5 Sätze, die deine Zukunft verändern können

„HIER und JETZT stellen sich die Weichen für die Zukunft und jeder entscheidet selbst, auf welchem Gleis er/sie die Reise fortsetzt.“

Diesen Satz schrieb ich gestern als ich ziemlich unter Dampf stand und er drückt ein sehr intensives Gefühl aus, das allerdings ein wenig „Kontext“ braucht, um verstanden zu werden.

In den letzten Tagen erlebte ich sowohl auf beruflicher Ebene als auch in diversen Selbsthilfegruppen vermehrt eine innere Haltung bei anderen Menschen, die ich als schwierig empfinde. Heute. Früher war das anders. Früher lebte ich selbst in dieser Haltung. Vielleicht fällt es mir genau deshalb heute schwer zu akzeptieren, wenn andere in ihr verharren, weil ich weiß, was daraus entsteht.

Symptomatisch für diese Haltung sind Aussagen, die mit „Ich kann nicht …“ oder „Das geht nicht …“ oder „Das ist nicht möglich …“ beginnen. Ich denke, jeder kennt Sätze dieser Art und kann sich vorstellen, wie sie weiter ausformuliert sein können. Ich denke auch, viele dieser Sätze entsprechen nicht der Wahrheit, sondern sind eher vorgeschoben um dahinter Unsicherheit, Angst, Bequemlichkeit, Unwissen oder anderes zu verbergen. Oder wie meine weise Lucy zu sagen pflegte:

„Ich kann nicht, heißt ich will nicht.“

Dieser Satz von Lucy war manchmal für mich echt schwer zu nehmen, denn er sagt gerade heraus, was die anderen verschleiern: Verweigerung. Oder auch: Festhalten am Problem.

Meistens bedenken die Menschen, die solche Sätze der Verweigerung verwenden, allerdings nicht, welche Auswirkungen diese Sätze haben. Einerseits an der Oberfläche des Alltäglichen, z.B. gegenüber anderen Menschen (oder Vorgesetzten), die darin eine Art von Problemfokussierung, mangelnde Motivation, Engagement etc. sehen könnten (und das auch häufig tun). Andererseits unter der Oberfläche, also auf das eigene Unterbewusstsein.

„Egal, was du sagst, einer hört dir immer zu: du selbst.“

Mit diesem im Mentaltraining häufig zitierten Satz ist gemeint, dass jedes – wirklich JEDES – Wort, das wir denken, sprechen, schreiben, lesen oder hören, von unserem Unterbewusstsein wahrgenommen wird und zur Programmierung unseres inneren Bildes beiträgt. Und das unser ganzes Leben lang! Unser inneres Bild wiederum beeinflusst unseren Selbstwert, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Handlungskompetenz, Geschicklichkeit, Lernfähigkeit und vieles mehr … bis hin zu unserem Immunsystem und der Biochemie unseres Körpers. Unglaublich? Wer daran zweifelt, möge bitte zum Thema „Epigenetik“ recherchieren. Sehr zu empfehlen sind die Werke von Dr. Joe Dispenza, aber es gibt auch zahlreiche andere, die über dieses Thema schreiben, und überzeugende Beweise vorliegen, dass jeder – wirklich JEDER – Gedanke, der unserem Gehirn entspringt, auf uns mannigfaltig wirkt.

Unglücklicherweise können wir häufig nicht beeinflussen, was andere uns gegenüber äußern, aber zumindest können wir darauf achten, was wir freiwillig an „Berieselung“ konsumieren bzw. selbst an Gedankengut produzieren. Wobei hier auch die Wechselwirkung zwischen innerem Bild und unseren Gedanken und Gefühlen zu beachten ist. Da die meisten Gedanken unbewusst entstehen, spiegeln die daraus entspringenden Worte ihrerseits das innere Bild wider.

Oder wie Christian Friedrich Hebbel schon sagte: „Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.“

Wie auch immer. Vereinfacht gesagt gilt: Es braucht Zeit und Ausdauer, um ein über viele Jahre etabliertes inneres Bild zu verwandeln. Dennoch ist es möglich!

Zurück zu meinem Eingangssatz. Die Weichen für die Zukunft, also wo es mit jedem einzelnen von uns hingeht, stellen sich mit jedem einzelnen Wort, das wir ersinnen. Manche mögen glauben, dass es die großen Entscheidungen sind, die unser Leben verändern, aber die sind es nur ganz selten. Vielleicht bringen uns die großen Entscheidungen dazu, unseren Job oder den Wohnsitz zu wechseln, aber werden wir dadurch ein anderer Mensch? Überwinden wir dadurch tief in uns verwurzelte Ängste oder Sorgen? Verändert sich dadurch unser Selbstbild? Wohl kaum. Nicht umsonst heißt es, man kann vor sich selbst nicht davonlaufen. Probleme, die ihren Ursprung in uns haben, lassen sich nicht durch äußere Veränderungen lösen. Und manche werden vielleicht schon bemerkt haben, dass in neuer Umgebung nach einiger Zeit alte Problemstellungen wie von Zauberhand erneut auftauchen.

