Elefanten-Weisheit

Wieder einmal ein Beitrag, der aus jenen Eindrücken geboren wird, die ich in den vergangenen Wochen in diversen Chats und Selbsthilfegruppen gesammelt habe.

Thema: Realität verdrehen oder „Schönzeichnen“

Was meine ich damit? Nun, es geht darum, dass manche (oder viele) Menschen mitunter (oder auch sehr oft) den Standpunkt einnehmen, etwas ist so und nicht anders. Um das nachvollziehbar zu machen, hier ein abstraktes Beispiel:

Eine Banane schmeckt fad.

Dieser Aussage werden nicht zustimmen.

Anderes Beispiel:

Männer reden weniger als Frauen, und Frauen zicken mehr als Männer.

Stimmt natürlich so auch nicht.

Noch ein Beispiel:

Borderliner sind beziehungsunfähig.

Warum sollte diese Aussage stimmen? Sie ist ebenso pauschal und haltlos wie die beiden anderen zuvor. Dennoch neigen offenbar noch immer viele Menschen dazu, dieser einen Aussage zuzustimmen. Da ich ja meinen Mund nicht halten kann, schubse ich häufig Menschen an und sage: „Hey, es kann auch ganz anders sein.“ Daraufhin startet ein zumeist längerer Austausch, in dem manchmal auch die Aussage fällt: „Das ist ja Schönzeichnen der Realität“. Ist es natürlich nicht. Vielmehr ist es, was das Bild mit dem Elefanten so wunderbar darstellt. Ein Klassiker aus dem Kommunikationstraining.

Hier die Geschichte dazu: Mehrere blinde Menschen, die nie zuvor einem Elefanten begegnet sind, werden gebeten, diesen zu beschreiben anhand dessen, was sie ertasten können. Keiner von ihnen weiß, wie groß ein Elefant wirklich ist. So steht der erste vor dem Kopf des Elefanten, fühlt den Stoßzahn und meint voller Überzeugung: „Ein Elefant ist hart und spitz wie ein Horn“. Darauf erwidert ein anderer, der an der Seite des Elefanten steht: „Das stimmt nicht, er ist ledrig und breiter, als meine Arme erfassen können.“ Der Dritte, der hinter dem Elefanten steht, entgegnet: „Ihr irrt euch beide. Er hat einen Schwanz mit Borsten und stinkt fürchterlich.“ 

Wer von den dreien hat Recht? Natürlich alle drei. Für uns als Zuseher ist das sofort klar und einleuchtend, dass jeder der drei nur einen Teil des Gesamten wahrnehmen kann.

Nur – wenn diese Erkenntnis bei der Geschichte mit dem Elefanten so leichtfällt, warum beharren wir dann darauf, in anderen Bereichen des Lebens immer die gesamte Realität erkennen zu können?

Autsch!

Fakt ist, dass wir immer nur einen Bruchteil der Realität wahrnehmen können. Schon aufgrund der Tatsache, dass unsere Sinne eingeschränkt sind, bzw. unsere „Festplatte“ Gehirn selektive Informationen zu einem pixeligen Gesamtbild zusammensetzt, das deutlich von der Realität abweichen kann. Denkt mal nur an optische Täuschungen. Oder Songtexte, die wir ganz anders wahrnehmen als sie gesungen werden.

Wir bilden unsere individuelle Meinung zur Realität aufgrund einiger weniger Informationen.

Manche bilden auch ihre Meinung zu Borderline aufgrund einiger weniger Informationen und lassen diese ihr Schicksal bestimmen, anstatt herauszufinden, was es in ihrem individuellen Fall ist. Darauf angesprochen, wird die Neubewertung mit dem Vorurteil „Schönzeichnen“ abgeblockt.

Natürlich drängt sich jetzt die Aussage auf, das Verweigern einer Lösungsmöglichkeit sei typisch Borderline – ist es aber nicht. Das können auch andere recht gut. Es ist eher typisch menschliches Ego – und ein Exemplar davon besitzen wir alle.

Es liegt eine große Chance darin, den eigenen Standpunkt hin und wieder zu wechseln und weitere Standpunkte hinzuzufügen, um das Gesamtbild aus mehr Informationen zu generieren. Denn dann könnte es plötzlich sein, dass Borderline und Lebensfreude nicht mehr im Widerspruch zueinanderstehen, sondern in Summe eine Gesamtbild ála Elefant ergeben.

Denkt mal darüber nach 😉

#FeelTheEmbraceOfLife

100 % authentisch

Gestern habe ich eine Nachricht – oder besser: eine Frage – von einer Kollegin bekommen, die mich nachdenklich machte. Sie lautete:

„Wie du das private mit dem beruflichen Chaos noch vereinbaren kannst. Wahnsinn, bewundernswert, dass du so switchen kannst.“

Meine gedachte Antwort darauf war:

„Ich bin Borderlinerin. Das bedeutet, dauerhafte emotionale Stabilität ist nicht mein Grundzustand. Deshalb habe ich mir im Laufe der Jahre antrainiert, wie ich aus einem unerwünschten emotionalen Zustand schnell wieder in einen erwünschten wechseln kann. Diese Fähigkeit hilft mir, emotional zu springen, und das wiederum verschafft mir offenbar in monatelangen Phasen der Dauerbelastung einen Vorteil gegenüber emotional stabilen Menschen, die – stecken sie erstmal im Chaos – dort auch nicht mehr so leicht rauskommen. Ich kann emotionale Zustände wechseln wie andere ein T-Shirt, aber nicht nur fremdgesteuert (wie früher, als ich keine Ahnung hatte, wie ich wirklich ticke), sondern bewusst und gezielt. Somit nutze ich das, was viele Borderline als Belastung, Störung oder gar Krankheit empfinden, als Ressource um das berufliche Chaos (#Corona …) gut auszuhalten. Und ja, Chaos war so viele Jahre ein fester Bestandteil meines Lebens, dass ich heute damit recht gut umgehen kann. Offenbar besser als manche andere.“

Ob ich diese Antwort meiner Kollegin oder einem anderem gegenüber aussprechen werde? Mit Sicherheit, aber ich zweifle, ob ich wirklich verstanden werden. Kann sich das jemand, der es selbst nicht draufhat, überhaupt vorstellen, einen emotionalen Zustand abzulegen wie einen Mantel und einen anderen „anzuziehen“?

Drängt sich dabei nicht der Verdacht auf, alles sei nur „gespielt“?

Wie kann man nachvollziehbar machen, dass es authentisch ist, dass ein Mensch authentisch divergierende Emotionen empfinden kann, dass all das abhängig ist von den inneren Bildern im Kopf, von Gefühlen tief in sich selbst?

Wie viele Menschen glauben, authentisch zu sein, und erkennen selbst nicht, in einer von der Umwelt konditionierten Rolle zu agieren?

Wann lernen wir zu unterscheiden, was authentisch ist und was nicht?

Was, wenn Authentizität nicht eine schnurgerade Linie ist, sondern ein kurviger Weg mit zahlreichen Abzweigungen, die letztendlich alle zu uns selbst führen?

