2025 war ein außergewöhnliches Jahr. Ein Jahr der Veränderungen, die wie aus dem Nichts kamen. Ein Jahr der Umbrüche, der Zusammenbrüche, der Herausforderungen. Manche sagen, 2025 brachte kaum etwas Gutes. Dem widerspreche ich.
Zum einen liegt es stets an uns, was wir aus Veränderungen, Umbrüchen & Co machen. Ich für meinen Teil durfte so einiges Loslassen, weshalb es für mich auch ein Jahr des Loslassens war. Zum anderen gab es tatsächlich positive Überraschungen.
Wenn ich zurückblicke, was nehme ich mir aus 2025 mit?
Eine für mich neue, klare Linie, wie ich mit narzisstischem Verhalten umgehe. Meine Toleranzgrenze, was ich „ausgleichen“ möchte, hat sich deutlich Richtung „weniger“ verschoben. Das mag auf manche hart, kalt oder überheblich wirken, ist aber tatsächlich konsequenter Selbstschutz im Sinne von „Nicht mit mir!“
Vertieftes Verständnis für einiges, das in meinem Vergangenheit geschehen ist. Manche Narben, die nach Jahrzehnten endlich verblassen dürfen.
Meine Belastbarkeitsgrenze hat sich nach oben verschoben – was ich mit gebührender Skepsis betrachte. Es mag cool klingen, noch mehr leisten zu können, aber ist es das auch? Wohin führt dieses „mehr und immer mehr“? Alles hat seine Grenzen. Manche Grenzen sollten nicht verschoben, sondern respektiert werden. Beinahe hätte ich mich selbst verloren in dem Bestreben, „es hinzubekommen“. Doch der Preis, nur noch eine Facette meiner Selbst zu sein, meine Vielfältigkeit zu unterdrücken, wiegt schwer, belastend, für Psyche und Gesundheit.
Zu den intensivsten Erfahrungen zählt auch das (mehrfache) Loslassen in Liebe. Nichts zu tun, nicht festzuhalten, nicht zu retten, wenn ein Mensch, der dir nahesteht, einen Kurs Richtung Abgrund einschlägt. Wenn ein Opfer zum Täter zurückkehrt und das Drama in die nächste Runde geht – es zulassen. Warum? Weil es wichtig ist. Weil ich solche Situationen selbst durchlebt habe und heute dankbar dafür bin, dass mich niemand aufgehalten hat und ich im Laufe der Zeit die Kraft in mir entwickeln konnte, mich selbst zu retten. Ich versuchte Menschen dazu zu bringen, „mich zu retten“, mich zu versorgen … wäre es geglückt (und zum Glück ist es das nicht), wer weiß, ob ich jemals von diesem „Tropf“ losgekommen wäre.
Warum soll man stark werden, wenn es andere für einen sind? Warum soll man seine Probleme lösen, wenn andere diese zu ihren machen?
Meine persönlichen Erfahrungen haben mich gelehrt, loszulassen und anderen die Freiheit zu geben, ihre eigenen Erfahrungen zu machen, selbst stark zu werden… auch wenn es nicht immer leichtfällt, danebenzustehen und zuzusehen.
Jeder Mensch hat die Chance verdient, innerlich frei zu werden. Diese Freiheit kann niemand anderen geben, jeder kann sie nur für sich selbst in sich finden.
Was nehme ich mir für 2026 vor?
Vor kurzem las ich einen sehr berührenden Text über Liebe und wie sie in einer Beziehung die Freiheit der Individualität lässt, gleichzeitig Gemeinsamkeiten erschafft. Zwei einzigartige Wesen erlauben einander, gemeinsam etwas Neues, ebenso einzigartiges zu werden. Das hat mich tief berührt. Die Vision von „gemeinsam frei“ trage ich seit längerem in mir – auch wenn ich bis dato niemanden gefunden haben, der sie mit mir teilt. Vielleicht ist es an der Zeit, meine Vision ins Universum hinauszusenden. Nach der Trennung 2020 habe ich mir vorgenommen, zuerst herauszufinden, wer ich bin und wie ich leben will, bevor ich mich wieder auf eine Beziehung einlasse. Die Antworten auf diese Fragen habe ich nun.
Ruhe und Gelassenheit … mein JAN/A-Mantra, auch etwas, dass gerne noch stärker in mir verankert werden darf. Nachdem ich heuer als Autorin kaum etwas geschrieben habe (weil anderes im Vordergrund stand), wird es Zeit, wieder aktiver zu werden.
Auf einem T-Shirt habe ich folgenden Spruch entdeckt: „Soul of a phoenix, heart of a dragon“ … die perfekte Beschreibung für mich. Der Phönix ist mein Symbol des Wandels, der Transformation und Erneuerung; der Drache steht für Stärke, Mut, Schutz und eine Portion Starrsinn/Konsequenz. 2026 wird mein Phönix/Drache-Jahr … eigentlich ist seit 2018 jedes Jahr mein Phönix/Drache-Jahr, aber manchmal vergesse ich darauf (so wie 2025). Deshalb braucht es wohl eine kleine Erinnerung an mich selbst … und damit wäre ich schon mit einem Fuß dort, wo ich hinwill: im augenzwinkernden Humor, in der Leichtigkeit und im Urvertrauen.
Was auch immer 2026 bringen wird, ich bin überzeugt, am Ende werde ich (vielleicht wieder auf einem Berg sitzen) und mir Gedanken darüber machen, was ich mitnehme und was ich mir vornehme. Ob in Freiheit allein oder in Freiheit gemeinsam – das wird sich zeigen.
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