt stimuliere.

Meinen Namen habe ich bewusst gewählt: Lesley B. Strong – sei stark. Ich bin stark. Nicht, weil ich alles aushalte, sondern weil ich nach jedem Absturz wieder aufstehe, mich aus jedem Flashback heraushole. Das kann ich tun, weil ich weiß, dass ich in Ordnung bin, so wie ich bin, und mein Leben grundsätzlich auch in Ordnung ist, so wie es ist. Ja, manche Autofahrer könnte ich … aber was soll’s? Mein Leben muss nicht perfekt sein, um in Ordnung zu sein. Ich muss nicht perfekt sein. Ich bin einfach, wer ich bin – nur ein Mensch, und deshalb perfekt darin, unvollkommen zu sein.

180° am Morgen

Wieder einmal wollte ich einen Beitrag basierend auf den Ereignissen der vergangenen Tage. Während ich also darüberschrieb, was geschehen war, warum welche Handlungen von Menschen nicht zielführend sind und wie sie sich selbst im Wege stehen, bemerkte ich, wie meine eigene Stimmung in den Keller sank.

Ich schaltete mein Laptop aus und ging schlafen.

Heute lief ich frühmorgens durch den Wald und reflektierte all das noch einmal. Meine ausgeprägte Fähigkeit, komplexe Systeme zu erfassen und vorhandene Fehler zu entdecken, wurde über Jahrzehnte trainiert und optimiert. Sie trägt heute einen wesentlichen Teil dazu bei, in meinem Job erfolgreich zu sein. Gleichzeitig belastet sie mich, weil meine Emotionen meinen Gedanken folgen. Immerhin habe ich einen Weg gefunden, die Balance zu halten und nicht wie in der Vergangenheit in einer Abwärtsspirale gefangen zu sein.

Will ich das auch in meiner Freizeit? In Lesleys Bubble? Mich ständig mit Problemen befassen? Problemen, die nicht meine eigenen sind? In meinen Leben gibt es aktuell keine ungelösten Probleme. Anders gesagt: Mein Leben ist in Ordnung. Warum mich also mit Problemen beschäftigen, an einem herrlichen Sommermorgen, während eines Waldlaufs? Welche Wahrnehmungsfilter waren gerade aktiv?

Probleme besitzen eine Art von Magnetismus, der magisch auf menschliches Denken wirkt. Sie ziehen förmlich unsere Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht weil das Lösen von komplexen Problemstellungen uns als Spezies überleben ließ? Wäre eine plausible Erklärung. Leider versteckt sich darin auch eine gefährliche Dynamik, die verhindert, einfach da Hier und Jetzt zu genießen. Hinter dem nächsten Baum könnte etwas lauern. Vielleicht sogar ein Problem?

Ich traf also eine bewusste Entscheidung und lenkte meine Gedanken zurück auf den schlammigen Boden unter mir. Hier und jetzt. Ein schattiger Waldweg. Vögel zwitscherten und ein Hauch von Sommer lag in der Luft. Schmutzige Laufschuhe. Alles bestens. „Don’t stop me now“ von Queen als musikalische Untermalung. Was will ich mehr? Nichts! Ich habe alles. Ich habe mich und die Fähigkeit, mich selbst auf Kurs zu halten.

Wenige Schritte später bog ich auf einen Weg ab, der zwischen zwei blühenden Sommerwiesen in der Morgensonne liegt. Am Wegrand leuchteten die ersten blauen Blüten der Wegwarten. Solange ich zurückdenken kann, mochte ich die Wegwarte. Keine Blätter, krautige Stängel und strahlendblaue Blüten. Viele Jahre später erfuhr ich von den Mythen, die sich um diese Pflanzen ranken. Die Heilpflanze des Jahres 2020 ist für mich stets ein Symbol für Ausdauer und Kraft. Ein Wink des Schicksals, ihr just in diesem Augenblick zu begegnen, als ich meine eigene Gedankenenergie in andere Bahnen lenkte? Zufall? Bestimmung? Oder eine Neuausrichtung der Wahrnehmungsfilter, dass ich sie an diesem Morgen zwischen all den anderen Pflanze am Wegrand erblickte? Ist die Antwort auf diese Fragen wichtig? Oder das, was geschehen ist? Ich lief weiter auf meinem Weg, lächelnd, strahlte wieder jene Lebensfreude aus, die ich in mir fühlte, nachdem ich alle problembehafteten Gedanken beiseitegeschoben hatte, und machte mir bewusst, was Freddie Mercury mir über die Ohrstöpsel erzählte:

… an amazing feeling is coming through … oh ja …  I was born to love you every single day of my life.

Ich weiß nicht, an wen Freddy diese Worte richtete, aber ich richte sie an mich selbst, an den Teil von mir, von dem ich nie wirklich getrennt war, trotzdem es eine Weile lang dachte/fühlte und wenn ich mich zu lange und zu intensiv mit Problemen beschäftigte, es auch wieder denke/fühle.

