Das Jahr 2025 zählt erst wenige Tage, doch ich darf für mich bereits mein erstes Ziel als erfolgreich abgeschlossen verbuchen: die Ausbildung zur zertifizierten Resilienz-Trainerin. Aus diesem Anlass habe ich den dicken blauen Ordner (den mit dem 8-cm-Rücken) zur Hand genommen und darin geblättert. In diesem Ordner liegen (fast) alle Urkunden, Diplome und Zertifikate, die ich mir nach meinem Schulabschluss erarbeitet habe. Dazu gehören:
• Systemische Trainerin und Coach
• Trainerin für Sozialkompetenz
• European Communication Certificate ® (Trainerin, Beurteilerin und Auditorin)
• Train the Trainer für erlebnisorientiertes Lernen
• Gender Mainstreaming und Diversity Management (mehrfach)
• ECDL, EBCL A+B, IPMA-Zertifikate
Das ist nur ein Teil, der sich in diesem Ordner findet. „Kleinigkeiten“ wie Seminare oder Workshops ergänzen das Portofolio. Ebenso ein paar hundert (keine Übertreibung) Bücher und tausende Stunden an Gesprächen, Reflexionen, Supervision, Therapie … und nun eben auch Resilienz-Training.
Wozu erzähle ich das heute? Um mein Ego zu streicheln? Nein, mir geht’s um drei Punkte.
Erstens stamme ich aus einem bildungsfernen Umfeld. Meine Eltern hatten Pflichtschulabschluss. Fachbücher gab es bei uns nicht. Weiterbildung war kein Thema. Das ich immerhin 11 (statt der 9 verpflichtenden) Jahre Schulbildung absolvieren durfte, war schon eher die Ausnahme in jener Zeit und meinem familiären Umfeld. Doch mein Wissensdurst war stärker als die Hürden, die mir (ohne böse Absicht) in den Weg gelegt wurden. Ich wurde zu einer, für die „lebenslanges Lernen“ kein hohler Slogan bleibt, sondern die das auch lebt, und zwar in unterschiedlichen Themenbereichen. Ob es nun (wie oberhalb ersichtlich) um Persönlichkeitsentwicklung geht, oder um Digitalisierung, Leadership, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Gesundheitsförderung … meine Themen sind vielfältig und führen in gewisser Weise zum zweiten Punkt. Aber zuerst noch meine Botschaft an alle da draußen:
Lernen hat kein Ablaufdatum. Die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns ermöglicht Lernen de facto bis zum letzten Atemzug. Vielleicht hattest du (so wie ich) nicht die optimalen Startbedingungen, aber das ist kein Grund, dich zu einem späteren Zeitpunkt davon abhalten zu lassen, dich in jenen Bereichen zu bilden, die dich interessieren und für dich wichtig sind. Heute ist es wesentlich leichter geworden als noch vor 30 Jahren. Dank Internet & Co stehen die Lernwelten heute allen offen. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, eher Mist, aber das Eine vom Anderen zu unterscheiden ist letztendlich auch ein Lernprozess.
Mein zweiter Punkt schmunzelt darüber, dass eine Menge von dem, dass ich bereits gelernt und verinnerlicht hatte, sich im Resilienz-Training wiederfand. Vielleicht etwas anders strukturiert und mit einem neuen Fokus, dennoch durfte ich einiges (wieder)entdecken und manches erstmals entdecken. Eine Lektion, für die ich zutiefst dankbar bin, wirkt sie doch jener Hybris (ich weiß eh schon alles) entgegen, vor der kein Mensch gefeit ist. Eine Portion Erdung ab und an hilft gegen „abgehobene Ansichten“. Ich weiß einiges und kann so manches, aber es gibt noch so viel zu lernen … und das ist gut so. Wie langweilig wäre mein Leben, gäbe es nichts mehr zu entdecken.
Apropos entdecken: Im Zuge der Ausbildung gewann ich neue Einsichten zu JAN/A und warum diese Geschichte (oder der Schreibprozess) mich von der emotionalen Achterbahn holen und nachhaltig stabil in meinem Leben verankern konnte. Dazu werde ich in den kommenden Monaten – parallel zu meinem neuen Buchprojekt – mehr berichten.
Damit komme ich zum dritten Punkt: mein neues Buchprojekt. Es wird … alles andere als alltäglich. Die Aufgabe, der ich mich dabei stelle, zieht mich magnetisch an. Gleichzeitig habe ich eine gehörige Portion Respekt davor und frage bin, ob ich dem gewachsen bin. Es ist eine Frage des Kopfes, das Bauchgefühl hat längst geantwortet. Deshalb gilt es meinem Kopf nochmals bewusst zu machen, was ich bereits alles geschafft habe (siehe Auflistung oberhalb). Mehr noch. Ich habe 8 [nicht] ganz alltägliche Bücher veröffentlich. Jedes einzelne davon 100% Lesley, unverwechselbar, einzigartig wie ich selbst (und jeder Mensch generell). Zwei dieser Bücher haben bis dato mehr als 3.300 Euro an Reinerlös (=Spende) für die Bergrettung eingebracht. Ich bin Marathon gelaufen und barfuß über glühende Kohlen gewandelt. Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe und an denen ich gewachsen bin.
Nun stelle ich mich der Herausforderung, ein Buch zu schreiben, das – wie kein anderes von mir – das Ziel hat, seinen Leserinnen und Lesern Impulse zu geben, vielleicht sogar … Leben zu retten?
Ein hochgestecktes Ziel, eine enorme Herausforderung, eine Aufgabe, der ich mich nicht entziehen kann und will, denn es macht Sinn. All das, was ich in meiner Vergangenheit er- und durchleben durfte/musste, wird transzendiert. Bildlich gesprochen: aus dem Misthaufen wird jener Dünger, der die Rose prächtig erblühen lässt … und genau darum geht es in meinem neuen Buchprojekt. Mehr dazu demnächst.
Ach ja, da ist auch noch ein vierter Punkt (oder besser: ein Neujahrsvorsatz). Erfolge feiern! Da darf ich noch dazulernen 😉