DEJA-VU

Alles schon einmal dagewesen, in gewisser Weise. Seit Wochen häufen sich Ereignisse in meinem Leben, die es zuvor in sehr ähnlicher, mitunter nahezu identer Art und Weise, bereits gegeben hat. Was sich verändert hat, ist meine Rolle. Diesmal bin ich nicht mittendrin, sondern stehe außerhalb, eine Art von Beobachterin – und ich erkenne so vieles, neue Facetten bekannter Themen. Es ist eine außergewöhnliche Zeit.

Manchmal fühle ich mich wie eine Zeitreisende, die darüber staunt, wie ähnlich doch die Themen und Situationen sind, die uns Menschen beschäftigen. Steckt man mittendrin, wirkt es meist so, als würde niemand sonst je derartiges erleben. Welch ein Irrglaube! Mit etwas Abstand wird erkennbar, dass uns weit mehr gemeinsam ist als uns unterscheidet.

„Du triffst im Leben stets dich selbst.“

Wie oft habe ich dieses Zitat bereits verwendet? Ich könnte keine Zahl nennen, doch in den vergangenen Wochen gab es etliche Momente, in denen genau das geschah: Ich traf mich selbst – oder besser die, die ich einmal war, blicke auf mein vis-a-vis und gleichzeitig zurück in meine Vergangenheit.

Ist es beruhigend, zu erkennen, dass manches sich wiederholt? Oder erschreckend?

Wenn ich zurückblicke, weiß ich, dass es damals so war – dass ich so war. Gleichzeitig fühlt es sich seltsam „fremd“ an, wer ich einmal war. Erinnerungen, die jenen an Bücher oder Filme gleichen: surreal. Anhand der Deja-vus wird mir bewusst, wie wenig ich damals „bei mir selbst war“, wie sehr ich „lost in space“ war, zwar hier und tuend, doch gleichzeitig in einem „parallelen Universum“, dissoziiert, emotional abgekoppelt von der Realität und mir selbst. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes „disconnected“ – Jahrzehnte meines Lebens.

Ab und zu spüre ich den Wunsch in mir, all das rückgängig machen zu können, zurückzukehren an einen Punkt in meiner Vergangenheit und vor dort nochmals zu starten. Das ist unmöglich, definitiv. Dennoch, vielleicht berühren mich die Deja-vus deshalb so intensiv, weil es sich anfühlt, als würde ich zurückkehren, mit all meinem heutigen Wissen und Erfahrungen. Neu starten kann ich zwar nicht, doch meinen Erfahrungsschatz teilen. Wer weiß, vielleicht ist genau das der Plan des Lebens für mich: heute zu teilen, was damals nicht möglich war.

Fraktale stellen für mich das perfekte Sinnbild eines Deja-Vu dar: eine Motiv, das sich immer und immer wiederholt … wie das Leben, wenn man es nur mit ausreichend Distanz betrachtet.

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RUHE UND GELASSENHEIT

Mein letzter Blog liegt beinahe einen Monat zurück. Unglaublich, wie schnell die Zeit verflogen ist. Unbeschreiblich, was alles in dieser Zeit geschehen ist. Meine Versuche, all das irgendwie zusammenzufassen, scheitern. Die Ereignisse gleichen einer Achterbahn, die permanent rauf und runter fährt, ohne zu stoppen, doch ich sitze nicht drin. Nicht so wie früher, als ich das Gefühl hatte, fremdgesteuert über die Achterbahn zu rasen. Diesmal stehe ich davor, in ziemlich umfassender Ruhe und Gelassenheit, und beobachte, was geschieht. Handle, wenn es nötig ist. Die Welt rund um mich fährt auf der Achterbahn. Es fühlt sich gut an, aber auch irritierend.

In den vergangenen Wochen habe ich enorm viel verarbeitet, in Abgründe geblickt, mich selbst wieder und wieder hinterfragt, habe Klarheit gewonnen und verworfen.

Heute sitze ich – wieder einmal – auf einem Berg und frage mich, ob ich jemals einen Menschen treffen werde, der eine derart komplexe Persönlichkeit wie mich vollständig erfassen kann. Oder ob ich mich damit begnügen soll, bruchstückhaft gesehen zu werden. Ob diese Gedanken ein Zeichen von Überheblichkeit meinerseits sind – oder einfach nur die durch Worte verzerrte Wiedergabe dessen, was ich in mir fühle.

Die aktuelle Diskussion der Fachwelt, ob BPS nun zu Neurodivergenz zählt oder nicht, habe ich – als Betroffene – für mich klar entschieden: JA, tut es. Ich erlebe es tagtäglich, wie „anders“ ich ticke. Spreche ich offen über das, was ich wahrnehme, ernte ich Staunen – und die Gewissheit, für die Mehrheit in einer „anderen, erweiterten Welt“ zu leben. Je mehr ich mich darauf einlasse und diese „andere Welt“ in meinen Alltag integriere, desto komplexer wird mein Bild, desto klarer wird aber auch, wo die es hakt, wo es Brücken braucht, um „normal“ und „anders“ in einem harmonischen Ganzen zu verbinden.

