IRGENDWO ZWISCHEN MORAL, REUE UND SELBST(FÜR)SORGE

Mein aktueller Status lässt sich gar nicht so leicht festlegen. Irgendwo … sind da die Momente, in denen ich zutiefst bereue, mich in den vergangenen Monaten nicht mehr und vor allem fürsorglicher um meine Mutter gekümmert zu haben. Gleich darauf ertappe ich mich in der Zerrissenheit zwischen meinem moralischen Gewissen und den ungeschönten Erinnerungen, mich niemals bei meiner Mutter geborgen oder von ihr auch nur angenommen gefühlt zu haben. Dazu noch all die schmerzhaften Erinnerungen, die mit manchen Stücken der Hinterlassenschaft unvermittelt aufpoppen.

Wie weit geht moralische Verpflichtung? Wo beginnt Selbst(für)sorge? Wann wird daraus Selbstaufopferung?

Vermutlich gibt es eine Menge Menschen, die sich mit ähnlichen Gedanken und Gefühlen konfrontiert sehen. Seit dem Tod meiner Mutter sind zwei Monate vergangen. Ich habe ihr Ableben akzeptiert, auch wenn es sich ab und zu noch immer befremdlich anfühlt.

Wohin geht meine Reise?

Ich war ein Kind, das sich nach Liebe sehnte. Aus diesem Kind wurde eine erwachsene Frau, die unerschütterlich an die (Heil)Kraft der Liebe glaubt. Wahrer (innerer) Frieden kann nur Hand in Hand mit bedingungsloser Liebe entstehen.

Meine Prioritäten im Leben verschieben sich. Was ist wirklich wichtig? Was erstrebenswert? Geld? Macht? Oder Seelenfrieden? Letztere mag wie Luxus anmuten. Oder auch nicht. Wie viele faule Kompromisse braucht es im Leben?

Es gibt Zeiten, da geht es nicht darum, die Antworten zu kennen, sondern Fragen zu stellen. An so einem Punkt bin ich gerade, irgendwo zwischen Moral, Reue und Selbst(für)sorge, die Weichen für meine Zukunft stellend, unklar darüber, wohin es gehen soll/wird. Stillstand? Selbstreflexion? Nichts in diesem Universum steht jemals tatsächlich still. Jeder Atemzug, jeder Herzschlag bringt eine Veränderung mit sich.

Auf Pixabay.com fand ich das Bild zu diesem Beitrag. Es hat mich vom ersten Augenblick an fasziniert. Das Werk eines Weltenbauers. Ich fühle mich derzeit ebenfalls wie eine Weltenbauerin. Ich erbaue meine Welt neu aus vielem, das mich bereits seit längerem begleitet, und aus dem, was gerade erst Teil meines Lebens wurde. Ein lebendiges Werk, das sich mit jedem Atemzug, jedem Herzschlag verändert. Vieles wird bleiben, manches wird gehen, neues wird kommen… so wie das nun einmal ist im Leben. Wir alle sind stets irgendwo auf der Durchreise.

Bild:  https://pixabay.com/de/illustrations/rasthaus-fantasie-herberge-gasthaus-7161324/

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