Gedanken zum Lockdown

Wenn ich die Nachrichten verfolge, gibt es kaum eine Stunde, in der mir nicht das Thema „Lockdown“ begegnet. Daher … heute ein paar [nicht] ganz alltägliche Gedanken vor mir dazu:

Nach mehr als einem Jahr Pandemie herrschen bei mir längst Routine und Pragmatismus vor.

Warum gegen etwas rebellieren, das ohnehin nicht veränderbar ist? Aus meiner Sicht pure Energieverschwendung.

Viel lieber konzentriere ich mich auf das, was möglich ist:

Das Besondere im Alltäglichen zu entdecken.

Mich meines Lebens und meiner Gesundheit zu erfreuen – auch wenn’s hin und wieder zwickt und zwackt. Alles harmlos und ein Zeichen, das ich noch lebe und mich spüre 😉

Rückbesinnung auf das Wichtige und Wesentliche im Leben.

Teilweise auch Rückzug (also freiwilliger Lockdown) von Energievampiren und Karma-Staubsaugern.

Fokus auf das, was mein Herz erfreut, meine Seele verwöhnt und mich zum Lächeln bringt.

… und ja, manchmal stelle ich mir vor, wie unser Leben verlaufen würde, wäre nicht das Corona-Virus aufgetaucht, sondern z.B. der Mega-Vulkan im Yellow Stone Nationalpark ausgebrochen (was in der Vergangenheit bereits geschehen ist und auch wieder geschehen wird). Dann würden wir heute in einer Art „nuklearer Winter“ leben. Also jene, die noch am Leben wären.

Keine Frage, Corona ist nicht lustig und bringt viele von uns an ihre (scheinbaren) existenziellen Grenzen, dennoch sind unsere Grundbedürfnisse immer noch reichlich gedeckt. Mehr noch. Es bietet sich die Gelegenheit, auf allen Ebenen auszumisten, die ungesunde Basis des „immer mehr“ zu hinterfragen und eine neue Basis „im Gleichgewicht“ zu schaffen – physisch ebenso wie psychisch.

Vielleicht sollten wir weniger auf das blicken, was aktuell nicht möglich ist – und aufhören die Unzufriedenheit weiter zu nähren.

Der verordnete Rückzug vom Außen wäre DIE Gelegenheit, nach innen zu blicken.

Hinter den Spiegel.

Unter die Oberfläche.

Sich selbst zu begegnen.

Den Kurs zu verändern, der unsere Spezies direkt in den Untergang führt, in dem wir unsere Lebensbasis rücksichtslos ausbeuten und zerstören, um künstlich erzeugte Bedürfnisse zu decken.

Aus meiner Sicht wäre ein wenig mehr Dankbarkeit eine gute Herangehensweise.

Wir sind noch am Leben.

Wir werden versorgt.

Wir haben die Chance, den Kurs (in uns und um uns) zu ändern.

Ach ja, Veränderung! Es wäre so einfach, gäbe es nicht die tiefsitzende Angst vor Veränderung. Wie sagt schon das alte Sprichwort: Es kommt nichts Besseres nach. Nun, wenn ich den Verlauf der Menschheitsgeschichte betrachte, wurde es mal besser, ein anderes mal schlechter – was viele nicht mehr sehen, denn sie haben verlernt, über den eigenen Tellerrand und die eigenen Lebensspanne hinauszudenken. Doch genau diese kollektive und langfristige Denkweise braucht es heute mehr denn je, um Corona in den Griff zu bekommen, diese Planeten und damit uns selbst zu retten.

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JENSEITS DER REALITÄT

Es gibt ein paar „Dinge“ in meinem Leben, über die ich nur selten und nur mit ganz wenigen Personen spreche. Doch ein Ereignis vor wenigen Tagen hat mich dazu bewogen, dies zu ändern, denn es könnte da draußen andere geben, denen es ähnlich ergeht und die ebenfalls nicht darüber sprechen, weil sie sich damit allein glauben.

Was geschehen ist, das meine Meinung geändert hat?

Nun, ich war mit meinem Sohn abends im Auto unterwegs. Wir waren im Freiland unterwegs. Ein anderer Wagen kam und entgegen und blickte zum Linksabbiegen. Beide Fahrzeuge waren sich bereits ziemlich nahe, als ich kurz aufschrie, obwohl der andere Wagen noch nicht eingeschlagen hatte, mein Sohn bremste und gerade noch eine Kollision verhindern konnte, weil der andere Wagen doch plötzlich abbog, obwohl er Nachrang hatte und wir sicher nicht zu übersehen waren.

Mein Sohn meinte danach, ob ich die Jedi-Gabe hätte, Ereignisse zu erkennen, bevor sie geschehen. Ganz so theatralisch würde ich es nicht bezeichnen, aber ja: ich habe eine Art von Gabe, manches zu „spüren“, bevor es geschieht. Zu wissen, wer anruft, ohne aufs Display zu blicken – und ich habe nur einen allgemeinen Klingelton, keine personenspezifische. Zu wissen, was jemand sagen wird, bevor die Person noch den Mund öffnet. Zu wissen, was in einem Meeting geschehen wird. Manches einfach zu wissen, woher auch immer.

