Ich habe ein intensives Schreibwochenende hinter mir. Das löst einerseits tolle Gefühle wie Zufriedenheit und Freude aus. Ein wenig Stolz ist auch dabei. Gleichzeitig verändert es auch den Blick auf die Vergangenheit. Interessanterweise wird dieser weniger kritisch, mehr versöhnlich. Ganz so, als würde ich mir selbst auf die Schulter klopfen und sagen: „Hey, schau mal, das alles hat es gebraucht, damit du heute tun kannst, was du tust. Gewiss, vieles davon war nicht einfach und manches hättest du dir lieber erspart, aber letztendlich bist du heute hier und es geht dir gut. Nur das zählt.“
Wenn ich dann zwischen nachdenklicher Sentimentalität und einem Hauch von Melancholie taumle, greife ich öfters in die (digitale) Schublade meines Schaffens und grabe etwas Altes aus. Meistens aus dem Jahr 1996. Damals war ich Single und schrieb Gedichte. Sehr romantische Gedichte. Damals war ich verliebt, aber nicht in einen Mann, wie ich mir angestrengt versuchte einzureden, sondern in das Leben. Und in gewisser Weise auch in mich selbst, denn ich war allein, musste mein Fühlen und Denken an niemanden anpassen. Dabei blitzte für einige Zeit durch, was seit Beginn an in mir schlummerte: mein romantischer Drache, wie ich diesen Teil von mir gerne nenne. Der Drache verschwand wieder in der Dunkelheit meines Unterbewusstseins, als ich nicht mehr allein war. Er kehrte erst zurück als ich bereit war, auch an der Seite eines anderen Menschen ich selbst zu sein und nicht länger der Versuch der Verkörperung meiner Annahme dessen, was der andere wohl von mir erwarten würde und akzeptieren könnte …
Mein romantischer Drache kehrte zurück als ich bereit war, ich selbst zu sein.
Hier eine kleine Kostprobe, wie romantisch mein Drache sein kann. Ich finde, das ist ein guter Start in die Woche. Ein wenig Romantik als Gegenpol zu stressigen Montagmorgen-Gedanken. Daran könnte ich mich gewöhnen …
Das Lächeln des Mondes
Hab ich dir je erzählt, dass der Mond lächelt, wenn eine Sternschnuppe über den Himmel zieht?
Hab ich dir je erzählt, dass hinter jedem Spiegel eine unbekannte Welt auf uns wartet?
Hab ich dir je erzählt, dass du nur deine Augen schließen musst, und vor dir liegt das Reich deiner Fantasie, die Welt am Ende des Regenbogens?
Hab ich dir je erzählt, dass Gedanken reisen können wie Vögel im Wind, wie Sonnenstrahlen, und jeder findet sein Ziel?
Hab ich dir je erzählt, dass wir frei sind, wenn wir es wirklich wollen, wenn wir uns über unsere eigenen Grenzen hinweg erheben um zu sein, was wir schon immer sein wollten?
Hab ich dir je erzählt, dass wir alle nur kleine Räder sind in der großen Maschine des Lebens, Sandkörner im Glas der Ewigkeiten, und doch – gäbe es einen von uns nicht, wäre diese Welt nicht so wie sie ist.
Hab ich dir je erzählt, dass es einen großen Fluss, einen Strom gibt, der uns alle mit sich führt, und irgendwann irgendwo an Land spült, für einen kurzen Augenblick, um uns sofort wieder auf die Reise mitzunehmen, und oft bleibt uns nur ein Moment, um aufzusehen, und zu erkennen, wo wir sind, und wer bei uns ist.
Hab ich dir je erzählt, dass wir Gefährten sind auf der endlosen Reise des Lebens, vom Anfang aller Dinge bis zum Ende allen Denkens – und darüber hinaus – verbunden durch das Leben.
Hab ich dir je erzählt, dass es Zauberei und Magie wirklich gibt, dass manche sie ganz einfach Liebe nennen, und genauso wenig erklären können?
Hab ich dir je erzählt, dass ich dich liebe – und dass der Mond lächelt, wenn ich an dich denke?
