Alles begann mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings …

… bildlich gesprochen. Alles begann am 13. Oktober 2017, also genau vor 2 Jahren. An diesem Tag traf ich die Entscheidung, den Berg Bügelwäsche in meinem Wohnzimmer ruhen zu lassen, also nicht mehr zu bügeln, sondern es auf den nächsten Tag zu verschieben. Als ich mich am nächsten Tag ans Werk machte und – hier kurz angemerkt: ich hasse bügeln – wie üblich zur leichteren Erträglichkeit mich mit Musik bzw. einem Blick auf die TV-Surf-Aktionen meines Partners vom eigentlich Tun ablenkte, geschah das Unvorhersehbare. Ein an sich trivialer Input aus einer TV-Serie huschte an meinem kritischen Verstand vorbei und setzte in meinem Unterbewusstsein eine Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes in Gang. Woher auch immer der Gedanke kam, in meinem Geist manifestierte sich eine Entschlossenheit wie selten zuvor: Ich schreibe eine Geschichte über eine Frau, die sich einen Dämon verliebt.

Ungefähr vier Monate später war die Erstfassung von JAN/A getippt. Knapp über 600 Seiten und 117.000 Wörter und ich begann allmählich zu begreifen, was ich getan hatte. Mit dieser Geschichte einer vordergründig unmöglichen Liebe, in der die Protagonisten allen Schwierigkeiten, Vorurteilen und was sonst noch im Wege stehen kann zum Trotz zueinander finden, hatte ich auch mein eigenes Selbstbild neu geschrieben und den Weg zu mir und zurück in die Selbstliebe gefunden.

Aber damit war es noch nicht vorbei. Zu Beginn hielt ich mich über die wahren Hintergründe von JAN/A noch bedeckt. Doch im Zuge der Lesungen im November 2018 veränderte sich auch diese Einstellung. Ab Dezember 2018 sprach und schrieb ich Klartext. Und wie. #Borderline. Innerhalb von ungefähr sechs Wochen entstand „DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Lebensgeschichte #Borderline“ und wurde im Juni 2019 veröffentlicht.

Was mit einem trivialen Mini-Input begann, wurde zu einer stetig wachsenden Welle. Im Juli 2019 ging dieser Blog online. Ab August fing ich an Videos zu machen. Ach ja, ein paar Facebook-Gruppen entstanden. JAN/A Band 2 kommt in die finale Phase, die nächsten Buchprojekte brodeln in der Pipeline und ich plane Neues für 2020. Was mich wieder zum Ausgangspunkt, also zum besagten Flügelschlag des Schmetterlings bringt.

Zu Beginn dachte ich noch, ich ziehe nur mich selbst aus der Sch…

Später wurde mir klar, dass vielleicht andere von meinen Erfahrungen profitieren könnten. Aus diesem Grund richtet sich dieser Blog (ursprünglich) an Borderliner und deren Umfeld, um andere Sichtweisen und Wege aufzuzeigen und als Quelle der Inspiration zu fungieren.

Doch … je mehr ich schreibe und blogge, desto mehr erweitere ich meinen Themenkreis und fokussiere ich mich gleichzeitig auf das, was ich persönlich als die Essenz für ein „gelingendes Lebens“ verstehe, ganz gleich, ob jemand Borderliner ist oder nicht, oder einfach nur auf der Suche nach sich selbst, gefühlte 10.000 Fragen zum Leben im Kopf hat, oder versucht zu verstehen, wie alles zusammenhängt, wie verstrickt und vernetzt unser aller Handeln und Denken im Grunde ist.

Für mich sind es drei Säulen, auf denen mein eigenes Gleichgewicht sowie das Gleichgewicht mit meinem Umfeld ruht: Liebe, Geborgenheit (Sicherheit) und Anerkennung. Erklärende Modelle dazu gibt es einige und unzählige Übungen. Obwohl ich viele davon kenne, werde ich mich wohl nie auf ein Modell, eine Erklärung oder eine Art von Übungen festlegen. Für mich sind die Möglichkeiten in diesem Bereich wie das Leben selbst: vielfältig und schier grenzenlos. Außerdem finde ich es enorm spannend, den eigenen Weg zu finden und zu beschreiten. Was sonst wohl wäre der Sinn eines gelingenden Lebens als sich in der Umarmung des Lebens wiederzufinden? #feeltheembraceoflife  

Und ich habe die romantische Hoffnung, dass der eine oder andere meiner Texte vielleicht für jemand da draußen zum Flügelschlag eines Schmetterlings wird. Wer weiß?

Hier noch ein aktueller Überblick über „mein kleines Universum“, das mit dem „Urknall“ am 13. Oktober 2017 zu expandieren begann und in dem ich nach beste, Wissen und Gewissen abzubilden versuche, was ich in rund 30 Jahren Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung gelernt habe:
Autorenseite
Gruppe für Autobiographien
Gruppe #feeltheembraceoflife
Gruppe Treffpunkt für Suchende und Angekommene

Mein Weg zurück ins Fühlen zeigt sich auch sehr deutlich in den Videos. Im Laufe von nur vier Monaten wurden sie von einem zum anderen emotionaler:
Book Trailer JANA … ein kurzer Einblick in Band 1
Book Trailer DISCONNECTED … das Video zu meiner Autobiographie
Lesleys Journey … zeigt die Meilensteine auf meinem Weg seit Oktober 2017
The Embrace of Life … mein Erstversuch, ein Gedicht als Video aufzubereiten

Wer gerne einmal einen Blick in meine Werke werfen möchte, findet eine gratis Leseprobe im Buch-Shop meines Verlages:
JAN/A – Eine [nicht] ganz alltägliche Liebesgeschichte
DIS/CONNECTED – LIEBEN oder LEIDEN? Eine Lebensgeschichte #Borderline

Und all dies entstand durch den Flügelschlag eines Schmetterlings …

Das Mädchen und der Löwe

Es war einmal ein kleines Mädchen, das in einem kleinen Dort am Rande der Welt lebte. Genau genommen war es eher eine Frau im mittleren Alter, die schon so einiges erlebt hatte. Die Spuren dieses Lebens waren in ihrem Gesicht erkennbar. Manch dunkle Flecke zeigten sich auf ihrer Seele und so manche Narbe auf ihrem Herzen. Doch ein Teil von ihr war im Fühlen noch immer ein kleines Mädchen, voller Neugier auf das Leben und in ihrem Herzen den Wunsch tragend, den Menschen rundum zu vertrauen, voller Leichtigkeit und Lebensfreude. Die Menschen rundum verstanden dies nicht, hielten es für Leichtsinn und warnten das Mädchen immer und immer wieder, nie zu vertrauen, immer zu zweifeln, denn die Welt da draußen wäre böse und voller Gefahren.

Eines Tages brach das Mädchen zu einer langen Reise auf. Sie ging allein hinaus in die weite Welt. Ihr Weg führte sie über Berge und durch Täler, weit weg von allem, was sie kannte. Nach einiger Zeit bemerkte sie, dass ein Löwe sie in einiger Entfernung begleitete. Unruhe überkam sie. Ein Löwe? Welche Gefahr wohl von ihm ausging? Skeptisch beobachtete sie ihn und stellte fest, dass er sich langsam näherte. Meile für Meile schrumpfte der Abstand zwischen den Beiden.

Die Nacht brach herein. Hektisch überlegte das Mädchen, was sie tun könnte, um sich vor der ihr noch unbekannten, aber offensichtlichen Gefahr zu schützen. Also versteckte sie sich unterhalb einer Dornenhecke und hoffte, die spitzen Dornen würden den Löwen abschrecken. Dieser näherte sich ihrem Versteck, als würde er die Dornen nicht sehen, bis er die Stiche spürte und zurückwich. Das Mädchen wähnte sich in Sicherheit, doch als sie aufblickte, sah sie in den Augen des Löwen etwas, dass sie nicht erwartet hatte: nicht Schmerz, nicht Wut, es war Einsamkeit. Die ganze Nacht über lag sie wach unter der Dornenhecke und fragte sich, ob sie dem Löwen unrecht getan hatte. Dieser wartete in einiger Entfernung einsam im Dunkel der Nacht. Warum auch immer, das Gefühl ließ sie nicht los, dass dieser Löwe keine Gefahr für sie war, egal, wie bedrohlich er wirkten mochte und egal, was die Stimmen in ihrem Kopf sagten, die Stimmen jener aus ihrem Dorf, die ihre Gutgläubigkeit immer mit Dummheit gleichsetzten und alles taten, um Angst und Misstrauen in ihr Herz zu bringen. War es klug, jedem Fremden mit Furcht zu begegnen? Oder dumm, einen Freund nicht zu erkennen, weil es an Vertrauen fehlt?

