Vorsicht, Falle!

Was hat mich die vergangene Woche gelehrt? Neuerlich eine Lektion darüber, wie tricky zwischenmenschliche Kommunikation sein kann. Wie leicht tappt man in die Kommunikationsfalle Missverständnis.

Beispiel: ein Chat über einen Messenger.

Ich schrieb einige Gedanken meinerseits, die ich mir über mich selbst und mein Verhalten machte, welche Schlüsse ich daraus zog etc. Als Antwort (symbolischer Käse) kam „ist ja gut“. Mein erstes Gefühl daraufhin war Unwohlsein, mein erster Gedanke: ich gehe da jemand auf den Nerv und bekomme einen Hinweis darauf, zum Ende zu kommen, also eine Interpretation im Sinne von „Ist ja gut, hab’s kapiert, lass es gut sein“.

Aber war es wirklich so gemeint?

Die Falle wartete darauf, zuzuschnappen.

Im Chatverlauf, ohne Stimmlage, Mimik und Gestik des anderen wahrnehmen zu können, kann eine Aussage unterschiedlich und vielfältig interpretiert werden. Ähnlich dem universalen Wort aus dem Wienerischen: Oida … so ziemlich für JEDE Lebenslage passend. Die tatsächliche Bedeutung offenbart sich durch die Tonlage, Mimik und Gestik.

Für alle, die nicht Wienerisch sprechen, hier ein informativer Einblick in die Verwendung des Wortes „Oida“ https://www.youtube.com/watch?v=iuXR53ex4iI

Zurück zu meiner Lektion.

Nachdem ersten unangenehmen Gefühl schaltete ich mein bewusstes Denken ein, schob die negative Erwartungshaltung beiseite und hinterfragte aktiv, wie die Aussage „ist ja gut“ gemeint war. Wie sich zeigte, lag ich mit meiner ersten Interpretation völlig daneben. Aber in dieser Fehlinterpretation spiegeln sich alte Erfahrungswerte von mir wider. Insbesondere die Annahme, ohnehin nur auf Ablehnung zu treffen. Lange Jahre bestimmte mich diese innere Haltung, doch zwischenzeitlich habe ich die Programme umgeschrieben. Dennoch – manchmal, wenn ich müde und unachtsam bin, poppt so ein „alter Schrott“ (wie ich es gerne nenne) auf und versucht, mir in die Suppe zu spucken. Es wäre ein Leichtes, nun in die Spirale aus Selbstvorwürfen zu fallen, es nicht längst besser zu machen, aber auch das ist „alter Schrott“, weshalb ich mich selbst mit einer großen Portion Humor auf die Schaufel nehme. Oida.

Gewiss, in dieser scheinbar harmlosen Situation versteckte sich explosives Potenzial. Ein kleines Missverständnis, geschuldet dem Mangel an nonverbaler Kommunikation in einem so eindimensionalen Medium wie einem Chat. Ein fatales Missverständnis, das schnell eine Kettenreaktion aus Vorwürfen, Rechtfertigungen, Angepisst-sein etc. nach sich hätte ziehen können.

Achtsamkeit hat mich davor bewahrt und mir neuerlich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, achtsam durchs Leben zu gehen. Wie rasch man über ein Wort oder ein Satzzeichen stolpern kann. Hier ein einprägsames Beispiel:

Er will, sie nicht.

Er will sie nicht.

Ein winziges Komma (oder Beistrich) verändert die Bedeutung des Satzes erheblich. Angesichts der grassierenden, befremdlichen Simplifizierung der Orthografie in Chatverläufen sträuben sich mir die Nackenhaare, was dabei alles missverstanden werden kann – und auch wird.

Unklare Aussagen führen beinahe zwangsläufig zu Interpretationen. Diese wiederum sind in erster Linie nur ein Spiegel dessen, was die interpretierende Person in sich trägt, und haben häufig wenig mit der anderen Person zu tun, der jedoch die Interpretation quasi in den Mund gelegt wird.

Kompliziert? Kommunikation ist kompliziert – und besser gesagt: wir machen sie kompliziert. Doch irreführenden Gebrauch von Wörtern, schlampige Satzstellungen und fehlende Satzzeichen, durch Nicht-Aussagen … Achtlosigkeit in vielfältiger Form.

Dagegen hilft Achtsamkeit – und hinterfragen. Wertschätzendes Hinterfragen, wohlgemerkt. Frei von Vorwürfen mit dem aufrichtigen Wunsch, zu verstehen.

Auch jemand wie ich, die gerne mit Worten spielt, ist nicht davor gefeit, etwas misszuverstehen. Mein wiedergefundener Seelenfrieden und meine innere Balance sind zwar stark, doch an manchen Tagen überwiegt die Müdigkeit, führt zu Unachtsamkeit … und schon ist es passiert. Dann verschränkte ich meine Finger (damit ich nicht eine voreilige Antwort tippen kann), atme einmal tief durch, spüre in mir nach, woher das Gefühl kommt (aus der Gegenwart oder meiner Vergangenheit), und stelle dann eine Frage, die mir hilft, die Aussage korrekt einzuordnen.

Meine weise Lehrmeisterin Lucy pflegte zu sagen: „Die Menschheit hat genau drei Probleme. 1. Mangelnde Kommunikation. 2. Mangelnde Kommunikation und 3. (welche Überraschung) mangelnde Kommunikation.“

Kommunikation besteht aus Sender und Empfänger. Der Sender ist verantwortlich für das, was ausgesandt wird. Der Empfänger für das, wie es empfangen wird. Keiner von beiden kann sich völlig aus der Verantwortung nehmen und sagen, der andere hat etwas falsch gemacht. Beide haben die Möglichkeit, einzugreifen und Missverständnisse zu vermeiden. Ganz gleich, ob live, im Chat oder wo auch immer.

