GEFALLENE ENGEL


Diese Zeilen widme ich jenen, die sich darin wiederfinden – und einem „ziemlich erwachsenen Menschenkind“, welches mich heute zu diesen Zeilen inspiriert hat.

In deinem Leben ist so einiges schiefgelaufen. Du wurdest verletzt, hast Scheiße gebaut, bist tief gefallen, warst ganz unten – und hast doch deinen Weg zurück gefunden in dein Leben. Du musst nicht mehr laut werden, um deiner Stimme Kraft zu verleihen. Deine Worte sprechen für sich. Kämpfe hast du einst unzählige gefochten. Heute entspringt deine Stärke der Sanftheit deines Herzens, denn nur wer Frieden in sich gefunden hat und die eigene Dunkelheit umarmt, hat den Kampf gewonnen. Du blickst auf die Menschen, siehst sie durch jene Sümpfe und Wüsten ziehen, durch die du einst selbst geirrt bist, siehst sie blind vorbei laufen an all den Wegweisern, die du einst selbst ignoriert hast – doch auch sie müssen ihren Weg auf ihre Weise finden. An manchen Tagen wirst du zur Zielscheibe dessen, was andere in sich zu lösen haben – das schmerzt. Bei allem Verständnis, aller Liebe, fällt es manchmal doch schwer, dem zuzustimmen.

Manche meinen einen Engel in dir zu erkennen, ein magisches Leuchten wahrzunehmen, eine unbändige Energie zu spüren, und die Gelassenheit, die jene ausstrahlen, die nichts zu verlieren haben, weil sie nichts besitzen müssen. Selbst ihr Leben betrachten sie als Geschenk, einzigartig, wertvoll und unwiederbringlich – wie jeder einzelne Augenblick davon.

Ich weiß nicht, ob du ein Engel bist, aber ich weiß dieses:

Du verleihst dem kollektiven Bewusstsein der Menschheit Tiefgang, denn deine Gedanken bleiben selten an der Oberfläche.

Du bringst das Liebevolle ins kollektive Fühlen der Menschheit, denn nur wer seiner Bedürftigkeit entwachsen ist, vermag wahrhaft und frei zu lieben.

Du trägst ein Licht in dir, das tagsüber ebenso hell erstrahlt, wie es nachts am Sternenhimmel leuchtet, doch nur jene, die mit dem Herzen blicken, vermögen es zu sehen, mitsamt seinem dunklen Kern, der stets daran erinnert, wo du einst warst und das sich nur erheben kann, wer zuerst gefallen ist.

Durch dich wird diese Welt ein Ort der Hoffnung.

Danke, dass es dich gibt.


Bild: KI generiert

DIE KRAFT DER STILLE


Das neue Jahr hat gleich zu Beginn eine äußerst interessante Lektion für mich: Kehlkopfentzündung samt viralem und bakteriellen Infekt = out of Order. Oder anders gesagt: eine Woche des Schweigens, die nun hinter mir liegt – und eine spannende Erfahrung.

Nie zuvor habe ich so lange geschwiegen, weder freiwillig noch unfreiwillig. Geschätzt habe ich in der vergangenen Woche in Summe 100-150 Wörter in der Arztpraxis sowie der Apotheke gekrächzt. Nur das absolut Notwendigste. Darüber hinaus … Stille.

Eine Stille, die sich allmählich auch in meinem Denken ausbreitete – und meinem Körper. Puls 51 – das nenn ich mal Gelassenheit 😉
Kommunikation ist wichtig, aber wie viel Worte braucht es wirklich? Und welche sind es?

Aus meiner „silent bubble“ auf die Welt blickend, fällt mir auf, dass Kommunikation häufig so abläuft: jemand sagt etwas, wirft quasi einen Stein in einen ruhenden See zwischen sich selbst und den anderen. Dieser Stein plumpst ins Wasser, löst dabei Wellen aus, die sich konzentrisch ausbreiteten und alle erreichen rund um den See. Doch bevor noch diese ersten Wellen abgeflaut sind, wird der nächste Stein ins Wasser geworfen, und der nächste … dieser Prozess setzt sich laufend fort, während die ersten Wellen die Ufer erreichen und zurückgeworfen werden, auf die nächsten herannahenden Wellen treffen … alles wird mit allem verwirbelt. Jede Botschaft (bzw. Welle) für sich transportiert eine Botschaft, ein Gefühl, eine Stimmung, die im Wirbel untergeht.

