VERÄNDERUNGEN

Hey, ich lebe noch. In den vergangenen Wochen – oder Monaten – war es hier auf meiner Seite ziemlich ruhig. In meinem Leben herrschte – wieder einmal – so ziemlich das genaue Gegenteil. Viel zu tun? Ja, auch, aber da war auch noch etwas anderes. Phasenweise hate ich das Gefühl, ich würde im Kreis laufen und mich dabei immer wieder selbst überholen.

Antworten waren da, bevor Fragen gestellt wurde, obwohl diese Fragen die mehr oder weniger logische Konsequenz von dem, was gerade geschah, bildeten. In einigen Situationen konnte ich präzise erkennen, welcher (in der Vergangenheit verletzte) Teil in mir in diesem Augenblick auf seine Weise Alarm schlug und Projektionen in die Gegenwart schickte. Es war, als könnte ich hinter meine Gedanken und Gefühlen auf deren Ursprung blicken, während ich gleichzeitig in Ruhe in mir selbst im Hier und Jetzt verharrte. Ich war in meinem eigenen Film – Hauptdarstellerin und Publikum. Okay, das nennt man dissoziieren, sich selbst aus einer Meta-Position beobachten, ABER so intensiv hatte ich es nie zuvor erlebt. Es war, als würde sich etliches in mir neu ausrichten – und außerhalb ebenso. Re-Organisation meines Lebens. Sogar jene Monster-Schublade, deren Chaos ich jahrelang duldete, wurde aufgeräumt.

Begonnen hat alles damit, dass mir am Jahresanfang bewusstwurde, in mir eine negative, weil problemfokussierte Erwartungshaltung zu haben. Welche genau, ist eigentlich egal. Bei dem, worum es geht, erwartete ich den Worst Case. Das wollte ich verändern, ohne jedoch einen Plan dafür zu haben. Die Erwartungshaltung entstand aus Erfahrungen. Da ich keine gegenteiligen Erfahrungen erinnern konnte, war es „meine innere Wahrheit“. Mit Wahrheiten ist das so eine Sache: sie können zäh wie alter Kaugummi auf einer Parkbank sein. Neue Erfahrungen zu machen und die innere Wahrheit umzuschreiben, mag bei vielen Themen funktionieren. Sobald es um zwischenmenschliche Beziehungen geht, wird es kompliziert, weil es noch andere involviert und und und …

Wie gesagt, hatte ich – ausnahmsweise – mal keinen Plan, als ich (auch nicht wirklich neu) von Arbeit im Job überrollt – oder besser gesagt: effektiv abgelenkt wurde. Was mir erst rückblickend bewusst wurde: Mein Unterbewusst sein hat nicht prokrastiniert. Ganz im Gegenteil. Es (präzise: meine innere Heilerin) schickte mich auf eine Reise, die zwar nichts mit neuen Erfahrungen im Sinne von „anders als bisher“, zu tun, aber mich bewusst an die Quelle meiner Projektionen führte. Dabei lernte ich mich selbst und wie ich ticke wieder ein Stück weit besser kennen, vertiefte den Frieden in mir, fand zu noch mehr innerer Ruhe und Gelassenheit. Zwischendurch war ich zwar ab und zu äußerst unrund, aber das war wohl ein Nebeneffekt der Neuausrichtung. Ebenso wie das aufpoppen diverser körperliche „Fehlstellungen“ am Bewegungsapparat, manche seit Jahren, andere seit Jahrzehnten vorhanden. Plötzlich forderten diese Aufmerksamkeit – oder Neuausrichtung. Man gesamter Körper schien in seinen Achsen „verdreht“. Bewegungsabläufe neu trainieren – Zeit, die ich bewusst mit mir selbst verbringen. Nebenbei tauchen Flashbacks auf. Erinnerungen, welches Ereignis mit welcher Fehlhaltung – körperlich und geistig – in Verbindung steht. So vieles erscheint mit einem Mal in neuem Licht.

Noch so ein Nebeneffekt: Über vieles kann ich nur noch den Kopf schütteln. Allen voran Menschen, die ihr Leben (und das ihrer Mitmenschen) unnötig verkomplizieren. Oder mit ihrem Müll (in jeglicher Form) die Sicht auf das Versperren, worauf es wirklich ankommt. Die vergangenen Monate haben mich konsequenter werden lassen. Konsequenter, was ich mit meiner Zeit und Energie mache. Was für mich wichtig ist. Worum es geht im Leben.

Monatelang war ich kaum in den sozialen Medien unterwegs? Habe ich etwas vermisst? Definitiv Nein. Ich habe die Zeit für mich verwendet, hab‘ in mir aufgeräumt, mich neuausgerichtet bzw. bin noch dabei. Aber ich wollte jetzt mal ein Lebenszeichen von mir geben für jene da draußen, die ich vermissen würde, wenn ich nicht ab und zu mit ihnen in Austausch stehe. Es sind nur wenige, aber es braucht auch nicht viele. Bei Freundschaft heißt es für mich Qualität vor Quantität. Daran wird sich nichts ändern 😉

Bild: pixabay.com