Als der Morgen graute, kroch das Mädchen unter der Dornenhecke hervor und setzte seinen Weg fort. Auch der Löwe trabte wieder los. Im Laufe des Tages verringerte sich der Abstand zwischen ihnen. Mal machte das Mädchen vorsichtig einen Schritt auf den Löwen zu, mal der Löwe einen Schritt auf das Mädchen. Als die Dämmerung sich über das Land herabsenkte, waren sie nur noch einen Schritt voneinander entfernt. Die Kälte und Einsamkeit der Nacht erfassten das Mädchen. Sie blickte in das Gesicht des Löwen, in seine Augen, und fand nichts, dass sie fürchten wollte in diesem Augenblick. So ging sie einen letzten Schritt auf den Löwen zu, lehnte sich gegen seine dichte Mähne und legte ihre Arme um den Hals des Löwen, der sich langsam zur Seite rollte und sie fand unter seinen mächtigen Pfoten Schutz für diese und für viele weitere Nächte, denn von nun an setzten sie die Reise gemeinsam fort.

Und wenn sie nicht gestorben sind … dann wandern sie auch heute noch durch die weite Welt, schicken Nachrichten durch die Nacht und warten auf den Tag, an dem nicht mehr tausende von Meilen sie trennen werden, sondern vielleicht nur noch ein Schritt.

Wie in jedem Märchen, liegt auch in dieser Geschichte ein Körnchen Wahrheit verborgen. Manchmal entsteht Freundschaft und Vertrauen scheinbar aus dem Nichts, wo wir es nie erwarten würden und zu einem Zeitpunkt, der denkbar ungeeignet dafür scheint. Umso mehr sollten wir dankbar dafür sein, dass es geschieht.

Ich habe einen Traum …

… oder besser gesagt: ich habe eine Vision. Diese Vision hat viel damit zu tun, wie mein bisheriges Leben verlaufen ist. Ich habe unzählige Tiefs durchlebt und kann mich längst nicht mehr an alle erinnern, aber ich erinnere mich, dass sehr oft jemand zum richtigen Zeitpunkt da war, um mit ein paar Worten meine emotionale Achterbahn auf einen anderen Kurs zu bringen und damit aus dem Tief hinaus. Ich hatte also eine Menge „Weichensteller“ in meinem Leben. Sie sind auch der Grund, warum ich beschlossen habe, meine schöpferische Kraft als Autorin nicht für reine Unterhaltungslektüre einzusetzen (was vermutlich finanziell wesentlich lukrativer wäre), sondern in meine Geschichten und Wortschöpfungen stets mehrere Ebenen einzubauen, man könnte es auch philosophisch-psychologischen Tiefgang nennen. Der reduziert zwar den Kreis potenzieller Leser und Leserinnen, aber jene, die sich davon nicht abschrecken lassen, können für sich Antworten und Erkenntnisse finden, die sich nachhaltig auf ihr Leben auswirken. Damit wäre nun ich meinerseits die Weichenstellerin.

Weniger romantisch formuliert bedeutet das: ich möchte meine Erfahrungen, die ich in vielen Krisen erlebt und durchlebt habe, mit anderen teilen, um ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen. Jeder muss zwar seine eigenen Erfahrungen im Leben machen, dennoch kann es hilfreich sein zu wissen, wie andere ihre Herausforderungen gemeistert haben.

Zurück zu meiner Vision. Meine „Weichensteller“ vermittelten mir etwas Besonderes: das Gefühl, dass alles genau richtig war, egal in welcher Scheiße ich gerade steckte, es war genau richtig zu diesem Zeitpunkt um zu begreifen, zu lernen, weiterzukommen … für kurze Zeit verschwanden die Ängste und Zweifel, fühlte ich mich vom Leben umarmt, ausgerüstet mit allem um die Herausforderungen zu bestehen, angekommen im Urvertrauen. Dieses Urvertrauen sollte idealerweise unseren Alltag begleiten. Wie selten dies vorkommt und wie oft es anders ist, darüber gibt es sehr viele Bücher und vielleicht füge ich eines Tages ein weiteres in die Reihe hinzu.

Wie auch immer: Die Umarmung des Lebens fühlen. Das ist meine Vision. Dieses Gefühl anderen zu vermitteln an einem dafür eigentlich nicht vorgesehenen Ort: Facebook. Vorerst. Vielleicht kommen später noch weitere Plattformen dazu.

Meine Vision ist es, eine Gruppe aufzubauen, die sich aus dem Meer an oberflächlichen Beiträgen der Selbstdarstellungen, endlos geteilten „Es geht noch schlimmer“-News (egal ob echt oder Fake) und was es sonst noch so an Aktionen gibt, die mich fragen lassen, inwiefern sie das Leben bereichern oder die Welt verbessern. Ich weiß, manchmal kann ich echt zynisch sein, aber ich entstamme noch jener Generation, die ohne Handy mit einem Vierteltelefonanschluss aufwuchs und manchmal zwei Wochen warten musste, bis ein Foto im Studio entwickelt worden war. Der Virus, alles und jeden für ewig in Bits und Bytes festzuhalten, hat mich bis heute nicht erwischt. Und ganz ehrlich, aktuell gibt es in dieser Welt so einiges, von dem wir viel zu viel haben, aber etwas, von dem wir definitiv zu wenig haben und eigentlich auch nie genug haben könnten: zwischenmenschliche Wärme. Wie Funken der Hoffnung leuchtet sie ab und an, hier und da auf, doch es könnte viel mehr sein. Es könnte ein wärmendes Feuer sein, an dem alle Platz finden, würden wir alle damit aufhören zu kritisieren und zu verurteilen, und stattdessen auf Verständnis, Kommunikation und Kooperation setzen. Aber dazu bedarf es aus meiner Sicht einem gewissen Grad an Tiefgang und Interesse am anderen.

Parallel zur weiterverbreiteten Oberflächlichkeit möchte ich daher diese Gruppe, die es übrigens schon gibt, die sich aber noch in den Kinderschuhen befindet, dahingehend aufbauen, dass echte Menschen dort das teilen, was sie die Umarmung des Lebens fühlen lässt. Es soll ein virtueller Zufluchtsort für jene entstehen, die gerade in irgendeinem Tief stecken und nicht das Gefühl haben, dass ihr Leben und alles rundherum genauso ist, wie es sein soll. Eine Zuflucht für jene, die sich aus der Umarmung des Lebens gefallen zu sein glauben; die das Urvertrauen verloren haben; die eine Neuausrichtung brauchen könnten, also einen Weichensteller. Wenn alles andere versagt hat, vielleicht finden sie jene Worte, die sie wieder auf Kurs bringen, in den Beiträgen dieser Gruppe.

Die Gruppe heißt RECONNECTED – Feel the embrace of life … und jeder und jede, die Teil dieser Vision sein möchte, andere mit der eigenen Lebenserfahrung zu unterstützen, ist herzlich willkommen.

Es gibt allerdings einen Haken: keine Kalendersprüche! Ganz ehrlich, in meinen diversen Tiefs wollte ich eines am wenigsten hören: Sinnsprüche, die irgendjemand irgendwann verfasst hatte und die seither unzählige male kopiert und geteilt wurden. Für mich fühlten sich diese Weisheiten – obwohl sie viel Botschaft und Sinn enthalten – unendlich fern und unerreichbar an. In diesen Momenten halfen mir die vielleicht unüberlegt formulierten, aber dafür umso authentischeren Worte eines für mich greifbaren Menschen weitaus mehr. Diese Worte waren Teil meiner Welt, im Hier und Jetzt, ihre Energie war viel intensiver spürbar als Botschaften aus vergangenen Zeiten. Damit setze ich mich auseinander, wenn es mir gut geht und ich Zeit in ausufernde Reflexionsprozesse investiere. Aber im Moment der Krise, am Abgrund stehen, im Angesicht der Dunkelheit, waren es die Worte meiner Weichensteller, die mich erreichen und meinen Kurs verändern konnten.

