(M)EINE WEIHNACHTS-CHALLENGE

Zugegeben, ich bin jetzt keine aus dem Lager jener, für die das Weihnachtsfest den Mittelpunkt des Jahreszyklus darstellt, aber diesmal hat es sich ergeben, dass mich einige Ereignisse der vergangenen Wochen an den Punkt gebracht haben, mich einem 24-Tage-Experiment zu stellen: (m)eine ganz persönliche Weihnachts-Challenge.

Vielleicht möchtest du mitmachen?

Die Idee entstand aus der (nicht gerade neuen) Erkenntnis, dass unsere innere Haltung wesentlich Einfluss darauf hat, ob man müde oder energiegeladen durchs Leben wandelt. In Kombination mit dem Wunsch, etwas verändern zu wollen – in erster Linie mich selbst, aber gerne auch die Welt 😉 – wurde daraus eine Achtsamkeitsübung, die mich durch den Advent begleiten wird. Es geht um … Dankbarkeit – absolut passend in der vorweihnachtlichen Zeit.

Es gibt innere Haltungen, die uns Energie rauben: Ablehnung, Zweifel, Widerstände, Eifersucht, Neid, Missgunst, Mangeldenken … allesamt hoch-dramatische Energievampire.

Es gibt aber auch innere Haltungen, die uns sprichwörtlich energetisieren und aufladen: Liebe, Freude, Dankbarkeit.

Meine Entscheidung fiel auf Dankbarkeit. Meine Challenge lautet: 24 Tage für alles, was mir in dieser Zeit begegnet, Dankbarkeit zu empfinden.

Dankbarsein für das wunderbare, liebevolle, die Geschenke des Lebens, die schönen Momente.

Dankbarsein für die Prüfungen, die sich auf meinem Weg zeigen werden.

Dankbarsein für Erfolge ebenso wie fürs Scheitern.

Frei von Wertung, voller Dankbarkeit dafür, erleben zu dürfen, was ich erleben werde, weil alles davon seinen Teil dazu beträgt, dass ich bin, wer ich bin.

Ein Experiment, eine Challenge – eine Erwartungshaltung? Natürlich kenne ich die Theorien zu Dankbarkeit, habe eine gewisse Vorstellung, was dadurch im Unterbewusstsein ausgelöst wird, wie das Gesetz der Anziehung wirkt … dennoch möchte ich es genau jetzt ERLEBEN … weil einiges in meinem Leben geschehen ist und gerade geschieht, für das ich auf nie zuvor gekannte Weise dankbar bin.

Vielleicht möchte ich auch einfach nur eine Idee in diese Welt hinausschicken, die vielleicht Nachahmer findet? Wer weiß? Meine innere Stimme flüstert mir zu: tue es – jetzt! … erwarte nichts, sei einfach dankbar.

In diesem Sinne: danke für deine Zeit, die du dir genommen hast, meine Worte zu lesen.

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IN DER MITTE DES LEBENS

Unter all den wertvollen Gedanken, die weise Menschen im Laufe meiner bisherigen Reise durch dieses Leben mit mir teilten, ist auch jener, der vom Werden und Loslassen selbigen Lebens berichtet. In der ersten Lebenshälfte, so heißt es, geht es darum, etwas zu aufzubauen, zu erschaffen, für den Fortbestand zu sorgen. Wachstum lautet das Motto – Quantität. Körperlich, materiell, Status, Ego. Bis hin zu jenem Punkt in der Mitte des Lebens, an dem alles anders wird – werden sollte.

Jeder von uns hat nur eine begrenzte Zeit in diesem Leben. Auch wenn viele so handeln, als würde sie ewig leben – sie werden sterben, früher oder später. Die zweite Hälfte des Lebens sollte als Vorbereitung auf dieses Ende dienen, die Basis für einen würdevollen Übergang schaffen, in Zufriedenheit und voller Dankbarkeit. Wo zuvor Quantität dominierte, geht es nun um Qualität, um Reife, und ja – aus Erfahrung und Reflexion geformte Lebensweisheit. Loslassen tritt in den Vordergrund. Loslassen von allem, was im jugendlichen Überschwang mitgenommen wurde und keinen Sinn mehr ergibt, keinen Zweck mehr erfüllt, keine Freude mehr bringt, keine Liebe in sich trägt – was zum vertrauten, dennoch hinderlichen Ballast wurde.

Wer in der Mitte des Lebens angekommen ist, erlebt mitunter, dass nichts mehr so läuft, wie früher. Stattdessen wiederholen sich manche Problemstellungen in kürzer werdenden Abständen. Ausweichen wird schwieriger, die Bearbeitung dringlicher. Prüfungen des Lebens? Wer seine erste Lebenshälfte auf die Welt im Außen fokussiert war, darf nun die Aufmerksamkeit nach innen richten und sich verdrängten Themen widmen. Der Wachstumsprozess wandelt seine Qualität, wird zum Reifungsprozess. Vielleicht wird die Melodie ein weniger langsamer, vielleicht die Töne leiser, harmonischer, vielfältiger.

Die zweite Lebenshälfte sollte und kann eine Phase der emotionalen Reife und Fülle, unerschütterlicher Ruhe und Gelassenheit, intensiver Lebensfreude und Lebenslust sein, eben weil das Ende näher rückt und die Unwiederbringlichkeit jedes einzelnen Momentes bewusst wird, der umso wertvoller wird. Wir können Zeit nicht auf einem Bankkonto horten, aber wir können jenen Ballast abwerfen, der es uns erschwert, das Wunderbare im Alltäglichen mit allen Sinnen wahrzunehmen, uns in die Umarmung des Lebens fallen zu lassen und den Weg der Liebe zu beschreiten.