Manchmal, wenn ich zu tief in der Welt der Probleme versinke, braucht es diese 180° Grad-Wende, um wieder zu fühlen, wer ich bin, immer war und immer sein werden: Ein feuriger Funken Lebensfreude, tanzend auf den Schwingen des Windes über eine sonnendurchflutete Wiese, über schneebedeckte Gipfel und durch das flüsternde Blätterdach des Waldes.

Ich umarme meinen Drachen, dessen feuriger Atem all die Probleme in Flammen aufgehen lässt, aus denen sich schildernd mein Phönix der Lebensfreude erhebt.

Diese Metapher mag kindlich wirken, doch sie ist derart abstrakt, dass mein kritischer Verstand sie nicht zerpflücken kann, ihre Botschaft in meinem Unterbewusstsein ankommt und dort ungebremst ihre Wirkung entfaltet.

Und so bin ich in den heutigen Tag gestartet, der in Folge noch ein paar sehr erfreuliche Momente für mich bereit hatte. Wie hätte es auch anders sein können. Meine Wahrnehmungsfilter waren auf positives ausgerichtet. Probleme konnte ich an diesem Tag soweit das Auge reichte keine erkennen. Vielleicht waren sie da, für andere, aber nicht in meiner Wahrnehmung, denn mein Leben ist in Ordnung. Ich bin in Ordnung, voll und ganz.

Der nächste Schritt auf meinem Weg: (M)eine Vision bekommt ein Gesicht

Gemeinsam mit einigen engagierten Menschen starte ich gerade auf einer Facebook-Seite ein Borderline-Informationsprojekt für Betroffene und Angehörige mit dem Titel „Plan B wie Borderline“. Unser Ziel ist es, möglichst vielen Menschen ein möglichst breites Angebot an Möglichkeiten aufzuzeigen.  Dazu haben wir hier in Facebook eine Seite erstellt und laden Beratungsstellen, Therapeuten etc. ein, ihre jeweiligen Seiten und Profile auf dieser Seite mit dem Namen „Plan B wie Borderline“ zu posten.

Zusätzlich haben wir eine Facebook-Gruppe gegründet, in der es vorrangig um Austausch zwischen Betroffenen UND Experten (Therapeuten*innen, Heilpraktiker*innen, etc.) geht. Hier liegt unsere Zielsetzung ganz klar bei „Hilfe zur Selbsthilfe im Alltag“. Kein Verharren im Problemkontext, sondern aktiver Austausch um Lösungsstrategien zu entwickeln.

Vermutlich kennst auch du einige Menschen, für die unser entstehendes „Plan B-Netzwerk“ interessant sein kann (Betroffene, Angehörige, Heilpraktiker*innen, Therapeut*innen, Lebensberater*innen …). Bitte schau dich auf unserer gerade erst entstehenden Seite um und wenn du gut findest, was wir tun, dann bitte ich dich, diese Info zu streuen, damit unser Netzwerk schnell wachsen und Betroffene/Angehöre rasch Informationen finden können.

Elefanten-Weisheit

Wieder einmal ein Beitrag, der aus jenen Eindrücken geboren wird, die ich in den vergangenen Wochen in diversen Chats und Selbsthilfegruppen gesammelt habe.

Thema: Realität verdrehen oder „Schönzeichnen“

Was meine ich damit? Nun, es geht darum, dass manche (oder viele) Menschen mitunter (oder auch sehr oft) den Standpunkt einnehmen, etwas ist so und nicht anders. Um das nachvollziehbar zu machen, hier ein abstraktes Beispiel:

Eine Banane schmeckt fad.

Dieser Aussage werden nicht zustimmen.

Anderes Beispiel:

Männer reden weniger als Frauen, und Frauen zicken mehr als Männer.

Stimmt natürlich so auch nicht.

Noch ein Beispiel:

Borderliner sind beziehungsunfähig.

Warum sollte diese Aussage stimmen? Sie ist ebenso pauschal und haltlos wie die beiden anderen zuvor. Dennoch neigen offenbar noch immer viele Menschen dazu, dieser einen Aussage zuzustimmen. Da ich ja meinen Mund nicht halten kann, schubse ich häufig Menschen an und sage: „Hey, es kann auch ganz anders sein.“ Daraufhin startet ein zumeist längerer Austausch, in dem manchmal auch die Aussage fällt: „Das ist ja Schönzeichnen der Realität“. Ist es natürlich nicht. Vielmehr ist es, was das Bild mit dem Elefanten so wunderbar darstellt. Ein Klassiker aus dem Kommunikationstraining.

Hier die Geschichte dazu: Mehrere blinde Menschen, die nie zuvor einem Elefanten begegnet sind, werden gebeten, diesen zu beschreiben anhand dessen, was sie ertasten können. Keiner von ihnen weiß, wie groß ein Elefant wirklich ist. So steht der erste vor dem Kopf des Elefanten, fühlt den Stoßzahn und meint voller Überzeugung: „Ein Elefant ist hart und spitz wie ein Horn“. Darauf erwidert ein anderer, der an der Seite des Elefanten steht: „Das stimmt nicht, er ist ledrig und breiter, als meine Arme erfassen können.“ Der Dritte, der hinter dem Elefanten steht, entgegnet: „Ihr irrt euch beide. Er hat einen Schwanz mit Borsten und stinkt fürchterlich.“ 

Wer von den dreien hat Recht? Natürlich alle drei. Für uns als Zuseher ist das sofort klar und einleuchtend, dass jeder der drei nur einen Teil des Gesamten wahrnehmen kann.

