WAS IST DAS – LIEBE?

„What’s love got to do with it?“ fragte einst Tina Turner. Gefühlt 1000x habe ich mich das auch bereits gefragt: „Was ist das – Liebe?“

Mir begegnete Liebe, die kompromisslos forderte: „Ich liebe dich, solange du tust, was ich für gut befinde.“ Erwiderte Liebe, in dem ich alles tat, was verlangt wurde, mich bedingungslos anpasste, bis ich nicht mehr ich selbst war. In meiner Kindheit traf ich auf Liebe, die so tief unter Leid verschüttet war, das nichts mehr davon an die Oberfläche drang.

Kaum etwas wird derart inflationär kommuniziert und missinterpretiert wie Liebe.

Was ist das – Liebe?

Lausche ich meiner inneren Stimme, ist ihre Antwort diese:

„Zu lieben, bedeutet dich zu sehen, wie du bist. Dich anzunehmen, wie du bist, voll und ganz, bedingungslos, mit allem, was dazu gehört, dem strahlenden Licht ebenso wie den dunklen Schatten. Meine Liebe vermag weder deine seelischen Wunden zu heilen noch die Lücken in deinem Sein zu schließen oder als Krücke zu tragen, was das deine ist. Doch meine Liebe vermag jener Hafen der Geborgenheit zu sein, in dem du Zuflucht finden und deine Segel flicken kannst. Zu lieben bedeutet zu halten ohne zu binden, in Freiheit und voller Vertrauen. Zu lieben bedeutet, deine Grenzen ebenso zu achten wie meine – sie nicht als Zurückweisung zu verstehen, sondern als den Punkt, an dem zwei Welten einander respektvoll begegnen.“

Es gibt Stimmen die sagen, im Laufe der Menschheitsgeschichte hätte sich die Art zu lieben verändert. Ich glaube, was sich verändert hat, sind die Gründe, warum wir Beziehungen eingehen. Wahre Liebe ist und bleibt, was sie ist und war: Ein rares Geschenk, das nicht jedem zu finden vergönnt ist – wie ein vierblättriges Kleeblatt in einer Sommerwiese. Manchmal scheint eins dieser Kleeblätter aus vier Herzen zu bestehen, ganz so, als ob es uns auf seine Weise daran erinnern möchte, was Liebe ist:

„Dein Herz, mein Herz, unser gemeinsames Herz und ein Herz für das, was uns verbindet.“

Bild: pixabay ai-generiert

BRIEF AN MEIN ZUKÜNFTIGES ICH

Liebe Lesley, ich schreibe dir heute diesen Brief, weil etwas besonderes geschehen ist, erstmalig, ich diesen Moment mit dir teilen möchte – und hoffe, es werden noch viele dieser Art folgen.

Vor einigen Tagen offenbarte mir eine Person im beruflichen Kontext, dass ich sie an eine Bekannte erinnere, die ebenfalls Borderlinerin ist. Aber es waren nicht emotionale Instabilität oder die allgemein bekannten Symptome, welche diese Assoziation hervorriefen, sondern mein Streben, Struktur ins Chaos zu bringen, mein „deep dive“ beim Analysieren von Situationen und Problemen sowie meine umfassenden Lösungsansätze, mein hoher Grad an Selbstreflexion, mein „Aushalten“ schwieriger und schwierigster Situationen und dennoch handlungsfähig zu bleiben… kurz gesagt: ich wurde erstmals anhand der Stärken einer Borderline-Persönlichkeit als solche erkannt.

Ein erinnerungswürdiger Moment! Ein Beweis, dass es da draußen auch jene gibt, die sehr wohl auf die Stärken blicken. Ein Beweis, dass ich keine Laune des Schicksals bin, kein Zufall, der Weg von der destruktiven, instabilen Borderline Störung zur konstruktiven, stabilen Borderline Persönlichkeit möglich ist. Ein beruhigender Beweis.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, auf deinem Weg unzählige solcher Momente zu erleben.

Wie jedoch alles im Leben, stellt sich neben dieses strahlende Licht ein dunkler Schatten. Was ich nahezu zeitgleich erlebt habe, wirkt auf mich wie das vollkommene Gegenteil. Meine offene, herzliche, wertschätzende, respektvolle und an Menschen, deren Geschichten, Gedanken und Gefühlen interessierte Art, wurde und wird oftmals missverstanden – insbesondere von Männern, die damit gleichsetzen, ich würde „etwas von ihnen wollen.“ Nicht wirklich neu, dass ist mir auch in der Vergangenheit begegnet, doch es schmerzt mich noch immer, auf DAS reduziert zu werden. Für mich wirft es (neuerlich) die Frage auf, ob ein Rückzug hinter eine dem Zeitgeist entsprechende (oberflächliche, hohle) Maske der bessere Weg wäre? Ob ich nicht wieder die Mauern hochfahren sollte, mich hinter Fassaden verstecken – wie ich es jahrzehntelang getan habe? Wir wissen beide, dass dieser Weg Schutz bietet – und gleichzeitig schmerzhaft ist auf eine Weise, die sich niemand vorstellen kann. Nicht zu sein, wer ich bin – wer du bist – wer wir sind.

Selbstverleugnung, um nicht missverstanden zu werden. Überanpassung. Das kann doch nicht die Lösung sein!

Ich hoffe, in deiner Zukunft gibt es mehr von jenen Menschen, die uns zu schätzen wissen – und weniger von jenen, die das Licht, das wir ausstrahlen, missinterpretieren als Einladung, einfach mal so über jegliche Grenze zu gehen.

Vielleicht wirst du eines Tages an mich zurückdenken und dich fragen, warum ich dies oder jenes getan habe. Warum ich mich punktuell von Menschen zurückgezogen haben, freiwillig an einsame Orte ging, soziale Aktivitäten massiv reduziert habe. Erinnere dich, dass ich all diese Pfade beschritt und was ich dabei erleben durfte. Erinnere dich, dass ich alles andere als einfach war, jene Wunden zu heilen, die entstanden, wenn Menschen mich mieden in der Annahme, ich würde mehr wollen als nur den Austausch von Gedanken, ein wertvolles Gespräch oder einen anderen Blickwinkel auf das Leben zu entdecken. Oder sie schlichtweg Angst vor mir hatten, weil sie intuitiv spürten, dass ich anders war – bin.

