START IN MEIN NEUES LEBEN(SJAHR)

Heute beginnt ein neues Lebensjahr für mich. Ein guter Zeitpunkt, zurückzublicken auf das vergangene Jahr, um daraus zu lernen und es im kommenden besser zu machen … theoretisch 😉

Mein Rückblick beginnt mit der Verwunderung darüber, was mir die Word-KI so alles vorschlägt: Erstelle eine Liste mit Aktivitäten zum 50. Geburtstag deiner Mutter. Ein klarer Beweis: KI ist nicht allwissend. An dieser Stelle ein Bekenntnis meinerseits: ich schreibe selbst! KI finde ich grundsätzlich gut, weil sie in manchen Arbeitsbereichen sehr nützlich sein kann, ABER in meinem Verständnis des Wortes „Schriftstellerin“ (moderne Version: Autorin) würde ich mich selbst ad absurdum führen, eine KI für mich Worte finden zu lassen. Vielleicht bin ich da etwas altmodisch, vielleicht auch nur eine kreative Wortkünstlerin, die sich ihre zutiefst menschlichen individuellen Gedanken nicht aus einem Algorithmus heraus diktieren lassen will – auch nicht im neuen Lebensjahr.

Hinter mir legt ein echt turbulentes Jahr. Im Vergleich mit dem 18. Mai 2024 zeigen sich enorme Veränderungen. Der Tod meiner Mutter brachte einiges an verdrängten Themen wieder ins Bewusstsein, forderte von mir ein, mich damit zu befassen, neu zu bewerten, zu integrieren oder loszulassen. Heute erlebe ich erstmals einen Geburtstag ohne sie. Ich bin nicht mehr die Frau, die ich vor einem Jahr war. Ich bin keine Version von mir, die ich je zuvor war. Ich bin mehr denn je in mir selbst verankert, freier, eigenständiger, unabhängiger, selbstbestimmter. Ein sehr kraftvoller Zustand. In einen Satz gebracht:

Aus einer Borderline-Störung wurde eine Borderline-PERSÖNLICHKEIT.

Eine Grenzgängerin, gewiss, das kann ich nicht abstreiten. Niemand, der mein Arbeitspensum und mich kennt, würde mir anderes ernsthaft abnehmen 😉 Aber, wenn ich so auf mich selbst blicke, auf mein „mich an Grenzen bewegen“, erkenne ich auch, dass ich häufig „über die Grenze gehe“. Nicht im Sinne von Selbstzerstörung, Selbstverletzung oder Selbstausbeutung, sondern um neues zu entdecken und zu erschaffen, das zuvor nicht da (oder wahrnehmbar) war. Dabei kann es sich um Potenziale in mir handeln, die ich entfalte (was kann ich noch alles?) oder etwas gänzlich Neues zu erschaffen, Idee, Strukturen … eine Visionärin, Pionierin … ich gehe regelmäßig (oder bereits gewohnheitsmäßig) über die Grenzen meiner Komfortzone hinaus. Jeder dieser Schritte lässt mich wachsen.

Im Management bezeichnet diesen Prozess der ständigen Optimierung als „KVP – kontinuierlicher Verbesserungsprozess“. Für mich wurde KVP vor vielen Jahren zum Lebenskonzept. Ich optimiere mich selbst, aber auf meine Weise, ohne App-Filter, Botox, Schnippeleien, Push-up oder Shaping. Mir geht’s nicht um Äußerlichkeiten, sondern um das, was mich ZEITLOS (aus)macht: meine Persönlichkeit.  

Achtsamkeit, Aufrichtigkeit, Offenheit, Humor, Optimismus, Güte, Dankbarkeit, Lebensfreude, Gelassenheit, Empathie, Sinn … darum ging es im vergangenen Jahr und es wird auch mein kommendes Lebensjahr bestimmen. Wohlfühlen ist wichtig, ein paar Kilos zu viel auf der Waage ein Fakt, der meiner aktuellen Work-Life-Balance geschuldet ist. Falten? Ich bügle nicht gerne – egal was, und Spritzen mag ich auch nicht 😉 Wenn ich mich nicht so lieben kann, wie ich bin, habe ich – meiner Ansicht nach – noch etwas zu lernen im Leben. Was mich wiederum zum Punkt „grenzgängerische Pionierin“ bringt. Meine Anti-Oberflächlichkeit nehme ich zunehmend als visionär wahr (insbesondere in Öffis), meine Authentizität als Nadel im Heuhaufen der Masken, Fassaden, Fakes.

Vielleicht liegt es genau daran, dass ich immer häufiger Feedback voller Bewunderung für meine Persönlichkeit erhalte. Ich sei etwas besonders. Bin ich das? Ich nehme mich nicht so wahr. Für mich bin ich „normal“, geerdet und bei mir selbst angekommen. Nicht besonders, einfach nur Mensch(lich). Aber offenbar genau dadurch „anders“.

Selbstreflexion lautet mein Rezept. Kritisch, wertschätzend, humorvoll, liebevoll, 1-2x täglich, bei Bedarf gerne öfters. Raus aus dem Drama, rein ins bewusste Leben mit Herz & Sinn. Annehmen, was es ist – auch wenn’s nicht immer leichtfällt – und das bestmögliche daraus machen. In allem – wirklich ALLEM – was mir auf meinem Lebensweg begegnet, findet sich etwas, das mich weiterbringt, wenn ich mich dieser Möglichkeit öffne. Frei nach dem Motto: what is in it for me?

Welcher Gedanke passt besser zum Start in ein neues Lebensjahr?

Das Beitragsbild wurde übrigens mit KI generiert. Wie bereits erwähnt, für manche Bereiche finde ich KI äußerst nützlich.

IN DEN UNTIEFEN EINER SCHUBLADE WIEDERENTDECKT

… habe ich ein Notizbuch. Darin mein handschriftlicher Versuch, wieder Boden unter meine Füße zu bekommen. Das war im Juli 2020. Ich tat das, was ich ziemlich gut kann: ich erschuf mitten im Chaos Struktur. Klare Ziele. Unter Punkt 1 steht: Neuausrichtung und Stabilisierung. Job. Wohnsituation (was als Übergangslösung begann, entwickelte sich zu einem wunderbaren Arrangement). Ach ja, „neue Partnerschaft zeitnah“ steht auch dort. Das hat nicht geklappt – zum Glück.

Unmittelbar nach der Trennung wollte die entstandene Lücke geschlossen werden. Die Weisheit des Lebens jedoch verordnete mir Selbstfindung Advanced Level, wofür ich heute von ganzem Herzen dankbar bin.

„Jeder Topf findet seinen Deckel.“

In den vergangenen Jahren habe ich einige Male in den Spiegel geblickt und mich der Erkenntnis gestellt, dass mein Gegenüber jener Deckel war, der zu meinem Topf passte. Die perfekte Ergänzung zu dem, was ich war, was das Leben – oder besser: die Menschen in meinem Leben – aus mir gemacht hatten. Anfangs. Später ließ ich es geschehen, aus Gewohnheit, aus Mangel an Selbstwert und Selbstvertrauen. Ich blieb lange in der Rolle, die mir auferlegt worden war. Bis zu dem Tag, an dem alles in sich zusammenbrach, damals, im Juli 2020.