Apropos Harmonie: die derzeit wohl größte Herausforderung für mich ist jene, im Job mit einer für mich absolut toxischen Person zusammenzuarbeiten. Ich könnte aussteigen, davonlaufen, doch was würde ich mitnehmen? Auf der anderen Seite: zu bleiben bietet die Chance zu lernen, mich weiterzuentwickeln. Ja, ich werde getriggert, aber ich habe meine (emotionalen und sonstigen) Reaktionen unter Kontrolle. Geht’s nicht genau darum? Nicht durch Trigger fremdbestimmt zu sein, sondern resilient gegenüber dem „Unvermeidbaren“? Der aktuellen Herausforderung könnte ich ausweichen und aussteigen, doch bereits morgen könnte die nächste toxische Person meinen Weg kreuzen. Durch diese Zusammenarbeit (wenn man es denn so nennen mag) habe ich die Gelegenheit, meine Fertigkeiten im Umgang mit toxischen Personen zu trainieren und zu optimieren. Das Leben bietet mir eine Chance, denn ich der aktuellen Herausforderung bin ich nicht allein. Es gibt andere, die mir im Bedarfsfall zur Seite stehen, Raum für Psychohygiene, Wertschätzung. Ein Umfeld, das erkennt, dass in mir noch ungeahnte Potenziale schlummern. Ein Umfeld, das die Borderline-Stärken zu schätzen weiß. Ein Umfeld, in dem ich sein kann, wer ich bin.

All das und mehr dreht Runden auf der Achterbahn um mich, während ich in Ruhe verharre. Alles ist in Bewegung, ich bleibe gelassen; die Achse, der Nabel meiner Welt; die Sonne, um die alles kreist. Ich bestimme mein Denken und Fühlen – darauf kommt es an. Mehr braucht es nicht, um aus der Achterbahn auszusteigen.

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EINE (LEIDER) WAHRE GESCHICHTE

In der Vergangenheit von A lief einiges schief. Wie nahezu alle Menschen erlitt A seelische Wunden, die im Laufe der Zeit vernarbten – auch deshalb, weil A viel dazu beitrug, dass Heilung stattfinden konnte. Es war ein langwieriger Prozess, der aus A eine reflektierte Person machte, die stets darauf achtet, anderen wertschätzend zu begegnen, die bei zwischenmenschlichen Problemen, anstatt Vorwürfen und Schuldzuweisungen auszusprechen, beginnt zu hinterfragen, um zu verstehen und einen Konsens zu schaffen. A ist sich bewusst, kein Engel zu sein und noch so einiges an „Ballast“ mich sich rumzuschleppen, dennoch versucht A, jeden einzelnen Tag die bestmögliche (Charakter)Version von sich selbst zu sein.

Eines Tages trifft A auf B. Zwei Lebenswege kommen einander näher, eine Beziehung entsteht. Zu Beginn läuft es bestens, bis das erste harmlose Missverständnis auftritt – und plötzlich erkennbar wird, dass B noch nicht jenen Prozess der Selbstreflexion durchlaufen hat. A wird mit Vorwürfen, Unterstellungen und Schuldzuweisungen konfrontiert. Das schmerzt. Mit viel Geduld und Verständnis bemüht sich A, das Missverständnis aufzulösen, was auch gelingt – vorübergehend. Das nächste Missverständnis lässt nicht lange auf sich warten, und das übernächste … von Mal zu Mal steigert sich die Intensität. Es dauert nicht lange, bis A erkennt, dass sich nicht nur um das jeweilige Missverständnis geht. Hinter den emotionalen Ausbrüchen verbergen sich lange unterdrückte Emotionen aus der Vergangenheit von B. A wird zur Zielscheibe (Projektionsfläche) dessen, was lange vor dem gemeinsamen Weg geschehen ist.

Hast du ähnliches bereits erlebt? Wenn es in der Rolle von B war, wird das, was nun folgt, dir möglicherweise nicht gefallen. Wenn du als A in einer ähnlichen Situation warst, wirst du dich vielleicht gefragt haben, was du tun hättest können. Hier teile ich mit dir die Essenz dessen, was ich in über einem Dutzend Gesprächen mit (Fach)Expertinnen und Experten erörtert habe:

„Lass los und geh!“

So hart diese Aussage klingen mag, du kannst nichts tun. Du kannst B nicht retten. Egal, wie sehr du liebst oder wie viel Verständnis oder Geduld du aufbringst.

Menschen lernen im Laufe des Heranwachsens, ihre Emotionen auf angemessene Weise auszuleben, sie zu regulieren. Dieser Prozess der emotionalen Reifung kann jedoch im Kindesalter durch äußere Einflüsse gestört oder unterbrochen werden. Dann wird der Mensch zwar körperlich und auch geistig erwachsen, aber nicht emotional. Ein harmloses Missverständnis kann zu einem Aufbrechen der emotionalen Verletzungen aus der Kindheit führen – so wie es das bei B tat. B macht das weder bewusst noch mit böser Absicht. B kann nicht anders, weil der Reifungsprozess unterbrochen wurde. Daran kann A nichts ändern. Niemand kann einem anderen diesen Prozess abnehmen. Zu bleiben, würde nur dazu führen, dass A wieder und wieder zur Zielscheibe wird.

