Trotz emotionalem Chaos, das sich zwar allmählich zu lichten beginnt, aber gleichzeitig vertiefte Einsichten und neue Fragen für mich bereithält, erlebe ich derzeit auch Momente von „Pure Clarity“ – vollkommene Klarheit. Das kann ein gesprochener Satz oder eine kurze Begegnung sein, die sich als Tore zu einem Verständnis jenseits von Fragen oder Zweifel entpuppen… ein vorübergehender Zustand, dennoch höchst inspirierend.
Wie beschreibt man vollkommene Klarheit? Hier mein Versuch:
Es ist, als ob die Grenzen zwischen Denken und Fühlen sich auflösen, zwischen der Welt um mich und dem, was in mir ist. Alles ist eins und in diesem flüchtigen Augenblick bis ins kleinste Detail und in jeder Facette vollkommen stimmig.
Vielleicht nimmt es aber auch jeder anders wahr und dies ist nur meine ureigenste Version.
Die Nachwirkungen solcher Momente der Klarheit sind vielfältig, sie verändern unmittelbar mein Verhalten. „Eigentlich“ ist Verhaltensveränderung eher ein langwieriger Prozess, weil ja eine Gewohnheit umgestellt werden muss/soll/darf, aber ein Moment völliger Klarheit scheint wie ein Urknall zu wirken – bildlich gesprochen. Aus dem scheinbaren Nichts heraus entsteht ein neues (Gedanken- und Gefühls) Universum. Zumindest fühlt es sich so ein. Natürlich verändert sich nicht ALLES, aber was sich verändert, ist so präsent, dass der Rest im Hintergrund verschwindet.
Ich wäre nicht ICH, würden hierbei nicht auch philosophische Gedanken durch meinen Kopf geistern, die danach fragen, ob es sich mit dem großen Universum da draußen ebenso verhält wie mit dem kleinen in mir. Zuerst vermehrt sich das Chaos, um dann Schwupp eine neue Ordnung entstehen zu lassen, weil das Eine ohne das Andere nicht sein kann, Pol und Gegenpol einander bedingen… Die Antworten darauf werden wohl nie gefunden werden, aber allemal unterhaltsame Ablenkung 😉
Allmählich kehrt auch das Gefühl wieder zurück, das mich bestimmt: Lebensfreude 😊
Gerüstet für die (ungewisse) Zukunft? Mein Kopf sagt „hmmm“, mein Gefühl vertraut. Was auch immer in den kommenden Wochen geschehen wird, auf die eine oder andere Weise werde ich einen Weg finden, damit klar zu kommen – und ich werde lernen und mich weiterentwickeln. Auch das ist völlig klar.
Braucht es mehr?
Oder kann/darf das Leben (so) einfach sein?
War/ist es je etwas anderes, als einfach – wenn wir Menschen es sein lassen, was es ist?
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