Fragen, Fragen und nochmals Fragen …

Es ist wieder mal eine dieser Phase, in denen ich sehr viel zu tun habe. Im Grunde habe ich immer viel zu tun, nur manchmal nur mehr. Im Grunde will ich irgendwie auch immer viel zu tun zu haben, weil ich es schlichtweg nicht aushalte, wenn mir langweilig ist. Dann werde ich richtig unrund und fange an, unsinnige Dinge zu tun. Wie in dem Werbespot, wo jemand, der auf einen Download wartet, damit beginnt, seine Umgebung mit Post-its zu tapezieren.

Nun frage ich mich hin und wieder, ob ich eine tief verwurzelte Allergie gegen Ruhe und Nichtstun habe. Und wo ich mir die eingefangen haben könnte.

Ruhe – was ist das überhaupt? Bedeutet dass, nichts zu tun? Weniger zu tun? Ruhiger zu tun? Langsamer? Weniger emotional? Strebe ich nach Ruhe, weil es zu viel wird? Oder zu laut? Oder geht’s mir gar nicht um Ruhe? Ständig an meiner Belastungsgrenze entlang durch den Arbeitsalltag zu laufen ist anstrengend. Auf der anderen Seite auch irgendwie reizvoll – solange alles gut läuft. Solange ich durchhalte. Solange … bis es eben anders ist. Bis der Gedanke an Ruhe wieder verlockend wird. Ein ständiges Hin und Her.

Wo beginnt Langeweile? Kann ich Ruhe überhaupt zulassen und genießen? Stillstand geht definitiv nicht. Wobei – Stillstand gibt es ja genau genommen nicht. Alles ist stets in Veränderung. Manchmal nur sehr langsam, aber dennoch.

Und so kreisen meine Gedanken unaufhörlich.

Manche könnten jetzt sagen: OK, so wird das nichts mit Ruhe. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich über einzelne Themen wie „Ruhe versus Langeweile“ nachdenke, desto ruhiger werde ich, weil ich in der unbeschreiblichen Vielfalt meiner Gedanken und Ideen bildlich gesprochen „die Spreu vom Weizen“ trenne. Anders gesagt: ich finde heraus, was ich wirklich will und brauche; lasse mich von scheinbar verlockenden Ideen nicht in die nächste Sackgasse führen. Und weil ich nicht mehr alles und jedes tun will und muss, nimmt das letztendlich viel Last von meinen Schultern und Druck aus meinem Leben.

Hinterfragen und reflektieren – das ist ein wesentlicher Aspekt meiner Lebensphilosophie und meines Alltags. Unterscheiden und Entscheiden. Was passt zu mir? Was nicht? Heute landet viel mehr im „Ideen-Mülleimer“ als früher. Gleichzeitig vermisse ich nichts und genieße das, was ich tue und habe, mehr als früher.

Quantität versus Qualität?

Wer weiß?

Auch darüber werde ich noch ausgiebig sinnieren.

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