DAS GUTE AN 2020 – ZEIT, DEN BLICKWINKEL ZU ERWEITERN

Am 07. Jänner 2020 postete ich einen Beitrag mit dem Titel „Quo vadis“. Damals war dieses Jahr noch jung und unschuldig, noch frei von Krisen und Umbrüchen – zumindest für mich. Die letzten Zeilen des damaligen Beitrags waren folgende:

„Ich schreibe über mein Leben mit Borderline in all seinen Facetten. Manchmal schildere ich dabei schmerzhafte Emotionen und dunkle Momente, doch ich werde meine Geschichten niemals darin enden lassen und immer bis zu einem Happy End weiterschreiben. Schließlich geht’s um mein Leben (Achtung: doppeldeutig) und ich steh‘ nun mal auf ein Happy End

Ein Happy End? 2020? Die Liste der Ereignisse dieses Jahres (Corona, Beziehungs-Aus, Umzug, Unfall, Verlust, seit Sommer beruflich ständig am Limit der Überlastung, Terror …) scheint das mehr denn je ad absurdum zu führen. Für mich und viele andere Menschen auch. Und doch …

… gestern erhielt ich ein Bild von einer ganz besonderen Person in meinem Leben (siehe Titelbild), welches mich spontan zu einer Reflexion verleitete, die mit diesen Gedanken begann:

„Nähe hat nichts mit räumlicher Entfernung zu tun. Wie oft wird das missverstanden. Wie oft kleben wir auf anderen ohne echte Nähe … oder gar Verbundenheit.

Ich meine nicht Bindung, nicht die Fessel aus Bedingungen und deren Erfüllung.

Verbundenheit gleicht einem Schwarm Vögel, die perfekt synchron in den Himmel aufsteigen und in dem doch jeder für sich frei ist.

Verbundenheit ist immun gegen den Verschleiß, den Kilometer an Bindungen anrichten.

Nähe kann räumlich betrachtet werden – oder als eine Entscheidung des Herzens.

Es heißt: Gib frei, was du liebst. Kehrt es (sie/er) zu dir zurück, dann hat es (sie/er) sich entscheiden, bei dir zu bleiben.

Das Jahr 2020 hat vielen von uns einiges genommen, loslassen quasi von uns erzwungen. Es ist an der Zeit innezuhalten und wahrzunehmen, was blieb … oder neu zu uns kam.“

Die perfekte Einleitung für ein „Best of 2020“. Etwas verfrüht, zugegeben, immerhin haben wir erst November, aber nicht der Tag im Kalender bestimmt für mich den richtigen Zeitpunkt, sondern die Stimmung, in der ich mich befinde. Wenn die Belastungen rundum zu viel werden, hilft ein Blick auf die positiven Aspekte, um wieder zu spüren, dass mein Leben trotz all dem Irrsinn, der teilweise geschieht, dennoch in Ordnung ist.

Hier also mein Best of 2020. Die Reihung entspricht nicht einer Wertung, denn ich will nicht bewerten, was auf dieser Liste mehr und was weniger gut oder wichtig war. Alles auf dieser Liste war und ist wertvoll für mich, aber da ich kein Kreisformat erstellen kann, wird es eine Aufzählung 😉

  • 2020 ist mein Jahr der Freiheit, in dem ich mich aus zahlreichen Verstrickungen befreit habe und unabhängig wurde, im Denken, im Fühlen, im Sein.
  • 2020 ist mein Jahr der Leichtigkeit, in dem ich erkannte, wie einfach ich mein Leben halten und gleichzeitig dabei glücklich sein kann.
  • 2020 ist mein Jahr des Entdeckens, in dem ich vieles für mich (wieder)fand, dass ich zuvor kaum für möglich gehalten hatte.
  • 2020 ist mein Jahr des Neubeginns, in jeder Art und Weise: neuer Lebensraum, neue Lebensweise, neue Beziehungen … und ja, auch mein Herz fand einen neuen Hafen.
  • 2020 ist mein Jahr der Kraft, in dem mir bewusst wurde, das viel mehr Kraft in mir steckt, als ich bislang vermutet hatte. Mehr noch, dass Verletzlichkeit kein Zeichen von Schwäche darstellt, sondern eine Konsequenz von Berührbarkeit ist.
  • 2020 ist mein Jahr des positiven Feedbacks von vielen Seiten. Sei es als Autorin, die erleben durfte und darf, dass meine Geschichten nicht nur mein Leben in neue, lebensbejahende Bahnen lenken. Sei es als Coach, die manche auf neuen Wegen begleiten darf. Sei es als Mensch, geliebt und geschätzt um meiner selbst willen.

Es wäre einseitig zu behaupten, 2020 sei ein Jahr der Katastrophen und Krisen. Diese gab und gibt es, gewiss, aber es gab und gibt darüber hinaus noch mehr, und es ist enorm wichtig, sich das immer wieder bewusst zu machen, um in Ausgeglichenheit in der Gegenwart zu stehen und mit Zuversicht Richtung Zukunft zu blicken. Nicht ausblenden, was da ist. Ich halte wenig vom „Schönzeichnen“ der Ereignisse, doch die Realität ist divers. Es gibt viele Aspekte, negative UND positive. Erstere machen sich lautstark in den Medien breit, letztere sind oftmals stiller, weshalb sie nicht so leicht ins Auge springen, doch sie sind da!

2020 ist ein Jahr der Veränderung.

Das kann wohl niemand abstreiten. Vielleicht wird die Welt nach 2020 nie wieder so sein wie zuvor, aber war sie das je? Ist der Wandel nicht seit jeher das einzige Fixum in dieser Welt? Warum also fürchten wir ihn so sehr? Vielleicht weil so viel auf einmal und in kurzer Zeit geschieht? Vielleicht haben wir uns auch nur zu lange dagegen gewehrt, die Veränderung zu verhindern versucht, bis sie sich nun durchsetzt, gleich einem Dammbruch, der all die angestaute Energie (des Wandels) auf einmal freisetzt.

Ohne manche schmerzlichen Ereignisse von 2020 wären manche erfreulichen Ereignisse nicht möglich gewesen.

Manchmal hilft es, nicht auf ein singuläres Ereignis zu blicken, sondern es im größeren Zusammenhang zu sehen, räumlich und zeitlich.

Oder einen Standpunkt jenseits des subjektiven Gut-Schlecht-Denkens einzunehmen, also nicht Advokat der Menschheit zu spielen, sondern die Ereignisse zum globalen Zusammenhang des Organismus Planet Erde zu betrachten. Da gibt es eine Gruppe, genannt Menschen, die sich selbst sehr wichtig nimmt und alles nur erdenklich unternimmt, um von einem beinahe unsichtbaren Virus nicht in ihrer Zahl erheblich dezimiert zu werden, während diese Gruppe gleichzeitig viele anderen Gruppen von Lebensformen im gemeinsamen Lebensraum drastisch reduziert – bis hin zur völligen Ausrottung. Stellt man die Menschheit nicht in den Mittelpunkt der Betrachtung, verändert sich das Bild. Auch auf 2020. Selten zuvor habe ich den Himmel so strahlend blau erlebt wie im April 2020, mitten im Lockdown, als kaum ein Flugzeug seine Kondensstreifen im Azur hinterließ. Gewiss, die Auswirkungen auf die Wirtschaft waren und sind massiv, aber ist es nicht auch ein Zeichen, darüber nachzudenken, WIE wir leben? Oder wie wir in Zukunft leben wollen?

2020 ist ein Jahr des Umdenkens – für mich. Und ich halte an der Hoffnung fest, nicht die einzige zu sein, deren Leben sich neu ausrichtet, mit positiven Auswirkungen auf vieles rundum, auch auf jene Mutter Erde, die mich seit nunmehr 51 Jahren sicher trägt und mir alles gibt, was ich zum Leben brauche.

2020 ist ein Jahr, an das ich noch oft zurückdenken werde, mit einem Lächeln und voller Dankbarkeit.

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Reflexion einer Woche, die es in sich hatte

Die hinter mir liegende Woche gehört zu der Kategorie, die ich unter der Überschrift „Was noch?“ zusammenfasse. Terroranschlag in Wien, Corona-Infektionen … beides mit direkten Auswirkungen auf meinen Tätigkeitsbereich, in dem sich auch so ziemlich alles ansammelte, was für die nächsten Wochen und Monate zu erwarten war, nun aber früher in Erscheinung trat. Plus zwischenmenschliche Themen … Sorge um jene, die ich kenne und die an Covid-19 erkrankt sind … eine Sorge, die sich anders anfühlt als das Beobachten von Infektionszahlen in den Nachrichten …

Zusammengefasst: ich stellte mir des Öfteren die Frage „Was noch?“ Was kommt als nächstes? Wie viel halte ich noch aus? Wie lange halte ich das noch aus? Wie komme ich von dem Trip wieder runter?