Gestern Abend lag ich im Freien und sah der Sonne bei ihrem langsamen Hinübergleiten in die Nacht zu. Meine Gedanken streiften über die Ereignisse dieser Woche. Da war alles dabei. Routine, Langweile, manchmal ein wenig Frust und einmal hat sogar der Drache seinem feurigen Potenzial Luft gemacht. Das mag manche überrascht haben, aber es haben alle überlebt.
Dazwischen unglaublich tolle Momente. Kreativität. Neue Menschen, die meinen Weg kreuzten und einige bleiben vielleicht länger – wer weiß? Überwiegend war das Leben einfach leicht, spielerisch und voller Geborgenheit. So wie in diesem Augenblick.
Auf und Ab? Gewiss. Eine Welle kennt nun einmal Höhen und Tiefen. Das eine gilt es zu durchtauchen, das andere zu genießen.
In dieser Woche begegnete mir einige Male das Thema der „Maske“ und damit verbunden, der Blick hinter selbige. Oder gar diese abzulegen. Ich arbeite daran. Hier so offen über mein Leben zu erzählen mag den Eindruck erwecken, ich hätte das alles bereits vollständig abgeschlossen. Habe ich nicht.
Ich trage noch eine Maske, die mich bedrückt, doch sie abzulegen scheint unendlich schwer. Gerade am Ende dieser Woche, in der das Leben mir ein Geschenk gemacht hat, dessen Bedeutung für mich nicht in Worte zu fassen ist. Ja, mir fehlen auch einmal die passenden Worte. Jene Worte, die beschreiben könnten, wie es sich für mich anfühlt, nach langen, schweren Jahren zu sehen, dass mein Sohn kraftvoller denn je seinen Weg geht in eine Zukunft, die er selbst gestaltet. Ich wünschte, ich könnte ihm das sagen oder zeigen, doch meine Worte ersticken unter der Maske, die mein Herz einsperrt. Hier kann ich davon erzählen, doch in seiner Gegenwart verstumme ich. Am Grund der Welle durchwandere ich dieses Tal nun schon sehr lange, doch ich weiß, bald wird dieses Tal sich öffnen und ich auch ihm sagen können, was ich wirklich fühle.
In den letzten Wochen haben mich äußere Ereignisse – meistens Fragen in Form von Beiträgen in Facebook – immer wieder dazu gebracht, spontan Gedanken in Worte zu gießen, die ich so zuvor nicht gedacht hatte. Jedes Mal lernte ich dabei eine neue Facette meiner Persönlichkeit kennen. Das ist insofern sehr interessant für mich, als ich Anfang des Jahres noch dachte: „Hey, das ist es. Ich hab mich gefunden. Ich weiß wer ich bin.“ Und nun erlebe ich fast täglich, dass ich noch mehr bin, ganz so, als würden dem unfertigen Puzzle meines Wesens laufend Teile hinzugefügt werden.
Hier ein paar dieser Gedanken:
Was bin ich durch meine Feinfühligkeit? Verletzbar. Was wäre ich ohne sie? Unberührbar. Jahrzehntelang wählte ich die schützende Mauer, bis ich sie einriss. Heute tanze ich in der blühenden Wiese, welche die Trümmer mehr und mehr überdeckt. Bald werden sie ganz verschwunden sein. Glück in Verbindung mit Zeit? Glück bedeuten für mich jene Minuten und Stunden im Leben, in denen ich uneingeschränkt ich selbst sein kann. Gleich, ob mit meinem Partner, Familie, Freunden, beim Schreiben …
Glück bedeuten alle jene Zeiten, in denen ich nicht die Maske tragen muss, ohne die der Großteil der Gesellschaft mit mir nicht klar kommen würde, weil nicht akzeptiert wird, was nicht verstanden wird. Jede Sekunde ohne diese Maske ist pures Glück.
Gestern Morgen traf ich beim Laufen über einen Feldweg eine alte Bekannte: die Wegwarte. Wer kennt sie nicht? Sie wächst an jedem Straßenrand, oder wie man bei uns sagt: in jeder Gstettn. Unter minimalistischen Bedingungen und ohne große Sorgfalt oder Pflege bringt sie ihre leuchtend blauen Blüten hervor. Eine Meisterin des „mach das Beste daraus“, robust und durchsetzungsstark. Doch wer sie pflückt wird feststellen, dass sie innerhalb von Minuten verwelkt. So vieles kann sie ertragen und dennoch blühen, doch eine Verletzung von fremder Hand weiht sie dem Untergang. Seit meiner Kindheit fasziniert mich die Wegwarte. Vielleicht weil ich ihr ähnlich bin?