Erinnere dich daran, dass es eine Zeit gab, in der die Menschen noch nicht bereit waren für das, was Borderline Persönlichkeiten zu bieten haben, und sie keinen anderen Weg wussten, als uns als krank abzustempeln und zu versuchen, uns so zu machen, wie sie sind – und unzählige von uns daran zerbrachen. Unsere fantastische, multidimensionale Welt voller Emotionen war ihnen fremd, und so lehnten sie diese ab – und uns. Diese Ablehnung hallte in Selbstverletzung und Selbstzerstörung wider.

Erinnere dich auch daran, dass mit der Zeit einzelne umzudenken begannen. Nicht von heute auf morgen, doch allmählich – und es wurden mehr und mehr. Bis zu jenem Tag in der Zukunft, an dem du diesen Brief lesen wirst, lächelnd, denn an diesem Tag wird unsere Welt eine andere sein. Genau deshalb ist es wichtig, dich zu erinnern, wie es war, einst, welchen Weg wir gingen, was daraus entstand.

Starke Wurzeln, liebe Lesley, geben Halt, mag der Boden auch noch so karg sein. Ich wünsche dir, dass du gelernt hast, mit Missinterpretationen und Ablehnung umzugehen OHNE dein Herz und deine Seele zu opfern, ohne Masken oder Mauern. Möge Liebe dein Schutzschild sein. Blicke mit Gelassenheit auf jene, die nicht verstehen können oder wollen, und erkenne sie als Prüfung, auf deinem Weg zu bleiben. So vertraut und verlockend alte Muster auch sind, sie führen nie voran, nur zurück. In meinem Herzen bist du eine Vision, doch für dich bin ich, was hinter dir liegt. Ein kurzer Moment in einer langen Geschichte, an den du dich hoffentlich lächelnd erinnerst, denn es ist auch jener Moment, aus dem du entstanden bist.

Geh deinen Weg, Lesley … B. Strong 😉

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KEIN EINZELFALL

Eigentlich wollte ich über ganz etwas anderes schreiben, bin aber gestern nicht dazu gekommen. Heute ist dann etwas geschehen, dass mich tief berührt hat und das ich hier mit dir teilen möchte.

In einem beruflichen Meeting ergab sich die Situation, dass ich „meinen“ Hintergrund zur Sprache brachte: hochfunktionale Borderlinerin. Für die meisten der Anwesenden keine Neuigkeit, für eine Person jedoch schon. Am Ende des Meetings sprach mich diese Person darauf an, erzählte mir, dass sie auf dem Weg zum Meeting (es fanden bereits mehrere in dieser Zusammensetzung statt) auch an mich gedacht hat. Ich würde sie an eine Freundin erinnern. Sehr strukturiert und Strukturen schaffend, schnell in der Lösungsfindung, hoch kreativ und kommunikativ … und Borderlinerin. Trotz individueller Komplexität ähnliche Ausprägungen in der Persönlichkeit. Welch ein Aha-Moment…

ICH BIN KEIN EINZELFALL!

Dieser Moment, diese Schilderung, bestätigt, was ich seit langem hoffe … ich bin kein Einzelfall, keine Laune des Schicksals, keine Mutation oder glückliche Fügung. Den Weg von der Borderline Störung zur Borderline Persönlichkeit können auch andere schaffen und haben es bereits. Keine graue Theorie, kein Wunschtraum, sondern Fakt.

Auch wenn mein rationaler Verstand das eigentlich weiß, es tut unbeschreiblich gut, es zu erleben – und es bestärkt die Hoffnung in mir, dass dadurch auch andere sich auf den Weg machen. Nicht, weil ICH es geschafft habe, sondern weil es UNS gelungen ist.

Kein Einzelfall zu sein, sondern eine von vielen – beruhigend und motivierend, weiterzumachen, zu erzählen, dass ein Happy End möglich ist.

Das Herz aus Stein im Beitragsbild untermauert für mich die „ewige Gültigkeit“ der Aussage: Du kannst es schaffen!

Danke für diesen wunderbaren Moment.

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DER WEG DES VERTRAUENS

Wie kann ich je wieder vertrauen, wenn mein Vertrauen derart missbraucht wurde, ich verletzt, hintergangen, betrogen, ausgenutzt … wurde?

Diese Frage erblicke ich häufig in den Augen von Menschen. Ausgesprochen wird sie deutlich seltener, dennoch schwebt sie immanent im Raum. Kein Wunder. Wer von uns ist schon frei von dieser Erfahrung? Und dieser Frage?

Was ist das überhaupt – Vertrauen? Manchmal habe ich den Eindruck, Vertrauen wird mit Gutgläubigkeit, Blauäugigkeit oder Naivität gleichgesetzt. Vertrau mir – ja, aber wie?

In meinem Buch „Berggeflüster – aus’m Herzn lebn“ bringe ich mein Verständnis von Vertrauen in einen Satz, der alles umfasst:

„Vertrauen ist, wenn du deine Angst umarmst, dich für ihre Sorge um dich bedankst, und dich entscheidest, deinem Herzen zu folgen, in der Gewissheit, dass – was auch immer kommen wird, es vom Leben für DICH auf DEINEN Weg platziert wurde, damit du ein Stückchen weiterkommst.“

Klingt doch gut. Eine stimmige Theorie, die schnell auf Zustimmung trifft. Die Herausforderung liegt nicht im Verstehen oder Akzeptieren, sondern in der Umsetzung im täglichen Leben. Angst heißt der Gegenspieler von Vertrauen. Angst entsteht zumeist aus schmerzhaften Erfahrungen heraus, verbindet uns unmittelbar und intensiv mit unserer Vergangenheit, verschleiert den Blick auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt, baut Hürden auf dem Weg in die Zukunft. Noch mehr Theorie, die du vermutlich bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen hast.