Ein Teil von mir nimmt bereits seit längerem eine Art von „Reizüberflutung“ in der Umwelt wahr, doch erst diese Woche der Stille, meines Schweigens, ließ jenes Bild entstehen. Wir können vielleicht noch die oberflächliche Botschaft hören, aber all das, was die Wellen noch mit sich tragen, bleibt der Wahrnehmung verborgen – dennoch wirkt es auf uns. Unsere Umwelt ist im wahrsten Sinne des Wortes überflutet. Selektiv picken wir für uns heraus was uns wichtig erscheint, während alles andere ungefiltert über uns hinweg rollt.

Eine dramatische Schilderung?

Vielleicht – vielleicht auch nur realistisch.

Unsere Sinne sind so viel feiner, als unser Bewusstsein uns glauben machen will. Seit Jahren steige ich in die U-Bahn nur noch mit Stöpsel in den Ohren und für mich positiver Musik ein, dennoch fühle ich mich selten wohl darin, spüre Anspannung, etwas, das mich bedrückt … die Wellen der anderen branden gegen mein Ufer, ob ich will oder nicht.

Was ich hier bildlich-naiv beschreibe, lässt sich wissenschaftlich-fundiert belegen. Doch auch ohne harte Fakten, die meisten von uns kennen das Gefühl, inmitten von Menschen zu sein, die uns runterziehen, ohne dass sie direkt etwas gegen uns tun. Oder das gegenteilige Gefühl, durch eine Gruppe getragen, inspiriert und motiviert zu werden. Keiner von uns ist immun gegen das, was die Wellen mit sich transportieren.

Durch meine Woche des Schweigens bin ich (hoffentlich langanhaltend) noch achtsamer geworden für das, was ich aussende, in Worten ebenso wie in Gedanken. Letztere können wir zwar nicht hören (und wer’s dennoch glaubt, sollte vielleicht ein paar ernsthafte Gespräche führen), aber wir können die Stimmung dahinter spüren – bewusst oder unbewusst.

Braucht es tatsächlich die Sintflut an Worten und Botschaften? Oder ist weniger mehr? Abseits vom Highway der Kommunikation liegt die Oase der Stille, ein Ort der Kraft, den zu entdecken sich lohnt.

Das heutige Beitragsbild wurde von der WP-KI generiert … sehr stimmig, wie ich finde, und sehr ruhig.

ERFOLGREICHER START INS NEUE JAHR


Das Jahr 2025 zählt erst wenige Tage, doch ich darf für mich bereits mein erstes Ziel als erfolgreich abgeschlossen verbuchen: die Ausbildung zur zertifizierten Resilienz-Trainerin. Aus diesem Anlass habe ich den dicken blauen Ordner (den mit dem 8-cm-Rücken) zur Hand genommen und darin geblättert. In diesem Ordner liegen (fast) alle Urkunden, Diplome und Zertifikate, die ich mir nach meinem Schulabschluss erarbeitet habe. Dazu gehören:

• Systemische Trainerin und Coach
• Trainerin für Sozialkompetenz
• European Communication Certificate ® (Trainerin, Beurteilerin und Auditorin)
• Train the Trainer für erlebnisorientiertes Lernen
• Gender Mainstreaming und Diversity Management (mehrfach)
• ECDL, EBCL A+B, IPMA-Zertifikate

Das ist nur ein Teil, der sich in diesem Ordner findet. „Kleinigkeiten“ wie Seminare oder Workshops ergänzen das Portofolio. Ebenso ein paar hundert (keine Übertreibung) Bücher und tausende Stunden an Gesprächen, Reflexionen, Supervision, Therapie … und nun eben auch Resilienz-Training.

Wozu erzähle ich das heute? Um mein Ego zu streicheln? Nein, mir geht’s um drei Punkte.