Es heißt, wir befinden uns alle auf einer (spirituellen) Reise. Vielleicht stimmt das, aber wer sagt, dass uns diese Reise ein Ziel im außen hat. Lag das Ziel nicht viel mehr in uns? Was wird geschehen, wenn ich am Ziel angekommen bin? Wenn das Puzzle vollständig ist? Oder ist der Weg das Ziel? So viele Fragen, so viele Gedanken. Ich mach einfach mal Pause und genieße das Leben. #feeltheembraceoflife
Die Sonne hat sich längst über den Horizont erhoben, aber
die Dunkelheit will nicht weichen – nicht aus meinem Fühlen. Nicht aus meiner
Seele? Die Welt rund um mich ist in Ordnung. Ich lege im Bett, werde von dem
Mann im Arm gehalten, denn ich liebe und der mich liebt. Ich weiß, dass ich in
Sicherheit bin, geborgen und dennoch – die Dunkelheit haftet wie ein Schatten
auf mir, ein Schatten, den kein Sonnenlicht zu bannen vermag. Ist das die
Wahrheit? Für mich? Oder gibt es eine andere Wahrheit? Was ist Wahrheit
überhaupt? Die Tränen, die in meinen Augen brennen? Der Schmerz, der mein Herz
zu verschlingen droht? Die Angst, die jedes Wort unterdrückt, das davon
erzählen möchte. Die Gewissheit, dass niemand verstehen kann, was die
Dunkelheit für mich bedeutet?
Die Dunkelheit. Sie ist eine Heimat, in die ich gestoßen
wurde. Hätte ich sie für mich erwählt? Niemals! Und doch kann ich sie nicht
loslassen, nicht vollständig ziehen lassen. Halte ich sie? Oder sie mich? Oder
sind wir einfach untrennbar verbunden?
Sag mir, Dunkelheit, wer bist du? Was bist du? Was hält dich
in meinem Leben? Warum ziehst du nicht weiter? Längst hast du den Schrecken für
mich verloren, einzig der Schmerz blieb. Warum lässt du mich nicht zur Ruhe
kommen? Was ist in dir? Wie lange habe ich gegen dich gekämpft – erfolglos. Fast
magisch bindet es mich an dich, das Unbekannte – oder Vertraute? Vergessene?
Was werde ich finden, wenn ich mich in dich fallen lasse?
In die tiefste Dunkelheit will eintauchen, auf den Grund
jenes bodenlosen Sees hinabsinken, der meiner Seele gleicht.
Schwerelos im Nichts verweilen.
Fühlen ohne Grenzen, denn wir sind eins, der See und ich.
Verharren in der Ewigkeit des Augenblicks, einem Atemzug,
einen Herzschlag.
Meine Gedanken aufgelöst in vollkommener Stille.
Die Augen schließen.
Sehen – was jedem Blick verborgen bleibt
Berühren – was keine Hand je berühren kann
Hören – jene Stimme, die in mir klingt und doch keine Worte
kennt
Annehmen – was nicht zu verstehen ist
Fühlen – was du bist, immer warst und immer sein wirst
Meine Zuflucht, in der ich Schutz fand. Jene Heimat, in der
das feurige Herz des Dämons leben durfte und bis heute lebt.
Kann ich dich ziehen lassen? Dich verlassen? Will ich es?
Was würde ich verlieren? Dich? Mich selbst? Den Schmerz? Ist der Schmerz Teil
von dir? Oder von mir? Oder nur eine Illusion, an die mein Geist sich klammert
– aus Furcht vor dem, was du bist? Oder ich? Oder dem, was sein könnte?
Ich will nicht mehr kämpfen. Nicht gegen dich. Nicht gegen
mich. Ich will leben!
Eine Schwingung durchzieht den See und mich. Musik.