Diese Fragen brachten mir zwei wichtige Erkenntnisse:

Mein Überlastungsthema hat sich zwar in die gewünschte Richtung verändert, aber wie sich zeigt, ist es noch immer präsent. Oder die Umstände sorgen dafür, dass ich mich erneut damit beschäftigen darf. Im Vergleich zu früher nehme ich meine Belastungsgrenze mittlerweile wahr, aber für meinen Geschmack leider immer noch etwas zu spät. Hohe Leistungsbereitschaft kann schon tricky sein. Sie lädt ein, ein paar Stunden mehr zu arbeiten, ein paar Aufgaben mehr auf die Agenda zu packen als erledigt werden können.

Meinen Perfektionsanspruch habe ich abgelegt. Nicht alles muss optimal erledigt werden. Ausreichend ist eine gangbare Option geworden. Benchmarking? Gesundheit ist wichtiger.

In der Überlastungsphase zeigt sich aber auch ein ambivalentes Verhaltensmuster: Der Wunsch, bei einem anderen Menschen (im Folgenden der Einfachheit halber Person X genannt) das zu finden, was mich aus dem Stress und der Überlastung zurück in die Balance und Entspannung führt. Grundsätzlich nichts verkehrtes, aber wenn nun Person X gerade anderweitig beschäftigt ist und somit nicht verfügbar, was dann? Insistieren im Sinne von „sieh doch, wie schlecht es mir geht und wie sehr ich dich brauche?“ Gefährlich, sehr gefährlich, weil … dazu später mehr. Zuerst die Erläuterungen.

Ich konnte beobachten, wie sich meine Bewertung von Handlungen veränderte. Kam die Antwort nicht rasch genug? Oder zeigte sie zu wenig Verständnis für meine Situation? Zu wenig Zuwendung für meine emotionalen Bedürfnisse? War ich nur ein Spielzeug, nicht wichtig für Person X? Mit Erschrecken durfte ich feststellen, dass sich eine leichte Form von Paranoia zeigte. Bei näherer Betrachtung völlig logisch. Überlastung kippte mich aus dem (Ur)vertrauen, damit kamen Unsicherheiten und Ängste an die Oberfläche, die sich wie ein paranoider Filter vor meine Wahrnehmungslinse legten und die Realität verzerrten. Plötzlich schien es, als würde niemand mich verstehen, sich niemand für mich interessieren und ich wäre ganz allein, unverstanden und im Stich gelassen.

In der Vergangenheit gab es ähnliche Situation. Damals, noch unreflektiert, öffneten sie Tür und Tor für eine Spirale der Eskalation bis hin zum finalen Zusammenbruch.

Diesmal atmete ich tief durch und begab mich auf eine lange Wanderung durch den lichtdurchfluteten Wald, der sich in herbstliches Gold gekleidet hatte, lauschte dem Wind, der durch Blätterhaufen huschte und spürte die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres auf meinem Gesicht. All das holte meine Wahrnehmung zurück in die reale Realität, ins Hier und Jetzt, und machte mir bewusst, welcher Grenze ich mich genähert hatte: jener, an der Selbstsorge zu Selbstaufgabe wurde.

Also änderte ich meine Marschrichtung. Auch in Bezug auf Person X.

Gewiss, es ist wunderbar, wenn wir Menschen um uns haben, die für uns da sind, wenn wir es brauchen – solange dies aus freien Stücken und in dem Ausmaß geschieht, wie diese Menschen es von selbst tun möchten. Jegliche Erwartungshaltungen oder gar Forderungen pervertieren diesen Akt der Nächstenliebe in eine Form von Abhängigkeit und zuweilen sogar Erpressung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt verwandelt sich Liebe in Last, die irgendwann zur Belastung wird, unter der etwas oder jemand zusammenbricht.

Nein Danke, das brauche ich nicht mehr in meinen Leben.

Person X bin ich!

Ich ziehe mich selbst aus dem Schlamassel, sobald mir bewusst wird, dass ich wieder mal drin stecke. Es wäre schön, dies grundsätzlich vermeiden zu können, aber so weit bin ich offenbar noch nicht. Dennoch wächst meine Resilienz beständig.

Resilienz, eines der magischen Worte unserer Zeit. Damit ist die Fähigkeit gemeint, mit psychischen und emotionalen Belastungen auf eine Weise umgehen zu können, die keinen bleibenden Schaden anrichtet. Manchmal wird sie auch als Widerstandsfähigkeit gegen Traumatisierungen bezeichnet. Viele Begriffe aus der Psychologie und Philosophie werden im täglichen Sprachgebrauch verwendet, doch zumeist unterschiedlich interpretiert. Die Abklärung von Begrifflichkeiten ist … zeitraubend und wohl deshalb wenig verbreitet 😉

Wie auch immer … zurück zur Resilienz. Beim Frühstück las ich heute einen interessanten Artikel einer Psychologin (also Expertin), der auch das Thema „Resilienz“ streifte. Innerer Dialog als Methodik, um zu äußeren Ereignissen eine differenzierte Haltung einnehmen zu können und diese anders bewerten zu können. Also nicht nur eine Belastung wahrzunehmen, sondern auch die Vergänglichkeit derselben, weil alles im Leben auch dem Wandel unterworfen ist.

Vereinfacht gesagt: Die Expertin schilderte die Theorie zu dem, was ich mit JAN/A praktisch umgesetzt habe bzw. seither tägliche lebe. Wieder einmal lese ich die theoretischen Grundlagen NACH der praktischen Umsetzung. Das wiederum amüsiert mich zutiefst und bestätigt meine eigene Überzeugung:

Das Leben offenbart den Weg, wenn wir bereit dafür sind und uns dem Prozess öffnen – ganz gleich, ob wir die Theorie kennen oder nicht.

Hier nun schließe ich den Kreis zu „gefährlich, sehr gefährlich“: Wer die Verantwortung für seine innere Ausgeglichenheit einem anderen Menschen überträgt, erzeugt damit ein Gefälle innerhalb der Beziehung, eine Form von Hierarchie. Zwischen Eltern und Kindern, Lehrenden und Lernenden mag das völlig in Ordnung sein, doch niemals innerhalb einer Partnerschaft. Es sei denn, beide einigen sich auf eine hierarchische Beziehung. Wer jedoch eine Partnerschaft auf Augenhöhe führen möchte, sollte sich bewusst sein, für seine emotionale Ausgeglichenheit selbst verantwortlich zu sein, ebenso wie für die Einhaltung von Belastungsgrenzen.

Wieder einmal nehme ich mich also selbst an der Nase und anerkenne, (beinahe) einen Schritt zu weit gegangen zu sein und damit unnötigen Stress in einen Bereich (oder eine zwischenmenschliche Beziehung) gebracht zu haben, der (die) damit überhaupt nichts zu tun hat.

Und wieder einmal lehrt mich das Leben: auch eine absolute Sch***-Woche trägt in sich ein Potenzial, einen Samen, aus dem wachsen kann, das Früchte trägt.

Das heutige Bild entstand auf meiner Wanderung durch den Herbstwald am 07.11.2020. Es wurde nicht bearbeitet. 100% echt – wie das Leben 🙂

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SELBSTFINDUNG – DER SCHMALE GRAT ZWISCHEN SELBSTAUFGABE UND SELBSTBESTIMMUNG

Was ist besser geeignet, diesen Grat zu erkunden als zwischenmenschliche – insbesondere sehr nahe zwischenmenschliche – Beziehungen? Sich selbst zu finden, während man sprichwörtlich allein auf weiter Flur unterwegs ist, stellt zwar auch eine Herausforderung dar, aber eine weitaus überschaubarere als inmitten menschlichen Getümmels. Wenn ich nur mich selbst habe, fällt die Fokussierung auf die eigenen Bedürfnisse, Wünsche, Vorstellungen usw. relativ leicht.

Schwieriger wird es im „Duett“. Und sei es noch im Anfangsstadium von etwas, das vielleicht mehr werden könnte.

Plötzlich tauchen sie wieder aus der Versenkung auf, die nächtlichen Grübeleien und Fragen: Habe ich für so manches wirklich Verständnis? Passt es zu meinen Werten, meiner Vorstellung von Leben? Oder passt sich meine Vorstellung den Erfordernissen an, um aus dem Anfangsstadium in die nächste Phase zu gelangen, egal, um welchen Preis? Bis wohin sind es gesunde Kompromisse und ab wann krankmachende Selbstaufgabe? Wofür Verständnis zeigen und wann Unverständnis? Wo abgrenzen und wann aufmachen? Empathie? Mitgefühl? Mitleid?

