
Darf gerne geteilt werden 😉

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Darf gerne geteilt werden 😉
Aus den vielen positiven Rückmeldungen rund um den Jahreswechsel und meinen Überlegungen für das soeben angebrochene Jahr, haben sich auch Gedanken um das altbekannte Thema „Geben und Nehmen“ herauskristallisiert.
Seit längerem bereits beobachte ich das Phänomen, das manche Menschen nehmen und nehmen und nehmen, quasi alles einkassieren, dessen sie habhaft werden können. Ganz egal, ob es sich dabei um verbale Zuwendungen oder materielle Objekte oder sonstiges handelt, es wird genommen, was zu kriegen ist. Am besten gratis. Doch was nichts kostet, ist nichts wert. Oder anders betrachtet: Das, was gratis ist, kostet mitunter den Selbstwert, den man verlieren kann, wenn man etwas Wesentliches ignoriert …
Ich habe in meinem Leben viel von anderen bekommen und stets danach getrachtet, mich dafür erkenntlich zu zeigen, mich zu revanchieren bzw. einen Ausgleich in welcher Form auch immer herzustellen. Geben und Nehmen in Balance zu halten – wie es zwischen Erwachsenen sein sollte. Doch ich habe in den vergangenen Jahren nur sehr selten erlebt, dass jemand diese Form des Ausgleichs sucht. Zumeist wird genommen, sich höflich bedankt und das war’s.
Wer etwas bekommt, sollte im Gegenzug dafür auch etwas zurückgeben.
Das klingt im ersten Ansatz nach einer heftigen Forderung, denn nicht jeder kann es sich leisten, etwas zu geben. Spätestens hier sage ich: Stopp! Raus aus der Denkfalle. Jeder kann etwas geben! Hier geht es nicht um Geld oder centgenaue Gegenrechnung. Es geht um Ausgleich. Es geht darum, dass zwei erwachsene Menschen auf Augenhöhe miteinander bleiben. Das können sie nur, wenn beide Seiten geben und nehmen. Im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern besteht ein natürliches und gesundes Ungleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. Nicht so zwischen Erwachsenen. Erfolgt hier kein Ausgleich, verschiebt sich das Gleichgewicht, sie bleiben nicht auf Augenhöhe. Es gibt die „Überlegenen“, die geben, und die „Bedürftigen“, die nehmen.
Das Wort „bedürftig“ finde ich persönlich schrecklich, doch es bringt das Problem auf den Punkt.
Wenn ich jene Menschen beobachte, die einfach alles nehmen, dessen sie habhaft werden können, ob sie es nun brauchen oder nicht, und die nichts im Gegenzug dafür geben, dann drängt sich mir das Gefühl auf, dass diese Menschen so bedürftig danach sind, etwas zu bekommen, weil sie gar nicht wahrnehmen, was sie längst schon alles haben.
Wer nimmt, ohne zu geben, hat offenbar nicht genug, um etwas davon abzugeben.
Wer zurückgibt, anerkennt, dass er genug hat, um zu teilen.
Man könnte auch einfach „Armutsdenken“ und „Wohlstandsdenken“ dazu sagen. Oder Problemrahmen und Lösungsrahmen. Mangelbewusstsein und Reichtumbewusstsein. Es gibt unterschiedliche Modelle und Begrifflichkeiten dafür. Allein gemein ist, im Geben Stärke und Größe zu sehen, im Nehmen Bedürftigkeit.
Ich mag das Wort „bedürftig“ noch immer nicht, obwohl ich ganz viele Menschen als „bedürftig“ erlebe, die zwar weder hungern noch obdachlos sind oder in einer Krise stecken, dennoch sind sie bedürftig, raffen an sich was geht, obwohl sie etliches davon nicht wirklich brauchen. Sie kümmern sich nicht um das Gleichgewicht von Geben und Nehmen in zwischenmenschlichen Beziehungen und wundern sich, warum es ständig zu Problemen kommt.
Leider gehöre ich zu jenen, die gerne geben, ohne automatisch etwas dafür zu fordern. Deshalb habe ich auf meine Agenda nun den Punkt gesetzt, künftig stärker auf den Ausgleich zu achten, um nicht die Bedürftigkeit anderer zu nähren.
Es mag vielleicht auf den ersten Blick edelmütig erscheinen, selbstlos zu geben, doch bei genauerer Betrachtung unterstützt man damit nur den Verbleib in der Bedürftigkeit. Ich vergleiche das mit den frühen Formen der Entwicklungshilfe, die Menschen zwar gefüttert hat, aber sie nicht dabei unterstützte, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften, sie also in der Abhängigkeit hielt, schwach und im Grunde lebensunfähig. Ähnliches geschieht beim Geben ohne Ausgleich: die Nehmenden bleiben bedürftig. Damit ist – für mich – jetzt Schluss.
Geben und Nehmen im Ausgleich und Gleichgewicht.
Ich gehe davon aus, die meiste Zeit von eigenverantwortlichen erwachsenen Menschen umgeben zu sein, die im Gegenzug für das, was sie bekommen, auch etwas geben können. Wer also künftig etwas von mir möchte, darf sich gerne anschließend dafür revanchieren, damit wir uns respektvoll und auf Augenhöhe begegnen können, keiner dem anderen über- oder unterlegen ist, und ein Gleichgewicht aus Wertschätzung und Anerkennung zwischen uns herrschen kann.