Was bedeutet es, 100% authentisch zu sein?

In diesem Augenblick … genau jene Gedanken zu denken, die ich hier festhalte, während ich in einem Cafè sitze, der Musik im Hintergrund lausche – Smooth Jazz – ein wenig überlagert von den Gesprächen rundum, dem Zischen der Espresso-Maschine, mich in den getragenen Rhythmus des Schlagzeugs fallen lasse, ein wenig mitswinge und mich einfach nur voll und ganz im Augenblick wiederfinde, inmitten von allem, ein Fels in der Brandung meines Lebens, dessen mitunter stürmischer Ozean für einige Zeit wieder wie ein kristallklarer Bergsee an einem windstillen Tag vor mir liegt und ich einfach nur hier bin, angekommen in der Umarmung des Lebens. Leben im Hier und Jetzt. 100% authentisch.

#FeelTheEmbraceOfLife

Probleme einmal anders betrachtet

Probleme sind spannend.

Für mich sind sie wie ungelöste Rätsel. Ich liebe Rätsel. Ob sich daraus der Umkehrschluss ableiten lässt, dass ich auch Probleme liebe, drängt sich irgendwie auf. Auf jeden Fall verfüge ich über eine ausgeprägte Problemlösungskompetenz – sagt man mir nach und bestätigt mein Lebenslauf.

Wie auch immer, Probleme sind wie Rätsel. Diese Betrachtungsweise verleiht ihnen eine gewisse spielerische Note und nimmt etwas Druck raus. Druck macht die Sache nicht einfacher. Kreativität hilft beim Lösen von Problemen. Leider ist Kreativität leicht flüchtig, wenn Druck ausgeübt wird. Deshalb … spielerische Ernsthaftigkeit lautet mein Mittelweg = Rätsel entschlüsseln = Problem lösen😉

Probleme entstehen selten dort, wo sie sichtbar werden.

Das verhält sich ähnlich wie mit der Motorkontrollleuchte im Auto. Wenn die rot aufleuchtet, weiß jeder Autofahrer, was zu tun ist, nämlich …? Richtig, das Lämpchen austauschen. Scherz. Natürlich nicht. Jeder Autofahrer weiß, dass die Ursache des Problems unterhalb der Motorhaube zu finden ist. Vermutlich mangelt es an Motoröl. Einfache und nachvollziehbare Logik. Ganz so einfach ist es nicht mehr, wenn die Probleme z.B. auf zwischenmenschlicher Ebene entstehen. Dann wird schnell mal dort geschraubt, wo das Symptom (= Motorkontrollleuchte) aufflackert, aber weniger oft wird in der Tiefe (= unter der Motorhaube) danach geforscht. Tatsache ist aber, dass auch diese und fast alle Probleme unseres täglichen Lebens ihre Wurzel woanders haben als ihre Blüten sprießen.

Probleme sind kein singuläres Ereignis, sie treten immer in Kombination mit ihrer Lösung auf.

Das habe ich mir von klügeren Köpfen abgeguckt. Aber ja, betrachtet man die Dualität unseres Universums, ist dieser Rückschluss mehr als zwingend. Materie und Anti-Materie, These und Gegenthese, Tag und Nacht, heiß und kalt, hell und dunkel, Problem und Lösung, keine dieser Paarungen kann für sich allein existieren bzw. wahrgenommen werden. Würde stets nur Nacht herrschen, hätte niemand von uns eine Vorstellung vom Tag. Leider neigen wir Menschen dazu, unsere Aufmerksamkeit vom Problem gefangen nehmen zu lassen und darüber zu vergessen, dass die Lösung ebenfalls bereits vorhanden ist, wir nur unseren Fokus umlenken müssten, um auch diese wahrzunehmen.

Probleme bringen uns weiter.

Wenn wir sie denn als Herausforderung und Lernaufgabe sehen wollen. Weitläufig wird angenommen, Probleme sind dazu da, uns aufzuhalten. Ich sehe das anders. Probleme zeigen uns vieles auf. Wo wir schlampig arbeiten. Was wir bislang nicht beachtet haben. Wo wir ungenau oder missverständlichen kommunizieren. Was wir besser machen können. Probleme sind echte Lehrmeister. Es liegt an uns, daraus zu lernen. Hilfreich dafür ist es, sein Ego ein klein wenig ins Abseits zu stellen und sich auf die Fakten zu konzentrieren. 😉

Probleme verlieren viel von ihrem Schrecken und ihrer Schwere, wenn wir sie ein klein wenig anders betrachten.

Es geht nicht darum, Probleme zu ignorieren, sondern darum, ihnen einen anderen Stellenwert zu geben. Probleme von Krisen unterscheiden. Krisen sind existenzbedrohend, Probleme zumeist lästig oder ärgerlich, aber keine echte Bedrohung für Leib und Leben. Warum tun wir dann oft so, als würde die Welt untergehen? Vielleicht weil wir mehr Aufmerksamkeit (= Anerkennung) aus dem Umfeld bekommen, wenn unser Problem soooooo groß ist? Hochstapeln und Aufblasen? Wozu? Diese Energie für die Lösung einzusetzen ist wesentlich gewinnbringender. Aber ja, wir sind halt Menschen … perfekt darin, unvollkommen zu sein. 😉

Probleme zu lösen, war lange Zeit meines Lebens eines meiner liebsten „Hobbies“. Mehr als einmal verhielt es sich dabei wie mit dem berühmtem Butterfly-Effekt. Gleich dem Flügelschlag eines Schmetterlings, der einen Berg einzuebnen vermag, führten Probleme und deren Lösung zu weitreichenden Auswirkungen auf mein Leben. Die Bedeutung dieser Auswirkungen wechselte mitunter im Laufe der Jahre. Sah ich manches zu Beginn als Unglück an, wurde später daraus großes Glück.

All das lehrte mich, Probleme als das zu sehen, was sie sind: Ereignisse auf meinem Lebensweg, für die es einen Grund gibt, den ich zwar nicht immer erkennen oder verstehen kann, aber es gibt für jedes einzelne von ihnen immer auch eine Lösung, und diese Lösung bringt mich weiter. Es lohnt sich also, danach Ausschau zu halten.

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5 Sätze, die deine Zukunft verändern können

„HIER und JETZT stellen sich die Weichen für die Zukunft und jeder entscheidet selbst, auf welchem Gleis er/sie die Reise fortsetzt.“

Diesen Satz schrieb ich gestern als ich ziemlich unter Dampf stand und er drückt ein sehr intensives Gefühl aus, das allerdings ein wenig „Kontext“ braucht, um verstanden zu werden.

In den letzten Tagen erlebte ich sowohl auf beruflicher Ebene als auch in diversen Selbsthilfegruppen vermehrt eine innere Haltung bei anderen Menschen, die ich als schwierig empfinde. Heute. Früher war das anders. Früher lebte ich selbst in dieser Haltung. Vielleicht fällt es mir genau deshalb heute schwer zu akzeptieren, wenn andere in ihr verharren, weil ich weiß, was daraus entsteht.