Nur – wenn diese Erkenntnis bei der Geschichte mit dem Elefanten so leichtfällt, warum beharren wir dann darauf, in anderen Bereichen des Lebens immer die gesamte Realität erkennen zu können?

Autsch!

Fakt ist, dass wir immer nur einen Bruchteil der Realität wahrnehmen können. Schon aufgrund der Tatsache, dass unsere Sinne eingeschränkt sind, bzw. unsere „Festplatte“ Gehirn selektive Informationen zu einem pixeligen Gesamtbild zusammensetzt, das deutlich von der Realität abweichen kann. Denkt mal nur an optische Täuschungen. Oder Songtexte, die wir ganz anders wahrnehmen als sie gesungen werden.

Wir bilden unsere individuelle Meinung zur Realität aufgrund einiger weniger Informationen.

Manche bilden auch ihre Meinung zu Borderline aufgrund einiger weniger Informationen und lassen diese ihr Schicksal bestimmen, anstatt herauszufinden, was es in ihrem individuellen Fall ist. Darauf angesprochen, wird die Neubewertung mit dem Vorurteil „Schönzeichnen“ abgeblockt.

Natürlich drängt sich jetzt die Aussage auf, das Verweigern einer Lösungsmöglichkeit sei typisch Borderline – ist es aber nicht. Das können auch andere recht gut. Es ist eher typisch menschliches Ego – und ein Exemplar davon besitzen wir alle.

Es liegt eine große Chance darin, den eigenen Standpunkt hin und wieder zu wechseln und weitere Standpunkte hinzuzufügen, um das Gesamtbild aus mehr Informationen zu generieren. Denn dann könnte es plötzlich sein, dass Borderline und Lebensfreude nicht mehr im Widerspruch zueinanderstehen, sondern in Summe eine Gesamtbild ála Elefant ergeben.

Denkt mal darüber nach 😉

#FeelTheEmbraceOfLife

100 % authentisch

Gestern habe ich eine Nachricht – oder besser: eine Frage – von einer Kollegin bekommen, die mich nachdenklich machte. Sie lautete:

„Wie du das private mit dem beruflichen Chaos noch vereinbaren kannst. Wahnsinn, bewundernswert, dass du so switchen kannst.“

Meine gedachte Antwort darauf war:

„Ich bin Borderlinerin. Das bedeutet, dauerhafte emotionale Stabilität ist nicht mein Grundzustand. Deshalb habe ich mir im Laufe der Jahre antrainiert, wie ich aus einem unerwünschten emotionalen Zustand schnell wieder in einen erwünschten wechseln kann. Diese Fähigkeit hilft mir, emotional zu springen, und das wiederum verschafft mir offenbar in monatelangen Phasen der Dauerbelastung einen Vorteil gegenüber emotional stabilen Menschen, die – stecken sie erstmal im Chaos – dort auch nicht mehr so leicht rauskommen. Ich kann emotionale Zustände wechseln wie andere ein T-Shirt, aber nicht nur fremdgesteuert (wie früher, als ich keine Ahnung hatte, wie ich wirklich ticke), sondern bewusst und gezielt. Somit nutze ich das, was viele Borderline als Belastung, Störung oder gar Krankheit empfinden, als Ressource um das berufliche Chaos (#Corona …) gut auszuhalten. Und ja, Chaos war so viele Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens, dass ich heute damit recht gut umgehen kann. Offenbar besser als manche andere.“

Ob ich diese Antwort meiner Kollegin oder einem anderem gegenüber aussprechen werde? Mit Sicherheit, aber ich zweifle, ob ich wirklich verstanden werden. Kann sich das jemand, der es selbst nicht draufhat, überhaupt vorstellen, einen emotionalen Zustand abzulegen wie einen Mantel und einen anderen „anzuziehen“?

Drängt sich dabei nicht der Verdacht auf, alles sei nur „gespielt“?

Wie kann man nachvollziehbar machen, dass es authentisch ist, dass ein Mensch authentisch divergierende Emotionen empfinden kann, dass all das abhängig ist von den inneren Bildern im Kopf, von Gefühlen tief in sich selbst?

Wie viele Menschen glauben, authentisch zu sein, und erkennen selbst nicht, in einer von der Umwelt konditionierten Rolle zu agieren?

Wann lernen wir zu unterscheiden, was authentisch ist und was nicht?

Was, wenn Authentizität nicht eine schnurgerade Linie ist, sondern ein kurviger Weg mit zahlreichen Abzweigungen, die letztendlich alle zu uns selbst führen?

Was bedeutet es, 100% authentisch zu sein?