ALLES NICHT SO EINFACH

Wer kennt das nicht? Irgendwann in der Vergangenheit geschah etwas extrem Schmerzhaftes, eine Verletzung durch einen Menschen, dem man bis dahin vertraut hat. Verrat, Betrug, Gewalt … was auch immer es war, es verursachte eine tiefe seelische Wunde, die lange nicht heilen wollte und konnte – manchmal bis zum heutigen Tag. Der rationale Verstand fand einen Weg, damit umzugehen, aber wir sind mehr als „nur“ unser Intellekt. Da gibt es noch eine andere, eine fühlende Seite – und für die ist es nicht so einfach…

Jahre, Jahrzehnte klammerte ich mich an den ungelösten Schmerz der Vergangenheit, kettete eben jene Vergangenheit an mich – in der Gegenwart. Mein Verstand hatte längst für alles volles Verständnis und Erklärungen entwickelt, aber eben nicht jene fühlende Seite. Auch wenn die Wunde nicht mehr blutete, sie war alles andere als verheilt. Ich erinnere mich an so manches Gespräch, in dem mir nahegelegt wurde, mich meinem seelischen Heilungsprozess zu widmen – und an meine abwehrende Reaktion. Es gäbe nichts zu heilen, das läge alles hinter mir und sei längst abgeschlossen … ich war gut darin, mir selbst etwas vorzumachen, mich selbst zu täuschen. Allzu vertraut war der Schmerz, als das ich mich davon trennen wollte – unbewusst. Paradox, genau deshalb menschlich.

Eben alles nicht so einfach.

Manche sagen, man muss verzeihen – aber manches kann man nicht verzeihen. Andere sagen, man muss versuchen zu verstehen – aber manchmal fehlt es an Informationen, die nicht mehr zu bekommen sind. Man kann das Geschehene als Schicksal oder Bestimmung sehen in dem Bestreben, den darin verborgenen Sinn zu erkennen und es zu transzendieren – ein nobler Weg, aber nicht ganz einfach.

Gibt es denn einen einfachen Weg?

Gute Frage. Meiner Erfahrung nach kann der Weg relativ „einfach“ sein, aber alles andere als leicht. Jene seelische Wunde zu heilen, die andere gerissen haben, Jahre oder Jahrzehnte in der Vergangenheit, in die vielleicht immer und immer wieder Salz gestreut wurde, die so vertraut wurde, dass ein Leben ohne diese Wunde schlichtweg unvorstellbar erscheint, die Teil des eigenen Selbstverständnisses wurde, dafür braucht es eine klare Entscheidung – Disziplin und Konsequenz.

Nachdem ich meine eigene Wunde jahrzehntelang wie ein Mahnmal vor mir hergetragen hatte im Sinne von „Seht, was mir geschehen ist und was ich überlebt habe“ kam ich eines Tages zur Erkenntnis, dass jedes Mahnmal die Vergangenheit in der Gegenwart am Leben erhält. Was nicht endet, kann nicht heilen. Um frei von dem Schmerz zu werden, musste die Vergangenheit vorbei sein dürfen. Vergessen? Nein, aber den Geschehnissen den ihnen gebührenden Stellenwert geben:

Ereignisse auf meinem Lebensweg. Punkt. Keinerlei Wertung.

Jede Wertung – egal ob positiv oder negativ – hat stets ein Gefühl im Schlepptau. Wer sich nicht grenzenlos selbst belügen und die Ereignisse in ihr Gegenteil verdrehen will, kann sich auf eine „neutrale Position“ zurückziehen und die Ereignisse als das belassen, was sie sind: Ein Teil des Weges.  Mit entsprechender Disziplin und Konsequenz nimmt das dem Schmerz den Nährboden, die Wunde kann heilen.

Eigentlich ist es einfach, aber tatsächlich ist es alles andere als leicht – so meine Erfahrung.

Seelischem Schmerz haftet eine Art von Magnetismus an, der ihn immer und immer wieder zurückholt, zumeist getriggert vom Ego, das wahrgenommen werden will, das sich ungerecht behandelt fühlt, auf Gerechtigkeit und Ausgleich pocht, mitunter auch auf Revanche oder Rache. Wo das Ego wirkt, hat Liebe wenig Chancen – doch ohne Liebe gibt es keine seelische Heilung. Weder Pillen noch Worte oder Taten können die Wunde in einer Seele heilen, wenn es an Liebe fehlt. Liebevoller Umgang mich sich selbst oder Festhalten am Schmerz? Eigentlich eine klare Entscheidung, aber tatsächlich nicht so einfach. Es braucht Disziplin und Konsequenz, den Verführungen des Egos und dem Magnetismus des Schmerzes zu widerstehen.

Aber – und dies ist nun mein letztes Aber für heute – es wird von Tag zu Tag leichter, und irgendwann sogar einfach.

Angelehnt an das altägyptische Totengericht, beim dem das Herz der Verstorbenen gegen eine Feder gewogen wurde. Nur wenn das Herz leichter war als die Feder, wurde ihm Einlass ins Totenreich gewährt … Wer sich vom Schmerz befreit, dessen Herz wird frei und leicht – vielleicht sogar leicht wie eine Feder.

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VON HELDEN UND ENGELN

Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit zu einem längeren, äußerst interessanten Gespräch mit einem jener Bergretter, die ich mit meinem Charity-Projekt Berggeflüster finanziell unterstütze. Zwischen all den humorvollen Anekdoten und haarsträubenden (Wie dumm können Menschen noch sein?) Begebenheiten blieb mir vor allem eine Aussage im Gedächtnis:

„Wir sind keine Helden …“

… die sich unter Verachtung ihres eigenen Lebens allen Widrigkeiten zum Trotz für das Leben eines anderen aufopfern.