Bild: pixabay.com
… so nenne ich manchmal die menschliche Komfortzone. Dieser Begriff beinhaltet als das, was ein Individuum kennt und kann … andere Menschen, Orte, Tätigkeiten … alles, was vertraut ist, wenngleich es nicht immer angenehm sein muss. Aber zumindest weiß man, was es ist, kann das Risiko einschätzen und sich einigermaßen „sicher“ fühlen. Deshalb golden.
Außerhalb dieser Komfortzone lauert das Unbekannte auf jeden von uns. Orte, die wir nicht kennen. Menschen, denen wir noch nie begegnet sind. Tätigkeiten und Handlungen, die wir noch nicht getan haben und daher nicht wissen, ob wir das können. Was wiederum impliziert, dass wir damit gewaltig auf die Nase oder anderes fallen können. Und dies zum Amüsement anderer. Oder zu unserem eigenen (finanziellen oder anderen) Ruin. Weshalb nahezu jeder Mensch über einen gewissen „inneren Wächter“ verfügt, der uns davon abhält, allzu voreilig und unbedacht aus unserer Komfortzone zu stürmen. In gewisser Weise wird sie durch diesen inneren Wächter zu einem Käfig, der uns schützen soll, aber eben auch einsperrt.
Unser goldener Käfig aka Komfortzone ist schon etwas Geniales, ebenso wie etwas Problematisches.
Letzteres speziell dann, wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen in Sinne von etwas Neuem, dem wir uns erstmals widmen. Dann nämlich mahnt unser innerer Wächter zu (häufig übertriebener) Vorsicht, erinnert an vergangene Episoden des Scheiterns und prophezeit eine Wiederholung, dämpft jene Energie, die uns voran treiben würde … Ich denke, auch ohne dies weiter auszuführen kann sich jeder vorstellen, was ich meine oder auf eigene Erinnerungen zurückgreifen.
Heute finde ich es amüsant und erschreckend zugleich, wie lange ich mich von meinem inneren Wächter kontrollieren ließ, ohne die von ihm prognostizierten Schreckensbilder auf ihre Relevanz hin zu hinterfragen. Ich könnte mir selbst also eine gewisse „konsequente Lernresistenz“ attestieren (die glücklicherweise zwischenzeitlich ausgestanden ist) oder es nobler formulieren: Ich nahm mir reichlich Zeit zur empirischen Überprüfung gewisser Theorien im Selbststudium. Wie auch immer …
Die Kernaussage bleibt dieselbe: ich stand mir selbst im Weg bzw. hockte in meinem goldenen Käfig und starrte hinaus in die weite Welt mit Wunschträumen im Kopf, die ich nicht umzusetzen wagte.
Bei diesen Wunschträumen handelte es sich nicht um Weltbewegendes. Ganz im Gegenteil. Im Grunde waren es „banale“ Dinge, wie einfach meine Gefühle und Bedürfnisse anderen Menschen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Oder einfach mal zu tanzen, wenn mir danach war und die Musik meine Beine lockte. Ein Selfie zu machen und dies zu teilen.
Wenn ich so darüber nachdenke, waren und sind genau jene „Banalitäten“ mitunter „weltbewegend“ – sie bewegten nämlich meine eigene „Welt“, denn sie waren kein Teil meiner Komfortzone. Aus der musste ich raus, um eben jenes tun zu können. Raus aus dem goldenen Käfig hinein in eine unbekannte Dimension des Lebens.
Was würde mich dort erwarten? Heute kenne ich die Antwort, aber bevor ich sie verrate, noch ein paar weitere Gedanken.
Ohne Übertreibung treffe ich gefühlt täglich Menschen, die aus ihrem goldenen Käfig in die Welt hinausstarren. Längst habe ich aufgehört, aktiv nach den Gründen für ihr Verharren in ihrer Komfortzone zu fragen. Auch wenn diese Gründe auf den ersten Blick sehr unterschiedlich erscheinen mögen, im Kern geht es stets um dasselbe: sie stehen sich selbst im Weg bzw. überlassen ihrem inneren Wächter die Kontrolle über ihr Leben. Dieser Wächter sollte jedoch nur als Berater fungieren, nicht als Steuermann oder gar Kapitän. Für diese Funktion fehlt dem Wächter nämlich der komplexe Weitblick und die Vision der Veränderung.
Stichwort Veränderung. Einer der beliebtesten Gründe, in der Komfortzone zu verharren, und sich selbst den Schritt hinaus zu verwehren, ist diese.
