Viele meiner lebensphilosophischen Gedanken werden von der Natur inspiriert und ich schreibe sie unmittelbar am Ort ihrer „Geburt“ nieder.
Angesichts der sich häufenden Unfälle in den Bergen las ich in den vergangenen Tagen vermehrt das Wort „Ehrfurcht“ vor der Natur. So wichtig ich das Anliegen nehme, dem Wort „Ehrfurcht“ stimme ich nicht bedingungslos zu. Es trägt die „Furcht“ im Wortstamm – und Furcht ist keine gute Wegbegleiterin. Besser gefällt mir „Respekt“.
Respekt vor dem, das seit Jahrtausenden vor uns kleinen Menschen aufragt, uns trägt und ernährt, seien es die Berge im Speziellen, die Natur ganz allgemein oder das Leben per se. Ohne die Natur gäbe es uns Menschen nicht, weshalb sie nicht nur unseren Respekt, sondern auch unsere uneingeschränkte Dankbarkeit verdient.
Wer das Leben respektiert, kommt nicht umhin, auch sich selbst zu respektieren, denn jede und jeder von uns ist ein Teil des Lebens, ein Teil jener Natur, in und von der wir leben. Ausdruck dieses Respekts kann sein, mit sich selbst achtsam umzugehen. Weder die eigenen Grenzen überschreiten noch zulassen, dass andere sie überschreiten – nicht aus Furcht, sondern aus Respekt.