DIE ENERGIE DES PHÖNIX


Seit Tagen beschäftigt mich die Frage (auf eine spezifische Situation bezogen, die ich hier nicht schildern werde, weil es für das weitere Verständnis unerheblich ist), warum mir Veränderung so leichtfällt und anderen nicht. Was unterscheidet mich von den anderen? Was unterscheidet mich von meinem Vergangenheits-Ich, welches auch nicht gerade Veränderungs-affin war?

Heute schnappte ich in einem Radio-Interview eine Aussage auf, die genau jene Antwort liefert, die ich suchte. Sinngemäß lautet diese

„Ich bin bei mir selbst angekommen. Gleichzeitig bin ich in einem permanenten Lern- und Entwicklungsprozess.“

Veränderung, Wandel, Transformation … die Energie des Phönix. Loslassen und etwas Neues beginnen. Das Vergangene wertschätzen, aber nicht daran anhaften. Dort bin ich angekommen, an einem Punkt, der sich konstant vorwärts bewegt. Ein stabiler Kern in einer dynamischen Matrix. Jede Erfahrung macht mich reicher – auch an Möglichkeiten. Dem Drama (es kann nur diese eine Lösung geben oder keine) entwachsen, die Vielfalt an Wegen umarmend.

Ja, ich bin hoch adaptiv, passe mich an, um gut durch die Stürme des Lebens zu kommen. Lerne, weil es mir Freude bereitet, das was ich tue, jeden Tag ein wenig besser zu machen. Nicht, weil ich glaube, es war vorher nicht gut genug, sondern weil ich mich an der Schönheit erfreue, die in einem komplizierten Strickmuster, einer tiefgründigen Formulierung oder einem elegant angesetzten Schwung auf einem Steilhang erkennbar wird – für mich. Für manche Menschen sind Excel-Tabellen das pure Grauen, für mich sind sie ein Instrument, um ein komplexes Gefüge zu erschaffen, das auf effiziente Weise wichtiges mit harmonischem verbindet.

Ja, ich bin anders – und mir wird mehr und mehr bewusst, WIE anders ich bin. Mein Anders-sein ist für mich derart normal geworden, dass ich darüber vergesse, dass „meine Normalität“ nicht ganz alltäglich (im Sinne von durchschnittlich) und für andere mitunter nur schwer nachzuvollziehen ist. Menschen neigen dazu, dass, was sie nicht verstehen, abzulehnen. Eine Erfahrung, die mir sehr vertraut ist, und die sich auch in der Gegenwart wiederholt.

Früher konnte ich diese Form der Ablehnung nur ganz schlecht aushalten, begann stattdessen damit, das zu unterdrücken, was für andere „schwierig“ war. In der Schule hoch ich nicht den Arm, auch wenn ich die Antwort kannte, denn sie nannten mich „Streberin“. Also verbarg ich mein Wissen und mein Können, weit über die Schule hinaus.

Heute lebe ich mein Potenzial voll aus, mit spielerischer Leichtigkeit und grenzenloser Neugier mich laufend neuen Herausforderungen zu stellen. Es macht einfach Spaß! Manchmal werde ich deswegen „angefeindet“, treffe auf Ablehnung, hinter der sich alles verbergen kann, von Unsicherheit über Neid bis hin zu Angst. Kann ich daran etwas ändern? Ist es überhaupt meine Aufgabe, daran etwas zu ändern? Oder ist es meine Aufgabe, die bestmögliche Version meiner selbst zu werden – unabhängig davon, ob andere damit klarkommen.

Vielleicht prüft das Leben auch nur gerade, ob es mir tatsächlich ernst damit ist, mich voll und ganz anzunehmen, jeden Hauch von Ablehnung in mir zu eliminieren. Ist das Außen ein Spiegel der Gegenwart? Oder ein Echo aus der Vergangenheit, das mir bewusst machen will, wo ich einst stand und wo ich heute bin, welche Veränderung ich vollzogen habe. Ein weiterer Meilenstein auf meiner Reise mit der Energie des Phönix.

Bild: KI-generiert

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