Ich bin keine Hellseherin. Ganz und gar nicht. Aber ich nehme hin und wieder und ohne willentliches Zutun manches wahr, kurz bevor es sich in der sichtbaren Realität manifestiert. Wie eine Art sechster Sinn. Intuition. Gespür. Es ist einfach da. Diese Gabe habe ich schon mein ganzes Leben lang. Zu spüren, was hinter dem Spiegel ist. Manchmal auch in Menschen, ihre Schmerzen, Krankheiten, Leid … das auszuhalten war und ist eine Herausforderung, weshalb ich viele Jahre meines Lebens meine Gabe unterdrückte, bis ich irgendwann nichts mehr spürte …

Wie ich gerne sage: Borderline entsteht nicht über Nacht und nicht grundlos.

In meiner Jugend war ich anfällig für okkultistische Strömungen, Esoterik und alles, was mir versprach, Erklärungen zu liefern ohne mich zu verspotten oder schlimmeres. Es ist nicht einfach für ein heranwachsendes Kind, etwas wahrzunehmen, das anderen verborgen bleibt, darüber zu sprechen und von allen Menschen im Umfeld zu hören: „Du spinnst ja.“

Wie gesagt, ich bin keine Hellseherin. In meinem Verständnis existieren unzählige Varianten der Zukunft und unsere individuellen Entscheidungen sorgen dafür, welche davon sich realisiert. Wobei man nun darüber diskutieren kann, ob unsere Entscheidungen dem freien Willen oder universeller Bestimmung entspringen – oder beidem. Diesen Diskurs hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

Meine „Gabe“ ist es, ab und zu diese Manifestation der Realität zu spüren, kurz bevor andere diese mit ihren Sinnen erfassen können. Für mich ist das absolut natürlich und keineswegs übernatürlich. Ich denke, alle in Freiheit lebenden Wesen, die sich noch als Teil des Organismus Erde wahrnehmen, haben dieses Gespür. Auch wir Menschen. Allerdings scheinen wir diesen „Sinn“ im Zuge der Domestizierung zu einem verstandesgesteuerten Teil der modernen Gesellschaft zu verlieren. Dann sehen und hören wir bevorzugt das, was wir selbst verursachen. Leider nicht mehr die feinen Nuancen dessen, was permanent rund um uns schwingt, denn die Verbindung zum großen Ganzen scheint durchtrennt.

Wer aus dem Fluss des Lebens fällt, landet jenseits der Realität.

Nun stellt sich die Frage: Was ist die „wirkliche“ Realität? Jene der Verstandesmenschen? Oder jene, die mehr wahrnimmt, als der Verstand erklären kann?

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Couchtime mit Lesley

In der vergangenen Woche habe ich ein experimentelles Format gestartet. Wie das klingt … voll professionell 😉

Scherz beiseite.

Seit Monaten habe ich den Eindruck, außer Arbeit nur noch Arbeit und sonst nichts am Hals zu haben. Covid sei Dank (Anmerkung: Sarkasmus), sind die Möglichkeiten an Freizeitaktivität mit Menschen drastisch eingeschränkt und werden es wohl noch einige Zeit bleiben. So richtig bewusst wurde mir das neulich beim Schifahren. Allein unterwegs zu sein, kenne ich auch von früher. Während der Liftfahrten ergaben sich aber stets nette Plaudereien. Diese fielen nun komplett weg, weil der Sessellift oder die Gondel nicht mehr mit „haushaltsfremden Personen“ geteilt wird.

Neue, andere Menschen treffen und sich austauschen – scheinbar unmöglich geworden in Zeiten wie diesen.

Schlimm für mich, denn ich entdecke gerne die Lebenswelten anderer, gewinne daraus Ideen und Inspiration für mich selbst. Dies ist nun deutlich eingeschränkt. Was also tun?

Nun, ich beschloss kurzerhand, einen Zoom-Raum unter dem Titel „Couchtime mit Lesley“ einzurichten. Ziel und Zweck: Plaudern über das Leben, ein wenig Philosophieren mit Gleichgesinnten, eine angenehme Zeit abseits des Alltags verbringen.

Da ich außer Arbeit nur Arbeit und sonst nichts am Hals hatte, blieb kaum Zeit, diesen Termin und damit das neue Format zu promoten.

Und ganz ehrlich: ich wollte es auch nicht. Diese Massenschreierei in den sozialen Medien, wer nicht was macht und das bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit überall kundtut … das ist nichts für mich.

Wer nicht wirbt, der stirbt … mit diesem Satz wurde ich schon während meiner kaufmännischen (auch so etwas gehört zu meinem Lebenslauf) Ausbildung konfrontiert. Mag sein, das dies auf viele Produkte zutrifft, aber ich bin kein Produkt. Ich bin ein Mensch. Ich erzähle meine Geschichte. Wer mich findet, bleibt vielleicht. Wer bleibt, erzählt vielleicht weiter. Und wenn nicht, ist das auch in Ordnung.

Ich wurde nicht Lesley, um irgendein Marketingziel damit zu erreichen, weder Reichweite noch Verkaufszahlen, Klicks oder wonach andere streben.