„Veränderung ist schwer.“
Schade, dass du gerade nicht das leicht süffisante Lächeln in meinem Gesicht sehen kannst, wenn ich in meinem Kopf jenes formuliere:
„Veränderung ist stets so schwer oder leicht, wie du dir selbst erlaubst, dass sie sein darf!“
Mit dieser Aussage habe ich schon so einiges ausgelöst. Von Verärgerung und wortlosen Abgang, bis zu beschämtem Erröten oder verständnislosem Kopfschütteln. Dabei ist sie absolut logisch und nachvollziehbar. Das gesamte „Problem“ inklusive goldenem Käfig, innerem Wächter und Erinnerungen an Scheitern existiert ausschließlich in unserem Denken. Wer sonst als wir selbst kann uns in unserem Denken im Weg stehen? Natürlich wird manchmal versucht, die „Schuld“ für das eigenen Denken auf jene zu schieben, die verursacht haben, dass man so denkt wie man denkt …
Naja, Ausreden gibt’s viele auf dieser Welt. Mindestens so viele wie es Menschen gibt. D.h. die Ausreden werden täglich mehr. Aber im Fall eines erwachsenen, mündigen und sich selbst als handlungsfähig einstufenden Menschen sind dies Ausflüchte, denn sich aus der Fremdsteuerung durch Konditionierung zu befreien, ist Teil des Entwicklungsprozesses eines jeden Menschen. Somit auch Teil unserer individuellen Verantwortung der Menschheit gegenüber.
Wenn ich dich an dieser Stelle aus deiner eigenen gedanklichen Komfortzone schubse, kann ich nur sagen: „Willkommen im Club“. Mir erging es vor vielen Jahren genauso. Ich war einst eine Weltmeisterin der Ausreden, der Schuldzuweisungen an andere und des Verharrens in der Opferrolle. Dies war mein goldener Käfig, der mich davon abhielt, meine Zeit hier auf Erden nach meinen Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen zu gestalten. Der mich davon abhielt, voller Lebensfreude das Wunderbare im Alltäglichen zu entdecken und dankbar für jede – wirklich jede – Erfahrung meines Lebens zu sein.
Meine persönliche Komfortzone ist längst kein goldener Käfig mehr, sondern ein dynamisches, vielfältiges, sich ständig erweiterndes Haus. Meine persönliche Villa Kunterbunt. Jedes Mal, wenn ich einen Fuß aus dem Haus hinaus in die Welt setze, weiß ich – fühle ich – dass mich eine Umarmung des Lebens erwartet. DAS ist einer jener Wunschträume, die für mich real wurden, als ich wagte, meinen goldenen Käfig namens Komfortzone zu verlassen.
Bild: pixabay.com
Wieder einmal konnte ich in der vergangenen Woche meinen Mund nicht halten. Oder besser: Meine Finger nicht von den Tasten fernhalten.
Was war geschehen?
„Zufällig“ geriet ich in eine Facebook-Diskussion zu einem heiklen Thema. Die ursprüngliche Fragestellung im Beitrag lautete in etwa so: „Sind Stalker einfach nur kranke Menschen? Oder steckt mehr dahinter? Wie denkt ihr darüber?“
Nun, wer die Facebook-Community kennt, kann sich nun lebhaft vorstellen, welche Art von Kommentaren folgten. Überwiegend war die Reaktion heftig, voller (Vor)Urteile und ebenso voller Überzeugung, damit richtig zu liegen. Schuld wurde zugewiesen und Sühne gefordert. Dazwischen fanden sich ein paar wenige, die vorsichtig darüber sinnierten, ob da nicht noch mehr sein könnte.
Ich konnte nicht anders. Es drängte mich, zu all diesen Stimmen und Meinungen meine eigene hinzuzufügen. Hier der Originaltext meines Kommentars:
„Wo verläuft die Grenze zwischen krank und normal? Das Verhalten eines Stalkers ist keineswegs in Ordnung. Dennoch stellt sich die Frage: Warum wird jemand zum Stalker? Was ist im Vorfeld geschehen? Was braucht es, damit jemand sein eigenes Verhalten als übergriffig wahrnimmt und sich aktiv um eine Veränderung bemüht? Urteile sind schnell gefällt, aber was wird dadurch besser? Für mich ist das Thema vielschichtig. Krankheit? Persönlichkeitsstörung? Traumatisierter Mensch? Opfer? Niemand wird als Stalker geboren. Es gibt immer eine Geschichte unter der sichtbaren Oberfläche. Und es gibt immer Lösungen und Auswege, die damit beginnen, nicht zu urteilen, sondern zu verstehen. Aber ich bin auch nicht „normal“. Ich bin Borderlinerin, also „krank“. Deshalb steht für mich die Frage im Vordergrund, was dieser Mensch braucht, um mit sich selbst und anderen respektvoll umgehen zu können. Wie gesagt, ich bin „krank“…“
Zugegeben, die Sätze gegen Ende sind provokativ ausgefallen – bewusst provokativ. Gerichtet an all jene „Gesunde“, die nur allzu rasch (ver)urteilen, ohne die ganze Geschichte zu kennen. Davon gibt es für meinen Geschmack immer noch zu viele. Anders formuliert: Die Anzahl der bewusst reflektierenden und nach Lösungen suchenden Menschen in unserer Gesellschaft bewegt sich nach wie vor in der Größenordnung von Minderheiten. Wieder so eine kleine Provokation. Mea culpa 😉
Dies hier soll kein Plädoyer „pro Stalking“ werden. Ganz und gar nicht.
Dies hier ist ein Plädoyer „zuerst verstehen, dann verändern“. Urteile bringen keine Lösungen. Urteile bringen Bestrafung, Ausgrenzung, Verstärkung des Problems etc. etc. etc. Wäre es anders, hätten Bestrafung schon längst zum Erfolg geführt. Immer wieder interessant, wie wenig lernbereit die Menschheit diesbezüglich ist (sowohl als Gesellschaft als auch als Individuen).