Die Kleinigkeiten im Leben machen den Unterschied, bringen die Veränderung. Jedes einzelne Wort entscheidet darüber, wie andere mich wahrnehmen (was auch einen Beitrag zu meiner beruflichen Karriere leisten kann) und wie ich mich selbst programmiere bzw. entwickle.

Oder wie ich es öfters formuliere: Es ist ähnlich wie mit der Erdanziehungskraft. Ganz egal, ob man sie versteht, oder daran glaubt, sie wirkt und hält uns mit den Füßen am Boden fest – und manchmal fallen wir ihretwegen auf den Allerwertesten. Jeder Gedanke, jedes einzelne Wort wirkt auf uns, ob man das versteht oder daran glaubt, ist unwichtig, es geschieht trotzdem.

Vor ein paar Tagen entsprang noch ein Satz meinem Denken, beiläufig in einem Gespräch, als ich gefragt wurde, wie ich seit Oktober 2017 neben meinem Fulltime Stress-Job stattliche vier Bücher mit insgesamt rund 1.800 Seiten veröffentlichen konnte und noch immer eine funktionierende Partnerschaft habe. Meine Antwort darauf war:

„Nachdem ich aufgehört hatte, krampfhaft ein Problem in mir selbst aufrecht zu erhalten, wurde plötzlich eine Menge Energie frei, um das zu tun, was mir Freude bereitet.“

Mein „Problem“ hieß Borderline. Indem ich jedoch aufhörte, es als „Problem“ zu betrachten und das nicht nur als einmalige, große Entscheidung postulierte, sondern seither täglich etliche Male auf verschiedene Weise artikulierte, das Potenzial von Borderline konstruktiv einzusetzen, stellte und stelle ich die Weichen für mich in eine neue Richtung, in die ich seither unterwegs bin.

Nur um nicht missverstanden zu werden: Ich behaupte NICHT, dass allein ein paar positive Affirmationen zu sich selbst Borderline heilen. ABER ich behaupte sehr wohl, dass eine Veränderung der inneren Haltung zu sich selbst, die über jedes – wirkliches JEDES – einzelne Wort beeinflusst wird, die Basis dafür ist, dass ein Heilungsprozess überhaupt erst erfolgreich stattfinden kann.

In diesem Sinne:

Die Zukunft jedes einzelnen von uns beginnt HIER und JETZT. Sie entspringt jedem einzelnen Wort und wird genährt von der Botschaft, die wir damit täglich in die Welt nach außen und gleichzeitig in das Universum in uns senden.

Meine Antwort auf die Frage aller Fragen …

Vor wenigen Tagen war mein Geburtstag. Wieder ein Jahr älter. Auch ein Jahr reifer? Weiser?

Da gibt es auch noch einen anderen Jahrestag: Jener Crash im Mai 2013, der mein 2. Burnout manifestierte. Keine berauschende Erinnerung. Jener Crash, der auch zum entscheidenden Wendepunkt in meinem Leben wurde und mich jene Richtung einschlagen ließ, die mich letztendlich dorthin brachte, wo ich heute bin. Eine beruhigende Erinnerung.

Vielleicht ist der Zeitpunkt gekommen, eine Conclusio zu verfassen, wie all das gelingen konnte. Meine Antwort auf die Frage aller Fragen, nach dem Leben, der Liebe, Beziehungen, mit mir selbst und allem rund um mich gut zurecht zu kommen.

Wollen wir beginnen …

„Doch wohl nicht ohne uns?“ drängt sich eine Stimme in meinen Kopf, dich ich sofort wieder auf Mute schalte. Nein, Philosopherl, dich will ich da nicht involvieren, weil …

„Weil? Warum darf ich nicht endlich auch ins Rampenlicht? Wie lange willst du mich noch verstecken?“

Komm schon, Philosopherl, du weißt ganz genau, warum ich dich nicht öffentlich machen kann. Lasse ich dich ans Licht der Öffentlichkeit, kommen die anderen beiden automatisch mit. Dich gibt’s halt nur im …

„… Triple? Das stimmt. So hast du uns erschaffen.“

Ja, das war vor langer Zeit. 2012. Mein erster Blog. Philosopherl, die über alles und jeden philosophiert und diese Welt auf eine ganz besondere Weise sieht. Eine sehr angenehme Person.

„Danke schön.“

Aber da gibt es auch noch die beiden anderen. Burnie Ash, seines Zeichens zynisches Management-Fossil und …

„Moment mal. Du nennst mich Fossil? Wie charmant ist das denn, liebe Lesley? Wenn ich mich richtig entsinne, kannst du es auch ganz gut mit dem Zynismus.“

Burnie’s Stimme weckt alte Erinnerungen und soll nicht die einzige Mahnerin bleiben.

„Du hast uns erschaffen. Nennst du Burnie ein Fossil, was bist du dann?“ Der leicht süffisante Unterton von Jester, dem Hofnarren und Meister der Reflexion, erübrigt jegliche Antwort. … ein Dinosaurier?