Verspielte Töne aus einer anderen Welt, voller Leichtigkeit. Farben gesellen
sich zu dem Reigen. Bunt. Vielfältig. Mehr als ein Regenbogen zeigen kann,
schillernd wie die Flügel eines Schmetterlings im Sonnenlicht, das mich von
innen heraus durchstrahlt. Ein Gefühl, das mich erfasst, geboren in einem
feurigen Herzen, das sich entfaltet in der grenzenlosen Freiheit und
bedingungslose Umarmung der Dunkelheit.
Der Schmerz wird zu Nebel, der von jenem See emporsteigt, dessen
Oberfläche nun wie blaugrüne Seide schimmert. Aus Nebel werden Wolken. Aus
Gedanken wird Wind, der die Wolken vertreibt, bis da nur noch das Licht der
Sonne am strahlendblauen Himmel ist, das dem See seine Farbe und Tiefe
verleiht.
Was wäre das Licht ohne die Dunkelheit? Was die Oberfläche
unter die Unendlichkeit darunter?
Kämpfen? Oder umarmen?
Leiden? Oder lieben?
Leben!
Diese „Eigen-Intervention“ habe ich heute Morgen in Echtzeit geschrieben. Ich wusste zu Beginn nur, dass am Ende alles gut sein würde, welchen Weg auch immer meine Worte (und damit mein Ich) wählen würde.
Vielleicht sollte ich aufgrund dessen, was ich weiß und kann, heute so weit sein, dass ich derartige Interventionen nicht brauche. Vielleicht sollte ich längst stabil im Zustand der Symptomfreiheit leben. Tu‘ ich aber nicht. Ich funktioniere weder auf Knopfdruck noch innerhalb der Standardnormen unserer Gesellschaft.
Eine Entscheidung für das eine ist immer auch eine Entscheidung gegen vieles andere. Ich habe mich entscheiden. Für mich – und damit gegen alles, was andere meinen, was und wie ich sein sollte, wie ich zu funktionieren habe oder was richtig und falsch für mich ist.
1996 war ein Jahr der Veränderungen für mich. Ich war schwanger, Single, und hatte keine Ahnung, wie mein Leben in Zukunft aussehen würde. Aber eines wusste ich mit Gewissheit: es würde weitergehen – irgendwie. Damals schrieb ich an einem Abend folgendes Gedicht, während ich den Song „Memories of Green“ hörte.
Rückblickend würde ich sagen, ich schrieb damals jene Worte, mit denen ich eines Tages auf mein Leben zurückblicken wollte. Ich schrieb nieder, was Jahre später tatsächlich geschehen sollte und auch geschah. Damals wie heute haben diese Worte für mich eine ganz besondere Bedeutung. #feeltheembraceoflife
MEMORIES OF GREEN
Ich erinnere mich an ein Lied, eine Melodie, eine Nacht.
Ich erinnere mich an einen Blick ein Lachen eine Berührung.
Ich erinnere mich an Wärme, an Zärtlichkeit, an Geborgenheit.
Ich erinnere mich an Licht, an sanftes, warmes Licht und an zwei Körper, zwei Seelen, die in dieses Licht gingen und fielen und fielen und immer tiefer fielen, sich auflösten verschmolzen.
Ich erinnere mich an ein Gefühl, eine Empfindung, intensiver, klarer und stärker als alles andere davor.
Ich erinnere mich an Bilder und Träume, an Farben, an Licht.
Ich erinnere mich an ein Wort und einen Gedanken, an Stille.
Ich erinnere mich an eine Bewegung die zwei Körper, zwei Seelen erfasst und mit sich fortträgt, weit, weit weg – in ein Land, das keine Zeit kennt, keinen Anfang und kein Ende.
Ich erinnere mich an Ruhe, an Zufriedenheit und Glück.
Ich erinnere mich an alles, und nichts, und an Dich.
Ich erinnere mich an Deine Stimme, deine Augen und deine Wärme.
Liebeserklärung der Einen (Borderline) an ihren Dämon (sich selbst)
Was war mein Leben ohne Dich? … ein Sandkorn im Stundenglas der Ewigkeit, von Tag zu Tag getrieben durch die Ereignisse, ohne zu verweilen, ohne Halt.