Aus dem Trümmerhaufen erhob sich der Phönix, verbrannte die Opferrolle endgültig, breitete die feurigen Schwingen aus und begann, das Leben – und sich selbst – zu umarmen. Was für eine Geschichte!

Wenn ich zurückblicke, scheint mir all das mitunter Ewigkeiten entfernt. Was sind 5 Jahre? Ich lebte 50 Jahre „neben meiner Spur“. Mit einem Spaltgips am linken Fuß auf der Couch meines Sohnes liegend schrieb ich Checklisten, sortierte mein Hab und Gut, verschenkte kistenweise was ich jahrelang als „notwendig“ erachtet hatte. Seit damals habe ich vieles auf- und weggegeben, mein Leben erleichtert, ohne jedoch auf etwas zu verzichten, was mir wirklich wichtig ist.

Was ist wirklich wichtig?

Meistens das, was nicht in Kisten passt:

Lebendiges, wie Freundschaften.

Ehrliches, wie ein von Herzen kommendes Lächeln.

Liebevolles, wie kleine Gesten der Verbundenheit.

Stärkendes, wie Erinnerungen.

Wärmendes, wie wunderbare Momente.

Erdendes, wie ein Spaziergang durch den Wald.

Erhebendes, wie der Ausblick von einem Berggipfel.

Erheiterndes, wie augenzwinkernder Humor und Selbstironie.

Erleichterndes, wie die Gewissheit der Veränderung.

Heute, im Mai 2025, lese ich meine Notizen von damals, erkenne mein damaliges ICH darin wieder, und bin gleichzeitig erleichtert, nicht mehr jenes ICH zu sein. Woran ich meine Veränderung erkenne? An den Menschen und Ereignissen, die mir in der Gegenwart begegnen. Heute führe ich ein Leben, das ich mir einst selbst in meinen kühnsten Träumen nicht auszumalen gewagt hätte – Lichtjahre entfernt von dem Opferdasein, das ich übernommen hatte, aus Prägung, familiärer Loyalität, falsch verstandener Liebe.

Zum Glück versank im Laufe der Zeit das Notizbuch in den Tiefen einer Schublade, wodurch ich meine Ziele nicht ständig vor Augen hatte. Ja, an dieser Stelle widerspreche ich bewusst dem Grundsatz, die eigenen Ziele stets im Fokus zu behalten, damit sie auch erreicht werden. Manchmal werden Ziele voreilig – oder aus Schmerz heraus – festgelegt, innerhalb jener (Selbst)Beschränkungen, derer man sich noch gar nicht bewusst ist. Manchmal fehlt es an Inspiration, was noch alles möglich wäre. Dabei fand sich alles bereits im ersten Wort auf meiner Liste:

Neuausrichtung!

Das, was ich auch jetzt wieder ganz oben auf meiner Agenda steht. Jedes Mal, wenn ich einen Stein aus meinem Rucksack entferne, eine Altlast über Bord werfe, beginnt der Prozess der Neuausrichtung von vorne. Veränderung. Leben. Lebendigkeit. Vom ersten bis zum letzten Atemzug. Anstrengend? Beruhigend! Mich selbst formen, mein Leben gestalten, bewusst sein, im Hier und Jetzt. Dankbar zurückblickend auf das, was einst war, und heute anders sein darf. Dankbar für dieses alte Notizbuch, das eine Erinnerung mit sich bringt, ebenso wie die Gewissheit, dass jede Krise gleichzeitig auch eine Chance darstellt. Es liegt an uns, was wir daraus machen.

Bild: pixabay.com

DIALOG MIT DEM SCHICKSAL


… ein passender Titel für meine aktuelle Situation. Titelspendender Dialog lief in etwa so ab:

Schicksal: „Du hältst dich doch für ziemlich schlau, aber manchmal siehst du den Wald vor lauter Bäumen nicht.“

Naja, überzeugend abstreiten kann ich das wohl nicht.

„Außerdem bist du weltmeisterlich im Hakenschlagen unterwegs.“

Auch dem stimme ich zu.

„Deine optimierten Ausweichmanöver setzt du vorwiegend dann ein, wenn du partout etwas nicht tun willst – oder eine Veränderung beharrlich verweigerst.“

Was soll ich darauf sagen?

„Dass es längst überfällig ist, einen ganz bestimmten Schritt zu tun.“

Wer gibt so etwas schon gerne freiwillig zu?

„Nachdem du es nicht freiwillig tun willst, werde ich dir ganz einfach das Ausweichen verunmöglichen.“

Verunmöglichen? Was für ein Wortkonstrukt.

„Kein Abschweifen auf Nebenschauplätze. Du weißt, was du zu tun hast.“

In der Tat – was nicht bedeutet, dass ich nicht 1000 und 1 Argumente an der Hand habe, warum es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist …

„Es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, es gibt nur das JETZT.“

In gewisser Weise kann man es so sehen, aber …

„Kein Aber! Mach endlich diesen einen Schritt, den du seit langem verweigerst, weil …“

Weil?

„… weil dich dieser Schritt in unbekanntes Terrain führen wird. Und außerdem – ein Satz mit drei NICHT darin! Stell die Füße auf den Boden, atme tief durch, lächle.“

Das Schicksal hat leicht reden.

„Um dir diesen Schritt leichter zu machen, werde ich dir eine Karotte vor die Nase hängen, dich für einen kurzem Moment erleben lassen, wie es sein kann, wenn du den Schritt gemacht hast. Dir zeigen, was du dir selbst noch verbaust, weil du an etwas längst überholtem festhältst.“

An diesem Punkt bin ich nun. Das Schicksal hat für kurze Zeit ein Fenster in eine mögliche Zukunft für mich geöffnet, etwas, von dem ich bislang nicht zu träumen gewagt hatte. Um in dieser zukünftigen Zeitlinie anzukommen, gilt es tief in mir etwas zu verändern. Im Grunde eine Kleinigkeit (angesichts der Komplexität meiner Gesamtheit), ABER kein Zahnrad kann in einem Uhrwerk seine Laufrichtung verändern, ohne nicht das große Ganze zu beeinflussen. Mein systemisches Denken hat eine gewisse Vorstellung, was dadurch entstehen könnte. Butterfly-Effekt? Definitiv!

Bin ich bereit dafür?

Bereit, eine Überzeugung, die mich beinahe mein ganzes Leben lang begleitet hat, zu transformieren? Oder habe ich diese Überzeugung bereits (unbewusst) transformiert? Wie wäre sonst ein Blick in die Zukunft möglich gewesen? Vielleicht geht’s nun darum das unbewusst bereits geschehene ins Bewusstsein zu integrieren.