Durch all das bin ich schon einmal gegangen, aber anders, nachträglich, nachdem eine Beziehung über Jahrzehnte bestanden hatte und genau genommen bereits von Auflösungserscheinungen betroffen war. Niemals in meinen Leben habe ich diese Fragen VORHER gestellt, quasi an der Startlinie. So viele Variablen sind noch undefiniert, so vieles noch zu entdecken … viel zu wenig Informationen, um fundierte Antworten auf diese existenziellen Fragen zu finden.

Irgendwie ist es wie ein Tasten mit verbundenen Augen durch die Dunkelheit des Unbekannten. Wobei hier die „Augen“ symbolisch für unser visuelles Zeitalter und seine Dominanz des Verstandes stehen, daher aus meiner Sicht wenig geeignet, um meine Fragen zu beantworten. Für mich braucht es eine Rückbesinnung auf das, was ambivalent wie kaum etwas anders sein kann: mein Fühlen. Vertrauen auf einen unserer ältesten Instinkte, der die Menschheit durch Jahrhunderttausende brachte: Hineinspüren – was passt für mich oder was nicht?

Mich selbst spüren, im gegenwärtigen Augenblick, ohne diese Wahrnehmung von den Erfahrungen der Vergangenheit beeinflussen zu lassen. Nicht vergleichen mit Vergangenem, sondern auf das blicken, was da ist, hier und jetzt, während mein unermüdlich analysierender Verstand eine Menge „Zeichen“ entdeckt und daraus Schlussfolgerungen ableitet, wie sich die Angelegenheit entwickeln könnte. Kein einfaches Unterfangen. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Doch wer sich von seiner Furcht beherrschen lässt, bleibt ein Gefangener.

Ich wandle auf einem schmalen Grat aus Fragen, die mich erneut so einiges über mich selbst erkennen lassen. In diesem Sinne: Selbstfindung.

Was bestimmt mein Denken, Handeln, Fühlen? Angst? Freude? Liebe? Hoffnung?

Wie frei bin ich wirklich, auf das zu blicken, was da ist? Frei von Erwartungshaltungen und Wertungen jeglicher Art?

Kann ich meine Grenzen wahren? Die bleiben, die ich bin, ohne die zu werden, von der ich vermute, der andere will sie vorfinden? Kann ich mir selbst treu bleiben? In der Selbstbestimmung?

Bin ich bereit, die zwischen Menschen stets auch notwendigen Kompromisse einzugehen? Ohne mich selbst aufzugeben?

Habe ich den Mut und die Kraft, zu zeigen, wer ich bin, was ich fühle – tief in mir, mein Bild dieser Welt zu teilen.

An der Startlinie einer möglichen Beziehung, am Punkt Null, scheinen diese Fragen verfrüht – und doch auch passend. Wenn, wann nicht dann sollten Antworten darauf gefunden werden? Wenn sich zwischenmenschliche Verhaltensmuster und Routinen erstmal etabliert haben? Ist es dann nicht längst zu spät?

Selbstaufgabe geschieht oft wie beiläufig, schleichend, unbewusst … und plötzlich wacht man auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel. (Dies war der Beginn meiner Reise zu mir selbst.)

Selbstbestimmung erfordert Entschlossenheit, Kraft, Mut und Vertrauen, kann sie doch auch zu Meinungsverschiedenheiten und damit Konflikten führen. (Dies führte zu Tag X.)

Selbstfindung ist und bleibt für mich der Königsweg, all die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Tag für Tag. Die Realität mit allen Sinnen bewusst wahrnehmen und das Leben mit allen Sinnen spürend leben. Jenseits von Routine das Besondere im Augenblick erkennen. Dankbarkeit für das Vorhandene empfinden. Freude am Sein.

Wir können vielleicht nicht die Zahl unserer Tage in diesem Leben wesentlich verändern, aber wir können die Qualität jedes einzelnen Tages bestimmen – wenn wir uns erstmal selbst gefunden haben auf dem schmalen Grat zwischen Selbstaufgabe und Selbstbestimmung.

Bild: pixabay.com

Manchmal sind klare (geometrische) Strukturen hilfreich, inmitten von unzähligen Fragen den Kern des Themas zu erkennen 😉

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ERKENNE DICH SELBST – eine Reflexion zur Problemlösung

Gegen die Angst

Gegen den Schmerz

Jedes GEGEN ist ein Kampf.

Letztendlich gegen sich selbst.

Warum kämpfen wir so oft GEGEN etwas?

Und so selten FÜR etwas?

Für Vertrauen

Für Geborgenheit

Für Liebe

Weil wir ganz einfach nicht FÜR etwas kämpfen können, ohne gleichzeitig GEGEN etwas zu kämpfen.

Jeder Kampf erfordert einen Gegner… und wenn es nur wir selbst sind.

Jeder Kampf bringt immer auch einen Verlierer … und wenn es nur wir selbst sind.

Wer ohne Verlust gewinnen will, kann dies nur ohne Kampf erreichen, im Einvernehmen, durch Anerkennung, Integration und Kooperation.

Diese Zeilen poste ich vor wenigen Tagen in Facebook und Instagram. Sie entstanden – wieder einmal – inspiriert durch das, was mir unmittelbar zuvor im realen Leben begegnete: Menschen, die sich voller Enthusiasmus und durchaus im positiven Sinne dem Kampf oder zumindest der Arbeit GEGEN etwas verschrieben haben. Weil dem so ist und ihre Motive als „lösungsinteressiert“ eingestuft werden können, ist es umso wichtiger, auch die entsprechenden lösungsorientierten Arbeitsprogramme im Unterbewusstsein zu etablieren. Und das sind nun einmal nicht GEGEN-Programme.

Leider ist das nur wenigen bewusst.

Für mein Empfinden wird das neurolinguistische Potenzial der Sprache im Alltag viel zu selten genutzt. Ein simples Beispiel:

Es gibt Menschen, die SUCHEN nach Lösungen.

Und es gibt Menschen, die FINDEN Lösungen.

Zwei einfache Sätze, die sich gut im alltäglichen Sprachgebrauch beobachten lassen. Bringt man sie in Korrelation mit den Ereignissen auf dem Lebensweg der jeweiligen Personen, lassen sich zumeist rasch sich wiederholende Muster erkennen. Wem fällt es wohl leichter, Probleme zu lösen? Die Antwort liegt auf der Hand.

Manche werden nun ungläubig den Kopf schütteln und sich dagegen verwehren, dass es „so einfach sein kann“. Den Beweis für ihre Skepsis liefert das Leben (oder besser gesagt: Das entsprechende Programm in ihrem Unterbewusstsein) selbstredend umgehend.

Wieder einmal landen wir bei „Henne oder Ei?“

Bedingt das Programm im Unterbewusstsein das Erleben im Außen oder formt das Erleben im Außen das Programm im Unterbewusstsein?

Beides zutreffend.

Für eine Veränderung im Außen braucht es allerdings zuerst eine Veränderung im Innen.

Ein Zitat, das ich vor vielen Jahren für mich entdeckte, begleitet mich seither und hat mir schon oft gute Dienste erwiesen:

„Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.“

Christian Friedrich Hebbel, deutscher Dramatiker und Lyriker (1813 – 1863)

Allerdings wende ich diese Weisheit nicht nur auf andere, sondern in erster Linie auf mich selbst an – indem ich meine eigenen Entschuldigungen und Ausreden betrachte und daraus Rückschlüsse auf das ziehe, was in mir wirkt. Auf diese Weise trickste ich quasi meinen „blinden Fleck“ aus. Jenen „blinden Fleck“, den wir alle in Bezug auf uns selbst haben. Bei anderen fällt uns so einiges auf, was wir an uns selbst nur allzu leicht übersehen.

Sei es nun der Kampf GEGEN etwas oder die SUCHE nach Lösungen … Diese Worte, aus denen unaufhaltsam unsere inneren Programme werden, die wiederum zuverlässiger als jedes von Menschen erdachte Betriebssystem funktionieren, erschaffen unser Erleben der Welt. Läuft es nicht rund im Leben, gilt es nach innen zu blicken. Doch wo anfangen? Der menschliche Geist ist komplex, häufig gut trainiert in Ablenkung und Verschleierung.

„Erkenne dich selbst“

… wie das Orakel von Delphi es einst forderte, kann der entscheidende Schlüssel sein.

Schon damals galt: Die Erkenntnis der Innenwelt sollte als Zugang zur Problemlösung in der Außenwelt dienen. All jene, die im Schulunterricht aufgepasst haben, wissen, dass dieses Orakel viele Jahrhunderte vor Christi Geburt in Griechenland existierte. Jahrtausende altes Knowhow, das seither in der Schatztruhe der menschlichen Weisheit verwahrt wird, und leider noch immer kein flächendeckendes Umsetzen im Alltag erlebt.