Und genau das ist meine Vision: Worte von Menschen für Menschen. Von Herz zu Herz. Von Seele zu Seele.

Ich fühle die Umarmung des Lebens in mir. Ich erzähle dir davon. Und vielleicht führen dich meine Worte auf einen Weg, der auch dich zurück führt in das Gefühl, vom Leben umarmt zu werden.

Das ist meine Vision.

Wer will mich begleiten?

#feeltheembraceoflife

https://www.facebook.com/groups/feeltheembraceoflife/

Sich selbst aus der Sch… ziehen oder Manipulation 4.0

Noch bevor ich heute Morgen meine Augen geöffnet habe, habe ich es bereits gespürt: ein Gefühl von Leere in mir, das sich gleichzeitig unbeschreiblich schwer anfühlt, undefinierbare Schmerzen im ganzen Körper, ein stummer Schrei meiner Seele nach Leben, ein Kloss in meinem Hals, der mir die Worte raubt, als würde mein Herz brennen … aufgewacht in einer Depression.

Ich könnte im Bett liegen bleiben. Mein Mann würde mich in den Arm nehmen und mir Halt vermitteln, doch es würde nichts ändern, mich nicht aus diesem Gefühl herausholen. Deshalb kämpfe ich mich aus dem Bett, auch wenn sich alles in mir dagegen wehrt. Ab ins Badezimmer, ab in die Routine.

Meine Gedanken sind klar. Keine Spur von Problemen, Ängsten oder ähnlichem. Während vieler Jahre und Ausbildungen habe ich gelernt, meine Gedanken zu beherrschen und damit auch die Programme, die mein Verhalten bestimmen und meine Glaubenssätze zu verändern. Aber das, was ich gerade durchlebe, entzieht sich der Beeinflussung durch Gedanken. So ein Mist.

Es gibt verschiedene Auslöser und Verstärker von depressiven Gefühlen. Mangel an bestimmten Vitaminen oder Spurenelemente zum Beispiel. Hormonschwankungen. Alles schon überprüft und die entsprechenden Maßnahmen gesetzt. Stress? Ja klar, der lässt sich am schwersten eliminieren, bekommt diesmal aber nicht die volle Verantwortung, weil diese depressive Phase lange vor dem Stress begann. Genau genommen gibt es keinen nachvollziehbaren Grund für meine Gefühlslage,

Also weiter in der Routine. Ein kurzer Blick in die sozialen Medien. Mein Fokus richtet sich auf eine Handvoll Menschen, die rund um diesen Globus verteilt sind. Irgendjemand postet immer etwas oder ist online. Wie geht’s ihnen? An manche lehne ich mich an, für andere bin ich die Stütze. Beides wichtig. Für andere da zu sein heißt Verantwortung übernehmen und verhindert, sich selbst fallen zu lassen. Ein paar Minuten nur, aber sie beginnen die Leere allmählich mit Leben zu füllen.

Ab ins Auto, Richtung Arbeit. Je nach Verkehrslage bleiben mir eine Stunde oder mehr, um wieder „normal“ zu werden. Deshalb her mit meiner Reboot-Playlist. Sie startet mit einer Piano-Version von Careless Whisper. Innerhalb von wenigen Takten erinnere ich mich jener Szene, die ich zu dieser Musik und für diese Musik geschrieben habe. Jan und Jana, sehr romantisch. Ich sehe die Bilder in mir aufsteigen, die beiden in inniger Umarmung. Ach ja. Ihre Liebe zueinander ist bedingungslos. Sie nehmen den jeweils anderen so, wie er oder sie ist (Anerkennung) und halten einander (Geborgenheit). Eine Umarmung des Lebens. Dieses Gefühl macht sich allmählich in mir breit und ersetzt die Leere, ebenso wie die Schwere sich in Leichtigkeit wandelt. Spätestens bei dem Song „Emerald Princess“ von Two Steps from Hell spüre ich den kraftvollen Herzschlag des liebenden Dämons in mir und bin wieder ganz bei mir selbst angekommen. Der Depression entkommen.

Nur für Heute? Das ist die Frage. Derartige Abstürze kommen immer noch oder immer wieder vor. Für mich ist unklar, ob sie einfach ein unabänderlicher Teil meiner Persönlichkeit sind und damit dauerhaft in meinem Leben bleiben werden. Oder ob es Altlasten sind, die gerade dabei sind, sich aufzulösen. Genau genommen möchte ich auch keine Zeit mehr dahingehend investieren, das herauszufinden – sofern es überhaupt möglich ist.

Ich habe mich entschieden, zu manipulieren. Mich selbst. Was ich eingangs beschreibe, ist Selbstmanipulation pur. Ein Programm, das ich für mich über Wochen und Monate hinweg erarbeitet habe und das ich durchlaufen kann, wenn meine gefühlte Realität von der kognitiven (oder verstandesmäßig wahrgenommenen) Realität abweicht. Mein Verstand weiß, dass es keinen Grund für eine Depression gibt, doch Gedanken allein reichen nicht aus, um meine Gefühle umzustimmen. Auch nicht, wenn ich zusätzlich mit Körperhaltung, Farben usw. arbeite. Man sieht mir die Depression nicht an. Aufrechter Gang, offener Blick, dynamische Bewegungen. Mein Körper ist ein Spiegel meiner Gedanken. Meine Gefühle sind anders. Sie passen einfach nicht dazu. Wie auch immer das möglich ist, es ist so. Eine Beeinflussung meiner Gefühle kann ich jedoch über Bilder und Geschichten erzielen. Und hier kommt MAEX ins Spiel. Meine Kreation aus JAN/A: Master of Experience – Meister der Erfahrung oder des Erlebens – die bewusste und gezielte Veränderung des Erlebens der Realität gemäß meinen selbstdefinierten Zielen.

Klingt ziemlich technisch, und das ist es in gewisser Weise auch. Es ist meine Technik oder Methode zur Fremd- aber auch Selbstmanipulation. Ich wende bevorzugt letzteres an.

Mein Ziel dabei ist die Reduzierung des Anteils an Fremdbestimmung in meinem Leben. Bevor wir uns jetzt missverstehen (so wie mein Mann und ich): mit Fremdbestimmung ist nicht die Bestimmung durch andere Menschen oder äußere Faktoren gemeint bzw. deren Beendigung einem Leben im Sinne von „ich mache nur mehr, was mir passt und passe mich nirgends mehr an“. Ganz und gar nicht. Unter Fremdbestimmung verstehe ich die Bestimmung durch die Ereignisse meiner Vergangenheit, die subtil das Erleben meiner Realität im Hier und Jetzt beeinflussen. Durch unbegründete Gefühle, die einer Depression gleichen. Was auch immer in meiner Vergangenheit geschehen ist, es ist vorbei – und ich habe kein Interesse, noch länger davon in meiner Lebensqualität eingeschränkt oder bestimmt zu werden. Deshalb habe ich für mich Programme entwickelt, die mich aus dieser Fremdbestimmung heraus und zurück in die Eigenbestimmung meines Erlebens der Gegenwart im Hier und Jetzt führen.

Leider genießt das Wort „Manipulation“ keinen besonders guten Ruf. Zumeist wird darunter die nicht ganz freiwillige Beeinflussung anderer verstanden, aber Manipulation per se ist aus meiner Sicht neutral und kann durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Beispielsweise um sich selbst wieder auf Kurs oder ins positive Fühlen zu bringen. Damit das Ganze nicht zu trocken und technisch wird, habe ich ganz einfach MAEX ersonnen. MAEX ist alles, was mir gut tut. MAEX ist unwiderstehlich. MAEX ist ein Griff ganz tief in meine Trickkiste und Manipulation pur.

