Quo vadis? … mein Status Quo Jänner 2020

Wer diesem Blog seit Juli 2019 folgt, kennt einen Teil meiner Geschichte und meine Vision, diese Welt ein klein wenig zu verändern. Ab und an frage ich mich selbst, ob das nur leere Worte meinerseits sind, mit denen ich mir selbst Mut zu spreche. Oder eine unrealistische Illusion? Ein Wunschtraum? Wo stehe ich damit?

Zeit für eine Zwischenbilanz. Wo starte ich also am Beginn von 2020?

Als Autorin finalisiere ich aktuell den 2. Teil von „JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte“, und mein Ist-mir-zwischen-durch-passiert-Buchprojekt „EMBRACE“. Zwar hinke ich ein klein wenig hinter meinem eigenen Zeitplan, aber hey – EMBRACE war eigentlich nicht geplant. Trotzdem – oder gerade deshalb – bereitet es mir sehr viel Freude, Geschichten, Gedichte und Texte zusammenzustellen, die in mir das Gefühl „vom Leben umarmt zu werden“ auslösen. Das wird ein Buch wie eine Schmusedecke inklusive heißer Schokolade an einem verregneten Sonntagnachmittag. Und es wird zeigen, welch vielfältige tiefen Emotionen ich trotz (oder aufgrund?) meines Borderline-Syndroms empfinden kann.

Zwischendurch ergeben hat sich auch eine intensive Zusammenarbeit mit dem Magazin „Mein Leben Live – Entdecke die Vielfalt“. In der Jänner-Ausgabe wird ein Artikel von mir zum Thema Borderline unter Titel „Mit Romantik aus der Krise?“ erscheinen, sowie eine Kurzgeschichte in der Wohlfühl-Oase des Magazins. Seit kurzem gehöre ich zum Team der Gastautoren von „Mein Leben Live“ und bin Administratorin der angeschlossenen Facebook-Gruppe, werde die Vielfalt mit meinem Input und meinem Borderline-Blickwinkel ergänzen.

Ebenfalls „passiert“, weil zufällig gefunden, ist mir www.story.one Kurzgeschichten mit maximal 2.500 Zeichen erzählen – welch eine Herausforderung! … für eine langatmige Erzählerin wie mich 😉 Es macht richtig Spaß, mich dieser Challenge zu stellen und auf das Wesentliche einer Story zu fokussieren. Hier kannst du mitlesen

Dann wäre da noch das „Geheimprojekt“, über das ich zu diesem Zeitpunkt leider noch nichts berichten darf, bzw. nur dann, wenn sich dieser Beitrag nach dem Lesen innerhalb von 5 Sekunden automatisch zerstört. Nein, dies lassen wir lieber bleiben. Geduld ist eine Tugend – leider nicht meine Stärke 😉

Ich bin also fleißig am Schreiben, und alles, was ich schreibe, kreist um ein zentrales Thema, beleuchtet es aus verschiedenen Blickwinkeln und verarbeitet es mit unterschiedlichen Methoden und Stilrichtungen: Borderline … und was es noch sein kann. Wie kann Leben mit etwas gelingen, dass so schwer zu erfassen, zu erklären, zu verstehen ist?

Dabei stelle ich mir selbst folgende Fragen:

  • Wie mit Emotionen zurechtkommen, die so heftig sind, dass es sich manchmal anfühlt, als würde ich von einer Dampfwalze überrollt, von einer Lokomotive mitgerissen und über eine Achterbahn gezerrt, scheinbar ohne Bremse und Steuer?
  • Wie jene Phasen aushalten, in denen mich eine grenzenlose innere Leere zu beherrschen scheint, meine eigene Lebendigkeit mir zwar im Verstand bewusst, jedoch im Fühlen abhanden gekommen ist?
  • Wie Verständnis für jene Instabilität aufbringen, die mein Umfeld mitunter verzweifeln lässt?
  • Wie auf die eigenen (Belastungs-)Grenzen achten und das dauerhafte eigene Wohlbefinden vor das kurzfristige Zuckerl „Anerkennung durch andere“ stellen?
  • Wie beim Blick auf die Welt dem Schwarz-Weiß-Denken entkommen und die bunte Vielfalt an Möglichkeiten – auch für mich selbst – sehen können?
  • Wie der unerklärlichen Sehnsucht nach Schmerz wiederstehen, in dem Wissen, dass dies nur ein Umweg zum eigentlichen Ziel ist: zu dem Wohlgefühl, das jene Botenstoffe im Gehirn auslösen, die nach großem Schmerz den Körper fluten? Wie also den direkten Weg zum Wohlgefühl einschlagen?
  • Wie den „Drachen“ und seine feurigen Ausbrüche im Zaum halten?
  • Wie jeden Morgen aufs Neue in den Spiegel blicken mit all den Erinnerungen an die Vergangenheit?
  • Wie im Hier und Jetzt bleiben?
  • Wie ich selbst bleiben?