Symptomatisch für diese Haltung sind Aussagen, die mit „Ich kann nicht …“ oder „Das geht nicht …“ oder „Das ist nicht möglich …“ beginnen. Ich denke, jeder kennt Sätze dieser Art und kann sich vorstellen, wie sie weiter ausformuliert sein können. Ich denke auch, viele dieser Sätze entsprechen nicht der Wahrheit, sondern sind eher vorgeschoben um dahinter Unsicherheit, Angst, Bequemlichkeit, Unwissen oder anderes zu verbergen. Oder wie meine weise Lucy zu sagen pflegte:

„Ich kann nicht, heißt ich will nicht.“

Dieser Satz von Lucy war manchmal für mich echt schwer zu nehmen, denn er sagt gerade heraus, was die anderen verschleiern: Verweigerung. Oder auch: Festhalten am Problem.

Meistens bedenken die Menschen, die solche Sätze der Verweigerung verwenden, allerdings nicht, welche Auswirkungen diese Sätze haben. Einerseits an der Oberfläche des Alltäglichen, z.B. gegenüber anderen Menschen (oder Vorgesetzten), die darin eine Art von Problemfokussierung, mangelnde Motivation, Engagement etc. sehen könnten (und das auch häufig tun). Andererseits unter der Oberfläche, also auf das eigene Unterbewusstsein.

„Egal, was du sagst, einer hört dir immer zu: du selbst.“

Mit diesem im Mentaltraining häufig zitierten Satz ist gemeint, dass jedes – wirklich JEDES – Wort, das wir denken, sprechen, schreiben, lesen oder hören, von unserem Unterbewusstsein wahrgenommen wird und zur Programmierung unseres inneren Bildes beiträgt. Und das unser ganzes Leben lang! Unser inneres Bild wiederum beeinflusst unseren Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Handlungskompetenz, Geschicklichkeit, Lernfähigkeit und vieles mehr … bis hin zu unserem Immunsystem und der Biochemie unseres Körpers. Unglaublich? Wer daran zweifelt, möge bitte zum Thema „Epigenetik“ recherchieren. Sehr zu empfehlen sind die Werke von Dr. Joe Dispenza, aber es gibt auch zahlreiche andere, die über dieses Thema schreiben, und überzeugende Beweise vorliegen, dass jeder – wirklich JEDER – Gedanke, der unserem Gehirn entspringt, auf uns mannigfaltig wirkt.

Unglücklicherweise können wir häufig nicht beeinflussen, was andere uns gegenüber äußern, aber zumindest können wir darauf achten, was wir freiwillig an „Berieselung“ konsumieren bzw. selbst an Gedankengut produzieren. Wobei hier auch die Wechselwirkung zwischen innerem Bild und unseren Gedanken und Gefühlen zu beachten ist. Da die meisten Gedanken unbewusst entstehen, spiegeln die daraus entspringenden Worte ihrerseits das innere Bild wider.

Oder wie Christian Friedrich Hebbel schon sagte: „Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.“

Wie auch immer. Vereinfacht gesagt gilt: Es braucht Zeit und Ausdauer, um ein über viele Jahre etabliertes inneres Bild zu verwandeln. Dennoch ist es möglich!

Zurück zu meinem Eingangssatz. Die Weichen für die Zukunft, also wo es mit jedem einzelnen von uns hingeht, stellen sich mit jedem einzelnen Wort, das wir ersinnen. Manche mögen glauben, dass es die großen Entscheidungen sind, die unser Leben verändern, aber die sind es nur ganz selten. Vielleicht bringen uns die großen Entscheidungen dazu, unseren Job oder den Wohnsitz zu wechseln, aber werden wir dadurch ein anderer Mensch? Überwinden wir dadurch tief in uns verwurzelte Ängste oder Sorgen? Verändert sich dadurch unser Selbstbild? Wohl kaum. Nicht umsonst heißt es, man kann vor sich selbst nicht davonlaufen. Probleme, die ihren Ursprung in uns haben, lassen sich nicht durch äußere Veränderungen lösen. Und manche werden vielleicht schon bemerkt haben, dass in neuer Umgebung nach einiger Zeit alte Problemstellungen wie von Zauberhand erneut auftauchen.

Die Kleinigkeiten im Leben machen den Unterschied, bringen die Veränderung. Jedes einzelne Wort entscheidet darüber, wie andere mich wahrnehmen (was auch einen Beitrag zu meiner beruflichen Karriere leisten kann) und wie ich mich selbst programmiere bzw. entwickle.

Oder wie ich es öfters formuliere: Es ist ähnlich wie mit der Erdanziehungskraft. Ganz egal, ob man sie versteht, oder daran glaubt, sie wirkt und hält uns mit den Füßen am Boden fest – und manchmal fallen wir ihretwegen auf den Allerwertesten. Jeder Gedanke, jedes einzelne Wort wirkt auf uns, ob man das versteht oder daran glaubt, ist unwichtig, es geschieht trotzdem.

Vor ein paar Tagen entsprang noch ein Satz meinem Denken, beiläufig in einem Gespräch, als ich gefragt wurde, wie ich seit Oktober 2017 neben meinem Fulltime Stress-Job stattliche vier Bücher mit insgesamt rund 1.800 Seiten veröffentlichen konnte und noch immer eine funktionierende Partnerschaft habe. Meine Antwort darauf war:

„Nachdem ich aufgehört hatte, krampfhaft ein Problem in mir selbst aufrecht zu erhalten, wurde plötzlich eine Menge Energie frei, um das zu tun, was mir Freude bereitet.“

Mein „Problem“ hieß Borderline. Indem ich jedoch aufhörte, es als „Problem“ zu betrachten und das nicht nur als einmalige, große Entscheidung postulierte, sondern seither täglich etliche Male auf verschiedene Weise artikulierte, das Potenzial von Borderline konstruktiv einzusetzen, stellte und stelle ich die Weichen für mich in eine neue Richtung, in die ich seither unterwegs bin.

Nur um nicht missverstanden zu werden: Ich behaupte NICHT, dass allein ein paar positive Affirmationen zu sich selbst Borderline heilen. ABER ich behaupte sehr wohl, dass eine Veränderung der inneren Haltung zu sich selbst, die über jedes – wirkliches JEDES – einzelne Wort beeinflusst wird, die Basis dafür ist, dass ein Heilungsprozess überhaupt erst erfolgreich stattfinden kann.

In diesem Sinne:

Die Zukunft jedes einzelnen von uns beginnt HIER und JETZT. Sie entspringt jedem einzelnen Wort und wird genährt von der Botschaft, die wir damit täglich in die Welt nach außen und gleichzeitig in das Universum in uns senden.

Klartext

In mir mehrt sich das Gefühl, als Autorin missverstanden zu werden und in eine Schublade gesteckt zu werden, in die ich nicht passe. Deshalb drängt es mich innerlich zu ein paar klaren Worten in Bezug auf meine Werke als Buchautorin:

ICH SCHREIBE KEINE UNTERHALTUNGSLITERATUR.