„Wie eingangs erwähnt, hast du ein helles Köpfchen.“

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Gedanken und Gefühle sind Energie. Energie gestaltet die Gegenwart und daraus entstehend die Zukunft.
All die Jahre, Jahrzehnte, in denen ich an mir gearbeitet habe, mich aus den Fesseln und Verstrickungen meiner Vergangenheit zu befreien, jenes „fremde“ Selbstbild abzulegen, das andere mir umgehängt haben und anstelle dessen zu werden, wer ich bin und sein will … all dies hat mich an jenen Punkt geführt, an dem ich heute stehe: einen Blick über den Horizont meiner bisherigen Vorstellungen hinaus erhaschend, was noch möglich wäre, wenn ich der Stimme meines Herzens folge und einen Gedanken umarme, den ich bis vor kurzem nicht zu denken gewagt hatte.

Führe ich einen Dialog mit meinem Schicksal – oder mit meiner Bestimmung?

Gibt es einen Unterschied?

Leben bedeutet Veränderung. Heute ist der 4. Mai, der perfekte Tag, um auf die Macht des Lebens vertrauend einen Schritt ins Unbekannte zu wagen und den eigenen Horizont zu erweitern.

May the Force be with you 😉

Bild: pixabay.com

DER SCHLÜSSEL ZUM IMMERWÄHRENDEN GLÜCK(LICHSEIN)


Es gibt sie noch, die inspirierenden Gespräche bei einer guten Tasse Tee, wenn der dicht getaktete Alltag für einige Zeit in den Hintergrund rückt und der Austausch von Gedanken im Hier und Jetzt den Raum in eine lebendige, mitunter vibrierende Atmosphäre hüllt. So geschehen am gestrigen Nachmittag im zauberhaften Ambiente von Anna Pichler’s „dieLeserei“ in Bad Gastein. Obwohl wir aus zwei unterschiedlichen Generationen stammen, verbinden uns doch so einige Bücher und Gedanken zum Leben, zu Geschichten … reichlich Inspiration, um all die „Gedankensplitter“, die seit einziger Zeit in meinem Kopf kreisen, hier zusammenzufassen:

Der Schlüssel zum immerwährenden Glück(lichsein)

Gibt’s den überhaupt? Kann ein Mensch IMMER glücklich sein? Was bedeutet Glück? Was verbirgt sich hinter diesem einen Wort, das wohl – wie so oft, aber in diesem Fall möglicherweise noch mehr als üblich – jede und jeder anders interpretiert? Ist es Glück, im Lotto zu gewinnen? Ja, aber macht es mich auch glücklich? Vielleicht im Augenblick, aber dauerhaft?

Immerwährendes Glück(lichsein)?

Könnten wir diesen Zustand erreichen, wären wir dann noch glücklich? Oder wären wir dieses Glücks bald überdrüssig? Jeden Tag die eigene Lieblingsspeise auf dem Tisch vorzufinden, lässt diese Speise ziemlich rasch im Beliebheitsranking nach unten rutschen. Was mich zu einem weiteren Gedanken führt: Glück, das von äußeren Faktoren abhängig ist. Gewiss, wir können es finden, aber ebenso wieder verlieren. Der EINE Mensch, der/die mich glücklich macht? Was für eine Bürde, die ich diesem Menschen auf die Schultern laste? Mich glücklich zu machen?

Wer das Glück nicht in sich findet, findet es nirgendwo.

Weder an einem Ort noch bei einem Menschen oder im Besitz von was auch immer. Nehmen wir an, ich hätte im Lotto gewonnen. Ein Grund zum Glücklichsein. Nehmen wir an, kurze Zeit später erfahre ich, dass mir nur noch ein Jahr zum Leben bleibt. Was nun? Wie gewonnen, so zerronnen?
Seit einiger Zeit geistert ein „Rezept zum Glücklichsein“ durch meinen Kopf, das noch nicht final ausformuliert ist – was es vermutlich/hoffentlich auch nie sein wird:

Eine große Portion (Selbst)Liebe im Herzen + umfassender Frieden in der Seele + auf (Selbst)vertrauen basierende Gelassenheit im Geist UND eine Prise Humor = Grundrezept für Zufriedenheit bzw. der Boden, auf dem das Glücklichsein sich gerne niederlässt.

Bitte in diesem Zusammenhang Gelassenheit nicht als Widerspruch zu Agilität verstehen. Beides ist zeitgleich möglich. Viel und schnell zu tun und dennoch dabei gelassen zu bleiben. Es geht um die innere Haltung, nicht um Quantität oder Tempo.

Zur Gelassenheit gehört auch, das anzunehmen, was es ist. Mein ursprünglicher Plan war, um diese Zeit unter strahlendblauem Himmel durch den Märzschnee zu carven. Dann kam die Realität: es schneit (intensiv), Sicht nahezu Zero, ergo sitze ich im Hotelzimmer, tippe diese Zeilen in mein Laptop und freue mich daran, meinen Gedanken mit dir zu teilen. Mein Glück(lichsein) hat sich von äußeren Umständen befreit. Das ich diesen Bewusstseinszustand erreichen konnte, dazu haben auch einige der zuvor erwähnten Bücher beigetragen.

Ehrlicherweise füge ich hinzu, dass mein Ego (das gerne an gefassten Plänen festhält) seit dem Aufwachen diverse Wetter-Apps und WebCams konsultiert hat, um vielleicht doch noch ein Fleckchen blauen Himmels zu erhaschen und damit verbunden ein handfestes Argument, dennoch auf den Berg raufzufahren. Zum Glück (Redewendung oder doch mehr?) nimmt meine humorvolle Seite das weniger ernst, was mich über mich selbst Schmunzeln lässt. So viel Entschlossenheit und (zum Glück) situationselastische Disziplin. Welch eine glückliche Kombination 😉die mich von grimmigen „Das-muss-aber-sein“-Aktionen Abstand nehmen und mich die „Wofür-ist-das-eine-Gelegenheit“-Brille aufsetzen lässt.

Humor – welch ein Geschenk des Lebens! Ähnlich dem magischen Feenstaub vermag Humor Leichtigkeit ins Leben zu zaubern – und zumindest gedanklich sind dabei auch Höhenflüge möglich.

Zurück zum immerwährenden Glück(lichsein). Möglich? Ich denke, das hängt davon ab, wie jede und jeder diesen Begriff für sich definiert. Meine persönliche Definition: in einem Zustand immanenter Lebensfreude und (Selbst)Liebe das Leben und alles, was es mit sich bringt, gelassen, vertrauensvoll, dankbar und humorvoll annehmen zu können. Wenn mir das gelingt, bin ich zufrieden und fühle mich glücklich. Der Schlüssel dafür bin ich selbst.