Ich wurde Lesley, um meine Borderline-Persönlichkeit auszubalancieren.

Ich bin Lesley, um einen Platz in meinem Leben zu haben, an dem ich uneingeschränkt ICH sein kann, ohne mich zu verdrehen, anzupassen oder dergleichen – was wiederum heilsame Effekte auf meine Borderline-Persönlichkeit hat.

Ich bin Lesley B. Strong – a fiery spark of joie de vivre

Wer mich findet, und Zeit mit mir oder meinen Büchern, Geschichten und Beiträgen verbringen möchte, ist jederzeit von ganzem Herzen willkommen. Die nächste Couch Time mit Lesley findet am Donnerstag, 22.04.2021 um 20:00 Uhr statt

Ach ja, die Premiere hat deutlich länger gedauert als geplant und wurde ein sehr netter Abend 😉

APROPOS GEDULDSFADEN

Es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten, ich hätte eine Engelsgeduld. Deren sind es gar nicht so wenige. Ich sehe das ganz anders. Genau genommen halte ich mich selbst für ziemlich ungeduldig. Was diese Menschen verwechseln, ist meine Fähigkeit, für nahezu alles und jedes Verständnis aufzubringen. Solange ich etwas plausibel nachvollziehen kann, finde ich einen Weg, damit umzugehen. Das wird mir dann als Geduld ausgelegt.

Schwierig wird es, wenn ich etwas nicht mehr nachvollziehen kann UND meine „Natur“ zeitgleich etwas in ihrem Gleichgewicht schwankt.

Ein Beispiel: Chatten, Texten, Schreiben … welche Bezeichnung auch immer für den schriftlichen Austausch über diverse Messenger-Dienste gewählt wird. Ich schreibe an Person X eine simple Frage in der Art von „Wie geht es dir?“ und sehe, dass die Nachricht von Person X auch gelesen wurde. Keine Antwort. Kennen wir alle. Die Zeit vergeht, immer noch keine Reaktion. Kennen wir auch alle. Irgendwann sind Stunden vergangen und manchmal bekommt man auf die gestellte Frage NIE eine Antwort. Kennen vermutlich ebenfalls alle von uns.

Nun, befinde ich mich zur Zeit des Geschehens in einem ausgeglichenen, entspannten Zustand, ist das überhaupt keine Sache. Meine „Engelsgeduld“ kann sich verschiedene Szenarien vorstellen, wonach Person X gerade beschäftigt ist, vielleicht müde, schlecht drauf … was auch immer. Null Problemo. Ich finde für mich mögliche Erklärungen und damit Verständnis.

Schwierig wird es, wenn ich selbst am Rande der Belastungsgrenze bin, denn diametral zu meinem eigenen Anspannungslevel sinkt mein Verständnispegel. Irgendwann ist es nur noch nervig und ich denke mir: Okay, ich bin Person X offenbar völlig egal.

Der rationale Teil von mir weiß natürlich, das dem nicht so ist, aber der emotionale ist schlichtweg angepisst, weshalb ich meine Finger zusammenkralle, um nicht Nachrichten in der Art von „Was ist eigentlich so schwer daran, zu schreiben: Hab gerade keine Zeit, melde mich später. Bricht dir deshalb ein Zacken aus der Krone? Oder gehört es heute zum guten Ton, den anderen einfach zu ignorieren? …“ abzusetzen.

Mittlerweile gelingt es mir, meine Selbstbeherrschung zu bewahren und zu schweigen, auch wenn ich innerlich ein klein wenig explodiere und mein Geduldsfaden reißt … bildlich gesprochen spuckt mein Drache Feuer.

Im Hinterkopf habe ich immer auch den Gedanken, das derart impulsive emotionale Ausbrüche typischerweise Borderlinern zugeschrieben werden – obwohl ich absolut davon überzeugt bin, dass auch Nicht-Betroffene ab und an in solchen Situationen auszucken, nur wird das dann gerne als „situationsadäquat“ angesehen. Bei Borderlinern hingegen als „verhaltensauffällig“. Öl ins Feuer der Vorurteile zu gießen gehört ganz und gar nicht zu meinen Absichten, und so übe ich mich in Selbstbeherrschung.

Dennoch – die Frage nach dem „Warum ist es eigentlich so schwer …?“ bleibt. Es scheint, als würde zeitgleich mit der quantitativen Zunahme an Kommunikation die qualitative Seite abnehmen. Zugegeben, es gibt eine Menge Menschen, die auf die Frage „Wie geht es dir?“ keine Antwort erwarten, sondern diese einfach als Höflichkeitsfloskel verwenden bzw. gar nicht zuhören oder darauf eingehen, sollte eine (ehrliche) Antwort erfolgen. Aber ich gehöre nicht zu diesen Menschen. Ich frage, weil es mich interessiert. Gehöre ich damit zur Minderheit? Hoffentlich nicht, denn das wäre erst recht erschreckend… oder nervig.