Von allem, was ich in über 30 Jahren ausprobiert habe, funktioniert für mich Schreiben immer noch am besten. Es hat mich weitergebracht als alles andere, und scheint aus heutiger Sicht auch nachhaltig auf mich zu wirken. Schreiben hat mein Leben verändert. Ich erzähle meine Geschichte für andere und für mich selbst auf vielfältige Art und Weise. Manchmal auf diese …

Ich nutze bewusst zahlreiche Techniken aus dem Mentaltraining und NLP (z.B. Dissoziation, Reframing, VAKOG-Sprache, Milton Patterns, Umkehrung der Drama-Dynamik, Anker-Techniken, Modelling Prozesse …) und habe für mich selbst damit ein Programm geschrieben, dass Trigger im Alltag zum Teil neutralisiert hat, zum anderen Teil Verhaltensmuster kreiert hat, welche die durch Trigger aktivierten Borderline-Dynamiken ausgleichen.

… und manchmal auf eine andere. Eine Art und Weise, wie es auch das innere Kind in mir, das mit 3 ½ Jahren aus der Umarmung des Lebens gestoßen wurde, verstehen kann, in dem ich jene Sprache verwende, die auch ein kleines Kind versteht, abseits von Fachtermini und rationaler Logik: Die bildhafte Sprache von Märchen, voller Archetypen und Symbole …

Wenn sich die Dunkelheit über den Horizont erhebt, eisige Kälte und das Gefühl erdrückender Einsamkeit den Drachen (Jan) umfangen; wenn der Schmerz in seinem Herzen schier unerträglich wird, während er verzweifelt gegen die Sturz zurück in jenen Kerker der Dunkelheit ankämpft und sein eigenes Feuer ihn dabei zu verschlingen droht, dann eilt ihm ein Phönix (Jana) zu Hilfe. Schützend legt sie ihre Arme um seinen Körper, breitet ihre mächtigen Schwingen aus und steigt gemeinsam mit ihm aus den Flammen empor, nimmt den gefallenen Drachen und sein liebendes Herz mit sich zurück in ihre Welt aus Licht und Liebe. Verbunden durch bedingungslose Liebe und grenzenloses Vertrauen folgen sie ihrem gemeinsamen Weg. Er atmet ein, und sie aus. Ein Herzschlag, ein Sein – eins. Ich.

Manche mögen es romantischen Unfug nennen, aber für mich funktionieren diese Bilder innerhalb von Minuten und holen mich zurück auf meinen selbst gewählten Kurs.

Man kann darüber streiten, was Medizin ist und was nicht. Früher habe ich öfters gesagt: „Wenn es dir hilft, dass jemand mit einer Feder in der Hand um dich herumtanzt, dann ist das deine Medizin und sie hat ihre Berechtigung“.  Nun, es gibt heute fundierte Fachliteratur über die Wirkung von Placebos, die dies untermauern. Aus meiner Sicht verwende ich für mich – das muss ich jetzt mal so sagen – ein geniales Placebo. Es macht Spaß. Löst angenehme Gefühle aus. Kennt keinen Gewöhnungseffekt. Ist frei von (negativen) Nebenwirkungen – abgesehen davon, dass mich jemand eine Spinnerin nennen könnte. Das halte ich aus 😉

Ich schreibe über mein Leben mit Borderline in all seinen Facetten. Manchmal schildere ich dabei schmerzhafte Emotionen und dunkle Momente, doch ich werde meine Geschichten niemals darin enden lassen und immer bis zu einem Happy End weiterschreiben. Schließlich geht’s um mein Leben (Achtung: doppeldeutig) und ich steh‘ nun mal auf ein Happy End 😉

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