Ein Grund mehr für mich, immer wieder darüber zu erzählen.

Der Eingang zur Lösung unserer Probleme ist jene imaginäre Pforte in unserem Geist, über der in großen Lettern die Worte prangen:

Erkenne dich selbst

gnôthi seautón, γνῶθι σεαυτόν

Wir mögen heute Autos haben, Computer, Facebook und all die Errungenschaften der modernen Welt, doch bei der Lösung unserer Probleme sind wir nicht weiter als die Menschen vor über 2.500 Jahren. Vielleicht waren sie weiter als wir heute? Wer weiß? Immerhin erdachten sie Wege, die bis heute funktionieren – wenn wir sie denn beschreiten. Wir müssen nicht einmal etwas neu erfinden, sondern einfach nur das tun, was bereits seit Jahrtausenden unzählige Male getan wurde:

Blicke nach innen, erkenne, und verändere zuerst im Innen. Sei dir bewusst, das Außen wird folgen.

Jedes weitere Wort dient im Grunde genommen nur der Befriedung des Bedürfnisses nach Beweisen für einen weiterverbreiteten Glaubenssatz: „Es ist so schwer, also muss es auch kompliziert sein“… ist es aber nicht 😉

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DARF ICH DEINEN RUCKSACK TRAGEN?

… zusätzlich zu meinen eigenen – wohlgemerkt. Diese Frage habe ich in meinen Leben allzu oft mit JA beantwortet. Wobei es hier nicht um einen physischen Rucksack geht, sondern vielmehr um jenes Gepäck, das wir alle mit uns rumschleppen in Form von inneren Konflikten, Ängsten jeglicher Art, Frust, Schmerz, Enttäuschungen, ungelösten Lernaufgaben und unbearbeiteter Traumatisierungen … seelischer Ballast, zumeist tief in unserem Unterbewusstsein verborgen, und dennoch so real wie der Laptop, auf dem ich in diesem Augenblick tippe.

Wir alle schultern einen derartigen Rucksack. Manche sind leichter und handlicher, andere prall gefüllt und gefühlt zentnerschwer.

Manche von uns nehmen diesen Rucksack zur Hand, öffnen ihn und stellen sich dem, was sie darin vorfinden. Andere tun so, als würde er nicht existieren. Interessanterweise klagen viele von ihnen über Rückenschmerzen, ganz so, als würden sie tagein tagaus eine unsichtbare Last auf ihren Schultern tragen. Liebe Grüße aus dem Lager der Psychosomatik 😉

Und dann gibt es jene, die in schier bedingungsloser Liebe zu einem anderen sagen: „Darf ich deinen Rucksack tragen?“ Ein Teil von uns – wohlgemerkt in den meisten Fällen nicht unser kognitiver Verstand – kann diese Rucksäcke sehr wohl wahrnehmen. Dieser Teil weiß auch, das wir den Rucksack eines anderen auf unsere Schultern „duplizieren“ können, d.h. wir übernehmen ihn nicht wirklich, sondern laden uns nur dasselbe auf, was der andere bereits trägt. In diesem Sinne wird geteiltes Leid tatsächlich doppeltes Leid. Doch wir ermöglichen es dem anderen dadurch, nicht in seinen eigenen Rucksack zu schauen, sondern auf unser Duplikat – und manchmal führt das dazu, das wir all jene Kritik und Vorwürfe abbekommen, die der andere insgeheim gegen sich selbst richtet, doch da er/sie nicht in den eigenen Rucksack blickt, stehen wir quasi als Stellvertreter für die Ablehnung dessen, was nicht freiwillig bearbeitet wird, zur Verfügung.

Klingt schräg? Oh ja, das ist es in gewisser Weise, aber leider auch sehr weit verbreitet.

Familiensysteme und Beziehungsdynamiken – zwei hoch spannende Themen, die zu ergründen ich nur empfehlen kann. Innerhalb beider nehmen wir unterschiedliche Rollen ein, sind mal Kind, mal Partner*in, mal Elternteil, … doch es kann auch vorkommen, dass wir unsere Rolle wechseln und (zumindest unbewusst) uns so verhalten, als wären wir in einer anderen. Kinder benehmen sich nach dem Wegfall eines Elternteils dem Verbliebenen gegenüber wie ein Ersatzpartner. Söhne spielen gegenüber ihren Müttern den heroischen Beschützer, Töchter kämpfen gegen die vermeintlich „böse Schwiegermutter“. Auch innerhalb einer Partnerschaft kann es zu derartigen Rollenverschiebungen kommen, kann der eine Verhaltensmuster übernehmen und ausleben, die der anderen sich selbst verwehrt. Vielfalt ist hier mehr als ein Schlagwort. Systemische Verstrickungen häufig ein Resultat, das in unseren Alltag hinwirkt und Konsequenzen auslöst, die wir uns nicht oder nur sehr schwer erklären können.

Genug der Theorie. Das Leben verpasste mich auch in diesem Bereich eine interaktive Live-Lernsession. Hier die Kurzfassung davon:

Jahrelang schlug ich mich mit „morgendlichen Depressionen“ rum, mit Stimmungsschwankungen, diffusen körperlichen Schmerzen und surfte regelmäßig an der Grenze zur Überlastung. Zeitgleich schien mein Partner ein Ruhepol emotionaler Stabilität zu sein mit einer gut ausbalancierten Work-Life-Balance. Dann kam Tag X und damit unsere Trennung. Seit ich aus unserem gemeinsamen Umfeld ausgestiegen bin, sind alle oben genannten Symptome plötzlich verschwunden. Einfach so. Es wird noch spannender: Ich fühle mich seither leichter (verliere auch überschüssige Kilos einfach so), lebendiger, habe keine Verdauungsprobleme mehr, kann durchatmen, hartnäckige Verspannungen lösen sich (einfach so) auf. Kurz gesagt: Ich fühle mich wesentlich wohler als früher (in der Beziehung).

Puh, diese Beobachtung musste ich auch erstmal verdauen. Denn daraus ergab sich eine für mich anfangs erschreckende Schlussfolgerung: Konnte es sein, dass ich aus Liebe seinen Rucksack getragen hatte? Aus der Distanz heraus begann ich anders auf meinen Ex-Partner zu blicken, erkannte nun die unterdrückte Aggression in ihm, die aus ungelösten Konflikten seiner Vergangenheit herrührte. Plötzlich fiel ein anderes Licht auf manche meiner Handlungen. Unzählige Male hatte ich mich gefragt, warum ich immer wieder in Verhaltensmuster verfiel, die bei ihm negative Reaktionen mir gegenüber auslösten, obwohl ich über die Zusammenhänge Bescheid wusste. War ich tatsächlich so unfähig, mein Verhalten selbst zu steuern? Oder … tat ich genau das, was zu tun war, damit seine unterdrückte Wut sich auf jemand (mich) entladen konnte?

Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Jahrelang hatte ich bereitwillig seinen Rucksack getragen und ihm damit die Arbeit erspart, hineinzublicken und sich dem zu stellen, was er dort finden würde. Ich fungierte als Ventil, als Projektionsfläche, als Sündenbock – aus falsch verstandener Liebe heraus, wollte ihm den Schmerz der Aufarbeitung ersparen und nahm deshalb den Schmerz auf mich, es für ihn zu tragen. Bis zu dem Tag, an dem ich einfach nicht noch mehr (er)tragen konnte und ging. Ich legte seinen Rucksack ab, wurde frei von dieser Last und die oben beschriebenen Veränderungen setzten ein.

Spätestens hier stellt sich berechtigterweise die Frage: Was wäre gewesen, wenn ich früher gegangen wäre? Oder niemals seinen Rucksack übernommen hätte? Wären wir überhaupt so lange zusammengeblieben? Viele Fragen, auf die es nie eine schlüssige Antwort geben wird. Doch eines ist gewiss: Der Ausstieg aus dieser toxischen gewordenen Beziehungsdynamik war der finale Schritt meines Ausstieges aus der Borderline-Dynamik.

Nur damit wir uns richtig verstehen: Ich behaupte nicht, mein Ex-Partner und sein Rucksack wären für mein Borderline-Syndrom verantwortlich. Ganz und gar nicht. Ich war schon Borderlinerin lange bevor ich ihn kennenlernte. Doch meine Borderline-bedingte Sucht nach Anerkennung, nach Bestätigung und dem anderen gefallen zu wollen, hat mit Sicherheit ihren Teil dazu beigetragen, das ich einen fremden Rucksack auf meine Schultern hievte, der dort nichts verloren hatte. Viele Jahre tat ich alles, um unsere Beziehung aufrecht zu erhalten – um jeden Preis – auch um den Preis meines eigenen Seelenheils.