DAS MACHT ETWAS MIT MIR


Blicke ich in die Welt hinaus, schaudert mir. Öffne ich meinen Webbrowser, poppen Schlagzeilen voller Gewalt auf; Katastrophen und Unheil. Manche nennen die Social Media Plattformen die Müllhalden des guten Benehmens. Menschen in machtvollen Positionen postulieren Aussagen voller Intoleranz, Geringschätzung, Ablehnung bis hin zu Hass, bei gleichzeitiger Selbstüberschätzung, Anmaßung und Hybris. Lausche ich in den Öffis auf die Worte außerhalb meiner Ohrstöpsel nehme ich Oberflächlichkeit wahr, beobachte egoistische (um nicht das Wort „rücksichtlose“ zu verwenden) Handlungen. Eine Einstellung im Sinne von „Ich zuerst, danach lange nichts“. Gesunde Lebensweise wird gepredigt, gesunde Lebensmittel werden ständig teurer, die günstigen immer mehr „Junk“, hochverarbeitete Industrieprodukte aus billigsten Rohstoffen. Rauchverbot klingt vordergründig gut, aber den Verkauf von Tabak will niemand einschränken, zu verlockend sind die daraus generierten Steuereinnahmen. Selbiges gilt für Treibstoff. Es gibt x Studien, die aufzeigen, was Menschen krank macht – doch außer temporäre Empörung geschieht nicht viel. Eintagsfliegen. Fatalismus. Die Menschheit steuert sehenden Auges auf ihre Selbstauslöschung zu.

„Das macht etwas mit mir.“

Diese Aussage höre ich häufig leise geflüstert, begleitet von einem Gefühl der Verzweiflung – mitunter sogar Resignation. Selten spreche ich die folgenden Worte laut aus, denn …

Das macht auch etwas mir mit. Es macht genau das mit mir, was ich zulasse, dass es tut. Lasse ich mich von all dem in eine dystopische Stimmung ziehen? Macht es mich depressiv? Fühle ich mich dem ausgeliefert – ein Opfer? Oder anerkenne ich, was es ist, ohne all dem die Macht über mich, mein Fühlen und mein Denken zu geben?

Es ist MEINE Entscheidung!

All das, was „falsch läuft“ kann ich nicht verändern – aber ich kann verändern, wie es auf mich wirkt. Lasse ich mich reinziehen in die destruktive, lebensfeindliche Energie? Oder bleibe ich meinem konstruktiven, lebensbejahenden Weg treu?

Meine Entscheidung!

Das macht etwas mit mir – das kann es nur, wenn ich die „Macht“ abgeben, an andere Menschen, Umstände, Medien …

Will ich das – die Macht über mich, mein Denken und mein Fühlen, an andere abgeben?

Es geschieht subtil. Ein unachtsamer Moment, und ich werde in den Strudel hineingezogen, tiefer und tiefer in jenes „schwarze Loch“, das andere erschaffen haben, auf dessen Boden sie sitzen und – so scheint es – keinen Weg herausfinden. Vielleicht auch gar nicht realisieren, wo sie gestrandet sind.

Dem Strudel zu widerstehen, erfordert Energie, aktiv anderes zu denken und zu fühlen, trotz jener „Realität“, die manchmal unveränderbar scheint, es aber nicht ist. Realität ist genau genommen frei von Wertung. Ereignisse sind. Punkt. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, ob positiv oder negativ. Abhängig von dieser Entscheidung, wirkt ein und dieselbe Realität unterschiedlich auf Menschen. Es geht nicht um Schönzeichen. Gewalt und Zerstörung können durch nichts geschönt werden. Es geht darum, kein Teil davon zu werden, sich nicht anstecken zu lassen von der Negativität, die sich übers Fühlen und Denken in die Seele schleicht und diese zerfrisst.

Wenn alles rundum nach unten zieht, ist es umso wichtiger, oben zu bleiben.

Wenn manche lauthals verkünden, wie schlecht alles ist, gilt es den Blick auf all das Gute zu richten, dankbar zu sein, für das eigene Leben und jeden Augenblick, jede Erfahrung, die mich als Mensch weiterbringt. Es gilt, kein Nährboden für die Saat jener zu werden, die in sich Konflikte tragen und Kriege im außen führen. Frieden kann nicht erzwungen werden. Frieden ist die Entscheidung, den Krieg (und den Konflikt in sich) zu beenden und Verantwortung für sich selbst, das eigenen Denken und Fühlen zu übernehmen.

Was auch immer da draußen geschieht, es macht etwas mit mir – es macht das, was ich entscheide, dass es tun darf.

Ich sehe die Ereignisse, höre die Aussagen, dennoch glaube ich an das Gute im Menschen, bin dankbar für eine Blume am Wegesrand, zufrieden mit meinem Leben, neugierig auf das Morgen, entscheide mich zu vertrauen.

Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen.

Andere mögen schwarze Löcher graben, ich baue Brücken aus Licht zu den Seelen der Menschen. Auch das tut etwas mit mir – und vielleicht auch mit anderen?

Bild: KI-generiert

DIE KRAFT DER STILLE


Das neue Jahr hat gleich zu Beginn eine äußerst interessante Lektion für mich: Kehlkopfentzündung samt viralem und bakteriellen Infekt = out of Order. Oder anders gesagt: eine Woche des Schweigens, die nun hinter mir liegt – und eine spannende Erfahrung.

Nie zuvor habe ich so lange geschwiegen, weder freiwillig noch unfreiwillig. Geschätzt habe ich in der vergangenen Woche in Summe 100-150 Wörter in der Arztpraxis sowie der Apotheke gekrächzt. Nur das absolut Notwendigste. Darüber hinaus … Stille.

Eine Stille, die sich allmählich auch in meinem Denken ausbreitete – und meinem Körper. Puls 51 – das nenn ich mal Gelassenheit 😉
Kommunikation ist wichtig, aber wie viel Worte braucht es wirklich? Und welche sind es?

Aus meiner „silent bubble“ auf die Welt blickend, fällt mir auf, dass Kommunikation häufig so abläuft: jemand sagt etwas, wirft quasi einen Stein in einen ruhenden See zwischen sich selbst und den anderen. Dieser Stein plumpst ins Wasser, löst dabei Wellen aus, die sich konzentrisch ausbreiteten und alle erreichen rund um den See. Doch bevor noch diese ersten Wellen abgeflaut sind, wird der nächste Stein ins Wasser geworfen, und der nächste … dieser Prozess setzt sich laufend fort, während die ersten Wellen die Ufer erreichen und zurückgeworfen werden, auf die nächsten herannahenden Wellen treffen … alles wird mit allem verwirbelt. Jede Botschaft (bzw. Welle) für sich transportiert eine Botschaft, ein Gefühl, eine Stimmung, die im Wirbel untergeht.

Ein Teil von mir nimmt bereits seit längerem eine Art von „Reizüberflutung“ in der Umwelt wahr, doch erst diese Woche der Stille, meines Schweigens, ließ jenes Bild entstehen. Wir können vielleicht noch die oberflächliche Botschaft hören, aber all das, was die Wellen noch mit sich tragen, bleibt der Wahrnehmung verborgen – dennoch wirkt es auf uns. Unsere Umwelt ist im wahrsten Sinne des Wortes überflutet. Selektiv picken wir für uns heraus was uns wichtig erscheint, während alles andere ungefiltert über uns hinweg rollt.