In diesem Augenblick … genau jene Gedanken zu denken, die ich hier festhalte, während ich in einem Cafè sitze, der Musik im Hintergrund lausche – Smooth Jazz – ein wenig überlagert von den Gesprächen rundum, dem Zischen der Espresso-Maschine, mich in den getragenen Rhythmus des Schlagzeugs fallen lasse, ein wenig mitswinge und mich einfach nur voll und ganz im Augenblick wiederfinde, inmitten von allem, ein Fels in der Brandung meines Lebens, dessen mitunter stürmischer Ozean für einige Zeit wieder wie ein kristallklarer Bergsee an einem windstillen Tag vor mir liegt und ich einfach nur hier bin, angekommen in der Umarmung des Lebens. Leben im Hier und Jetzt. 100% authentisch.

#FeelTheEmbraceOfLife

Probleme einmal anders betrachtet

Probleme sind spannend.

Für mich sind sie wie ungelöste Rätsel. Ich liebe Rätsel. Ob sich daraus der Umkehrschluss ableiten lässt, dass ich auch Probleme liebe, drängt sich irgendwie auf. Auf jeden Fall verfüge ich über eine ausgeprägte Problemlösungskompetenz – sagt man mir nach und bestätigt mein Lebenslauf.

Wie auch immer, Probleme sind wie Rätsel. Diese Betrachtungsweise verleiht ihnen eine gewisse spielerische Note und nimmt etwas Druck raus. Druck macht die Sache nicht einfacher. Kreativität hilft beim Lösen von Problemen. Leider ist Kreativität leicht flüchtig, wenn Druck ausgeübt wird. Deshalb … spielerische Ernsthaftigkeit lautet mein Mittelweg = Rätsel entschlüsseln = Problem lösen😉

Probleme entstehen selten dort, wo sie sichtbar werden.

Das verhält sich ähnlich wie mit der Motorkontrollleuchte im Auto. Wenn die rot aufleuchtet, weiß jeder Autofahrer, was zu tun ist, nämlich …? Richtig, das Lämpchen austauschen. Scherz. Natürlich nicht. Jeder Autofahrer weiß, dass die Ursache des Problems unterhalb der Motorhaube zu finden ist. Vermutlich mangelt es an Motoröl. Einfache und nachvollziehbare Logik. Ganz so einfach ist es nicht mehr, wenn die Probleme z.B. auf zwischenmenschlicher Ebene entstehen. Dann wird schnell mal dort geschraubt, wo das Symptom (= Motorkontrollleuchte) aufflackert, aber weniger oft wird in der Tiefe (= unter der Motorhaube) danach geforscht. Tatsache ist aber, dass auch diese und fast alle Probleme unseres täglichen Lebens ihre Wurzel woanders haben als ihre Blüten sprießen.

Probleme sind kein singuläres Ereignis, sie treten immer in Kombination mit ihrer Lösung auf.

Das habe ich mir von klügeren Köpfen abgeguckt. Aber ja, betrachtet man die Dualität unseres Universums, ist dieser Rückschluss mehr als zwingend. Materie und Anti-Materie, These und Gegenthese, Tag und Nacht, heiß und kalt, hell und dunkel, Problem und Lösung, keine dieser Paarungen kann für sich allein existieren bzw. wahrgenommen werden. Würde stets nur Nacht herrschen, hätte niemand von uns eine Vorstellung vom Tag. Leider neigen wir Menschen dazu, unsere Aufmerksamkeit vom Problem gefangen nehmen zu lassen und darüber zu vergessen, dass die Lösung ebenfalls bereits vorhanden ist, wir nur unseren Fokus umlenken müssten, um auch diese wahrzunehmen.

Probleme bringen uns weiter.

Wenn wir sie denn als Herausforderung und Lernaufgabe sehen wollen. Weitläufig wird angenommen, Probleme sind dazu da, uns aufzuhalten. Ich sehe das anders. Probleme zeigen uns vieles auf. Wo wir schlampig arbeiten. Was wir bislang nicht beachtet haben. Wo wir ungenau oder missverständlichen kommunizieren. Was wir besser machen können. Probleme sind echte Lehrmeister. Es liegt an uns, daraus zu lernen. Hilfreich dafür ist es, sein Ego ein klein wenig ins Abseits zu stellen und sich auf die Fakten zu konzentrieren. 😉

Probleme verlieren viel von ihrem Schrecken und ihrer Schwere, wenn wir sie ein klein wenig anders betrachten.

Es geht nicht darum, Probleme zu ignorieren, sondern darum, ihnen einen anderen Stellenwert zu geben. Probleme von Krisen unterscheiden. Krisen sind existenzbedrohend, Probleme zumeist lästig oder ärgerlich, aber keine echte Bedrohung für Leib und Leben. Warum tun wir dann oft so, als würde die Welt untergehen? Vielleicht weil wir mehr Aufmerksamkeit (= Anerkennung) aus dem Umfeld bekommen, wenn unser Problem soooooo groß ist? Hochstapeln und Aufblasen? Wozu? Diese Energie für die Lösung einzusetzen ist wesentlich gewinnbringender. Aber ja, wir sind halt Menschen … perfekt darin, unvollkommen zu sein. 😉

Probleme zu lösen, war lange Zeit meines Lebens eines meiner liebsten „Hobbies“. Mehr als einmal verhielt es sich dabei wie mit dem berühmtem Butterfly-Effekt. Gleich dem Flügelschlag eines Schmetterlings, der einen Berg einzuebnen vermag, führten Probleme und deren Lösung zu weitreichenden Auswirkungen auf mein Leben. Die Bedeutung dieser Auswirkungen wechselte mitunter im Laufe der Jahre. Sah ich manches zu Beginn als Unglück an, wurde später daraus großes Glück.