Was ist mein Leben ohne Dich? … eine endlose Suche nach dem, was ich bin. … die Sehnsucht, unter den Myriaden von leuchtenden Punkten am nächtlichen Sternenhimmel endlich den Einen zu finden – mich.
Doch – war mein Leben je ohne Dich? … warst Du nicht stets an meiner Seite als die Gewissheit, es gibt irgendwo die Antworten auf all meine Fragen? … warst Du nicht jener Regentropfen, der in den ruhenden See tief in meiner Seele fiel und mich (an)erkennen ließ, wer ich bin? … warst Du nicht schon immer jener feurige Funke in meinem Herzen, der bedingungslos liebt, was ich bin?
Könnte ich je lieben ohne Dich? … das Leben? … die Menschen? … mich selbst?
Ich will nie wieder leben ohne Dich, … will Dich in mir spüren, … Dich im Licht der Liebe berühren, … und Dich mit meinem letzten Atemzug in die Ewigkeit entführen.
… sollte mir eigentlich egal sein. Ich wünschte, es wäre so. Doch so einfach ist es nicht. Vor einigen Tagen erhielt ich jene Rückmeldung, die ich schon seit Monaten erwartet hatte. Seitdem ich über mein „Borderline“ öffentlich spreche und schreibe, rechne ich damit, dass sie kommt. Nun ist sie da!
Es ging in dem Gespräch darum, für welche Zielgruppe ich schreibe. Angehörige, Therapeuten, Menschen, die sich für die Vielfalt und Tiefgründigkeit des Lebens interessieren … diese Aufzählungspunkte fanden Zustimmung. Borderliner? Wohl eher nicht, war die Feststellung meines Gegenübers, denn die Betroffenen aus dessen Umfeld konnte mit meinen Texten eher wenig anfangen. Auch eine nette Umschreibung für … was auch immer.
Bis zu diesem Augenblick war ich der Überzeugung, gelassen bleiben zu können, wenn die erste negative Rückmeldung kommt. Ich blieb es nicht. Äußerlich war mir kaum etwas anzumerken, doch innerlich stürzte ich in ein schwarzes Loch. Natürlich reagierte mein Verstand schon fast routiniert mit pragmatischen Überlegungen in der Art von „Jeder Mensch hat das Recht auf seine eigene Meinung. Sichtweisen sind unterschiedlich und jedes Borderline ist individuell …“
Ja, mein Verstand funktionierte einwandfrei, aber mein Gefühlsleben nicht. Oder schon, auf seine eigene Art und Weise. Die meisten Menschen glauben, ich halte viel aus, nur weil ich stark bin. Das ist ein Irrtum. Ich bin sehr leicht zu verletzen. Ablehnung und Zurückweisung sind für mich Verletzungen, gegen die ich mich nur schwer wehren kann. Ich habe gelernt, den Schmerz auszuhalten – nicht ihn zu verhindern. Keine Ahnung, ob das überhaupt möglich ist, ohne mich selbst aufzugeben. Was wäre ich ohne meine Sensibilität? Punktuelle Unempfindlichkeit gegen die Schläge aus dem Außen ist eine nette Vorstellung, aber ist sie überhaupt realisierbar? Und ganz ehrlich: ich möchte nie wieder zurück in den Zustand der emotionalen Entkopplung. Gefühle bis zur Unfühlbarkeit zu unterdrücken, nur weil sie so intensiv sind, dass sie kaum auszuhalten sind (damit meine ich in erster Linie die negativen, trüben, düsteren … ein zu viel an Lebensfreude gibt es nicht), das hatte ich lange genug betrieben. Es hat mich fast ruiniert und enormen Schaden in meinem Umfeld angerichtet. Berührbarkeit und damit Verletzbarkeit gehören zum Leben dazu – auch zu meinem.