Eine dramatische Schilderung?

Vielleicht – vielleicht auch nur realistisch.

Unsere Sinne sind so viel feiner, als unser Bewusstsein uns glauben machen will. Seit Jahren steige ich in die U-Bahn nur noch mit Stöpsel in den Ohren und für mich positiver Musik ein, dennoch fühle ich mich selten wohl darin, spüre Anspannung, etwas, das mich bedrückt … die Wellen der anderen branden gegen mein Ufer, ob ich will oder nicht.

Was ich hier bildlich-naiv beschreibe, lässt sich wissenschaftlich-fundiert belegen. Doch auch ohne harte Fakten, die meisten von uns kennen das Gefühl, inmitten von Menschen zu sein, die uns runterziehen, ohne dass sie direkt etwas gegen uns tun. Oder das gegenteilige Gefühl, durch eine Gruppe getragen, inspiriert und motiviert zu werden. Keiner von uns ist immun gegen das, was die Wellen mit sich transportieren.

Durch meine Woche des Schweigens bin ich (hoffentlich langanhaltend) noch achtsamer geworden für das, was ich aussende, in Worten ebenso wie in Gedanken. Letztere können wir zwar nicht hören (und wer’s dennoch glaubt, sollte vielleicht ein paar ernsthafte Gespräche führen), aber wir können die Stimmung dahinter spüren – bewusst oder unbewusst.

Braucht es tatsächlich die Sintflut an Worten und Botschaften? Oder ist weniger mehr? Abseits vom Highway der Kommunikation liegt die Oase der Stille, ein Ort der Kraft, den zu entdecken sich lohnt.

Das heutige Beitragsbild wurde von der WP-KI generiert … sehr stimmig, wie ich finde, und sehr ruhig.

ERFOLGREICHER START INS NEUE JAHR


Das Jahr 2025 zählt erst wenige Tage, doch ich darf für mich bereits mein erstes Ziel als erfolgreich abgeschlossen verbuchen: die Ausbildung zur zertifizierten Resilienz-Trainerin. Aus diesem Anlass habe ich den dicken blauen Ordner (den mit dem 8-cm-Rücken) zur Hand genommen und darin geblättert. In diesem Ordner liegen (fast) alle Urkunden, Diplome und Zertifikate, die ich mir nach meinem Schulabschluss erarbeitet habe. Dazu gehören:

• Systemische Trainerin und Coach
• Trainerin für Sozialkompetenz
• European Communication Certificate ® (Trainerin, Beurteilerin und Auditorin)
• Train the Trainer für erlebnisorientiertes Lernen
• Gender Mainstreaming und Diversity Management (mehrfach)
• ECDL, EBCL A+B, IPMA-Zertifikate

Das ist nur ein Teil, der sich in diesem Ordner findet. „Kleinigkeiten“ wie Seminare oder Workshops ergänzen das Portofolio. Ebenso ein paar hundert (keine Übertreibung) Bücher und tausende Stunden an Gesprächen, Reflexionen, Supervision, Therapie … und nun eben auch Resilienz-Training.

Wozu erzähle ich das heute? Um mein Ego zu streicheln? Nein, mir geht’s um drei Punkte.

Erstens stamme ich aus einem bildungsfernen Umfeld. Meine Eltern hatten Pflichtschulabschluss. Fachbücher gab es bei uns nicht. Weiterbildung war kein Thema. Das ich immerhin 11 (statt der 9 verpflichtenden) Jahre Schulbildung absolvieren durfte, war schon eher die Ausnahme in jener Zeit und meinem familiären Umfeld. Doch mein Wissensdurst war stärker als die Hürden, die mir (ohne böse Absicht) in den Weg gelegt wurden. Ich wurde zu einer, für die „lebenslanges Lernen“ kein hohler Slogan bleibt, sondern die das auch lebt, und zwar in unterschiedlichen Themenbereichen. Ob es nun (wie oberhalb ersichtlich) um Persönlichkeitsentwicklung geht, oder um Digitalisierung, Leadership, Projektmanagement, Qualitätssicherung, Gesundheitsförderung … meine Themen sind vielfältig und führen in gewisser Weise zum zweiten Punkt. Aber zuerst noch meine Botschaft an alle da draußen:

Lernen hat kein Ablaufdatum. Die Neuroplastizität des menschlichen Gehirns ermöglicht Lernen de facto bis zum letzten Atemzug. Vielleicht hattest du (so wie ich) nicht die optimalen Startbedingungen, aber das ist kein Grund, dich zu einem späteren Zeitpunkt davon abhalten zu lassen, dich in jenen Bereichen zu bilden, die dich interessieren und für dich wichtig sind. Heute ist es wesentlich leichter geworden als noch vor 30 Jahren. Dank Internet & Co stehen die Lernwelten heute allen offen. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, eher Mist, aber das Eine vom Anderen zu unterscheiden ist letztendlich auch ein Lernprozess.

Mein zweiter Punkt schmunzelt darüber, dass eine Menge von dem, dass ich bereits gelernt und verinnerlicht hatte, sich im Resilienz-Training wiederfand. Vielleicht etwas anders strukturiert und mit einem neuen Fokus, dennoch durfte ich einiges (wieder)entdecken und manches erstmals entdecken. Eine Lektion, für die ich zutiefst dankbar bin, wirkt sie doch jener Hybris (ich weiß eh schon alles) entgegen, vor der kein Mensch gefeit ist. Eine Portion Erdung ab und an hilft gegen „abgehobene Ansichten“. Ich weiß einiges und kann so manches, aber es gibt noch so viel zu lernen … und das ist gut so. Wie langweilig wäre mein Leben, gäbe es nichts mehr zu entdecken.

Apropos entdecken: Im Zuge der Ausbildung gewann ich neue Einsichten zu JAN/A und warum diese Geschichte (oder der Schreibprozess) mich von der emotionalen Achterbahn holen und nachhaltig stabil in meinem Leben verankern konnte. Dazu werde ich in den kommenden Monaten – parallel zu meinem neuen Buchprojekt – mehr berichten.

Damit komme ich zum dritten Punkt: mein neues Buchprojekt. Es wird … alles andere als alltäglich. Die Aufgabe, der ich mich dabei stelle, zieht mich magnetisch an. Gleichzeitig habe ich eine gehörige Portion Respekt davor und frage bin, ob ich dem gewachsen bin. Es ist eine Frage des Kopfes, das Bauchgefühl hat längst geantwortet. Deshalb gilt es meinem Kopf nochmals bewusst zu machen, was ich bereits alles geschafft habe (siehe Auflistung oberhalb). Mehr noch. Ich habe 8 [nicht] ganz alltägliche Bücher veröffentlich. Jedes einzelne davon 100% Lesley, unverwechselbar, einzigartig wie ich selbst (und jeder Mensch generell). Zwei dieser Bücher haben bis dato mehr als 3.300 Euro an Reinerlös (=Spende) für die Bergrettung eingebracht. Ich bin Marathon gelaufen und barfuß über glühende Kohlen gewandelt. Herausforderungen, denen ich mich gestellt habe und an denen ich gewachsen bin.

