Morgendliche Inspiration

Das Leben hinterlegt täglich Wunderbares auf meinem Weg. Mein erstes Geschenk des Tages fand ich in jenen Sonnenstrahlen, die sich über den Horizont erhoben um die Dunkelheit in die Vergangenheit zu entlassen und mich in die Umarmung des Lebens zu hüllen.

Wie könnte ich bei dem Anblick etwas anderes empfinden als

Dankbarkeit … für dieses Leben

Geborgenheit …. im Augenblick

Liebe … aus tiefstem Herzen

ZUR RICHTIGEN ZEIT AM RICHTIGEN ORT?

In den vergangenen beiden Wochen habe ich mir eine Mini-Auszeit gegönnt. Kein Job. Einfach nur im eigenen Takt leben, nachdenken und hineinspüren. Soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken fällt in Lockdown-Zeiten wahrlich einfach. Gegen Ende dieser Auszeit wurde ich wieder etwas aktiver in Selbsthilfegruppen. Ein Chat brachte folgende Gedanken ins Rollen. Ich schrieb sinngemäß folgendes:

„Mein großes Glück war es, zur richtigen Zeit die richtigen Menschen zu treffen, die mir einen Tritt in meinen A**** verpassten und mir klarmachten, dass meine Probleme (insbesondere meine Borderline-Herausforderung) in mir waren, ich sie selbst in mir lösen konnte und alles, was ich dafür brauchte, bereits in mir vorhanden war. Es bedurfte nur noch der Anleitung, wie ich es tun konnte.“

100% Ausstieg aus dem Drama bzw. der Opferrolle – so könnte man es auch nennen. Oder den Beginn meiner Heilung durch eine glückliche Fügung.

ABER … war es wirklich Glück? Gibt es so etwas wie den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Menschen? Genaugenommen waren es meistens keine neuen Menschen, sondern jene, die ich schon länger kannte. Manchmal jahrelang. Sie erzählten auch nichts Neues. Dennoch – plötzlich fiel ihre Botschaft auf fruchtbaren Boden. Lag es also an meiner Bereitschaft, diese anzunehmen?

Wenn dem so ist, drängt sich eine provokative Frage auf: „Wie viel leichter und kürzer könnten wir unsere individuellen Lern- und Entwicklungswege machen, indem wir uns dem Prozess bereitwillig öffnen?

Oder anders gefragt: Was hält uns davon ab?

Auf diese Frage könnte ich unzählige mögliche Antworten hier auflisten, doch ich unterlasse es bewusst, um dir den Raum zu lassen, deine eigenen zu finden.

Ich halte nicht viel von Generalisierungen, aber eine trifft 100%ig zu:

Wenn uns wer auf unserer Reise zu uns selbst, zurück zu Selbstliebe und Lebensfreude im Weg steht, dann wir selbst.  

Was hält dich davon ab, jeden Moment deines Lebens dankbar anzunehmen und daraus zu lernen?

Wo stehst du dir selbst im Weg?

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ist – aus meiner Sicht – eine Konsequenz der Entscheidung, sich dem Potenzial des Augenblicks zu öffnen. Die Antworten auf all die ungelösten Fragen und Probleme, die uns beschäftigen, sind immanent rund um uns vorhanden. Es genügt, die Augen zu öffnen und zu erkennen. Doch dafür ist es erforderlich, den Fokus vom Problem weg und hin auf Lösungen zu lenken.

Allzu häufig geschieht diese jedoch erst, wenn der Leidensdruck derart angewachsen ist, das es schlichtweg nicht mehr anders geht – was sehr schade ist, denn damit verbauen wir uns die Möglichkeit der freudvollen Entwicklung zulasten des Lernens unter Druck.

Vor wenigen Tagen wachte ich kurz nach Mitternacht mit diesem Gedanken auf:

Viel wichtiger als die Frage, wann die Menschheit damit anfing, das Leben unnötig kompliziert zu machen, ist jene: Wann hören wir damit auf?