Diese Lektion hat mir das Leben bereits öfters erteilt. Auch dieses Mal bin ich dankbar dafür, daran erinnert worden zu sein, achtsam zu bleiben. Und so schließe ich meinen heutigen Blog mit einem erleichterten „Oida“ und lasse den Käse in der Falle.

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AUF EIN NEUES …

Wieder ein Jahr älter. Auch ein Jahr weiser? Besser nicht darüber nachdenken 😉 Auf jeden Fall ein Jahr an Erfahrungen (und was für welche) reicher 😊

Aber so ganz glaube ich meiner Geburtsurkunde noch immer nicht. 52? Echt jetzt? Wo sind die Jahre geblieben? Gefühlte 35 … immer noch … wenn überhaupt. Und im Denken erst … manchmal 16 forever.

Vor einige Tagen postete ich diesen Gedanken:

„Wer im Herzen jung bleibt, wird auch im Kopf nie alt.“

Dieser Gedanke entstand – wieder einmal – wie aus dem Nichts in mir. Über die Bedeutung sinnierte ich Tage später.

Wie bleibt man im Herzen jung?

Meine Antwort darauf: lebendig bleiben. Fühlen, was das Zeug hält. Leben im hier und jetzt. Dabei den Kopf ausschalten und ignorieren, was andere sich denken.

Praktisches Beispiel: ich spaziere durch den Wald und höre dabei Musik – solange ich mich auf Wegen bewege, auf denen auch andere unterwegs sind. Manche Gespräche will ich partout nicht mithören, also schalte ich mich weg. Bei manchen Songs singe ich schon mal mit, und es ist mir piepschnurzegal, was andere sich dabei denken. Ich empfinde Lebensfreude und bringe sie zum Ausdruck. Basta!

Hin und wieder bleibe ich stehe und drehe einen Käfer um, der auf dem Rücken liegend mit seinen Beinchen strampelt. Ich bestaune, was du Natur Unglaubliches hervorbringt – wie ein kleines Kind, das all dies zum ersten Mal erblickt. Neugierde – oder besser: Wissbegierde – ist mein zweiter Vorname. 😉

Vor meinem Wohnzimmerfenster offenbaren sich (nicht täglich, aber häufig) farbenprächtige Sonnenuntergänge, die mich stets aufs Neue begeistern. Gewohnheit? Weit gefällt. An das Wunderbare gewöhne ich mich nie. Ich genieße es, wann immer es mir begegnet.

All das ist für mich Lebendigkeit.

All das lasse ich zu, auch wenn meine Geburtsurkunde indizieren würde, für manches doch bereits zu „reif“ zu sein. Ich bin doch kein Apfel, der irgendwann überreif ist und zu faulen beginnt. Wobei, irgendwann … nein, meinen schwarzen Humor packe ich gleich wieder in die Schublade.

Wenn ich es recht bedenke, passt der Gedanke an den Tod vielleicht doch, denn lebendig können wir nur sein, solange wir noch nicht tot sind. Das Leben umarmen, damit es uns umarmt und seine Wunder offenbart, die da draußen sind, in jedem Augenblick; die eine Quelle von Lebensfreude sein können. Letztere wiederum ist nach meiner eigenen Erfahrung das ultimative Anti-Aging-Mittel. Vielleicht verhindert Lebensfreude keine Falten oder graue Haare, aber sie schenkt ein Gefühl, das sich nicht mit Worten beschreiben lässt, das man gefühlt haben muss, um es sich vorstellen zu können.

Lebensfreude geht für mich Hand in Hand mit Liebe.

Es gibt so viel Liebenswertes rund um mich und in mir. Es gibt auch anderes, aber so ist das nun einmal in der Dualität unserer Realität. Die Nebeltage lehren uns, den Sonnenschein zu schätzen. Wenn die Sonne scheint, erfreue ich mich an der Blütenpracht des Wonnemonats Mai. Heute regnet es, und dieser Regen bringt das junge Grün zum Leuchten. Auch wunderschön.

Es ist, was es ist.

Vielleicht bleibe ich im Herzen jung, weil in mir drin noch ein kleines Kind ist, voller Träume und Fantasie. Wo die Große in mir rational die Welt erklärt, bestaunt die Kleine das magische Wirken höherer Mächte. Wer von beiden Recht hat? Ich denke: Beide!

2018 schrieb ich in JAN/A Band 1 folgendes „Mantra der Lebendigkeit“ für mich selbst:

Leben um des Lebens Willen. Lieben um der Liebe Willen. Mit jedem Atemzug tiefer ins Gefühl, mit jedem Herzschlag näher und näher, mit allen Sinnen ins Feuer der Ekstase – fallen, schweben, tanzen, leben, lieben, hier und jetzt. Ein Sturz in die Dunkelheit und durch sie hindurch ins Licht, in die Liebe, in die Leidenschaft, ins Leben.

In diesem Sinne: auf in ein neues magisches Lebensjahr!

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EINE UNTERWEISUNG DES LEBENS

Wenn ZWEI sich entscheiden, EINEN Platz im Leben zu teilen

… dies war mein erster Gedanke, als ich heute dieses ungewöhnliche Paar erblickte: eine Buche und eine Kiefer, beide stark und mächtig, beide in den Himmel strebend und doch so eng verbunden, das an manchen Stellen ihre Borke zusammengewachsen ist. Untrennbar. Fast scheinen sie sich zu umarmen.