„Wir sind Profis …“

… die das ganze Jahr trainieren, um das am Berg tun zu können, was für andere „heldenhaft“ wirkt. Aber wir wissen, was wir tun. Kein unnötiges Risiko. Jeder Handgriff sitzt, jeder Schritt ist überlegt.

Pragmatische Aussagen von einem, der der Realität ins Auge blickt – ohne Übertreibung oder Drama – und jede Überhöhung zurückweist. Das erinnert mich an jene Situationen, in denen Menschen mir zuschreiben, ich wäre ein „Engel“, der ihnen Hoffnung schenkt.

Ich bin kein Engel.

Das ich in jeder Krise auch Chancen zu erkennen vermag, jedes Problem mit Lösungsorientierung angehe, von Optimismus und Möglichkeiten sprechen kann, ist das Ergebnis von jahrelanger Arbeit an mir selbst, täglichem Training, Selbstreflexion, die sich fortsetzt.

Ich bin ein Profi …

… wenn es darum geht, aus den Ereignissen der Vergangenheit zu lernen, über sie hinauszuwachsen, diese zu transzendieren und die eigenen Potenziale zu entfalten. Ich bin vieles, aber sicherlich kein Engel. Manchmal möchte ich Menschen einen kräftigen Tritt in ihren Allerwertesten verpassen, wenn sie konsequent verweigern, sich von ihrem Schmerz zu trennen. Überhaupt nicht Engel-like. Geduld wird häufig zur Herausforderung, obwohl mir nur allzu bewusst ist, dass jeder von uns den eigenen Entwicklungsweg im eigenen Tempo beschreitet und es bei manchen einfach länger dauert.

Mir wurde nichts geschenkt. Es war harte Arbeit, hat viel Zeit und Ressourcen (auch Geld) gekostet, mein Drama zu transzendieren, die Aura aus Schmerz und Leid in eine Aura aus Liebe und Licht zu verwandeln. Ich habe mich mit meinem „Dämon“ verbündet, nutze diese Kraft konstruktiv für mich. Alles, was dafür nötig war und ist, zu lieben, was alle anderen abgelehnt haben: die unkontrollierbare Emotionalität in mir. Tatsächlich ist diese weniger unkontrollierbar als manche Experten meinen. Nachdem ich die Dynamik dahinter verstanden hatte, wurde aus einem jahrelangen Kampf ein spielerisches Miteinander.  

Vielleicht sollten wir öfters die Mythen beiseite schieben und auf das blicken, was es ist. Vieles, was unerreichbar scheint, wird möglich, wenn man lang genug daran arbeitet. Meistens braucht es dafür keine besondere Begabung, sondern schlichtweg Konsequenz. Die Stürme auf dem inneren Ozean der Emotionen zu zähmen, erfordert viel Übung, aber mit Ausdauer ist es möglich, Meisterschaft zu erlangen. Profis fallen nicht vom Himmel 😉

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WAS IST DAS – LIEBE?

„What’s love got to do with it?“ fragte einst Tina Turner. Gefühlt 1000x habe ich mich das auch bereits gefragt: „Was ist das – Liebe?“

Mir begegnete Liebe, die kompromisslos forderte: „Ich liebe dich, solange du tust, was ich für gut befinde.“ Erwiderte Liebe, in dem ich alles tat, was verlangt wurde, mich bedingungslos anpasste, bis ich nicht mehr ich selbst war. In meiner Kindheit traf ich auf Liebe, die so tief unter Leid verschüttet war, das nichts mehr davon an die Oberfläche drang.

Kaum etwas wird derart inflationär kommuniziert und missinterpretiert wie Liebe.

Was ist das – Liebe?

Lausche ich meiner inneren Stimme, ist ihre Antwort diese:

„Zu lieben, bedeutet dich zu sehen, wie du bist. Dich anzunehmen, wie du bist, voll und ganz, bedingungslos, mit allem, was dazu gehört, dem strahlenden Licht ebenso wie den dunklen Schatten. Meine Liebe vermag weder deine seelischen Wunden zu heilen noch die Lücken in deinem Sein zu schließen oder als Krücke zu tragen, was das deine ist. Doch meine Liebe vermag jener Hafen der Geborgenheit zu sein, in dem du Zuflucht finden und deine Segel flicken kannst. Zu lieben bedeutet zu halten ohne zu binden, in Freiheit und voller Vertrauen. Zu lieben bedeutet, deine Grenzen ebenso zu achten wie meine – sie nicht als Zurückweisung zu verstehen, sondern als den Punkt, an dem zwei Welten einander respektvoll begegnen.“

Es gibt Stimmen die sagen, im Laufe der Menschheitsgeschichte hätte sich die Art zu lieben verändert. Ich glaube, was sich verändert hat, sind die Gründe, warum wir Beziehungen eingehen. Wahre Liebe ist und bleibt, was sie ist und war: Ein rares Geschenk, das nicht jedem zu finden vergönnt ist – wie ein vierblättriges Kleeblatt in einer Sommerwiese. Manchmal scheint eins dieser Kleeblätter aus vier Herzen zu bestehen, ganz so, als ob es uns auf seine Weise daran erinnern möchte, was Liebe ist:

„Dein Herz, mein Herz, unser gemeinsames Herz und ein Herz für das, was uns verbindet.“

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DER WEG DES VERTRAUENS

Wie kann ich je wieder vertrauen, wenn mein Vertrauen derart missbraucht wurde, ich verletzt, hintergangen, betrogen, ausgenutzt … wurde?