Dies ist ein Plädoyer, zusätzlich zu kurzfristigen Aktionen (im Sinne der Rechtslage) stets auch die langfristige, nachhaltige Perspektive einzubeziehen.
Dies ist ein Plädoyer dafür, Verantwortung für das eigene Handel zu übernehmen (auch wenn diese Handlungen nicht immer in Ordnung sind oder mitunter mit den Gesetzen in Konflikt stehen), die daraus entstehenden Konsequenzen zu akzeptieren, sich selbst die Frage zu stellen, ob man sich künftig an die geltenden Regeln der Gesellschaft, in der man lebt, halten möchte, und anschließend aktiv zu werden um das zu tun, was notwendig ist, um innerhalb der gesellschaftlich anerkannten Spielregeln gemäß den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen zufrieden, respektvoll und achtsam leben zu können.
Ich empfehle, den obigen Satz mehrfach zu lesen. Was sich da lockig flockig in ein paar Zeilen unterbringen lässt, könnte ebenso gut einen ganzen Seminartag füllen, wenn es bis ins Detail durchdacht wird.
Ein Plädoyer, dessen Umsetzung eine Herausforderung ist. Auch an mich selbst. Ich nehme mich da keineswegs aus. In mir sind nach wie „Bewertungs- und Verurteilungsprogramme“ aus meiner Erziehung innerhalb einer Gesellschaft, die es nicht besser wusste – und offenbar bis heute nicht besser weiß.
Deshalb bin ich dankbar für Gelegenheiten wie die erwähnte Facebook-Diskussion, da sie mir die Möglichkeiten bieten, meine eigenen Denkprozesse zu reflektieren und neu zu kalibrieren. Kommentare wie den oberhalb stehenden schreibe ich als Denkanstoß für andere – und als Erinnerung an mich selbst. In alte Denkmuster zu verfallen, geschieht unglaublich schnell und vor allem lautlos. Da hilft nur Achtsamkeit.
Wie meine weise Lucy gerne zu sagen pflegte: „Stell dir einen dicken Baumstamm vor, der vor dir liegt und den du zersägen sollst. Einen tiefen Einschnitt gibt es bereits. Doch nun sollst du nur wenige Millimeter daneben das Sägeblatt neu ansetzen, weil der alte Schnitt nicht zum Ziel führt. Was wird geschehen? Zu Beginn wird das Sägeblatt immer wieder in die bereits vorhandene, tiefe Spur abrutschen. Es braucht Zeit, Geduld und Konzentration, um in der neuen Spur zu bleiben.“
(M)eine alte Spur heißt „Schuld und Sühne“.
(M)eine neue Spur trägt den Titel „Verständnis und Veränderung“.
Bin ich „krank“?
Nun, ich bin in meinem Denken und Fühlen [nicht] ganz alltäglich, folge meinem eigenen Weg und gehöre damit einer Minderheit in der Gesellschaft an. Es steht jedem frei, dies (oder mich) anders zu beurteilen.
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Nach meiner dreiwöchigen Auszeit vom Alltag in Form eines Kuraufenthaltes und einer weiteren Woche des „wieder Ankommens“ in meinem alten (oder neuen) Leben, stelle ich fest, dass einiges dabei ist, sich zu verändern – oder dies bereits getan hat. Interessanterweise trifft dies ziemlich genau vier Jahre nach meinem Aufbruch der Reise zu mir selbst ein.
Am 13.10.2017 initiierte ich einen Richtungswechsel: Schluss mit dem Blick nach außen, dem Vergleich mit anderen und der Suche nach externen Lösungen. Das „Problem“ existierte in mir – also musste auch die „Lösung“ dort zu finden sein. Lerne zu lieben, was niemand sonst zu lieben vermag – außer der Einen (also mich), die dafür geboren wurde (sich selbst zu lieben). Nun, was daraus entstand, ist mittlerweile Geschichte … im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich „eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte“.
Wie ich in den vergangenen Tagen realisiert habe, endet es allerdings (noch) nicht. Neue Wege zeichnen sich ab. Oder besser gesagt: mein Lebensstil passt sich stärker meinem wahren Wesenskern an. Sport und Bewegung rücken wieder mehr in den Fokus. Dominieren beruflich Strukturen und „Unverrückbares“, zieht es mich in der Freizeit Richtung Freiheit. Spontaneität nimmt deutlich mehr Raum ein. Tradierte Überzeugungen (zu täglichen Aufgaben im Haushalt wie Kochen) verblassen (oder doch nur 2x pro Woche auf Vorrat?). Gebügelt habe ich zuletzt … ich weiß es nicht mehr. In Kürze steige ich für viele Fahrten wieder auf Öffis um. Ich hab ganz einfach keinen Bock mehr, meine Lebenszeit 2x täglich im Stau zu verschwenden. In der Bahn kann ich wenigstens dösen, oder lesen, stricken … alles, nur nicht konzentriert und angespannt darauf achten, welche schwachsinnigen Aktionen andere rund um mich setzen und damit sich selbst und MICH gefährden. Außerdem bietet es sich an, über das Klimaticket meine Heimat Österreich übers Wochenende stressfrei zu erkunden – was allein im Auto sitzend eine anstrengende Aktion wäre. Die Bahn rollt und ich entspannt mit ihr.