„Bringen wir es auf den Punkt. Du hast deinen Leser*innen bereits eine sechsköpfige Quadriga zugemutet, in dessen Gespann – wenn man Band 2 von JAN/A bedenkt – sich noch weitere Köpfe verbergen. Was also hält dich davon ab, die dreiköpfige Mitdenker-WG in dein weiteres Wirken einzubinden?“

Weil …

„Weil?“

Weil man mich möglicherweise für verrückt erklärt. Oder für verantwortungslos, über ein so ernstes Thema wie „Leben mit Borderline“ mit einem fast schon Sitcom-reifen Trio zu diskutieren.

„Glaubst du nicht, DER Zug ist schon längst abgefahren?“

Eines schönen Tages reiße ich Burnie Ash seinen Kopf ab. Aber er hat Recht. Meinen Ruf habe ich längst schon in Stein gemeißelt. Warum nicht also ein paar Namen dazusetzen.

Ich bin weder verrückt noch schizophren oder eine multiple Persönlichkeit. Vielmehr spiele ich zeitweise eine Art PPRPG (Paper and Pen Role Playing Game) mit mir selbst. Meine mitunter sehr widersprüchlichen Persönlichkeitsanteile (sie ALLE gehören zu mir als Ganzes) verkörpern dabei ihre jeweilige, sehr ausdifferenzierte Rolle und interagieren miteinander mit dem Auftrag, mich gut durch die Herausforderungen meines Lebens zu bringen. Psychologen und Psychotherapeuten mögen dabei die Haare zu Berge stehen (oder auch nicht), doch für mich ist diese lebensnahe Darstellung dessen, wie ich mich selbst in Balance halte, allemal aufbauender als abstrakte Theoriemodelle. Und ich klammere mich an das Postulat: Der Erfolg gibt mir Recht!

Lesley (also ICH) setzt sich also zusammen aus verschiedenen Facetten. Da wäre Jan, feurig-romantisch, aber auch bestimmend und voller Selbstzweifel, in deren düsteren Emotionen er schon mal feststecken kann. Dann braucht es Jana, die zwar tendenziell chaotisch-instabil durchs Leben läuft, doch auch mit jener Leichtigkeit, die Blockaden im Handumdrehen aufzulösen vermag, um sich wieder dem feurig-romantischen Aspekt zu widmen. Ja, das macht definitiv mehr Spaß, als sich aufgrund von temporären Abstürzen in vergangene Verhaltensmuster selbst zu zerfleischen. Sethos, Yanara, Aquila, Amaranthia, Philosopherl, Burnie Ash, The Jester … jede dieser Rollen ist vielschichtig, tiefgründig, widersprüchlich, belastet mit einem schmerzvollen Aspekt und gestärkt mit einer ganz besonderen Gabe. Keine dieser Rolle kann sich selbst ausbalancieren. Die Balance entsteht durch die Interaktion. Damit bleibt gewährleistet, dass ich nie wieder einen Teil (oder eine Rolle) von mir selbst „verliere“ oder ausgrenze, was in meiner Borderline-Vergangenheit viel zu oft geschehen ist. Im JAN/A-Jargon gesprochen: Ich halte alle Teile von mir im Licht. Ein kleiner Crash oder Trigger kann einen einzelnen Teil in die Dunkelheit stürzen lassen, doch die anderen holen diesen Teil wieder zurück.

Während ich meine „Methode“ hier skizziere, fasziniert mich, wie das alles zusammenspielt. Als wäre es von Anfang an so geplant gewesen. Dabei war gar nichts davon geplant. Es ist mir schlichtweg passiert. Doch es funktioniert. Und es bestätigt meine Grundannahme (die sich ein wenig an Albert Einstein und seine Aussage über Probleme anlehnt 😉 ): Die Borderline-Thematik entsteht in uns und kann auch dort gelöst werden, durch uns selbst. Gewiss, nicht jeder Borderliner wird sein intrapersonelles PPRPG spielen, sondern seine eigene Lösung finden – wenn danach gesucht wird.

Womit wir an dem Punkt angekommen sind: Wie kam ich zu meiner Lösung? Oder zu meiner Antwort auf die Frage aller Fragen?

Unser Umfeld ist eine Projektion dessen, was in uns ist. Eine Art von Spiegel. Lehne ich mich selbst ab, erlebe ich Ablehnung rund um mich. Genauso, wie wir im Sprachenwirrwarr auf einem Flughafen nur jene Worte verstehen (und auch vorrangig wahrnehmen), deren Sprache wir mächtig sind, können rund um uns nur erkennen, was wir in uns haben. Das ist erschreckend – und zugleich eine Riesenchance, denn diese Hinweise – so unangenehm sie mitunter sein mögen – zeigen unsere „blinden Flecke“ auf.