Einerseits ist es wichtig, sich der Vergangenheit bewusst zu sein, um daraus zu lernen – andererseits führt eine Fokussierung auf das Vergangene dazu, dass es sich in der Gegenwart wiederholt. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das verstärken wir. In etwas andere Worte gekleidet: Konzentration führt zum Erfolg – in diesem Fall dazu, das Vergangene neuerlich (vielleicht in leicht abgewandelter Form) zu durchleben. Einer der Gründe, warum manche Menschen immer und immer wieder ihre Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Tage, Jobs oder Beziehungen haben. Die Angst vor einer Wiederholung führt zur Wiederholung. Verdrängung ins Dunkel des Vergessens öffnet ebenso Tür und Tor für Wiederholung, weil ja nichts daraus gelernt wurde.

Es ist … kompliziert.

Auf den ersten Blick. Tatsächlich ist es erstaunlich einfach. Arbeit Ja, aber keine, die sich nicht mit konsequentem Training zu einer gelebten Routine entwickeln lässt. Simpel und einfach: es geht um Abgrenzung und selbstbesteuerten Perspektivenwechsel.

Ein Beispiel: ein Mensch betritt die Bühne meines Lebens (egal, in welcher Rolle: Kollegen am Arbeitsplatz, Freundin in der Freizeit, potenzieller Partner …). Gebranntes Kind scheut das Feuer. Will ich Nähe zulassen? Noch hinter den Mauern meiner emotionalen Firewall abwartend öffne ich die Schubladen meiner Vergangenheit, vergleiche das Vergangene mit dem Gegenwärtigen, spekuliere über das Kommende, durchlebe alten Schmerz, höre die besorgte/mahnende Stimme meiner Angst, frage mich, ob es wieder so sein wird … worauf richtet sich mein Fokus? Auf das Wunderbare, das möglich sein kann – oder auf das Schmerzhafte, das hinter mir liegt? Was verstärke ich? Was strahle ich auch? Was ziehe ich an? Stichwort: Self fullfilling prophecy, Law of Attraction …

Dem Weg des Vertrauens zu folgen, bedeutet die Kunst der Abgrenzung zu erlernen.

Zurück zum Beispiel: ich blicke BEWUSST zurück, als würde ich in einem alten Fotoalbum blättern, höre die Gespräche von damals, erinnere mich an meine Gefühle, mache mir BEWUSST, dass all das weit in der Vergangenheit liegt, ich meinen Weg weitergegangen bin, mich weiterentwickelt habe, heute eine andere Person bin. Ich erschaffe eine imaginäre, dennoch gültige Grenze, die es mir erlaubt, wahrzunehmen, ohne mich hineinziehen zu lassen. Solange es keine Zeitreisemaschinen gibt (vermutlich also nie), kann niemand von uns in die Vergangenheit zurückkehren, ABER wir können in unserem Denken und Fühlen das Vergangene in unsere Gegenwart holen – zumeist tun wir das unbewusst. Erstes Symptom: Angst vor Wiederholung. In gewisser Weise eine irrationale Angst, denn das Leben ist viel zu komplex, die Menschen allzu unterschiedlich, als das eine exakte Wiederholung überhaupt möglich wäre. Kein Tag gleicht präzise dem anderen. Mitunter sind es nur Nuancen, die abweichen, dennoch existiert ein Unterschied. Ich könnte jeden Tag den selben Song singen, aber keine zwei Aufzeichnungen würden sich gleich anhören. Wie kann ich mit Mensch A dasselbe durchleben wie mit Mensch B? Faktisch unmöglich. Aber wir sind nun einmal nicht nur faktisch denkende, sondern auch irrational fühlende Wesen. Werden wir von Angst bestimmt, erheben sich unsere individuellen Horrorszenarien aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins und wir erschaffen, was wir nie wieder durchleben wollten.

Meine Strategie: der bewusste Blick auf das Vergangene, aber nicht nur auf das, was im Außen war, sondern ganz besonders auf das, was in mir war. Was hat mich bestimmt? Welche Erwartungen, Glaubenssätze, Ängste? Was habe ich damals beigetragen? Selbstreflexion! … und bewusste Integration von dem, was ich aus der Vergangenheit als Lernerfahrung mitnehmen will. Hierfür öffne ich temporär in der imaginären, dennoch gültigen Grenze einen Durchgang für meinen „Erfahrungsschatz“.

„Lernen aus dem, was war, um das, was ist, als das, was es ist, anzunehmen und mitzugestalten, was es werden kann.

Ein Satz, der alles sagt – und der zu Kontemplation einlädt😉

Die Kunst der Abgrenzung geht Hand in Hand mit Achtsamkeit, Akzeptanz, selbstbestimmten Entscheidungen – und Lösungsorientierung. Anstatt den Fokus auf das, was ich vermeiden will (das Problem) zu lenken, richte ich ihn auf das, was ich in mein Leben ziehen möchte (die Lösung).

Sollte sich an dieser Stelle bei dir der kritische Verstand melden im Sinne von „Ja, alles gut und schön und stimmt vermutlich auch, aber in meinem Fall und in dieser speziellen Situation ist das ganz anders und …“ diesen und ähnliche Sätze habe ich einst katapultartig jenen Menschen entgegengeschleudert, die mir meinen Einfluss auf mein eigenes (Er)Leben vor Augen führten. Heute sage ich: Ja, sie hatten recht – wie ich im Laufe der Jahre erkennen durfte. Zu jener Zeit war ich noch nicht so weit, auf dem Weg des Vertrauens zu wandeln, beherrschte die Kunst der Abgrenzung noch nicht, klammerte mich an meine Vergangenheit aus der Angst heraus, ohne diese nichts mehr zu sein – und verbaute mir selbst den Weg, im Hier und Jetzt ICH zu sein.