Der richtige Zeitpunkt und richtige Ort für eine Revolution im Denken?

2020 hat mein Leben viel einfacher gemacht und gleichzeitig enorm bereichert. Ich gab vieles auf, vor allem Belastungen und Sorgen. Auch Materielles, das immer eine Last darstellt. Mit leichtem Gepäck durchs Leben zu reisen und dennoch mehr als genug zu haben, aus der Fülle des Seins heraus zu leben und jeden Tag zu genießen, sich angenommen, angekommen und zu Hause zu fühlen – was mehr an „Echtem“ kann einem das Leben schenken?

Das Essentielle im Leben (Liebe, Freundschaft, Gesundheit, Dankbarkeit, Zufriedenheit, Seelenfrieden, Gelassenheit, Ausgeglichenheit …) ist nicht käuflich. All dies bekommen wir quasi gratis, sobald wir unsere Türen dafür öffnen, aber spätestens zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort … wenn wir dafür bereit sind.

Bild: pixabay.com

Abendgedanken

Abendgedanken auf einem Bahnsteig nach Sonnenuntergang Getrennt von anderen.

Auf Abstand.

Maskiert.

Wie sollen sich unter diesen Umständen zwei finden?

Wie?

Durch Vertrauen … ins Leben und seine Magie?

Magie?

Ein romantisches Wort für etwas, das wir (noch) nicht vollständig erklären können: den Zufall, der scheinbar aus dem nichts genau die Menschen in unser Leben führt, die wir suchen, wenn … (dazu später mehr😉)

Es gibt viele erklärende Modelle. Angefangen beim Gesetz der Anziehung bis zu Wünschen ans Universum. Valide Beweise fehlen bislang noch. Doch braucht es die tatsächlich? Oder genügt es, zu vertrauen, sein Herz zu öffnen für jene Magie, die der Verstand nicht vollständig erklären kann und es vielleicht nie können wird.

Ich weiß nur eines: wenn ich mein Herz im Vertrauen auf die übermenschliche Weisheit des Lebens öffne, geschehen „Zufälle“, die mich an Magie erinnern und zum Lächeln bringen über mich selbst, die ich so oft gezweifelt habe und stets eines Besseren belehrt wurde in Bezug auf Wunder und Magie😉

Guten Morgen 2021

Guten Morgen am ersten Tag des Neuen Jahres

Öffne Dein Herz und begrüße 2021 mit einem Lächeln.

Umarme, was auch immer vor Dir liegt und sei Dir gewiss, das Leben wird diese Umarmung erwidern.

Entdecke das Wunderbare, das Dich jeden Tag umgibt, das Besondere im Alltäglichen, das Einzigartige in der Vielfalt.

Sei Dir bewusst, Teil eines großen Ganzen zu sein, das ohne Dich nicht das wäre, was es mit Dir ist.

Sei Dir bewusst, einzigartig zu sein, und gleichzeitig mit allem verbunden, geborgen in dem großen Ganzen, das uns umgibt.

Du bist wichtig! Für die Menschen, die Dich lieben. Für das Leben, das Dich an den Platz gestellt hat, an dem Du gerade bist.

Ich verrate Dir jetzt ein Geheimnis: Das Leben kann Dich nur umarmen, wenn du es auch umarmst. Eine Umarmung ist immer eine Zustimmung. Lehnst Du etwas im Leben ab, gibt es keine Umarmung

Was auch immer 2021 für Dich bereithält – umarme es in Dankbarkeit, und es wird Dein Leben bereichern … an Erfahrung, Wissen, Weisheit, Gelassenheit, Seelenfrieden, ja sogar an Liebe.

Möge 2021 Dir viele Umarmungen schenken.

Bild: pixabay.com

Morgengruß

Wenn man mit diesem Anblick vom Tag begrüßt wird, wie kann man auch nur eine Sekunde daran zweifeln, nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein?

Sei dankbar für das Gestern.

Sei neugierig auf das Morgen.

Lebe im Augenblick.