Zurück zu denen, die nicht (zeitnah) antworten. Möglicherweise ist ihnen nicht bewusst, wie wenig wertschätzend es ist, den anderen – bildlich gesprochen – einfach stehen zu lassen. Würden sich beide Personen gemeinsam in einem Raum aufhalten, wäre es sofort für beide erkennbar, wenn eine Person sich entfernt und damit die Kommunikation beendet. Vermutlich wären auch die Gründe leichter erkennbar, wenn z.B. ein dringender Anruf reinkommt oder das Haus abbrennt. Diese Sichtbarkeit ist im Messenger nicht gegeben, denn die nonverbale Seite der Kommunikation schrumpft, wenn es sich nur um Buchstaben und/oder Emojis auf einem Bildschirm handelt. Der Kontext schwindet. Gleichzeitig öffnet sich das Feld für wilde Spekulationen … und daraus resultierende Missverständnisse, nachfolgende Streitgespräche inklusive.

Echt nervig.

Wenige Worte könnte das verhindern.

Qualität statt Quantität in der Kommunikation.

Mitdenken.

Kontext mitteilen.

Es wäre so einfach …

… aber wir sind Menschen mit einer scheinbar anerzogenen Neigung zur Verkomplizierung an sich einfacher Prozesse.

Einfach ist das neue cool – für mich 😉 … dann klappt das auch mit dem Geduldsfaden.

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Selbstbildoptimierung & Umwegrentabilität

Am Sessellift über der Skipiste schwebend, gingen mir so einige Gedanken durch den Kopf, während ich die vergangenen Tage reflektierte. Einer davon war dieser: Umwegrentabilität – ein Begriff aus der Wirtschaft für etwas, das sich – vereinfacht gesagt – irgendwann indirekt rechnet. Der andere sperrige Begriff – Selbstbildoptimierung – dreht sich um (wie der Name schon sagt) Selbstbild und somit auch Selbstwert. Eine typisches (aber nicht nur) Borderline-Herausforderung.

So, wie schlägt Lesley eine Brücke zwischen Borderline und Umwegrentabilität? Ganz einfach 😉

Nehmen wir an, ich bringe gegenüber Person X meine Anerkennung zum Ausdruck. Durch Lob, Komplimente, was auch immer. Das wird Person X (hoffentlich) erfreuen und streichelt natürlich deren Selbstwert. X wird sich als geschätzte Person wahrnehmen. Abhängig vom Näheverhältnis auch als liebenswert, begehrenswert …

So weit, so gut.

Eines sollte ich hier noch ausdrücklich klarstellen: Ich beziehe mich auf ehrliche und von Herzen kommende Anerkennung. Nicht auf schleimige Schmeicheleien, intrigante Manipulation oder dergleichen.

X freut sich also über meine aufrichtige Anerkennung und ich freue mich, das X sich freut.

Gleichzeitig nehme ich (bewusst oder unbewusst) wahr, dass ich eine so geschätzte Person wie X zu meinem Freundeskreis zählen darf. Das fühlt sich gut an und tut auch gut.

Außerdem wir mir klar, dass eine so geschätzte Person wie X offenbar auch mich schätzt und deshalb in meinem Umfeld verweilt. Was wiederum bedeutet, dass es an mir geschätzte, je nach Näheverhältnis liebenswerte, begehrenswerte … Seiten geben muss. Das fühlt sich noch besser an und tut so richtig gut.

Und schon sind wir bei der Umwegrentabilität.

Ich tue etwas für Person X – aufrichtig und aus ganzem Herzen – und tue mir damit selbst auch etwas Gutes.

So einfach kann es sein, das eigene Selbstbild und damit verbunden den Selbstwert aufzupolieren. Und ganz nebenbei auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zu verbessern.

Ich konnte mich bis heute nicht mit den „klassischen“ Selbstwertübungen in der Art von „Blick in den Spiegel und sag zu dir selbst: ich liebe dich, du bist toll, …“ anfreunden. Versucht habe ich es unzählige Male, aber irgendwie hat es sich für mich stets gekünstelt angefühlt. Ganz anders als Anerkennung, die andere mir entgegenbrachten.

Als ich begann, mich bewusst darauf zu fokussieren, für das, was mir im Leben begegnet, was ich (vorübergehend) besitze (denn genau genommen besitzen wir nichts wirklich, nicht einmal unseren Körper, den wir auf Zeit bewohnen) DANKBAR zu sein, erwuchs daraus Zufriedenheit. In Zufriedenheit steckt der Wortstamm „Frieden“, und das war es auch, was sich in mir ausbreitete. Frieden. Meine inneren Konflikte verstummten.

Mehr noch.

Früher dachte ich häufig: „Ich brauche noch dies oder das …“ Mangeldenken bestimmte mich. Etwas fehlte. Wertschätzung. Ich schätzte das Leben, das ich hatte, ebenso wenig wie ich mich selbst schätzte.

Doch das änderte sich über die Anerkennung, die mein Leben bereicherte. Mir wurde bewusst, wie REICH ich bin …

… an wundervollen Erinnerungen, die ich erlebt hatte.

… besonderen Menschen, die mir begegnet waren und mir täglich begegnen.