Nun stelle ich mich der Herausforderung, ein Buch zu schreiben, das – wie kein anderes von mir – das Ziel hat, seinen Leserinnen und Lesern Impulse zu geben, vielleicht sogar … Leben zu retten?

Ein hochgestecktes Ziel, eine enorme Herausforderung, eine Aufgabe, der ich mich nicht entziehen kann und will, denn es macht Sinn. All das, was ich in meiner Vergangenheit er- und durchleben durfte/musste, wird transzendiert. Bildlich gesprochen: aus dem Misthaufen wird jener Dünger, der die Rose prächtig erblühen lässt … und genau darum geht es in meinem neuen Buchprojekt. Mehr dazu demnächst.

Ach ja, da ist auch noch ein vierter Punkt (oder besser: ein Neujahrsvorsatz). Erfolge feiern! Da darf ich noch dazulernen 😉

Jahresausklang 2024 oder Lesley‘s Magie der Raunächte


Wieder einmal sitze ich inmitten eines farbenprächtigen Sonnenuntergangs der Extraklasse oben auf dem Berg, inmitten einer tiefverschneiten Landschaft, tauche ein in meine Gedanken- und Gefühlswelt.

2024 geht in wenigen Tagen zu Ende. Was für ein Jahr! Die Krankheit meiner Mutter, ihr dennoch überraschend schneller Tod, dazwischen ein klein wenig mehr Chaos als „normal“ im Job … Phasen der Ruhe hatten Seltenheitswert und wenn es doch mal eine gab, dann dauerte sie nicht lange an. Zurückblickend habe ich den Eindruck, das Leben hätte entschieden, mich so richtig durchzurütteln, keinen (gedanklichen) Stein auf dem anderen zu lassen. Die Ereignisse schienen mir keinen anderen Weg zu lassen als alles (und vor allem mich selbst) erneut zu hinterfragen. Einiges an verschütteten Erinnerungen (und Blockaden) kam hoch, durfte von mir wahrgenommen und bearbeitet werden.

Von hier oben betrachtet hat das Leben wohl den Plan gefasst, jedes noch so kleine versteckte unrunde Steinchen aus meinem Rucksack zu rütteln. Einerseits absolviere ich derzeit eine Ausbildung (mehr dazu 2025), andererseits arbeite ich an einem neuen Buchprojekt (dazu ebenfalls mehr 2025) und reflektiere, was heuer so geschehen ist in meinem Leben, durchlaufe eine Art von Reboot, werde „neu aufgesetzt“… aber irgendwie durch und durch positiv, ganz so, als wäre ich bereit, alles andere loszulassen. Offenbar scheint die Zeit dafür gekommen. Wer bin ich, die Weisheit des Lebens in Frage zu stellen?

Die zufällige Begegnung mit dem Spruch „Innerer Frieden beginnt, wenn das Drama deiner eigenen Geschichte keine Kontrolle mehr über deine Gefühle und Gedanken hat (Angela D. Kosa)“ lässt mich Schmunzeln. Wie wahr, wie wahr … und gleichzeitig vermisse ich die Tiefe, die sich in diesen Worten verbirgt. Drama ist nicht gleich Drama. Da gibt es das laute, das leicht erkennbar ist, und das stille Drama, das oftmals übersehen wird und sich hartnäckig tief in uns festklammert, unser Leben zu dirigieren versucht, allzu häufig dabei erfolgreich ist.

Oder der Text eines Songs wird zu einem Spiegel des Lebens in den ich blicken darf, der mich an die Wahrheit in mir erinnert. Wahrheit ist weder gut noch böse, weder schön noch hässlich, weder richtig noch falsch, weder einfach noch kompliziert… Wahrheit IST, nicht mehr und nicht weniger als das Spiegelbild dessen, was es ist.

Da sind jene Momente, in denen die vor mir liegende Zukunft so klar erkennbar wird wie die Silhouette eines Scherenschnitts. In anderen handle ich auf eine Art und Weise, die ich nicht von mir kenne, dennoch habe ich das Gefühl, ganz ICH zu sein.

Magie der Raunächte? Wer weiß …

Aberglaube gehört nicht zu meinem Repertoire, böse Kobolde oder Dämonen sind vor mich eher im Menschen selbst verortet als Wesen im Außen. Jeder erschafft seine eigene Hölle – oder seinen eigenen Himmel. Oftmals steckt jedoch ein tiefsinniger Kern in alten Mythen, uralte Weisheit, die bis heute ihre Gültigkeit nicht verloren hat. Von offenen Türen zur Geisterwelt wird da berichtet, vom richtigen Zeitpunkt zum Wahrsagen, von einer Zeit des Fastens (oder Entschleunigens = zur Ruhe kommen) … für mich alles Facetten dessen, was derzeit mein Leben bestimmt: Die Hektik des Alltags für einige Tage hinter mir lassen, mich in die Stille der Berge zurückziehen (vor und nach den Zeiten des Liftbetriebs ist es hier oben sehr still), mit meinen „Geistern“ (oder Persönlichkeitsanteilen) auf Vergangenes blicken und Kommendes visualisieren.

Ob nun tatsächlich magische Kräfte im Außen wirken oder ich es selbst bin, die Ordnung schafft im „Archiv Unterbewusstsein“ und dabei wertvolle Ressourcen aktiviert für das „Projekt Zukunft“ … who cares? Das Ergebnis zählt … eine dieser Wahrheiten, die sind. Punkt.😉

Bild: ein Traum von Sonnenuntergang, den ich heute miterleben durfte

Frei.Geist(ig)


Von Zeit zu Zeit sorgt das Leben dafür, dass ich in einen Spiegel blicke. Meistens ohne Vorwarnung. Wäre dieser Blick mit angenehmen Gefühlen verbunden, würde ich dir nicht hier darüber berichten. Dieser besondere Spiegel hält sich an keinerlei Gesetze von Raum und Zeit. Etwas geschieht im Außen, jemand tut oder sagt etwas und zack – tauchen wie aus dem Nichts Erinnerungen auf an längst Vergangenes aus meinem Leben, samt den dazugehörigen Gefühlen. Wie gesagt, handelt es sich dabei um wenig erfreuliche, zumeist eher schmerzhafte Erinnerungen – manchmal blanke Wut.

Hier ein Beispiel dazu, dass auf den ersten Blick eher „harmlos“ anmutet (im Vergleich zu manch anderem aus meiner Vergangenheit), aber es geht hier nicht um einen Wettstreit der schlimmsten Erinnerungen, sondern darum, die Zusammenhänge nachvollziehbar zu machen.

