DAS IST NICHT LUSTIG

In einem Raum sitzt eine Gruppe Menschen. Beruflicher Kontext. Es wird über ein Video-Meeting gesprochen, dass wenige Tage zuvor eskaliert ist. Aus dieser Runde ist nur ein Teil anwesend. Jemand sagt, Person X sei dennoch erstaunlich ruhig geblieben. Antwort von anderer Seite: „So weit wir es am Bildschirm gesehen haben. Unterhalb hat X sich wahrscheinlich blutig gekratzt.“ Die anderen lachen. In diesem Moment denke ich nur eines:

STOPP

Als Eine, die Selbstverletzung in dieser Form praktiziert hat, bin ich entsetzt. Wie kann man darüber Witze machen? Daran ist absolut NICHTS lustig!

Nicht Wut ist der Auslöser, sondern unendlicher Seelenschmerz, Verzweiflung, Überlastung, Überforderung, negative Gefühle – ins unerträgliche gesteigert, bis nur noch ein Ventil bleibt … und der Druck unmittelbar nachlässt, die Regulation der Emotionen einsetzt. Vorübergehend. Mit dem Nebeneffekt: Der Körper gewöhnt sich rasch daran. Sehr rasch. Beim nächsten Anlass stellt sich das Verlangen nach neuerlicher Selbstverletzung ein. Ein Teufelskreislauf. Eine Sucht.

Es gibt Auswege. Dennoch … die Erinnerungen bleiben im Gedächtnis. Lange. Sehr lange. Ein makaberer Scherz wie jener eingangs erwähnte, holt die Erinnerungen aus den Tiefen zurück ins Tagesbewusstsein. Tief durchatmen. Fokussieren – aufs hier und jetzt.

Tage sind seither vergangen. Es beschäftigt mich noch immer. Warum? Weil ich es nicht lustig finde. Weil ich nicht verstehe, wie jemand darüber lachen kann. Weil es mich betroffen macht. Weil ich einen Appell an „unwissende Menschen“ richte möchte, achtsamer ihre Worte zu wählen, respektvoll zu bleiben. Weil emotionale Selbstregulation und Balance manchmal fragil sein kann wie ein Wassertropfen, der an einem seidenen Faden hängt.

Weil Selbstverletzung niemals lustig ist.  

Bild: pixabay.com

DIE STILLE IN MIR

Als Kind bewunderte ich jene Filmhelden (zu jener Zeit waren es überwiegend Männer, Frauen wurde die Heldinnenrolle damals noch nicht zugestanden), die inmitten einer chaotischen, gefährlichen, aufgeladenen Situation ihre stoische Ruhe behielten, schweigend ihr Gegenüber musterten, unerschrocken, kraftvoll – und mit einem einzigen Satz alles sagten. Ich fragte mich, wie schaffen sie das? Schon klar, das waren Schauspieler in ihrer Rolle, dennoch – da war eine Präsenz spürbar, eine Präsenz, die ich erreichen wollte …

Lange Zeit fühlte ich Leere in mir. Heute ist es Stille. Diese Stille ist alles andere als leer. In mir ist jede Menge, ganz besonders Gelassenheit. Früher füllte sich die scheinbare Leere mit Resonanz zu dem, was um mich war – und das war nicht immer konstruktiv und lebensbejahend. Nun gleicht meine Stille einem ruhenden See, der alles sein kann, aber nichts sein muss. In meiner Stille (oder Gelassenheit) verharrend, nehme ich das rundum mich war, doch ich entscheide, ob mich reinziehen lasse (in das „Drama“ anderer) oder nicht. Ich habe die Präsenz in mir gefunden, selbst zu entscheiden. Kein Echo, keine Spielfigur – einfach ich.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich wieder intensiver mit Themen wie Meta-Kognition, Selbstregulation, Wahrnehmung und Realität. Es gab einiges zu verarbeiten, es gilt einiges zu entscheiden. Wohin soll meine Reise gehen? Bildlich gesprochen durchlebe ich einen weiteren „Häutungsprozess“, lege eine Hülle ab, der ich entwachsen bin.

Transformation – in deren Zentrum Stille wirkt. Präsenz.

Was auch immer 2026 bringen wird, dieses Jahr startet für mich kraftvoll und gleichzeitig unspektakulär. Meine Veränderung wird weder durch hektisches Tun noch äußere Notwendigkeit oder sehnsuchtsvolles Verlangen angetrieben. Es ist Stille. Gewissheit, dass das Unvermeidliche geschehen wird, ob ich nun in Unruhe verfalle oder in Gelassenheit verweile. All die vielfältigen Facetten des Hier und Jetzt, die Tiefe eines bewussten Augenblicks, kein Denken, nur Wahrnehmen – was rundum ist und die Stille in mir.

Bild: pixabay.com

DIE STILLE IN MIR

Als Kind bewunderte ich jene Filmhelden (zu jener Zeit waren es überwiegend Männer, Frauen wurde die Heldinnenrolle damals noch nicht zugestanden), die inmitten einer chaotischen, gefährlichen, aufgeladenen Situation ihre stoische Ruhe behielten, schweigend ihr Gegenüber musterten, unerschrocken, kraftvoll – und mit einem einzigen Satz alles sagten. Ich fragte mich, wie schaffen sie das? Schon klar, das waren Schauspieler in ihrer Rolle, dennoch – da war eine Präsenz spürbar, eine Präsenz, die ich erreichen wollte …

Lange Zeit fühlte ich Leere in mir. Heute ist es Stille. Diese Stille ist alles andere als leer. In mir ist jede Menge, ganz besonders Gelassenheit. Früher füllte sich die scheinbare Leere mit Resonanz zu dem, was um mich war – und das war nicht immer konstruktiv und lebensbejahend. Nun gleicht meine Stille einem ruhenden See, der alles sein kann, aber nichts sein muss. In meiner Stille (oder Gelassenheit) verharrend, nehme ich das rundum mich war, doch ich entscheide, ob mich reinziehen lasse (in das „Drama“ anderer) oder nicht. Ich habe die Präsenz in mir gefunden, selbst zu entscheiden. Kein Echo, keine Spielfigur – einfach ich.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich wieder intensiver mit Themen wie Meta-Kognition, Selbstregulation, Wahrnehmung und Realität. Es gab einiges zu verarbeiten, es gilt einiges zu entscheiden. Wohin soll meine Reise gehen? Bildlich gesprochen durchlebe ich einen weiteren „Häutungsprozess“, lege eine Hülle ab, der ich entwachsen bin.

Transformation – in deren Zentrum Stille wirkt. Präsenz.

Was auch immer 2026 bringen wird, dieses Jahr startet für mich kraftvoll und gleichzeitig unspektakulär. Meine Veränderung wird weder durch hektisches Tun noch äußere Notwendigkeit oder sehnsuchtsvolles Verlangen angetrieben. Es ist Stille. Gewissheit, dass das Unvermeidliche geschehen wird, ob ich nun in Unruhe verfalle oder in Gelassenheit verweile. All die vielfältigen Facetten des Hier und Jetzt, die Tiefe eines bewussten Augenblicks, kein Denken, nur Wahrnehmen – was rundum ist und die Stille in mir.

Bild: pixabay.com