Diese Frage erblicke ich häufig in den Augen von Menschen. Ausgesprochen wird sie deutlich seltener, dennoch schwebt sie immanent im Raum. Kein Wunder. Wer von uns ist schon frei von dieser Erfahrung? Und dieser Frage?

Was ist das überhaupt – Vertrauen? Manchmal habe ich den Eindruck, Vertrauen wird mit Gutgläubigkeit, Blauäugigkeit oder Naivität gleichgesetzt. Vertrau mir – ja, aber wie?

In meinem Buch „Berggeflüster – aus’m Herzn lebn“ bringe ich mein Verständnis von Vertrauen in einen Satz, der alles umfasst:

„Vertrauen ist, wenn du deine Angst umarmst, dich für ihre Sorge um dich bedankst, und dich entscheidest, deinem Herzen zu folgen, in der Gewissheit, dass – was auch immer kommen wird, es vom Leben für DICH auf DEINEN Weg platziert wurde, damit du ein Stückchen weiterkommst.“

Klingt doch gut. Eine stimmige Theorie, die schnell auf Zustimmung trifft. Die Herausforderung liegt nicht im Verstehen oder Akzeptieren, sondern in der Umsetzung im täglichen Leben. Angst heißt der Gegenspieler von Vertrauen. Angst entsteht zumeist aus schmerzhaften Erfahrungen heraus, verbindet uns unmittelbar und intensiv mit unserer Vergangenheit, verschleiert den Blick auf die Gegenwart, das Hier und Jetzt, baut Hürden auf dem Weg in die Zukunft. Noch mehr Theorie, die du vermutlich bereits am eigenen Leib zu spüren bekommen hast.

Einerseits ist es wichtig, sich der Vergangenheit bewusst zu sein, um daraus zu lernen – andererseits führt eine Fokussierung auf das Vergangene dazu, dass es sich in der Gegenwart wiederholt. Worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das verstärken wir. In etwas andere Worte gekleidet: Konzentration führt zum Erfolg – in diesem Fall dazu, das Vergangene neuerlich (vielleicht in leicht abgewandelter Form) zu durchleben. Einer der Gründe, warum manche Menschen immer und immer wieder ihre Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Tage, Jobs oder Beziehungen haben. Die Angst vor einer Wiederholung führt zur Wiederholung. Verdrängung ins Dunkel des Vergessens öffnet ebenso Tür und Tor für Wiederholung, weil ja nichts daraus gelernt wurde.

Es ist … kompliziert.

Auf den ersten Blick. Tatsächlich ist es erstaunlich einfach. Arbeit Ja, aber keine, die sich nicht mit konsequentem Training zu einer gelebten Routine entwickeln lässt. Simpel und einfach: es geht um Abgrenzung und selbstbesteuerten Perspektivenwechsel.

Ein Beispiel: ein Mensch betritt die Bühne meines Lebens (egal, in welcher Rolle: Kollegen am Arbeitsplatz, Freundin in der Freizeit, potenzieller Partner …). Gebranntes Kind scheut das Feuer. Will ich Nähe zulassen? Noch hinter den Mauern meiner emotionalen Firewall abwartend öffne ich die Schubladen meiner Vergangenheit, vergleiche das Vergangene mit dem Gegenwärtigen, spekuliere über das Kommende, durchlebe alten Schmerz, höre die besorgte/mahnende Stimme meiner Angst, frage mich, ob es wieder so sein wird … worauf richtet sich mein Fokus? Auf das Wunderbare, das möglich sein kann – oder auf das Schmerzhafte, das hinter mir liegt? Was verstärke ich? Was strahle ich auch? Was ziehe ich an? Stichwort: Self fullfilling prophecy, Law of Attraction …

Dem Weg des Vertrauens zu folgen, bedeutet die Kunst der Abgrenzung zu erlernen.

Zurück zum Beispiel: ich blicke BEWUSST zurück, als würde ich in einem alten Fotoalbum blättern, höre die Gespräche von damals, erinnere mich an meine Gefühle, mache mir BEWUSST, dass all das weit in der Vergangenheit liegt, ich meinen Weg weitergegangen bin, mich weiterentwickelt habe, heute eine andere Person bin. Ich erschaffe eine imaginäre, dennoch gültige Grenze, die es mir erlaubt, wahrzunehmen, ohne mich hineinziehen zu lassen. Solange es keine Zeitreisemaschinen gibt (vermutlich also nie), kann niemand von uns in die Vergangenheit zurückkehren, ABER wir können in unserem Denken und Fühlen das Vergangene in unsere Gegenwart holen – zumeist tun wir das unbewusst. Erstes Symptom: Angst vor Wiederholung. In gewisser Weise eine irrationale Angst, denn das Leben ist viel zu komplex, die Menschen allzu unterschiedlich, als das eine exakte Wiederholung überhaupt möglich wäre. Kein Tag gleicht präzise dem anderen. Mitunter sind es nur Nuancen, die abweichen, dennoch existiert ein Unterschied. Ich könnte jeden Tag den selben Song singen, aber keine zwei Aufzeichnungen würden sich gleich anhören. Wie kann ich mit Mensch A dasselbe durchleben wie mit Mensch B? Faktisch unmöglich. Aber wir sind nun einmal nicht nur faktisch denkende, sondern auch irrational fühlende Wesen. Werden wir von Angst bestimmt, erheben sich unsere individuellen Horrorszenarien aus den Tiefen unseres Unterbewusstseins und wir erschaffen, was wir nie wieder durchleben wollten.

