Man kann es nicht allen Recht machen …

… selten ist eine Generalisierung so zutreffend wie diese. Egal, wie sehr man sich auch bemüht, es wird sich immer irgendjemand finden, der es anders sieht. Jemand, dem nicht gefällt, was man tut, wie man tut, wer man ist …

Auch wenn es anders viel angenehmer wäre, Ablehnung gehört zum Leben dazu.

Grundsätzlich ist das ja auch in Ordnung, ABER … (wieder einmal ein großes ABER) … als Borderlinerin hatte ich leider das Bedürfnis, mehr noch: das Verlangen danach, von anderen gemocht zu werden. Inklusive dem, was ich so tat. Ablehnung war in gewisser Weise schmerzhaft für mich, weil sie in meiner Wahrnehmung eine Zurückweisung meiner Person bedeutete. Das häufig allerdings nur mein Verhalten abgelehnt wurde, das blieb mir lange verborgen. Selbst heute falle ich manchmal in dieses alte Gefühl des „ich bin nicht OK“ zurück. Sobald ich es bemerke, steuere ich dagegen mit einem Satz in der Art von: „Mein Verhalten gefällt meinem vis-a-vis nicht.“ Danach überlege ich mir, ob zu Recht oder nicht. Vielleicht habe ich ja überzogen reagiert? Vielleicht muss die andere Seite aber auch akzeptieren, dass nicht alles nach ihren Vorstellungen läuft?

Anerkennung im Leben ist eine wunderbare Sache und sie baut jenes Selbstbewusstsein auf, das gefragt ist, wenn Ablehnung auftritt.

Und Ablehnung wird auftreten, früher oder später, denn man kann es nie allen Recht machen (wie schon der heutige Titel verrät). Diesen Versuch habe ich lange unternommen. Er hat mich zweimal ins Burnout geworfen. Es allen Recht machen zu wollen, öffnet Tür und Tor für Ausbeutung und Überlastung. Ja, es gibt sie, jene Menschen, die ungehemmt die ausbeuten, die sich ausbeuten lassen in ihrem krampfhaften Streben nach Anerkennung. Die für ein „gut gemacht“-Leckerli rücksichtlich ihre eigenen Ressourcen und Grenzen überschreiten bis nichts mehr geht.

Unerfüllte Suche nach Anerkennung kann zur Sucht werden. Süchte führen zu fatalen Folgen.

Ich gestehe, ich war süchtig nach Anerkennung.

Ich bin es nicht mehr.

Ich habe gelernt, dass ich es nie allen Recht machen kann. Es wird Menschen geben, die werden ablehnen, was ich tue. Manche werden sogar mich als Person ablehnen. Das ist weder erfreulich noch angenehm für mich, doch ich akzeptiere es als Teil meines Lebens. Es gibt nicht nur romantische Sonnenuntergänge, es gibt auch schlammige Pfützen auf meinem Lebensweg.

Wobei – manchmal macht es Spaß, mit beiden Beinen in eine Pfütze zu springen. Dabei wird vielleicht jemand nass, aber was soll’s? Man kann es nicht allen Recht machen 😉

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