Was für ein kraftvolles Symbol für das, was eine Beziehung zwischen zwei Menschen sein könnte, sollte, müsste …

SPÜRNASE IN EIGENER SACHE

Manchmal bringt mich das Leben zum Staunen. Nicht, dass ich für mich in Anspruch nehme, alle Rätsel gelöst zu haben und auf jede Frage eine Antwort zu kennen – ganz im Gegenteil. Ich weiß viel weniger, als ich nicht weiß. Und je mehr ich entdeckte, desto größer wird auch die noch zu entdeckende Welt. … diese schlaue Erkenntnis entspringt nicht meiner Denke. Da gab’s Schlauere vor mir (z.B. Sokrates „Ich weiß, dass ich nichts weiß“), aber ich ERLEBE sie im Alltag – was in meiner Wahrnehmung ein Riesenunterschied ist zu „habe ich gelesen und verstanden“. Eine Erkenntnis nicht nur im Kopf zu haben, sondern sie auch im Herzen zu fühlen, da liegen Welten dazwischen, wie ich aus eigener Erfahrung bestätigen kann.

Zurück zu meinem Staunen. Wodurch wurde es ausgelöst?

Durch die beiläufige Feststellung, dass sich mein Leben plötzlich wieder leicht anfühlt. Wochenlang habe ich mich mit einer erdrückenden Schwere rumgeschlagen, war alles irgendwie zäh und ich meinerseits öfter als mir lieb war ein Vulkan kurz vor dem Ausbruch. Ein falsches Wort genügte und …

Plötzlich ist über Nacht alles anders, ohne das sich etwas verändert hat. Mein Leben läuft immer noch in denselben Bahnen. Der Stress im Job ist keineswegs weniger geworden. Manche Herausforderungen liegen hinter mir, aber eine Menge auch noch vor mir. Ich habe auch nicht im Lotto gewonnen, was schwierig wäre, weil ich nicht mitgespielt habe.

Also, nichts ist wirklich anders und doch fühlt es sich anders an. Das soll mal wer verstehen.

Warum ich es überhaupt verstehen will und nicht einfach nur genieße?

Weil ich es gerne bei Bedarf reproduzieren können würde. Dazu müsste ich herausfinden, was sich – unbemerkt von meiner bewussten Wahrnehmung – verändert hat. Etwas MUSS sich verändert haben, sonst wäre es nicht anders.

„Wenn du immer das machst, was du bisher gemacht hast, wirst du mehr von dem bekommen, was du bisher schon hast. Willst du etwas anderes, mach was anderes!“

Dieses Postulat aus dem NLP unterschreibe ich sofort. Es ist absolut logisch. Deshalb … etwas muss sich verändert haben, aber was?

An diesem Punkt setzt bei mir stets die detektivische Spurensuche ein. Ich kann stundenlang einen Formel- oder Programmierfehler suchen. Wenn’s um mein persönliches Wohlbefinden geht, werde ich sogar noch ausdauernder. Also begann ich zu suchen, zu beobachten und wurde schließlich fündig. Etwas WAR anders. Besser gesagt: etwas war nicht mehr da, weshalb es auch so schwer als Auslöser der Veränderung zu identifizieren war. Es war nämlich fort – aus meiner Wahrnehmung.

Okay, genug der kryptischen Umschreibungen.

Klartext: Nach meiner Trennung im vergangenen Jahr verblieb ein besonderes Erinnerungsstück an meinen Ex-Partner (an ihn als Person) bei mir. In den ersten Wochen danach stand es noch in meinem Schlafzimmer, wechselte später ins Wohnzimmer. Einige Tage vor meinem „Staunen“ packte ich dieses Erinnerungsstück sorgfältig in eine Schachtel und verbannte es damit aus meiner (unbewussten) Wahrnehmung. Dabei folgte ich einer Intuition. Es fühlte sich richtig an, diesem Teil meiner Vergangenheit einen neuen Platz zu geben. Nicht zu entsorgen, aber ruhen zu lassen.

Kleine Ursache, große Wirkung.

Und ein eindrucksvoller Beweis (für mich), wie stark wir durch unsere unbewusste Wahrnehmung gesteuert werden. Wir müssen etwas nicht anstarren, um es unbewusst wahrzunehmen. Es genügt, wenn das Objekt sich im selben Raum befindet, um die Erinnerung oder ein Gefühl wachzurufen. Einer der Gründe, warum ich mich gerne mit schönen Dingen umgebe. Unbewusste Wahrnehmung lässt sich nur schwer abstellen. Deshalb nutzen manche Unternehmen diese Tatsache, um ihre Kundschaft mit verkaufsförderlichen Düften zu bespielen und spendierfreudigen Melodien zu beschallen. Farben und Bilder tragen das ihre bei, den Umsatz zu steigern. Ganz fies, weil man sich kaum dagegen wehren kann … nebenbei erwähnt.

Die Entfernung meines „mentalen Kryptonit“ aus meinem (auch peripheren) Sichtfeld brachte also die Rückkehr von gefühlter Leichtigkeit in mein Leben. Fall abgeschlossen… dieses Mal. Neuerlich etwas gelernt – oder erinnert: mehr Achtsamkeit darauf zu verwenden, womit ich mich umgebe. Was dazu führte, dass ich gleich darauf eine Runde Entrümpelung gestartet habe. Vielleicht will ja noch etwas anderes „gut verstaut“ werden 😉

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VERÄNDERUNG JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich im Laufe seines Lebens verändern? Diese Frage habe ich mir bereits x-mal gestellt. Auch in den vergangenen Tagen.