Heute besteht mein „Schutzschild“ aus Lebensfreude und der Liebe (zum Leben, zu Menschen, zu mir selbst) die ich ausstrahle, und die so manche fluchtartig das Weite suchen lässt, wie Knoblauch (Energie)Vampire vertreibt. Achtsam wandle ich bewusst auf dem Weg des Vertrauens, anerkenne und reflektiere meine Vergangenheit (und alles, wirklich alles, was dazugehört) voller Dankbarkeit, in dem Wissen, dass es mich zu jener werden ließ, die ich heute bin: Eine, die Worte wie diese findet, um Menschen wie dich zu inspirieren und zu ermutigen, deinen Weg des Vertrauens zu gehen.

Bild: pixabay.com

START IN MEIN NEUES LEBEN(SJAHR)

Heute beginnt ein neues Lebensjahr für mich. Ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken auf das vergangene Jahr, um daraus zu lernen und es im kommenden besser zu machen … theoretisch 😉

Mein Rückblick beginnt mit der Verwunderung darüber, was mir die Word-KI so alles vorschlägt: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten zum 50. Geburtstag deiner Mutter. Ein klarer Beweis: KI ist nicht allwissend. An dieser Stelle ein Bekenntnis meinerseits: ich schreibe selbst! KI finde ich grundsätzlich gut, weil sie in manchen Arbeitsbereichen sehr nützlich sein kann, ABER in meinem Verständnis des Wortes „Schriftstellerin“ (moderne Version: Autorin) würde ich mich selbst ad absurdum führen, eine KI für mich Worte finden zu lassen. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, vielleicht auch nur eine kreative Wortkünstlerin, die sich ihre zutiefst menschlichen individuellen Gedanken nicht aus einem Algorithmus heraus diktieren lassen will – auch nicht im neuen Lebensjahr.

Hinter mir legt ein echt turbulentes Jahr. Im Vergleich mit dem 18. Mai 2024 zeigen sich enorme Veränderungen. Der Tod meiner Mutter brachte einiges an verdrängten Themen wieder ins Bewusstsein, forderte von mir ein, mich damit zu befassen, neu zu bewerten, zu integrieren oder loszulassen. Heute erlebe ich erstmals einen Geburtstag ohne sie. Ich bin nicht mehr die Frau, die ich vor einem Jahr war. Ich bin keine Version von mir, die ich je zuvor war. Ich bin mehr denn je in mir selbst verankert, freier, eigenständiger, unabhängiger, selbstbestimmter. Ein sehr kraftvoller Zustand. In einen Satz gebracht:

Aus einer Borderline-Störung wurde eine Borderline-PERSÖNLICHKEIT.

Eine Grenzgängerin, gewiss, das kann ich nicht abstreiten. Niemand, der mein Arbeitspensum und mich kennt, würde mir anderes ernsthaft abnehmen 😉 Aber, wenn ich so auf mich selbst blicke, auf mein „mich an Grenzen bewegen“, erkenne ich auch, dass ich häufig „über die Grenze gehe“. Nicht im Sinne von Selbstzerstörung, Selbstverletzung oder Selbstausbeutung, sondern um neues zu entdecken und zu erschaffen, das zuvor nicht da (oder wahrnehmbar) war. Dabei kann es sich um Potenziale in mir handeln, die ich entfalte (was kann ich noch alles?) oder etwas gänzlich Neues zu erschaffen, Idee, Strukturen … eine Visionärin, Pionierin … ich gehe regelmäßig (oder bereits gewohnheitsmäßig) über die Grenzen meiner Komfortzone hinaus. Jeder dieser Schritte lässt mich wachsen.

Im Management bezeichnet diesen Prozess der ständigen Optimierung als „KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Für mich wurde KVP vor vielen Jahren zum Lebenskonzept. Ich optimiere mich selbst, aber auf meine Weise, ohne App-Filter, Botox, Schnippeleien, Push-up oder Shaping. Mir geht’s nicht um Äußerlichkeiten, sondern um das, was mich ZEITLOS (aus)macht: meine Persönlichkeit.  

Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Offenheit, Humor, Optimismus, Güte, Dankbarkeit, Lebensfreude, Gelassenheit, Empathie, Sinn … darum ging es im vergangenen Jahr und es wird auch mein kommendes Lebensjahr bestimmen. Wohlfühlen ist wichtig, ein paar Kilos zu viel auf der Waage ein Fakt, der meiner aktuellen Work-Life-Balance geschuldet ist. Falten? Ich bügle nicht gerne – egal was, und Spritzen mag ich auch nicht 😉 Wenn ich mich nicht so lieben kann, wie ich bin, habe ich – meiner Ansicht nach – noch etwas zu lernen im Leben. Was mich wiederum zum Punkt „grenzgängerische Pionierin“ bringt. Meine Anti-Oberflächlichkeit nehme ich zunehmend als visionär wahr (insbesondere in Öffis), meine Authentizität als Nadel im Heuhaufen der Masken, Fassaden, Fakes.

Vielleicht liegt es genau daran, dass ich immer häufiger Feedback voller Bewunderung für meine Persönlichkeit erhalte. Ich sei etwas besonders. Bin ich das? Ich nehme mich nicht so wahr. Für mich bin ich „normal“, geerdet und bei mir selbst angekommen. Nicht besonders, einfach nur Mensch(lich). Aber offenbar genau dadurch „anders“.

Selbstreflexion lautet mein Rezept. Kritisch, wertschätzend, humorvoll, liebevoll, 1-2x täglich, bei Bedarf gerne öfters. Raus aus dem Drama, rein ins bewusste Leben mit Herz & Sinn. Annehmen, was es ist – auch wenn’s nicht immer leichtfällt – und das bestmögliche daraus machen. In allem – wirklich ALLEM – was mir auf meinem Lebensweg begegnet, findet sich etwas, das mich weiterbringt, wenn ich mich dieser Möglichkeit öffne. Frei nach dem Motto: what is in it for me?

Welcher Gedanke passt besser zum Start in ein neues Lebensjahr?

Das Beitragsbild wurde übrigens mit KI generiert. Wie bereits erwähnt, für manche Bereiche finde ich KI äußerst nützlich.