Deshalb meine Antwort auf die Frage aller Fragen: DU bist der Schlüssel. Bist DU mit deinem Leben und dir selbst unzufrieden, blicke nach innen, finde in dir die Ursachen und verändere sie – und die Welt rundum wird folgen. Die Welt rundum hat dich in der Vergangenheit geprägt, doch deine Gegenwart und Zukunft bestimmst du – oder auch nicht, wenn du das Ruder an die anderen abgibst. Denn nichts zu tun ist ebenso eine Entscheidung, wie etwas zu tun.

Einfach gesagt: Willst du dein Leben auf die Reihe kriegen, fang an in dir aufzuräumen. … und das klingt eindeutig nach Burnie Ash 😉, den ich gleich mal wieder mit Rationalität einbremse.

Meine Schritte der Veränderung fasse ich hier kurz zusammen. Sie haben sich zwar nicht in dieser Reihenfolge zugetragen, sondern waren eher eine Art von undefiniertem Tango (vor, zurück, zur Seite, zurück, vor, und nochmal …), aber nachdem bei mir alles experimentell ablief, nehme ich das mit Humor. Der ideale Ablauf aus meiner Sicht wäre folgender:

Schritt 1: Analyse des Vorhandenen

Sich selbst durchleuchten und kennenlernen. Dies tat ich mit „DIS/CONNECTED – Lieben oder Leiden? Eine Lebensgeschichte #Borderline“. All das, was ich im Laufe unzähliger Gespräche, Therapiesitzungen, Selbsterfahrungen, Seminare usw. erkannt hatte, brachte ich in Bezug zueinander. Daraus entstand eine Art von „Schaltplan“ mit komplexen Verhaltensmustern. Einfach gesagt: Ich begriff, wie ich funktioniere, welche Bedürfnisse da sind und wie die (scheinbaren) Widersprüchlichkeiten zueinander in Beziehung stehen.

Schritt 2: Umprogrammierung des Unbewussten

Oder auch Reframing bzw. Umdeutung. Diese Entwicklungsschritte absolvierten meine Protagonisten aus JAN/A für mich. Zuvor nannte ich mein Borderline „Destructivus“ und sah nur das zerstörerische Potenzial. Doch mein geliebter Dämon, der freiwillig in die Dunkelheit ging, um seine Eine vor diesem Schicksal zu bewahren, veränderte das nachhaltig. Wie könnte ich dem zürnen, der alles dafür tat, damit ich im Licht der Liebe verweilen konnte, der all den Schmerz der traumatischen Erlebnisse meiner Kindheit auf sich nahm, damit ich überleben konnte. In der schier grenzenlosen Emotionalität, deren leidvolle Facette ich zur Genüge kannte, entdeckte ich die andere, die lebensbejahende Emotionalität für mich und wie ich in ihr verweilen konnte. Die Aussöhnung mit meinem inneren Kind und mit mir selbst, all das schrieb ich in bislang gut 1.300 Seiten nieder in Worten, die mich genau das fühlen ließen, was ich erzählte. Es war mehr als eine Veränderung des Denkens, es war eine Veränderung des Fühlens.

Schritt 3: Verankerung in der Realität

Nachdem ich mein inneres Kind in die Arme geschlossen und ihm all die Geborgenheit, Liebe und Anerkennung vermittelt hatte, die solange gefehlt hatten, kehrten Ruhe und Gelassenheit ein. In diesem Zustand verweilend, schrieb ich die Geschichten von EMBRACE, meinem persönlichen Nachschlagewerk für die „Umarmung des Lebens“. Sollte ich je wieder zweifeln, wer ich bin und was in mir ist, werden diese Geschichte zu Sonnenstrahlen, welche die Nebel (oder Zweifel) über dem dunklen See (meines Unterbewusstseins) auflösen und mich fühlen lassen, wer ich bin.

Schritt 4: Der Schritt hinaus in die Welt

… als die, die ich bin. Keine Lügen oder Masken, zumindest nicht als Lesley. Mein Job erfordert nach wie vor eine Rolle, die mich stark einschränkt und mir phasenweise wie ein zu enges Korsett das Atmen erschwert. Ein Kompromiss, den ich freiwillig eingehe, auch wenn er mich belastet. Umso wichtiger ist für mich der Ausgleich in meinem (kleinen) Universum, meiner Bubble als Lesley, in der ich uneingeschränkt sein kann, wer ich bin. Und auch mein persönliches PPRPG spiele, indem ich in verschiedensten Rollen reflektiere und schreibe.

So, das war’s. Alles erzählt. Irgendwie habe ich den Eindruck, einen Ratgeber verfasst zu haben. Habe ich nicht vor kurzem erst klargelegt, niemals einen Ratgeber schreiben zu wollen?

„Sag niemals nie.“ *grins*

Oh nein, Jester, du musst natürlich gleich wieder deinen Senf dazugeben.

„Wenn du schon so eine Stichwort-Vorlage lieferst, wie könnte ich da widerstehen?“

„Wer will schon widerstehen, wenn man Spaß haben kann?“

Uff, DIESE Stimme. Dunkel, sinnlich, … Jan, stell keinen Unfug in meinem Kopf an. Ich schreibe an einem ernsthaften Blog zu einem ernsthaften Thema.