Ganz im Gegenteil. Vielleicht ist sogar ein kleiner Warnhinweis angebracht:

WER SICH AUF MEINE GESCHICHTEN EINLÄSST, RISKIERT … eine Veränderung des eigenen Welt- und Selbstbildes … einen Blick hinter den Spiegel des Offensichtlichen und unter die Oberfläche des Alltäglichen … Antworten auf Fragen zu finden, die vielleicht schon seit sehr langer Zeit darauf warten, entdeckt zu werden … tief im Innersten berührt zu werden.

Gewiss, die Covers meiner Bücher lassen anderes vermuten, doch tatsächlich geht es um Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung, in einfacher Sprache doch auf hohem Niveau. Komplexe abstrakte Theorien und Modelle in eine leicht verständliche, nachvollziehbare und – das ist für mich das entscheidende – einfühlbare Geschichten verpackt.

Zurück zu den Covers. Ich mag ganz einfach die Dramatik emotionsgeladener Bilder. Es steckt viel Arbeit und Akribie dahinter, in einem einzigen Bild die Botschaft einer Geschichte mit über 600 Seiten wiederzugeben. Ein bisschen ähnelt es einem Samenkorn, in dem bereits das vollständige Bild der späteren Pflanze im DNA-Code enthalten ist. An dieser Stelle bedanke ich mich einmal mehr bei meinem Coverdesigner, der diesen nicht immer einfachen Weg mit mir geht.

Und mal ganz ehrlich: Ich bin der wandelnde Widerspruch, was ich ja recht offen kommuniziere. Ich bin Borderlinerin und gehe meinen eigenen Weg … in meinem Leben, meinen Geschichten und mit meinen Buchcovers.

Ich wähle heute diese Worte, um mich abzugrenzen. Nicht, weil ich Unterhaltungsliteratur schlecht machen will. Sie hat wie alles im Leben ihre Berechtigung. Bildlich gesprochen: Es gibt viele Arten von Schuhen auf diesem Planeten, erschaffen für unterschiedliche Zwecke. Doch allen gemeinsam ist eine Funktion: Sie umhüllen unsere Füße. Es gibt viele Arten von Büchern und Geschichten, erschaffen für unterschiedliches Lesepublikum. Doch allen gemeinsam ist ein Ziel: Sie wollen gelesen werden.

Meine Bücher und Geschichten richten sich an jene, die hinter den Spiegel und unter die Oberfläche blicken möchten. Vielleicht nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, wie sie zusammenhängen und ineinandergreifen, auch mit meiner Strategie um Umgang mit meinem Borderline-Syndrom.

Alles gehört zusammen! … und in meinem neuen Trailer zeige ich das deutlicher auf als bisher

Seid willkommen im (kleinen) Universum von Lesley B. Strong, einer Autorin von [nicht] ganz alltäglichen Geschichten.

Gut gemeint kommt nicht immer gut an

Eines gleich vorweg: Ich liebe „Meinen besten Ehemann von allen“, aber manchmal ist er nicht zum Aushalten.

Wenn ich zum Beispiel wieder einmal eine turbulente Phase durchlebe.

Meine eigene Wahrnehmung: Es geht drunter und drüber, meine innere Balance schwankt gewaltig, aber ich bin mit mir selbst im Reinen, verweile in Selbstliebe und Annahme dessen, was ich bin. Ich bin nun einmal eine komplexe Persönlichkeit mit einem breiten Spektrum an Emotionalität.

Seine Interpretation: Ich stehe kurz vor meinem 3. Burnout, hänge in den emotionalen Verstrickungen meines Familiensystems fest und sollte das dringend bearbeiten bzw. auflösen.

Ich anerkenne die gute Absicht und die Sorge seinerseits, doch ich teile sie nicht. Oder besser gesagt: Ich hab‘ genug vom Bearbeiten und Auflösen. Das mache ich jetzt schon seit fast 30 Jahren. Was ist dabei rausgekommen? Hinter jeder Tür, die ich dabei geöffnet und das dahinter verborgene bearbeitet und gelöst hatte, tauchte eine weitere Tür auf. Und die nächste. Und übernächste …

Vielleicht ist es möglich, sich alle Zusammenhänge bewusst zu machen, alle Ursachen zu ergründen, alle Auslöser zu deaktivieren …

Vielleicht braucht man dafür sein ganzes Leben.

Vielleicht ist es ein endloser Weg.

Ich habe diesen Weg verlassen, will und muss nicht mehr ergründen, was hinter jeder Tür in meinem Unterbewusstsein verborgen ist. Meine Persönlichkeit ist komplex und vielschichtig, manchmal widersprüchlich und schwer nachvollziehbar, insbesondere wenn meine Handlungen für Außenstehende ruinös wirken mögen, doch das bin ICH. So bin ich nun einmal. So liebe ich mich. Und ich habe volles Vertrauen in mich selbst, dass ich meinen Kurs rechtzeitig korrigieren werde, bevor ich tatsächlich Schaden an mir selbst oder meinem Umfeld anrichte.

Ich will niemand anders sein, auch keine „gedämpfte“ Version von mir selbst. Wie kann ich das einem Menschen verständlich machen, der ganz anders ist? Er meint es gut, doch für mich fühlt es sich an wie Demontage. Als müsste ich einen Teil von mir aufgeben, den ich liebe wie all die anderen Teile, um die Liebe von jenem zu sichern, der zwar an meiner Seite, aber außerhalb von mir ist.

Kobayashi Maru?

In gewisser Weise ähnelt diese Situation dem Kobayashi Maru-Test, der in etlichen Star Trek-Filmen und Serienfolgen zitiert wird. Sich einer ausweglosen Situation stellen. Zwei Optionen, und man muss sich für eine davon entscheiden, weil beide unmöglich zu erreichen sind.

Mich selbst lieben, oder mich um eines anderen Willen Liebe selbst aufgeben?

Welch ein Dilemma!

Oder eine Illusion?

Eine Chance für den nächsten Schritt?

Welchen Schritt? Was geht weiter, als sich selbst bedingungslos und umfassend anzunehmen, wie man ist?

Wieder eine dieser Türe, die – sind sie erst einmal geöffnet – den Blick freigeben für noch mehr Türen, Rätsel, Fragen …

Apropos Masken

… ein Thema, dass mich in der vergangenen Woche immer wieder auf verschiedene Weise beschäftigt hat. In der Außenwelt. Klar. „Eintritt nur mit Mund-Nasen-Schutz“. Obwohl das mittlerweile in unserem Alltag angekommen ist, wirken die Bilder auf mich immer noch eigenartig fremd. Die Maske im Gesicht ungewohnt. Und ja, es fühlt sich auch auf eine Weise „merkwürdig“ an, die ich nicht in Worte fassen kann. Vielleicht weil es Erinnerungen an früher weckt. An mein „Leben hinter einer Maske“, die nicht aus Stoff bestand, sondern aus Lügen und (Selbst-)Täuschung.