Ich traf eine Bekannte, mit der ich zuletzt vor über 20 Jahren Kontakt hatte. Sie meinte, ich hätte mich überhaupt nicht verändert, wäre immer doch wie damals, mein Äußeres, meine positive Art. Sie erzählte mir, dass ich über alle die Jahre ein Satz von mir im Gedächtnis geblieben war: „Blick in den Spiegel und sag zu dir selbst, dies wird ein wunderbarer Tag.“ Das dieser Satz ihr durch schwere Zeiten in meinem Leben geholfen hat. Das wiederum hat mich sehr berührt.

Nach unserem Gespräch begann ich mich einiges zu fragen. Habe ich mich tatsächlich nicht verändert? Häufig fühle ich mich, als wäre ich immer noch Anfang 30. Das Datum auf meiner Geburtsurkunde wirkt immer noch befremdlich. 51? Im Denken und Fühlen bin ich allerhöchstens 35!

Auf der anderen Seite erhalte ich häufig die Rückmeldung, ich hätte mich so stark verändert, so toll entwickelt.

Also was jetzt? Veränderung JA oder NEIN?

Kann ein Mensch sich überhaupt verändern?

Ich denke: NEIN.

Wenn ich zurückblicke, war ich immer die, die ich heute bin. War stets ein feuriger Funken Lebensfreude, voller Neugier und Kreativität, mit einer starken Verbindung zur Natur und Mutter Erde, bereits früh in meinem Leben vielschichtig und reflektierend.

Ich war immer die, die ich bin.

Jedoch verbannte ich dieses „was ich bin“ sehr lange Zeit in meinem Leben. Frühe Ablehnung lehrte mich, zu verstecken, womit andere nicht klarkamen. Angst unterdrückte das Ausleben meiner Vielfalt, meiner Emotionalität, meines Selbst.

Insofern meine Schlussfolgerung: ein Mensch kann sich nicht verändern, aber er/sie kann werden, was er/sie im Innersten ist. Frei werden, ICH zu sein. Meiner Meinung nach, die wichtigste Freiheit überhaupt, denn was nützt jede andere Freiheit, wenn man nicht ICH sein kann.

Wer in seinem Innersten nicht neugierig und kreativ ist, wird das wohl auch nie werden. Ebenso wenig wie jemand, der kein Verständnis für Zahlen oder Strukturen hat, dies lernen kann.

Sich selbst verwirklichen – darum geht es im Leben. Zu werden, wer ich bin.

Das hat nicht zwangsläufig etwas damit zu tun, alles über den Haufen zu schmeißen und aus allen Rollen seines Lebens auszusteigen. Für mich geht es mehr darum, mich selbst kennen zu lernen und mit dem, was alles zu mir gehört, im Einvernehmen zu leben. Nicht darum, sich neu zu „erfinden“, sondern einfach nur „finden“.

Angeblich stand über dem Eingang zum Orakel von Delphi der Spruch: „Mensch, erkenne dich selbst“ … und über dem Ausgang soll zu lesen gewesen sein: „Und werde, wer du bist.“

Tja, wird wohl stimmen – zumindest stimmt mein Bauchgefühl zu.

Deshalb – Veränderung? Nein.

Entwicklung? JA!

Welches Symbol wäre wohl besser geeignet, um den Prozess der ICH-Werdung zu verdeutlichen als ein Schmetterling? Vielleicht taucht dieses Symbol auch genau deshalb immer wieder in meinen Geschichten und Gedichten auf …

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INSIDE BORDERLINE

*** TRIGGER-WARNUNG***

Auf meinem Blog möchte ich einen Einblick in meine Gedankenwelt als Borderlinerin ermöglichen. Diese Gedanken können – mittlerweile nur noch in Ausnahmefällen – erschreckend bis verstörend sein. Doch so gehören ebenso zu mir wie der vielfältige Rest.

Wer ab hier weiterliest, wird vielleicht schockiert sein – und tut dies auf eigene Verantwortung. Spoiler: Es gibt ein Happy End, denn selbst das längste und dunkelste Tal endet irgendwann.

INSIDE BORDERLINE

Was für ein abscheuliches Monstrum muss ich doch sein. Ich schaffe es tatsächlich alles, was sich in meinem Leben zum Guten entwickelt, zu sabotieren. Wenn ich auf meine Lebensjahre zurückblicke, wird ein roter Faden sichtbar: ich ziehe Menschen und Ereignisse in mein Leben, die mich verletzen. Ich muss nicht selbst zur Klinge greifen. Das erledigen anderen für mich und tiefer als ein Schnitt in die Haut. Sie zerschneiden meine Seele.

Alles, was ich suche, ist Liebe.

Alles, was ich geben will ist Liebe.

Alles, was ich bekomme, ist Schmerz in jeder nur erdenklichen Form. Ablehnung, Ausgrenzung, Verurteilung, Verletzung, Demütigung, Entwertung, Ignoranz, Gewalt …

Alles nur ein Spiegel dessen, was in mir ist. Was in mir zerbrochen wurde. Habe ich mir das tatsächlich ausgesucht? Hat meine Seele sich dieses Schicksal FREIWILLIG ausgesucht? Begann da nicht bereits die Selbstverletzung? Wer sucht sich in einen Lebensweg ohne Liebe aus?