Dies heute hier nieder zu schreiben, ist meine Art und Weise, es zu verarbeiten. Ohne Vorwürfe oder Schuldzuweisungen, ohne Bedauern oder Schmerz, mit einem möglichst objektiven Blick (sofern das überhaupt möglich ist) auf das, was geschehen ist, und das, was ich daraus gelernt habe. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werde ich in der Zukunft einen neuen Partner finden, mich verlieben und eine Beziehung eingehen. Vermutlich wird dieser neue Partner auch einen Rucksack mit sich herumschleppen, wie wir alle es tun. Wie auch immer dieser Rucksack gestaltet sein wird, leicht oder schwer, klein oder groß, es wird sein Rucksack bleiben und ich werde mich hüten, ihn zu tragen, denn ich habe eines aus meiner Vergangenheit gelernt:

Furchtsame Liebe, der es an Vertrauen mangelt, neigt dazu, alles zu tun, um dem anderen zu gefallen, selbst seinen Schmerz zu übernehmen und sich selbst zur Zielscheibe unterdrückter Wut zu machen.

Bedingungslose Liebe, die nichts einfordert, die loslässt und sich über das freut, was zurückkommt, trägt in sich die Kraft, es dem anderen zu überlassen, seinen Rucksack zu tragen in der Gewissheit, dass der andere nur dann daran wachsen und sich weiterentwickeln kann, wenn er diesen Rucksack selbst öffnet und sich dem stellt, was darin verborgen auf ihn wartet. Dies bedeutet auch, den anderen voll und ganz zu respektieren, anstatt sich über ihn zu erheben, denn genau das geschieht, wenn wir ungefragt den Rucksack des anderen schultern. Wir sprechen dem anderen ab, es selbst tun zu können, betrachten uns als stärker, ausdauernder, besser … stellen uns über den anderen. Und so wird das vermeintliche Opfer zum Täter – aber das ist eine andere Geschichte, die ich hier zu gegebener Zeit erzählen werde.

Vereinfacht gesagt: Liebe ist … dem anderen seinen Rucksack selbst tragen zu lassen.

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Bild: pixabay.com

GEDANKEN ZUM FÜHLEN

Eine liebe Freundin von mir bedenkt mich des Öfteren mit Ratschlägen in der Art von: „Zeig nicht so schnell, was du fühlst. Das macht dich verletzbar.“

Das tut es. In der Tat.

Dennoch – fast mein gesamtes Leben habe ich aus dem Kopf heraus gelebt. Stets hinterfragt, was und wie viel an Emotion ich wann zulassen oder zeigen darf, hab sogar Gefühle im Kopf konstruiert, weil ich irgendwann verlernt hatte, echte Gefühle zu empfinden. Hat mich das vor Verletzungen bewahrt? Leider nein.

Ganz im Gegenteil.

So wie ich das sehe, besteht ein großes Übel, mit dem sich viele von uns heute herumschlafen, oft in dem Mangel offenbarter, aufrichtiger Gefühle. Wir verstecken uns gerne hinter wohl überlegten Worten, die trotzdem missverständlich ankommen, da Begriffsklärungen verabsäumt und vieldeutige Floskeln verwendet werden oder ganz einfach viel um den heißen Brei herumgeredet wird, anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Wie fühlt es sich an?

Gefühle sind nie falsch – sie sind stets der Ausdruck dessen, was tief in uns vorgeht. Vielleicht empfinden wir sie manchmal als unpassend oder überzogen, doch wer fällt dieses Urteil? Unser Verstand oder – schlimmer noch – fällen andere das Urteil über uns?

Als Borderlinerin gehöre ich zu jener Gruppe von Personen, die nahezu grenzenlos Fühlen können, quasi ohne Limit, intensiv und mitunter schier überwältigend. Ganz gleich, welche Art von Gefühlen, wobei Ängste in jeder nur erdenklichen Form dominierten. Gefolgt von Minderwertigkeit und einer Menge anderer bedrückender Emotionen. Zwischendurch gab es auch Ausbrüche in die andere, positive Richtung, denn auch das ist möglich. Ich habe diese Gefühlsintensität sehr lange Zeit in mir unterdrückt. Das hat mich krank gemacht, physisch und psychisch. Ein wichtiger Aspekt meiner Heilung war schlicht und einfach: zu dem stehen, was ich fühle und es in meinen Alltag integrieren. Einfach, aber nicht leicht 😉

Der menschliche Verstand ist ein mächtiges Instrument, erwachsen aus der Notwendigkeit des Überlebens heraus, bestimmt er uns heute fast ununterbrochen. Er befähigt uns zu enormen kognitiven Leistungen und erschuf unsere moderne Welt, doch manchmal ist er schlichtweg jener urtümliche Felsbrocken, der uns im Weg liegt und sich keinen Millimeter freiwillig bewegt.

Seit jeher wird der Verstand mit unserem Kopf assoziiert, mit unserem Denken. Unsere Gefühle jedoch reiht man seit langem dem Herzen zu, obwohl das Herz genaugenommen nur ein Muskel, eine Pumpe ist. Wir leben in einer kopflastigen Zeit, in der alles und jeder permanent unter Kontrolle von außen zu stehen scheint. Gefühle werden über die Medien in jede gewünschte Richtung manipuliert, entweder um Kauflüste zu wecken oder Ängste vor Krisen oder Aversionen gegen dies oder das …

Wer zeigt noch authentisch, was er/sie fühlt?

Besagte Freundin vertritt auch eine Ansicht, auf die öfters treffe: „Warte erstmal ab, was die andere Seite (Anm.: In Bezug auf Gefühle) preisgibt, bevor du selbst etwas sagst.“

Tja, und was, wenn beide Seiten so agieren?

Entstehen nicht vieler unserer Missverständnisse, Probleme und Konflikte erst aus diesem „Nicht-Preisgeben“ heraus? Was wäre, wenn wir nicht nur unsere vom Verstand formulierten Beweggründe kommunizieren, sondern auch unsere gefühlten? Die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg geht stark in diese Richtung. Leider ist sie nach meinem Erleben nicht ansatzweise im Alltag der Menschen angekommen. Vielleicht liegt das auch daran, dass es mehr als nur geschickt formulierte Worte braucht, um Gefühle zu offenbaren. Es braucht Vertrauen, Zuversicht, Mut …

Wer seine Gefühle zeigt, wird berührbar und damit verwundbar, legt jenen Schutzschild ab, den der Verstand geschaffen hat.

Wer seine Gefühle verbirgt, unterdrückt oder gar verleugnet, verliert seine Lebendigkeit. Gewiss, man kann aus dem Verstand heraus leben, aber nicht lebendig sein. Dafür braucht es das Herz. Der Verstand findet Gründe, warum jemand an unserer Seite sein sollte und welche Rahmenbedingungen erfüllt sein wollen. Das Herz liebt grundlos und bedingungslos.

Doch wer lebt schon aus dem Herzen heraus?

Vor einigen Jahren noch hätte ich mich wohl dazu gezählt, aber genau das Gegenteil war der Fall. Ich lebte voll und ganz aus dem Verstand heraus. Denken bestimmte meine Welt. Ich dachte, ich würde fühlen – bis zu dem Tag, an dem ich begann, mich ins Fühlen fallen zu lassen. Ein Tor öffnete sich, ich schritt hindurch und wurde wahrhaftig lebendig.

Und nun?

Zurückkehren auf vermeintlich sicheres Terrain? All das aufgeben für taktische Spielchen mit Gefühlen? Abwarten, bis der andere sich offenbart, nur um keine Schwäche zu zeigen? Um cool und überlegen zu wirken? Wie jene Menschen, die sich aus Angst vor Gefühlen hinter einer unsichtbaren Mauer, hinter einem Stacheldraht aus Zynismus und Sarkasmus verschanzen? Oder einen „Regler“ einbauen, der ein „Zuviel“ verhindert?

Danke, aber nein danke.

Ich fühle (ohne Limit) und bin verwundbar (und es kann verdammt weh tun), aber so bin ich nun einmal oder so ist es genau richtig. Vielleicht mache ich mich hin und wieder lächerlich, wenn ich über Gefühle spreche. Vielleicht halten mich manche für schwach. Vielleicht sogar für naiv – oder dumm. Ich für meinen Teil empfinde mich als sehr lebendig, ein denkendes UND fühlendes Wesen, das schlichtweg null Bock darauf hat, sich an die allgemeine „Norm“ in Bezug auf Gefühle anzupassen.

Ich bin, wer ich bin und ich fühle, wie ich fühle.

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GUT ODER SCHLECHT?

Wer von uns stellt sich nicht regelmäßig diese Frage angesichts dessen, was uns im Leben begegnet? Auf manche dieser Fragen finden wir Antworten, an denen wir jahrelang festhalten. Andere scheinen ewig unbeantwortet zu bleiben. Aber – können wir diese Fragen überhaupt beantworten?