Erstens stamme ich aus einem bildungsfernen Umfeld. Meine Eltern hatten Pflichtschulabschluss. Fachbücher gab es bei uns nicht. Weiterbildung war kein Thema. Das ich immerhin 11 (statt der 9 verpflichtenden) Jahre Schulbildung absolvieren durfte, war schon eher die Ausnahme in jener Zeit und meinem familiären Umfeld. Doch mein Wissensdurst war stärker als die Hürden, die mir (ohne böse Absicht) in den Weg gelegt wurden. Ich wurde zu einer, für die „lebenslanges Lernen“ kein hohler Slogan bleibt, sondern die das auch lebt, und zwar in unterschiedlichen Themenbereichen. Ob es nun (wie oberhalb ersichtlich) um Persönlichkeitsentwicklung geht, oder um Digitalisierung, Leadership, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Gesundheitsförderung … meine Themen sind vielfältig und führen in gewisser Weise zum zweiten Punkt. Aber zuerst noch meine Botschaft an alle da draußen:

Lernen hat kein Ablaufdatum. Die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns ermöglicht Lernen de facto bis zum letzten Atemzug. Vielleicht hattest du (so wie ich) nicht die optimalen Startbedingungen, aber das ist kein Grund, dich zu einem späteren Zeitpunkt davon abhalten zu lassen, dich in jenen Bereichen zu bilden, die dich interessieren und für dich wichtig sind. Heute ist es wesentlich leichter geworden als noch vor 30 Jahren. Dank Internet & Co stehen die Lernwelten heute allen offen. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, eher Mist, aber das Eine vom Anderen zu unterscheiden ist letztendlich auch ein Lernprozess.

Mein zweiter Punkt schmunzelt darüber, dass eine Menge von dem, dass ich bereits gelernt und verinnerlicht hatte, sich im Resilienz-Training wiederfand. Vielleicht etwas anders strukturiert und mit einem neuen Fokus, dennoch durfte ich einiges (wieder)entdecken und manches erstmals entdecken. Eine Lektion, für die ich zutiefst dankbar bin, wirkt sie doch jener Hybris (ich weiß eh schon alles) entgegen, vor der kein Mensch gefeit ist. Eine Portion Erdung ab und an hilft gegen „abgehobene Ansichten“. Ich weiß einiges und kann so manches, aber es gibt noch so viel zu lernen … und das ist gut so. Wie langweilig wäre mein Leben, gäbe es nichts mehr zu entdecken.

Apropos entdecken: Im Zuge der Ausbildung gewann ich neue Einsichten zu JAN/A und warum diese Geschichte (oder der Schreibprozess) mich von der emotionalen Achterbahn holen und nachhaltig stabil in meinem Leben verankern konnte. Dazu werde ich in den kommenden Monaten – parallel zu meinem neuen Buchprojekt – mehr berichten.

Damit komme ich zum dritten Punkt: mein neues Buchprojekt. Es wird … alles andere als alltäglich. Die Aufgabe, der ich mich dabei stelle, zieht mich magnetisch an. Gleichzeitig habe ich eine gehörige Portion Respekt davor und frage bin, ob ich dem gewachsen bin. Es ist eine Frage des Kopfes, das Bauchgefühl hat längst geantwortet. Deshalb gilt es meinem Kopf nochmals bewusst zu machen, was ich bereits alles geschafft habe (siehe Auflistung oberhalb). Mehr noch. Ich habe 8 [nicht] ganz alltägliche Bücher veröffentlich. Jedes einzelne davon 100% Lesley, unverwechselbar, einzigartig wie ich selbst (und jeder Mensch generell). Zwei dieser Bücher haben bis dato mehr als 3.300 Euro an Reinerlös (=Spende) für die Bergrettung eingebracht. Ich bin Marathon gelaufen und barfuß über glühende Kohlen gewandelt. Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe und an denen ich gewachsen bin.

Nun stelle ich mich der Herausforderung, ein Buch zu schreiben, das – wie kein anderes von mir – das Ziel hat, seinen Leserinnen und Lesern Impulse zu geben, vielleicht sogar … Leben zu retten?

Ein hochgestecktes Ziel, eine enorme Herausforderung, eine Aufgabe, der ich mich nicht entziehen kann und will, denn es macht Sinn. All das, was ich in meiner Vergangenheit er- und durchleben durfte/musste, wird transzendiert. Bildlich gesprochen: aus dem Misthaufen wird jener Dünger, der die Rose prächtig erblühen lässt … und genau darum geht es in meinem neuen Buchprojekt. Mehr dazu demnächst.

Ach ja, da ist auch noch ein vierter Punkt (oder besser: ein Neujahrsvorsatz). Erfolge feiern! Da darf ich noch dazulernen 😉