… an Talenten wie der Fähigkeit, im Alltäglichen das Besondere zu erkennen oder Sprache wie einen Pinsel einsetzen zu können, um Bilder in den Köpfen meiner Leser entstehen zu lassen und sie in meine Welt des Fühlens zu holen.

… mit einem Herzen, das bedingungslos zu lieben vermag.

 … mit einem unbändigen Lebenswillen und ungezähmter Lebensfreude.

Heute brauche ich kaum noch etwas.

Heute gebe ich – und bekomme viel mehr zurück als ich gebe. Direkt oder indirekt – wie über die Umwegrentabilität. Welch ein trockener, rationaler Begriff für ein durch und durch lebendiges, emotionales Geschehen.

Doch genau in diesem scheinbaren Widerspruch liegt der Reiz, oder das Potenzial, in Zement gegossene Glaubenssätze aufzubrechen. Diese Betrachtungsweise weicht derart weit vom Gewohnten ab, das sie nicht sofort erfasst werden kann. Sie erfordert Aufmerksamkeit, um verstanden zu werden.

Deshalb schreibe ich [nicht] ganz alltäglich. Um die Automatismen, die uns beherrschen, zu unterbrechen und ein winziges Aufmerksamkeitsfenster zu öffnen, durch das eine Botschaft hindurch schlüpfen kann, vorbei am meist kritischen Verstand.

Natürlich wäre der direkte Weg der einfachste. In den Spiegel zu blicken und sich selbst als liebenswert wahrzunehmen. Aber manchmal braucht es eben auch Umwege. Geradlinig wird auf Dauer auch langweilig 😉

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Ein philosophisches Mitbringsel vom Sonntagsspaziergang

Es beginnt mit einer winzigen Wurzel.

Ob eine mächtige Eiche daraus erwächst, wird die Zukunft zeigen. Den Bauplan, um über Jahrhunderte hinweg zu gedeihen, trägt sie bereits in sich.

Dies ist das Geschenk des Lebens an die Eiche.

Sie wurde an diesen Platz gestellt. Nun werden die Umstände entscheiden.

Auch uns stellt das Leben zu Beginn an einen Platz, gibt uns einen Bauplan für unsere Zukunft mit.

Doch anders als für die Eiche kommt für uns der Tag, an dem wir diesen Platz verlassen können. An dem wir unser Leben selbst gestalten können. An dem wir den Bauplan erweitern können.

Dies ist das Geschenk des Lebens an den Menschen: die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Veränderung.

Du + ich = Chaos?

Zwischenmenschliche Beziehungen – ganz gleich, welcher Art – stellen für viele Borderliner eine schier unlösbare Herausforderung dar. Sie gehören zu den am häufigsten diskutieren Themen in Selbsthilfegruppen. Die Zerrissenheit zwischen dem Wunsch nach Nähe und dem Drang, alles und jeden von sich zu stoßen, durchleben viele von uns.

Meine persönlichen Erfahrungen sind da nicht anders. Echte, emotionale Nähe war lange Zeit schlichtweg unmöglich. Auf der anderen Seite gewährte ich nahezu grenzenlose Einblicke in mein Leben. Manchmal schien ich über keinerlei Empathie zu verfügen, ganz gleich, ob es um Krankheit oder Tod ging. Ein anderes Mal rissen mich die Emotionen meines Gegenübers, die in mir wie ein Echo nachhallten, völlig aus der Bahn.

Ausgeliefert dem Willen des anderen und gleichzeitig um Selbstbestimmung kämpfend … steuerlos auf einem Schiff unterwegs, das von einem tobenden Orkan umhergeschleudert wird … ein stachliger Kaktus, der sich nach einer Umarmung sehnt … dies sind nur einige bildhafte Vergleiche, wie ambivalent ich mich in zwischenmenschlichen Beziehungen wahrnahm. Schließlich fand ich heraus, wie ich meinen inneren Empathie-Schalter bewusst ON/OFF schalten konnte und gewann dadurch die Fähigkeit, Ordnung in das Chaos zu bringen und situationsadäquat zu agieren. Doch bevor es soweit war, entwickelte ich für mich einen „Kodex für Verhalten in zwischenmenschlichen“ Beziehungen – eine Struktur zum Anhalten. Einen Punkt aus meinem Kodex werde ich nun vorstellen:

[Beziehungstipps von einer Borderlinerin … das hat schon etwas Erheiterndes, gelten doch den Vorurteilen entsprechend von Borderline Betroffene als Beziehungsunfähig.]

Wer sich an das altbekannte Motto „Behandle den anderen so, wie du selbst behandelt werden willst“ hält, liegt grundsätzlich schon mal ganz gut. Allerdings – wenn nun jemand dazu neigt, sich selbst nicht gut zu behandeln, weil mit einigen Selbstzerstörungsmustern belastet, wird es schwierig, dieses Motto zielgerichtet umzusetzen. Es gibt eine Unzahl an schlauen Kalenderblattsprüchen, die auch gerne zitiert und mit allerlei bunten Bildchen gepostet werden, doch – so mein Eindruck – nur ganz wenige Menschen denken über diese Sprüche nach und wie sie im Alltag umgesetzt werden können. Zitiert wird locker flockig, reflektiert eher zurückhaltend. Und so werden Sprüche – oftmals auch als Affirmationen – unzählige Male wiederholt, ohne dabei je verstanden zu werden, weshalb sie schlichtweg nicht wirken. Sorry, aber diese Ernüchterung muss die Mentaltrainerin, die ich auch bin, hier mal anbringen.