Im hier und jetzt.

Mit all der Kraft, Lebensfreude und Liebe, die deinem Herzen zu entspringen vermag.

💛🔥Lesley B. Strong 23. Dezember 2020 🌞

Fragen & Gedanken zum Leben

Viel wichtiger als die Frage, wann die Menschheit damit anfing, das Leben unnötig kompliziert zu machen, ist jene:
Wann hören wir damit auf?

Wenn mal wieder alles nur schwer ist… lächle und staune, wie es von Minute zu Minute leichter wird. Einfach so 😉

Was wir in uns tragen, bestimmt, was wir rund um uns erblicken.

LEBENDIGKEIT ist eine Frage des Timings … nicht gestern, nicht morgen oder irgendwann, sondern jetzt, in diesem Augenblick 💛🔥

Mein Gedanke des Tages:
Weisheit beginnt, wenn wir anfangen aus unserer Vergangenheit zu lernen anstatt über sie zu klagen

Bild: pixabay.com

Am Anfang war die Frage

Rechtzeitig zum Start in dieses neue Jahr voller Möglichkeiten erfülle ich mir einen Traum, der seit mehr als 10 Jahren in mir reift:

Meinen persönlichen philosophischen Blog PHILOSOFREE

Hier teile ich meine Gedanken zum Leben, gewachsenen aus dem, was weise Menschen mich lehrten, genährt durch die Lektüre ungezählter Bücher, geformt durch das, was ich im täglichen Leben beobachte.

Manche dieser Gedanken tragen in sich das Potenzial, ein Leben zu verändern, wenn sie zur richtigen Zeit auf den richtigen Menschen treffen. Alle diese Gedanken haben mein Leben verändert.

Alltagstaugliche Lebensphilosophie war die Basis, aus der entstand, was und wer ich heute bin.

Philosophie lehrte mich, Fragen zu stellen, die mein festgefahrenes Weltbild aufbrachen – und eröffnete mir den Weg, mich selbst zu finden.

Philosophie führte mich aus Dunkelheit, Schmerz und Leid zurück ins Licht, Liebe und Lebensfreude.

Meine Philosophie entstammt nur selten verstaubten Büchern. Sie entsteht in dem Augenblick, in dem ich die Welt rund um mich wahrnehme, mit allen Sinnen fühlend begreife.

Ich lade Dich ein: Folge meinen Gedanken und entdecke diese Welt, wie Du sie vielleicht noch nie gesehen hast.

Mein Neujahrsvorsatz: Leben nach 7L

In den letzten Tagen des vergangenen Jahres etablierte sich eine Strategie in meinem Kopf. Die Idee dazu entsprang einigen Chats, Gesprächen, Situationen des Alltags … wie üblich also praxisnah und empirisch.

Diese Strategie im täglichen Leben praktiziert, stellt für mich die Basis für die bewusste Wahrnehmung der Umarmung des Lebens dar.

Vereinfacht gesagt: mein persönlicher Weg für ein glückliches Leben (mit oder ohne Borderline – diese Strategie eignet sich für alle Menschen).

Und es ist wirklich ganz einfach:

  1. Liebe … ist etwas Wunderbares. Ich mache mir jeden Morgen bewusst, wie viel Liebe in mir ist, für andere und mich selbst, für dieses Leben und alles, was es mir täglich gibt – und wie viele Liebe ich von anderen erhalte. Diese Bewusstmachung lässt mich auch tiefe Dankbarkeit empfinden, was wiederum die Basis dafür ist, glücklich und zufrieden zu sein.
  1. Lachen … heilt. Normalerweise bin ich mit Aussagen zum Thema Heilung zurückhaltend, doch Lachen heilt die Seele. Davon bin ich felsenfest überzeugt. Wer über sich selbst, über das Leben und die Verrücktheiten der Menschen herzhaft lachen kann, ist auf dem besten Weg, seelischen Schmerz und Leid hinter sich zu lassen.
    Mittlerweile gibt es auch interessante Forschungen dazu, wie intensiv Menschen Schmerzen empfinden und das dieses durch positive Gedanken oder auch Humor gemildert werden können. Wer lachen kann, nimmt vieles leichter. Nur mal so nebenbei erwähnt.
  1. Leichtigkeit … ist das, was sich durch Liebe und Lachen bei mir einstellt. Die Welt ist, wie sie ist. Alltägliche Probleme sind da, aber die verschwinden nicht, wenn ich mies drauf bin. Ganz im Gegenteil. Der Spruch „Take it easy, you will live longer“ kommt nicht von ungefähr. Mit Leichtigkeit meine ich nicht Leichtsinn oder Unterschätzung der Herausforderungen, sondern die innere Einstellung, das das Leben in Ordnung ist, so wie es ist. Es gibt Sonnentage und Regentage. Beides währt nur eine Zeit lang und geht auch wieder vorüber.
  1. Lebendigkeit… folgt auf dem Fuß. Wer im Augenblick liebt und lacht, das Leben mit einer gewissen Leichtigkeit nimmt, kann nicht gleichzeitig über die Vergangenheit klagen oder sich vor der Zukunft fürchten. Das Verweilen im Hier und Jetzt lässt uns lebendig sein. Lebendigkeit vollzieht sich ausschließlich in der Gegenwart – und genau dort sollte sich unsere Kraft fokussieren: auf das Leben im Hier und Jetzt.
    Aus der Vergangenheit in Dankbarkeit lernen, ein wenig planend und neugierig in die Zukunft blinzeln (in dem Bewusstsein, das Pläne niemals in Stein gemeißelt sind … wie ein Virus uns 2020 lehrte), aber gelebt wird im Augenblick, in dem einen Atemzug, dem einen Herzschlag, den ich bewusst erfassen kann.
  1. Lernen… absolut alles, was in meinem Leben geschieht, trägt eine Botschaft in sich. Diese hin und wieder ernst zu nehmen und daraus zu lernen, erspart so einige unerwünschte Wiederholungen auf dem Lebensweg. Mindestens einmal pro Tag stelle ich mir deshalb auf liebevolle Weise und zumeist auch lächelnd die Fragen: „Was soll mir das Ganze sagen? Was kann ich daraus lernen? Was kann ich künftig anders machen?“ … und die Antworten enthalten das, was ICH tun kann, nicht was jemand anders tun sollte 😉
  1. Lebenslust… ein magisches Wort für mich. Am einfachsten lässt es sich mit einem Bild beschreiben: Lebenslust ist es, die mich an einem eisigen 2. Jänner die Laufschuhe anziehen und einen Berg hochlaufen lässt, teilweise über vereiste Pfützen und später im Tal über schlammige Wege. Die Lust, das Leben zu spüren, das durch meinen Körper pulsiert, wenn die Steigung meine aktuelle Kondition austestet, wenn die klare Winterluft mich jene Natur spüren lässt, die uns alle hervorgebracht hat. Lebenslust ist für mich das Verlangen, sich selbst spüren zu wollen, auf all die vielfältigen Weisen, die dies ermöglichen.
  1. Lebensfreude … ist für mich eine Schwester von Lebenslust. Weniger feurig-sinnlich-leidenschaftlich, dafür mehr wie die warme Wand eines Kachelofens, an die man sich stundenlang anlehnen kann und in ein Wohlgefühl eingehüllt wird. Lebensfreude wurde für mich zur bestimmenden Grundhaltung. Sie ist einfach da, auch an bewölkten Tagen, wenn ich die Sonne zwar nicht erblicken kann, aber dennoch weiß, dass sie da draußen ist und auf diese Welt scheint. Ähnlich verhält es sich für mich mit Lebensfreude. Ab und an gerät sie hinter den stürmischen Wolken des Alltags aus meinem Sichtfeld, doch wenn ich kurz innehalte, spüre ich sie jenseits der Wolken – tief in mir.