„Wer’s glaubt …“

Burnie? Oder doch Jana? Ach, egal. Sagen wir einfach: Lesley

Manchmal fällt es mir nicht leicht, die Stimmen und Rollen auseinander zu halten. Aber will ich das überhaupt? Will ich klar definierte Grenzen in mir selbst? Oder will ich einfach nur … Spaß haben mit mir selbst? Und einer sechsköpfigen Quadriga plus dreiköpfige Mitdenker-WG plus …

„Sei stark, du schaffst das, Lesley … be strong 😉“

Achte auf dich – und deine Gedanken

Du bist, was du denkst!

Dieses Postulat stelle ich hier in den Raum, ohne mich in die beinahe endlose Liste jener einzureihen, die dafür Grundlagen, Erklärungen und Beweise vorlegen.

Wer davon nicht überzeugt ist, wird es vermutlich auch aufgrund meiner Worte nicht werden. Dies hier wird also nicht ein Bekehrungsversuch, sondern einfach nur eine kleine Erinnerung an das, was viele von euch längst wissen und für sich akzeptiert haben, aber – ebenso wie ich – im Trubel des Alltags zwischendurch auch schon mal vergessen.

Insbesondere in Zeiten wie diesen, in denen wir von Bad News förmlich überrollt werden und an jeder (virtuellen) Ecke das böse C-Wort lauert.

Ja, es ist eine Zeit, wie die meisten von uns sie nie zuvor erlebt haben.

Ja, es ist eine Zeit, die von uns allen viel verlangt, direkt in unseren Alltag eingreift und unsere Handlungen beeinflusst.

Ja, es ist eine Zeit, die Dummheit und Ignoranz ebenso zum Vorschein bringt wie auch das Beste, das Menschen zu geben haben: Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, Rücksicht und Mitgefühl.

Ja, es ist eine Zeit, die als Krise gesehen werden kann – oder als Chance auf Veränderung, Weiterentwicklung und Wachstum – oder als beides.

Achte auf dich – und deine Gedanken!

Lass dich nicht von der Welle fortreißen in eine einseitige Wahrnehmung.

Schau nach draußen.

Die Sonne scheint. Das frische Grün der Triebspitzen an den Bäumen verdrängt das graubraun des Winters. Überall leuchten bunte Blüten, zwischen denen sich die ersten Schmetterlinge tänzelnd im Wind treiben lassen. Es ist Frühling! Das Natur erwacht – wie jedes Jahr – aufs Neue. Das Leben zeigt auf eindrucksvolle Weise, was wir Menschen mitunter vergessen: es geht weiter. Mit jedem neuen Tag. Veränderung ist ein Teil des Lebens. Etwas wächst, erblüht, gedeiht – um irgendwann wieder zu vergehen. Der ewige Kreislauf des Lebens.

Das Osterfest steht vor der Tür. Ein Fest, an dem die Auferstehung und damit das Leben an sich, gefeiert wird.

Ich bin nicht religiös. Ich bin spirituell. Ich blicke durch das Fenster hinaus in die Welt und sehe die Botschaft von Leben und Liebe auf vielfältige Weise zum Ausdruck gebracht. Das gibt mir Kraft, Hoffnung und Vertrauen, Tag für Tag.

Ja, es ist eine Zeit, wie sich niemand von uns so gewünscht hat, doch sie ist nun einmal da, und es liegt an uns, einen Weg zu finden, damit umzugehen, zu bestehen und daraus zu lernen, zu wachsen, reifer und weiser zu werden. Oder einfach nur unser Vertrauen zu behalten. Oder unseren Humor. Was auch immer … richte deinen Blick auf das Schöne und die Lebendigkeit vor deinem Fenster. Das andere ist da, gewiss, aber wer sagt, dass es schneller verschwindet, wenn wir es ständig anstarren?

Das Coronavirus kann meine Bewegungsfreiheit einschränken, aber nicht meine Gedanken. Die sind frei, in jedem Augenblick. Und wie schon im Talmud geschrieben steht …

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte, achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen, achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten, achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter, achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal!“

In diesem Sinne wünsche ich dir ein lebendiges Osterfest mit deinen Lieben.

Achte auf dich – und deine Gedanken.

Ach ja, für den heutigen Beitrag habe ich ein Bild von Cherry Plum gewählt. Diese Blüte gilt als die Bachblüte für Gelassenheit und wird angewendet bei Gefühlschaos und unbeherrschbaren Gefühlen. Als Borderlinerin steh ich auf Cherry Plum 😉

Happy Valentine

Heute ist VALENTINSTAG – der Tag, an dem wir unseren Liebsten Blumen, Süßigkeiten und andere Aufmerksamkeiten als Zeichen unserer Verbundenheit und Wertschätzung überreichen. Meine persönliche Idee dazu ist ein wenig – wie häufig – [nicht] ganz alltäglich …

„Willst du einem anderen zeigen, wie sehr du ihn oder sie liebst, dann achte gut auf dich und liebe zuerst dich selbst, denn diese Liebe wird sich nicht auf dich und dein Leben beschränken. Diese Liebe wird über dich hinaus in die Welt strahlen. Die anderen werden diese Liebe wahrnehmen, und es wird sie glücklich machen zu sehen, dass es dir gut geht, du gut auf dich achtest und du mit dir selbst im Reinen bist; es wird ihre Sorge um dich lichten wie die Sonnenstrahlen am Morgen die Dämmerung erhellen; es wird ihnen jene Gelassenheit und Zuversicht schenken, die mit Harmonie einhergeht, mit Zufriedenheit und Glück.