Was ich mittlerweile wirklich gut beherrsche, ist die Technik, mich innerhalb kurzer Zeit wieder aus dem schwarzen Loch herauszuziehen, in das die manchmal banalen Ereignisse eines Tages mich werfen können (wie jene Rückmeldung). Zuweilen genügt dafür ein Blick in den Spiegel (meiner Seele), oder – wie in diesem Fall – einen Zettel aus meinem Notizheft hervorzuziehen, mit jenen 28 Zeilen, die ich wenige Tage zuvor geschrieben hatte. Diese 28 Zeilen sind die Essenz der vergangenen anderthalb Jahre und sie bringen mich innerhalb von Minuten wieder in Verbindung mit mir selbst und dem Hier und Jetzt. Stichwort: #feeltheembraceoflife
28 Zeilen
Gefangen in der Dunkelheit, im Rückzug – allein. Ein Tor würde hinaus führen, doch ich verharre – zu groß ist die Angst vor der Freiheit, vor Verletzung und Schmerz. Zu vertraut ist die Dunkelheit.
Du reichst mir deine Hand und sagst: „Komm! Folge mir. Vertrau mir. Höre nicht auf das, was andere über mich sagen. Blicke hinter den Spiegel, fühle die Wahrheit: Wer ich bin.
Fühle das Licht, wenn du deine Schwingen ausbreitest. Fühle die Kraft in jedem Schritt auf deinem Weg. Fühle die Umarmung des Lebens, die Ewigkeit in einem Herzschlag, das Universum in einem Atemzug. Fühle, wer ich immer war und wer du immer sein wirst: Ein feuriger Funken Lebensfreude!“
Ich nehme deine Hand, lausche dem Klang deiner Stimme, der Botschaft in deinen Worten. Sehe die Lügen zu Staub zerfallen. Schreite durch das Tor ins Licht – zurück in deine Arme und zu mir selbst.
Ich bin Lesley.
Seit einem halben Jahrhundert wandle ich über diesen Planeten. Seit Oktober 2017 (also relativ kurz) lebe ich täglich ein Stück mehr jener Persönlichkeitsanteile von mir, die ich davor in mir unterdrückt hatte aus Angst vor Ablehnung und Verletzung. Tag für Tag werde ich freier. Meine Gedanken und Gefühle, die mich auf diesem Weg begleiten und mir Kraft geben, schildere ich in meinen Büchern und Blogs.
Ob diese Gedanken und Gefühle richtig oder falsch sind, überlasse ich anderen zu entscheiden. Für mich sind sie richtig und wichtig. Für mich sind sie der Schlüssel, um mit mir selbst und meinem Umfeld, dem Leben und allem, was dazu gehört, gut zurecht zu kommen. Das war es schließlich, wonach ich so lange gesucht hatte. Das ist es, worauf es – aus meiner Sicht – wirklich ankommt im Leben. #feeltheembraceoflife
Diese Gruppe dient einzig und allein einem Zweck: Sie soll Menschen untereinander und mit einem Gefühl verbinden – mit der Umarmung des Lebens.
Teile besondere Momente, Texte, Bilder, Videos … mit der Gruppe. Momente, die in dir das Gefühl von „es ist absolut alles OK und ich fühle mich rundum wohl, geborgen, geliebt, anerkannt…“ wach rufen.
Wenn’s mal gerade anders läuft: schau vorbei und tanke so viel „Umarmung des Lebens“-Energie wie du magst.
Sei ein Teil von etwas das größer ist, als ein Mensch allein je sein kann.
… sandte es Menschen aus, deren Gesichter für mich wie Spiegel waren. In jedem dieser Spiegel erblickte ich ein Lächeln und eine stille Botschaft: „Du bist OK, genauso wie du bist. So hat das Leben dich erschaffen und so sollst du leben.“ Keine Worte brauchte es, nur ein Flüstern im Wind. Ein Lachen. Eine Erinnerung, an ein kleines Mädchen, das freudig über seine blühende Sommerwiese läuft, mit wehendem Haar, das feurig schimmert im Sonnenlicht, voller Lebensfreude und Leichtigkeit, umarmt vom Leben.
#feeltheembraceoflife
Das Foto in diesem Beitrag wurde mir von einem dieser Menschen geschenkt, um es hier mit dir und der ganzen Welt zu teilen. Ich habe es voller Dankbarkeit angenommen.