Affirmationen, Mantras, Glaubenssätze … egal, welche Bezeichnung wir dafür wählen wollen, können nur dann ihr Potenzial entfalten, wenn die verwendeten Worte im Unterbewusstsein die gewünschten Bilder und Gefühle aktivieren. In Bezug auf einen Spruch wie den oben erwähnten, ist es hilfreich, sich eine Story dafür zurechtzulegen. Hier ein Beispiel:

Behandle in Beziehungen – gleich ob Freundschaft oder Partnerschaft – den anderen stets so, als wäre er/sie ein willkommener Gast in deinem Leben. Du bist nun Gastgeber auf Zeit, ob eine Stunde, Tage oder Jahre ist dabei völlig gleich. Wie behandelst du deine Gäste üblicherweise? Höflich, zuvorkommend, mit Wertschätzung …? Die Konzentration auf die Rolle der Gastgeberin half mir in der Vergangenheit dabei, meine chaotischen Emotionen in den Hintergrund zu rücken (wo sie sich in Folge auch beruhigten), aber auch so manche Ängste und Unsicherheiten zu überwinden, und in der Situation gelassen zu agieren. Ich wähle hier bewusst das Wort „agieren“, denn darum geht es meistens: agieren (bewusst und zielführend), nicht reagieren (fremdgesteuert von alten Mustern). Diesen existenziellen Unterschied werde ich bei nächster Gelegenheit näher ausführen.

Nun bist du also Gastgeber/Gastgeberin für jene Person, die zeitlich begrenzt ein Teil deines Lebens ist. Gleichzeitig bis du aber auch Gast im Leben der anderen Person. Also, wenn ich bei jemand zu Gast bin, benehme ich mich gesittet, respektiere meinen Gastgeber und bedanke mich für das, was mir angeboten bzw. mit mir geteilt wird.

Es geht bei dieser Übung nicht darum, irgendetwas zu unterdrücken oder Theater zu spielen, nicht um die Veränderung der Information, sondern um die Art und Weise, wie sie präsentiert wird. Vielleicht mag das jetzt für manche unvorstellbar klingen, aber es ist möglich, auch Kritik oder Missfallen wertschätzend zum Ausdruck zu bringen. Dafür verweise ich gerne auf die Arbeit von Marshall Rosenberg und die von ihm entwickelte „Gewaltfreie Kommunikation“. Die eigene Meinung kann immer höflich und vorwurfsfrei formuliert, und somit zumeist auch vom Gegenüber gut angenommen werden. Ohne hier die gesamte Methodik vorzustellen – die übrigens bereits Schulkindern sehr erfolgreich vermittelt werden konnte – geht es darum, vier Aspekte in Bezug auf eine Aussage anzuwenden: die eigene (und damit subjektive Beobachtung: ich sehe, erlebe, …), das daraus resultierende Gefühl sowie das folgende Bedürfnis und dieses letztendlich als Bitte zu formulieren. So wird aus einem Vorwurf in der Art von „Du kommst schon wieder nicht zurückgerufen.“ eine gewaltfreie Aussage ála „Ich konnte dich telefonisch nicht erreichen. Es kam kein Rückruf von dir. Ich habe mir Sorgen um dich gemacht. Ich würde mich besser fühlen, wenn ich wüsste, ob alles in Ordnung ist. Kannst du bitte nächstes Mal zurückrufen oder eine Nachricht senden?“

Zugegeben, um eine Botschaft gewaltfrei zu formulieren, braucht es einiges mehr an Worten und Überlegungen, doch das ist nur eine Frage der Übung. Was anfangs sperrig wirkt, wird rasch zur Routine – und eine echte Wohltat für zwischenmenschliche Beziehungen. Indem bewusst über die Formulierung nachgedacht wird, bekommt das zuvor steuerlose Schiff ein Ruder und kann in der aufgewühlten See der Emotionen besser den Kurs halten.

Als ich begann, diese Methode auch in Beziehungskrisen einzusetzen, begann ich mich allmählich aus der Opferrolle und dem damit verbundenen Ausgeliefertsein einer Situation herauszubewegen und lernte, gestaltend zu agieren. Meine Gäste begannen sich bei mir wohlzufühlen ebenso wie ich mich als Gast bei ihnen, denn ich konnte alles sagen, ohne verletzend zu werden. Mehr noch, ich erkannte auch, wie oft andere daran scheiterten, wertschätzend zu kommunizieren, dass es ihnen nicht anders erging als mir zuvor … und dass der Unterschied zwischen Borderline und Nicht-Borderline vielleicht kleiner ist, als angenommen wird. Vielleicht war ich doch nicht so viel anders. Mit Sicherheit war ich nicht die Einzige, die in Bezug auf das Gelingen von zwischenmenschlichen Beziehungen noch Optimierungspotenzial hatte.