Vor einigen Jahren besaß ich einen riesengroßen Plüschtiger, auf dessen Rücken gerne mein Stubentiger (ebenfalls gestreift) zu ruhen gedachte. Meine beiden Tiger 😊 Für mich waren beide etwas, dass mir wichtig war. Gewiss, lebendiger Tiger mehr als ausgestopfter Plüschtiger, dennoch waren mit beiden positive Gefühle und Gedanken verbunden. Eines Abends kam ich von der Arbeit nachhause und der Plüschtiger war verschwunden. Ich fand ihn ein paar Stunden später im Müllcontainer der Wohnhausanlage. Mein damaliger Lebenspartner hatte ihn „entsorgt“. Ohne mit mir darüber zu sprechen, hatte er einfach mal so entschieden, diesen Staubfänger, dem er nichts abgewinnen konnte, in den Müll zu werfen. Das tat echt weh! Jemand hatte über meinen Kopf hinweg entscheiden, als wäre ich Luft. Jemand anders hatte die Macht über mein Leben, die Kontrolle über mich. Was für mich wichtig war, zählte nicht. Meine Gefühle – belanglos. Erhob ich meine Stimme? Protestierte ich? Stellte ich diesen Jemand zur Rede? Nein! Es fehlte mir an Mut, Kraft, an allem, mich gegen diesen Übergriff zur Wehr zu setzen.

Um die Dimension dieses „harmlosen“ Ereignisses vollständig erfassen zu können, sollte ich noch erwähnen, dass ich zu jener Zeit bereits in einer Führungsposition tätig war. Eine taffe Managerin, die im Job erfolgreich jeden Irrsinn wieder auf Kurs bringen konnte… nur mein eigenes Leben nicht. Da versagte ich völlig.

Durch die Brille der Transaktionsanalyse betrachtet, war mein damaliger Lebenspartner in der Rolle des kritischen, wertenden, disziplinierenden Eltern-Ichs unterwegs und ich in jener des angepassten Kind-Ichs, dass schweigend (leidend) alles runterschluckte, unfähig die eigene Stimme zu erheben.

Präzise jene Erinnerung wurde kürzlich durch ein Ereignis getriggert, bei dem ich Zeugin wurde, wie jemand davor zurückscheute, seine Stimme zu erheben. Der Blick in den Spiegel ohne Vorankündigung. Plötzlich waren sie wieder da, all die schmerzhaften Gefühle und Gedanken.
Heute lebe ich nach dem Grundsatz: Wenn mein Unterbewusstsein eine Erinnerung an die Oberfläche des Bewusstseins kommen lässt, dann weil es volles Vertrauen in mich hat, dass ich damit umgehen kann. Deshalb nehme ich derartige Trigger als Chancen an, mich weiterzuentwickeln.
In der Praxis lief das wie folgt ab:

• Zuerst einmal an paar tiefe Atemzüge, ganz langsam, bewusst nachspüren, wie sich mit jedem Atemzug die Ruhe tiefer in mir ausbreitet. Den Sturm beruhigen, das Feuer eindämmen, zu den aufgewühlten belastenden Emotionen bewusst einen Gegenpol erschaffen, um die Balance wiederherzustellen.

• Im nächsten Schritt wende ich mich meinen Gedanken zu, stelle mir vor, aus der Situation herauszutreten und sie von außen zu betrachten, wie einen Film. Das hilft mir dabei zu erkennen, dass jenes Ereignis zustande kam, weil (in diesem Fall) zwei Menschen sich so verhielten, wie sie es taten. Jeder von diesen beiden hätte auch die Möglichkeit gehabt, sich anders zu verhalten. Aber beide folgten ihren tradierten Verhaltensmustern – nicht mehr, und nicht weniger. Keine Vorwürfe, Schuldzuweisungen, Wertungen oder dergleichen, die mich an die Vergangenheit fesseln und es dadurch unmöglich machen, den Schmerz loszulassen und frei zu werden.

• Danach sage ich mir selbst, dass all dies weit in der Vergangenheit zurückliegt, ich es trotz allem gut überstanden habe und heute hier bin.

Gut gelöst, oder? Nicht ganz. Was auf den ersten Blick wie eine gelungene Intervention aussieht, versteckt noch eine echt fiese Fallgrube. Mich mit dem Ereignis an sich auszusöhnen, war relativ einfach, wenngleich erst die halbe Miete. Mit entsprechender Übung gelingt das von mal zu mal schneller und leichter. ABER eine (zum Glück nicht mehr) Perfektionistin wie ich schafft es postwendend, neue destruktive Gedanken zu kreieren.

„Wie konnte ich nur so blöd sein? Warum habe ich mir das Gefallen lassen? Wie viel meiner Lebenszeit habe ich versch* in den Satz gesetzt? Warum habe ich nicht früher …“

Mir würde noch einiges einfallen, aber ich denke, der Punkt ist klar. Selbstdemontage, Selbstzerfleischung, Selbstvorwürfe, Selbstanklage … wie oft bin ich in diese Fallgrube gestürzt, bin jenen Gedanken (jenem Pfad) gefolgt, den andere vor mich ausgelegt haben.

Lass diese Gedanken bitte mal sacken.

Es gab in meiner Vergangenheit Menschen, die haben mich schlecht behandelt. Sie haben einen Pfad für mich ausgelegt. Jedes Mal, wenn ich mich selbst schlecht behandle, ohne Wertschätzung, lieblos, achtlos oder gar fahrlässig mit mir selbst umgehe, folge ich diesem Pfad. Dann haben jene Menschen indirekt wieder die Macht über mich und die Kontrolle über mein Leben. Will ich das? Nein, deshalb folge ich MEINEM PFAD. Schluss mit Selbstdemontage!

Auf meinen Pfad begleiten mich Gedanken wie „Ja, ich habe so gehandelt. Damals. Heute ist es anders. Heute be-STIMME ich über mein Leben und erhebe auch meine STIMME, wenn die Situation es verlangt.“

Erst jetzt bin ich wirklich frei im Denken, frei im Geist – oder eben Frei.Geist(ig). Dazu gehört eine große Portion Achtsamkeit.