A und B teilen sich eine Realität, aber sie leben in zwei sehr unterschiedlichen Welten, sprechen unterschiedliche Sprachen.

Vor vielen Jahren war ich B – und es war mir nicht bewusst. Meine Welt war die Einzige, die ich kannte. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es eine andere Welt geben könnte. Doch ich war eine Suchende. Es begann bei Gesundheitsthemen, Kommunikation und ehe ich mich versah, erkundete ich „neue Welten“. Schließlich führte mich mein Weg in die Welt von A.

Treffe ich heute auf B, fühle ich Ambivalenz in mir. Einerseits lebt die Hoffnung in mir – aus meiner eigenen Erfahrung heraus – dass es möglich ist, den emotionalen Reifungsprozess auch im Erwachsenenalter nachzuholen. Es ist nie zu spät. Anderseits ist mir auch bewusst – aus meiner eigenen Erfahrung heraus – dass die Notwendigkeit dieses Schrittes nicht leicht erkennbar ist, wenn man noch in der Welt von B steckt. Sich selbst als Zielscheibe zur Verfügung zu stellen, hilft niemanden – auch nicht B, weil B in seinem Verhaltensmuster wieder und wieder bestärkt wird. Täglich grüßt das Murmeltier.

Manchmal müssen Menschen unterschiedliche Wege zurücklegen, bevor es zu einem Happy End kommen kann – und es kann auch jeder für sich zu einem eigenen Happy End finden.

Manchmal schreibe ich Geschichten wie diese, um mir selbst vor Augen zu halten, dass ich niemanden retten kann – und um in mir die Kraft und das Vertrauen zu finden, loszulassen.

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ALLES IM GRIFF HABEN

Die vergangenen drei Monate waren extrem intensiv – in jeder Hinsicht – was sich auch darin gezeigt hat, dass ich kaum noch etwas geschrieben oder gepostet habe. Gleichzeitig habe ich mehr und umfassender über das Thema Borderline gesprochen als je zuvor. Nun sitze ich für einige Tage in den Bergen, um all das zu verarbeiten, Klarheit für meine Zukunft zu finden und meine Batterien wieder aufzuladen.

„Das Leben mutet dir nie mehr zu, als du zu tragen vermagst“.

Nach diesem Grundsatz lebe ich. Dieser Grundsatz hat es mir ermöglicht, bis hierher zu kommen. Wie könnte ich diesen Grundsatz ausgerechnet jetzt in Frage stellen? … wenn angezweifelt wird, ob ich tatsächlich „alles im Griff habe“.

Hier meine Antwort darauf, die vielleicht verstanden wird, vielleicht auch nicht.

Alles im Griff zu haben bedeutet in Bezug auf Borderline gut mit sich selbst zurecht zu kommen, sich selbst liebevoll anzunehmen und gut auf sich zu achten.  Es bedeutet auch, rechtzeitig zu handeln, bevor zerstörerische Muster aktiviert werden.

Es bedeutet nicht, alles auszuhalten.

Es bedeutet auszusteigen, wenn es nicht passt … Insbesondere aus Beziehungen. Nicht davonlaufen beim ersten kühleren Windhauch, aber auch nicht bleiben, wenn die ständige Präsenz von Gewitterwolken sich als „Entladungsmuster ohne Alternative“ erweist. Meine Zeit als Projektionsfläche für ungelöste innere Konflikte und nicht aufgearbeitete Traumata liegt hinter mir. Veränderung und Heilung kann stets nur aus einem selbst kommen. Entladung bringt kurzfristige Erleichterung, doch der Druck baut sich kontinuierlich weiter auf, bis zur nächsten Explosion. Ich weiß, worüber ich hier schreibe, habe das selbst viele Jahre gelebt – auf beiden Seiten, als Entladende und als Projektionsfläche… bis ich mich entschied, weder das eine noch das andere zu sein.

Verlassen … und die Angst vor dem Verlassenwerden.

Welcher Borderline kennt sie nicht, diese schier unerträgliche Angst, verlassen zu werden. Sie zählt zu den charakteristischen Merkmalen von BPS. Wie könnte ich jemand anders zumuten, was ich in jeder Zelle meines Körpers fürchte? Ich kann! Ein Ende mit Schrecken ist immer noch besser als ein Schrecken ohne Ende. Zu bleiben, weil man niemanden enttäuschen oder gar verletzen möchte, um den Preis der eigenen (mentalen und emotionalen) Gesundheit und Balance ist definitiv der falsche Weg.

Manches geht nicht zusammen, so sehr man es sich auch wünschen mag.

Kompromisse Ja. Anpassen Ja. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „aufeinander zugehen“ und „sich selbst aufgeben“. Eine hauchfeine Grenze, die leicht übersehen werden kann. Alles im Griff zu haben bedeutet, auf diese Grenze zu achten und auf der eigenen Seite zu bleiben, bei sich selbst – auch wenn die Konsequenzen daraus in getrennten Wegen resultieren.

