Zeit für Reflexionen

In den letzten Wochen haben mich äußere Ereignisse – meistens Fragen in Form von Beiträgen in Facebook – immer wieder dazu gebracht, spontan Gedanken in Worte zu gießen, die ich so zuvor nicht gedacht hatte. Jedes Mal lernte ich dabei eine neue Facette meiner Persönlichkeit kennen. Das ist insofern sehr interessant für mich, als ich Anfang des Jahres noch dachte: „Hey, das ist es. Ich hab mich gefunden. Ich weiß wer ich bin.“ Und nun erlebe ich fast täglich, dass ich noch mehr bin, ganz so, als würden dem unfertigen Puzzle meines Wesens laufend Teile hinzugefügt werden.

Hier ein paar dieser Gedanken:

Was bin ich durch meine Feinfühligkeit? Verletzbar. Was wäre ich ohne sie? Unberührbar. Jahrzehntelang wählte ich die schützende Mauer, bis ich sie einriss. Heute tanze ich in der blühenden Wiese, welche die Trümmer mehr und mehr überdeckt. Bald werden sie ganz verschwunden sein. Glück in Verbindung mit Zeit? Glück bedeuten für mich jene Minuten und Stunden im Leben, in denen ich uneingeschränkt ich selbst sein kann. Gleich, ob mit meinem Partner, Familie, Freunden, beim Schreiben …

Glück bedeuten alle jene Zeiten, in denen ich nicht die Maske tragen muss, ohne die der Großteil der Gesellschaft mit mir nicht klar kommen würde, weil nicht akzeptiert wird, was nicht verstanden wird. Jede Sekunde ohne diese Maske ist pures Glück.

Gestern Morgen traf ich beim Laufen über einen Feldweg eine alte Bekannte: die Wegwarte. Wer kennt sie nicht? Sie wächst an jedem Straßenrand, oder wie man bei uns sagt: in jeder Gstettn. Unter minimalistischen Bedingungen und ohne große Sorgfalt oder Pflege bringt sie ihre leuchtend blauen Blüten hervor. Eine Meisterin des „mach das Beste daraus“, robust und durchsetzungsstark. Doch wer sie pflückt wird feststellen, dass sie innerhalb von Minuten verwelkt. So vieles kann sie ertragen und dennoch blühen, doch eine Verletzung von fremder Hand weiht sie dem Untergang. Seit meiner Kindheit fasziniert mich die Wegwarte. Vielleicht weil ich ihr ähnlich bin?

Es heißt, wir befinden uns alle auf einer (spirituellen) Reise. Vielleicht stimmt das, aber wer sagt, dass uns diese Reise ein Ziel im außen hat. Lag das Ziel nicht viel mehr in uns? Was wird geschehen, wenn ich am Ziel angekommen bin? Wenn das Puzzle vollständig ist? Oder ist der Weg das Ziel? So viele Fragen, so viele Gedanken. Ich mach einfach mal Pause und genieße das Leben. #feeltheembraceoflife

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