Wie man sich selbst am Besten im Weg steht … Teil 1

Oh ja, darüber kann ich viel schreiben. Darin bin ich nämlich echt gut. Warum? Weil ich einen scharfen Verstand habe, komplex und quer denken kann – und genau damit stehe ich mir häufig selbst im Wege.

Ein Beispiel: Affirmationen. Funktionieren bei vermutlich Tausenden von Menschen. Bei mir nicht. „Ich ziehe täglich Gutes in mein Leben.“ Das kann ich mir dutzende Male vorsagen oder auch handschriftlich auf Papier bannen. Während ich noch die Worte einzeln denke, blitzen skeptische Gedanken dazwischen auf, die handfeste Gegenbeweise liefern. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, als könnte ich zwei divergierende Gedanken parallel denken, so schnell ist die Abfolge. Ich bin im Kreuzfeuer meiner eigenen Gedanken pro und kontra gefangen. Dummerweise lässt sich mein Verstand nicht wirklich zähmen oder gar ausschalten. Er ist immer aktiv. Das war auch über weite Strecken meines Lebens enorm wichtig, sonst hätte ich meine Kindheit vielleicht nicht überlebt, wenn ich nicht ständig beobachtet, analysiert, bewertet und daraus meine Handlungen abgeleitet hätte. Aber das war einmal. Heute sind diese Vorgehensweise und die Dominanz meines Verstandes nicht mehr nötig, aber sie prägen mich noch immer.

Also, wie bringe ich meinem skeptischen (oder auch besserwisserischen) Verstand bei, neue Gedanken zuzulassen, neue Einstellungen zu mir selbst, Veränderungen allgemein? Ich greife auf einen altbewährten Trick zurück: Märchen und Metaphern. In ihrer bildhaften Sprache können sie Botschaften tief ins Unterbewusstsein transportieren, vorbei am kritisch wachenden Verstand, der die Worte möglicherweise sogar belächelt, während sie ganz subtil ihre Wirkung entfalten, so wie die Geschichte vom kleinen Mädchen und dem Löwen, die ich kürzlich gepostet habe. Eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen.

Ein weiteres Beispiel dafür habe ich schon vor einiger Zeit auf diesem Blog gepostet: Meine Version des hässlichen Entleins.

In diesem Märchen geht es um Selbstannahme und Selbstliebe. Wenn mich der Blick in den Spiegel ab und an zum Zweifeln bringt, lese ich einfach diese Geschichte.

Wie in jedem Märchen ist natürlich ein Körnchen (oder ein großes Korn) Wahrheit darin enthalten. Ich könnte auch stundenlang in den Spiegel starren, versuchen zu lächeln und mir vorsagen: „Ich liebe mich …“, aber bei mir funktioniert das nicht. Jahrelang habe ich mich deswegen schlecht gefühlt und unfähig, weil es eben bei mir nicht so funktioniert wie bei anderen. Dabei war mir (verstandesmäßig) durchaus bewusst, dass wir alle unterschiedlich sind und es nicht den einen Weg geben kann, der für alle passt. Aber wie gesagt, ich bin echt gut darin, mir selbst im Wege zu stehen.

Und wer weiß, wäre ich das nicht, würde ich dann überhaupt Geschichten schreiben, deren Botschaft viel mehr ist als die Summe ihrer Worte?

Ach ja, zu dem Bild für diesen Beitrag sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich Katzen bewundere: sie sind einfach in jeder Lebenslage fotogen.

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