Leben nach 7L … eigentlich ganz einfach, oder? 😉

Passend zu den Neujahrsvorsätzen ein Blick auf „den Baum meines neuen Lebens“, der auf meiner Fensterbank prächtig gedeiht und drei neue Triebspitzen für Blätter angesetzt hat. Faszinierend zu beobachten, wie dieses zarte Pflänzchen sich entwickelt – analog zu meinem neuen Leben.

Ich mag eine unheilbare Romantikerin sein und mein Weltbild optimistisch gefärbt, aber hinter „glücklichen Zufällen“ eine Art von „universellen Zusammenhängen“ zu sehen, damit bin ich nicht allein. Ob es so ist, oder ganz anders, spielt genau genommen keine Rolle. Viel wichtiger ist es, sich dadurch vom Leben umarmt zu fühlen 😊

APROPOS … RADIKALE AKZEPTANZ

Dieser Begriff begegnete mir in den letzten Monaten einige Male. Neugierig wie ich nun einmal bin, habe ich selbstverständlich dazu recherchiert. Die Kurzfassung: Neuer Name für etwas, das bereits in den alten Weisheitslehren zu finden ist, aber …

… ein neuer Name macht daraus keine Innovation. In diesem Falle finde es den Namen sogar ausgesprochen unglücklich gewählt. Warum?

Von vorne. Grundsätzlich halte ich das unter dem Begriff „Radikale Akzeptanz“ zusammengefasste Gedankengut für sehr wertvoll und wichtig. Allerdings ist der Begriff selbst kontraproduktiv, weil bei den meisten von uns im Unterbewusstsein das Wort „radikal“ alles andere als positiv belegt ist. Es wird mit Gewalt, Kampf, Druck usw. assoziiert. Akzeptanz wiederum bedeuten, zu etwas Ja zu sagen, es anzunehmen und ihm zuzustimmen.

Der Begriff „Radikale Akzeptanz“ verbindet also die Gewalt mit Zustimmung. Nicht auf der reflektierenden Verstandesebene, aber in der subtilen Welt unseres Unterbewusstseins, in dem Worte mit den dahinterliegenden Gefühlen und Bildern verarbeitet werden. Das will mir als eine in die Techniken des Mentaltrainings und der Autosuggestion Eingeweihten gar nicht gefallen.  Für mich klingt es nach einem Kampfauftrag, endlich anzunehmen, was da ist. Widerstand ist vorprogrammiert. Widerstand, durch den man sich dann hindurch kämpfen darf.

Auch das Wort „Akzeptanz“ bedeutet eher, dass es einem zwar nicht unbedingt gefällt, man es aber trotzdem annimmt. Auch so eine halbe Sache.

Die bereits vor Jahrtausenden entwickelte Grundidee des Annehmens, was ist, lautet ganz einfach: annehmen, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Je nach spiritueller oder religiöser Strömung wurden später Adjektive hinzugefügt, um es moderner erscheinen zu lassen:

Liebevolles Annehmen

Wertschätzendes Annehmen

Bedingungsloses Annehmen

Konsequentes Annehmen

Allumfassendes Annehmen

Kein einziges davon ändert die Kernbotschaft. Ich persönliche vermeide die Adjektive, da jedes von ihnen eine Wertung bringt, wo es keine braucht. Die von mir verwendete Formel lautet daher:

Es ist, was es ist … und ich stimme dem zu. Punkt.

Um diese Haltung einnehmen und leben zu können, hat es einige Zeit (bzw. Jahrzehnte) gedauert. Das gebe ich offen zu. Daher hier auch ein paar Tipps für hilfreiche Lektüre, um eventuell die Hürde schneller und leichter zu nehmen:

„Anerkennen, was ist“ von Bert Hellinger

„Trotzdem JA zum Leben sagen“ von Viktor Frankl

„Drehbuch für Meisterschaft im Leben“ von Ron Smothermon M.D. … dieses Buch hat mich besonders gefordert, weil es mir wie kein anderes meinen trägen, Ego lastigen und rechthaberischen Intellekt vor Augen führte, und damit verbunden, wie sehr ich mir selbst im Weg stand.