Wer kann jemand wie mich lieben?

Was tun Menschen, wenn jemand neben ihnen verletzt ist und leidet? Sie nehmen diesen Menschen in den Arm und trösten ihn.

Was tue ich? Ich beginne zu analysieren, zu erklären, zu diskutieren. Ich funktioniere wie eine Maschine, nicht wie ein Mensch. Ich komme erst gar nicht auf die Idee, den anderen zu umarmen. Dieses Programm existiert nicht in mir. Ich habe es selbst nie kennengelernt, kann es weder abrufen noch dauerhaft in mir entwickeln. Wenn andere mich brauchen würde, werde ich zur emotionsbefreiten Marionette meiner Defizite.

Warum ich derart destruktive Gedanken niederschreibe?

Weil sie mich gerade davon abhalten, dem Schmerz in mir eine physische Manifestation an mir zu geben. Wer tippt, kann nicht gleichzeitig mit einer Schere hantieren. Ich und schneiden? Wenn kein Mensch rund um mich ist, der als Erfüllungsgehilfe meiner Selbstverletzung fungieren, verspüre ich diesen unheilvollen Drang …

Ich weiß genug über die Zusammenhänge und das es wichtig wäre, meine Gedanken unter Kontrolle und in eine andere Richtung zu lenken. Die Emotionen folgen dann zeitversetzt automatisch.

Nur … meine Gedanken wollen nicht dauerhaft umgelenkt werden. Sie wehren sich. Etwas in mir WILL diese Gedanken durchspielen, bis zum bitteren Ende.

Deshalb tippe ich. Damit das Aufgestaute abfließen kann ohne wirklichen Schaden anzurichten. Vielleicht werde ich diese Zeilen nie veröffentlichen. Vielleicht schon, um anderen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und dass es einen Ausweg gibt.

Gibt es einen Ausweg?

Ja, den gibt es!

Für mich heißt er: Hinschauen. Nicht wegsehen, verdrängen, ignorieren, ablenken oder dergleichen. Hinschauen und anerkennen, was es gerade ist. Anerkennen, das alte Muster aktiv sind, Gedanken und Gefühle aus der Vergangenheit wachrufen.

All das hat nichts, absolut NICHTS mit meiner Gegenwart zu tun.

Auch wenn’s draußen stürmt, sitze ich hier drinnen im Trockenen. Es ist warm und sicher. Ich habe alles, was ich brauche, damit es mir gut geht.

Was in den Köpfen und Herzen anderer Menschen vorgeht, kann ich NICHT wissen. Vielleicht ahnen, aber vielmehr als Spekulationen werden es nicht. Ich kann also NICHT wissen, ob es da draußen nicht doch einen Menschen gibt, der etwas für mich empfindet, mich vielleicht sogar liebt.

Akzeptiere die Unwissenheit – sie befreit vom Druck der Gewissheit.

Anders gesagt: Alles ist möglich, solange nicht das Gegenteil bewiesen ist.

Ich bin vielleicht nicht perfekt, aber ich bin auch nicht das ultimative Böse. Ich habe Defizite, mache Fehler … wie jeder andere Mensch, der jemals über diesen Planeten gewandelt ist und es noch wird.

Allmählich lässt der Druck in mir nach, verschwindet das würgende Gefühl im Hals, die brennenden Tränen in den Augen. Inzwischen kann ich auf die Schere blicken, ohne den Wunsch zu verspüren, damit etwas anderes zu machen als Fäden meines aktuellen Strickprojektes abzuschneiden.

Überstanden?

Sieht so aus… für heute.

War’s das letzte Mal?

Wer weiß?

Vergessen ist nicht möglich. Wenn die Geister der Vergangenheit wach werden, hilft nur das, was damals gefehlt hat. Verdrängt habe ich lange genug in meinen Leben. Umarmt viel zu wenig – andere und mich selbst. Vielleicht sollte ich bei mir selbst beginnen.

Während ich noch tippe, geschieht das Unerwartete: Eine kurze Nachricht trifft ein. Ich atme auf, lächle und die Geister ziehen sich zurück in die Tiefen meines Unterbewusstseins.

Zufall?

Ich glaube nicht an Zufälle, dennoch bin ich dankbar, wenn sie geschehen.

Angst vor dem nächsten Mal?

Nein … auch wenn ich auf ein nächstes Mal liebend gerne verzichten kann, ich fürchte es nicht.

Werde ich damit klarkommen?

Definitiv!

In mir herrscht zuweilen eine bedrückende Dunkelheit – doch umgeben von viel mehr Licht.

In mir findet sich tiefer Schmerz – und noch viel mehr Lebensfreude und Liebe.

Vertrauend auf meinen unbändigen Lebenswillen, habe ich bereits vor langem erkannt, das ich mich dem Dämon stellen muss, Angesicht zu Angesicht, ihm in der Dunkelheit begegnen muss, um ihn in den Arm zu nehmen und zurück ins Licht zu führen. Diese Metapher zieht sich wie ein roter Faden durch JAN/A und sie spiegelt sich in meinem persönlichen Mantra:

Mit jedem Atemzug tiefer ins Gefühl, mit jedem Herzschlag näher und näher, mit allen Sinnen ins Feuer der Ekstase – fallen, schweben, tanzen, leben, lieben, hier und jetzt – ein Sturz in die Dunkelheit und durch sie hindurch ins Licht, in die Liebe, in die Leidenschaft, ins Leben.

Inside Borderline

Akzeptiere deine Unwissenheit.