Achte auf dich selbst – LIEBE aus ganzem Herzen (dich selbst und andere) – und deine Liebe wird ansteckend – viral 😊 eine Dynamik, die weder Worte noch Gesten noch Geschenke braucht, sondern einfach nur DICH – so wie DU bist – geboren, um zu lieben💛“

HAPPY VALENTINE🥰🥰🥰💛🔥 Lesley B. Strong

Liebe ist …

Heute ist der 12. Dezember. An diesem Tag vor vielen Jahren wurde eine Frau gebogen, der ich persönlich sehr viel zu verdanken habe. Ihr Name war Lucy. Sie gehörte zu einer Handvoll Menschen in meinem Leben, die meine Augen und mein Denken für neue Themen öffneten. Ohne diese Menschen wäre ich heute nicht, wer ich bin. Davon bin ich überzeugt. Sie gaben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an mich weiter; lehrten mich unter die Oberfläche und hinter den Spiegel des Offensichtlichen zu blicken. Sie waren/sind für mich Mentoren, Wegbegleiter, spirituelle Familie und Seelenverwandte. Ich ehre ihr Andenken, indem ich ihren Weg fortsetze und weitergebe, was sie mich erkennen ließen.

Wissen ohne Umsetzung ist wertlos. Taubes Gestein, auf dem nichts gedeihen kann.

Wissen erhält seinen Wert, in dem wir es teilen und daraus etwas entstehen kann. Erst dann wird es fruchtbar, wie jene Erde, die uns alle ernährt.

Wo auch immer Lucy (oder ihre Seele) heute weilt, meine Gedanken sind bei ihr und ihr zu Ehren (und darüber würde sie mit Sicherheit schmunzeln) ein paar Zeilen zum Thema Liebe.

Über Liebe wurden schon unzählige Seiten geschrieben. Was Liebe ist, was sie nicht ist. Es gibt jene, die meinen, Liebe ohne Schmerz sei keine Liebe. Es gibt die anderen, die sagen, wenn es weh tut, ist es keine Liebe. Liebe ist … und dahinter kann sehr viel Unterschiedliches und mitunter Widersprüchliches stehen.

Heute reihe ich mich in die Liste jener ein, die ein (persönliches) Statement über Liebe abgeben.

Liebe ist für mich … Freiheit.

Freiheit von jeglichen Begründungen, Erklärungen oder Rechtfertigungen.

Was auch immer ich in meinem Leben tue oder fühle, fast immer gibt es jemanden, der fragt: Warum? Warum tust du das? Warum fühlst du jetzt so? Warum …

Eine Warum-Frage zu beantworten bedeutet auch, sich zu erklären, zu begründen, zu rechtfertigen. Man müsste es nicht, aber ich tue es zumeist trotzdem, weil ich nicht unhöflich erscheinen oder verstanden werden will. Manchmal blocke ich auch einfach ab und verweigere die Antwort, trotzdem hinterlässt es ein ungutes Gefühl bei mir, weil ich mich dem antrainierten Erklärungsreflex nur schwer entziehen kann.

Nur in der Liebe ist das anders. Da gibt es keine Erklärungen, denn ich liebe nicht, weil jemand so oder so ist, oder dies oder das getan hat. Keine Bedingungen, die erfüllt worden sind, um meine Liebe zu gewinnen. Meistens kann ich mir selbst nicht erklären, warum ich jemand liebe. Ich bin also frei von Erklärungen, frei von Bedingungen, frei von Begründungen … ich bin frei zu lieben.

Keine Erfüllungsbedingungen. Kein richtig oder falsch. Kein zu viel oder zu wenig. Kein Veränderungswunsch.

Liebe bedeutet für mich nicht mehr über ein Warum nachzudenken, sondern einfach nur zu fühlen, ohne es anderen erklären oder begründen zu müssen.

Nirgendwo sonst im Leben fühle ich mich so frei, zu sein wer ich bin, wie in der Liebe – bedingungslos und grenzenlos.

Liebe bedeutet für mich die absolute Freiheit.