Annehmen, was ist … ist die Voraussetzung, um aus dem inneren und äußeren Kampf gegen das, was ist (das Leben!) in eine Haltung der Kooperation und Kommunikation zu kommen, mit sich selbst und anderen.

Aus meiner eigenen Erfahrung: Die Voraussetzung, um aus der Borderline-Dynamik aussteigen zu können.

Die Geschichte der Menschheit zeigt über Jahrtausende hinweg, dass der Konflikt erst endet, wenn alle Beteiligten aufhören zu kämpfen. Erst dann gibt es Gewinner auf allen Seiten. Solange gekämpft wird, verlieren alle.

Was entsteht aus radikaler Akzeptanz? Radikale Liebe?

Man möge mir Spitzfindigkeit und Wortklauberei vorwerfen, doch Worte sind so mächtig. Mächtiger als den meisten bewusst ist. Sie verändern, was in uns ist und aus dem wiederum alles entsteht, was wir nach außen tragen.

Es ist so leicht, verzweifelte Menschen, die nach Lösungen suchen, mit schlagkräftigen Worten auf einen Kurs zu schicken, doch wohin führt dieser Kurs? Je länger ich auf diesem Planeten wandle, desto mehr erlebe ich eine virale Kurzsichtigkeit der Menschen, eine Ausrichtung auf kurzzeitige Effekte und Erfolge, ein Ignorieren langfristiger Auswirkungen. Oberflächliche Symptomkosmetik anstelle von Ursachenbereinigung.

Gewalt zeugt Gewalt.

Liebe zeugt Liebe.

Jeder von uns ist frei, sich seine eigene Meinung zu bilden und eigene Entscheidungen zu treffen. Ich erinnere heute nur daran, das Liebe keine Radikalität braucht, um ans Ziel zu führen.

Bild: pixabay.com

TAGEBUCH MEINES NEUEN LEBENS: Tag 165 … (k)ein Weihnachtsdrama

165 Tage, beinahe ein halbes Jahr, so viel Zeit ist bereits vergangenen, seit ein Tsunami mein über Jahrzehnte sorgsam aufgebautes Leben innerhalb weniger Tage hinwegfegte, um ein Vakuum zu erschaffen, das sich auf wundersame Weise ebenso schnell mit Neuem füllte. Dieser Prozess hielt mich derart auf Trab, dass ich keine Zeit darüber hatte, mir im Vorfeld Gedanken (oder gar Sorgen) darüber zu machen, wie es wohl sein würde, seit Weihnachten allein zu verbringen – jene Zeit des Jahres, die mehr als jede andere mit „heiler Familie“ assoziiert wird – jene Zeit des Jahres, die mehr als jede andere mit „Familiendramen“ assoziiert wird – jene Zeit des Jahres, die ambivalent ist wie kaum eine andere.

Nun ist es so weit. Die perfekte Gelegenheit für eine Reflexion.

Weihnachten 2020. Mein letztes Weihnachten als Single war 1995. Mein Lebenspartner war zwei Wochen vor Weihnachten ausgezogen, ich war schwanger und in einem emotional undefinierbaren Zustand. In all den Jahren, die darauf folgten, wurde Weihnachten – obwohl nicht mehr allein – mehr und mehr zu einem Drama. War es vor 1995 oftmals eine Zeit, in der für wenige Tage alles unter dem Teppich gekehrt wurde, um eine „heile Welt“ um des lieben Friedens willen zu leben, so veränderte es sich ab 1996 dahingehend, dass immer öfter diese „heile Welt“ explodierte und all das Unterdrückte sich auf dramatische Art und Weise Beachtung verschaffte. Weihnachten etablierte sich als Synonym für Krise. Also stornierten wir Weihnachten. Auch ein Weg, dem auszuweichen, was man nicht anschauen will.