Die Qualität dessen, was ich in meiner Lebenszeit unternehmen, hat einen neuen Stellenwert bekommen. Ich wurde nämlich – wie mir mittlerweile klar ist – während meiner Kur „infiziert“. Mit einem Gedanken. Oder besser gesagt: mit einer Frage, die sich unterschiedlich betonen lässt:
WILL ich das?
Will ICH das?
Will ich DAS?
Über diese drei Worte in unterschiedlicher Betonung lohnt es nachzudenken.
WILL ich das? à Was auch immer es ist, WILL ich es wirklich? Oder habe ich das Gefühl, es zu müssen, keine Alternative zu haben (was meiner Erfahrung nach so gut wie nie zutrifft). Ist es mein eigener Wille? WILL ich täglich im Stau stehen? Definitiv NEIN!
Will ICH das? à Ist es mein Interesse bzw. meine Entscheidung? Oder will ICH etwas anderes? Mache ich es trotzdem (aus eigener Entscheidung), weil ich jemand damit helfen/unterstützen/eine Freude machen … will? Ist es also meine eigene Entscheidung? Ja, es ist meine eigene Entscheidung. Ich könnte mit dem Auto fahren, aber ICH will nicht, sondern ICH entscheide mich für etwas anderes.
Will ich DAS? à Auch hier die Frage, ob DAS jenes ist, das ich will. Der Fokus liegt auf dem DAS? Im Stau stehen, DAS will ich definitiv, daher wähle ich eine andere Option für mich.
Eine Frage bestehend aus 3 Worten, betrachtet aus 3 unterschiedlichen Blickwinkeln.
Eine Frage, die enormes Potenzial in sich trägt.
Eine Frage, die mir in den vergangenen Tagen und Wochen bewusst machte, dass ich mich in mehr Bereichen von alten Gewohnheiten bzw. übernommenen Einstellungen (z.B. aus meinem Elternhaus) leiten ließ, obwohl sie nicht zu mir passten, als mir bis dato klar war. Ängste, die meine Eltern aufgrund der Zeit, in der sie heranwuchsen, durchaus berechtigt hatten, sind heute häufig obsolet geworden. Ängste sind grundsätzlich ein spannendes Thema, wenngleich ambivalent. Manche Ängste habe ihre Berechtigung und schützen uns, doch hinter vielen Ängsten verbirgt sich keine reale Bedrohung, sondern etwas, das sich in unser Unterbewusstsein eingebrannt hat. Zumeist intensive negative Erfahrungen bis hin zu Traumatisierungen, aber auch Konditionierungen durch ständiges Vorbeten von „was nicht alles schiefgehen könnte und was nicht alles schlecht/bedrohlich ist“. Ängste zu hinterfragen ist wichtig, um eigene (und nicht vorprogrammierte) Entscheidungen für das eigene Leben treffen zu können.
„WILL ICH DAS?“ hilft zu hinterfragen.
Hinterfragen ist eine wichtige Basis für bewusstes Leben.
Bewusstes Leben schützt dafür, eines Tages wie eine Art „Zombie“ durchs Leben zu laufen, ferngesteuert von Konditionierungen, die uns irgendwann irgendwer in den Kopf gepflanzt hat und die seitdem wie ein veraltetes Betriebssystem das Vehikel Mensch durch den Alltag manövrieren.
Ein „Zombie“ lebt, aber ist nicht lebendig.
Lebendigkeit beginnt damit, bewusst zu leben.
Um bewusst zu leben, sollte man anfangen … richtig, zu hinterfragen 😉
„WILL ICH DAS?“
Diese kleine Frage bestehend aus 3 Worten traf zur richtigen Zeit auf meinen offenen Geist, um ihre wunderbare Wirkung entfalten zu können. So breche ich mit ihr auf zu neuen Horizonten, in (m)eine neue Welt, das Jahr 5 meiner Reise zu mir selbst.
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Vor wenigen Tagen entstand das heutige Titelbild während eines abendlichen Waldspaziergangs. Gestern gesellte sich ein paar lebensphilosophische Gedanken dazu, die ich heute hier teilen und auch näher auf die Hintergründe eingehen möchte:
Wer einen neuen Weg in unbekanntes Terrain einschlägt, muss damit rechnen, auch mal vom Weg abzukommen, bevor das Ziel erreicht ist.
Wer aus Angst davor, sich zu verirren, am Start verharrt, wird nie ankommen.
Wer glaubt, unbekanntes Terrain nur im Außen zu finden und keinesfalls in sich selbst (weil man sich selbst ja kennt), wird einige Überraschungen erleben.
Wer sich mit einer gesunden Portion Neugier und Vertrauen auf die Reise macht, wird Wunderbares entdecken.
Ach ja, zwischendurch nach dem Weg zu fragen ist voll OK und ein Zeichen von gesundem Menschenverstand
All jene, die mich inzwischen ein wenig kennen, vermuten nun zu Recht, dass einige Begegnungen mit „Menschen auf dem Weg“ (sprich: Reisenden) zu diesen Gedanken geführt haben. Worte, die auch einen mahnenden Aspekt in sich tragen, wachsam und achtsam zu bleiben, um nicht der Selbsttäuschung zu erliegen.