Ein Hinweis für alle potenziellen Nachahmer: Das Knowhow für die Umsetzung dieser Selbstmanipulation habe ich im Laufe vieler Jahre erworben und trainiert. Vielleicht mag es Naturtalente geben, die dies aus dem Stegreif umsetzen können – mir selbst war dies nicht vergönnt. Ich ging den besonders langen Umweg, mein Knowhow jahrelang nicht zielgerichtet einsetzen zu können. Wer sich also in diesen Bereichen versuchen möchte, dem empfehle ich sich fachkundige Begleitung zu suchen. Tipps dazu gerne auf E-Mail-Anfrage

Mein Weg aus der Depression

Gastbeitrag von Eckhard Neuhoff – Schriftstellerei

Psychische Erkrankungen werden häufig als unabänderliches Schicksal angesehen, dem man sich in Demut zu fügen hat. Und die meisten Ärzte und Therapeuten unterstützen diese so fatale Sichtweise dadurch, dass sie ihren Patienten bestenfalls eine allmähliche Linderung ihrer Symptome in Aussicht stellen, aber niemals eine vollständige Genesung.

Über dreißig Jahre, seit etwa meinem sechzehnten Lebensjahr, litt ich, bedingt durch eine äußerst schwierige familiäre Situation, zunehmend unter schweren Depressionen. In der Schule war ich Außenseiter und „Prügelknabe“, mit nur wenigen Freunden und anderen sozialen Kontakten. Auf diese Weise prägte sich mir von Jugend an das Gefühl ein, nicht „richtig“ zu sein und in diese Welt nicht hineinzupassen.

Dementsprechend wollte es mir auch nicht gelingen, im Berufsleben richtig fußzufassen, sodass ich nach einer langen und vergeblichen Odyssee durch verschiedene Ausbildungen, mit Anfang Dreißig ohne einen erlernten Beruf schließlich nachhause zurückkehrte. Erschöpft, und am Ende meiner Kräfte, begab ich mich in psychiatrische Behandlung, die sich mit Unterbrechungen und scheinbar ohne sichtbare, geschweige denn, dauerhafte Erfolge weit über zehn Jahre hinzog.

Erst als ich auf Anregung meiner damaligen Therapeutin das Schreiben für mich wiederentdeckte, begann eine zunächst unmerkliche, zaghafte Veränderung in meiner Selbstwahrnehmung und meinem Lebensgefühl. Freudig und dankbar erkannte ich, dass ich tatsächlich eine Begabung besitze, die es mir ermöglichte, das Chaos in meinem Denken und Fühlen Stück für Stück zu ordnen und mir selbst verständlich zu machen. Mit einem Mal konnte ich mich mitteilen, ohne wie früher Angst davor zu haben, missverstanden und nicht wahrgenommen zu werden. Noch viel wichtiger war jedoch, dass ich für mich erstmals eine mich wirklich erfüllende und begeisternde Aufgabe entdeckt hatte, die mir neuen Lebensmut bescherte. Zunächst nur in meinem Blog, verfasste ich unzählige autobiografische Gedichte und Texte, in denen ich absolut ehrlich und ungefiltert meiner Verzweiflung und meiner Wut über mein Schicksal Ausdruck verlieh und mit deren Hilfe es mir gelang, diese so mächtigen Gefühle allmählich zu verarbeiten und loszulassen.

Als ich dann im Jahr 2016 mein erstes Buch „Grenzgänger. Autobiografische Fragmente und der Versuch ihrer Zuordnung“ (soeben als bei BoD-Books on Demand als Neuauflage erschienen) verfasste, in dem ich mich erstmals gründlich und umfassend mit meiner Erkrankung, meiner Biografie und meinen unzähligen seelischen Verletzungen auseinandersetzte, war ein weiterer und äußerst wichtiger Schritt auf meinem Genesungsweg getan. Denn die Arbeit an diesem Buch entpuppte sich für mich als wahrer Befreiungsschlag. Ich konnte meine Vergangenheit, und damit meine so lang eingeübte Opferrolle schrittweise hinter mir lassen, und mich endlich auf das „Hier und Jetzt“ einlassen.

Was kann es bewirken, die eigene Vergangenheit loszulassen und endgültig mit ihr abzuschließen?

Allerdings wurde ich von Petra, meiner großen Liebe, nach dem Ende meiner letzten Psychotherapie in etlichen Gesprächen darauf aufmerksam gemacht, dass ich, solange ich mich immer wieder mit meiner Vergangenheit befasse, von dieser auch immer wieder eingeholt werde. Und, dass meine Vergangenheit auf diese Weise unwillkürlich alle meine zukünftigen Entscheidungen und Handlungsweisen beeinflussen und sogar bestimmen wird.

In dieser unverblümten Deutlichkeit hatte zuvor noch niemand mit mir über dieses sehr sensible Thema gesprochen, sodass ich zunächst ziemlich geschockt war von dieser scheinbar radikalen und unsensiblen Betrachtungsweise. Da mir dieser Mensch jedoch sehr viel bedeutete, setzte ich mich dennoch, zunächst jedoch nur ihr zuliebe, intensiv mit ihrer, in meinen Augen sehr absoluten und fragwürdigen Behauptung, auseinander.

Meine Krankheit war ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens

Schließlich hatte ich all die Jahre die Geschehnisse und Erfahrungen aus meiner Kindheit und Jugend als untrennbaren und sehr bedeutsamen, ja prägenden Bestandteil meines Lebens empfunden. Und während der zahlreichen Therapien hatte ich mich sehr darum bemüht, dem „Warum“ meiner Erkrankung auf die Spur zu kommen. Man könnte sogar sagen, meine Erkrankung war mein Leben. Mich mit ihren Ursachen und Auswirkungen zu beschäftigen, verlieh meinem Leben Sinn und Richtung.

Als ich jedoch damit begann, diese Behauptung vorurteilsfrei auf mich wirken zu lassen, stellte ich überrascht und dankbar fest, dass Petra Recht hatte. Denn beim genauen Hinschauen erkannte ich für mich, dass ich bereits beim Verfassen meines ersten Buches „Grenzgänger“ die äußerst wichtige und vor allem befreiende Erfahrung gemacht hatte, dass es tatsächlich gelingen kann, sich von der eigenen Vergangenheit nach und nach zu lösen.

Achtsamkeit als erster Schritt zur Genesung

Allein dadurch, dass ich all meine Erinnerungen und die damit verbundenen Gedanken und Gefühle mir nochmals gründlich vor Augen führte, sie sorgsam betrachtete und niederschrieb, erlebte ich eine große innere Erleichterung und Befreiung. Und das ehemals so starke, fast schon zwanghafte Bedürfnis, mich mit ihr immer wieder zu befassen, hatte schon während des Schreibens deutlich spürbar nachgelassen. Ich hatte mir meine Vergangenheit also buchstäblich von der Seele geschrieben.

Nach meinem heutigen Verständnis hängen gerade Menschen mit einer psychischen Erkrankung oft in ihrer Vergangenheit fest, weil sie bestimmte Traumata und Erlebnisse, womöglich aus Angst vor dem Ungewissen, weder loslassen können noch wollen. Sie erleben sie als einen festen und sie definierenden Bestandteil ihrer Identität und vermögen sich keine Vorstellung davon zu bilden, was an die Stelle der seelischen Verletzungen rücken könnte, wenn sie sie hinter sich lassen. So betrachtete auch ich in einer jahrzehntelang andauernden, quälenden Endlosschleife immer wieder meine Vergangenheit und insbesondere einzelne Ereignisse, an denen ich mir die alleinige Schuld gab. Und kam nicht vom Fleck.

Doch durch das Schreiben befand ich mich unversehens schon auf der Suche nach meinem Weg in eine bessere Zukunft: Da ich des Lebens in der Vergangenheit, ohne es zunächst zu ahnen, im Grunde längst überdrüssig war und mich aus ganzer Seele nach einem deutlich schöneren und sinnerfüllteren Leben sehnte, vermochte ich mir allmählich meine Zukunft ohne Krankheit immer deutlicher und bildhafter auszumalen.