Damit bin ich auch schon wieder gedanklich bei einem Chat, den ich vor wenigen Tagen geführt habe. Es ging um Masken, allerdings um eben jene Masken, hinter denen wir uns als Mensch verbergen. Man könnte auch Fassade dazu sagen. Oder eben Täuschung. Wie auch immer.

Jedenfalls antwortete ich auf die Frage, was Person X wohl falsch mache, dass sich keine dauerhaften Freundschaften im Leben von Person X einstellen wollten und daraus eine Form von Einsamkeit resultierte. Aus meiner eigenen Erfahrung brachte ich eben jene „Masken“ ins Gespräch, hinter denen ich mich selbst lange verbarg, teils aus Selbstschutz, teils aus Scham über das, was ich glaubte zu sein, teils einfach auch um die Leere zu kaschieren, die ich in mir wahrnahm.

Mein Tipp lautete daher: Versuch nicht, andere nachzuahmen und etwas zu sein, was du nicht bist. Finde heraus, wer und was du bist. Nimm dich so an, wie du bist. Dann wirst du authentisch. Authentizität ist ein wichtiger Schlüssel für stabile Beziehungen jeglicher Art. Anders gesagt: Niemand hat gerne Menschen um sich, die undurchschaubar und unberechenbar sind. Das kann von anstrengend bis gefährlich alles sein. Wer will das schon?

Die Gegenfrage überraschte mich etwas: „Sind denn hinter der Maske nicht nur weitere Masken? Ist den überhaupt jemand hinter all den Masken?“ 2017 habe ich mir zuletzt solche Fragen gestellt, daher fühlten sie sich seltsam fremd und vergangen an, wiewohl ich das Gefühl der absoluten Leere kenne. In sich hineinzublicken und nichts erkennen zu können. Nichts zu spüren. Nur Leere. Und die Masken verkörpern das einzig vorhandene – scheinbar. Denn die Wahrheit ist eine gänzlich andere, wie ich herausfinden durfte.

Diese kurze Diskussion machte mir bewusst, wie schnell ich den „gekoppelten“ Zustand als Standard für mich integriert hatte. Heute käme ich nicht mehr auf die Idee, zu denken, in mir ist nichts als Leere, niemand hinter den Masken zu finden. Gewiss, ab und an „entkoppelte“ ich und fühle die Leere wieder, aber ich erkenne sie als das, was sei ist: Eine Fehlschaltung meiner Wahrnehmung. Dann korrigiere ich diesen Fehler durch bewusste Erinnerung und Wahrnehmung dessen, was ich bin. In meinem „Betriebssystem“ verstecken sich ein paar Fehler. Sie erfordern mitunter spezifische Vorgehensweisen, aber das war’s auch schon. Ich habe gelernt, damit umzugehen. Das nimmt Druck und Stress raus.

Dennoch, es stimmt mich nachdenklich und traurig, zu erleben, dass andere Betroffene noch mitten drinstecken und von sich selbst denken, hinter den Masken nichts zu finden. Nur Leere. Kein Jemand. Kein Ich. Gefangen in der Selbsttäuschung.

Heute richte ich meine Worte an all jene,

Jeder von uns ist jemand.

Jeder von uns ist ein einzigartiges Geschöpf. Ein Wunder des Lebens und ja, ein Geschöpf der Liebe. Ohne Liebe hätten wir die ersten Wochen nach unserer Geburt nicht überlebt. Nahrung ist wichtig, Kleidung und ein Dach über dem Kopf ebenso, doch all das kann vorhanden sein und der Mensch stirbt dennoch – wenn Liebe fehlt. Dafür finden sich in der Menschheitsgeschichte viel zu viele Beweise.

Was auch immer später geschah, dass all die Masken notwendig machte, um zu überleben, um sich im eigenen Leben zurecht zu finden, dass letztendlich vielleicht sogar dazu führte, die Masken nicht mehr als solche zu erkennen und zu vergessen, was einst dahinter Schutz fand und bis heute findet… tief in uns drin sind wir immer noch, wer wir waren und immer sein werden.

Vor vielen Jahren befasste ich mich mit dem „Kurs in Wundern“ (A Course in Miracles). Darin entdeckte ich einen Gedanken, denn ich verinnerlichte und der mich wie ein Leuchtfeuer durch schwere Krisen leitete:

„Nichts Wirkliches kann bedroht werden, nichts Unwirkliches existiert. Hierin liegt der Frieden (Gottes).“

Wirklich sind wir, jeder einzelne von uns, und das individuelle Potenzial, das wir in uns tragen. Es zu finden und zu entwickeln, ist unsere Lebensaufgabe.

Unwirklich sind die Illusionen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln und übernehmen. Geprägt von Ereignissen und Menschen rund um uns. Die Masken, die wie wählen, freiwillig oder auch nicht.

Der Friede entsteht in uns. Inwieweit Gott da mitwirkt, soll jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist: Finden wir in uns selbst keinen Frieden, leben wir in der Hölle – ganz gleich, ob es einen Gott gibt oder nicht.

#FeelTheEmbraceOfLife

Meine Antwort auf die Frage aller Fragen …

Vor wenigen Tagen war mein Geburtstag. Wieder ein Jahr älter. Auch ein Jahr reifer? Weiser?

Da gibt es auch noch einen anderen Jahrestag: Jener Crash im Mai 2013, der mein 2. Burnout manifestierte. Keine berauschende Erinnerung. Jener Crash, der auch zum entscheidenden Wendepunkt in meinem Leben wurde und mich jene Richtung einschlagen ließ, die mich letztendlich dorthin brachte, wo ich heute bin. Eine beruhigende Erinnerung.

Vielleicht ist der Zeitpunkt gekommen, eine Conclusio zu verfassen, wie all das gelingen konnte. Meine Antwort auf die Frage aller Fragen, nach dem Leben, der Liebe, Beziehungen, mit mir selbst und allem rund um mich gut zurecht zu kommen.

Wollen wir beginnen …

„Doch wohl nicht ohne uns?“ drängt sich eine Stimme in meinen Kopf, dich ich sofort wieder auf Mute schalte. Nein, Philosopherl, dich will ich da nicht involvieren, weil …

„Weil? Warum darf ich nicht endlich auch ins Rampenlicht? Wie lange willst du mich noch verstecken?“

Komm schon, Philosopherl, du weißt ganz genau, warum ich dich nicht öffentlich machen kann. Lasse ich dich ans Licht der Öffentlichkeit, kommen die anderen beiden automatisch mit. Dich gibt’s halt nur im …

„… Triple? Das stimmt. So hast du uns erschaffen.“

Ja, das war vor langer Zeit. 2012. Mein erster Blog. Philosopherl, die über alles und jeden philosophiert und diese Welt auf eine ganz besondere Weise sieht. Eine sehr angenehme Person.