Wenn ich dies im Umfeld erkennen kann, hat es immer auch etwas mit mir zu tun.
Nun, auch ich begebe mich derzeit auf einen neuen Weg in unbekanntes Terrain. Ein paar überholte innere Bilder gilt es für mich zu verändern. Aufräumen in der untersten Schublade, in der sich unangebrachte Schuldgefühle verstecken, die wiederum ihrerseits schmerzhafte zwischenmenschliche Dynamiken befeuern.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie tief all dies verwurzelt ist. Selbst wenn mein Umfeld nun ein anderes ist und auch von den Menschen rund um mich agiert wird, wartet ein Teil von mir die ganze Zeit über, dass wieder das geschieht, was ich über Jahrzehnte erlebt hatte, insbesondere Fremdbestimmung.
Doch sie bleibt aus.
Ganz im Gegenteil.
Wertschätzende Kooperation und Kommunikation nehmen nun jenen Platz ein. Das ist für mich (noch) ungewohnt. Ich bin also eine Reisende auf neuem Terrain, auf einem Weg ins (noch) Unbekannte. Doch es fühlt sich richtig gut an!
Ich entdecke eine wunderbare Seite des Lebens: Beziehungen (gleich welcher Art) können frei von Unterdrückung, Schmerz oder Machtkämpfen gelebt werden. Selbst Herausforderungen (wie z.B. eine unerwartete Baustelle im XXL-Format) lassen sich gemeinsam mit Leichtigkeit und harmonisch meistern.
Eine vollkommen neue Erfahrung in meinem Leben.
Eine sehr begrüßenswerte Erfahrung.
Eine Erfahrung, die meine Zukunft bestimmen wird.
Das neue Terrain mag noch ungewohnt sein, doch es ist nicht mehr gänzlich fremd und unbekannt. Es wird von Tag zu Tag vertrauter, der Weg klarer, die daraus entstehenden positiven Effekte vielfältiger. Es ist einfach … amazing 😊
Allerdings gibt es auch einen kleinen Haken an dem Ganzen. Eine Art von „Bedingung“, um diese positiven Effekte zu generieren: ich durfte im Vorfeld ALLE Konflikte in mir verabschieden. Keine Vorwürfe oder Schuldzuweisungen, weder an andere noch an mich selbst. Dem Leben und dem was ist, voll und ganz zustimmen. Das bedeutet nicht, alles gutzuheißen, aber auch nicht, es zu verurteilen.
WERTFREI … ein magisches Wort, das im Kern aussagt: FREI von WERTUNGEN. Es ist, was es ist. Dem Leben und allem, was sich darin findet, ohne Urteil zu begegnen.
Im Grunde kenne ich all diese „Formeln“ seit vielen Jahren, aber offenbar ist es mir erst jetzt gelungen, sie wirklich bis in die tiefen Ebenen meines Unterbewusstseins zu integrieren. Deutlicher als je zuvor nehme ich wahr, wenn mir etwas oder jemand schadet – direkt oder indirekt. Früher habe ich vieles ignoriert und toleriert um des lieben Friedenswillen.
Heute reise ich auf einem neuen Weg, achte darauf, WERTFREI zu bleiben, und entdecke die FREIHEIT, die sich dahinter verbirgt. All das WUNDERBARE, das ich nicht sehen konnte, solange ich auf Wertungen starrte – und finde Menschen, die ebenso wie ich all dies zu schätzen wissen.
Es hat sich gelohnt, ab und an nach dem Weg zu fragen.
Was bedeutet es, anderen Menschen mit Würde zu begegnen? Seit einigen Wochen befasse ich mich mit diesem Thema. Die letzten Tage lehrten mich, wie schmerzhaft das Gegenteil sein kann.
„Würde“ ist ein Begriff, der etwas angestaubt klingt. Würdenträger … darunter stelle ich mir gerne honorige Personen vor, die aufgrund ihrer Verdienste eine Medaille umgehängt bekommen.
Es heißt, die „Würde“ des Menschen sei unantastbar. Jeder Mensch habe eine „Würde“ und sei darum wertvoll. Ich habe den Begriff „Würde“ gegoogelt und eine Unmenge an Informationen erhalten. Philosophie, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie, Religion, … viele befassen sich mit diesem Begriff und seiner Bedeutung.
Mir geht es heute um die „würdevolle“ Behandlung seiner Mitmenschen. Ein Blick in die sozialen Medien genügt, um festzustellen, wie häufig in Beiträgen und Kommentaren die Würde anderer missachtet und verletzt wird. Manche Printmedien sind da nicht viel besser. Offenen Ohres durch die Welt zu schreiten, liefert die Bestätigung in Echtzeit. Vom würdelosen Gehabe im Straßenverkehr will ich gar nicht sprechen.
Einem anderen die Würde zu nehmen führt zwangsläufig dazu, selbst würdelos zu sein. Wobei nicht wenige ihre eigene Würde mit Füßen treten und zulassen, würdelos behandelt zu werden.