Das Gesetz der Anziehung als Weg der Wunscherfüllung

In „The Secret“ beschreibt Rhonda Byrne ausführlich den Umgang mit Herzenswünschen: Je konkreter und intensiver wir einen Wunsch in uns spüren und ihn uns bildlich vorstellen können, umso schneller geht er in Erfüllung. Mein größter Wunsch zu dieser Zeit war es, gesund zu sein und ein erfülltes, schönes und unbeschwertes Leben zu führen. Als ich diesen Wunsch förmlich mit Händen zu greifen und zudem mit Leben, in Form von konkreten Ideen, zu füllen vermochte, war auch die Lösung da: das Schreiben von Gedichten, Büchern und Texten, die anderen Menschen auf ihrem jeweiligen Weg Unterstützung, Inspiration und Hilfe bieten sollten.

Loslassen ist Befreiung

Immer wieder gibt es Situationen im Leben, in denen wir vor die Wahl gestellt werden, etwas Altes weiter mitzunehmen oder uns, wenn auch vielleicht schweren Herzens, davon zu trennen. Meistens stellt sich diese Frage im Zusammenhang mit einem Wohnungs,- oder Ortswechsel, da die Umzugskartons nicht zu schwer und zu zahlreich werden sollen, oder auch, weil wir uns etwas kleiner setzen möchten.

Nun sind es aber nicht nur Gegenstände, an denen wir festhalten, sondern es sind genauso Gewohnheiten, Erinnerungen, übernommene Denkmuster und Glaubenssätze aus unserer Kindheit und Jugend. Bei ihnen gilt es, sorgfältig und innerem Frieden abzuwägen: Nicht alles Alte, seien es Erinnerungen oder auch Gegenstände, ist per se schlecht! Denn einige der alten Gegenstände entwickeln erst im Zusammenspiel mit neuen Dingen ihren richtigen Charme und manch alte Erinnerung ist überaus kostbar, weil wir mit ihr nur wirklich schöne Gefühle und Bilder verbinden.

So habe ich mir inzwischen mein persönliches „Schatzkästchen“ eingerichtet: mit wunderschönen, bunten Erinnerungen aus meiner Kindheit und Jugend und auch aus späteren Zeiten. Gelegentlich schaue ich in dieses Kästchen hinein, wähle eine Erinnerung aus, mit der ich besonders viel Glück und Freude verbinde, erfreue mich an ihr und lege sie behutsam wieder zurück zu all den anderen.

Konzentration auf das Schöne

Sehr schöne und intensive Erinnerungen verbinde ich auch mit klassischer Musik. Sie begleitete mich durch meine gesamte Kindheit und Jugend und ich besaß zahlreiche Schallplatten, denen ich immer wieder mit großem Genuss lauschte. Mich dieser so wunderschönen Musik völlig hinzugeben, ließ mich meine Schwierigkeiten im Elternhaus für die Dauer des jeweiligen Musikstückes vollständig vergessen, weil ich mich während des Hörens in einer ganz anderen Welt befand. Als ich jedoch in späteren Jahren damit begann, alles was mich mit meinem Elternhaus verband, rigoros abzulehnen, da verblassten auch meine Erinnerungen an die schönen Momente und damit auch daran, wie wohltuend für meinen Seelenfrieden ich klassische Musik immer empfunden habe. Zu sehr überwogen die Verletzungen und traurigen Erinnerungen an meine Kindheit und Jugend und ich konnte für lange Zeit nicht mit den Gefühlen umgehen, die diese Musik immer wieder in mir auslöste.

Erst nachdem meine Genesung so weit fortgeschritten war, dass ich meine Interessen und Neigungen losgelöst von der Vergangenheit zu betrachten imstande war, kehrten plötzlich auch die schönen Erinnerungen zurück, die ich mit dieser Musik verband. Und zeitgleich mit diesen Erinnerungen, überkam mich eine große Sehnsucht danach, genau diese Musik wieder in meinem Leben haben und genießen zu wollen.

Inzwischen besitze ich einen beträchtlichen Fundus an klassischer Musik, der ich sehr oft genussvoll und bewusst Zeit widme. Auch bin ich meiner Mutter inzwischen sehr dankbar dafür, dass sie mir diese Musik nicht nur zugänglich gemacht, sondern meine Leidenschaft dafür geteilt hat. Auf diese Weise ist klassische Musik zu etwas geworden, das uns über ihren Tod hinaus auf schöne Weise miteinander verbindet und meinen Blick auf sie deutlich verändert hat.

Abwägen als ein Schritt zur inneren Balance

Der Prozess des Abwägens zwischen Loslassen und Bewahren beginnt auch jedes Mal, wenn wir einen lieben Menschen in unserem Leben verlieren; sei es durch den Tod oder auch dadurch, dass wir feststellen müssen, dass wir aufgrund unserer eigenen Veränderungen und Weiterentwicklung nicht mehr zueinander passen.

Ich habe beispielsweise sehr lange Zeit benötigt, um meine verstorbenen Eltern wirklich loslassen zu können. Dieses Unvermögen lag in meinem tief verankerten Gefühl begründet, mit unserer komplexen Beziehung zueinander noch nicht wirklich abgeschlossen zu haben. Noch lange nach ihrem Tod haderte ich mit unserer Sprachlosigkeit in allen für mich wichtigen Lebensbereichen, genauso wie mit unserer gemeinsamen Unfähigkeit, Differenzen und Unstimmigkeiten wirklich zu beseitigen. Nach meinem Empfinden hatte ihr Tod mich der Möglichkeit beraubt, mit ihnen wirklich Frieden schließen zu können.

Erst vor gut zwei Jahren ist es mir gelungen, mich mit einem Ritual endgültig und ganz bewusst von ihnen zu verabschieden. Dabei war es mir äußerst wichtig, ihnen meinen tief empfundenen Dank für ihre Liebe und Zuwendung auszusprechen und ihnen gleichzeitig von Herzen alles zu verzeihen, was sie mir nach meinem damaligen Empfinden im Laufe meines Lebens an Kränkungen und seelischen Verletzungen zugefügt hatten.

Verzeihen können

Im Verlauf dieses Rituals erkannte ich darüber hinaus, dass es genauso auch an mir war, sie für mein verletzendes und respektloses Verhalten in den vergangenen Jahrzehnten aufrichtig um Verzeihung zu bitten. Außerdem begriff ich, dass ich in einem nächsten Schritt auch mir mein Verhalten ihnen gegenüber vergeben musste, damit ich die Beiden wirklich in Frieden und Liebe gehen lassen konnte.

Erst mit diesem äußerst tränenreichen Ritual des Verzeihens und Verabschiedens vermochte ich, dieses lang andauernde und quälende Kapitel meines Lebens endgültig zu schließen und damit wiederum Platz für Neues, und damit auch für neue Menschen in meinem Leben zu schaffen. Gleichzeitig bleiben mir aber auch hier schöne Erinnerungen erhalten, die ich nicht missen möchte. Von dieser Erfahrung beflügelt, fiel mir der Abschied von meiner plötzlich verstorbenen Schwester sehr viel leichter, trotz des Schocks, den ihr unerwarteter Tod in mir auslöste. Zudem waren wir am Ende ihres Lebens miteinander gänzlich im Reinen und in Liebe, gegenseitigem Respekt und Verständnis verbunden.

Die Trennung von alten Verhaltensmustern

Endgültig von alten Verhaltensmustern zu lassen, ist noch einmal etwas Anderes. Auch wenn Verhaltensmuster uns, im Gegensatz zu Menschen, nicht in fruchtlose Diskussionen verwickeln, ist es dennoch schwer, sie wirklich vollständig loszulassen. Sind sie doch gewissermaßen breit ausgetretene Wege, auf denen wir uns mit großer Sicherheit und Vertrautheit bewegen; auch weil wir genau wissen, was uns dort erwartet. Sie bergen keinerlei Überraschungen mehr.

Trennen wir uns hingegen von altem Verhalten, indem wir beispielsweise mit dem Rauchen aufhören, oder ganz bewusst Verzicht auf eine lieb gewordene Gewohnheit üben, dann wissen wir nicht, was uns erwartet und wir entwickeln womöglich eine überaus starke und lähmende Angst vor dem Ungewissen.

Auch ich habe über lange Jahre an alten Gewohnheiten festgehalten, weil ich sie als wesentlichen und unverzichtbaren Bestandteil meiner Persönlichkeit ansah und mir nicht vorstellen konnte, auf welche Weise und in welche Richtung ich mich wohl ohne sie verändern würde.

