EIN WORT ZUM WELTFRAUENTAG

Vor wenigen Tagen saß ich in einem Video-Meeting mit einer Runde Frauen, keine Männer. Worüber gesprochen wurde ist nebensächlich. Was mich schwer irritiert hat und immer noch nachwirkt: Sprachen diese Frauen über sich, verwendeten sie ausschließlich (und ich habe genau aufgepasst) männliche Bezeichnungen.

Die Autorin wurde zum Autor – auch wenn die Person eindeutig weiblich war.

Wer sich dazu berufen fühlt, mag darüber diskutieren, was gegenderte Schreibweisen (AutorInnen, Autor_innen, Autor/innen, Autor*innen…) bewirken oder nicht. Ich für meinen Teil fühle mich nicht zu dieser Diskussion berufen.

Aber ich frage mich, wie können mich andere als das respektieren, was ich bin, wenn ich mich selbst nicht als das respektiere, was ich bin?

Ich bin kein Autor, ich bin eine Autorin.

Ich bin kein Trainer, ich bin eine Trainerin.

Ich bin kein Projektleiter, ich bin eine Projektleiterin.

Ich bin eine Frau – und wenn ich über mich selbst spreche, bringe ich dies in meiner Sprache zum Ausdruck, damit ich gesehen werde als die, die ich bin.

Frauenpower beginnt (für mich) damit, zum eigenen FRAU-sein zu stehen.

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