Das bezieht sich für mich auf zwischenmenschliche Beziehungen jeglicher Art, nicht nur auf Partnerschaften. Gewiss, Familie kann man sich nicht aussuchen, Kolleg:innen meistens auch nicht, aber darüber hinaus bin ich frei zu entscheiden, mit welchen Menschen ich meine Zeit verbringen, für welche ich meine Gedanken- und Gefühlswelt öffne – und für welche nicht. Das bedeutet es, alles im Griff zu haben. Zu umarmen, wenn es sich gut anfühlt. Loszulassen, wenn es das nicht tut.

Entscheidungen dieser Art treffe ich (zum Glück) nicht mehr unmittelbar aus dem Bauch heraus. Ich nehme mir Zeit, reflektiere für mich und mit Menschen, denen ich vertraue, die andere Perspektiven und Erfahrungen einbringen, um meinen blinden Fleck bestmöglich sichtbar zu machen. Wenn all das zu einer klaren Aussage führt: „Lass los“ … wie sorgsam wäre ich im Umgang mit mir selbst, würde ich festhalten?

Es ist keine leichte Entscheidung, aber manchmal gilt es im Leben auch taffe Entscheidungen zu treffen, damit es (für alle) gut weitergehen kann. Das bedeutet es, alles im Griff zu haben.

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UNENDLICH SCHADE

Ab und zu kommt es vor, dass Menschen mich regelrecht meiden. Ihre Handlungen signalisieren Ablehnung, in ihren ausweichenden Blicken entdecke ich Furcht. Sie fürchten mich? Warum? Vielleicht weil sie intuitiv spüren, dass ihre Fassade mich nicht zu täuschen vermag. Vielleicht weil ich eine Botschaft in mir trage, die sie nicht hören wollen.

Diese Menschen leben ihre jeweilige Form der Selbstverletzung und Selbstzerstörung, manchmal inmitten eines Umfeldes, das dies zu ignorieren scheint. Oder einfach überfordert ist, hilflos, handlungsunfähig angesichts eines Verhaltens, dass sie weder verstehen noch ändern können.

Da ist ein Opfer, das sichtlich leidet und keine Erlösung findet, keine Heilung, nur endlosen (Seelen)Schmerz. Ein Opfer, das vehement nach Anerkennung seines Opfers und Schmerzes verlangt. So sehr, dass es beginnt sein Umfeld ins eigene Leiden hineinzuziehen. Schmerz durchdringt das System. Letztendlich leidet jeder Teil dieses Systems, zumeist verborgen hinter einer gesellschaftstauglichen Fassade.

Vielleicht erkennen diese Menschen in mir, dass ich einst so war wie sie es heute sind. Vielleicht sind sie noch nicht bereit, aus der Opferrolle auszusteigen und wollen durch mich nicht daran erinnert werden, dass Veränderung möglich ist. Vielleicht erschüttere ich die Grundfeste ihres Glaubenssystems.

Wie kann man sich für den Weg der Liebe entscheiden, wenn doch so viel Schreckliches in der Welt geschieht? Vielleicht genau deshalb: weil so viel Schreckliches in der Welt geschieht – und sich das nur verändern wird, wenn die Zahl jener wächst, die dem Weg der Liebe folgen.

Häufig wird mir gesagt, ich wäre ein Spiegel. Zumeist entdecken Menschen in diesem Spiegel etwas Positives über und/oder für sich selbst. Wer jedoch vom Schmerz dominiert wird, fürchtet die heilende Kraft der Liebe. Der Schmerz selbst fürchtet um seine Existenz und hält die Menschen in seinem Würgegriff gefangen. Liebe könnte dies auflösen, doch der Preis dafür ist hoch. Es gilt, den vertrauten Schmerz loszulassen und sich der noch unbekannten Liebe zu öffnen. Urvertrauen nennt man jene magische Pforte, durch die ein Mensch schreiten muss, um frei vom (Seelen)Schmerz zu werden. Wie kann man vertrauen, wenn so viel Schreckliches geschieht? Der Kreislauf beginnt von Neuem, ein Labyrinth des Leidens … unendlich schade, doch ändern kann es jeder nur für sich selbst.

Das ist die gute Nachricht: Veränderung ist möglich – Botschaft eines liebevollen Herzens.

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KEIN EINZELFALL

Eigentlich wollte ich über ganz etwas anderes schreiben, bin aber gestern nicht dazu gekommen. Heute ist dann etwas geschehen, dass mich tief berührt hat und das ich hier mit dir teilen möchte.

In einem beruflichen Meeting ergab sich die Situation, dass ich „meinen“ Hintergrund zur Sprache brachte: hochfunktionale Borderlinerin. Für die meisten der Anwesenden keine Neuigkeit, für eine Person jedoch schon. Am Ende des Meetings sprach mich diese Person darauf an, erzählte mir, dass sie auf dem Weg zum Meeting (es fanden bereits mehrere in dieser Zusammensetzung statt) auch an mich gedacht hat. Ich würde sie an eine Freundin erinnern. Sehr strukturiert und Strukturen schaffend, schnell in der Lösungsfindung, hoch kreativ und kommunikativ … und Borderlinerin. Trotz individueller Komplexität ähnliche Ausprägungen in der Persönlichkeit. Welch ein Aha-Moment…

ICH BIN KEIN EINZELFALL!