Hinter den Oberbegriff „würdevolles Handeln“ stelle ich Aspekte wie Wertschätzung, Achtung, Respekt, Toleranz, Selbstbestimmung und Verantwortung. Meine Recherche ergab noch einiges mehr, je nachdem, aus welcher Perspektive das Thema betrachtet wird. Mein Zugang ist – wie üblich – intuitiv und reflektierend.
Praktisch formuliert, bedeutet „würdevolles Handeln“ für mich, jedem Menschen mit Wertschätzung respektvoll zu begegnen, anerkennend, dass jeder Erwachsene für seine Entscheidung, die Konsequenzen daraus und in Folge für sein Schicksal selbst verantwortlich ist, jedem seine eigene Meinung zu belassen.
Es bedeutet aber auch, mich aus jenen Bereichen zurückzuziehen, in denen meine Würde verletzt wird, anstatt mich auf würdelose (Wort)Gefechte einzulassen. Im öffentlichen und beruflichen Bereich ganz gut umsetzbar, wird es im privaten, familiären Umfeld eine enorme Herausforderung.
In der Vergangenheit habe ich immer wieder (besser gesagt: viel zu oft) zugelassen, von einem geliebten Menschen würdelos behandelt zu werden, weil ich diesen Menschen nicht verletzen wollte durch meinen Rückzug. Stattdessen ließ ich zu, in meiner Würde verletzt und damit als Mensch entwertet zu werden.
Es ist gar nicht so leicht, auf seine eigene Würde zu achten. Denn es bedeutet mitunter, schmerzhafte Entscheidungen zu treffen und sich von geliebten Menschen zurückzuziehen. Aber zu bleiben bedeutet, sich dem anderen als „Opfer“ zur Verfügung zu stellen. Letztendlich trägt dies auch dazu bei, den anderen in seinem würdelosen Verhaltensmuster zu bestätigen und zu bestärken. Eine fatale Wechselwirkung, bei der am Ende alle Beteiligten würdelos aussteigen.
Die Würde des Menschen ist unantastbar… ein sehr guter Vorsatz, doch Worte sind geduldig.
Es liegt an jeder und jedem von uns, was wir daraus machen.
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… eine dieser Fragen, die wir unzählige Male stellen. ABER wer will eine wahrheitsgemäße Antwort darauf hören? Wer kann mit solch einer Antwort umgehen? „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ postulierte Ingeborg Bachmann – doch meine persönliche Erfahrung sieht anders aus. Die Wahrheit verschreckt zahlreiche Menschen, denn sie erinnert an das, was sie vergessen möchten.
Ich habe mir (leider) den Reflex angewöhnt – wie viele andere auch – Fragen nach meinem Befinden auf eine Weise zu beantworten, die den gesellschaftlichen Konventionen entspricht, vom Gegenüber akzeptiert werden kann – und viel zu oft nicht der Realität entspricht. Im Laufe der Jahre verlor ich mich mehr und mehr in dieser Halbwahrheit. Es war gar nicht so einfach, wieder wahrnehmen zu lernen, wie es mir tatsächlich ging. Deshalb stelle ich mir häufig selbst diese Frage.
Wie geht es mir?
Gut. Es geht mir gut.
Was bedeutet das?
Keine aktuellen körperlichen Schmerzen. Keine Drama-Energie. Keine Depression… wenn ich meinen Zustand mit der „Problem-Brille“ betrachte und mich auf das Fehlende fokussiere.
Oder: Körperliches Wohlbefinden, Gelassenheit, Lebensfreude … wenn ich auf das sehe, was da ist.
Rhetorische Spielchen 😉 Dennoch lande ich wieder bei Begrifflichkeiten, die unterschiedlich verstanden werden können und damit bei einer unklaren Aussage.
Ich gestehe: Ich bin ein klein wenig kompliziert 😉
Scherz beiseite: Ich traue manchmal dem Frieden in mir nicht, weil ich mich in der Vergangenheit allzu oft in der Selbsttäuschung verloren habe.
Um herauszufinden, wie es mir wirklich geht, schreibe ich die Gedanken und Gefühle auf, die in mir aufsteigen, die mich durch den Tag begleiten. Sie vermitteln mir ein Bild, was gerade in mir los ist, das wesentlich präziser ist als abstrakte Begrifflichkeiten. Während meines morgendlichen Laufs durch den Wald waren es folgende Worte:
Der Tod begleitet uns vom Moment unserer Geburt an, ist stets an unserer Seite. Eines Tages wird er jeden von uns an der Hand nehmen und sagen: „Komm mit mir.“
Niemand von uns weiß, wann es so weit sein wird.
Genau aus diesem Grund sollten wir jeden Tag, jede einzelne Stunde dafür verwenden, das zu teilen, was über unseren Tod hinaus von uns in den Herzen anderer weiterleben soll: unsere Liebe, unser Lachen, unsere Lebensfreude…
Was sagen mir diese wenigen Zeilen über meinen Zustand?
Zum einen, dass ich rund um mich etliche Menschen wahrnehme, die nicht im Augenblick verweilen. Ihre Verstrickungen halten sie gefangen, bestimmen ihr Fühlen und Denken, rauben ihre Lebensenergie, gaukeln ihnen Probleme vor, die längst nicht mehr existieren, und doch halten sie an jenen „Fesseln“ fest und versagen sich, das Hier und Jetzt voll und ganz zu erleben … oder anders formuliert: lebendig zu sein.