Weil’s gerade so schön passt, hier noch ein Frei.Geist(iger) Gedanke:

Früher hatte ich das Ziel, all das (Borderline) hinter mir zulassen. Frei zu werden von solchen „Blicken in den Spiegel“, die stets auch das Risiko eines Absturzes in sich tragen. Ein wunderschönes Ziel. Ein fantastisches Ziel im Sinne von „im Reich der Fantasie“ anzusiedeln bzw. in der Realität nicht erreichbar. Warum? Ganz einfach. Manche Triggerpunkte lernte ich im Laufe der Zeit kennen, aber eine unbekannte Anzahl verbirgt sich in den Tiefen meines Unterbewusstseins – so wie jener, von dem ich dir hier erzählt habe. Was im Unterbewusstsein liegt, ist uns so lange unbewusst, bis es ins Bewusstsein aufsteigt. Woher soll ich also wissen, wann alle Triggerpunkte aufgelöst und das Ziel erreicht ist? Die Nicht-Erreichung des Zieles – und somit das Scheitern – sind quasi bereits im Ziel enthalten. Enttäuschung bzw. Versagen vorprogrammiert. Falscher Pfad. Eindeutig keine Strategie, um zurück in die Umarmung des Lebens zu finden. Daher konzentriere ich mich darauf, mit all dem, was da kommt – auch Blicke in den Spiegel ohne Vorankündigung – gut umgehen zu können und meinem eigenen (Gedanken)Pfad zu folgen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Beitragsbild ist AI-generiert. Spannend, wie ein AI-Assistent meine Worte in ein Bild verwandelt.

ICH BIN ALLEIN. BIN ICH ALLEIN?


Heute beginnt die Adventszeit, die eine Zeit der Besinnung und des zur Ruhekommens sein sollte. Für mich wird es dieses Jahr definitiv, denn der heutige Tag begann bereits mit einem Einblick, den ich so nicht erwartet hätte. Aber der Reihe nach …


Seit kurzem beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Resilienz. Was aus beruflichem Interesse begann, zeigte sich schnell als ebenso interessant für meine Selbstreflexion. Ich habe Monate der mehr als überdurchschnittlichen Belastung hinter mir. Monate, in denen ich mich mehr und mehr von der Außenwelt zurückgezogen habe. Außerhalb des Jobs weiche ich Menschen aus, will nur noch meine Ruhe haben, gehe in eine Art von Isolation. Warum? Antworten auf diese Frage fand ich „zufällig“ in einem Skriptum über Resilienz.


Zum einen gibt es da die fünf psychologischen Grundbedürfnisse (in Anlehnung an Klaus Grawe). Darunter das Bedürfnis nach Bindung, also Nähe zu anderen Menschen. Also das Gegenteil von Isolation. Zum anderen neigen Menschen dazu, unter Belastung in die (vertrauten) Muster der Vergangenheit zurückzufallen.


Mit diesen beiden Perspektiven im Kopf bin ich heute um 05:30 h morgens aufgewacht und blickte in einen (imaginären) Spiegel, sah die Antwort glasklar vor mir, fühlte die Stimmigkeit:


Meine Kindheit war geprägt davon, „allein“ zu sein. Spätestens im Alter von 3 Jahren verlor ich durch „die Bestrafung des Aussetzens im Krankenhaus“ (so mein damaliges Gefühl als 3jährige) jegliche sichere Bindung an Bezugspersonen in meinem Umfeld. Von diesem Augenblick an gab es niemanden, zu dem ich Vertrauen hatte oder wo ich mich geborgen fühlte. Die sichere Bindung ging verloren, möglicherweise sogar die unsichere Bindung. So sehr ich auch nachdenke, es gab in meinem Umfeld keine Person, die mich nicht auf die eine oder andere Weise gedemütigt und verletzt hatte. Niemanden, wo ich mich geborgen fühlte. Am ehesten wäre das noch bei meiner Großmutter möglich gewesen, aber um sie zu besuchen, musste ich in das Haus meiner Tante und meines Onkels. Letzteren fürchtete ich bereits als Kind, empfand ihn als bedrohlich.
Da niemand da war, um für mich – das kleine schutzsuchende Kind – da war, zog ich mich zurück in die emotionale Isolation, ließ niemanden mehr an mich heran, um nicht verletzt zu werden. Selbstredend scheiterte ich, weitere Verletzungen, Demütigungen, Übergriffe folgten. Einzig meine imaginäre Welt bot mir Zuflucht, einen Ausweg aus meiner Isolation …


… jene Isolation, in die ich in den vergangenen Wochen zurückgekehrt bin. Haben die Belastungen (also Stress) die Muster meiner Kindheit reaktiviert? Es scheint so. Aber hinter dieser (oberflächlichen) Erkenntnis, verbirgt sich noch eine wesentlich tiefgreifendere: Bis heute habe ich noch nie eine sichere Bindung zu einem mir nahestehenden Menschen erlebt. Durch sämtliche Beziehungen – insbesondere zu Lebenspartnern – zog sich der rote Faden „es kann jederzeit vorbei sein“. Was blieb, seit meinem traumatischen Kindheitserlebnis, ist die erdrückende Angst vor dem Verlassenwerden (eines der „typischen“ Symptome von Borderline).


Heute bin ich groß und stark, weiß, dass ich überlebe, wenn sich jemand aus meinem Leben entfernt. Ich kann den vorübergehenden Schmerz aushalten. Aber ich lasse ich überhaupt das Risiko zu, verletzt zu werden? Lasse ich jemand tatsächlich an mich heran? Möglicherweise einige Zeit, in der ersten „Verliebtheit“ – und dann aktivieren sich die rationalen Schutzschilde, scheinbar reflexartig. So wie ich es in meiner Kindheit erlernt habe.


Tief in mir wirken meine Erfahrungen aus der Vergangenheit und ziehen in der Gegenwart jene Menschen in mein Leben, die zu diesen Erfahrungen passen – und Unsicherheit mit sich bringen. Das, wonach ich mich seit langem sehne, was nichts anderes als ein urmenschliches Grundbedürfnis ist, eine sichere Bindung zu einem anderen Menschen, scheint (im Moment) unerreichbar.


DAS muss ich erstmal sacken lassen!


In diesen Spiegel zu blicken und NICHT in die Opferrolle zu fallen, das hat mich mein bisheriger Lebensweg gelehrt.


Es ist, was es ist.


Wenn mein Unterbewusstsein mich um 05:30 Uhr mit diesen Erkenntnissen aufwachen lässt, dann ist es felsenfest davon überzeugt, dass ich bereit bin, in diesen Spiegel zu blicken und mich dieser Aufgabe zu stellen. Wer bin ich, daran zu zweifeln?


Immerhin, es gibt einige Menschen in meinem Leben, zu denen ich eine Art von „sicherer Bindung“ auf freundschaftlicher Ebene verspüre. Das ist doch schon mal ein Anfang. Und ich habe Jana und Jan, die es geschafft haben, ihre Verletzungen zu überwinden und gemeinsam in die Geborgenheit zu finden. Fiktion? Ja, ABER mit starken Emotionen hinterlegt, MEINE (noch fiktive) Geschichte. Ich denke, im ersten Schritt werde ich eine weitere Schleife mit JAN/A drehen, dabei in meinen Spiegel blickend, und meine Aufmerksamkeit in mich hineinlenken.


Eine Antwort auf eine hier heute nicht erwähnte Frage habe ich bereits für mich gefunden: woran ich erkennen werde, dass ich bereit bin im realen Leben eine sichere Bindung einzugehen.


„Wenn du es dir vorstellen kannst, dann kannst du es tun.“ (Walt Disney)


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