Dieser Moment, diese Schilderung, bestätigt, was ich seit langem hoffe … ich bin kein Einzelfall, keine Laune des Schicksals, keine Mutation oder glückliche Fügung. Den Weg von der Borderline Störung zur Borderline Persönlichkeit können auch andere schaffen und haben es bereits. Keine graue Theorie, kein Wunschtraum, sondern Fakt.

Auch wenn mein rationaler Verstand das eigentlich weiß, es tut unbeschreiblich gut, es zu erleben – und es bestärkt die Hoffnung in mir, dass dadurch auch andere sich auf den Weg machen. Nicht, weil ICH es geschafft habe, sondern weil es UNS gelungen ist.

Kein Einzelfall zu sein, sondern eine von vielen – beruhigend und motivierend, weiterzumachen, zu erzählen, dass ein Happy End möglich ist.

Das Herz aus Stein im Beitragsbild untermauert für mich die „ewige Gültigkeit“ der Aussage: Du kannst es schaffen!

Danke für diesen wunderbaren Moment.

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START IN MEIN NEUES LEBEN(SJAHR)

Heute beginnt ein neues Lebensjahr für mich. Ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken auf das vergangene Jahr, um daraus zu lernen und es im kommenden besser zu machen … theoretisch 😉

Mein Rückblick beginnt mit der Verwunderung darüber, was mir die Word-KI so alles vorschlägt: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten zum 50. Geburtstag deiner Mutter. Ein klarer Beweis: KI ist nicht allwissend. An dieser Stelle ein Bekenntnis meinerseits: ich schreibe selbst! KI finde ich grundsätzlich gut, weil sie in manchen Arbeitsbereichen sehr nützlich sein kann, ABER in meinem Verständnis des Wortes „Schriftstellerin“ (moderne Version: Autorin) würde ich mich selbst ad absurdum führen, eine KI für mich Worte finden zu lassen. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, vielleicht auch nur eine kreative Wortkünstlerin, die sich ihre zutiefst menschlichen individuellen Gedanken nicht aus einem Algorithmus heraus diktieren lassen will – auch nicht im neuen Lebensjahr.

Hinter mir legt ein echt turbulentes Jahr. Im Vergleich mit dem 18. Mai 2024 zeigen sich enorme Veränderungen. Der Tod meiner Mutter brachte einiges an verdrängten Themen wieder ins Bewusstsein, forderte von mir ein, mich damit zu befassen, neu zu bewerten, zu integrieren oder loszulassen. Heute erlebe ich erstmals einen Geburtstag ohne sie. Ich bin nicht mehr die Frau, die ich vor einem Jahr war. Ich bin keine Version von mir, die ich je zuvor war. Ich bin mehr denn je in mir selbst verankert, freier, eigenständiger, unabhängiger, selbstbestimmter. Ein sehr kraftvoller Zustand. In einen Satz gebracht:

Aus einer Borderline-Störung wurde eine Borderline-PERSÖNLICHKEIT.

Eine Grenzgängerin, gewiss, das kann ich nicht abstreiten. Niemand, der mein Arbeitspensum und mich kennt, würde mir anderes ernsthaft abnehmen 😉 Aber, wenn ich so auf mich selbst blicke, auf mein „mich an Grenzen bewegen“, erkenne ich auch, dass ich häufig „über die Grenze gehe“. Nicht im Sinne von Selbstzerstörung, Selbstverletzung oder Selbstausbeutung, sondern um neues zu entdecken und zu erschaffen, das zuvor nicht da (oder wahrnehmbar) war. Dabei kann es sich um Potenziale in mir handeln, die ich entfalte (was kann ich noch alles?) oder etwas gänzlich Neues zu erschaffen, Idee, Strukturen … eine Visionärin, Pionierin … ich gehe regelmäßig (oder bereits gewohnheitsmäßig) über die Grenzen meiner Komfortzone hinaus. Jeder dieser Schritte lässt mich wachsen.

Im Management bezeichnet diesen Prozess der ständigen Optimierung als „KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Für mich wurde KVP vor vielen Jahren zum Lebenskonzept. Ich optimiere mich selbst, aber auf meine Weise, ohne App-Filter, Botox, Schnippeleien, Push-up oder Shaping. Mir geht’s nicht um Äußerlichkeiten, sondern um das, was mich ZEITLOS (aus)macht: meine Persönlichkeit.  

Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Offenheit, Humor, Optimismus, Güte, Dankbarkeit, Lebensfreude, Gelassenheit, Empathie, Sinn … darum ging es im vergangenen Jahr und es wird auch mein kommendes Lebensjahr bestimmen. Wohlfühlen ist wichtig, ein paar Kilos zu viel auf der Waage ein Fakt, der meiner aktuellen Work-Life-Balance geschuldet ist. Falten? Ich bügle nicht gerne – egal was, und Spritzen mag ich auch nicht 😉 Wenn ich mich nicht so lieben kann, wie ich bin, habe ich – meiner Ansicht nach – noch etwas zu lernen im Leben. Was mich wiederum zum Punkt „grenzgängerische Pionierin“ bringt. Meine Anti-Oberflächlichkeit nehme ich zunehmend als visionär wahr (insbesondere in Öffis), meine Authentizität als Nadel im Heuhaufen der Masken, Fassaden, Fakes.