Eine Reflexion

Der 11. Juli 2020 – mein persönlicher Tag X, an dem sich mein Leben drastisch verändert. In den ersten Stunden hätte ich die Frage nach „gut oder schlecht“ sicherlich mit „absolute Katastrophe, also schlecht!“ beantwortet. Nur wenige Tage später wäre es „es musste so kommen und ist in Ordnung, deshalb tendenziell gut“ gewesen. Und heute? Mittlerweile bin ich erleichtert über den Tag X, denn er zwang mich sprichwörtlich dazu, meine Augen zu öffnen für das, was ich schon seit längerem ignorierte.  In diesem Sinne: Gut und danke für diesen Tag!

Meine jeweilige Antwort steht also in direktem Zusammenhang mit dem Zeitpunkt, von dem aus ich auf das zugrunde liegende Ereignis blickte. Einfach gesagt: Die Zeit verändert so einiges.

Wer meine Beträge aus den Wochen nach dem Tag X gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass ich von Beginn an bewusst vermieden habe, eine Bewertung der Situation in der Art von „gut oder schlecht?“ vorzunehmen und mich mehr darauf konzentrierte, wie es mir dabei ging und welche Veränderungen ich wahrnehmen konnte. Ich wollte den Tag X nicht kategorisieren und ihm damit einen Stempel aufdrücken.

Tag X war ein Tag der Veränderung, aus dem heraus neues entstehen sollte.

Den Boden für dieses neue „Pflänzchen“ (ich amüsiere mich noch immer über die Tatsache, dass zeitgleich ein zuvor ausgesäter Grapefruit-Kern keimte und daraus nun ein Bäumchen bzw. Pflänzchen auf meiner Fensterbank erwächst, quasi als lebendiger Chronometer des Voranschreitens seit Tag X), wollte ich von Beginn an neutral halten. Natürlich hätte ich in Tag X eine Menge Negatives sehen können, mich in Vorwürfen, Schuldzuweisungen, Kränkungen usw. verlieren können – doch ganz ehrlich, was sollte auf diesem vergifteten Misthaufen (und das meine ich wörtlich!) den wachsen?

Stattdessen fokussierte ich mich darauf herauszufinden, wer ich bin, was ich übernommen hatte und wieder loslassen wollte. Nur wer sich selbst kennt und spürt, wird erkennen, wer zu einem passt und wer nicht. Hierbei geht es nicht um „gut oder schlecht?“, sondern einfach nur um „passend oder nicht passend“.

Eine Synthese

Rückblickend stelle ich nun fest, das meine damals angestrebte Neutralität in Bezug auf Tag X (selbstverständlich hat es mich emotional ein paar umgerissen, aber dennoch verlor ich mich weder im Klagen noch im Anklagen) wie eine Weichenstellung fungiert hat und neue, andere Menschen in mein Leben brachte. Was genau genommen auch nicht erstaunlich ist. Gesetz der Anziehung, Spiegelgesetz … mentale Fokussierung auf etwas holt dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in unser Leben – außer wir verweigern die Wahrnehmung dessen, aber das ist eine andere Geschichte.

Mein kognitiver Verstand weiß das alles. Dennoch – es (wieder) einmal zu erleben, noch dazu in diesem Ausmaß, erfüllt mich mit großer Dankbarkeit. Es bestärkt mich im Vertrauen auf das Leben und die Wege, die es uns vorgibt. Scheinen sie manchmal unverständlich, sind sie dennoch für uns da. Nehmen wir sie an, werden uns diese Wege weiterbringen. Manchmal sogar weiter, als wir uns zuvor vorstellen konnten.

… und da wären wir wieder bei „gut oder schlecht?“ Die Einstellung, mit der wir uns auf den Weg machen, entscheidet viel darüber, wie wir den Weg erleben, ob als kräftezehrend oder beflügelnd. Mein persönliches Bestreben geht davon, Ereignisse oder Menschen weder als „gut oder schlecht?“ zu beurteilen (was per se eine Anmaßung, weil über den anderen stellen bedeutet), sondern schlicht und einfach in „darf ein Teil meines Lebens werden, sein und bleiben“ oder „darf sich aus meinem Leben verabschieden“. Ich öffne meine Wahrnehmung für möglichst viele Aspekte, versuche das Gesamtbild zu erkennen. Alles im Leben lässt sich auf „gut oder schlecht?“ reduzieren. Manchmal halten wir an diesem Urteil viele Jahre oder gar ein Leben lang fest, verwehren uns selbst die Chance, das verborgene Potenzial zu entdecken.

Krise als Chance – mehr als ein Slogan oder Kalenderblattspruch: Eine innere Haltung, die Wachstum fördert.

Noch so ein Spruch, den vermutlich fast jeder kennt: Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.

Wer über diesen Spruch nachdenkt, wird möglicherweise – so wie ich – zu der Einsicht gelangen, dass es dabei nicht um das supertolle ultimative Erlebnis geht, das alles andere toppt. Der schönste Tag des Lebens muss nicht laut, bunt oder spektakulär sein. Es kann ganz einfach auch der Tag sein, an dem sich eine Weiche auftut und das Leben eine neue Richtung einschlägt, so wie es das bei mir tat am 11. Juli 2020 – mein Tag X.

Eine Hypothese

Vielleicht werde ich kurz vor meinem letztem Atemzug sagen, das dies der schönste Tag meines Lebens war, den er war das Tor in jene Zukunft, die ich mir erhofft und von der ich geträumt hatte, die ich aber für schlichtweg unmöglich hielt – bis das Leben mich eines besseren belehrte, auf seine eigene Art und Weise.

Wer bin ich, mir anzumaßen, die Wege des Lebens mit „gut oder schlecht?“ zu bewerten? Ich bin einfach nur dankbar für das, was das Leben mich auf meinem Weg entdecken lässt und überzeugt davon, dass in allem ein Geschenk für mich verborgen ist.

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EIGENVERANTWORTUNG & SELBSTVERTRAUEN

Manchmal frage ich mich, was von beiden zuerst da ist (oder sein sollte): Eigenverantwortung oder Selbstvertrauen? Irgendwie erinnert es mich an die Frage nach der Henne oder dem Ei? Was war zuerst da?

Übernehme ich Eigenverantwortung für mich, stärkt das in Folge automatisch das Selbstvertrauen. Gleichzeitig braucht es Selbstvertrauen, um Eigenverantwortung übernehmen zu können.

Vermutlich könnte man über diese Frage tagelang debattieren, Wochen, Monate oder gar Jahre. Was würde dabei rauskommen? Unzählige theoretische Konstrukte. Bringen wir es in die Praxis.

Eigenverantwortung & Selbstvertrauen … inspired by real life

Gedanke und Gefühle einer Borderlinerin, die trotz eines entfesselten Sturms der Gefühle auf Kurs bleibt.

Es tut unglaublich weh, nach fast 25 Jahren von dem Mann, den ich (immer noch) liebe, vor die Tür gesetzt zu werden. Zu wissen, dass unter anderem viele Ereignisse aus jener Phase meines Lebens, in der ich nicht wusste, was mich „fernsteuerte“ in ihm ein Bild von mir kreierten, das mittlerweile zwar überholt ist, aber für ihn scheinbar unwiderruflich ist. Dass ich in der Vergangenheit vieles tat, was ihn (und mich) verletzt und tiefe Narben – in seiner und meiner Seele – hinterlassen hat. Dass meine Kursänderung vielleicht zu spät kam. Oder überhaupt erst der Grund für die Trennung war. Viele Fragen sind noch offen und werden es womöglich noch länger – oder für immer – bleiben.

Die Hälfte meines Lebens (!) verbrachte ich an seiner Seite. Neben mir klafft nun eine schmerzende Lücke. Zu wissen, was ich hätte anders machen können/sollen … aber es nicht mehr ändern zu können. Zu wissen, dass ich meinen Teil dazu beigetragen haben. Zu wissen, dass es kein Zurück mehr gibt – geben kann, denn der Schritt zurück würde gleichzeitig eine Rückentwicklung für mich bedeuten, zurück in alte, destruktive Muster … all das tut weh. Es zu verleugnen oder gar zu unterdrücken wäre Realitätsverweigerung.  Ich mag meine Borderline-Persönlichkeit ausbalanciert haben, meine grenzenlose Emotionalität ist nach wie vor vorhanden. Doch heute übernehme ich die Eigenverantwortung für das, was ich fühle.

Auch wenn es jetzt gerade unglaublich weh tut, es entspricht der Situation. Ich übernehme die volle Verantwortung für jenen Teil, den ich über Jahre und Jahrzehnte dazu beigetragen habe, ohne in der Opferrolle und damit im Leid zu versinken.