IN DEN UNTIEFEN EINER SCHUBLADE WIEDERENTDECKT

… habe ich ein Notizbuch. Darin mein handschriftlicher Versuch, wieder Boden unter meine Füße zu bekommen. Das war im Juli 2020. Ich tat das, was ich ziemlich gut kann: ich erschuf mitten im Chaos Struktur. Klare Ziele. Unter Punkt 1 steht: Neuausrichtung und Stabilisierung. Job. Wohnsituation (was als Übergangslösung begann, entwickelte sich zu einem wunderbaren Arrangement). Ach ja, „neue Partnerschaft zeitnah“ steht auch dort. Das hat nicht geklappt – zum Glück.

Unmittelbar nach der Trennung wollte die entstandene Lücke geschlossen werden. Die Weisheit des Lebens jedoch verordnete mir Selbstfindung Advanced Level, wofür ich heute von ganzem Herzen dankbar bin.

„Jeder Topf findet seinen Deckel.“

In den vergangenen Jahren habe ich einige Male in den Spiegel geblickt und mich der Erkenntnis gestellt, dass mein Gegenüber jener Deckel war, der zu meinem Topf passte. Die perfekte Ergänzung zu dem, was ich war, was das Leben – oder besser: die Menschen in meinem Leben – aus mir gemacht hatten. Anfangs. Später ließ ich es geschehen, aus Gewohnheit, aus Mangel an Selbstwert und Selbstvertrauen. Ich blieb lange in der Rolle, die mir auferlegt worden war. Bis zu dem Tag, an dem alles in sich zusammenbrach, damals, im Juli 2020.

Aus dem Trümmerhaufen erhob sich der Phönix, verbrannte die Opferrolle endgültig, breitete die feurigen Schwingen aus und begann, das Leben – und sich selbst – zu umarmen. Was für eine Geschichte!

Wenn ich zurückblicke, scheint mir all das mitunter Ewigkeiten entfernt. Was sind 5 Jahre? Ich lebte 50 Jahre „neben meiner Spur“. Mit einem Spaltgips am linken Fuß auf der Couch meines Sohnes liegend schrieb ich Checklisten, sortierte mein Hab und Gut, verschenkte kistenweise was ich jahrelang als „notwendig“ erachtet hatte. Seit damals habe ich vieles auf- und weggegeben, mein Leben erleichtert, ohne jedoch auf etwas zu verzichten, was mir wirklich wichtig ist.

Was ist wirklich wichtig?

Meistens das, was nicht in Kisten passt:

Lebendiges, wie Freundschaften.

Ehrliches, wie ein von Herzen kommendes Lächeln.

Liebevolles, wie kleine Gesten der Verbundenheit.

Stärkendes, wie Erinnerungen.

Wärmendes, wie wunderbare Momente.

Erdendes, wie ein Spaziergang durch den Wald.

Erhebendes, wie der Ausblick von einem Berggipfel.

Erheiterndes, wie augenzwinkernder Humor und Selbstironie.

Erleichterndes, wie die Gewissheit der Veränderung.

Heute, im Mai 2025, lese ich meine Notizen von damals, erkenne mein damaliges ICH darin wieder, und bin gleichzeitig erleichtert, nicht mehr jenes ICH zu sein. Woran ich meine Veränderung erkenne? An den Menschen und Ereignissen, die mir in der Gegenwart begegnen. Heute führe ich ein Leben, das ich mir einst selbst in meinen kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt hätte – Lichtjahre entfernt von dem Opferdasein, das ich übernommen hatte, aus Prägung, familiärer Loyalität, falsch verstandener Liebe.

Zum Glück versank im Laufe der Zeit das Notizbuch in den Tiefen einer Schublade, wodurch ich meine Ziele nicht ständig vor Augen hatte. Ja, an dieser Stelle widerspreche ich bewusst dem Grundsatz, die eigenen Ziele stets im Fokus zu behalten, damit sie auch erreicht werden. Manchmal werden Ziele voreilig – oder aus Schmerz heraus – festgelegt, innerhalb jener (Selbst)Beschränkungen, derer man sich noch gar nicht bewusst ist. Manchmal fehlt es an Inspiration, was noch alles möglich wäre. Dabei fand sich alles bereits im ersten Wort auf meiner Liste:

Neuausrichtung!

Das, was ich auch jetzt wieder ganz oben auf meiner Agenda steht. Jedes Mal, wenn ich einen Stein aus meinem Rucksack entferne, eine Altlast über Bord werfe, beginnt der Prozess der Neuausrichtung von vorne. Veränderung. Leben. Lebendigkeit. Vom ersten bis zum letzten Atemzug. Anstrengend? Beruhigend! Mich selbst formen, mein Leben gestalten, bewusst sein, im Hier und Jetzt. Dankbar zurückblickend auf das, was einst war, und heute anders sein darf. Dankbar für dieses alte Notizbuch, das eine Erinnerung mit sich bringt, ebenso wie die Gewissheit, dass jede Krise gleichzeitig auch eine Chance darstellt. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

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DIALOG MIT DEM SCHICKSAL


… ein passender Titel für meine aktuelle Situation. Titelspendender Dialog lief in etwa so ab:

Schicksal: „Du hältst dich doch für ziemlich schlau, aber manchmal siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

Naja, überzeugend abstreiten kann ich das wohl nicht.

„Außerdem bist du weltmeisterlich im Hakenschlagen unterwegs.“

Auch dem stimme ich zu.

„Deine optimierten Ausweichmanöver setzt du vorwiegend dann ein, wenn du partout etwas nicht tun willst – oder eine Veränderung beharrlich verweigerst.“

Was soll ich darauf sagen?

„Dass es längst überfällig ist, einen ganz bestimmten Schritt zu tun.“

Wer gibt so etwas schon gerne freiwillig zu?

„Nachdem du es nicht freiwillig tun willst, werde ich dir ganz einfach das Ausweichen verunmöglichen.“

Verunmöglichen? Was für ein Wortkonstrukt.