Meine Strategie: der bewusste Blick auf das Vergangene, aber nicht nur auf das, was im Außen war, sondern ganz besonders auf das, was in mir war. Was hat mich bestimmt? Welche Erwartungen, Glaubenssätze, Ängste? Was habe ich damals beigetragen? Selbstreflexion! … und bewusste Integration von dem, was ich aus der Vergangenheit als Lernerfahrung mitnehmen will. Hierfür öffne ich temporär in der imaginären, dennoch gültigen Grenze einen Durchgang für meinen „Erfahrungsschatz“.

„Lernen aus dem, was war, um das, was ist, als das, was es ist, anzunehmen und mitzugestalten, was es werden kann.

Ein Satz, der alles sagt – und der zu Kontemplation einlädt😉

Die Kunst der Abgrenzung geht Hand in Hand mit Achtsamkeit, Akzeptanz, selbstbestimmten Entscheidungen – und Lösungsorientierung. Anstatt den Fokus auf das, was ich vermeiden will (das Problem) zu lenken, richte ich ihn auf das, was ich in mein Leben ziehen möchte (die Lösung).

Sollte sich an dieser Stelle bei dir der kritische Verstand melden im Sinne von „Ja, alles gut und schön und stimmt vermutlich auch, aber in meinem Fall und in dieser speziellen Situation ist das ganz anders und …“ diesen und ähnliche Sätze habe ich einst katapultartig jenen Menschen entgegengeschleudert, die mir meinen Einfluss auf mein eigenes (Er)Leben vor Augen führten. Heute sage ich: Ja, sie hatten recht – wie ich im Laufe der Jahre erkennen durfte. Zu jener Zeit war ich noch nicht so weit, auf dem Weg des Vertrauens zu wandeln, beherrschte die Kunst der Abgrenzung noch nicht, klammerte mich an meine Vergangenheit aus der Angst heraus, ohne diese nichts mehr zu sein – und verbaute mir selbst den Weg, im Hier und Jetzt ICH zu sein.

Heute besteht mein „Schutzschild“ aus Lebensfreude und der Liebe (zum Leben, zu Menschen, zu mir selbst) die ich ausstrahle, und die so manche fluchtartig das Weite suchen lässt, wie Knoblauch (Energie)Vampire vertreibt. Achtsam wandle ich bewusst auf dem Weg des Vertrauens, anerkenne und reflektiere meine Vergangenheit (und alles, wirklich alles, was dazugehört) voller Dankbarkeit, in dem Wissen, dass es mich zu jener werden ließ, die ich heute bin: Eine, die Worte wie diese findet, um Menschen wie dich zu inspirieren und zu ermutigen, deinen Weg des Vertrauens zu gehen.

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START IN MEIN NEUES LEBEN(SJAHR)

Heute beginnt ein neues Lebensjahr für mich. Ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken auf das vergangene Jahr, um daraus zu lernen und es im kommenden besser zu machen … theoretisch 😉

Mein Rückblick beginnt mit der Verwunderung darüber, was mir die Word-KI so alles vorschlägt: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten zum 50. Geburtstag deiner Mutter. Ein klarer Beweis: KI ist nicht allwissend. An dieser Stelle ein Bekenntnis meinerseits: ich schreibe selbst! KI finde ich grundsätzlich gut, weil sie in manchen Arbeitsbereichen sehr nützlich sein kann, ABER in meinem Verständnis des Wortes „Schriftstellerin“ (moderne Version: Autorin) würde ich mich selbst ad absurdum führen, eine KI für mich Worte finden zu lassen. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, vielleicht auch nur eine kreative Wortkünstlerin, die sich ihre zutiefst menschlichen individuellen Gedanken nicht aus einem Algorithmus heraus diktieren lassen will – auch nicht im neuen Lebensjahr.

Hinter mir legt ein echt turbulentes Jahr. Im Vergleich mit dem 18. Mai 2024 zeigen sich enorme Veränderungen. Der Tod meiner Mutter brachte einiges an verdrängten Themen wieder ins Bewusstsein, forderte von mir ein, mich damit zu befassen, neu zu bewerten, zu integrieren oder loszulassen. Heute erlebe ich erstmals einen Geburtstag ohne sie. Ich bin nicht mehr die Frau, die ich vor einem Jahr war. Ich bin keine Version von mir, die ich je zuvor war. Ich bin mehr denn je in mir selbst verankert, freier, eigenständiger, unabhängiger, selbstbestimmter. Ein sehr kraftvoller Zustand. In einen Satz gebracht:

Aus einer Borderline-Störung wurde eine Borderline-PERSÖNLICHKEIT.

Eine Grenzgängerin, gewiss, das kann ich nicht abstreiten. Niemand, der mein Arbeitspensum und mich kennt, würde mir anderes ernsthaft abnehmen 😉 Aber, wenn ich so auf mich selbst blicke, auf mein „mich an Grenzen bewegen“, erkenne ich auch, dass ich häufig „über die Grenze gehe“. Nicht im Sinne von Selbstzerstörung, Selbstverletzung oder Selbstausbeutung, sondern um neues zu entdecken und zu erschaffen, das zuvor nicht da (oder wahrnehmbar) war. Dabei kann es sich um Potenziale in mir handeln, die ich entfalte (was kann ich noch alles?) oder etwas gänzlich Neues zu erschaffen, Idee, Strukturen … eine Visionärin, Pionierin … ich gehe regelmäßig (oder bereits gewohnheitsmäßig) über die Grenzen meiner Komfortzone hinaus. Jeder dieser Schritte lässt mich wachsen.

Im Management bezeichnet diesen Prozess der ständigen Optimierung als „KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Für mich wurde KVP vor vielen Jahren zum Lebenskonzept. Ich optimiere mich selbst, aber auf meine Weise, ohne App-Filter, Botox, Schnippeleien, Push-up oder Shaping. Mir geht’s nicht um Äußerlichkeiten, sondern um das, was mich ZEITLOS (aus)macht: meine Persönlichkeit.  

Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Offenheit, Humor, Optimismus, Güte, Dankbarkeit, Lebensfreude, Gelassenheit, Empathie, Sinn … darum ging es im vergangenen Jahr und es wird auch mein kommendes Lebensjahr bestimmen. Wohlfühlen ist wichtig, ein paar Kilos zu viel auf der Waage ein Fakt, der meiner aktuellen Work-Life-Balance geschuldet ist. Falten? Ich bügle nicht gerne – egal was, und Spritzen mag ich auch nicht 😉 Wenn ich mich nicht so lieben kann, wie ich bin, habe ich – meiner Ansicht nach – noch etwas zu lernen im Leben. Was mich wiederum zum Punkt „grenzgängerische Pionierin“ bringt. Meine Anti-Oberflächlichkeit nehme ich zunehmend als visionär wahr (insbesondere in Öffis), meine Authentizität als Nadel im Heuhaufen der Masken, Fassaden, Fakes.

Vielleicht liegt es genau daran, dass ich immer häufiger Feedback voller Bewunderung für meine Persönlichkeit erhalte. Ich sei etwas besonders. Bin ich das? Ich nehme mich nicht so wahr. Für mich bin ich „normal“, geerdet und bei mir selbst angekommen. Nicht besonders, einfach nur Mensch(lich). Aber offenbar genau dadurch „anders“.

Selbstreflexion lautet mein Rezept. Kritisch, wertschätzend, humorvoll, liebevoll, 1-2x täglich, bei Bedarf gerne öfters. Raus aus dem Drama, rein ins bewusste Leben mit Herz & Sinn. Annehmen, was es ist – auch wenn’s nicht immer leichtfällt – und das bestmögliche daraus machen. In allem – wirklich ALLEM – was mir auf meinem Lebensweg begegnet, findet sich etwas, das mich weiterbringt, wenn ich mich dieser Möglichkeit öffne. Frei nach dem Motto: what is in it for me?

Welcher Gedanke passt besser zum Start in ein neues Lebensjahr?

Das Beitragsbild wurde übrigens mit KI generiert. Wie bereits erwähnt, für manche Bereiche finde ich KI äußerst nützlich.

IN DEN UNTIEFEN EINER SCHUBLADE WIEDERENTDECKT

… habe ich ein Notizbuch. Darin mein handschriftlicher Versuch, wieder Boden unter meine Füße zu bekommen. Das war im Juli 2020. Ich tat das, was ich ziemlich gut kann: ich erschuf mitten im Chaos Struktur. Klare Ziele. Unter Punkt 1 steht: Neuausrichtung und Stabilisierung. Job. Wohnsituation (was als Übergangslösung begann, entwickelte sich zu einem wunderbaren Arrangement). Ach ja, „neue Partnerschaft zeitnah“ steht auch dort. Das hat nicht geklappt – zum Glück.

Unmittelbar nach der Trennung wollte die entstandene Lücke geschlossen werden. Die Weisheit des Lebens jedoch verordnete mir Selbstfindung Advanced Level, wofür ich heute von ganzem Herzen dankbar bin.

„Jeder Topf findet seinen Deckel.“

In den vergangenen Jahren habe ich einige Male in den Spiegel geblickt und mich der Erkenntnis gestellt, dass mein Gegenüber jener Deckel war, der zu meinem Topf passte. Die perfekte Ergänzung zu dem, was ich war, was das Leben – oder besser: die Menschen in meinem Leben – aus mir gemacht hatten. Anfangs. Später ließ ich es geschehen, aus Gewohnheit, aus Mangel an Selbstwert und Selbstvertrauen. Ich blieb lange in der Rolle, die mir auferlegt worden war. Bis zu dem Tag, an dem alles in sich zusammenbrach, damals, im Juli 2020.

Aus dem Trümmerhaufen erhob sich der Phönix, verbrannte die Opferrolle endgültig, breitete die feurigen Schwingen aus und begann, das Leben – und sich selbst – zu umarmen. Was für eine Geschichte!

Wenn ich zurückblicke, scheint mir all das mitunter Ewigkeiten entfernt. Was sind 5 Jahre? Ich lebte 50 Jahre „neben meiner Spur“. Mit einem Spaltgips am linken Fuß auf der Couch meines Sohnes liegend schrieb ich Checklisten, sortierte mein Hab und Gut, verschenkte kistenweise was ich jahrelang als „notwendig“ erachtet hatte. Seit damals habe ich vieles auf- und weggegeben, mein Leben erleichtert, ohne jedoch auf etwas zu verzichten, was mir wirklich wichtig ist.

Was ist wirklich wichtig?

Meistens das, was nicht in Kisten passt:

Lebendiges, wie Freundschaften.

Ehrliches, wie ein von Herzen kommendes Lächeln.

Liebevolles, wie kleine Gesten der Verbundenheit.

Stärkendes, wie Erinnerungen.

Wärmendes, wie wunderbare Momente.

Erdendes, wie ein Spaziergang durch den Wald.

Erhebendes, wie der Ausblick von einem Berggipfel.

Erheiterndes, wie augenzwinkernder Humor und Selbstironie.

Erleichterndes, wie die Gewissheit der Veränderung.

Heute, im Mai 2025, lese ich meine Notizen von damals, erkenne mein damaliges ICH darin wieder, und bin gleichzeitig erleichtert, nicht mehr jenes ICH zu sein. Woran ich meine Veränderung erkenne? An den Menschen und Ereignissen, die mir in der Gegenwart begegnen. Heute führe ich ein Leben, das ich mir einst selbst in meinen kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt hätte – Lichtjahre entfernt von dem Opferdasein, das ich übernommen hatte, aus Prägung, familiärer Loyalität, falsch verstandener Liebe.