Auch wenn ich gerade heule, während ich diese Zeilen tippe und darum kämpfe, weiter zu atmen, stehe ich zu meiner Entscheidung. Ich weiß, es war richtig, aus dem mittlerweile für uns beide zerstörerischen Beziehungsmuster auszubrechen und den Schritt hinaus in mein eigenes Leben, die Unabhängigkeit und völlige Eigenverantwortung zu gehen.

Es war eine impulsive, aus Emotionen heraus geborene Entscheidung, kein Ergebnis eines rationalen Denkprozesses. Nur so konnte es überhaupt erst gelingen, die vom Verstand über lange Zeit wohl genährten (Verlust)Ängste, Zweifel und Gegenargumente zur Seite zu schieben und auf das zu blicken, was wirklich wichtig war und ist: auf mich selbst gut zu achten! Dafür bin ich zu 100% selbst verantwortlich. Diese Verantwortung habe ich übernommen, und dadurch auch mein Selbstvertrauen gestärkt, allein mit mir selbst klar zu kommen. Genau genommen geht es gar nicht anders. Nur wenn wir mit uns selbst allein klarkommen, kommen wir auch mit anderen klar. Davon bin ich mehr denn je überzeugt.

Ich verstehe jeden, der angesichts der Tragweite der eigenen Handlungen die Verantwortung dafür negiert, sich hinter Schuldzuweisungen und in der Opferrolle versteckt. Menschen, ganze Gesellschaften und Kulturen tun das seit Jahrtausenden. Ich verstehe es – ich halte es nicht für sinnvoll. Ganz im Gegenteil. Daraus entstehen Verstrickungen, die uns fesseln, uns die Luft zum Atmen nehmen, die sich wie ein Gefängnis anfühlen können und die uns „fernsteuern“ jene Handlungen zu setzen, die neuerlich Schmerz in unser Leben bringen.

Es kann weh tun, die eigene Verantwortung zu schultern, aber ich vertraue darauf, dass damit auch die Freiheit einhergeht, selbst zu entscheiden, das Gefühl der Selbstbestimmtheit und damit verbunden viel Kraft. So erlebe ich es in diesem Augenblick. So fühle ich es – und es fühlt sich richtig an.

Ich bin voll und ganz bei mir und in meinem Leben.

Ja, ich habe Fehler gemacht, doch kein einziger davon rechtfertigt, mich selbst abzulehnen, zu verachten oder gar zu verletzen. Nichts rechtfertigt das!

Meine Verantwortung ist es, gut auf mich selbst zu achten. Ich vertraue mir selbst, dass ich das kann, denn ich habe es bereits getan, als ich die Verantwortung für mich selbst übernahm und entschied, aus dem destruktiven Muster auszusteigen in dem (Selbst)Vertrauen …

Da wären wir wieder bei Henne und Ei – und meiner finalen Conclusio:

Es tut weh, lang gewohntes und alt vertrautes loszulassen, doch es fühlt sich – einmal mehr – für mich richtig an, denn der neugewonnene Freiraum eröffnet auch neue Möglichkeiten. Für den noch vorhandenen Schmerz übernehme ich die Verantwortung, akzeptiere ihn als situationsbedingt und vorübergehend. Gleichzeitig blicke ich voller (Selbst)Vertrauen in meine Zukunft. Was auch immer sie bringen wird, ich werde meinen Kurs halten – auch inmitten aufgewühlter Emotionen. Die gehören nun einmal zu mir, intensiv und schier grenzenlos. Es ist meine Verantwortung – mein Job – mich selbst auf Kurs zu halten und alle dafür erforderlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Und ich vertraue – mir selbst und dem Leben – das ich es kann, da ich es bereits getan habe …

Henne oder Ei?

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TTT – der Schlüssel zur erfolgreichen Borderline-Therapie?

Seit geraumer Zeit überlege ich bereits, einen Beitrag zum Thema TTT zu schreiben, meine eigenen Erfahrungen damit bei der Auflösung meiner Borderline-Dynamik zu teilen. Für mich persönlich ist es einer DER Schlüssel, doch – zugegeben – TTT kann auch eine Einladung sein, in der Opferrolle zu verweilen. Dennoch, die Nachricht, die ich gestern im Rahmen einer Leserunde bekam, bestärkte mich darin, heute meine Gedanken niederzuschreiben.

TTT – was ist das?

Kein Medikament oder neue Therapieform. TTT (englisch: Transgenerational Transmission of Trauma) steht für die Transgenerationale Weitergabe von Traumatisierungen. Da es einen – aus meiner Sicht – gut verständlichen Wikipedia-Beitrag dazu gibt, werde ich die wissenschaftlichen Grundlagen hier nicht weiter ausführen, sondern zu dem Artikel verlinken.

TTT – in einfachen Worten: Ein traumatisches Erlebnis, das vor langer Zeit z.B. meiner Großmutter in ihrer eigenen Jugend widerfahren ist, kann in seinen emotionalen, psychischen und seelischen Auswirkungen bis in meine Generation und die nach mir kommenden spürbar sein. Mitunter positiv und stärkend, doch aus meiner Beobachtung der Menschen heraus meistens negativ und krankmachend. Entscheidend ist, ob und wann das Trauma verarbeitet wurde.

Der Wikipedia-Artikel bezieht sich vorrangig auf Holocaust-Überlebende, doch ich denke, dass auch viele andere davon betroffen sind. Gerade hier in Europa. Während des 2. Weltkriegs und in der Zeit danach wurden unzählige Frauen missbraucht und vergewaltigt – und haben darüber geschwiegen, aus Scham, weil sie Repressalien zu erwarten hatten, weil sie weitermachen mussten, um zu überleben, ihre Kinder und Familien durchzubringen usw. Unzählige Kinder wurden Zeugen von Gewalt in jeder nur erdenklichen Form, von der „Gehirnwäsche“ als Heranwachsende im 3. Reich ganz zu schweigen. Wie viele aus jener Zeit haben in Folge das Erlebte aufgearbeitet, eine Therapie besucht oder einen anderen Weg eingeschlagen, um die Weitergabe an die nächste Generation zu verhindern?

Vor vielen Jahren bereits – lange bevor ich erstmals von TTT hörte – erkannte ich intuitiv die Zusammenhänge, zwischen der ständig steigenden Anzahl an psychischen Erkrankungen und Persönlichkeitsstörungen mit dem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Ich musste nur den Erzählungen meiner Mutter und Großmutter aufmerksam lauschen, um zu erahnen, was sie verdrängt hatten, und was ich übernommen hatte, woher die Wurzeln mancher meiner nicht in Bezug zu meiner Lebensrealität stehenden, unkontrollierbaren Ängste kamen. Die Unfähigkeit, Vertrauen zu fühlen, auch noch, nachdem ich mein eigenes, diesbezüglich prägendes Erlebnis verarbeitet hatte. Wirkte dieses Ereignis erst dadurch traumatisierend auf mich, da ich aufgrund des transgenerationalen Familientraumes keine entsprechende Resilienz mitbekommen oder entwickelt hatte, um das Ereignis unbeschadet zu überstehen?

TTT öffnete meinen Blick für ein noch tiefergehendes Verständnis meines Lebens, meiner selbst und wurde für mich persönlich der magische Schlüssel, um mich aus den systemischen Verstrickungen zu befreien und meine destruktive Borderline-Dynamik in einen lebensbejahenden, konstruktiven Prozess zu verwandeln.

Die Aufarbeitung und Auflösung transgenerationaler Traumatisierungen ist der entscheidende Faktor, um die Kette unheilvoller Weitergabe zu durchbrechen und für sich bzw. die nächste Generation ein freies, gesundes Leben zu ermöglichen. Davon bin ich zu 100% überzeugt!

Man kann darüber diskutieren, wie die Weitergabe erfolgt, ob durch Übertragung und Gegenübertragung, epigenetische Vererbung oder auf anderen Wegen. Aus meiner Sicht werden wir nicht darum herumkommen, uns damit zu befassen, in sämtlichen derzeit lebenden Generationen. Eltern von Borderlinern sollten sich die Frage stellen, was sie weitergegeben haben, sei es aus ihrem eigenen Leben oder dem der Vorfahren – und was sie selbst tun können, um die Kette zu schwächen und ihren Kindern den eigenen Heilwerdungsprozess zu erleichtern. Betroffene sollten sich bewusst machen, dass manches von dem, was sie durchleben, seinen Ursprung lange vor ihnen hatte, ABER auch, dass dies keine Absolution dafür ist, in der Opferrolle zu erstarren im Sinne von „ich kann nichts dafür, es wurde mir vererbt“. Seine Vorfahren mit Schuldzuweisungen zu konfrontieren löst nichts auf, weder in einem selbst noch in den anderen.