All das lehrte mich, Probleme als das zu sehen, was sie sind: Ereignisse auf meinem Lebensweg, für die es einen Grund gibt, den ich zwar nicht immer erkennen oder verstehen kann, aber es gibt für jedes einzelne von ihnen immer auch eine Lösung, und diese Lösung bringt mich weiter. Es lohnt sich also, danach Ausschau zu halten.

Bildquelle: pixabay.com

5 Sätze, die deine Zukunft verändern können

„HIER und JETZT stellen sich die Weichen für die Zukunft und jeder entscheidet selbst, auf welchem Gleis er/sie die Reise fortsetzt.“

Diesen Satz schrieb ich gestern als ich ziemlich unter Dampf stand und er drückt ein sehr intensives Gefühl aus, das allerdings ein wenig „Kontext“ braucht, um verstanden zu werden.

In den letzten Tagen erlebte ich sowohl auf beruflicher Ebene als auch in diversen Selbsthilfegruppen vermehrt eine innere Haltung bei anderen Menschen, die ich als schwierig empfinde. Heute. Früher war das anders. Früher lebte ich selbst in dieser Haltung. Vielleicht fällt es mir genau deshalb heute schwer zu akzeptieren, wenn andere in ihr verharren, weil ich weiß, was daraus entsteht.

Symptomatisch für diese Haltung sind Aussagen, die mit „Ich kann nicht …“ oder „Das geht nicht …“ oder „Das ist nicht möglich …“ beginnen. Ich denke, jeder kennt Sätze dieser Art und kann sich vorstellen, wie sie weiter ausformuliert sein können. Ich denke auch, viele dieser Sätze entsprechen nicht der Wahrheit, sondern sind eher vorgeschoben um dahinter Unsicherheit, Angst, Bequemlichkeit, Unwissen oder anderes zu verbergen. Oder wie meine weise Lucy zu sagen pflegte:

„Ich kann nicht, heißt ich will nicht.“

Dieser Satz von Lucy war manchmal für mich echt schwer zu nehmen, denn er sagt gerade heraus, was die anderen verschleiern: Verweigerung. Oder auch: Festhalten am Problem.

Meistens bedenken die Menschen, die solche Sätze der Verweigerung verwenden, allerdings nicht, welche Auswirkungen diese Sätze haben. Einerseits an der Oberfläche des Alltäglichen, z.B. gegenüber anderen Menschen (oder Vorgesetzten), die darin eine Art von Problemfokussierung, mangelnde Motivation, Engagement etc. sehen könnten (und das auch häufig tun). Andererseits unter der Oberfläche, also auf das eigene Unterbewusstsein.

„Egal, was du sagst, einer hört dir immer zu: du selbst.“

Mit diesem im Mentaltraining häufig zitierten Satz ist gemeint, dass jedes – wirklich JEDES – Wort, das wir denken, sprechen, schreiben, lesen oder hören, von unserem Unterbewusstsein wahrgenommen wird und zur Programmierung unseres inneren Bildes beiträgt. Und das unser ganzes Leben lang! Unser inneres Bild wiederum beeinflusst unseren Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Handlungskompetenz, Geschicklichkeit, Lernfähigkeit und vieles mehr … bis hin zu unserem Immunsystem und der Biochemie unseres Körpers. Unglaublich? Wer daran zweifelt, möge bitte zum Thema „Epigenetik“ recherchieren. Sehr zu empfehlen sind die Werke von Dr. Joe Dispenza, aber es gibt auch zahlreiche andere, die über dieses Thema schreiben, und überzeugende Beweise vorliegen, dass jeder – wirklich JEDER – Gedanke, der unserem Gehirn entspringt, auf uns mannigfaltig wirkt.

Unglücklicherweise können wir häufig nicht beeinflussen, was andere uns gegenüber äußern, aber zumindest können wir darauf achten, was wir freiwillig an „Berieselung“ konsumieren bzw. selbst an Gedankengut produzieren. Wobei hier auch die Wechselwirkung zwischen innerem Bild und unseren Gedanken und Gefühlen zu beachten ist. Da die meisten Gedanken unbewusst entstehen, spiegeln die daraus entspringenden Worte ihrerseits das innere Bild wider.

Oder wie Christian Friedrich Hebbel schon sagte: „Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.“

Wie auch immer. Vereinfacht gesagt gilt: Es braucht Zeit und Ausdauer, um ein über viele Jahre etabliertes inneres Bild zu verwandeln. Dennoch ist es möglich!