„Danke schön.“

Aber da gibt es auch noch die beiden anderen. Burnie Ash, seines Zeichens zynisches Management-Fossil und …

„Moment mal. Du nennst mich Fossil? Wie charmant ist das denn, liebe Lesley? Wenn ich mich richtig entsinne, kannst du es auch ganz gut mit dem Zynismus.“

Burnie’s Stimme weckt alte Erinnerungen und soll nicht die einzige Mahnerin bleiben.

„Du hast uns erschaffen. Nennst du Burnie ein Fossil, was bist du dann?“ Der leicht süffisante Unterton von Jester, dem Hofnarren und Meister der Reflexion, erübrigt jegliche Antwort. … ein Dinosaurier?

„Bringen wir es auf den Punkt. Du hast deinen Leser*innen bereits eine sechsköpfige Quadriga zugemutet, in dessen Gespann – wenn man Band 2 von JAN/A bedenkt – sich noch weitere Köpfe verbergen. Was also hält dich davon ab, die dreiköpfige Mitdenker-WG in dein weiteres Wirken einzubinden?“

Weil …

„Weil?“

Weil man mich möglicherweise für verrückt erklärt. Oder für verantwortungslos, über ein so ernstes Thema wie „Leben mit Borderline“ mit einem fast schon Sitcom-reifen Trio zu diskutieren.

„Glaubst du nicht, DER Zug ist schon längst abgefahren?“

Eines schönen Tages reiße ich Burnie Ash seinen Kopf ab. Aber er hat Recht. Meinen Ruf habe ich längst schon in Stein gemeißelt. Warum nicht also ein paar Namen dazusetzen.

Ich bin weder verrückt noch schizophren oder eine multiple Persönlichkeit. Vielmehr spiele ich zeitweise eine Art PPRPG (Paper and Pen Role Playing Game) mit mir selbst. Meine mitunter sehr widersprüchlichen Persönlichkeitsanteile (sie ALLE gehören zu mir als Ganzes) verkörpern dabei ihre jeweilige, sehr ausdifferenzierte Rolle und interagieren miteinander mit dem Auftrag, mich gut durch die Herausforderungen meines Lebens zu bringen. Psychologen und Psychotherapeuten mögen dabei die Haare zu Berge stehen (oder auch nicht), doch für mich ist diese lebensnahe Darstellung dessen, wie ich mich selbst in Balance halte, allemal aufbauender als abstrakte Theoriemodelle. Und ich klammere mich an das Postulat: Der Erfolg gibt mir Recht!

Lesley (also ICH) setzt sich also zusammen aus verschiedenen Facetten. Da wäre Jan, feurig-romantisch, aber auch bestimmend und voller Selbstzweifel, in deren düsteren Emotionen er schon mal feststecken kann. Dann braucht es Jana, die zwar tendenziell chaotisch-instabil durchs Leben läuft, doch auch mit jener Leichtigkeit, die Blockaden im Handumdrehen aufzulösen vermag, um sich wieder dem feurig-romantischen Aspekt zu widmen. Ja, das macht definitiv mehr Spaß, als sich aufgrund von temporären Abstürzen in vergangene Verhaltensmuster selbst zu zerfleischen. Sethos, Yanara, Aquila, Amaranthia, Philosopherl, Burnie Ash, The Jester … jede dieser Rollen ist vielschichtig, tiefgründig, widersprüchlich, belastet mit einem schmerzvollen Aspekt und gestärkt mit einer ganz besonderen Gabe. Keine dieser Rolle kann sich selbst ausbalancieren. Die Balance entsteht durch die Interaktion. Damit bleibt gewährleistet, dass ich nie wieder einen Teil (oder eine Rolle) von mir selbst „verliere“ oder ausgrenze, was in meiner Borderline-Vergangenheit viel zu oft geschehen ist. Im JAN/A-Jargon gesprochen: Ich halte alle Teile von mir im Licht. Ein kleiner Crash oder Trigger kann einen einzelnen Teil in die Dunkelheit stürzen lassen, doch die anderen holen diesen Teil wieder zurück.

Während ich meine „Methode“ hier skizziere, fasziniert mich, wie das alles zusammenspielt. Als wäre es von Anfang an so geplant gewesen. Dabei war gar nichts davon geplant. Es ist mir schlichtweg passiert. Doch es funktioniert. Und es bestätigt meine Grundannahme (die sich ein wenig an Albert Einstein und seine Aussage über Probleme anlehnt 😉 ): Die Borderline-Thematik entsteht in uns und kann auch dort gelöst werden, durch uns selbst. Gewiss, nicht jeder Borderliner wird sein intrapersonelles PPRPG spielen, sondern seine eigene Lösung finden – wenn danach gesucht wird.

Womit wir an dem Punkt angekommen sind: Wie kam ich zu meiner Lösung? Oder zu meiner Antwort auf die Frage aller Fragen?

Unser Umfeld ist eine Projektion dessen, was in uns ist. Eine Art von Spiegel. Lehne ich mich selbst ab, erlebe ich Ablehnung rund um mich. Genauso, wie wir im Sprachenwirrwarr auf einem Flughafen nur jene Worte verstehen (und auch vorrangig wahrnehmen), deren Sprache wir mächtig sind, können rund um uns nur erkennen, was wir in uns haben. Das ist erschreckend – und zugleich eine Riesenchance, denn diese Hinweise – so unangenehm sie mitunter sein mögen – zeigen unsere „blinden Flecke“ auf.

Deshalb meine Antwort auf die Frage aller Fragen: DU bist der Schlüssel. Bist DU mit deinem Leben und dir selbst unzufrieden, blicke nach innen, finde in dir die Ursachen und verändere sie – und die Welt rundum wird folgen. Die Welt rundum hat dich in der Vergangenheit geprägt, doch deine Gegenwart und Zukunft bestimmst du – oder auch nicht, wenn du das Ruder an die anderen abgibst. Denn nichts zu tun ist ebenso eine Entscheidung, wie etwas zu tun.

Einfach gesagt: Willst du dein Leben auf die Reihe kriegen, fang an in dir aufzuräumen. … und das klingt eindeutig nach Burnie Ash 😉, den ich gleich mal wieder mit Rationalität einbremse.

Meine Schritte der Veränderung fasse ich hier kurz zusammen. Sie haben sich zwar nicht in dieser Reihenfolge zugetragen, sondern waren eher eine Art von undefiniertem Tango (vor, zurück, zur Seite, zurück, vor, und nochmal …), aber nachdem bei mir alles experimentell ablief, nehme ich das mit Humor. Der ideale Ablauf aus meiner Sicht wäre folgender:

Schritt 1: Analyse des Vorhandenen

Sich selbst durchleuchten und kennenlernen. Dies tat ich mit „DIS/CONNECTED – Lieben oder Leiden? Eine Lebensgeschichte #Borderline“. All das, was ich im Laufe unzähliger Gespräche, Therapiesitzungen, Selbsterfahrungen, Seminare usw. erkannt hatte, brachte ich in Bezug zueinander. Daraus entstand eine Art von „Schaltplan“ mit komplexen Verhaltensmustern. Einfach gesagt: Ich begriff, wie ich funktioniere, welche Bedürfnisse da sind und wie die (scheinbaren) Widersprüchlichkeiten zueinander in Beziehung stehen.