Zum Glück versank im Laufe der Zeit das Notizbuch in den Tiefen einer Schublade, wodurch ich meine Ziele nicht ständig vor Augen hatte. Ja, an dieser Stelle widerspreche ich bewusst dem Grundsatz, die eigenen Ziele stets im Fokus zu behalten, damit sie auch erreicht werden. Manchmal werden Ziele voreilig – oder aus Schmerz heraus – festgelegt, innerhalb jener (Selbst)Beschränkungen, derer man sich noch gar nicht bewusst ist. Manchmal fehlt es an Inspiration, was noch alles möglich wäre. Dabei fand sich alles bereits im ersten Wort auf meiner Liste:

Neuausrichtung!

Das, was ich auch jetzt wieder ganz oben auf meiner Agenda steht. Jedes Mal, wenn ich einen Stein aus meinem Rucksack entferne, eine Altlast über Bord werfe, beginnt der Prozess der Neuausrichtung von vorne. Veränderung. Leben. Lebendigkeit. Vom ersten bis zum letzten Atemzug. Anstrengend? Beruhigend! Mich selbst formen, mein Leben gestalten, bewusst sein, im Hier und Jetzt. Dankbar zurückblickend auf das, was einst war, und heute anders sein darf. Dankbar für dieses alte Notizbuch, das eine Erinnerung mit sich bringt, ebenso wie die Gewissheit, dass jede Krise gleichzeitig auch eine Chance darstellt. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

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DIALOG MIT DEM SCHICKSAL


… ein passender Titel für meine aktuelle Situation. Titelspendender Dialog lief in etwa so ab:

Schicksal: „Du hältst dich doch für ziemlich schlau, aber manchmal siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

Naja, überzeugend abstreiten kann ich das wohl nicht.

„Außerdem bist du weltmeisterlich im Hakenschlagen unterwegs.“

Auch dem stimme ich zu.

„Deine optimierten Ausweichmanöver setzt du vorwiegend dann ein, wenn du partout etwas nicht tun willst – oder eine Veränderung beharrlich verweigerst.“

Was soll ich darauf sagen?

„Dass es längst überfällig ist, einen ganz bestimmten Schritt zu tun.“

Wer gibt so etwas schon gerne freiwillig zu?

„Nachdem du es nicht freiwillig tun willst, werde ich dir ganz einfach das Ausweichen verunmöglichen.“

Verunmöglichen? Was für ein Wortkonstrukt.

„Kein Abschweifen auf Nebenschauplätze. Du weißt, was du zu tun hast.“

In der Tat – was nicht bedeutet, dass ich nicht 1000 und 1 Argumente an der Hand habe, warum es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist …

„Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, es gibt nur das JETZT.“

In gewisser Weise kann man es so sehen, aber …

„Kein Aber! Mach endlich diesen einen Schritt, den du seit langem verweigerst, weil …“

Weil?

„… weil dich dieser Schritt in unbekanntes Terrain führen wird. Und außerdem – ein Satz mit drei NICHT darin! Stell die Füße auf den Boden, atme tief durch, lächle.“

Das Schicksal hat leicht reden.

„Um dir diesen Schritt leichter zu machen, werde ich dir eine Karotte vor die Nase hängen, dich für einen kurzem Moment erleben lassen, wie es sein kann, wenn du den Schritt gemacht hast. Dir zeigen, was du dir selbst noch verbaust, weil du an etwas längst überholtem festhältst.“

An diesem Punkt bin ich nun. Das Schicksal hat für kurze Zeit ein Fenster in eine mögliche Zukunft für mich geöffnet, etwas, von dem ich bislang nicht zu träumen gewagt hatte. Um in dieser zukünftigen Zeitlinie anzukommen, gilt es tief in mir etwas zu verändern. Im Grunde eine Kleinigkeit (angesichts der Komplexität meiner Gesamtheit), ABER kein Zahnrad kann in einem Uhrwerk seine Laufrichtung verändern, ohne nicht das große Ganze zu beeinflussen. Mein systemisches Denken hat eine gewisse Vorstellung, was dadurch entstehen könnte. Butterfly-Effekt? Definitiv!

Bin ich bereit dafür?

Bereit, eine Überzeugung, die mich beinahe mein ganzes Leben lang begleitet hat, zu transformieren? Oder habe ich diese Überzeugung bereits (unbewusst) transformiert? Wie wäre sonst ein Blick in die Zukunft möglich gewesen? Vielleicht geht’s nun darum das unbewusst bereits geschehene ins Bewusstsein zu integrieren.

„Wie eingangs erwähnt, hast du ein helles Köpfchen.“

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Gedanken und Gefühle sind Energie. Energie gestaltet die Gegenwart und daraus entstehend die Zukunft.
All die Jahre, Jahrzehnte, in denen ich an mir gearbeitet habe, mich aus den Fesseln und Verstrickungen meiner Vergangenheit zu befreien, jenes „fremde“ Selbstbild abzulegen, das andere mir umgehängt haben und anstelle dessen zu werden, wer ich bin und sein will … all dies hat mich an jenen Punkt geführt, an dem ich heute stehe: einen Blick über den Horizont meiner bisherigen Vorstellungen hinaus erhaschend, was noch möglich wäre, wenn ich der Stimme meines Herzens folge und einen Gedanken umarme, den ich bis vor kurzem nicht zu denken gewagt hatte.

Führe ich einen Dialog mit meinem Schicksal – oder mit meiner Bestimmung?

Gibt es einen Unterschied?