Für dich, Lucy. Danke, dass ich ein Teil deines Lebens sein und von dir lernen durfte. In Dankbarkeit & Liebe, Lesley

Ein Plädoyer des Herzens

Hast du schon einmal von John Forbes Nash jr. gehört? Das war ein amerikanischer Mathematiker, der von 1928 bis 2015 lebte. Für seinen Beitrag zur Spieltheorie bekam er 1994 den Nobelpreis verliehen. Ein außergewöhnlicher Mann. Vor allem wenn man bedenkt, dass er im Alter von 30 Jahren an paranoider Schizophrenie erkrankte. Da gab’s doch einen Film … richtig. „A beautiful mind“ basiert auf seiner Lebensgeschichte und wurde mehrfach Oscar-prämiert. Laut seiner Autobiografin sind zwar einige Details im Film frei erfunden, aber unverrückbare Eckpunkte wie seine Erkrankung oder mathemische Arbeit entsprechen der Realität.

Warum erzähle ich heute davon? Ganz einfach. Nach vor treffe ich auf viele Menschen, die eine ähnliche Erfahrung teilen: die Diagnose einer psychischen Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung führt zu Vorurteilen, Ablehnung und Ausgrenzung. Bedauerlich, denn offenbar sind der Mangel an Verständnis, Respekt und Wertschätzung noch immer weit verbreitet. Fast zwangsläufig entwickeln die Betroffenen Strategien des Verbergens. Manchmal auch eine Form von Schamgefühl, nicht richtig zu „funktionieren“, zu versagen, lebensunfähig zu sein …

„Sei froh, dass man dir nicht ansieht, dass du Borderliner bist.“

Bei so einer Aussage krampft sich alles in mir zusammen. Was soll das heißen? Wie sieht ein durchschnittlicher Borderliner denn aus?

Wer mit einem Gipsbein durch die Gegend humpelt, kann die Geschichte dahinter erzählen ohne Ressentiments befürchten zu müssen. Wessen Seele leidet, sollte sich besser in Schweigen hüllen und seinen Schmerz hinter einer lächelnden Maske verbergen, um weiterhin als wertvolles Mitglied der Gesellschaft geschätzt zu werden? Echt jetzt?

Was mich an diesem – ich schalte mal meinen Zynismus weg – Mysterium am meisten ärgert, ist die Beobachtung, dass „Helden mit leichtem bis mittelschweren Knacks“ auf der Kinoleinwand und den Bildschirmen Hochkonjunktur feiern. Vom Schicksal gebeutelte Existenzen, tief gefallen, mit Problemen und Komplexen behaftet, von denen sie bei weitem nicht alle gelöst haben, aber das Herz am rechten Fleck, erobern sie die Gunst ihrer Fans in Scharen. Ich bin überzeugt, dass mir Diagnostiker zustimmen, dass man so ziemlich jedes psychische Krankheitsbild bei den diversen Film- und Serienhelden findet. Dennoch lieben wir sie. Können sie so annehmen, wie sie sind. Warum gelingt das nicht im realen Leben? Mit echten Menschen? Warum gibt es für fiktive Charaktere Verständnis, für tatsächliche hingegen Vorurteile?

Vor einigen Tagen sagte eine Frau nach einer Buchlesung zu mir: „Drei Burnouts – und du stehst vor uns als wäre das nie passiert.“ Ich korrigierte sie und meinte, es waren nur zwei, da mir kurz vor dem dritten die Kurskorrektur mit JAN/A gelungen war. Dennoch – es war nicht zu übersehen, wie irritiert sie davon war, dass ich nicht ihrem vorgefassten Bild einer Ausgebrannten bzw. Borderlinerin entsprach. Schließlich sagte ich zu ihr etwas in der Art von: „Genau deswegen stehe ich hier und mache das: weil ich nicht den Klischees entspreche. Weil ich damit Menschen aus ihrer starren Erwartungshaltung wachrütteln und zum Nachdenken bringen will.“

Ich bin nicht John Nash. Ich bin nur eine unbedeutende Stimme unter vielen, die sich auf einer langen Liste mit jenen Diagnosen und Symptomen einreiht, über die man allzu oft den Mantel des Schweigens ausbreitet: Borderline, PTBS, Depressionen, Schizophrenie, Bipolare Störung … 

Ich bin eine, die genug hat vom jahrelangen Schweigen und sagt: ich bin, was ich bin. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch, bestrebt ein gutes Leben zu führen. Sehne mich wie andere nach Liebe, Geborgenheit und Anerkennung. Ja, ich bin Borderlinerin. Vielleicht nicht immer ganz pflegeleicht, aber wer ist das schon? Ablehnung schmerzt mich, Ausgrenzung noch viel mehr. Ich erwarte kein Mitleid, aber Wertschätzung; brauche keinen „Schongang“, sondern ehrliche Anerkennung. 

„Behandle einen anderen stets so, wie du selbst behandelt werden willst.“

Darum geht es. Nicht mehr und nicht weniger als Respekt und Achtsamkeit. Zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen, wechselseitig und auf Augenhöhe.