Für sich selbst einen Kodex formulieren, die eigene Rolle überlegen, bewusst agieren und kommunizieren … hat mich zu dieser Formel geführt, die für mich Hirn und Herz in Balance hält :

Du + ich + ein wenig Struktur und Hirnschmalz = OK 😊

… und die fühlt sich in meinem Borderline-Alltag echt gut an.

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JA, ABER …

Einen Euro für jedes „Ja, aber…“ in meinem Leben. Ohne Übertreibung wäre da ein netter Kleinwagen drin. Vielleicht sogar Mittelklasse. Oder mehr.

Ja, aber …

Es gibt so viele Facetten dieser Formulierung im Alltag, vor allem bei der Verwirklichung von Träumen oder der Lösung von Problemen.

„Ich will das unbedingt, aber …“

„Das stimmt schon, aber …

„Du hast Recht, aber …“

„Das war immer schon mein großer Traum, aber …“

„Ich würde ja sofort, aber …“

Ich bin jetzt mal überhaupt nicht nett und wer sich vom bisherigen angesprochen fühlt, wird nun möglicherweise schlucken, ABER … was auch immer sich hinter dem ABER an plausibel klingenden Argumenten fand und findet, war/ist stets nichts anderes als kreative Ausreden für das, was mich in Wahrheit davon abhielt/abhält, aktiv zu werden. Manche nennen es den inneren Schweinehund, doch meiner Ansicht nach befindet sich der knapp unter der Oberfläche des wachen Tagesbewusstseins, weshalb er auch so leicht zu entdecken ist. Worum es wirklich ging und immer noch geht, das saß und sitzt wesentlich tiefer.  

Bereit für eine Ernüchterung?

Falls nicht, ist dies die letzte Chance zum Aussteigen.

Meiner Erfahrung nach gibt es drei Gründe, die Menschen davon abhalten, ihre Träume zu verwirklichen oder ihre Probleme zu lösen (beides interagiert intensiver, als manche meinen möchten):

  1. Simple Faulheit, ABER … ganz ehrlich, dann ist es auch kein Wunsch, für den man innerlich brennt, sondern eher lauwarm interessiert ist. Eher hypothetische Möglichkeit als Herzenswunsch, daher sehe ich in der Faulheit mehr den Indikator, um Nebensächliches vom Wesentlichen zu trennen.
  2. Der Leidensdruck ist noch nicht groß genug. Oh ja, für viele – und da nehme ich mich in der Vergangenheit nicht aus – war und ist Leidensdruck der hauptsächliche Antrieb für Veränderung. Genau darum geht es, wenn wir Träume verwirklichen oder Probleme lösen wollen: etwas anders zu machen als bisher. Denn wenn wir weiterhin das machen, was wir bisher gemacht haben, bekommen wir mehr von dem, was wir schon haben. Wollen wir etwas anders, bedeutet das konsequenterweise, auch etwas anderes zu tun. Neuland zu betreten. Über den eigenen Schatten zu springen. Sich aus der bequemen Komfortzone des Gewohnten hinauszubewegen mit allen Risiken des Scheiterns, denn Erfolg ist nicht garantiert. Ganz im Gegenteil. Etwas Neues zu tun und beim ersten Mal erfolgreich zu sein gehört eher zu den Ausnahmen. Niemand wird als Meister geboren. Meisterschaft entsteht durch konsequentes Tun und stetes Optimieren. Anstrengend. Mühsam. Wie bequem ist es dagegen, im Gewohnten zu verweilen, auch wenn es nicht glücklich macht, und stattdessen lieber zu sagen: „Ich würde ja gerne, ABER …“ … ich bin heute wirklich nicht nett 😉 Fairerweise merke ich an, dass es gute Gründe für diese „Bequemlichkeit“ oder „Risikoscheue“ gibt, womit ich zu Punkt 3 komme:
  3. Angst. Ob wir es nun zugeben oder nicht, Angst hält viele von uns ab, die eigenen Träume zu verwirklichen oder die anstehenden Probleme zu lösen. Das ist auch völlig natürlich. Unsere Ängste warnen vor Gefahren, schützen uns vor unnötigem Risiko und sichern so unser Überleben, ABER … sie können uns genauso gut im Weg stehen. Es gilt zu unterscheiden, ob die Angst in der Situation berechtigt ist oder nicht. Hinterfragen also. Oder bewusst denken und leben, sich nicht von den Erfahrungen der Vergangenheit fernsteuern lassen. Wenn ich als Kind einmal von einem Hund gebissen wurde, werde ich vielleicht Hunde nicht sonderlich mögen, ABER wenn ich davon ausgehe, dass jeder Hund mich beißen will, dann werde ich allen aus dem Weg gehen und versage mir damit möglicherweise wunderbare Stunden mit dem besten Freund des Menschen. Dieses Beispiel lässt sich auch mit Katzenkrallen, Vogelschnäbeln und noch vielem mehr erzählen, was emotionale Narben in uns hinterlassen hat. Verspottet und ausgelacht zu werden, Mobbing, Gewalt und Übergriffe in jeder Form … es gibt so vieles, das aus der Vergangenheit in die Gegenwart wirken kann und das auch tut, wenn wir nicht beginnen, uns dieser Prozesse bewusst zu werden und sie zu verändern.

