… oder in anderen Worten etwas ausführlicher formuliert: Das Leben findet stets den richtigen Zeitpunkt.
Als ich nach meiner Woche als „Hüttenwirtin auf Zeit“ ins urbane Umfeld zurückkehrte, erlitt ich einen veritablen „Kulturschock“. All die Menschen, all der Lärm, all die Verkomplizierungen dessen natürlichen Umstandes der Welt (am Leben zu sein) … mehr denn je fühlte ich mich als Alien. Der Gedanke an eine sofortige Rückkehr auf den Berg war sehr verlockend.
Aber ich blieb inmitten des von Menschen gemachten (größtenteils selbstverursachtem) Chaos – und stellte mich dem, was an meine eigene Tür klopfte: eine innere Aufräum- und Entrümpelungsphase. Im Spiegel des Alltags tauchten alte Verhaltens- und Gedankenmuster auf, die es für mich zu hinterfragen und teilweise loszulassen galt.
Beiläufig wurde mir auch bewusst, mich in die eine oder andere Sackgasse verlaufen zu haben – was ich der einen oder anderen Bemerkungen zu verdanken hatte, die ich im Zuge eines Kreativ- und Handwerksmarktes, auf dem ich mit meinem Büchern Ausstellerin war, aufgeschnappt habe. Müßig zu erwähnen, dass die Bemerkungen von Menschen kamen, die keine Ahnung davon hatten, welche Gedanken mich gerade beschäftigten. So ist das mit dem perfekten Timing des Lebens: du bekommst genau das, was du brauchst – es liegt an dir, hinzusehen, hinzuhören, hinzuspüren …
Kurz gesagt: ich war in den vergangenen Wochen mit mir selbst beschäftigt und verspürte keinerlei Drang, meine Gedanken in den sozialen Medien zu teilen. Erst seit ich wieder an meinem Rückzugsort auf über 2.000m Seehöhe angekommen bin, fließen meine Gedanken wieder in geschriebene Worte.
JAN/A Band 3 ist fertig, mein Prozess abgeschlossen – bin ich am Ende des Weges angekommen?
Definitiv Nein, wie sich unmissverständlich gezeigt hat.
Meine innere Aufräum- und Entrümpelungsphase brachte einige Veränderungen, die wohl auch anderen auffallen. „Reden wir Klartext“ hört man nun noch öfter als bisher von mir. Das können dann Worte wie diese sein:
Eine Borderline-Diagnose ist kein „Wimmerl am Hintern“, sprich: unangenehm, aber ansonsten harmlos. Hinter einer Borderline-Diagnose stehen Ursachen, Auslöser, Herausforderungen, Lernaufgaben … eine Borderline-Diagnose ist vieles, nur eines sollte sie nicht sein: eine bequeme Ausrede, um sich dahinter zu verstecken. Wir leben in einer Zeit, in der Wissen und Möglichkeiten zur Verfügung stehen, um für sich selbst einen Weg zu finden, aus dem in einer Borderline-Diagnose verborgenen Potenzial etwas Lebendiges, Freudvolles, Lebensbejahendes zu machen. Entscheidend ist die Frage:
„Bist du bereit, innerlich den Schmerz der Verletzungen, Kränkungen, Traumatisierungen etc. loszulassen, um frei zu werden, DEIN Leben zu leben?“
Wer an den schmerzvollen Gefühlen festhält, wird weiterhin von den damit verbundenen Ereignissen und Menschen gesteuert, ist also weit entfernt von einem freien Leben.
Oder anders gesagt:
„Lebst du in der Angst oder in der Liebe?“
Beides zeitgleich geht nicht. Du musst dich entscheiden.
Der perfekte Zeitpunkt dafür ist genau JETZT.
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