Freiheit durch Transformation

Inzwischen habe ich eine Menge hinzugelernt: Je mehr ich mich von alten Gewohnheiten und auch Bedürfnissen ganz zu lösen vermag, desto unbeschwerter, freier und leichter fühle ich mich und umso neugieriger blicke ich nach Vorn. So hat beispielsweise der Alkohol in meinem jetzigen Leben so gut wie keine Bedeutung mehr, während er früher ein sehr willkommener und häufig genutzter „Problemlöser“ war. Wenn ich heute tatsächlich zu äußerst seltenen Gelegenheiten Alkohol trinke, dann nur mit Bedacht und aus purem Genuss und ausschließlich in der Gesellschaft lieber Menschen.

Seitdem ich es so handhabe, hat sich vieles verändert: Ich fühle mich deutlich gesünder, bin schlanker geworden und unabhängiger von Süchten. Und Unabhängigkeit bedeutet wiederum tiefempfundene Freiheit für mich.

Durch diese Erfahrungen habe ich für mich erkannt, dass an die Stelle alter Gewohnheiten und Verhaltensweisen immer nur Gutes „nachrückt“, wenn das Loslassen dieser alten Gewohnheiten kein von außen erzwungener oder geforderter Akt ist. Entschließe ich mich in Freiheit und aufgrund einer selbst gewonnenen Erkenntnis dazu, etwas Altes hinter mir zu lassen, dann dient es immer meiner Entwicklung und ermöglicht mir einen vollkommen neuen Blick auf mich und mein Leben- ganz ohne Anstrengung.

Genesung ist ein individueller Weg

Was ich hier lediglich ausschnittsweise beschrieben habe, ist mein ganz individueller Weg. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass bestimme Qualitäten meines Weges eine gewisse Allgemeingültigkeit besitzen, die für jeden Menschen, der nach Gesundung strebt, hilfreich sein können: Loslassen, Achtsamkeit, die Annahme dessen, was ist, Verzeihen können, Dankbarkeit und Liebe.

Wer sich mit diesen Qualitäten intensiv beschäftigt und sich vorurteilsfrei auf sie einlässt, sie auf sich wirken lässt, wird feststellen, dass sich seine Perspektive auf das eigene Leben und auf das jeweilige Schicksal zum Guten hin verändert: Das eigene Leben wird leichter. Man bekommt wieder einen Blick für das Schöne. Begegnungen verlieren ihren Schrecken und werden zu schönen und nachhaltigen Erlebnissen. Vermeintliche Probleme werden kleiner und überschaubarer. Der eigene Horizont weitet sich für neue Möglichkeiten und Ideen. Und: Die eigenen Stärken treten wieder in den Vordergrund.

Wer noch mehr darüber erfahren möchte, wie Gesundheit sich anfühlen und erlangt werden kann, dem seien meine beiden Bücher „Grenzgänger“ und mein neues Buch „Vom Grenzgänger zum Freien Menschen. Ein Genesungsweg“ ans Herz gelegt. Genesung ist möglich!

Nur ein Mensch

In den letzten Tagen wird mein Selbstbild auf eine Weise geprüft, die ich als äußert unangenehm empfinde. Reden wir Klartext.

Hinter mit liegen einige sehr unausgeglichene Tage. Emotionale Schwankungen ohne erkennbaren Auslöser und damit auch kaum rational erklärbar. Insbesondere mein Lebenspartner reagiert aktuell auf diesen Umstand mit Rückzug und Distanz. Oder einfacher formuliert: er geht mir aus dem Weg. Kein Wort. Keine Berührung. Kein Kuss. Nichts, dass Auslöser für einen Crash liefern könnte. Einerseits ganz gut, aber andererseits … öffnet dieses Verhalten für mich Tür und Tor Richtung destruktiver Gedanken in der Art von: Ich habe wieder einmal etwas falsch gemacht, war zu emotional, habe nicht richtig funktioniert, mich kann man eben nicht leicht aushalten – ich bin das Problem.

Vermutlich wie viele andere Borderliner auch, neige ich dazu, die Verantwortung für alles, was rund um mich passiert, auf meine Schultern zu legen. Ganz besonders wenn etwas nicht zufriedenstellend läuft – wie gerade eben bei mir zuhause.

Mir ist durchaus bewusst, dass es seinerseits keine böse Absicht ist, sondern er einfach – genauso wie ich hin und wieder – Raum für sich selbst braucht um Durchzuatmen. Nur – verstehen ist eine Sache, fühlen eine ganz andere. Sind die gedanklichen Mühlen der Selbstdemontage erst einmal gestartet, mahlen sie langsam, aber ausdauernd. Von der Selbstdemontage bis zur Selbstzerfleischung – so nenne ich die gesteigerte Form jener Gedanken der Selbstentwertung – dauert es dann nicht mehr lange.

Plötzlich geschieht etwas völlig unerwartetes.

Eine Person betritt rein zufällig mein Leben im Rahmen eines beruflichen Gespräches. Weniger als eine Stunde später erzählt mir diese Person, dass sie am Morgen dieses Tages im Rahmen ihrer Motivationsarbeit sich vorgestellt hat, in den folgenden Stunden jemand zu treffen und Informationen zu erhalten, die ihr bei ihren offenen Themen im Leben weiterhelfen. Dann trifft sie mich, bekommt genau das, was sie gesucht hat. Und ich denke mir: Wow!

Plötzlich ist da ein anderer Gedanke, der beginnt, den Mühlen der Selbstdemontage das Wasser zu entziehen. Es gesellen sich weitere Gedanken dazu. Da war doch diese Frau letzte Woche bei der Veranstaltung, die hat ähnliches gesagt. Der Eine, den ich mit meinen Worten ein paar Wochen durch eine schwierige Zeit begleitet habe. Und dann war doch noch jemand … je mehr ich über die vergangenen Wochen und Monate nachdenke, desto mehr Menschen werden mir bewusst, für dich nicht jene war, die sie nicht aushalten konnten, sondern genau das Gegenteil: ich war die, die ihnen etwas geben konnte, dass ihnen in diesem Augenblick geholfen hat. Ich war die Lösung.

Somit stehe ich – wieder einmal – vor einem gedanklichen und gefühlten Widerspruch.

Bin ich das Problem? Bin ich aufgrund meiner Persönlichkeit, meines manchmal unerklärbaren Verhaltens und meiner sicherlich nicht leicht nachvollziehbaren, mitunter überbordenden Emotionalität eine, die man nicht dauerhaft uneingeschränkt aushalten kann?

Bin ich die Lösung? Bin ich aufgrund meiner vielleicht nicht dem Durchschnitt oder der Norm entsprechenden Gedanken- und Gefühlsmuster eine, die anderen jenen Input geben kann, denn sie sonst nicht so leicht finden würden und der etwas Positives zu ihrem Leben beiträgt?

Bin ich irgendwo dazwischen?

Nichts von alle dem?

Nur ein Mensch …

Nur ein Mensch?

Nur ein Mensch!

Auf den Schwingen des Adlers

Die nachfolgenden Zeilen wurden niedergeschrieben am 27.12.95 um 23.45 Uhr in einem Anflug von Übermut, von Lebenslust und Freude.

Nicht frei ist, wer nicht wie des Adlers Schwinge fühlt …

Es gab Zeiten, da war mein Herz hinter Mauern aus Angst verborgen, und nur die Worte aus dieser Feder konnten dem Gefängnis entrinnen. Ich war gefangen.

Es gab Zeiten, da waren die Worte verstummt, das Herz gebrochen, die Feder vertrocknet. Ich war gefangen.

Es gab eine Zeit, da kehrten die Worte wieder, zerstörten die Mauern, die Feder focht gegen unsichtbare Dämonen. Jedes Wort auf diesem Papier wurde niedergeschrieben gleich Nägeln, die von schweren Hämmern in Eichenholz getrieben wurden um dort auf ewig zu bleiben. Jedes Wort ist ein Stein aus der Mauer, für immer an das Papier gefesselt, für immer von mir genommen. Ich bin nur nicht länger gefangen.