Das musste wieder einmal gesagt werden. Es müsste noch viel öfter gesagt werden, damit sich endlich etwas ändert. Die Zeit ist längst überfällig. Vieles muss neu gedacht werden. Unsere beschleunigte Arbeits- und Lebenswelt produziert Jahr für Jahr Menschen, die nicht mehr mithalten können; die an der Ignoranz und Intoleranz verzweifeln. Wenn ich mir die Weltwirtschaft anschaue, frage ich mich, wohin dieser Kurs führen wird und ob jeder Schritt vorwärts uns auch wirklich weiterbringt? Oder zurück, in eine Welt der rücksichtslosen Selbst- und Fremdausbeutung? Eine Gesellschaft, die viele ins stille Leiden drängt, anstatt eine helfende Hand zu reichen.

Wir könnten gemeinsam so vieles erreichen, wenn wir aufeinander zugehen, mit Offenheit und Verständnis, neugierig auf die Vielfalt, die das Leben erschaffen hat und täglich neu erschafft.

Ich bin nur eine unter vielen, doch heute erhebe ich meine Stimme zu einem Plädoyer für Achtsamkeit, Respekt und Wertschätzung, zu einem Plädoyer des Herzens.

Teilst du meine Einstellung, setze bitte ein Like in einen Kommentar unter diesen Beitrag.

Lebst du bereits danach, hinterlass bitte ein Herz als sichtbares Zeichen für jene, die noch zögern, den Mantel des Schweigens abzuwerfen.

WEECKIE (WEEkend QuiCKIE)

Aus den vergangenen Tagen nehme ich ins Wochenende mit … meine Kommentare auf die Fragen, warum dies ein schöner Tag ist. Weil …

… weil ich heute Morgen einen Freund mit meinen Witzen zum Lachen brachte 🙂
… weil ich einen selbst-ironischen Blogbeitrag geschrieben habe, der Morgen gepostet wird 🙂
… weil ich aufwachen durfte in der Umarmung des Mannes, den ich liebe 🙂
… weil es keinen einzigen dieser Gründe braucht, damit es mir gut geht, und dennoch bin ich unendlich dankbar für jeden einzelnen 🙂

Was braucht es mehr?

Ach ja, ein schönes Bild dazu. Danke an https://pixabay.com/de/users/realworkhard-23566/

#feeltheembraceoflife

Fragen, Fragen und nochmals Fragen …

Es ist wieder mal eine dieser Phase, in denen ich sehr viel zu tun habe. Im Grunde habe ich immer viel zu tun, nur manchmal nur mehr. Im Grunde will ich irgendwie auch immer viel zu tun zu haben, weil ich es schlichtweg nicht aushalte, wenn mir langweilig ist. Dann werde ich richtig unrund und fange an, unsinnige Dinge zu tun. Wie in dem Werbespot, wo jemand, der auf einen Download wartet, damit beginnt, seine Umgebung mit Post-its zu tapezieren.

Nun frage ich mich hin und wieder, ob ich eine tief verwurzelte Allergie gegen Ruhe und Nichtstun habe. Und wo ich mir die eingefangen haben könnte.

Ruhe – was ist das überhaupt? Bedeutet dass, nichts zu tun? Weniger zu tun? Ruhiger zu tun? Langsamer? Weniger emotional? Strebe ich nach Ruhe, weil es zu viel wird? Oder zu laut? Oder geht’s mir gar nicht um Ruhe? Ständig an meiner Belastungsgrenze entlang durch den Arbeitsalltag zu laufen ist anstrengend. Auf der anderen Seite auch irgendwie reizvoll – solange alles gut läuft. Solange ich durchhalte. Solange … bis es eben anders ist. Bis der Gedanke an Ruhe wieder verlockend wird. Ein ständiges Hin und Her.

Wo beginnt Langeweile? Kann ich Ruhe überhaupt zulassen und genießen? Stillstand geht definitiv nicht. Wobei – Stillstand gibt es ja genau genommen nicht. Alles ist stets in Veränderung. Manchmal nur sehr langsam, aber dennoch.

Und so kreisen meine Gedanken unaufhörlich.

Manche könnten jetzt sagen: OK, so wird das nichts mit Ruhe. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Je mehr ich über einzelne Themen wie „Ruhe versus Langeweile“ nachdenke, desto ruhiger werde ich, weil ich in der unbeschreiblichen Vielfalt meiner Gedanken und Ideen bildlich gesprochen „die Spreu vom Weizen“ trenne. Anders gesagt: ich finde heraus, was ich wirklich will und brauche; lasse mich von scheinbar verlockenden Ideen nicht in die nächste Sackgasse führen. Und weil ich nicht mehr alles und jedes tun will und muss, nimmt das letztendlich viel Last von meinen Schultern und Druck aus meinem Leben.

Hinterfragen und reflektieren – das ist ein wesentlicher Aspekt meiner Lebensphilosophie und meines Alltags. Unterscheiden und Entscheiden. Was passt zu mir? Was nicht? Heute landet viel mehr im „Ideen-Mülleimer“ als früher. Gleichzeitig vermisse ich nichts und genieße das, was ich tue und habe, mehr als früher.

Quantität versus Qualität?

Wer weiß?

Auch darüber werde ich noch ausgiebig sinnieren.