„Kein Abschweifen auf Nebenschauplätze. Du weißt, was du zu tun hast.“

In der Tat – was nicht bedeutet, dass ich nicht 1000 und 1 Argumente an der Hand habe, warum es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist …

„Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, es gibt nur das JETZT.“

In gewisser Weise kann man es so sehen, aber …

„Kein Aber! Mach endlich diesen einen Schritt, den du seit langem verweigerst, weil …“

Weil?

„… weil dich dieser Schritt in unbekanntes Terrain führen wird. Und außerdem – ein Satz mit drei NICHT darin! Stell die Füße auf den Boden, atme tief durch, lächle.“

Das Schicksal hat leicht reden.

„Um dir diesen Schritt leichter zu machen, werde ich dir eine Karotte vor die Nase hängen, dich für einen kurzem Moment erleben lassen, wie es sein kann, wenn du den Schritt gemacht hast. Dir zeigen, was du dir selbst noch verbaust, weil du an etwas längst überholtem festhältst.“

An diesem Punkt bin ich nun. Das Schicksal hat für kurze Zeit ein Fenster in eine mögliche Zukunft für mich geöffnet, etwas, von dem ich bislang nicht zu träumen gewagt hatte. Um in dieser zukünftigen Zeitlinie anzukommen, gilt es tief in mir etwas zu verändern. Im Grunde eine Kleinigkeit (angesichts der Komplexität meiner Gesamtheit), ABER kein Zahnrad kann in einem Uhrwerk seine Laufrichtung verändern, ohne nicht das große Ganze zu beeinflussen. Mein systemisches Denken hat eine gewisse Vorstellung, was dadurch entstehen könnte. Butterfly-Effekt? Definitiv!

Bin ich bereit dafür?

Bereit, eine Überzeugung, die mich beinahe mein ganzes Leben lang begleitet hat, zu transformieren? Oder habe ich diese Überzeugung bereits (unbewusst) transformiert? Wie wäre sonst ein Blick in die Zukunft möglich gewesen? Vielleicht geht’s nun darum das unbewusst bereits geschehene ins Bewusstsein zu integrieren.

„Wie eingangs erwähnt, hast du ein helles Köpfchen.“

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Gedanken und Gefühle sind Energie. Energie gestaltet die Gegenwart und daraus entstehend die Zukunft.
All die Jahre, Jahrzehnte, in denen ich an mir gearbeitet habe, mich aus den Fesseln und Verstrickungen meiner Vergangenheit zu befreien, jenes „fremde“ Selbstbild abzulegen, das andere mir umgehängt haben und anstelle dessen zu werden, wer ich bin und sein will … all dies hat mich an jenen Punkt geführt, an dem ich heute stehe: einen Blick über den Horizont meiner bisherigen Vorstellungen hinaus erhaschend, was noch möglich wäre, wenn ich der Stimme meines Herzens folge und einen Gedanken umarme, den ich bis vor kurzem nicht zu denken gewagt hatte.

Führe ich einen Dialog mit meinem Schicksal – oder mit meiner Bestimmung?

Gibt es einen Unterschied?

Leben bedeutet Veränderung. Heute ist der 4. Mai, der perfekte Tag, um auf die Macht des Lebens vertrauend einen Schritt ins Unbekannte zu wagen und den eigenen Horizont zu erweitern.

May the Force be with you 😉

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DER SCHLÜSSEL ZUM IMMERWÄHRENDEN GLÜCK(LICHSEIN)


Es gibt sie noch, die inspirierenden Gespräche bei einer guten Tasse Tee, wenn der dicht getaktete Alltag für einige Zeit in den Hintergrund rückt und der Austausch von Gedanken im Hier und Jetzt den Raum in eine lebendige, mitunter vibrierende Atmosphäre hüllt. So geschehen am gestrigen Nachmittag im zauberhaften Ambiente von Anna Pichler’s „dieLeserei“ in Bad Gastein. Obwohl wir aus zwei unterschiedlichen Generationen stammen, verbinden uns doch so einige Bücher und Gedanken zum Leben, zu Geschichten … reichlich Inspiration, um all die „Gedankensplitter“, die seit einziger Zeit in meinem Kopf kreisen, hier zusammenzufassen:

Der Schlüssel zum immerwährenden Glück(lichsein)

Gibt’s den überhaupt? Kann ein Mensch IMMER glücklich sein? Was bedeutet Glück? Was verbirgt sich hinter diesem einen Wort, das wohl – wie so oft, aber in diesem Fall möglicherweise noch mehr als üblich – jede und jeder anders interpretiert? Ist es Glück, im Lotto zu gewinnen? Ja, aber macht es mich auch glücklich? Vielleicht im Augenblick, aber dauerhaft?

Immerwährendes Glück(lichsein)?

Könnten wir diesen Zustand erreichen, wären wir dann noch glücklich? Oder wären wir dieses Glücks bald überdrüssig? Jeden Tag die eigene Lieblingsspeise auf dem Tisch vorzufinden, lässt diese Speise ziemlich rasch im Beliebheitsranking nach unten rutschen. Was mich zu einem weiteren Gedanken führt: Glück, das von äußeren Faktoren abhängig ist. Gewiss, wir können es finden, aber ebenso wieder verlieren. Der EINE Mensch, der/die mich glücklich macht? Was für eine Bürde, die ich diesem Menschen auf die Schultern laste? Mich glücklich zu machen?

Wer das Glück nicht in sich findet, findet es nirgendwo.

Weder an einem Ort noch bei einem Menschen oder im Besitz von was auch immer. Nehmen wir an, ich hätte im Lotto gewonnen. Ein Grund zum Glücklichsein. Nehmen wir an, kurze Zeit später erfahre ich, dass mir nur noch ein Jahr zum Leben bleibt. Was nun? Wie gewonnen, so zerronnen?
Seit einiger Zeit geistert ein „Rezept zum Glücklichsein“ durch meinen Kopf, das noch nicht final ausformuliert ist – was es vermutlich/hoffentlich auch nie sein wird:

Eine große Portion (Selbst)Liebe im Herzen + umfassender Frieden in der Seele + auf (Selbst)vertrauen basierende Gelassenheit im Geist UND eine Prise Humor = Grundrezept für Zufriedenheit bzw. der Boden, auf dem das Glücklichsein sich gerne niederlässt.