Weihnachten 2020. Bis auf den 24.12. mit familiären Verpflichtungen, der nicht ganz einfach war, sehr ruhig. Offenbar kommt es zwangsläufig zu Verletzungen, sobald mindestens drei Personen meiner Kernfamilie aufeinander treffen. Ein trauriger Umstand, aber ich bin nur für meinen Teil verantwortlich, ebenso wie jeder von uns.

Wie auch immer. Seit gestern Abend genieße ich es, für mich allein zu sein und Weihnachten auf meine Weise zu verbringen. Wenn mir danach ist, sende ich Gedanken in diese Welt hinaus, die zum Nachdenken und Fühlen anregen – und freue mich, wenn ich anderen damit für kurze Zeit ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Ich freue mich auch, dass es den Menschen, die einen Platz in meinem Herzen haben, gut geht, ganz gleich wo sie sich in diesem Augenblick auf diesem Planeten befinden. Diese tiefe innere Verbindung ist unabhängig von räumlichen Distanzen.

Ich bin allein, weil ich es in diesen Tagen auch sein will, aber ich bin alles andere als einsam.

Weihnachten wird oft als besinnliche Zeit des Jahres tituliert. Besinnung – genau darum geht es für mich. Auf das besinnen, was 2020 alles geschehen ist, innehalten, ordnen, neu ausrichten.

2020 war ein Jahr wie keines zu vor.

Das Corona-Virus hat in der ersten Jahreshälfte umfassende Änderung in meinem Job verursacht – wie wohl bei uns allen. Aber es war nicht der Tsunami. Der kam später.

Am 10. Juli 2020 wachte ich in einer Wohnung auf an der Seite des Mannes, mit dem ich mein halbes Leben verbracht hatte, den ich noch in diesem Jahr heiraten und für immer bei ihm bleiben wollte. Am 15. Juli 2020 legte ich einen Schlüssel in seine Hand und verließ die Wohnung für immer, mit 75 Kartons, die hauptsächlich meine Kleidung, Bücher und Töpfe enthielten. Alles andere ließ ich zurück. Möbel, Auto, … ich gab alles auf, nur nicht mich selbst.

Warum?

Weil diese wenigen Tage mich etwas erkennen ließen, dass ich bereits seit langem gespürt, aber konsequent verdrängt hatte: Dieser Mann liebte nur einen Teil von mir, einen anderen lehnte er konsequent ab und würde es immer tun, weil er diesen Teil (meine Emotionalität) nicht verstehen konnte und es nie würde, denn er fürchtete diese Emotionalität dermaßen, dass er sie unterdrückte, in sich – und in gewisser Weise auch in mir.

Als ich mich mit meinem inneren Dämon Borderline ausgesöhnt und zurück in die Umarmung des Lebens gefunden hatte, schwor ich mir selbst, gut auf mich selbst zu achten und nichts zu tun, dass einer Selbstverletzung gleichkäme. In einer Beziehung zu bleiben, die nur dann Bestand haben konnte, wenn ich kontinuierlich einen Teil von mir selbst unterdrückte, kam für mich einer Selbstverletzung gleich – und so verließ ich mein bequemes Leben innerhalb von wenigen Tagen, ohne zu wissen, wohin oder was mich erwarten würde.   

Die erste große Lektion, die 2020 für mich bereithielt:

Es ist, was es ist

Es gab vieles Schönes, für das ich immer dankbar sein werde, aber letztendlich war es kein Heim, sondern ein goldener Käfig, aus dem der Tsunami mich herausriss und an ein neues Ufer spülte, in ein echtes Heim, in dem ich in diesem Augenblick befinde. Die Wurzeln dieses „Zufalls“ reichen ins Jahr 2019 zurück, als ich begann, für eine liebe Nachbarin, die viel Zeit im Ausland verbringt, die Wohnung zu hüten. Hier fand ich Unterschlupf. Mehr noch, diese Nachbarin bot mir an, mit mir gemeinsam eine „Mädels-WG“ zu gründen. Platz sei ausreichend vorhanden und die Wohnung würde dadurch nicht mehr über Monate leer stehen. So kam es, dass sich zwei unterschiedliche, bewegte Lebenswelten an einem Ort zu überschneiden begannen.