ABER … hier kommt nun die „Graue Eminenz“ ins Spiel. So einleuchtend die bisherigen Schilderungen auch sein mögen, so entschlossen nun vielleicht die eine oder andere Entscheidung fällt, sich nicht länger vom ABER kommandieren zu lassen und den Herzenswunsch zu realisieren oder ein lästiges Problem endlich zu bereinigen, es gilt die „Graue Eminenz“ zu beachten, die subtil ihr eigenes Spiel mit uns treibt: die Drama-Dynamik.

Ich könnte ein ganzes Buch über das Thema Drama-Dynamik schreiben (und das werde ich auch bei Gelegenheit), doch für heute belasse ich es bei einer minimalistischen Kurzform:

Wer sich in der Situation als Opfer der Umstände wahrnimmt und für sich keine Gestaltungsmöglichkeiten sieht, steckt mittendrin. Wer sich als Gestalter des eigenen Lebens versteht und unterscheiden kann zwischen den eigenen Möglichkeiten und unveränderlichen Umständen (die es nun mal gibt), hat sich aus den Fesseln der Drama-Dynamik befreit.

Die Drama-Dynamik in all ihren Facetten und Feinheiten war und ist für mich DER Schlüssel für Veränderung. Ob Leidensdruck oder Angst, unterm Strich findet sie sich als Opferhaltung wieder. Dem gegenüber stehen Freude und Begeisterung der freiwilligen Veränderung, wenn wir aus der Drama-Dynamik ausgestiegen sind.

Leben bedeutet nun einmal Veränderung.

Ob wir das wollen oder nicht.

Ob wir uns diesem Prozess freiwillig fügen oder nicht.

Veränderung geschieht – und das ist gut sonst, denn sonst hätten wir keine Chance, die Vergangenheit hinter uns zu lassen und im Hier und Heute glücklich zu sein. ABER wir können diese Veränderung auch blockieren, eine Zeit lang, unter massiven Anstrengungen, uns dem Leidensdruck hingeben und von unseren Ängsten fesseln lassen. Letztendlich schnüren wir uns damit selbst vom Fluss des Lebens ab.

Selbstverletzung?

Meiner Ansicht nach ist das die wohl schrecklichste Form der Selbstverletzung: sich dem Leben (und damit der Veränderung) zu widersetzen. Die eigene Kraft dafür zu verschwenden, das Leid der Vergangenheit in der Gegenwart festzuhalten. Sich der Heilwerdung zu versagen. Sich zu verweigern, den Augenblick im Hier und Jetzt zu genießen. Das eigene Glück zu sabotieren.

Ja, ABER …?

Nun, es liegt in der Verantwortung eines jeden von uns, sich zu damit zu befassen. Ich kann nur eines aus voller Überzeugung sagen: Es lohnt sich, jedes „Ja, ABER …“ genau unter die Lupe zu nehmen, mitunter mitten im Satz zu stoppen und neu zu beginnen – ohne ABER 😉

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Zum Valentinstag: Ein Hauch von Magie

Passend zum Valentinstag poste ich hier ein Gedicht, das ich vor einiger Zeit geschrieben habe und in einem meiner nächsten Bücher veröffentlichen werde. Tiefsinnig fühlend spiegelt es die romantisch-sinnliche Facette meiner Borderline-Persönlichkeit:

Ein Hauch von Magie

Was ist es,
das mein Herz für dich schlagen lässt?
Das den Wunsch in mir entflammt,
dir nahe zu sein,
jeden Augenblick des Glücks
mit dir zu teilen,
ebenso wie die Stille,
in der sich verbirgt,
was die Welt nicht erblicken soll.

Was ist es,
das mein Herz auf eine Reise schickt,
einen noch unbekannten Weg zu erforschen
in der Bereitschaft,
gemeinsam zu tragen,
was auch immer kommen mag,
Tage der Freude, die viel zu schnell entschwinden im Lauf der Zeit,
ebenso wie jene, die in ihrer Schwere nie zu enden scheinen,
ganz gleich, wie sehr wir es auch ersehnen.

Was ist es,
das Wesen der Liebe,
die mein Herz höher in den Himmel emporsteigen lässt als jeder Adler es vermag,
die mir selbst in dunkelster Stunde noch Hoffnung schenkt,
die mir die Kraft verleiht, schier Unerträgliches zu ertragen,
und all dies vergessen macht
in einem einzigen Augenblick,
in dem dein Lächeln genügt,
eine Berührung,
ein Wort,
um tief in mir zu fühlen,
was uns verbindet,
so lebendig und unbeschreiblich,
das alle Worte nur wie Streiflichter durch jenen Nebel irren,
den mein Herz mit einem einzigen Gedanken an dich lichtet.

Was ist es,
das Wesen der Liebe?

Ein Hauch von Magie

© Lesley B. Strong 2020

Und hier noch mein diesjähriger Gruß zum Valentinstag als Video, das gerne geteilt werden darf 🙂