Zurück zu meinem Eingangssatz. Die Weichen für die Zukunft, also wo es mit jedem einzelnen von uns hingeht, stellen sich mit jedem einzelnen Wort, das wir ersinnen. Manche mögen glauben, dass es die großen Entscheidungen sind, die unser Leben verändern, aber die sind es nur ganz selten. Vielleicht bringen uns die großen Entscheidungen dazu, unseren Job oder den Wohnsitz zu wechseln, aber werden wir dadurch ein anderer Mensch? Überwinden wir dadurch tief in uns verwurzelte Ängste oder Sorgen? Verändert sich dadurch unser Selbstbild? Wohl kaum. Nicht umsonst heißt es, man kann vor sich selbst nicht davonlaufen. Probleme, die ihren Ursprung in uns haben, lassen sich nicht durch äußere Veränderungen lösen. Und manche werden vielleicht schon bemerkt haben, dass in neuer Umgebung nach einiger Zeit alte Problemstellungen wie von Zauberhand erneut auftauchen.

Die Kleinigkeiten im Leben machen den Unterschied, bringen die Veränderung. Jedes einzelne Wort entscheidet darüber, wie andere mich wahrnehmen (was auch einen Beitrag zu meiner beruflichen Karriere leisten kann) und wie ich mich selbst programmiere bzw. entwickle.

Oder wie ich es öfters formuliere: Es ist ähnlich wie mit der Erdanziehungskraft. Ganz egal, ob man sie versteht, oder daran glaubt, sie wirkt und hält uns mit den Füßen am Boden fest – und manchmal fallen wir ihretwegen auf den Allerwertesten. Jeder Gedanke, jedes einzelne Wort wirkt auf uns, ob man das versteht oder daran glaubt, ist unwichtig, es geschieht trotzdem.

Vor ein paar Tagen entsprang noch ein Satz meinem Denken, beiläufig in einem Gespräch, als ich gefragt wurde, wie ich seit Oktober 2017 neben meinem Fulltime Stress-Job stattliche vier Bücher mit insgesamt rund 1.800 Seiten veröffentlichen konnte und noch immer eine funktionierende Partnerschaft habe. Meine Antwort darauf war:

„Nachdem ich aufgehört hatte, krampfhaft ein Problem in mir selbst aufrecht zu erhalten, wurde plötzlich eine Menge Energie frei, um das zu tun, was mir Freude bereitet.“

Mein „Problem“ hieß Borderline. Indem ich jedoch aufhörte, es als „Problem“ zu betrachten und das nicht nur als einmalige, große Entscheidung postulierte, sondern seither täglich etliche Male auf verschiedene Weise artikulierte, das Potenzial von Borderline konstruktiv einzusetzen, stellte und stelle ich die Weichen für mich in eine neue Richtung, in die ich seither unterwegs bin.

Nur um nicht missverstanden zu werden: Ich behaupte NICHT, dass allein ein paar positive Affirmationen zu sich selbst Borderline heilen. ABER ich behaupte sehr wohl, dass eine Veränderung der inneren Haltung zu sich selbst, die über jedes – wirkliches JEDES – einzelne Wort beeinflusst wird, die Basis dafür ist, dass ein Heilungsprozess überhaupt erst erfolgreich stattfinden kann.

In diesem Sinne:

Die Zukunft jedes einzelnen von uns beginnt HIER und JETZT. Sie entspringt jedem einzelnen Wort und wird genährt von der Botschaft, die wir damit täglich in die Welt nach außen und gleichzeitig in das Universum in uns senden.

Klartext

In mir mehrt sich das Gefühl, als Autorin missverstanden zu werden und in eine Schublade gesteckt zu werden, in die ich nicht passe. Deshalb drängt es mich innerlich zu ein paar klaren Worten in Bezug auf meine Werke als Buchautorin:

ICH SCHREIBE KEINE UNTERHALTUNGSLITERATUR.

Ganz im Gegenteil. Vielleicht ist sogar ein kleiner Warnhinweis angebracht:

WER SICH AUF MEINE GESCHICHTEN EINLÄSST, RISKIERT … eine Veränderung des eigenen Welt- und Selbstbildes … einen Blick hinter den Spiegel des Offensichtlichen und unter die Oberfläche des Alltäglichen … Antworten auf Fragen zu finden, die vielleicht schon seit sehr langer Zeit darauf warten, entdeckt zu werden … tief im Innersten berührt zu werden.

Gewiss, die Covers meiner Bücher lassen anderes vermuten, doch tatsächlich geht es um Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung, in einfacher Sprache doch auf hohem Niveau. Komplexe abstrakte Theorien und Modelle in eine leicht verständliche, nachvollziehbare und – das ist für mich das entscheidende – einfühlbare Geschichten verpackt.

Zurück zu den Covers. Ich mag ganz einfach die Dramatik emotionsgeladener Bilder. Es steckt viel Arbeit und Akribie dahinter, in einem einzigen Bild die Botschaft einer Geschichte mit über 600 Seiten wiederzugeben. Ein bisschen ähnelt es einem Samenkorn, in dem bereits das vollständige Bild der späteren Pflanze im DNA-Code enthalten ist. An dieser Stelle bedanke ich mich einmal mehr bei meinem Coverdesigner, der diesen nicht immer einfachen Weg mit mir geht.

Und mal ganz ehrlich: Ich bin der wandelnde Widerspruch, was ich ja recht offen kommuniziere. Ich bin Borderlinerin und gehe meinen eigenen Weg … in meinem Leben, meinen Geschichten und mit meinen Buchcovers.