Schritt 2: Umprogrammierung des Unbewussten

Oder auch Reframing bzw. Umdeutung. Diese Entwicklungsschritte absolvierten meine Protagonisten aus JAN/A für mich. Zuvor nannte ich mein Borderline „Destructivus“ und sah nur das zerstörerische Potenzial. Doch mein geliebter Dämon, der freiwillig in die Dunkelheit ging, um seine Eine vor diesem Schicksal zu bewahren, veränderte das nachhaltig. Wie könnte ich dem zürnen, der alles dafür tat, damit ich im Licht der Liebe verweilen konnte, der all den Schmerz der traumatischen Erlebnisse meiner Kindheit auf sich nahm, damit ich überleben konnte. In der schier grenzenlosen Emotionalität, deren leidvolle Facette ich zur Genüge kannte, entdeckte ich die andere, die lebensbejahende Emotionalität für mich und wie ich in ihr verweilen konnte. Die Aussöhnung mit meinem inneren Kind und mit mir selbst, all das schrieb ich in bislang gut 1.300 Seiten nieder in Worten, die mich genau das fühlen ließen, was ich erzählte. Es war mehr als eine Veränderung des Denkens, es war eine Veränderung des Fühlens.

Schritt 3: Verankerung in der Realität

Nachdem ich mein inneres Kind in die Arme geschlossen und ihm all die Geborgenheit, Liebe und Anerkennung vermittelt hatte, die solange gefehlt hatten, kehrten Ruhe und Gelassenheit ein. In diesem Zustand verweilend, schrieb ich die Geschichten von EMBRACE, meinem persönlichen Nachschlagewerk für die „Umarmung des Lebens“. Sollte ich je wieder zweifeln, wer ich bin und was in mir ist, werden diese Geschichte zu Sonnenstrahlen, welche die Nebel (oder Zweifel) über dem dunklen See (meines Unterbewusstseins) auflösen und mich fühlen lassen, wer ich bin.

Schritt 4: Der Schritt hinaus in die Welt

… als die, die ich bin. Keine Lügen oder Masken, zumindest nicht als Lesley. Mein Job erfordert nach wie vor eine Rolle, die mich stark einschränkt und mir phasenweise wie ein zu enges Korsett das Atmen erschwert. Ein Kompromiss, den ich freiwillig eingehe, auch wenn er mich belastet. Umso wichtiger ist für mich der Ausgleich in meinem (kleinen) Universum, meiner Bubble als Lesley, in der ich uneingeschränkt sein kann, wer ich bin. Und auch mein persönliches PPRPG spiele, indem ich in verschiedensten Rollen reflektiere und schreibe.

So, das war’s. Alles erzählt. Irgendwie habe ich den Eindruck, einen Ratgeber verfasst zu haben. Habe ich nicht vor kurzem erst klargelegt, niemals einen Ratgeber schreiben zu wollen?

„Sag niemals nie.“ *grins*

Oh nein, Jester, du musst natürlich gleich wieder deinen Senf dazugeben.

„Wenn du schon so eine Stichwort-Vorlage lieferst, wie könnte ich da widerstehen?“

„Wer will schon widerstehen, wenn man Spaß haben kann?“

Uff, DIESE Stimme. Dunkel, sinnlich, … Jan, stell keinen Unfug in meinem Kopf an. Ich schreibe an einem ernsthaften Blog zu einem ernsthaften Thema.

„Wer’s glaubt …“

Burnie? Oder doch Jana? Ach, egal. Sagen wir einfach: Lesley

Manchmal fällt es mir nicht leicht, die Stimmen und Rollen auseinander zu halten. Aber will ich das überhaupt? Will ich klar definierte Grenzen in mir selbst? Oder will ich einfach nur … Spaß haben mit mir selbst? Und einer sechsköpfigen Quadriga plus dreiköpfige Mitdenker-WG plus …

„Sei stark, du schaffst das, Lesley … be strong 😉“

Find me …

Diese Aufforderung stelle ich an jede Leserin und jeden Leser, der meine Bücher zur Hand nimmt oder meinen Blog liest.

BETWEEN THE LINES …

Zwischen den unzähligen Worten verstecke ich eine Botschaft: Meine Antwort auf die Frage aller Fragen, nach dem Leben, der Liebe, Beziehungen, wie all das funktionieren kann, mit sich selbst und seinem Umfeld, als Borderliner im Besonderen oder einfach nur als Mensch.

BEHIND THE MIRROR …

Dort fand ich zahlreiche Antworten in den nunmehr über 30 Jahren, in denen ich mich mit Psychologie, Philosophie, NLP, diversen jahrtausendealten Weisheitslehren, alternativen Heilmethoden, unzähligen Selbsterfahrungsstunden, Reflexionen und dem Beobachten der Welt um mich intensiv befasst habe.

Auch die Antwort auf die Frage aller Fragen offenbarte sich mir in dieser Zeit. Ich teile diese Erkenntnis liebend gerne mit jedem Menschen auf dieser Welt, doch das Ganze ist nicht so einfach. Denn es geht nicht nur darum, diese Antwort rational zu verstehen. Wäre es so einfach, würde ich einen Ratgeber nach dem anderen schreiben, diese in die schier endlose Liste von Ratgebern einreihen und mein Werk wäre getan. Doch wie gesagt, es ist nicht so einfach. Der kognitive Verstand kann erkennen, doch was nutzt diese Erkenntnis, wenn das Herz sie nicht fühlen, voller Vertrauen und Überzeugung zustimmen kann?

BEYOND THE SURFACE …

Tief in jedem von uns verborgen ruht jener Teil, den ich mit meinen Geschichten anspreche. Inmitten einer unbewussten Welt aus Bildern und Emotionen vermischen sich Fantasie und Realität. In diesem für viele eher schwer zugänglich Reich liegt der Ursprung all dessen, was wir sind und was uns im Leben widerfährt. Bildlich gesprochen erschaffen wir sowohl unseren Himmel als auch unsere Hölle Tag für Tag selbst. Veränderung ist jederzeit möglich, doch der rationale Verstand ein eher unpassendes Werkzeug dafür.

Vor tausenden von Jahren saßen Menschen rund ums Lagerfeuer und erzählten sich Geschichten, die stets mehr waren als auf den ersten Blick erkennbar war. Sie vermittelten tiefgründiges, aus Erfahrungen gewonnenes Wissen um ihre Welt an die nächste und übernächste Generation, waren Hilfestellung und Orientierung zugleich in einer Welt, die ein einzelner Mensch nicht vollständig erfassen konnte. An dieser Komplexität der Welt hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil. Fast scheint es, als würden die Menschen in der Gegenwart wieder verstärkt Fragen stellen, die unsere moderne, auf Oberflächlichkeiten fokussierte Welt nicht beantworten kann.