Einer der Vorteile am Älterwerden ist jener, dass man irgendwann den Punkt erreicht, an dem man „alles irgendwie schon einmal erlebt hat“. Nehmen wir den Song. Wer sich mit dem Text von „The Sound of Silence“ befasst hat, wird feststellen, dass die Aussagen heute aktueller denn je sind. Vereinsamung und Depressionen, die sich ausbreiten wie ein Krebsgeschwür, leise und scheinbar unbemerkt… Menschen, die einfach nur reden ohne wirklich etwas zu sagen, die zuhören ohne zu verstehen … Zu den Neon-Göttern können wir getrost unsere synthetischen Idole und unerreichbaren Ideale hinzurechnen. Und es gibt – damals wie heute – jene, die sich nicht als Teil von dieser Gesellschaft angenommen fühlen und deren Hilferufe heute vielleicht weniger in U-Bahnstationen und Hauskorridoren, dafür mehr auf den Plattformen der sozialen Medien zu finden sind.
Seit der Entstehung des Songs ist also mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen, aber wie viel sind wir weitergekommen? Grüblerische Gedanken, düstere Stimmung … wer meine Texte aufmerksam liest, wird mittlerweile erkannt haben, dass ich mich zwar immer wieder in die „Dunkelheit“ fallen lasse, nach meinem Besuch jedoch wieder ins „Licht“ zurückkehre. Ich spiele mit dem Prinzip der Dualität: alles im Leben hat zwei Seiten (mindestens). Diese Überzeugung hilft mir, meinen Kurs zu korrigieren, wenn ich drohe, mich in der Dunkelheit meine Gedanken und Gefühle zu verlaufen.
Meine Gedanken kreisten also weiter: Die schöne neue virtuelle Welt. Sie macht es so viel einfacher andere auszugrenzen – oder sich ausgegrenzt zu fühlen. Jede Minute am Bildschirm verringert die Zeit zwischenmenschlicher Begegnung quantitativ und qualitativ. Anonymität macht unberührbar. Alternative Fakten zaubern eine maßgeschneiderte Realität, die manchmal kaum mehr etwas mit der echten Realität zu tun hat. Eine Welt, die ein Fluch sein kann.
Die schöne neue virtuelle Welt. Sie ermöglicht Begegnungen von Menschen, die in der physischen Realität nur mit erheblichem Aufwand möglich wären, über riesige Entfernungen und zeitliche Distanzen hinweg. Jenseits vom kulturellen Korsett bietet sie die Freiheit zu leben, was sonst verborgen bleiben muss. Aus der Vielfalt heraus kann entstehen, was ein einzelner kaum zu denken vermag. Eine Welt, die ein Segen sein kann.
Das verstehe ich unter Dualität: Etwas betrachten, und beide (oder sogar mehrere) Facetten wahrnehmen, beide Seiten einer Münze. Nichts in diesem Universum hat nur eine Seite, davon bin ich überzeugt. Leider erlebe auch ich, dass sich die unangenehmen Seiten tiefer in mein Gedächtnis einbrennen und auch schneller als Erinnerung wieder zurückkehren. Das liegt an den intensiven Emotionen, die damit verbunden sind und mitunter unter dem Hashtag „existenzbedrohend“ abgelegt wurden.
Unsere Gegenwart mag mit synthetischen Idolen und realitätsfernen Idealen, mit mehr Schein als Sein, Oberflächlichkeit, Ignoranz, Rücksichtlosigkeit und hemmungsloser Selbstüberschätzung der Spezies Mensch zu bewerten sein – auf der einen Seite.
Auf der anderen Seite ist da so viel mehr. So viel Gutes und Schönes, das in der Flut der Belanglosigkeiten zu versinken scheint, wenn wir übersehen, unsere Aufmerksamkeit darauf zu richten. Ein Mensch kann heute aus einem kleinen Kämmerlein heraus mit ein paar Mausklicks eine lebensfrohe Botschaft an Millionen von anderen Menschen richten. Nie zuvor war dies möglich. Welch eine Zeit!