Vielleicht liegt es genau daran, dass ich immer häufiger Feedback voller Bewunderung für meine Persönlichkeit erhalte. Ich sei etwas besonders. Bin ich das? Ich nehme mich nicht so wahr. Für mich bin ich „normal“, geerdet und bei mir selbst angekommen. Nicht besonders, einfach nur Mensch(lich). Aber offenbar genau dadurch „anders“.

Selbstreflexion lautet mein Rezept. Kritisch, wertschätzend, humorvoll, liebevoll, 1-2x täglich, bei Bedarf gerne öfters. Raus aus dem Drama, rein ins bewusste Leben mit Herz & Sinn. Annehmen, was es ist – auch wenn’s nicht immer leichtfällt – und das bestmögliche daraus machen. In allem – wirklich ALLEM – was mir auf meinem Lebensweg begegnet, findet sich etwas, das mich weiterbringt, wenn ich mich dieser Möglichkeit öffne. Frei nach dem Motto: what is in it for me?

Welcher Gedanke passt besser zum Start in ein neues Lebensjahr?

Das Beitragsbild wurde übrigens mit KI generiert. Wie bereits erwähnt, für manche Bereiche finde ich KI äußerst nützlich.

IN DEN UNTIEFEN EINER SCHUBLADE WIEDERENTDECKT

… habe ich ein Notizbuch. Darin mein handschriftlicher Versuch, wieder Boden unter meine Füße zu bekommen. Das war im Juli 2020. Ich tat das, was ich ziemlich gut kann: ich erschuf mitten im Chaos Struktur. Klare Ziele. Unter Punkt 1 steht: Neuausrichtung und Stabilisierung. Job. Wohnsituation (was als Übergangslösung begann, entwickelte sich zu einem wunderbaren Arrangement). Ach ja, „neue Partnerschaft zeitnah“ steht auch dort. Das hat nicht geklappt – zum Glück.

Unmittelbar nach der Trennung wollte die entstandene Lücke geschlossen werden. Die Weisheit des Lebens jedoch verordnete mir Selbstfindung Advanced Level, wofür ich heute von ganzem Herzen dankbar bin.

„Jeder Topf findet seinen Deckel.“

In den vergangenen Jahren habe ich einige Male in den Spiegel geblickt und mich der Erkenntnis gestellt, dass mein Gegenüber jener Deckel war, der zu meinem Topf passte. Die perfekte Ergänzung zu dem, was ich war, was das Leben – oder besser: die Menschen in meinem Leben – aus mir gemacht hatten. Anfangs. Später ließ ich es geschehen, aus Gewohnheit, aus Mangel an Selbstwert und Selbstvertrauen. Ich blieb lange in der Rolle, die mir auferlegt worden war. Bis zu dem Tag, an dem alles in sich zusammenbrach, damals, im Juli 2020.

Aus dem Trümmerhaufen erhob sich der Phönix, verbrannte die Opferrolle endgültig, breitete die feurigen Schwingen aus und begann, das Leben – und sich selbst – zu umarmen. Was für eine Geschichte!

Wenn ich zurückblicke, scheint mir all das mitunter Ewigkeiten entfernt. Was sind 5 Jahre? Ich lebte 50 Jahre „neben meiner Spur“. Mit einem Spaltgips am linken Fuß auf der Couch meines Sohnes liegend schrieb ich Checklisten, sortierte mein Hab und Gut, verschenkte kistenweise was ich jahrelang als „notwendig“ erachtet hatte. Seit damals habe ich vieles auf- und weggegeben, mein Leben erleichtert, ohne jedoch auf etwas zu verzichten, was mir wirklich wichtig ist.

Was ist wirklich wichtig?

Meistens das, was nicht in Kisten passt:

Lebendiges, wie Freundschaften.

Ehrliches, wie ein von Herzen kommendes Lächeln.

Liebevolles, wie kleine Gesten der Verbundenheit.

Stärkendes, wie Erinnerungen.

Wärmendes, wie wunderbare Momente.

Erdendes, wie ein Spaziergang durch den Wald.

Erhebendes, wie der Ausblick von einem Berggipfel.

Erheiterndes, wie augenzwinkernder Humor und Selbstironie.

Erleichterndes, wie die Gewissheit der Veränderung.

Heute, im Mai 2025, lese ich meine Notizen von damals, erkenne mein damaliges ICH darin wieder, und bin gleichzeitig erleichtert, nicht mehr jenes ICH zu sein. Woran ich meine Veränderung erkenne? An den Menschen und Ereignissen, die mir in der Gegenwart begegnen. Heute führe ich ein Leben, das ich mir einst selbst in meinen kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt hätte – Lichtjahre entfernt von dem Opferdasein, das ich übernommen hatte, aus Prägung, familiärer Loyalität, falsch verstandener Liebe.

Zum Glück versank im Laufe der Zeit das Notizbuch in den Tiefen einer Schublade, wodurch ich meine Ziele nicht ständig vor Augen hatte. Ja, an dieser Stelle widerspreche ich bewusst dem Grundsatz, die eigenen Ziele stets im Fokus zu behalten, damit sie auch erreicht werden. Manchmal werden Ziele voreilig – oder aus Schmerz heraus – festgelegt, innerhalb jener (Selbst)Beschränkungen, derer man sich noch gar nicht bewusst ist. Manchmal fehlt es an Inspiration, was noch alles möglich wäre. Dabei fand sich alles bereits im ersten Wort auf meiner Liste:

Neuausrichtung!