Leben bedeutet Veränderung. Heute ist der 4. Mai, der perfekte Tag, um auf die Macht des Lebens vertrauend einen Schritt ins Unbekannte zu wagen und den eigenen Horizont zu erweitern.

May the Force be with you 😉

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DER SCHLÜSSEL ZUM IMMERWÄHRENDEN GLÜCK(LICHSEIN)


Es gibt sie noch, die inspirierenden Gespräche bei einer guten Tasse Tee, wenn der dicht getaktete Alltag für einige Zeit in den Hintergrund rückt und der Austausch von Gedanken im Hier und Jetzt den Raum in eine lebendige, mitunter vibrierende Atmosphäre hüllt. So geschehen am gestrigen Nachmittag im zauberhaften Ambiente von Anna Pichler’s „dieLeserei“ in Bad Gastein. Obwohl wir aus zwei unterschiedlichen Generationen stammen, verbinden uns doch so einige Bücher und Gedanken zum Leben, zu Geschichten … reichlich Inspiration, um all die „Gedankensplitter“, die seit einziger Zeit in meinem Kopf kreisen, hier zusammenzufassen:

Der Schlüssel zum immerwährenden Glück(lichsein)

Gibt’s den überhaupt? Kann ein Mensch IMMER glücklich sein? Was bedeutet Glück? Was verbirgt sich hinter diesem einen Wort, das wohl – wie so oft, aber in diesem Fall möglicherweise noch mehr als üblich – jede und jeder anders interpretiert? Ist es Glück, im Lotto zu gewinnen? Ja, aber macht es mich auch glücklich? Vielleicht im Augenblick, aber dauerhaft?

Immerwährendes Glück(lichsein)?

Könnten wir diesen Zustand erreichen, wären wir dann noch glücklich? Oder wären wir dieses Glücks bald überdrüssig? Jeden Tag die eigene Lieblingsspeise auf dem Tisch vorzufinden, lässt diese Speise ziemlich rasch im Beliebheitsranking nach unten rutschen. Was mich zu einem weiteren Gedanken führt: Glück, das von äußeren Faktoren abhängig ist. Gewiss, wir können es finden, aber ebenso wieder verlieren. Der EINE Mensch, der/die mich glücklich macht? Was für eine Bürde, die ich diesem Menschen auf die Schultern laste? Mich glücklich zu machen?

Wer das Glück nicht in sich findet, findet es nirgendwo.

Weder an einem Ort noch bei einem Menschen oder im Besitz von was auch immer. Nehmen wir an, ich hätte im Lotto gewonnen. Ein Grund zum Glücklichsein. Nehmen wir an, kurze Zeit später erfahre ich, dass mir nur noch ein Jahr zum Leben bleibt. Was nun? Wie gewonnen, so zerronnen?
Seit einiger Zeit geistert ein „Rezept zum Glücklichsein“ durch meinen Kopf, das noch nicht final ausformuliert ist – was es vermutlich/hoffentlich auch nie sein wird:

Eine große Portion (Selbst)Liebe im Herzen + umfassender Frieden in der Seele + auf (Selbst)vertrauen basierende Gelassenheit im Geist UND eine Prise Humor = Grundrezept für Zufriedenheit bzw. der Boden, auf dem das Glücklichsein sich gerne niederlässt.

Bitte in diesem Zusammenhang Gelassenheit nicht als Widerspruch zu Agilität verstehen. Beides ist zeitgleich möglich. Viel und schnell zu tun und dennoch dabei gelassen zu bleiben. Es geht um die innere Haltung, nicht um Quantität oder Tempo.

Zur Gelassenheit gehört auch, das anzunehmen, was es ist. Mein ursprünglicher Plan war, um diese Zeit unter strahlendblauem Himmel durch den Märzschnee zu carven. Dann kam die Realität: es schneit (intensiv), Sicht nahezu Zero, ergo sitze ich im Hotelzimmer, tippe diese Zeilen in mein Laptop und freue mich daran, meinen Gedanken mit dir zu teilen. Mein Glück(lichsein) hat sich von äußeren Umständen befreit. Das ich diesen Bewusstseinszustand erreichen konnte, dazu haben auch einige der zuvor erwähnten Bücher beigetragen.

Ehrlicherweise füge ich hinzu, dass mein Ego (das gerne an gefassten Plänen festhält) seit dem Aufwachen diverse Wetter-Apps und WebCams konsultiert hat, um vielleicht doch noch ein Fleckchen blauen Himmels zu erhaschen und damit verbunden ein handfestes Argument, dennoch auf den Berg raufzufahren. Zum Glück (Redewendung oder doch mehr?) nimmt meine humorvolle Seite das weniger ernst, was mich über mich selbst Schmunzeln lässt. So viel Entschlossenheit und (zum Glück) situationselastische Disziplin. Welch eine glückliche Kombination 😉die mich von grimmigen „Das-muss-aber-sein“-Aktionen Abstand nehmen und mich die „Wofür-ist-das-eine-Gelegenheit“-Brille aufsetzen lässt.

Humor – welch ein Geschenk des Lebens! Ähnlich dem magischen Feenstaub vermag Humor Leichtigkeit ins Leben zu zaubern – und zumindest gedanklich sind dabei auch Höhenflüge möglich.

Zurück zum immerwährenden Glück(lichsein). Möglich? Ich denke, das hängt davon ab, wie jede und jeder diesen Begriff für sich definiert. Meine persönliche Definition: in einem Zustand immanenter Lebensfreude und (Selbst)Liebe das Leben und alles, was es mit sich bringt, gelassen, vertrauensvoll, dankbar und humorvoll annehmen zu können. Wenn mir das gelingt, bin ich zufrieden und fühle mich glücklich. Der Schlüssel dafür bin ich selbst.