Erzählen, ohne zu erklären und zu belehren.

Subtile Botschaften verbergen sich bis heute in Märchen, Mythen und Legenden. An diese Tradition schließe ich als Geschichtenerzählerin an und schreibe über meine Antwort, auf die Frage aller Fragen, transportiere meine Botschaft in Form von Bildern und Gefühlen.

Ich schreibe für alle Suchenden und erschaffe dabei ein Universum, in dem jeder für sich Antworten finden kann zwischen den Zeilen … hinter dem Spiegel … jenseits der Oberfläche …

FIND ME … 😉

Lesley B. Strong

Eine [nicht] ganz alltägliche Autorin, Bloggerin & Borderlinerin

A fiery spark of joie de vivre

Das (kleine) Universum von Lesley B. Strong …

*** autobiographisch *** authentisch *** achtsam ***

… stets mit einem wachsamen, humorvollen Blick auf die Kleinigkeiten im Leben, in denen verborgen das Wesentliche schlummert: Der Schlüssel zu Leichtigkeit und Lebensfreude

DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Autobiographie #Borderline … keine Anklage, aber eine Anleitung zu einem tiefgehenden Verständnis. Kein Verharren im Schmerz, sondern ein Plädoyer für Selbstliebe und Lebensfreude.

Buchtrailer DIS/CONNECTED

JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte … die autobiographische Trilogie einer Reise zu sich selbst und der Aussöhnung mit einem Dämon namens #Borderline in Form einer Liebesgeschichte, die alle Höhen und Tiefen der emotionalen Achterbahn widerspiegelt.

Buchtrailer JAN/A Band 1

EMBRACE – Fühle die Umarmung des Lebens … Geschichten und Gedichte, die in wohlige Gefühle einhüllen wie eine Schmusedecke an einem eisigen Wintertag, heiße Schokolade inbegriffen; wie die Umarmung eines geliebten Menschen; ein Sonnenaufgang nach einer langen, kalten Nacht.  (Neuerscheinung März 2020).

Buchtrailer EMBRACE

JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte geht weiter … die Fortsetzung meines ungewöhnlichen Selbstfindungstrips und die nächste Runde einer feurigen Liebesgeschichte, die ihresgleichen sucht. Wie einfach wäre doch das Leben, gäbe es den Zweifel nicht.

Buchtrailer JAN/A Band 2

EMBRACE 2 – Fühle die Umarmung des Lebens … Neue Geschichten und Gedichte, die in wohlige Gefühle einhüllen wie das leise Flüstern wogender Baumkronen in einer sonnendurchfluteten Sommerbrise; wie das sanfte Flackern einer Kerze in der Stille eines Abends; der Kuss eines geliebten Menschen; ein Lächeln, das von Herzen kommt.

Buchtrailer EMBRACE 2

BERGGEFLÜSTER – s’Lebn gspiarn … Charity-Bild-Gedicht-Band in österreichischer Mundart, der tiefsinnig und gleichzeitig leichtfüßig das Menschsein in „da grossn Maschin“ reflektiert. Der Reinerlös geht als Spende an die drei Ortsstellen der Bergrettung im Gasteiner Tal.

Hier geht’s zur aktuellen Bibliografie:

Ein (fast) typischer Sonntagmorgen

Aus dem scheinbaralltäglichen können sich für mich häufig tiefgreifende Erkenntnisse und ein umfassendes Verständnis der Welt und meiner selbst ergeben. Um diese Aussage nachvollziehbar machen zu können, halte ich hier ein für wenigen Minuten geführtes Frühstücksgespräch mit „Meinem besten Ehemann von allen“ fest.

Es begann mit meiner Feststellung, am Samstag einen philosophischen Beitrag über „Widersprüche“ verfasst zu haben, der in der finalen Aussagen „Vielleicht erkennen wir auch irgendwann, dass es nur einen einzigen Widerspruch gibt: Zu glauben, etwas in diesem Universum wäre im Sinne des Gesamtbildes nicht genau so, wie es sein soll“ endete.

Und so ging es weiter …

Ist es das Ziel der Philosophie, komplexe Dinge und Umstände in eine vereinfachte und damit leichter verständliche Form zu bringen? Oder ist es das Ziel der Philosophie, einfache Dinge und Umstände zu verkomplizieren?

Ich stimme der ersten Aussage zu: Komplexes einfacher machen.

Dies entspricht dem Grundprinzip aller Wissenschaft: Verständliche Antworten auf die Fragen des Lebens, des Universums usw. zu finden.

Aber Philosophie reihe ich nicht unter die klassischen Wissenschaften, denn im Gegensatz zu Mathematik (die ja eigentlich eine Hilfswissenschaft für andere ist), Physik, Chemie usw., die allesamt ein gewisses zu erlernen Grundwissen voraussetzen, um Erkenntnisse zu gewinnen, kann man sich (wie ich selbst erlebe) der Philosophie auch intuitiv und autodidaktisch annähern und Erkenntnisse generieren.

So weit, so gut.

Im ursprünglichen Verständnis wurde Philosophie als die „Suche nach der Wahrheit oder Weisheit“ bezeichnet. Oder auch als die „Liebe zur Wahrheit oder Weisheit“. Vielleicht weil ein Zugang über die Intuition (und das Herz) und nicht nur über den rationalen Verstand möglich ist?

Zugegeben, auch viele Physiker, Chemiker, Mathematiker usw. verdanken manch weltbewegende Erkenntnisse ihrer Intuition. Eine klare Abgrenzung zwischen Intuition und Verstand ist also nicht möglich, ABER …

… wenn „die Liebe zur Wahrheit oder Weisheit“ eine aus dem Herzen kommende Kraft ist, dann liegt ihr vermutlich eine universelle Sprache zu Grunde: die Sprache der Gefühle. Dank ihr lassen sich Botschaften vermitteln, die an sprachlichen Barrieren jeder Art scheitern. Manches ist schlichtweg nicht in Worte zu fassen, oder Worte sind zu sperrig, um die feinen Nuancen des Fühlens wiederzugeben.

Wie auch immer.

Für mich persönlich ist und bleibt das Philosophieren über das Leben ein wesentlicher Bestandteil in meinem Leben, der mich in die Welt des Fühlens holt und damit einen Gegenpart zu meinem vom Verstand bestimmten Alltag aus Zahlen, Daten und Fakten bildet. Die daraus entstehende Balance hat für mich therapeutische Charakterzüge und heilsame Effekte.

Philosophie bildet für mich persönlich die Brücke zwischen Herz und Hirn.

Oder anders gesagt: Es geht mir nicht darum, „g’scheit zu klingen“, sondern mich gut zu fühlen. Denn eines gilt nach wie vor beim Philosophieren, ganz gleich, ob man die Wahrheit sucht oder liebt: Wir werden die Wahrheit niemals kennen! Aber ein philosophischer Diskurs beim sonntäglichen Frühstück kann dazu beitragen, sich mit sich selbst und der Welt besser zu fühlen.