Das, was ich auch jetzt wieder ganz oben auf meiner Agenda steht. Jedes Mal, wenn ich einen Stein aus meinem Rucksack entferne, eine Altlast über Bord werfe, beginnt der Prozess der Neuausrichtung von vorne. Veränderung. Leben. Lebendigkeit. Vom ersten bis zum letzten Atemzug. Anstrengend? Beruhigend! Mich selbst formen, mein Leben gestalten, bewusst sein, im Hier und Jetzt. Dankbar zurückblickend auf das, was einst war, und heute anders sein darf. Dankbar für dieses alte Notizbuch, das eine Erinnerung mit sich bringt, ebenso wie die Gewissheit, dass jede Krise gleichzeitig auch eine Chance darstellt. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

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DIALOG MIT DEM SCHICKSAL


… ein passender Titel für meine aktuelle Situation. Titelspendender Dialog lief in etwa so ab:

Schicksal: „Du hältst dich doch für ziemlich schlau, aber manchmal siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

Naja, überzeugend abstreiten kann ich das wohl nicht.

„Außerdem bist du weltmeisterlich im Hakenschlagen unterwegs.“

Auch dem stimme ich zu.

„Deine optimierten Ausweichmanöver setzt du vorwiegend dann ein, wenn du partout etwas nicht tun willst – oder eine Veränderung beharrlich verweigerst.“

Was soll ich darauf sagen?

„Dass es längst überfällig ist, einen ganz bestimmten Schritt zu tun.“

Wer gibt so etwas schon gerne freiwillig zu?

„Nachdem du es nicht freiwillig tun willst, werde ich dir ganz einfach das Ausweichen verunmöglichen.“

Verunmöglichen? Was für ein Wortkonstrukt.

„Kein Abschweifen auf Nebenschauplätze. Du weißt, was du zu tun hast.“

In der Tat – was nicht bedeutet, dass ich nicht 1000 und 1 Argumente an der Hand habe, warum es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist …

„Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, es gibt nur das JETZT.“

In gewisser Weise kann man es so sehen, aber …

„Kein Aber! Mach endlich diesen einen Schritt, den du seit langem verweigerst, weil …“

Weil?

„… weil dich dieser Schritt in unbekanntes Terrain führen wird. Und außerdem – ein Satz mit drei NICHT darin! Stell die Füße auf den Boden, atme tief durch, lächle.“

Das Schicksal hat leicht reden.

„Um dir diesen Schritt leichter zu machen, werde ich dir eine Karotte vor die Nase hängen, dich für einen kurzem Moment erleben lassen, wie es sein kann, wenn du den Schritt gemacht hast. Dir zeigen, was du dir selbst noch verbaust, weil du an etwas längst überholtem festhältst.“

An diesem Punkt bin ich nun. Das Schicksal hat für kurze Zeit ein Fenster in eine mögliche Zukunft für mich geöffnet, etwas, von dem ich bislang nicht zu träumen gewagt hatte. Um in dieser zukünftigen Zeitlinie anzukommen, gilt es tief in mir etwas zu verändern. Im Grunde eine Kleinigkeit (angesichts der Komplexität meiner Gesamtheit), ABER kein Zahnrad kann in einem Uhrwerk seine Laufrichtung verändern, ohne nicht das große Ganze zu beeinflussen. Mein systemisches Denken hat eine gewisse Vorstellung, was dadurch entstehen könnte. Butterfly-Effekt? Definitiv!

Bin ich bereit dafür?

Bereit, eine Überzeugung, die mich beinahe mein ganzes Leben lang begleitet hat, zu transformieren? Oder habe ich diese Überzeugung bereits (unbewusst) transformiert? Wie wäre sonst ein Blick in die Zukunft möglich gewesen? Vielleicht geht’s nun darum das unbewusst bereits geschehene ins Bewusstsein zu integrieren.

„Wie eingangs erwähnt, hast du ein helles Köpfchen.“

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Gedanken und Gefühle sind Energie. Energie gestaltet die Gegenwart und daraus entstehend die Zukunft.
All die Jahre, Jahrzehnte, in denen ich an mir gearbeitet habe, mich aus den Fesseln und Verstrickungen meiner Vergangenheit zu befreien, jenes „fremde“ Selbstbild abzulegen, das andere mir umgehängt haben und anstelle dessen zu werden, wer ich bin und sein will … all dies hat mich an jenen Punkt geführt, an dem ich heute stehe: einen Blick über den Horizont meiner bisherigen Vorstellungen hinaus erhaschend, was noch möglich wäre, wenn ich der Stimme meines Herzens folge und einen Gedanken umarme, den ich bis vor kurzem nicht zu denken gewagt hatte.

Führe ich einen Dialog mit meinem Schicksal – oder mit meiner Bestimmung?

Gibt es einen Unterschied?

Leben bedeutet Veränderung. Heute ist der 4. Mai, der perfekte Tag, um auf die Macht des Lebens vertrauend einen Schritt ins Unbekannte zu wagen und den eigenen Horizont zu erweitern.