Ich wähle heute diese Worte, um mich abzugrenzen. Nicht, weil ich Unterhaltungsliteratur schlecht machen will. Sie hat wie alles im Leben ihre Berechtigung. Bildlich gesprochen: Es gibt viele Arten von Schuhen auf diesem Planeten, erschaffen für unterschiedliche Zwecke. Doch allen gemeinsam ist eine Funktion: Sie umhüllen unsere Füße. Es gibt viele Arten von Büchern und Geschichten, erschaffen für unterschiedliches Lesepublikum. Doch allen gemeinsam ist ein Ziel: Sie wollen gelesen werden.

Meine Bücher und Geschichten richten sich an jene, die hinter den Spiegel und unter die Oberfläche blicken möchten. Vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, wie sie zusammenhängen und ineinandergreifen, auch mit meiner Strategie um Umgang mit meinem Borderline-Syndrom.

Alles gehört zusammen! … und in meinem neuen Trailer zeige ich das deutlicher auf als bisher

Seid willkommen im (kleinen) Universum von Lesley B. Strong, einer Autorin von [nicht] ganz alltäglichen Geschichten.

Gut gemeint kommt nicht immer gut an

Eines gleich vorweg: Ich liebe „Meinen besten Ehemann von allen“, aber manchmal ist er nicht zum Aushalten.

Wenn ich zum Beispiel wieder einmal eine turbulente Phase durchlebe.

Meine eigene Wahrnehmung: Es geht drunter und drüber, meine innere Balance schwankt gewaltig, aber ich bin mit mir selbst im Reinen, verweile in Selbstliebe und Annahme dessen, was ich bin. Ich bin nun einmal eine komplexe Persönlichkeit mit einem breiten Spektrum an Emotionalität.

Seine Interpretation: Ich stehe kurz vor meinem 3. Burnout, hänge in den emotionalen Verstrickungen meines Familiensystems fest und sollte das dringend bearbeiten bzw. auflösen.

Ich anerkenne die gute Absicht und die Sorge seinerseits, doch ich teile sie nicht. Oder besser gesagt: Ich hab‘ genug vom Bearbeiten und Auflösen. Das mache ich jetzt schon seit fast 30 Jahren. Was ist dabei rausgekommen? Hinter jeder Tür, die ich dabei geöffnet und das dahinter verborgene bearbeitet und gelöst hatte, tauchte eine weitere Tür auf. Und die nächste. Und übernächste …

Vielleicht ist es möglich, sich alle Zusammenhänge bewusst zu machen, alle Ursachen zu ergründen, alle Auslöser zu deaktivieren …

Vielleicht braucht man dafür sein ganzes Leben.

Vielleicht ist es ein endloser Weg.

Ich habe diesen Weg verlassen, will und muss nicht mehr ergründen, was hinter jeder Tür in meinem Unterbewusstsein verborgen ist. Meine Persönlichkeit ist komplex und vielschichtig, manchmal widersprüchlich und schwer nachvollziehbar, insbesondere wenn meine Handlungen für Außenstehende ruinös wirken mögen, doch das bin ICH. So bin ich nun einmal. So liebe ich mich. Und ich habe volles Vertrauen in mich selbst, dass ich meinen Kurs rechtzeitig korrigieren werde, bevor ich tatsächlich Schaden an mir selbst oder meinem Umfeld anrichte.

Ich will niemand anders sein, auch keine „gedämpfte“ Version von mir selbst. Wie kann ich das einem Menschen verständlich machen, der ganz anders ist? Er meint es gut, doch für mich fühlt es sich an wie Demontage. Als müsste ich einen Teil von mir aufgeben, den ich liebe wie all die anderen Teile, um die Liebe von jenem zu sichern, der zwar an meiner Seite, aber außerhalb von mir ist.

Kobayashi Maru?

In gewisser Weise ähnelt diese Situation dem Kobayashi Maru-Test, der in etlichen Star Trek-Filmen und Serienfolgen zitiert wird. Sich einer ausweglosen Situation stellen. Zwei Optionen, und man muss sich für eine davon entscheiden, weil beide unmöglich zu erreichen sind.

Mich selbst lieben, oder mich um eines anderen Willen Liebe selbst aufgeben?

Welch ein Dilemma!

Oder eine Illusion?

Eine Chance für den nächsten Schritt?

Welchen Schritt? Was geht weiter, als sich selbst bedingungslos und umfassend anzunehmen, wie man ist?

Wieder eine dieser Türe, die – sind sie erst einmal geöffnet – den Blick freigeben für noch mehr Türen, Rätsel, Fragen …

Apropos Masken

… ein Thema, dass mich in der vergangenen Woche immer wieder auf verschiedene Weise beschäftigt hat. In der Außenwelt. Klar. „Eintritt nur mit Mund-Nasen-Schutz“. Obwohl das mittlerweile in unserem Alltag angekommen ist, wirken die Bilder auf mich immer noch eigenartig fremd. Die Maske im Gesicht ungewohnt. Und ja, es fühlt sich auch auf eine Weise „merkwürdig“ an, die ich nicht in Worte fassen kann. Vielleicht weil es Erinnerungen an früher weckt. An mein „Leben hinter einer Maske“, die nicht aus Stoff bestand, sondern aus Lügen und (Selbst-)Täuschung.