Bitte in diesem Zusammenhang Gelassenheit nicht als Widerspruch zu Agilität verstehen. Beides ist zeitgleich möglich. Viel und schnell zu tun und dennoch dabei gelassen zu bleiben. Es geht um die innere Haltung, nicht um Quantität oder Tempo.

Zur Gelassenheit gehört auch, das anzunehmen, was es ist. Mein ursprünglicher Plan war, um diese Zeit unter strahlendblauem Himmel durch den Märzschnee zu carven. Dann kam die Realität: es schneit (intensiv), Sicht nahezu Zero, ergo sitze ich im Hotelzimmer, tippe diese Zeilen in mein Laptop und freue mich daran, meinen Gedanken mit dir zu teilen. Mein Glück(lichsein) hat sich von äußeren Umständen befreit. Das ich diesen Bewusstseinszustand erreichen konnte, dazu haben auch einige der zuvor erwähnten Bücher beigetragen.

Ehrlicherweise füge ich hinzu, dass mein Ego (das gerne an gefassten Plänen festhält) seit dem Aufwachen diverse Wetter-Apps und WebCams konsultiert hat, um vielleicht doch noch ein Fleckchen blauen Himmels zu erhaschen und damit verbunden ein handfestes Argument, dennoch auf den Berg raufzufahren. Zum Glück (Redewendung oder doch mehr?) nimmt meine humorvolle Seite das weniger ernst, was mich über mich selbst Schmunzeln lässt. So viel Entschlossenheit und (zum Glück) situationselastische Disziplin. Welch eine glückliche Kombination 😉die mich von grimmigen „Das-muss-aber-sein“-Aktionen Abstand nehmen und mich die „Wofür-ist-das-eine-Gelegenheit“-Brille aufsetzen lässt.

Humor – welch ein Geschenk des Lebens! Ähnlich dem magischen Feenstaub vermag Humor Leichtigkeit ins Leben zu zaubern – und zumindest gedanklich sind dabei auch Höhenflüge möglich.

Zurück zum immerwährenden Glück(lichsein). Möglich? Ich denke, das hängt davon ab, wie jede und jeder diesen Begriff für sich definiert. Meine persönliche Definition: in einem Zustand immanenter Lebensfreude und (Selbst)Liebe das Leben und alles, was es mit sich bringt, gelassen, vertrauensvoll, dankbar und humorvoll annehmen zu können. Wenn mir das gelingt, bin ich zufrieden und fühle mich glücklich. Der Schlüssel dafür bin ich selbst.

DAS MACHT ETWAS MIT MIR


Blicke ich in die Welt hinaus, schaudert mir. Öffne ich meinen Webbrowser, poppen Schlagzeilen voller Gewalt auf; Katastrophen und Unheil. Manche nennen die Social Media Plattformen die Müllhalden des guten Benehmens. Menschen in machtvollen Positionen postulieren Aussagen voller Intoleranz, Geringschätzung, Ablehnung bis hin zu Hass, bei gleichzeitiger Selbstüberschätzung, Anmaßung und Hybris. Lausche ich in den Öffis auf die Worte außerhalb meiner Ohrstöpsel nehme ich Oberflächlichkeit wahr, beobachte egoistische (um nicht das Wort „rücksichtlose“ zu verwenden) Handlungen. Eine Einstellung im Sinne von „Ich zuerst, danach lange nichts“. Gesunde Lebensweise wird gepredigt, gesunde Lebensmittel werden ständig teurer, die günstigen immer mehr „Junk“, hochverarbeitete Industrieprodukte aus billigsten Rohstoffen. Rauchverbot klingt vordergründig gut, aber den Verkauf von Tabak will niemand einschränken, zu verlockend sind die daraus generierten Steuereinnahmen. Selbiges gilt für Treibstoff. Es gibt x Studien, die aufzeigen, was Menschen krank macht – doch außer temporäre Empörung geschieht nicht viel. Eintagsfliegen. Fatalismus. Die Menschheit steuert sehenden Auges auf ihre Selbstauslöschung zu.

„Das macht etwas mit mir.“

Diese Aussage höre ich häufig leise geflüstert, begleitet von einem Gefühl der Verzweiflung – mitunter sogar Resignation. Selten spreche ich die folgenden Worte laut aus, denn …

Das macht auch etwas mir mit. Es macht genau das mit mir, was ich zulasse, dass es tut. Lasse ich mich von all dem in eine dystopische Stimmung ziehen? Macht es mich depressiv? Fühle ich mich dem ausgeliefert – ein Opfer? Oder anerkenne ich, was es ist, ohne all dem die Macht über mich, mein Fühlen und mein Denken zu geben?

Es ist MEINE Entscheidung!

All das, was „falsch läuft“ kann ich nicht verändern – aber ich kann verändern, wie es auf mich wirkt. Lasse ich mich reinziehen in die destruktive, lebensfeindliche Energie? Oder bleibe ich meinem konstruktiven, lebensbejahenden Weg treu?

Meine Entscheidung!

Das macht etwas mit mir – das kann es nur, wenn ich die „Macht“ abgeben, an andere Menschen, Umstände, Medien …

Will ich das – die Macht über mich, mein Denken und mein Fühlen, an andere abgeben?

Es geschieht subtil. Ein unachtsamer Moment, und ich werde in den Strudel hineingezogen, tiefer und tiefer in jenes „schwarze Loch“, das andere erschaffen haben, auf dessen Boden sie sitzen und – so scheint es – keinen Weg herausfinden. Vielleicht auch gar nicht realisieren, wo sie gestrandet sind.