May the Force be with you 😉

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DAS MACHT ETWAS MIT MIR


Blicke ich in die Welt hinaus, schaudert mir. Öffne ich meinen Webbrowser, poppen Schlagzeilen voller Gewalt auf; Katastrophen und Unheil. Manche nennen die Social Media Plattformen die Müllhalden des guten Benehmens. Menschen in machtvollen Positionen postulieren Aussagen voller Intoleranz, Geringschätzung, Ablehnung bis hin zu Hass, bei gleichzeitiger Selbstüberschätzung, Anmaßung und Hybris. Lausche ich in den Öffis auf die Worte außerhalb meiner Ohrstöpsel nehme ich Oberflächlichkeit wahr, beobachte egoistische (um nicht das Wort „rücksichtlose“ zu verwenden) Handlungen. Eine Einstellung im Sinne von „Ich zuerst, danach lange nichts“. Gesunde Lebensweise wird gepredigt, gesunde Lebensmittel werden ständig teurer, die günstigen immer mehr „Junk“, hochverarbeitete Industrieprodukte aus billigsten Rohstoffen. Rauchverbot klingt vordergründig gut, aber den Verkauf von Tabak will niemand einschränken, zu verlockend sind die daraus generierten Steuereinnahmen. Selbiges gilt für Treibstoff. Es gibt x Studien, die aufzeigen, was Menschen krank macht – doch außer temporäre Empörung geschieht nicht viel. Eintagsfliegen. Fatalismus. Die Menschheit steuert sehenden Auges auf ihre Selbstauslöschung zu.

„Das macht etwas mit mir.“

Diese Aussage höre ich häufig leise geflüstert, begleitet von einem Gefühl der Verzweiflung – mitunter sogar Resignation. Selten spreche ich die folgenden Worte laut aus, denn …

Das macht auch etwas mir mit. Es macht genau das mit mir, was ich zulasse, dass es tut. Lasse ich mich von all dem in eine dystopische Stimmung ziehen? Macht es mich depressiv? Fühle ich mich dem ausgeliefert – ein Opfer? Oder anerkenne ich, was es ist, ohne all dem die Macht über mich, mein Fühlen und mein Denken zu geben?

Es ist MEINE Entscheidung!

All das, was „falsch läuft“ kann ich nicht verändern – aber ich kann verändern, wie es auf mich wirkt. Lasse ich mich reinziehen in die destruktive, lebensfeindliche Energie? Oder bleibe ich meinem konstruktiven, lebensbejahenden Weg treu?

Meine Entscheidung!

Das macht etwas mit mir – das kann es nur, wenn ich die „Macht“ abgeben, an andere Menschen, Umstände, Medien …

Will ich das – die Macht über mich, mein Denken und mein Fühlen, an andere abgeben?

Es geschieht subtil. Ein unachtsamer Moment, und ich werde in den Strudel hineingezogen, tiefer und tiefer in jenes „schwarze Loch“, das andere erschaffen haben, auf dessen Boden sie sitzen und – so scheint es – keinen Weg herausfinden. Vielleicht auch gar nicht realisieren, wo sie gestrandet sind.

Dem Strudel zu widerstehen, erfordert Energie, aktiv anderes zu denken und zu fühlen, trotz jener „Realität“, die manchmal unveränderbar scheint, es aber nicht ist. Realität ist genau genommen frei von Wertung. Ereignisse sind. Punkt. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, ob positiv oder negativ. Abhängig von dieser Entscheidung, wirkt ein und dieselbe Realität unterschiedlich auf Menschen. Es geht nicht um Schönzeichen. Gewalt und Zerstörung können durch nichts geschönt werden. Es geht darum, kein Teil davon zu werden, sich nicht anstecken zu lassen von der Negativität, die sich übers Fühlen und Denken in die Seele schleicht und diese zerfrisst.

Wenn alles rundum nach unten zieht, ist es umso wichtiger, oben zu bleiben.

Wenn manche lauthals verkünden, wie schlecht alles ist, gilt es den Blick auf all das Gute zu richten, dankbar zu sein, für das eigene Leben und jeden Augenblick, jede Erfahrung, die mich als Mensch weiterbringt. Es gilt, kein Nährboden für die Saat jener zu werden, die in sich Konflikte tragen und Kriege im außen führen. Frieden kann nicht erzwungen werden. Frieden ist die Entscheidung, den Krieg (und den Konflikt in sich) zu beenden und Verantwortung für sich selbst, das eigenen Denken und Fühlen zu übernehmen.

Was auch immer da draußen geschieht, es macht etwas mit mir – es macht das, was ich entscheide, dass es tun darf.

Ich sehe die Ereignisse, höre die Aussagen, dennoch glaube ich an das Gute im Menschen, bin dankbar für eine Blume am Wegesrand, zufrieden mit meinem Leben, neugierig auf das Morgen, entscheide mich zu vertrauen.

Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen.

Andere mögen schwarze Löcher graben, ich baue Brücken aus Licht zu den Seelen der Menschen. Auch das tut etwas mit mir – und vielleicht auch mit anderen?

Bild: KI-generiert