Damit bin ich auch schon wieder gedanklich bei einem Chat, den ich vor wenigen Tagen geführt habe. Es ging um Masken, allerdings um eben jene Masken, hinter denen wir uns als Mensch verbergen. Man könnte auch Fassade dazu sagen. Oder eben Täuschung. Wie auch immer.

Jedenfalls antwortete ich auf die Frage, was Person X wohl falsch mache, dass sich keine dauerhaften Freundschaften im Leben von Person X einstellen wollten und daraus eine Form von Einsamkeit resultierte. Aus meiner eigenen Erfahrung brachte ich eben jene „Masken“ ins Gespräch, hinter denen ich mich selbst lange verbarg, teils aus Selbstschutz, teils aus Scham über das, was ich glaubte zu sein, teils einfach auch um die Leere zu kaschieren, die ich in mir wahrnahm.

Mein Tipp lautete daher: Versuch nicht, andere nachzuahmen und etwas zu sein, was du nicht bist. Finde heraus, wer und was du bist. Nimm dich so an, wie du bist. Dann wirst du authentisch. Authentizität ist ein wichtiger Schlüssel für stabile Beziehungen jeglicher Art. Anders gesagt: Niemand hat gerne Menschen um sich, die undurchschaubar und unberechenbar sind. Das kann von anstrengend bis gefährlich alles sein. Wer will das schon?

Die Gegenfrage überraschte mich etwas: „Sind denn hinter der Maske nicht nur weitere Masken? Ist den überhaupt jemand hinter all den Masken?“ 2017 habe ich mir zuletzt solche Fragen gestellt, daher fühlten sie sich seltsam fremd und vergangen an, wiewohl ich das Gefühl der absoluten Leere kenne. In sich hineinzublicken und nichts erkennen zu können. Nichts zu spüren. Nur Leere. Und die Masken verkörpern das einzig vorhandene – scheinbar. Denn die Wahrheit ist eine gänzlich andere, wie ich herausfinden durfte.

Diese kurze Diskussion machte mir bewusst, wie schnell ich den „gekoppelten“ Zustand als Standard für mich integriert hatte. Heute käme ich nicht mehr auf die Idee, zu denken, in mir ist nichts als Leere, niemand hinter den Masken zu finden. Gewiss, ab und an „entkoppelte“ ich und fühle die Leere wieder, aber ich erkenne sie als das, was sei ist: Eine Fehlschaltung meiner Wahrnehmung. Dann korrigiere ich diesen Fehler durch bewusste Erinnerung und Wahrnehmung dessen, was ich bin. In meinem „Betriebssystem“ verstecken sich ein paar Fehler. Sie erfordern mitunter spezifische Vorgehensweisen, aber das war’s auch schon. Ich habe gelernt, damit umzugehen. Das nimmt Druck und Stress raus.

Dennoch, es stimmt mich nachdenklich und traurig, zu erleben, dass andere Betroffene noch mitten drinstecken und von sich selbst denken, hinter den Masken nichts zu finden. Nur Leere. Kein Jemand. Kein Ich. Gefangen in der Selbsttäuschung.

Heute richte ich meine Worte an all jene,

Jeder von uns ist jemand.

Jeder von uns ist ein einzigartiges Geschöpf. Ein Wunder des Lebens und ja, ein Geschöpf der Liebe. Ohne Liebe hätten wir die ersten Wochen nach unserer Geburt nicht überlebt. Nahrung ist wichtig, Kleidung und ein Dach über dem Kopf ebenso, doch all das kann vorhanden sein und der Mensch stirbt dennoch – wenn Liebe fehlt. Dafür finden sich in der Menschheitsgeschichte viel zu viele Beweise.

Was auch immer später geschah, dass all die Masken notwendig machte, um zu überleben, um sich im eigenen Leben zurecht zu finden, dass letztendlich vielleicht sogar dazu führte, die Masken nicht mehr als solche zu erkennen und zu vergessen, was einst dahinter Schutz fand und bis heute findet… tief in uns drin sind wir immer noch, wer wir waren und immer sein werden.

Vor vielen Jahren befasste ich mich mit dem „Kurs in Wundern“ (A Course in Miracles). Darin entdeckte ich einen Gedanken, denn ich verinnerlichte und der mich wie ein Leuchtfeuer durch schwere Krisen leitete:

„Nichts Wirkliches kann bedroht werden, nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden (Gottes).“

Wirklich sind wir, jeder einzelne von uns, und das individuelle Potenzial, das wir in uns tragen. Es zu finden und zu entwickeln, ist unsere Lebensaufgabe.

Unwirklich sind die Illusionen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln und übernehmen. Geprägt von Ereignissen und Menschen rund um uns. Die Masken, die wie wählen, freiwillig oder auch nicht.

Der Friede entsteht in uns. Inwieweit Gott da mitwirkt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist: Finden wir in uns selbst keinen Frieden, leben wir in der Hölle – ganz gleich, ob es einen Gott gibt oder nicht.

#FeelTheEmbraceOfLife