Vielmehr geht es darum, anzuerkennen, was ist – wertungsfrei. Zu sagen: Ja, das ist geschehen. Zu erkennen: Das war lange vor mir und ich kann entscheiden, ob es noch länger Teil meines Lebens bleibt und mich belastet, vielleicht sogar krank macht. Oder ob ich es loslasse, in Respekt und Achtung derer, die vor mir waren, es verabschiede und an jene übergebe, zu denen es gehört.

Ich weiß, diese Sätze können eigenartig anmuten, wenn man sie zum ersten Mal liest – oder gar ausspricht. Doch in ihnen steckt unbeschreiblich viel Potenzial, die Freiheit auf das eigene, selbstbestimmte Leben.

Jeder von uns trägt in sich das Potenzial, die Kette von transgenerationalen Weitergaben zu durchbrechen.

Ganz ehrlich: Die Theorie zu verstehen, war verhältnismäßig einfach im Vergleich zur emotionalen Umsetzung. Ich bin einige Male gescheitert, fiel zurück in die Anklage gegen jene, die vor mir etwas hätten tun können oder sollen. Oder ich klagte mich selbst an, manche Hinweise nicht frühzeitig verstanden zu haben und das „Erbe“ an meinen Sohn weitergegeben zu haben. Es war ein steiniger Weg für mich, doch letztendlich habe ich es geschafft. Ich stimme heute dem zu, was geschehen ist – ohne es gutzuheißen. Wertungsfrei. Es ist geschehen. Punkt! Ich habe überlebt und entscheide nun selbst über mein Leben, über das, was ich denke (bzw. gestalte aktiv meine Glaubenssätze, die mich in jenen Mustern denken lasse, die ich für mich gewählt habe 😉) und was ich fühle (siehe Glaubenssätze 😉). Ich bin (wertungs)frei!

In diesem Sinne: TTT war MEIN Schlüssel für die erfolgreiche Auflösung meiner Borderline-Dynamik und ich empfehle JEDEM Menschen – ganz gleich ob Borderliner oder nicht – sich damit zu befassen.  Es gibt kaum etwas zu verlieren, doch eine Menge zu gewinnen.

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GEGENWIND

Auch wenn es schön wäre, nicht immer läuft alles rund im Leben. Trotz positiver Lebenseinstellungen und unbändiger Lebensfreude passieren mitunter auch unerfreuliche Dinge und Begegnungen.

Und sei es nur der brandneue Geschirrspüler, der angeliefert wird, doch seine Funktion nicht erfüllt, weil … eben schon von Beginn an Defekt. Darauf kann schon mal eine Kette von Ereignissen folgen, die einer Odyssee zwischen Hersteller und Händler gleichkommen, ähnlich wie Odysseus irrt man quasi durch die „Inselwelt jener, die nicht zuständig sind“. Mich erinnert das immer an den Film „Asterix erobert Rom“, und den Versuch, den Passierschein A38 im Haus, das Verrückte macht, zu bekommen. Ähnlich wie Asterix durchlebe ich dabei unterschiedliche emotionale Zustände – und das ist VÖLLIG NORMAL. Hin und her verwiesen zu werden, OHNE dass dabei etwas rauskommt, ist nervig. Zwar kein Grund zum Ausrasten, aber einer, um viele Fragen zu stellen: Geht’s noch? Das nennt sich Kundenservice? Fühlt sich hier niemand zuständig? Hallo, ich habe für eine Leistung bezahlt und was bekomme ich dafür?

Wie gesagt, ich halte derartige, emotional angehauchte Fragen für normal. Natürlich wäre es lässig, entbehrliche Vorfälle wie den oben erwähnten gänzlich cool zu behandeln, unbeeinflusst auf die Lösung fokussiert vorzugehen. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Wenn’s mal wieder schwerfällt, mache ich mir bewusst, wie meine emotionale Reaktion dem anderen, der sie ausgelöst hat, letztendlich die Macht (Steuerung, Kontrolle…) über mich gibt. Das holt mich meistens schnell wieder auf den pragmatischen Boden der Realität. Ich mag es nicht, von anderen gesteuert zu werden. Dem war ich zu oft und zu lange ausgesetzt. Heute habe ich eine gesunde (weil selbstsorgsame) Allergie dagegen.

Ich denke, Gegenwind vom Leben ist wichtig und hilfreich, um sich selbst und seine Grenzen wahrzunehmen – sowohl jene, die noch zu erweitern sind als auch jene, die es zu schützen gilt. Auf jeden Fall ist es ratsam, näher hinzusehen, woher der Gegenwind kommt und was er vermitteln möchte.

Gegenwind kann einem heftigen Sturm gleichkommen, der ein Weitergehen auf dem eingeschlagenen Weg schier unmöglich macht. Will uns das Leben genau das sagen? „Verläuft“ sich unser Ego blind in einer fixen Idee, kämpft gegen Windmühlen an, weil es Riesen sehen will, wo nur Korn gemahlen wird?

Gegenwind kann sich wie eine steife Brise von Nordwest anfühlen, die einfach nicht abflauen will. Oder sind wir es, die nicht aufhören? Rollen wir – Sisyphos gleich – einen Stein wieder und wieder den Hügel hoch, ohne zu erkennen, dass wenige Meter seitlich davon der Weg frei und unbeschwert gemeistert werden könnte?

Gegenwind kann auch eine leichte Brise sein, die ermahnt: „Hey, schau auf dich. Mach auch mal eine Pause und vor allem – verabschiede dich von der unsinnigen Idee, perfekt sein zu wollen und alles perfekt machen zu wollen. Irrtümer und Fehler gehören zum Leben. Aus ihnen lernen wir am meisten, wenn wir uns bewusst damit beschäftigen.“

Meine [nicht] ganz alltägliche Sichtweise des Lebens vermag im Gegenwind auch jene Strömung zu erkennen, auf der ein Drachen – fachkundig und mit Bedacht geleitet – sich hoch in den Himmel emporschwingt, um weiter über den Horizont hinauszublicken als es jene können, die auf dem Boden zurückbleiben. Über den Horizont hinaus … oder hinter den Spiegel? Unter die Oberfläche? Zwischen die Zeilen? Das Leben offenbart uns seine Botschaften auf vielfältige Weise. Wer lernt, seine Sinne dafür zu öffnen, wird erkennen, dass alles – auch Gegenwind – zueinander und miteinander in Verbindung steht … und all das für uns da ist.

Gegenwind ist vielleicht nicht unser Freund, aber auch nicht unser Feind. Eher ein neutraler Mahner, der uns dabei unterstützen kann, auf dem uns bestimmten Kurs zu bleiben. Mit diesem Gedanken im Kopf fällt es wesentlich leichter, über Aktionen wie eine „Geschirrspüler-Odyssee“ zu schmunzeln.

Und da wären wir wieder. Ein scheinbares Problem oder Ärgernis verwandelt sich bei eingehender Betrachtung in „Dünger“, der die Entwicklung meines Pflänzchens „Seelenheil“ nachhaltig fördert.

Wie sagt meine Mitbewohnerin gerne: „Jede erfolgreiche Therapie beginnt mit Philosophie über das Leben.“

Ich stimme dem voll und ganz zu.

Philosophie ermöglicht es mir, meine Gedanken und Sichtweisen auf das, was ist, zu verändern, ohne die Realität zu negieren. Was ist, ist – aber was ich verändere sind die Auswirkungen, die diese Realität auf mich hat. Wer in Problemen für sich Potenziale zu erkennen vermag, wird sich diesen mit einer anderen Einstellung und Energie stellen als jeder, der sich als Opfer widriger Umstände sieht und die Situation ablehnt.

Dieser Ansatz ist nicht neu. Ganz im Gegenteil. Seit Jahrtausenden findet er sich in den Weisheitslehren wieder. Doch – so scheint es zumindest für mich – haben wir heute verlernt, über den Horizont hinaus zu blicken. Vielleicht, weil wir im Gegenwind nur den Feind vermuten? Was, wenn sich hinter all dem, was wir auf den ersten Blick zu erkennen glauben, stets viel mehr verbirgt? Gänzlich anderes? Positives, weil für unsere Entwicklung förderlich?

Wer Sport macht, weiß, dass Training anstrengend ist, aber notwendig, um weiterzukommen.  

Blockierende Emotionen und Gedankenmuster gleichen „hartnäckigen Fettpölsterchen“. Sie verschwinden nicht von selbst. Noch weniger lassen sie sich „weghungern“. Es braucht konsequentes Training und damit Anstrengung, die durchaus Spaß machen kann, wenn man den Gegenwind bewusst als Sparring Partner nutzt 😉

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