GEDANKEN IN WEISS

Tag 4 oben am Berg. Gefühlt bin ich eine Ewigkeit weg vom Alltag. Gelassenheit und Leichtigkeit sind zurückgekehrt. Vielleicht liegt das auch daran, dass es an drei Tagen nahezu durchgängig geschneit hat. Der ansonsten atemberaubende Blick über die Berggipfel endete abrupt am Rande der Terrasse in einer Wand aus weiß. Die schneebeladenen Wolken haben sich um das Haus gelegt und verschlucken Licht und Schall. So muss es sich anfühlen, in Watte zu versinken. Der Alltag? Unendlich weit entfernt, in einer anderen Galaxis. Ich verweile zwischen Schneeflocken und Eiskristallen.

Zufällige Begegnungen mit anderen „Gestrandeten“ führen zu Gesprächen über Banales ebenso wie Tiefgründiges. Irgendwann frage ich mich: „Wenn alles möglich wäre, was würde ich morgen tun?“ Würde ich meinen Traum leben? Was ist mein Traum?

Die letzten Sonnenstrahlen des Tages blinzeln über einen mächtigen Bergrücken zu mir herüber, lassen mich innehalten. Abendstimmung auf 1.585. Farbspiele über verschneiten Gipfeln. Vergänglichkeit, die einlädt, über Ewigkeit nachzudenken. Über das, was folgt. Der nächste Morgen. Wenn alles möglich wäre, was würde ich tun?

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