Und dann war sie plötzlich da: meine Idee! Oder besser: Meine Frage „Kann ich das auch?“ Reizvoll, sehr reizvoll, es zu versuchen… [Wer JAN/A gelesen hat, weiß, wer diese Zeile schreibt 😉] … unwiderstehlich. Hier nun meine Idee im Detail:
Ich will eine Botschaft in diese Welt hinaussenden, jene Antwort – oder besser – jenes Gefühl, dass ich solange vermisst hatte, weil ich verlernt hatte, es wahrzunehmen: Die Umarmung des Lebens. Jeder von uns kennt es. Egal, wie mies dein Leben verlaufen ist oder vielleicht noch läuft, irgendwann gab es auch in deinem Leben Momente, vielleicht nur Minuten oder Sekunden, in denen du völlig im Hier und Jetzt warst, in denen alles absolut in Ordnung war und du dich mit allem verbunden gefühlt hast – für Augenblicke nur. Vielleicht hast du einen Fluss beobachtet und Blätter, die tänzelnd auf dem Wasser treiben? Vielleicht einen Baukran als dunklen Scherenschnitt vor einem in leuchtenden Farben glühenden Abendhimmel? Vielleicht hast du ein Kind im Arm gehalten? Vielleicht die Liebe deines Lebens? Was auch immer es war – es gab diese Momente, gleich ob viele oder nur wenige, es gab sie. Auch in meinem Leben. So wie jetzt, während ich diese Zeilen tippe und das Gefühl habe, dass alles genau richtig ist: mein Leben, ich selbst, alles, hier und jetzt. Keine Sorgen, keine Ängste, einfach nur leben im Augenblick, in einem Atemzug, einem Herzschlag, eins mit allem sein und die Umarmung des Lebens fühlen. Egal, was morgen sein wird, Probleme, Ärger, Stress … die andere Seite des Lebens, die mich manchmal wie der Schlund eines Ungeheuers zu verschlingen droht, bis ich mich wieder daran erinnern, dass da noch etwas anderes ist, und sie fühle: die Umarmung des Lebens.
Diese Botschaft will ich in die Welt hinaussenden unter dem #feeltheembraceoflife (Feel the embrace of life – fühle die Umarmung des Lebens) und damit zum Ausdruck bringen: ja, ich kann sie fühlen, die Umarmung des Lebens, denn sie ist es, die uns alle miteinander verbindet.
Ich will so viele Menschen wie möglich dazu auffordern, es mir gleich zu tun. So wie dich, hier und jetzt. Deshalb lade ich dich ein: richte deinen Blick nach innen, zurück zu diesem einen besonderen Moment, du weißt, welche ich meine. Vertrau mir, du kannst es fühlen, tief in dir – die Umarmung des Lebens. Folge einfach deinem Gefühl. Es wird dich leiten, vielleicht auf Umwegen, vielleicht direkt, doch dann beginnst du dich zu erinnern, wo du warst, was rund um dich war, was du getan hast. Vielleicht war es still um dich, vielleicht hast du auch etwas gehört. Was war es? Vielleicht warst du allein, vielleicht waren Menschen um dich? Wer waren sie? Vielleicht hast du in Ruhe verharrt, vielleicht warst du mit etwas beschäftigt? Womit? Was hast du gefühlt? Welche Bilder erinnerst du, welche Farben? Vielleicht duftet deine Umarmung des Lebens nach Erdbeeren? Oder Kaffee? Vielleicht schmeckt sie nach Schokolade? Oder nach einem Kuss? Vielleicht war da Musik? Oder nur ein Herzschlag? Deiner? Lass dich in deine Erinnerung fallen, zurück in die Umarmung des Lebens. Vielleicht beginnst du zu lächeln? Verweile und genieße die Umarmung des Lebens mit allen Sinnen, solange du willst – und sei dir bewusst, du kannst jederzeit in dieses Gefühl zurückkehren und in die Umarmung des Lebens.
Vielleicht willst du sie sogar mit mir und anderen teilen? Vielleicht willst du diesem besonderen Augenblick ein Manifest geben? Worte, Bilder, Töne … was auch immer es für dich ist. Poste dein Manifest der Umarmung des Lebens in den sozialen Medien unter #feeltheembraceoflife
Lass uns gemeinsam ein Feuer entfachen, das überall auf dieser Welt in den Herzen der Menschen die Erinnerung an den besonderen Moment der Umarmung des Lebens aufleuchten lässt. Und vielleicht wird es für manche das Licht sein, dass sie aus der Dunkelheit zurück zu sich selbst finden lässt.