Befreie dich vom Druck der Gewissheit.

Erlaube dem Leben, dich zu überraschen.

Staune über das, was es noch sein kann.

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WAS WIR IM HERZEN SIND …

Es ist eine anstrengende Zeit, aber auch die gut vorüber. Was wir im Herzen sind, bleibt.

Diese wenigen Worte entsprangen einer Eingebung während eines Chats mit einer lieben Freundin auf der anderen Seite der großen Badewanne. Über Ozeane und Zeitzonen hinweg verbindet uns eine besondere Freundschaft als Schicksalsgefährtinnen, die eine Herausforderung (Borderline) und eine Begeisterung (Schreiben) teilen.

Für mich sind diese Worte ein willkommener Anlass, über die zurückliegende Woche zu reflektieren.

Anstrengend war sie … oh ja. An manchen Tagen staunte ich nur noch darüber, wie viel Arbeit in einen Tag hineinpasst, was alles noch schiefgehen kann (Murphy’s Law) und warum ich immer noch auf zwei Beinen unterwegs war.

Erkenntnisreich war sie darüber hinaus … und wie. Nachdem mir vor einiger Zeit bewusst wurde, das da noch ein altes Muster in mir aktiv ist, welches unerwünschte Ereignisse im Alltag hervorruft, beschäftigte ich mich auch damit. Vor allem, wenn mein kognitiver Verstand bereits dermaßen müde war, das rationale Überlegungen nicht mehr zustande kamen, konnte ich mich sehr leicht ins „Gspiar“ fallen lassen, ins Fühlen, meine innere Stimme wahrnehmen. Ähnlich wie bei der Meditationsform, bei der zuerst beschleunigt wird um anschließend abrupt zu entschleunigen. Oder bei der Progressiven Muskelrelaxation nach Jacobsen … zuerst anspannen, um danach tiefgehend zu entspannen. Wenn Denken nicht mehr funktioniert, falle ich ins Fühlen. Auch ein Weg zum Ziel 😉

Jedenfalls erspürte ich dieses alte Muster, fühlte die Zusammenhänge, was das „Gute“ für mich daran ist und auch, dass ich dieses „Gute“ längst auf andere Weise erreichen kann. Dieses Muster hatte sich also zwischenzeitlich überholt. Dummerweise schaltete es sich nicht selbständig ab … welches Muster oder Programm tut das schon, wenn die entsprechende Programmzeile fehlt? Wer schreibt schon in seine Verhaltensmuster Programmzeilen in der Art von „Wenn das neue eintritt und mein Bedürfnis erfüllt, schalte dich ab“ … ehrlich, wer macht das? Niemand! Ich auch nicht. Wir schreiben unsere Verhaltensmuster (oder Programme) ja nicht nach Plan. Sie passieren uns vielmehr im Alltag, geboren aus den Ereignissen. Tja, dadurch bilden diese Muster aber auch gerne Endlosschleifen, die wir immer und immer wieder von Anfang bis Ende durchlaufen, ohne wirklich aussteigen zu können. Manchmal hilft ein (von außen verursachter) Crash, der einem Shut down gleichkommt. Aber nur solange, bis der Computer (oder eben unsere Muster) wieder hochfahren und alles von vorne beginnt.

Ich ziehe hier bewusst Vergleiche zwischen menschlichen Verhaltensmustern und Computerprogrammen. So unterschiedlich sind beide nicht, außer dass die menschlichen Muster unglaublich komplex sind und in ihrer Vielfalt noch lange nicht künstlich nachgeahmt werden können. Vereinfacht gesagt: Wo Computer stets logisch nach ihrer Programmierung arbeiten, wirken beim Menschen derart viele Variablen, das wir unlogisch wirken können. Doch in meinem Verständnis ist auch der Mensch logisch, nur eben so komplex logisch und kontinuierlich adaptiv, dass es großen Abstand braucht, um dies erkennen zu können.

Genau Theorie. Zurück zu dem, was bleibt. Was wir (oder ich) im Herzen sind (bin).

Festzustellen, dass ich in mir (immer noch) eine Affinität für Schmerz trage, hat mich ein paar Mal tief durchatmen lassen. Wer sehnt sich nach Schmerz? Ich? Die Antwort darauf ist ein wenig kompliziert. Schmerz per se ist definitiv was Entbehrliches in meinem Leben, aber mit Schmerz kann auch das bittersüße Gefühl der Sehnsucht verbunden sein, ebenso wie die Ausschüttung von Hormonen im Gehirn, wenn man durch diesen Schmerz hindurch geht, und die als körpereigenes „Schmerzmittel“ gegensteuern. Quasi „high“ danach. Mit den passenden inneren Bildern hinterlegt ergibt sich daraus eine Endlosschleife des Leidens … die ich hinter mir gelassen zu haben glaubte. Was auch in weiten Bereich stimmt, nur dieses eine Muster hatte sich meiner Erkenntnis bislang entzogen.

Ich staunte nicht schlecht, welche Argumente ich in mir fand, dieses Muster NICHT abzuschalten. Welch abstruse Begründungen in mir auftauchten, von einer Deaktivierung Abstand zu nehmen.

Ehrlich… das Gute am Schmerz … was auch immer das ist, es kann auch auf andere Weise erreicht werden, davon bin 100% überzeugt!

… und davon überzeugte ich auch mich in den vergangenen Tagen einige Male.

… und mein überholtes Verhaltensmuster, das nun eine Zeile „end sub“ enthält.