Heute sitze ich in einem alten Rattenlehnstuhl, den ich bereits vor der Geburt meines Sohnes hatte, auf meiner Plüschdecke namens „Eisbärenfell“, auf der sitzend ich bereits JAN/A Band 1 getippt hatte. Meine Beine liegen auf einer Klavierbank, auf der die Tochter meiner Mitbewohnerin Klavier spielen gelernt hatte. Vor mir steht das Sofa, das mein Sohn sich gekauft hatte, als er ausgezogen ist. Neben mir ein Tisch, den wir aus dem Keller reaktiviert hatten. Hinter mir ein altes Kallax-Regal der ersten Generation neben den neuen, die heuer dazukamen. Meine bunte Häkeldecke unter ebenso bunten Ölbildern, die seit langem an den Wänden hängen. Kakteen, die bereits einige Winter auf der Fensterbank verbracht haben, und Orchideen, die eben erst eingezogen sind. All das macht zusammen mein „Heim“, eine bunte Melange vieler Leben und Erinnerungen, zusammengefügt an einem Ort, an dem ich willkommen bin, genauso, wie ich bin. Einem Ort, an dem ich keinen Teil von mir unterdrücken muss, sondern sein darf, wer ich bin.

Und dies ist die zweite große Lektion 2020:

Meine 3 Säulen für ein Verweilen in der Umarmung des Lebens

  1. ICH sein, so wie ich bin. Mich selbst voll und ganz annehmen und zustimmen, das ich bin, wer ich bin.
  2. Ein Plätzchen im Leben, an dem ICH sein darf, so wie ich bin. Dafür braucht es weder Luxus noch Perfektionismus. Willkommen zu sein zählt, nicht auf welchen Möbeln ich sitze.
  3. Menschen (und es genügt ein einziger!), die mich so annehmen, wie ich bin. Die nicht kritisieren oder urteilen, sondern mich auch dann noch lieben, wenn ich mal nicht perfekt funktioniere, mich gerade selbst im Weg stehe oder in meiner Fokussierung auf ein zu lösendes Problem nicht mehr sehe, was links oder rechts ist.

Auf diesen drei Säulen ruht mein Leben, das von den Stürmen 2020 zwar ordentlich durchgeschüttelt wurde, dennoch sitze ich heute hier in Gelassenheit und einer tiefen inneren Ruhe, in der Gewissheit, dass all die Ereignis dieses verrückten Jahres zwar eines „verrückt“ haben in meinem Leben, aber keinesfalls zum Schlechteren. Ganz im Gegenteil. Ich bin noch näher an mich selbst „herangerückt“, an die, die ich bin und auch sein will.

So verbringe ich mein Weihnachten 2020 allein, mit Schmetterlingen im Bauch, die jemand zum Flattern bringt, der gerade ganz wo anders sitze – und auch das passt genau so, wie es ist. Bevor ich mich in ein neues Abenteuer stürze, gilt es zuerst einmal, das alte abzuschließen.

Eine kritische Stimme in mir hinterfragt, ob ich – wie in der Vergangenheit – wieder an einem Fall von „Zweckoptimismus“ laboriere. Zeichne alles schön und lenke damit davon ab, dass du es eigentlich gerne anders hättest, aber das nicht sagen willst … falls dir diese Gedanken bekannt vorkommen, sie sind weitverbreitet. Krampfhaftes positives Denken. Tricky. Eine der vielen Formen von Selbsttäuschung. In meinem Fall schließe ich es diesmal nach eingehender Prüfung aus.

Ich meine es ernst. Mir geht’s gut. Es passt, wie es ist. Kein Weihnachtsdrama. Es ist anders als all die Jahre zuvor. Ein [nicht] ganz alltägliches Weihnachten. Passt perfekt zu mir 😊

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