Dem Strudel zu widerstehen, erfordert Energie, aktiv anderes zu denken und zu fühlen, trotz jener „Realität“, die manchmal unveränderbar scheint, es aber nicht ist. Realität ist genau genommen frei von Wertung. Ereignisse sind. Punkt. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, ob positiv oder negativ. Abhängig von dieser Entscheidung, wirkt ein und dieselbe Realität unterschiedlich auf Menschen. Es geht nicht um Schönzeichen. Gewalt und Zerstörung können durch nichts geschönt werden. Es geht darum, kein Teil davon zu werden, sich nicht anstecken zu lassen von der Negativität, die sich übers Fühlen und Denken in die Seele schleicht und diese zerfrisst.

Wenn alles rundum nach unten zieht, ist es umso wichtiger, oben zu bleiben.

Wenn manche lauthals verkünden, wie schlecht alles ist, gilt es den Blick auf all das Gute zu richten, dankbar zu sein, für das eigene Leben und jeden Augenblick, jede Erfahrung, die mich als Mensch weiterbringt. Es gilt, kein Nährboden für die Saat jener zu werden, die in sich Konflikte tragen und Kriege im außen führen. Frieden kann nicht erzwungen werden. Frieden ist die Entscheidung, den Krieg (und den Konflikt in sich) zu beenden und Verantwortung für sich selbst, das eigenen Denken und Fühlen zu übernehmen.

Was auch immer da draußen geschieht, es macht etwas mit mir – es macht das, was ich entscheide, dass es tun darf.

Ich sehe die Ereignisse, höre die Aussagen, dennoch glaube ich an das Gute im Menschen, bin dankbar für eine Blume am Wegesrand, zufrieden mit meinem Leben, neugierig auf das Morgen, entscheide mich zu vertrauen.

Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen.

Andere mögen schwarze Löcher graben, ich baue Brücken aus Licht zu den Seelen der Menschen. Auch das tut etwas mit mir – und vielleicht auch mit anderen?

Bild: KI-generiert

DIE KRAFT DER STILLE


Das neue Jahr hat gleich zu Beginn eine äußerst interessante Lektion für mich: Kehlkopfentzündung samt viralem und bakteriellen Infekt = out of Order. Oder anders gesagt: eine Woche des Schweigens, die nun hinter mir liegt – und eine spannende Erfahrung.

Nie zuvor habe ich so lange geschwiegen, weder freiwillig noch unfreiwillig. Geschätzt habe ich in der vergangenen Woche in Summe 100-150 Wörter in der Arztpraxis sowie der Apotheke gekrächzt. Nur das absolut Notwendigste. Darüber hinaus … Stille.

Eine Stille, die sich allmählich auch in meinem Denken ausbreitete – und meinem Körper. Puls 51 – das nenn ich mal Gelassenheit 😉
Kommunikation ist wichtig, aber wie viel Worte braucht es wirklich? Und welche sind es?

Aus meiner „silent bubble“ auf die Welt blickend, fällt mir auf, dass Kommunikation häufig so abläuft: jemand sagt etwas, wirft quasi einen Stein in einen ruhenden See zwischen sich selbst und den anderen. Dieser Stein plumpst ins Wasser, löst dabei Wellen aus, die sich konzentrisch ausbreiteten und alle erreichen rund um den See. Doch bevor noch diese ersten Wellen abgeflaut sind, wird der nächste Stein ins Wasser geworfen, und der nächste … dieser Prozess setzt sich laufend fort, während die ersten Wellen die Ufer erreichen und zurückgeworfen werden, auf die nächsten herannahenden Wellen treffen … alles wird mit allem verwirbelt. Jede Botschaft (bzw. Welle) für sich transportiert eine Botschaft, ein Gefühl, eine Stimmung, die im Wirbel untergeht.

Ein Teil von mir nimmt bereits seit längerem eine Art von „Reizüberflutung“ in der Umwelt wahr, doch erst diese Woche der Stille, meines Schweigens, ließ jenes Bild entstehen. Wir können vielleicht noch die oberflächliche Botschaft hören, aber all das, was die Wellen noch mit sich tragen, bleibt der Wahrnehmung verborgen – dennoch wirkt es auf uns. Unsere Umwelt ist im wahrsten Sinne des Wortes überflutet. Selektiv picken wir für uns heraus was uns wichtig erscheint, während alles andere ungefiltert über uns hinweg rollt.

Eine dramatische Schilderung?

Vielleicht – vielleicht auch nur realistisch.

Unsere Sinne sind so viel feiner, als unser Bewusstsein uns glauben machen will. Seit Jahren steige ich in die U-Bahn nur noch mit Stöpsel in den Ohren und für mich positiver Musik ein, dennoch fühle ich mich selten wohl darin, spüre Anspannung, etwas, das mich bedrückt … die Wellen der anderen branden gegen mein Ufer, ob ich will oder nicht.

Was ich hier bildlich-naiv beschreibe, lässt sich wissenschaftlich-fundiert belegen. Doch auch ohne harte Fakten, die meisten von uns kennen das Gefühl, inmitten von Menschen zu sein, die uns runterziehen, ohne dass sie direkt etwas gegen uns tun. Oder das gegenteilige Gefühl, durch eine Gruppe getragen, inspiriert und motiviert zu werden. Keiner von uns ist immun gegen das, was die Wellen mit sich transportieren.

Durch meine Woche des Schweigens bin ich (hoffentlich langanhaltend) noch achtsamer geworden für das, was ich aussende, in Worten ebenso wie in Gedanken. Letztere können wir zwar nicht hören (und wer’s dennoch glaubt, sollte vielleicht ein paar ernsthafte Gespräche führen), aber wir können die Stimmung dahinter spüren – bewusst oder unbewusst.

Braucht es tatsächlich die Sintflut an Worten und Botschaften? Oder ist weniger mehr? Abseits vom Highway der Kommunikation liegt die Oase der Stille, ein Ort der Kraft, den zu entdecken sich lohnt.

Das heutige Beitragsbild wurde von der WP-KI generiert … sehr stimmig, wie ich finde, und sehr ruhig.