Doch wer könnte von sich sagen die Freiheit zu kennen, der nicht weiß wie des Adlers Schwinge fühlt doch am Firmament, wenn die Winde sich an ihr brechen, wenn Thermik und Strömung ihr Auftrieb geben hoch hinauf zu steigen, wenn Zartheit und Schönheit den Gewalten der Stürme widersteht.

Wer ist frei, der nicht weiß, wie der Mäuse Barthaar fühlt, wenn sie durch dunkle Gänge hetzt, verfolgt von den glühenden Augen der Katze dem Tode gewiss und doch unerreichbar für des Jägers Krallen geboren im Schutze der Schlauheit, wissend, wo die Gefahr lauert und ihr entgeht.

Nicht frei ist, wer nicht der Wolken Reisen kennt, gesehen, was sie gesehen, gewesen, wo sie gewesen, im Geiste mit ihnen die Welt umrundet hat und doch zuhause bleib, wer nicht als Regentropfen vom Himmel fiel um über Bäche und Flüsse zum Meer zu gelangen, um durch der Fische Kiemen und der Stürme Wellen zu reisen, um zu den Wolken emporzusteigen.

Wer kann frei sein, der nicht den Gang der Zeit bestimmt, den Lauf der Dinge kontrolliert, Gestern im Heute und Morgen im jetzt erscheint, Dinge zu tun die waren – oder auch nicht – oder sein werden?

Nicht frei ist, wer nicht das Leben lebt wie ihm gegeben, sich zu verstecken hat wenig Sinn, wenn das Versteck nur ein unsichtbarer Mantel ist und dahinter lauert, was ist davor?

Wer kann frei sein, wenn er es nicht will?

Nicht frei ich kann sein, wenn mein Herz ich verstecken muss, nicht frei ich bin, wenn ich ICH nicht bin.

Nicht frei, wenn ich nicht wie des Adlers Schwinge fühl’ …

Jänner 2013: Wir können lange, sehr lange verstecken, wer wir sind. Doch es wird immer Momente geben, da sich die “Wahrheit” ihren Weg an die Oberfläche bahnt – so geschehen im Dezember 1995. Die Freiheit, im Geist zu sein wer wir sind, ist wohl jene Freiheit, die uns niemand nimmt – und die wir dennoch aufgeben, Tag für Tag, um zu sein, wer wir nicht sind. Dann leben wir. Doch LEBENDIG sind wir erst, wenn wir der Lebenslust in uns Raum geben.

September 2019: In den vorangegangenen Beiträgen habe ich immer wieder über Fraktale sinniert. Das Konzept der Freiheit – was auch immer jeder für sich selbst darunter versteht – begleitet mich als Fraktal schon mein Leben lang. Im Dezember 2015 fand einer der größten Umbrüche meines Lebens statt – und ich schrieb über Freiheit. Im Mai 2013 kam es zu dem finalen Showdown, der sich bereits im Jänner abzuzeichnen begann. Heute denke ich wieder über Freiheit nach. Was wird wohl in den nächsten Wochen und Monaten geschehen? Ich bin schon gespannt, wohin es mich diesmal führen wird.

Das Buch, das mein Leben verändert hat …

… ist überraschenderweise keines von den unzähligen, die ich im Laufen von drei Jahrzehnten gelesen habe und die meine stattliche Bücherwand füllen. Es ist das Buch, das ich selbst geschrieben habe. Mein erstes „Buch-Baby“.

Es wurde gestern als Neuauflage zum zweiten Mal veröffentlicht. Bei Filmen gibt es den Director’s Cut. Keine Ahnung, wie man das bei einem Buch nennen soll. Writer’s Type? Wie auch immer. Ich zelebriere diese Neuauflage noch intensiver als die Erstauflage, denn rund ein Jahr danach ist mir mehr denn je bewusst, was JAN/A für mich verändert hat.

Kurzer Zeitsprung in die Zeit vor JAN/A und noch weiter zurück, in die späten 1980er Jahre. Damals konnte ich in den Armen eines Mannes liegen und … bleiben wir jugendfrei 😉 … ohne das Geringste dabei zu fühlen, weder körperlich noch emotional. Für mich war dieser Zustand Normalität, etwas anderes unvorstellbar. Über die Jahre lernte ich eine geistige Vorstellung von Emotionen zu kreieren, aber von echtem Fühlen war ich noch weit entfernt.

All die Bücher, die ich gelesen habe, waren zu 99% dem Thema Selbstfindung gewidmet in allen Facetten, die es gibt – und das sind viele! Seminare, Ausbildungen, Selbsterfahrung, Familienaufstellung, Therapie, Körperarbeit, Energetik… Ich habe so einiges gemacht im Bereich Kommunikation und Mentaltraining, als Lernende und Lehrende. Glaubenssätze umzuschreiben wurde irgendwann ein lustiges Hobby, aber ins Fühlen kam ich dennoch nicht. Zu stark und übermächtig werkte mein kontrollierender Verstand – bis ich 2017 kurz vor dem 3. Burnout stand. Ich brauchte ein Ventil und begann zu schreiben.

Ich lies mich zu Beginn zögerlich, schon bald hemmungslos in jene Welt fallen, die ich jahrzehntelang in mir unterdrückt und vor allen anderen verborgen hatte: die Welt meiner Fantasie – und meiner Emotionen.

JAN/A ist eine hochemotionale Geschichte. Sie beginnt in jenem Schmerz, den ich im Oktober 2017 empfunden habe, doch schon bald gesellen sich andere Gefühle dazu – wie Sonnenstrahlen, die nach dem großen Regen die Wolken vertreiben. Was die Emotionen und Gedanken betrifft, ist JAN/A 100% authentisch. Ich bin JAN/A.

Vielleicht liest sich das hier für jemanden, der nie entkoppelt von seinen Gefühlen gelebt hat, völlig irre und schlichtweg nicht nachvollziehbar. Deshalb ein Versuch, es zu verbildlichen: Stell dir vor, du lebst dein Leben lang im Halbschlaf in einem Nebel, der alles dämpft. Und plötzlich legt sich ein Schalter um, du stehst mitten im Licht und die Welt hat tausende von Farben. So ungefähr nehme ich es wahr.

Natürlich haben die Jahrzehnte des Lesens, der Selbsterfahrung etc. ihren Teil dazu beigetragen, jenes Fundament aufzubauen, auf dem JAN/A letztendlich loslegen konnte. Dennoch – mein dominanter Verstand, der zwar Glaubenssätze beliebig umprogrammieren konnte, aber nicht fühlen – stand mir all die Zeit im Weg, bis ich begann, meine Geschichte zu erzählen. Etwas in mir (mein Dämon?) trickste mich aus, denn aufgrund meiner Mental-Ausbildungen wusste ich, dass unser Unterbewusstsein nicht zwischen Realität und Fantasie unterscheidet und beides für bare Münze nimmt. Genauso funktionieren Autosuggestionen & Co. Genauso kann man lernen barfuß über glühende Kohlen zu laufen – was ich übrigens auch schon des Öfteren gemacht habe.

JAN/A ist für mich eine komplexe Autosuggestion, die mein inneres Bild auf der Ebene der inneren Werte (siehe Beitrag „Immer und immer wieder“) umgeschrieben hat. Nicht über den Verstand und Denken, sondern ausschließlich über Fühlen!

Aber nicht nur das. Durch den Austausch mit Therapeuten weiß ich mittlerweile auch, dass ich sehr effizient die Methode des inneren Dialogs bzw. eine Teilearbeit angewandt habe. Was ich hier so lapidar in wenigen Absätzen beschreibe wäre ausreichend inhaltlicher Stoff für ein dicht gepacktes Wochenendseminar. Wer weiß, vielleicht mache ich das auch irgendwann einmal. Oder ich schreibe ein Buch darüber. Für heute zelebriere ich einfach die Freude am Ereignis.

JAN/A, das Buch, das mein Leben verändert, ist ab sofort in der erweiterten Fassung, die meine Welt des Fühlens (fast) vollständig erlebbar macht, zu haben und jeder kann sich in diese Welt fallen lassen. Das „Fast“ bezieht sich übrigens darauf, dass in Band 2 noch ein paar neue Aspekte dazukommen, aber mehr wird noch nicht verraten. JAN/A war immer als Trilogie gedacht.