Vielleicht hätte ich mich dem Thema nicht auf diese Weise angenähert, hätte ich nicht zeitgleich eine Datenbank programmiert und meinen Verstand damit ausgelastet, fehlerhafte Zeilen in Makrocodes zu suchen und Arbeitsprozesse zu definieren. Musterdenken lässt grüßen.

Alles geht vorüber.

In der Welt stimmt das 100%.

In unserem Kopf (und in Folge damit in unserem Verhalten) stimmt das zwar auch, aber eine „end sub“ Zeile kann dafür sorgen, dass die Schleife vor unserem letzten Atemzug endet und uns somit noch Zeit bleibt, unser Leben zu genießen… ohne das eine oder andere überholte Endlosschleifenprogramm 😉 … und wir damit bleiben, was wir im Herzen sind.

Für all jene, die jetzt gerade von der Erkenntnis überrollt werden, über lange Zeit sich selbst im Weg gestanden zu sein, sage ich nur: Smile … mir ging’s nicht anders, aber es ist nie zu spät „end sub“ in die Routine zu schreiben und neu zu starten … aus dem Herzen heraus.

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ZWISCHENBILANZ

Seit ein paar Wochen bewege ich mich kaum noch in den sozialen Medien. Das liegt zum einen daran, dass ich beruflich derart viel zu tun habe und sehr viel davon am Bildschirm, so dass ich in der verbleibenden Zeit keine eckigen Bilder mehr anschauen mag.

Zum anderen bemerke ich eine zweite Welle der Verarbeitung meiner Trennung im vergangenen Jahr. Nachdem ich mich in meinem neuen Leben eingerichtet habe, schickt mein Unterbewusstsein nun verschiedene Erinnerungen zur Neubewertung ins Bewusstsein. Hin und wieder hinterfrage ich, ob es denn wirklich die beste Entscheidung war, die ich getroffen habe – nur um gleich darauf zu erkennen, dass sie es war! Mein mittlerweile distanzierter Blick auf meinen Ex-Partner lässt mich einiges erkennen, was ich zuvor (in unmittelbarer Nähe) übersehen habe. Gleichwohl verschwinden einige übernommene Vorstellungen, wie Leben an sich und Beziehungen im Besonderen gestrickt sein sollten. An ihre Stelle treten neue, aus mir heraus entstehende Ansichten. Ich nähere mich also dem Ziel: 100% ICH zu sein.

Und noch ein Aspekt spielt damit verbunden eine wichtige Rolle: Ich sehne mich nach ECHTEM!!! Eine gewisse Tiefgründigkeit war stets Teil meines Lebens, doch als Teil meiner Anpassung an die Allgemeinheit lebte ich auch Oberflächlichkeit in Ausdruck und Kommunikation. Genau genommen dominierte diese über weite Strecken zeitlich und inhaltlich. Mittlerweile spüre ich, wie wenig mir Oberflächlichkeit guttut. Ganz im Gegenteil. Sie belastet mich. Deshalb halte ich sie mittlerweile tunlichst aus allen Bereichen meines Lebens fern, in denen ich sie nicht als unumgänglich (z.B. im Job) akzeptieren muss.

Um nicht missverstanden zu werden, sollte ich das etwas präzisieren: ein belangloser Plausch ab und an ist nach wie vor etwas Unterhaltsames, aber 24/7 rund um die Uhr dem belanglosen Treiben in den sozialen Medien zu folgen ist es nicht (mehr). Schlimmer noch: es bindet Aufmerksamkeit und damit Energie, die von mir für anderes gebraucht wird.

Manchmal denke ich mir: ich sollte mehr Beiträge lesen, selbst mehr posten, Marketing machen um als Autorin wahrgenommen zu werden … aber alles in mir wehrt sich dagegen. Mehr und auffälliger posten als andere, um (von irgendwelchen Algorithmen) gefunden zu werden? Lauter schreien als andere am Markt? Mir geht’s nicht um Verkaufszahlen. Schreiben ist für mich Hobby, Therapie, Selbstverwirklichung. Wenn über Buchverkäufe die Kosten dafür reinkommen, wunderbar. Wenn nicht, auch gut. Stelle ich die tatsächlichen Kosten mit den eingesetzten Stunden (die ich als hoch effiziente und heilsame Therapie bewerte) in Relation, ist das Ganze für mich die Okkasion meines Lebens.

Mein Ziel oder Wunsch ist es, mit meinen Gedanken und Erfahrungen anderen Ideen zu liefern für die Herausforderungen ihres eigenen Lebens.  Ich will meine „Weisheit“ nicht aufdrängen im Sinne von: „Hey, ich kenne die Antworten für die Lösung deiner Probleme.“ Das ist absolut unzulässiger Schwachsinn. Ich kenne gerade mal ein paar Antworten für meine eigenen Probleme. Aber ich kenne ein paar gute Tricks und Wege, seine eigenen Antworten in sich zu finden.

Vor einer Woche schrieb ich hier über „bedingungsloses Urvertrauen“.

 Mein Gefühl sagt mir, das ich mich in der Prüfungsphase befinde. Gegenstand: Vertrauen in das Gesetz der Anziehung.

Wer zum Gesetz der Anziehung (Law of Attraction) nachlesen möchte, es gibt eine Menge Bücher dazu. Daher verweise ich hier auf Wikipedia und nicht auf ein spezielles Buch: https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_der_Anziehung

Ich vertraue einfach darauf, dass jene Menschen, die von meinen echten Gedanken und authentischen Erfahrungen profitieren können, „magisch“ von meinen Publikationen angezogen werden und mich finden… zu ihrem eigenen Nutzen. Denn eines ist klar: es braucht eine gewisse Bereitschaft, sich dem echten im Leben zu öffnen. Danach fällt es schwer, sich länger als machtloses Opfer äußerer Umstände zu sehen. Oberflächlichkeit ist deutlich weniger „gefährlich“.