Zum anderen, dass in mir aktuell kein ungelöstes Problem besteht. Positiv formuliert: in mir herrschen Klarheit und Gelassenheit. Das Leben ist, wie es ist. Mal so, mal anders. Aus mir heraus sprudelt ungezähmte Lebensfreude, für die es genau genommen keinen Grund gibt. Es ist nichts Außergewöhnliches geschehen, wodurch sich meine gute Laune erklären lässt.
Ich bin grundlos glücklich.
Wird jemand diese Antwort verstehen?
Warum darüber überhaupt nachdenken? Das Leben ist viel zu kurz für künstlich geschaffene Sorgen 😉
Teile, was dich glücklich macht, was dein Leben bereichert, deinen Tag verschönert.
Trage die Sonne im Herzen und ein Lächeln auf deinen Lippen.
Sei der Funke, der ein Feuerwerk aus Lebensfreude entzündet.
Für meinen heutigen Beitrag habe ich zwei Symbole gewählt, die sich in vielen meiner Geschichten wiederfinden: Rose & Schmetterling… beide haben für mich eine tiefe Bedeutung. Schönheit, die sich zu wehren weiß und Leichtigkeit, die selbst Stürmen trotzt.
Bild: pixabay.com
Ein mystischer Zeitraum. Wurde nicht angeblich die Welt in 7 Tagen erschaffen? Meine eigene Welt (oder Bubble) wurde definitiv in den vergangenen 7 Tagen (neu) erschaffen.
7 Tage allein an einem Ort, an dem ich zu zweit über viele Jahre glückliche Urlaube verbracht habe – wenngleich auch nicht als die Vollversion von mir.
7 Tage allein auf vertrauten Pfaden.
7 Tage kontinuierlich auf mich selbst zurückgeworfen. Wer bin ich? Was will ich? Was tut mir gut? … in diesem Augenblick und grundsätzlich im Leben.
7 Tage der Begegnung mit mir selbst in chilliger Spa-Atmosphäre und auf steilen Bergpfaden.
Was hat sich getan?
Enorm viel. Genug, um ein Buch darüber zu schreiben. Oder es in die wenigen Zeilen von zwei Gedichten zu packen, die während dieser Begegnungen entstanden sind. Hier nun – in einer für mich eher unüblichen Sprache – eine Stimme, die ich in mir höre, wenn ich mir allein da draußen begegne:
Da ob’n
Da ob’n am Berg,
da merkst’s erst, wie klan das’d bist,
siechst vülles plötzlich anders
ois drunten im Tal.
San’d Probleme riesengroß,
druck’n di de Surg’n,
wiargt di de Ongst,
oda wüsst oafach wos loslass’n,
pack’s eini in an Rucksock
und geh auffi.
Wirst seh’n, mit jed’m Schritt wird’s leichta,
und aufamoal waßt wieda, worauf’s aukummt im Leb’n:
Zeig, was‘d fühlst,
all denen, di da wichtig san,
verschenk dei Herz heit,
woard net auf’s Murg’n.
Host Ongst zu leb’n?
Schau auf den kloan Schmetterling,
der da ob‘n um a Dottablum’n tonzt,
glei neban wülden Wossa,
kloan und zerbrechlich inmitt’n ana Wölt,
fü di a ned gschoffn scheint,
oba sei Herz is stoark,
und so spüld a mit’n Wind.
Host valernt zu leb’n?
Donn geh so loang, bis dei Kopf leer is,
koan Denken mehr,
bis di wieda gspiarst,
bei dia selba ankummst in Rua.
Bei mia
Wohin’st a gehst im Leb’n,
Du begegnst da imma söwa.
Was siagst, wannst zu mia kummst?
Brida im Sein, de di stumm begleit‘n?
Tausend Bliah in ana buntn Summawiesn?
A wüds Wossa rauscht toalwärts wi dei Bluad.
Herst mei Stimm – oda des Echo von deina?
Schloagt frei dei Herz noch longa Zeit?
Gspiarst dei Söhl, di längst scho schreit
noch an Moment des Innehoiltens,
noch Luft zum Otmen,
noch Leb’n zum Gspiarn,
Triffst di söwa
hia bei mia
in da Stüll,
wei i sog net vüll.
I umorm di oafach mit all’m was i hob,
weust zu mia zruckkehrst wi a Kind
des sein Weg valurn
und jetzt hamgfunden hot
bei mia.
Endlos könnte ich rational theoretisieren, doch die ganze Tragweite dieser Worte wird nur verstehen, wer sie mit dem Herzen liest.
7 days later … für jeden einzelnen davon bin ich dankbar, für jede Tränen, jedes Lachen, jeden Augenblick des Staunens, für alles, denn es brachte mich alles näher zu mir.
Am 7. Tage beschenkte mich das Leben mit einem unvergesslichen Moment an diesem traumhaft schönen (und eiskalten) Bergsee. Ein Geschenk, das mit einem mehr als 3-stündigen sehr steilen Aufstieg verdient werden wollte, doch das war es wert… wie diese 7 Tage nur mit mir selbst.
Bild & Text: © Lesley B. Strong