Der Buchtrailer verrät ein wenig vom Inhalt, aber viel mehr von der Stimmung, Dynamik, Emotionalität …

https://biteable.com/watch/book-trailer-jana-1-2347919

… jenes Buches, das mein Leben verändert hat – für immer.

Immer und immer wieder?

Die Zeitfraktale lassen mich gedanklich einfach nicht los. Also dann …

Wer kennt sie nicht, die Zeitschleifen? Mit voranschreitendem Alter werden sie immer häufiger sichtbar. Das kann manchmal ganz schön ernüchternd sein, wenn man das fraktale Ereignis in der Zeitlinie mit dem Prädikat „nicht schon wieder. Hab ich denn gar nichts dazugelernt?“ versehen darf.

Natürlich kann es auch diametral anders und damit positiv im Sinne von „alles schon erlebt, das geht auch vorüber“ sein.

Je älter die werde, desto häufiger erlebe ich diese „Murmeltiertage“. Alles schon einmal erlebt …

Und dann passiert plötzlich etwas völlig unerwartetes. Mitten in einer zeitlichen (Jammer-)Runde stellt jemand eine spektakulär neue Frage, die meine Gedanken schlagartig aus ihrem gewohnten Kurs werfen. So wie jene beiden Worten vergangene Woche: What’s wrong? Was lief falsch? Alles? Nichts? Tagelang sinnierte ich über diese Frage wie über einen Koan, der erschaffen wurde um zu keiner Lösung zu führen sondern einen (Um-)Denkprozess einzuleiten.

Also, was war falsch? Oder: was war das Problem?

Die Antwort, die ich darauf fand, war überraschend und erschreckend zu gleich: Nichts! Es war nichts falsch. Oder Umkehrschluss: Das Problem bestand darin, dass es kein Problem gab.

Über Jahrzehnte auf Problemlösung gedrillt, hatte ich offenbar das Konzept des „problemfreien Lebens“ in der untersten Schublade abgelegt, noch unzugänglicher als meine Glaubenssätze.

Um das nachvollziehbar zu machen, hier ein Mini-Exkurs in die Theorie der Kommunikation – und damit ein neuerliches zeitliches Fraktal, dann als Kommunikationstrainerin betete ich das Eisberg-Modell lange Zeit rauf und runter. Es gibt gefühlte 10.000 Visualisierungen davon, die häufig leicht voneinander abweichen. Das Prinzip dahinter ist jedoch dasselbe: Je weiter etwas über der Wasseroberfläche liegt, desto sichtbarer und damit bewusster ist es. Und natürlich umgekehrt auch.

Eisberg-Modell

Zu unterscheiden sind Glaubenssätze und innere Werte. Erstere sind mit ein wenig Übung und Ausdauer relativ einfach zu identifizieren und zu verändern. Die Betonung liegt auf RELATIV. Am Anfang meiner Selbstfindungsbemühungen mutete es mehr nach Sisyphos-Arbeit an, deshalb waren es ja Bemühungen, also Mühe. Aber bekanntlich macht Übung den Meister. Weshalb ich auch überzeugt davon war, einen Glaubenssatz in der Art von „Probleme gehören zu meinem täglichen Leben und ohne sie geht es nicht“ längst abgelegt und umgeschrieben zu haben.

Nun, beim Glaubenssatz war mir das ja auch gelungen. Woran es scheiterte, waren die inneren Werte, die manche auch als unbewusste Glaubenssätze betiteln. Dort crashte es gewaltig. Diese inneren Werte liegen so tief in uns verborgen, dass es fast unmöglich ist, allein Zugang zu ihnen zu bekommen. Meist braucht es dafür einen Spiegel, der uns für die Nase gehalten wird, so wir mir an diesem Tag mit den beiden Worten: What’s wrong?

Nichts. Nicht mehr. Nur ein läppischer innerer Wert zu verändern. Keine Ahnung, wann und wo mir dieser in meiner frühen Kindheit in mein Unterbewusstsein gepflanzt worden war, aber eines weiß ich mit Sicherheit: ich werde einen Weg finden, es als mein frei gewähltes Weltbild anzunehmen, dass in meinem Leben alles wunderbar laufen darf.

Mein Tipp an alle, die sich mit Glaubenssätzen herumschlagen und wo es nicht und nicht klappen will (fraktale Wiederholung): schaut mal eine Etage tiefer. Vielleicht liegt die Ursache (noch) im dunklen Keller verborgen.

Ein Rätsel am Montag

Fraktale sind etwas Faszinierendes für mich. Zum einen mag ich diese Bilder, die sich aus einem immer wieder kehrenden Muster zusammensetzen, wie jenes oben in diesem Beitrag. Ich kann stundenlang darin versinken und dabei völlig zur Ruhe kommen.

Zum anderen gibt es ja auch die Theorie der Zeitfraktale, also wiederkehrender Muster in der Zeitrechnung. Hoch faszinierend, aber zu umfangreich für hier.

Für mich gibt es darüber hinaus auch fraktale Gedanken. So unterschiedlich sie auf den ersten Blick sein mögen, in jedem einzelnen findet sich die Botschaft des großen Ganzen. Genau genommen jene Botschaft, die ich mit allem, was ich schreibe, transportieren will. Es braucht allerdings einen Blick zwischen die Zeilen und ein wenig Kontemplation, um den gemeinsamen Nenner zu erkennen. Bereit für eine Herausforderung?

Hier nun vier Gedanken von mir, die ich Anfang dieses Jahres in die Welt gesetzt habe:

„Die Welt macht dem Platz, der weiß, wohin er geht.“ Dieser Spruch hing einst in meinem Arbeitszimmer. Per se richtig, aber wohin ging ich? Was ist mein Ziel, fragte ich mich mehr als einmal? Weg von HIER oder zu auf das DORT? Weg von dem, was BELASTET, BEDRÜCKT, SCHMERZT … oder auf das zu, was FREUDE bereitet, sich GUT ANFÜHLT, BEREICHERT? Wo auch immer Dein Ziel liegt, der Fokus liegt auf den GROSSBUCHSTABEN… und davon holst Du mehr in dein Leben. Deshalb nochmal die Frage: Wohin gehst Du?

Wieder ein Spiel mit Worten, und es ist wert, ein wenig Zeit darauf zu investieren: Wann bin ich empfindsam? Und wann empfindlich? Der subtile Unterschied wird selbst beim Lesen spürbar. Aber wo liegt die Grenze? Gibt es überhaupt eine starre Grenze? Oder mehr einen fließenden Übergang? Oder vielleicht einen mäandernden Grenzfluss zwischen zwei Gemütszuständen, der abhängig von der Beschaffenheit des Geländes mal sanft von sich hier plätschert, mal zu einem reißenden Strom wird? Ein Strom namens Empfindung, der uns bestimmt – oder doch wir ihn?

Ein Selbstversuch zum Thema Lächeln: bei mieser Stimmung ein Lächeln aufsetzen? Ist machbar, aber anstrengend mit Potenzial auf einen Muskelkater. Ähnlich dem Gefühl, beim Schifahren zu lange in der Hocke zu bleiben, nur eben im Gesicht. Noch ein Grund mehr, gekünsteltes Lächeln bleiben zu lassen. Ein echtes Lächeln strengt weniger an.

Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich vor mir die glühende Sonnenscheibe über den Dächern von Wien versinken, umrahmt von dem ausragenden Arm eines Baukrans, der sich wie ein Scherenschnitt am Horizont abzeichnet. Es ist Donnerstag, für diese Woche mein letzter „Arbeitstag im bürgerlichen Leben und Job“, und obwohl es eine arbeitsreiche, intensive Woche war, fühle ich eine umfassende Zufriedenheit, etwas, dass ich als meinen inneren Ozean der Gelassenheit bezeichne. Wenn ich so darüber nachdenke, wie ich mich von der Hektik des Alltags ausklinken und auf dieses Surfbrett der Ruhe wechseln konnte, dann gestehe ich offen und ehrlich: keine Ahnung! Es geschah einfach als ich aus dem Fenster blickte, während vor mir die die glühende Sonnenscheibe über den Dächern von Wien …

Welche gemeinsame Botschaft findest du hinter diesen vier gedanklichen Fraktalen?