Vielleicht klingt das jetzt etwas arrogant, aber ich möchte gar nicht meine Zeit mit Menschen verbringen, die nur an Oberflächlichkeit interessiert sind. Dafür ist mein Leben (mittlerweile) zu kurz. Zu dieser Erkenntnis führt mich meine Zwischenbilanz.

Echtes Leben, echte Menschen, echte Gedanken und Erfahrungen. Darin liegt unglaublich viel Kraft und Potenzial. Das will ich geben, teilen, finden.

Alles andere ist – für mich – mittlerweile bedeutungslos.

Ganz ehrlich: mit meinen letzten Atemzügen (die hoffentlich in weiter Ferne liegen, aber sie werden kommen!) möchte ich an ein ECHTES Leben zurückdenken, voller Dankbarkeit dafür, meine Zeit auf diesem Planeten bestmöglich genutzt zu haben, um mein Leben und das anderer mit Freude, Liebe und ein wenig bodenständiger Lebensweisheit bereichert zu haben.

Ein Leben so echt wie ein Sonnenaufgang am Morgen.

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PRÜFUNG … BESTANDEN?

Das frage ich mich selbst seit ein paar Tagen. So vieles hat sich im vergangenen Jahr verändert. Fast mein gesamtes Leben hat sich auf den Kopf gestellt. Unzählige Erkenntnisse, Umstellungen, neue Gedanken- und Verhaltensmuster, bekannte und zuvor unerkannte Probleme gelöst, ABER … war’s das? Habe ich diese Prüfung des Lebens – und nichts anderes sehe ich darin: eine Prüfung, die mich weiterbringen sollte – bestanden?

Gute Frage.

Das Leben prüft – auch, ob die Aufgabe wirklich dauerhaft gemeistert wurde. Eine Erkenntnis inmitten der Krise und entsprechende Handlungen daraus bedeuten noch nicht, dauerhaft auch diese neuen Gedanken- und Verhaltensmuster anzuwenden. Der Rückfall in über Jahrzehnte tradierte Gewohnheiten passiert nur allzu oft, wie ich wieder einmal an mir selbst feststellen darf.

Vor ein paar Monaten war mir noch glasklar, was ich will und was ich nicht will. Vor allem, was aus der Vergangenheit ich nicht mehr will. Doch nun stelle ich fest, dass ich teilweise doch einiges gerne wieder hätte.

Weil es vertraut und bequem ist.

Weil das, was ich gerne anders hätte, sich nicht einfinden will und sich Ungeduld einstellt.

Weil sich immer öfter Zweifel an meinen Entscheidungen und Plänen regen.

Weil mich so manches, das geschieht, triggert und die Befürchtung wachruft, wieder dort zu landen, wo ich schon einmal war und wo ich nie wieder hinwollte.

Weil uralte Verstrickungen in meinem Innersten offenbar immer noch aktiv sind – zumindest, wenn ich nicht aufpasse und mir bewusst mache, was mich da gerade steuert.

Es fällt nicht leicht, nach allem, was ich erlebt habe, zu vertrauen. Genauer gesagt: anderen Menschen zu vertrauen, wenn ich sie ganz nah an mich heranlasse.

Angst vor neuerlicher Verletzung.

Angst vor Manipulation.

Angst vor Enttäuschung.

Jede Ent-Täuschung ist stets das Ende einer Täuschung und damit die Nicht-Erfüllung von Erwartungen, Bedingungen, Forderungen und dergleichen. Wie lange schon kenne ich die Theorie dahinter. Wie schwer fällt mitunter der bewusste Umgang damit im Alltag.

Nichts zu erwarten. Keine Bedingungen zu stellen. Nichts zu fordern.

Ist dies noch menschlich? Oder bereits übermenschlich?

Unendliches, grenzenloses Vertrauen in einen anderen Menschen zu setzen, zeitgleich seine eigene Verwundbarkeit zu offenbaren und den Dingen ihren Lauf zu lassen?

Das geht weit über den kognitiven, rationalen Verstand hinaus. Auch über das fühlende Herz. Dies ist für mich eine Glaubensfrage. Pure Spiritualität.

Und eine Prüfung des Lebens.

Das zu prüfende Fach: Urvertrauen.

Genau das, was bereits früh auf meinem Lebensweg erschüttert wurde. Zwar fand ich es vor einigen Jahren wieder, doch so stabil, wie ich hoffte, ist es noch nicht. Einst wurde das Fundament meines Urvertrauens zerbrochen. Ich kittete die Sprünge und Risse, aber so manche Ereignisse im Alltag wirken wie kleine Erdbeben, reißen die einstige Bruchstellen neuerlich auf.

Ein Stresstest des Lebens – gewissermaßen. 

Prüfungen eben.

Mahner, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen und davon auszugehen, nun sei alles für alle Zeit geregelt und eitle Wonne. Das Fundament will laufend gepflegt werden, damit es stark, stabil und gleichzeitig auch flexibel bleibt, um die wohl unvermeidbaren Erschütterungen des Lebens auszugleichen.

Also … Prüfung bestanden?

Ich würde sagen: Nachdem ich über all dies nachdenke, liege ich ganz gut auf Kurs.

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